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Die Botschaft des Präsidenten Cleveland.

♦* Der Präsident der Vereinigte« Staate» vo» tzrdamerika, (tleoelaxb, hat in feixet Jahresbotschaft, dir er de» Äoxgrtffe a« vorigen Dienstage hat zn. phen lasse«, fixen scharfen Vorstoß gegen die deutsche tzaudelkpolitik gemacht, «ei der «esprechnxg der tzaxdelrbeziehnxge« zn Dentschland bezeichnete et ,die deutschen Schutzmaßnahmen gegen die Einfuhr ton Vieh und Nahrungsmittel» als umso »ehr ärger»ißerregeu>, da kein europäischer Staat so vorsichtig dieNahrangrmitielaaSfah: überwache »je Amerika". Weiter heißt e»: „Die geschäftliche rxSschließuxg amerikanischer Versicherung»' zesellschafte» in Preuße« werde engherzigen, listige» nnb unvorhersehbare« Einschränkungen zuge- schriebe». Trotz aller a«frikaxischen Nachsicht solchen Maßregel« gegenüber, brauche »an dennoch eine na- gerechte Differenzirnxg und vexatortsche Beschränkung licht stillschweigend hixzuuehmex. Sollten ähnliche Segexeinschräxknnge», wie sie dem ameHtani- cheu Handel anfgebürdet worden seien, bei Prüfnng I da Sachlage räthlich erscheine», so sei der Weg zur ßlSff»u»g derselbe» leicht. So lange die Nothwexdig Kit dazn dem Bolksgefühle widerspreche, müsse ma» sich jedoch hüte», solche Politik leichthin ,n beginnen, d« ei« derartige» Vorgehen naturgemäß ernste Folge» habe« könnte.'

Die Vorwürfe, die der Präsident hier gegen Dentschland erhebt, find durchaus unberechtigt. Sie sind um so verwunderlicher, al» Amerika selbst e» »ar, das uu» zuerst gerechtfertigten Anlaß zu Be tzwerdeu gab, weil eS den deutschen Zucker einer differenziellen Behandlung, das heißt einer ungün­stigeren, all den der übrigen Staaten, unterzog, wo durch unser bedeutender Zuckerexport nach Amerika lahmgelegt wurde. Dal ist von Elevelaud selbst in seiner vorjährigen Botschaft anerkannt worden.

Margarethe.

Original-Roman von M. Widdern.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Sie hatte dem Kmde eine kleine Silbermünze in die Hand gedrückt und dadurch einen Jubel hervor- gerufen, welcher schier endlos schien; die Kleine mar gewiß nicht verwöhnt, mit der geringen Gabe Hütte sich Grethe ihr ganze» Herz gewonnen.

In der Großstadt werden die Kinder schon recht früh nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft, besonder» Kinder de» Proletariat», der armen Arbeiterfamilien, deren Häupter Mann und Frau den ganzen Tag außerhalb de« Hause« beschäftigt sind «mb dadurch gezwungen werden, die Sorge für die Wirthschaft auf die Schultem der Kleinen zu legen. Auch unsere neue Bekannte, Lieschen Braun, wie fe sich nun Margarethen vorstellte, gehörte zu diesen Frühreifen: Schon mit nenn Jahren besorgte le allein, während der Vater al« Steinträger arbeitete und die Mutter bei der kronprinzlichen Wäsche angestellt war, die ganze Wirthschaft Sie reinigte die Wohnung, besorgte da» Mittagessen, welche» den Eltern von den roch kleineren Kindern üach den Arbett»stätten getragen werben mußte, Unb fand bann noch neben der Erfüllung ihrer Schulpflichten genügend Zeit, defekte Wäsche zu Rden und mit Atterrgenosstnnen zu plaudern- t Da» kleine Dina machte sich nun auch sofort bei ihrer neuen Nachbarin nützlich. Die wenigen Einkäufe wurden in der Nachbarschaft besorgt — le zündete Feuer in bei Kochmaschrne an unb hals Margarethen den Kaffee bereiten, wobei sie ihrem Entzücken Lu»bruck verlieh über die wunbervollen Eeräthschasten in Madame» Küche. Ganz und gar

MchM MW.

Wöchentliche Beilage«: Kroisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Marburg,

Ri« S m, M a« Mtadroi Wi. («tf. o Z y 4on,

aeM««ft) ffc m« Sonntag, 8 Dezember 1895.

