Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes SoMaasdlatt.
Expedition: Markt 1L — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lag. Koch. “
(Nachdruck verboten)
Ficht- ««- Schattenseite« -es Jahres 18 8 9.
DaS Jahr 1889 hat ohne Zweifel der deutschen Industrie einen erheblichen Aufschwung gebracht, wenn auch nicht alle Jndustrieeu an demselben gleichmäßig beteiligt waren. ES hat gleichfalls für die in der Industrie beschäftigten Arbeiter nicht unerhebliche Verbesserungen des ArbeitSverhältniffes insbesondere der Löhne herbeigeführt, an welchen naturgemäß die in verschiedenen Industriezweigen beschäftigten Arbeiter in verschiedenem Maße, je nach der Prosperität ihrer Branche teiluebmen. Wie die Lichtseiten, so hoben in dem Jahre 1889 auch die Schattenseiten eines erheblich geschäftlichen Aufschwunges nicht gefehlt. ES ist zunächst die mit einer solchen erfahrungsgemäß verbundene regelmäßige Erhöhung des Niveaus der Preise einge- tteten, welche für die Arbeitgeber die Erhöhung der Produktionskosten und entsprechende Verminderung des Reingewinns, für die Arbeiter aber die Einbuße eines Teile- deS Betrages der Lohnerhöhung bedeutet. Aber diese Folge ist bis zu einem Grade unvermeidlich und man muß schon zufrieden sein, wenn trotzdem ein Gewinn auS industriellen Unternehmungen und eine Besserung der Lage der Arbeiter zu konstatieren ist. Sieben dieser Kehrseite find aber auch andere nicht entfernt in dem gleichen Maße
unvermeidliche Schattenseiten hervorgeketrn. Die Lohnstreitigkeiten und Ausstände, von denen eine ganze Reihe von Jndustrieeu und insbesondere der Kohlenbergbau heimgesucht wurden, können nicht anders denn als sehr unerfreuliche, selbst gefährliche Begleiter des wirtschaftlichen Aufschwunges bezeichnet werden. Wer stch die Zustände zur Zeit des großen KohlenarbeiterausstandeS im Mai v. Js. erinnert, wird darüber nicht im Zweifel sein, daß bei längerer Fortdauer desselben die gesamte deutsche Industrie, soweit für sie die Kohle einen erheblichen Faktor in der Produktion bildet, zum Stillstehen genötigt und dadurch schwer geschädigt, zum Teil selbst in ihrer Existenz bedroht worden wäre. ES unterliegt keinem Zwessel, daß sehr bald zu den mehreren Hunderttausenden von Arbeitern, welche freiwillig feierten, eine große Anzahl solcher hinzugetreteu wäre, welche wegen deS Stillstandes der Industrie der Arbeit und deS Arbeitsverdienstes verlustig gegangen wären. Noch sind diesmal die schwersten Folgen deS AuS- staudeS verhütet. Ob dies in Zukunft immer der Fall fein wird, läßt sich mit Sicheit nicht Vorhersagen und eS könnte dann zu leicht unsere Industrie ein schwerer Schlag treffen, dessen Wirkungen gerade die Arbeiter am empfindlichsten berühren müßte. Die Regelung der Lohnfrage und waS damit zusammenhängt, iw Wege des Kampfes zwischen Arbeitgeber und Arbeiter schließt stets eine derartige Gefahr in sich. Diese Art der Ordnung der Dinge ist aber keineswegs die einzig mögliche. Statt im Kampfe läßt fie sich auf dem Boden gegenseitigen Vertrauens lösen, ohne daß dadurch solche Gefahren für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erwüchsen, wie aus den Lohnkämpfeu. Möge mit der Jahreswende die Aera der letzteren geschloffen sein und für daS Jahr 1890 da- vertrauensvolle Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeitern das symbolische Merkzeichen fein.
fite tte Kreise Marburg uud Kirchhain und
IlluSriertes Souutagsblatt entgegen.
Die erschienenen Nrn. und der Warrd- «nd Schreibkalerrder für 1890 werden auf Verlangen nachgeliefert.
