Margarethe.
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6« zuckte um seine Lippen, ein luibrxd tiefer Mmng lag auf tem dunklen Manne»zesichte, | die Jahre wenig angehabl hatten; nur in da» M schwarze Haar drängten sich Silberfäden. '! Er war in Vie Laube getreten nnd hatte sich
m ihr gesetzt, dann faßte er ihre Hand und in Michern Ton — sie ahnte nicht, welche unsäg- : Rühe es ihm kostet-, die tiefe Erregung zu «pfen, die sich seine» ganzen inneren Menschen
,E» hat mir aufrichtig wehe gethan, Sie so
* er geprüft wieder zu stnden! — Von dem Tode I Gatten,' setzte er hinzu, al« sie auch jetzt SttckekH ^Wort erwiderte — sie konnte nicht sprechen
*• f-.bin ich zwar, wenn auch nur ganz formell, von “e“£ tfrieden benachrichtigt worden, mit der ich, Ä ich ihr vor einigen Jahren meine Käthe ge» Wen, auf gespanntem Kuße lebe. Unter welchen i iünden Augustin starb, schrieb sie mir nicht. 0. i ich dann vor einigen Tagen hier einttaf, um ihal, • mir übertragene Professur an der hiesigen i derfität zu übernehmen, erfuhr ich jedoch bald ■g deinem Schrecken von dem fürchterlichen Geschick t» Gatten. Selbstverständlich erkundigte ich mich ■M sofort nach Ihnen, »der Niemand wußte mir ••jtgen, wohin Sie gegangen, da die einzige Person, . Geschäst»fÄhrer Herr Leopold Werner, der nm iTriii* neues Domizil mußte, in da« Lutland ge« 1-f»' 8m, und schon beabsichtigte ich, in einem polizri- chstr. v 6 Meldebureau Nachfrage zu hallen, da sah ich
hier — wie betroffen ich war, können Sie sich
denken," fuhr er fort, immer in biesem ruhigen freundlichen Ton, der ihr nun endlich auch da» geistige Gleichgeivicht wiedergab. „Anfang« konnte ich mich in den Gedanken gar nicht finden, und mein Freund mußte mir wiederholl seine Ver sicherung geben, ich habe in Ihnen wirklich die Sittwe meine» Vetter» gefunden — ich glaubte immer noch nur an eine Lehnlichkeit — und dann —
.Und dann,' unterbrach sie ihn und ihre Stimme bebte — „und bann suchten Sie da» Loo« der Unglücklichen denkbar zu verbessern. O, Johanne«, wie soll ich Ihnen danken — und doch, da« Opfer erdrückt mich fast.'
Wine Molke hatte sich über sein Lntlitz gebreitet, e« war, al» wenn er hastig auffahren wollte, sich dann aber wieder eine» Besseren besann. Er hatte einen Blick gethan in die Lugen Margarethen» uxd sie traurige Achtlosigkeit in ihnen ließ ihn schnell Zorn und Erregung Niederkämpfen, einem so großen Unglück gegenüber mußte jede Empfindlichkeit fäeinben
„Margarethe, Sie vergessen ganz, daß ich der nächste Verwandte Ihre» •alten bin — und daß Sie ein Recht dazu haben, von mir zu verlangen, wo« ich freiwillig gethan habe. Ich brachte auch kein Opfer, denn meine äußere Lage ist eine glückliche — sprech« wir also darüber nicht mehr; e» giebt für uns über die» so viel wichtigere Themata . • . Daß ich meine Käthe, seitdem sie schulpflichtig ist, bei mir habe, sagte ich Ihnen ja wohl schön?'
„Wenigsten« beiläufig, und ich freue mich dessen mh ganzem Herzen,' sagte Margarethe.