,tz« kam ItexÄ 10 Wfc, Reklame« ftr m« seit« s» Bf«. “__

Luzeigeu nimmt mtgegen bi« Erpeditioa diese« Blatte», sowie bk Annoncell-Bxreaxr von Haasmstein «. Bögler in Fraukfxtt a. M., Eaffel, Magdeburg und Mm; Rudolf Mess« in Frankfurt a. M., Berlin, München «. Köln; S. L. Laub, u. So. in Frankfurt a M., Berlin Hannover, Bari».

XXX. Jahrg.

! Erstes Blatt.

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Der Präfideut hat damals sogar be* Kongreß brixgenb empfohlen, die dahingehende Bestimmuxg bei Tarifgesetzes zu beseitige«. Trotzdem ist Alles bei» Alten geblieben. Dentschland würde also nur Gleiche! mit Gleichem »ergehe«, wenn e» ebenso handelte.

Die zollpolitische« Maßnahmen gegen amertka Nische» Vieh und Fleisch find lediglich au» gesund- heitlichen Gründen veranlaßt worden. Die Frage bei Schutzzölle» wurde dabei gor nicht in Erwägung gezogen. E» «ar festgestellt, daß in den Vereinigte» Staate» unter de« Rindvieh Texasfieber ausgebrochen war, und da diese» Fieber sehr ansteckend ist, so war eS nicht »ehr wie unser gute» Recht, daß wir un» gegen die Gefahr schützte». Die Untersuchung del a»erika»ischen Schweinefleisches bringt ebenfalls keine diffetenzielle Behandlung mit fich. Im Uebrige» ist manchen amerikanischen Nahrungsmittel» gegen­über große Vorficht geboten. So habe» die ge­dörrten amerikanischen Aepfeisch»irte eine» gesund- heitSgefährlichen Zusatz vo» Zink erhalten. W.n» daher Deutschland die Einfuhr verbietet, so wird ihm da» Niemand verübel» können. Was nun die a«erika»ische» Verfichernnglgesellschafte» betrifft, so ist ihnen die Ausübung ihre» Geschäftsbetriebes in Preußen deßhalb untersagt worden, weil sie die Be­stimmungen, ■ die da» preußische Gesetz vo» be» ei» heimischen Verficher»»gl' Auftakte» fordert, nicht er­füllen. Wenn fich die Gesellschaften diese» Bestim­mungen »»teztoerfe» wollten, so stände ihrer Wieder zulaffung nicht» i» Wege.

Angesichts dieser Thatsache» muß eS sehr sonder- bar berühren, daß Lleveland mit «egenmaßregel» droht. Da der Präsident der Bereinigten Staate» fich jedoch auch den bedenklichen Folgen, die ei» solche» Vorgehen haben müßte, nicht verschließt, so ist zu erwarten, daß dieser Zwischenfall bei de» sonstigen guten Beziehungen zwischen den Verekigte» Staate» und Deutschland eine befriedigende Lösung finde» »erbe.

Deutsches Reich.

* Aertt», 6, Dezbr. (Tagesbericht.) Au» Hanuover wird gemeldet: Heute Bor»itiag nahm der Kaiser im Schlosse Meldungen und Vorträge ent gegen und ließ sodann die Garnison allarmiren. Später empfing derselbe eine Deputation der refor- mitten Gemeinde, welche den Dank für den Beitrag Sr. Majestät zum Ban einer Kirche abstattete Während der Frühstückltosel trug der Hannoversche

aber in Aufruhr gerieth ihre Seele, al« die junge Frau, die unter dem frohen Geplauder de» Kinde» viel von ihrer Angst unb Mathlosigkeit verloren, nun da» hübscheste kleine Täßchen, da« fie noch in ihrem Schranke vorfand, für den kleinen Gast füllte unb Lieschen noch dazu ein großes Stück Zucker in die Hand gab.

lieber alledem war e» Abend geworden, die Eltern der Kleinen mußten jeden Augenblick nach Haufe kommen; zum ersten Mal erinnerte sich Lieschen mit Schrecken daran — denn auch zum ersten Mal hatte sie über anderen Dingen die eigenen Pflichten vergessen. So setzte sie denn schnell da» bald ge­leerte Täßchen auf ein Marmortischchen unb empfahl sich für heute.

Die Thür schloß sich hinter ihr unb Margarethe war alleüi. Anfangs suchte sie sich bie Zett bamit zu vertreiben, daß sie in allen Ecken unb Winkeln ihrer kleinen Wirthschaft Umschau hielt und den Inhalt der Schränke orbnete. Dann aber, al« e* für heute absolut nicht« mehr zu thun gab, setzte fie sich in den Polsterstuhl am Fenster unb blickte hinan» auf bie Straße — aber da« Wogen unb Treiben ba unten konnte fie nicht zerstreuen — bie heimkehrenden Arbeiter erweckten keinerlei Interesse, ja, manchmal erschreckte fie sogar der Anblick wider­licher Trunkenbolde — und so wandte sie fich bald wieder ab von dieser traurigsten Seite be« Dasein« unb versenkte sich ganz in ihre Träume und Er- innerungen: fie dachte an da« verödete Vaterhaus — der theuren tobten Mutter, die man, ohne baß auch fie zugegen^ nun zur letzten Ruhe gebettet, und in leise« Weinen ausbrechend, lehnte sie ihren Kopf an die Lehne be« Sessel« zurück.