In Kirchhain nimmt unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen entgegen, ebenso in hiesiger Stadt unsere Zeitungsträger und unsere Expedition.
Sämtliche Postanstalten, wie auf dem Lande die Postboten nehmen noch Bestellungen aus das I. Quartal der vberheffifcheu Zeitung mit ihren Gratisbeilagen
Deutsches »eich.
Berlin, 4. Jan. Die verwitwete Kaiserin Augusta ist an der Influenza erkrankt, die mit Fieber und katarrhalischen Erscheinungen verbunden ist. — Der Kaiser verlieh dem Afrikareisenden Leutenant Giese den Kroneuorden vierter Klasse. — Die „Post" meldet: „Em Befehl de» Kaisers ordnet für alle am Hofe erscheinenden Zivilpersonen, gleichviel welcher Kategorie diese angehören, das Tragen von EScarpins an, sodaß diese also die künftige Hostracht für Würdenträger deS HofeS, hohe Beamte und andere dem Zivilstande angehörige Personen bilden werden." — Die „Nordd. Allg.
Rowan von I. von Werth.
(Fortsetzung.)
„Dort wollte fie ihn erwarten. Jetzt kam er die Treppe herauf. Sie hörte deutlich seine Stimme, die nach ihr fragte. Sie mußte sich an den Thür, griff halten, um ihm nicht dennoch entgegen zn stiegen. Da trat er ein. Nun durfte fie ihm ent» gegengeheu, aber hübsch langsam. Sie streckte ihm beide Hände entgegen, aber fie wagte nicht, ihn au» znschaueu, um feinen Augen nickt zu begegnen, deren Blick fie voll nud warm auf fich ruhen fühlte. Nur ihre Hände bebten leise in den seinen.
.Wie schön, Papa, daß Dn jetzt gekommen bist', sagte Carla. .Ich habe wirklich nun gerade Hnuger bekommen.' ' |
.Wie, Sie haben noch nicht diniert?' fragte er, sich zu Rose wendend.
DaS junge Mädchen schüttelte unr leise den Kopf, während Lia eifrig erklärte: .Nein, Papa, Fränleiu sagte, e» würde uns heut doch uicht wehr schmecken, wenn Dn nicht dabei bist. Und ich habe auch gauz gut so lauge warten können.'
Johanne» drückte noch einmal innig Rose» Hand, daun ließ er fie frei.
Da» Diner verging ziemlich heiter. Die Kinder waren so vergnügt und Rose so angeregt, daß anch Signora Pccctutni gesprächig wnrde und dann nnb wann ein leichte» Lächeln über da» Antlitz de» Konsul» glitt. Er erzählte, daß er in F. mit Onkel Georg znsammeugettoffen sei, nud daß dieser ihm diele herzliche Grüße aufgetragen, daß er ihn so gern wstgebrccht. ihn aber znm Mitteisen uicht hätte bewegen können.
Bald nach dem pranzo war Signora Paccinini tin Gast gemeldet worden nud fie war wieder tu ihr Logement hinab gegangen. Auch die Kindee hatte« Gute Nacht gesagt. Nun stellte Rose tm Bibliothek»
zimmer Zigarrenkasten, Aschbecher und LenLter vor dem Konsul auf deu Tisch und zündete da« Licht an. Da er aber die Zigarren zurückschob k fragte fie ver- wnndert: ,Manchen Sie heut nicht?'
.Nein, ich bitte Sie unr nm eine Tasse Thee', entgegnete er müde.
„Mein Gott, wie bleich Sie find', rief Rose er, chreckt au» nnb faßte nach seiner Hand, um nach dem Pul» zu fühlen. .Sie müssen krank sein."
E» war ein mühsame» Lächeln, da» fich bei ihren äuastlichen Bemühungen nm seinen Mund legte. .Nein', sagte er daun leise, „ich glaube, krank bin ich uicht, Rose, ich habe nur entsetzliche Tage verlebt. So etwa» kostet immer ein Stückchen Leben. Doch wollen Sie mir nun eine Tasse bereiten? Ich erzähle Ihnen dabet wohl von dem, wa» ich durchlebt.'