„Ich erfüllte ja auch nur eine Pflicht,' erwiderte er, „wat kann da» Kind für die Schuld der Mutter? Und es ist mein Kind, Margarethe, da»
Hub hierdurch noch geschärft wurde, lotete uemöglich länger fortbeneni, Wen bet preußische Staat feixet vollen llxabhäugigkeit sich erfreue» sollte. Bat doch 6ot Kurzem bet Versuch gemocht worben, die Einheit bet Nation in dem Hause Habsburg zur Darstellung zu bringen. Die Bunde» füksten, bet 8xxbe»tag schiene, sich dem »u sägen. Der gordische Knoten bei deutsch!» SerwKtlxxgex konnte nicht gelöst, er mußte zerhauen werden. Die« koonte nicht uster- nommen werden ohne Gefährdung bet eigenen Existenz — auf diese Gefahr hin wurde e« nnt-rnommr». Aber dank der AxSbilduog, welche eine lange voran», rechnende Sorge bet Legierung dem militärischen Geiste bei Volke» und bet Armee verschafft hatte, gelang e» vollkommener, al» man je erwartet hätte. Der einzige S»xbe«staat, der fich de» wirksam entgegensetzte, wurde vernichtet. Dem alten Nebenbuhler wurde kein Fuß breit Lande» exttifiex; aber ein neuer Bund wurde geschloffen, her den Einfluß desselben auf da» übrige Deutschland abschnitt.
Der Sieg von Sadowa eröffnete eine neue Sera für die Politik der Belt; nicht alle Welt aber ocerptirte denselben. Noch immer wollte Frankreich de» Einfluß nicht entbehre», welche» e» stützet i$ Deutschlaub aulgeübt und den e» zu Anfang de», selben Jahrhuusert» beinahe z» einer wirkliche» Oberherrschaft aulgebilbet halte. E» hoffte »och immer, die Niederlage», die e» danach erlitten, durch eine neue Erhebung Wett z» mache». Man hat später erfahren, wie lief da» noch immer a»f die Zersetzung ix Deutschland wirkte: alle Hoffnxxgen, die alten Zustände wieder herznstellen, schlosse» sich a» Krank' reich. A» und für sich hätte» die beide» Nittiom» Wohl »ebeneina»der bestehe» kt»»e». Unau»gesetzte Eifersucht ober bewirkte eudlich einen Bruch, der zum Kriege führte, in welchem die Monarchie Friedrich» he» Großen de» Sieg über die xopo leouische» Te»dc»zen und ihre Streitkräfte davon- trag. Hierdurch erst wurde die volle Unabhängig- leit gesichert. Ba» die politischen und militärischen Führer der letzten Jahrzehnte geträumt, wurde vollendet. E» liegt die größte Befriedigung de» Selbstgefühl» einer Nation darin, Wenn fie weiß, daß auf Erden kein Höherer über ihr ist. Gleichsam vor selbst geschah e» dann, daß die preußische «ouarchie fich zum deutschen Leithe erweiterte; alle Die, welche den Sieg hatten erfechten helfen, »ahme» Theil a» bet »e»e« Gestaltung.
Drei kriegerische Handlungen, bereu wehre Ursache in der Entwickelung bet inneren Kraft lag, deren Beginn und Gang jedoch nicht ohne den Vie an»
würtigen Geschäfte leitende» Minister vollzogen werden konnte, w.'lchet die Einheit bet J»ee in fich selbst trag und ix jebem Momente der Differenz!» gegenwärtig erhielt. Die größte i»tellekt»elle Fähigkeit hotte fich mit de» »»ioerfale» Interesse ibcxtificitt. N.thwenbig fiel ei ihr zu, da»» auch de« Friede» 1» leite», die allgemeine Lheilxahme an bei Besorgung der öffeutliche» Augelegenhette» Verfassung« mäßiz zu ficheru. Noch weniger al» bisher könnte ich hier auf eine Einzelheit eiugehen; ich will nut beim Allgemeinfie» stehen blkiben, ohne die Jnuxgra zu berühre», die ba»» ein trete» mußte» u»b ei» geriete» find. Da» voraehmste Objett von alle» iß die Orga»isatto» der nationalen Institute, welche dem entspreche» mußte, was in den europäischen Staate» überhaupt die maßgebende konstitutionelle Idee geworden ist, zugleich aber da« Verdienst hatte, da« Volk selbst in feiner liefe zu ergreifen und heran zuziehen. Da« gehörte uns einmal zu dem Ganzen bet Umwandlung, die sich vollzog. Bit find inmitten derselben begriffe». So widerwärtig und »er- abscheuenswürdig die AuSschreitunge» sind, die dabei »an» und wa»» vorkomme», so läßt fich doch erwarten, daß die Velleitäte» de» Umstürze» durch de» Gedanke» bet allgemei»e» Umfassung und Entwickelung aller Kräfte znrückgedrängt werde».