.Wozu lebe ich nur noch?" fragte sie fich und bann kam ei in unendliche» Schmerzgefühl über

Mäunergeiaxgvereiu Lieder vor, die de» vollsten Bei fall bei Kaiser» fände,. Die Sinken der Stadt waren geschlossen. Morgen Scnaakexd, früh sollte die Abreise »ach Springe znr Jagd erfolgen. — Die Kaiserin, welche bekanntlich zur Zeit bei ihrer Mutter i» Dresden weiü, stattete heute der Königin von Sachsen einen Besuch ab.

♦ (Znr MinisterkrisiS.) lieber die äußere» Vorgänge bei der .Benrlanbuxg" de» Minister« b. Köller berichtet die .StaatSbztg/: Am Sonntag hatte der Reichskanzler eine Anzahl Kollegen in seinem Palai» versammelt, um mit ih»e» die Köllerfrage zu besprechen. DaS Ergebniß »ar eil Bericht an de» Kaiser, in dem dieEntlassung Köller'» »och vordem Zusammextriit de» Reichstags gefordert »urde. Der Kaiser »ar überrascht und befahl Herrn v. Köller zu Montag ftüh 8 Uhr nach Potsdam. Die Unter rebneg dauerte sehr lange und da die Abreise be» Kaiser» (nach BreSlau) auf 8 Uhr 45 Min. fest gesetzt war, so fuhren Beide im Eonderzuge biS zum Bahnhof Friedrichstraße und setzte» die Unterredung fort. Diese führte nicht zu einer vollständige, Klärung, der Kaiser behielt fich deßhalb die Ent­scheidung vor und entsprach dem Wunsche be» Herr» v. Köller, ihn bis dahin zu beurlaube«. — Minister v. Köller wird nicht mit de« Range al» Staat!» Minister verabschiedet; er erhält aber den Charakter alS Wirklicher Geheimer Rath mit dem Prädikat Excelleuz. Vorläufig erhält er keinen Posten im Staatsdienst.

♦ (Antrag Kanitz.) Die uationalliberale Presse zeigt fich erstaunt, daß auch drei Mitglieder ihrer Fraktion, die Herren v. Hehl, Graf Oriola und Hosang, sowie der Hospitant Schwerdtseger den Antrag Kaxitz unterzeichnet haben. Die .Rat. Zig." «endet fich mit folgende» Worten gegen diese: „Der Antrag ist s. Z. vo» dem Führer der Partei, Herr» v. Bennigsen, öffentlich im Reichstag al» .gemein- schädlich' bezeichnet und dieses Urtheil ist durch die Wirkungen, welche der Antrag seitdem im Lande hervorzebracht hat, vollauf bestätigt wordeu. Er scheint un» uu»-glich, daß Abgeordnete, welche für eine vo» te« Führer ihrer Partei für gemeinschädlich erklärte Maßregel eintreteu, weiter i» der parla- mentarischen Fraktion bleibe». *

* (Zum Ausfall der Herforder Stich, wähl) sagt heute dieKreuzztg. u. 8.: Diese Stich wähl hat der konservative« Partei eine Niederlage gebracht, die, so schmerzlich fie auch vo» und empfunden wird, un» be» Trost gewähre» kann, daß die auf fich selbst gestellte konservative Partei

fie, daß fie kein Kind hatte. Wie viel freubiger wollte sie arbeiten, wenn e» für solch ein kleine» geliebte» Wesen geschähe; gleich darauf kam ihr aber doch auch wieder ein ganz anderer Gedanke: Sagt man nicht, e» gäbe Leiden, die fich vererbten von cen Eltern auf bie Kinder unb daß ber Wahnsinn zu diesen Leiden gehöre? Hatte Augustin nicht auch da» Unselige von seinem Vater geerbt, der im Wahn­sinn gestorben? Wenn sie nun ein Kind geboren und sie hätte e» auserziehen wollen unter tausend Entbehrungen und diese» Kind würde über kurz oder lang de« Vater» Schicksal geteilt haben?