Bald war der Theetisch bereitet. Während die Flammen im Kamin prasselten und der Theekeffel sang, im friedlichen Licht bei Hängelampe, erzählte Johanne» bann von ben grausigsten Stürmen, bie dar Menschenleben bedrohen nnb von den.Erlebnissen während seine» Fortsein». - •
Al» er erschöpft schwieg, nahm er die Taffe Thee, die Rose ihm reichte nnb trank fie ohne atznsetzen. Dann ergriff er bie Haub de» jungen Mäbchen», brückte sie fast zärtlich nnb sagte: .Gute Nacht, Rose, liebe Rose. Ich will jetzt zur Ruhe gehen; ich bin sehr wübe.'
Sie schaute ängstlich in sein bleiche» Gesicht nub nickte ihm eine Gute Nacht zu, währeub fie besorgt eine heißen Händ- fühlte. Dann ging er nnb Rose rüg Alessandro auf bie Nackt über abwechselnd mit Clewento im Neben,tn>» er von de» Padroue» Schlaf, tzewach zu wache,, da er krank zu fein scheine, sowie etwas Vorfälle oder der Konsul fich unwohler ühle, wünsche fie sofort geweckt zn werden.
Die Nacht verging jedoch ungestört. Al» Rose am nächsten Morgen, ftüher al» sonst, in da» Speise- zwwer trat, sah fie, wie der Diener soeben Herrn Löben» Schlafgemach verließ. Sie rief ihn an nnb
: Ztg." rechtfertigt in einem Leitartikel den Elberfelder : Prozeß und widerspricht, daß derselbe eine Folge bei Sozialistengesetzes fei. Lediglich die revolutio-
: träten Umtriebe der Sozialdemokratie haben den : Prozeß hervorgerufen. Der Vorschlag, durch die : Schaffung eines internationalen Arbeiterrechtes der i Sozialdemokratie den Boden zu entziehen und eine , freie gemäßigte Arbeiterbewegung hervorzurufen, fei ■ unbrauchbar. Gerade angesichts der in diesem ■ Sommer zu Paris erfolgten neuen Verbrüderung der l internattonalen sozialrevolutionären Strömung er- 1 scheine nicht nur der Erlaß, sondern auch der Fort- ' bestand der im Sozialistengesetz geschaffenen Abwehr- ; maßregeln mehr al» gerechtfertigt. Der Elberfelder Prozeß habe zu dieser Rechtfertigung an seinem Teil beigetragen.
— Ueber ben Verlauf bet Influenza in Berlin schreiben heute die „Berl. Klin. Wochenschr.*: Soweit eS möglich ist, auS persönlichen Erfahrungen und den Angaben von Kollegen Schlüsse zu ziehen, scheint die Influenza in Berlin in der letzten Zeit an Ausdehnung etwas nachgelassen zu haben, während, wie die» auch von auswärts gemeldet wird, die Fälle mehr hervortteteu, in denen Abweichungen von dem typischen milden Verlaufe Vorkommen. Teil» find die Erscheinungen von vornherein heftiger, sowohl die nervösen als die katarrhalischen oder gastrischen Beschwerden ausgesprochener und andauernder, teils gesellen sich Komplikationen und Nachkrankheittn, namentlich katarrhalische Pneumonien (Lungenentzündungen) hinzu, teils auch, und dies scheint jetzt besonders häufig vorzukommen, wird die Rekonvaleszenz durch Rückfälle unterbrochen, die oftmals einen bedrohlicheren Charakter tragen als die ursprüngliche Erkrankung. Dies gelangt namentlich da zur Beobachtung, wo die Patienten sich allzu rasch, ohne den völligen Erfolg abzuwarten, wieder neuen Anstrengungen und Schädlichkeiten (Erkältungen, Diätfehlern) auSsetzen. Auch diejenigen Fälle, in denen die von Influenza Bettoffenen die Sache anfangs gar zu leicht nahmen, zeigen oft einen verschleppten Verlauf und führen dadurch zu einer viel bedeutenderen Konfuwptton der Kräfte.