Aber noch etwa» Andere» »ächte ich von meinet Seite in Erinnerang bringen. Die Wissenschaftlichen Studien, die »ie in größerer Ausdehnung in Deutschland geblüht hoben al» heutzutage, bedürfen le» Frieden«, den» nur au» langjähriger Anstrengung und Arbeit der Gesammtheit und der Einzelnen können grrße Lesuliate hervorgehen. Eine solche Epoche ist te» deutsche» Geiste i» de» Jahre» feit dem letzte» große» Kriege genährt worbt» — ebenfalls hauptsächlich durch da» Lerdieust de» Staatsmannes, bet i» jedem Augenblick be» kriegdrohendex Impulsen extgegexriat uxd, indem er fie zurückwie», zugleich eine Art von Vorsitz ix de» europätschex Rathe davon getragen hat.
Noch ist aber auf diese» Wege viel zu thun übrig. Du» innere VerstänLniß in der Nation selbst muß vollendet, die äußere Stellung nach ollen Seiten hin gesichert werben. Wen» man den siebzigsten Geburtstag Bismarck'» feiert, so geschieht da» nicht allein ix Bewunderung dessen, wa» durch ihn geschehe» ist, sondern ix bet Erwartung, daß die Gründungen, die feixe» Kaiser xxd ihm gelungex find, für alle Zu kunst bestehen und für Jedermann die erfreulichsten Früchte, nicht der Luhe, sondern der Thätigkest hervorbringe» Werben. Da» walte Gott l
Deutsches Reich.
' Berki», 18. Dezbr. (Tage»bericht.) Se. Majestät bet Kaiser empfing heute btn Chef be» Cioilkabiuet« und den Fiuauzministet zum Vorträge. Nach der Abendtafel wohnten die Rojestäten einer theatralischen Aufführung iw Neuert Palair bei. — Die Abreise de» bisher in türttschen Diensten befindliche» deutsche» Offizier», Ftht». v. d. Goltz, ist unter beso»dere» Ehrungen in Lcustantinopel erfolgt. Freiherr v. d. Goltz wäre vielleicht gern in okmaui- scheu Dienste» gebliebe», aber «xter de» heutigen trübe» Zustände» Hot feine Arbeit i» der Thttt wenig Zweck.
* (Znm vorgestrige» Besuche de» Kaiser» beim Fürste« Bismarck) lese« wir »och in der „N.-Z.': „Der Entschluß de» Kaiser», de» Fürste» Bismarck i» Ftiedrich»ruh zu besuche», wat, wie Wit höre», al» der Kaiser Berit» verließ, hier Niemandem betauet; dem Gefolge würbe erst bei bet Lßckreise von Altona auf dem dortige» Bah»- Hofe »itgetheilt, doß der Zug in FriedrichStuh halte» werde. Die Begrüßung daselbst machte auf Augra- ieuge», welche auch bei den früheren Begegnungen anwesend waren, den Eindruck besonderer Herzlichkeit. Fürst Bismarck wat bei der Tafel sehr vergnügt und bekundete die» u. A., al» er zum Schluß eine» Wei» komme» ließ, de» er, Wie er sagte, vo» seinem Freunde CriSpi erhalte» habe. 6» ist mit gutem Graude a-zunehmex, daß die Unterredung, welche der Kaffer und Fürst Bismarck ohne Zeugen hatten, sich hauptsächlich auf die orientalische Angelegenheit bezog.