Drachenberg, 4. Jan. Se. Majestät der Kaffer ist gestern abends 6 V* Uhr hier eingetroffen und von dem Fürsten Hatzfeld am Bahnhofe empfangen worden. Aus der Fahrt nach dem fürstlichen Schloß wurde Se. Majestät von der zahlreich zufammengeströmten Bevölkerung mit jubelnden Zurufen begrüßt. Abends wohnte der Kaiser dem Diner bei, zu welchem zahlreiche Gäste geladen befragte ihn über da» Befinden de» Konsul». Alessandro zuckte die Achsel» uud sagte, der Padroue ,abe ihm soeben den Auftrag gegeben, deu Vorsteher feine» Bnreaus zu benachrichtigen, daß er henk nicht erscheinen könne. .Und bann soll ich die Eignorina bitten, wenn die kleinen Siguorine Carla nnb Lina anfgeftanben stob, fie zu dem aier padron zu schicken.' n Rose nickte nnb fragte: .Hat Herr Löben ge» wünscht, daß nach bem Arzt geschickt werbe?'
Der Diener verneinte.
,So mögen Sie bei Signor Catutti dorsprechen nnb ihn bitten, tm Laufe be» Tages herzukommeu.'
68 war bereits gegen Abend, al» der Arzt tublich kam. Da» Fieder bet dem Kranken begann n steigen. Doktor Catutti beobachtete nnb unter, seinen Zustanb genau nnb sagte enblich mtt »edeuklicher Miene, baß fich hier ein typhöse» Nerven- lebet zu entwickeln scheine. Er fragte, ob bet Kranke ™ fixerer Zett heftige Gemütsbewegungen gehabt ober fich einer zu austreugenben Thätigkeit hinge, geben habe. Nachdem er ein Rezept verschrieben und
Anordnungen getroffen, versprach er, am »ihWen Morgen in aller Frühe wieder zu kommen. Für die Nacht wollte er einen Krankenwärter schicken, da es nötig sei, daß stet» jemand in der Nähe de» Kranken bleibe.
Bald, nachdem bet Arzt sich entfernt hatte, wat Johanne» in einen unruhigen Schlaf gefallen. E» mochte nahe au Mitternacht fein, als Rose noch eintnol, ehe fie sich zur Ruhe begab, an da» Kranke«, jtett trat nnb ben ««gleichmäßigen, kurzen Atemzügen lauschte. Dann wandte fie sich an ben Pfleger, ihm i eife bie größte Sorgsamkeit auempfehlenb, al» ber Kranke plötzlich erwachte. Er richtete fich im Bett auf, die glänzenden Augen wett geöffnet, bie fieber, 1 leigen Haube gegen bie brennende Stirn gepreßt, 1 nnb starrte zu bem fremden Manne hin, mit so ent» i ktztem Ausdruck, als sähe er ein gräßliches Gespenst. HB Rose zu ihm ttat nnb ihre kleine kühle Haub ängstlich forscheub auf bie feinen legte, da wurde sie
ItWttt - Xassav.
Marburg 6. Jan. Es liegt mir ein Buch im Manuskript vor, in welchem durch einen Mann namens Christoph Zollinger für eine Reihe von 19 Jahren, nämlich 1772 bis 1790, ohne jede Unterbrechung die täglichen Wetterbeobachtungen verzeichnet wurden. Dieser Mann wohnte in Heiligen- haus, Amt Raittngen, an der Otter deck, im ehe.
festgehafteu und Johannes bat mtt halblauter, granenerfüllter Sttmme: .Schicke ihn fort, bitte chicke ihn fort! Er will mich anch in da» Irrenhaus »ringen zn den Tobsüchigen.--Ah, da kommen
!e*, schrie er dann auf, .wie ihre Augen glüteu und ihre Hände brennen I Sie wollen mich mitnehmeu! Und Arianna lacht, hahaha! Nun bringt fie mir die Zwangsjacke. Aber leide ti nicht; hilf Du mir — Rose!' — Er sank bewußtlos tu die Kiffen zurück.
In quälender, namenloser Angst bemühte fich Rose nm deu Kranken. Sie erneuerte die EiSnrnschläge, lößte ihm einen Löffel Medizin ein und winkte dem Wärter, fich in baS Nebenzimmer znrückznziehen.
So verbrachte fie eine Nacht voll unsäglicher °G.-»ls °m nächsten Morgen ber Arzt kam, sah fie bleich nnb ermattet ans. Sie erstattete ihm genauen Bericht Über ben Verlauf ber Nacht nnb er timmte ihr bei, baß ber Krankenwärter baS Han» wieder verlassen müsse, wenn schon fein Anblick ben $atieiüen in so große Aufregung versetzte. .Aber Sie, Signoriua, werben allein eine so onfbengenbe pflege nicht aushalten können. Sie sehen heut beretiS bleich nnb abgespannt ans.*
.DaS hat nichts zu sagen', entgegnete sie lächelnd. .Ein Gang durch den Garten wttd mich wieder er, rischen. Auch habe ich soviel hilfteiche Wesen zur sette als ich irgend wünschen kann. Daß jede Ihrer Anordnungen aber streng pünülich befolgt wird, dafür »ürge ich Ihnen, Signor dotiere.*
Nun tarnen lange, traurige Tage nnb qualvolle' Nächte. Rose genoß nur in ben Mittagsstunden eines kurzen Schlafes, um niemals zn fehlen, wo man ‘ hr" bedurfte. Die beiden kleine« Mädche« waren itzt fast gänzlich der Sorge ihrer Sonne anverttartt. ^.nnoch überwachte Rose genau, ob ihre TageSetn- teiluug streng tune gehalten wurde nnb fie stets mU» entsprechen!» beschäftigt waren.
Die zahlreichen Besucher würben sämmtltch vom wrtter abgewiesen, ber Über baS Befiubeu des Konsul»
Auskunft erteilte und denen, die ein Beweis ihrer
waren. Die Tafelmusik wurde von dem Musikkorp» des 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 50 ausgeführt. Heute früh 81/» Uhr erfolgte der Aus. bruch zur Jagd.
Arrsiarr-.
Wien, 4. Jan. Die mittags im Ministerrats, Präsidium zusammengettetene Konferenz über den Ausgleich zwischen den Deutschen und den Zechen beschloß, bie Details ber Beratung als vertraulich zu betrachten und als einzige Mitteilung über den Verlauf der Beratungen folgendes authentische Kommunique zu veröffentlichen: An der heutigen Konferenz nahmen die Minister Gras Taaffe, Baron Prazak, Baron Gautsch, Marquis de Bacquehem und Gras Schönborn, sowie bie deutschen und zechischen Delegierten teil. Gras Taaffe begrüßte die Versammlung, danfte den Anwesende» für ihr Erscheinen, gedachte sodann des Ablebens de» Fürsten Carlos v. Auersperg und bat den Gefühlen der Trauer durch Erheben von den Eitzen Ausdruck zu geben. Plener brachte namens seiner Gesinnung», genossen bie bekannte» Wünsche der Deutschen vor. Hieraus entwickelte sich eine Art von Generaldebatte^ an welcher teilnahmen die Fürsten Schönburg und Lobkowitz, ferner Schmeykal, Rieger, Scharschmid, Gras Clam, Hallwich, Matausch, Schlesinger, Zeit- Hammer. Fürst Lobkowitz erklärte namens seiner Partei, daß fich dieselbe in der nächsten Sitzung punktweise über die einzelnen Forderungen äußern und ihrerseits diejenigen Punkte mitteilen werde, welche sie int Interesse der böhmischen Nationalität zur Sprache zu bringen für nötig halte. Mit diesem formellen Vorgehen erklärte sich die Der- sammlung einverstanden. Die nächste Sitzung findet morgen statt.
London, 4. Ja». General Evelyn Wood, welcher bei der am 7 August v. I. in Aldershot vor. Sr. Majestät dem Kaiser Wühelm stattgehabten Truppenrevue ben Oberbefehl führte, hat von Seiner Majestät dem Kaiser einen Degen in reich mit Diamanten besetzter Scheide erhalten.
Marburg, sste ---------
dition 2*/4 Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. _ W VVtt ,
Dienstag, 7. Januar 1890 p m Jahrgang,
10 Pfg., Reklamen für bte Bette 25 Pfg. Daube u. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, fcoriX