** (Prinz Friedrich Leopold.) 3« feierlicher Eetemoxie ist Prinz Friedrich Leopold al» Großmeister der Große» Laube» Loge installirt werbe». Der Prinz ist damit der Nachfolger de» Kaiser» Friedrich geworden, der diese Würde al» Kronprinz lange Zeit bekleidet hat. Wen» erst jetzt wieder ei» Mitglied be» Hoheuzollerahause» diese höchste Würde besitzt, so ist die» dem U«sta»de zuzuschreibeu, daß Prinz Friedrich Leopold al» der augenblicklich einzige Freimaurer unsere» Kaiserhauses die verschiedenen Grade zunächst durchlaufen mußre, bi» et für da» Amt be» Großmeister» in Frage kommen konnte.
* (Behandlung der Sozialdemokratie.) Au« Anlaß des Besuche» de» Kaiser» in Fr edrichSruh bringen die „Hamv. Nacht.', bekanntlich da» Organ de» Altreichskanzler», einen Ariikel über die Fruge bet Behandlung bet Sozialdemokratie. 6» heißt da: „Man hat in» ost »«geworfen, daß wir zur Heber«
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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
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verantwartlicher Debatten: F rieb rich L» lb ntzktz in Marburg. Sprechstunden der Redattion: 10—11 Uhr Bamitiagl.
Zum QuirlMcchskl
Ansere sPost - Abonnenten ersuchen wir, m der Festzeit die Erneuerung der gs-Abonnements häufig versäumt wird, Postanstalten dann auch mit Arbeiten u find, eine nicht rechtzeitige Be- mg aber die regelmäßige Weiterlieferung Zeitung unterbricht und die Post für ieferungen ein besonderes Bestellgeld t, dLeubestellungen für;das Quartal des neuen Jahres schon in nächsten Tagen bei ihren Post- zstalten, Postagenturen oder «dbriefträgern aufgeben zu wollen.
Die Exped. bet „Oberh. Ztg'
Ranke über Bismarck.
* Sie „Gartenlaube' veröffentlicht i» ihrer ste» Nummer anläßlich der hundertjährige» Letkeht de» •eb»ti»tage» Leopold» von ite einige bisher »»gedruckte Etiu»era»ge» a»S i Lebe» de» große» Historikers, denen folgest ei dl Ranke'« über den Fürste» Bismarck e»t- »es iß. Dasselbe ist au» Anlaß be» 70. Ge- ItageS be» Fürste» abgefaßt. E» heißt darin: Glücklicherweise greifen die innere» Impulse re« Kaiser» und feixe» Kanzler, so vollkommen «ander, daß eine Differenz der Tendenzen inner.
de» Kreise», ben die Regierung aukmacht, nicht mmen kann.
$a8 Wichtigste, bet Gedanke, von dem die tische Bewegung autging, ist ein gemeinsamer; preußische Staat mußte von de« Druck, welchen «rwättigex Berhältxiffe ihm auferlegten, befreit m. Der dänische, der österreichische und der iisische Krieg find daran» gleichmäßig hervor ugeu. Dem Einfluß dner fremden Natioualiiät da» nördliche Deutschland, der auf eine» chischen «erhältniß beruhte, welche» eben unter- Heu wurde, mußte ein Ende gemacht werden, i die Nation jemal» ihrer Einheit inne werden v Aber der Hader, der zwischen den beiden in j Nschlaud oorwaltenbeu Potenzen lange bestand
Erschmxt «Lglich <n*r an BtrS<|«n nach Same- und
sx- Ä’ÄS-Ä Sit S Marburg,
Freitag. 20. Dezember 1895.
AiHeiß« nimmt entlegen die 8rpeviti»n diese« Blatte«, sewie die Xxn»n«n - Bnreaxr v»n Haasmstein x. Magier in wv Frankfurt a. 9t., «afsel. Magdeburg xxd »lex; Rudolf ÄJLÄ. rZayrg Mosie ix Frankfurt a. M., Berlin, München n. Köln; G. L.
Taube x. «e. ix Frankfurt a. N., Berlin Hannover, Pari«.
ein Recht besaß, Vaterliebe und Vaterzärtlichkeit zu fordern — um so mehr — al» — keine zweite Mutter ihm zur Seite steht.'
Warum zuckte e« plötzlich um Margarethen» Lipp.n? Sie hatte immer gedacht, er würde sir doch wieder vermählen; freute es sie so, daß m nicht geschehen? Johanne« halte wohl bemerkt, wa» in ihr vorging, xno e« leuchtete freudig auf in seinem Blick, aber er sagte kein Wort, ba« auch nur im Entferntesten hätte «erraten können, was er nun seinerseits dachte, er faßte auch nicht ihre Hand, sondern ruhig, in gleichgilttgem Tove erzählte er ihr von den reichen Talenten feine« Kinde», von feinen kleinen Charaktereigenthürnlichkeitra, bi» sich da» Gespräch wieder in andere Bahne» lentte und Margarethe nun der Eltern Tod erwähnte und der vielfachen Veränderungen in der Familie, die diesem Ereigniß vorau«gegangen — ganz von selbst kam man da auch auf den alten guten Direktor z» sprechen, der den Ettern schon fünf Jahre früher in ba« Jenfeit« voraurg^angen, nachdem er wenige Tage vorher fein fünfzigjährige» Dienstjubiläum gefeiert, uub nun erfuhr Margarethe zum erstenmal, daß Johanne« Herder den Direktor in seiner letzten Krankheit gepflegt, daß da« Ver- hälrittß der beiden Männer zu einander mit der Zeit wieder ein sehr freundliche« geworden und auch bi« zuletzt geblieben war.
So in lebhaftem Gespräch reihte fich Minute in Miaute, Schwester Agathe kam mittlerweile auch zurück; fie war eigentlich lange fortgeblieben. Margarethe fiel da» jetzt erst auf, und nun erhob sich auch Jehanne«: ,E» ist die höchste Zeit für mich, ich habe um elf Uhr schon mein erste» Kolleg >u lesen und wenn ich auch den Weg bi» zur Universität per Droschke zurücklege, so nimmt
es doch immer eine gute Viertelstunde in Anspruch."
Er hatte Margarethe die Hand gereicht, sehr freundlich, aber auch nur freundschaftlich — dann »erließ er fie, mit dem Versprechen freilich, bi» zu dem Tage, an dem die Operation vollzogen werden sollte, täglich wiederzukommen. Sie nahm die» Versprechen mit glücklichem Lächeln, e» war ihr» al« wenn nun die Zukunft nicht mehr so grau und düster vor ihr lag.
Und zum ersten Mal feit langer Zeit ruhte wieder der Auadruck heiterer Zufriedenheit auf de« jungen Gesicht, trotzdem die Wett um sie herum in dunkle Nacht getaucht war, sie scherzte sogar und erzählte Schwester Agathe lustige Episoden au« ihrem Mädchenleben, von Kämpfen in der Seele sprach sie ben ganzen Tag nicht mehr. E» schien, der Gedanke, Johanne« Herder t ie glückliche Wendung in ihrem Geschick zu verdanken, hatte aufgehört, eine Demüthizung für sie zu fein, und al« gegen Abend Lie«chen Braun kam und erstaunt war, Madame in so veränderter Umgebung zu finden, wußte fie gar nicht, wa« Liebe« und Gute« fie dem Kinde kille« erweisen sollte.
Von diesem Tage an hielt denn auch alle Tage Vormittag» die Droschke Doktor Herder'» vor der Heilanstalt be« berühmten Augenärzte«, ja, ein paar Mal hatte Johanne« auch fein Töchterchen mitgebracht, und die kleine Käthe, ein bildhübsche« Mädchen von dreizehn Jahren, schmeichelte sich schnell in da« Herz der blinden Frau, die ihr so sehr leib that. So verging bie Zeit wie im Fluge unb doch jatte sich wieder eine leise Wehmuth in die Hefter- teil Margarethen« geschlichen — wo bie Ursache dazu lag, darüber gab fie fich keine Rechenschaft; — fie wolle ja nicht in ihrem Herzen, fie wollte