Sie schauderte und nun bankte sie Gott, baß sie allein ba stand — allein i Lebte denn ihr Gatte nicht noch? War denn nicht die Möglichkeit vor­handen, daß er zu seiner alten geistigen Klarheit zurückkehren konnte? Bei ihrem letzten Besuche in der Irrenanstalt, in die man den Kranken unter» gebracht, hatten die Aerzte ja nur gesagt: „Wir können Ihnen nicht viel Hoffnung geben, wir fürchten eine Gehirnerweichung", aber fie sagten doch nicht: „Hier ist keine Hoffnung mehr!" Freilich fanden sie feinen Zustand doch so beforgnißerregmd, daß fie ihrm Wunsch, den Patienten zu sehen, unerfüllt liefen, aber morgen sollte fie Augustin doch besuchen dürfen. Wie ihr da« Herz angstvoll klopfte bei diesen Gedanken! Und dann schatt fie fich wieder ob dieser Furcht, dieser settsamen Scheu vor dem eigenen Gatten: .Müßte ich ihn jetzt gerade nicht inniger lieben/ hauchte sie, »jetzt, wo er fonamen- lo« elend ist?"

,D, mein Gott, mein Bott l"

Sie legte bie Hände über ba« Gesicht unb schluchzte so leidenschaftlich, daß fie dabei vollständig überhörte, wie an bie Thür geklopft worben, unb

nur dem geschlossene» Anstürme aller tu be« Haffe gegen die Konservatioea einige» Elemente von be» Nationalliberaleu bi» zu be» Sozialdemokraten unter­legen ist.

* (Zuckersteuerfrage.) Da» Laube»« Oekonomie • Kollegium nahm eine Resolution an, wonach da» Kollegium be» Vrunbsätze» ber Zuckersteuer­vorlage soweit vollständig zustimmt, wie dieselbe ei» Fortbestehe» erhöhter Exportprämien für so lange oorfieht, al» bie koxkuirirenden Silber solche Prämie» zahle«. Auch will bas Kollegin« dagegen keine» Wibersprnch erhebe», daß diese erhöhte» Prämie» durch eixe Auslage auf die Fabrikation uid de» Konsum an Zucker aufgebracht werde» solle». Schließlich stimmte da» Kollegium auch de« Grundsatz zu, daß bei Erhöhuug der Exportprämie» durch ein System der Erschwerung der Ausdehnung der bestehenden und der Anlage» neuer Zuckerfabrike» (Kontingentier» g) einer Ueberproduktio» an Zucker eutgegengeaibeitet werde» muß Staatssekretär Graf Poiadowrky führte au», die Erhöhuug der Exportprämien setze al» Rothwendigkeit die Kontixgentimxg voraus. Da» Gesetz habe keine»weg» einen fiskalischen Charatter unb sei lebigltch nobile officium be» Reiche» für bie Laudwüthschaft. Die Betriebssteuer käme zum größten Theil dem AuSfuhr-Prämienfosb» zu Gute; im Uebrigeu fei diese Steuer da» einzige soziale Moment, welche» da» Gesetz im Reichstag durch« bringen dürste. Der LandwirthschastSrninister Frhr. v. Hammerstein äußerte, da» Gesetz sei nicht ei» Nothgesetz, sondern ei» Kampfgesetz. Da» Gesetz fei «othweudig, wenn nicht der wichtigste landwirthschast« liebe Industriezweig vom Weltmarkt verdräugt werde» sollte. Die beschränkte «omtngenttrung sei noth« wendig, schon uw der Staaten willen, mit denen die Reichsregierung i» Unterhandlungen wegen Aushebung ber Exportprämie» stehe. Wenn Oesterreich und Fra»keeich sich zur Aufhebung verstehen, ba«» werde Deutschland auch mit der Aushebung nicht mehr zöger». Bi» dahin sei e» aber «othwendig, Alle» $u thu», um ba» Gesetz bnrchzubringe«.

** (Reform be» juristischen Studium».) Die Klage, daß i» Preußen die jungen Juristen ans ber Universität vielfach weniger gründlich studire«, all die Angehörige« anderer Fakultäten, ist nicht neu, und ihre Berechtigung wird ziemlich allgemein an« erkannt. Zur Erzielung einer beffereu Ausnutzung ber drei Studienjahre rege« die ,8. P. N." die Verallgemeinerung der »ehr praktische» Methode der juristische« uud volkswirthschoftliche« Vorlesungen, wie fie unter lebendigem gründliche«, Meinungl«

fuhr erst erschrocken auf, al» ein derber Schuh über die Diele knarrte.

Eine große, robuste, aber mit peinlicher Sauber­keit gekleidete Frau stand vor ihr. Emen Moment sah sich Grethe au» einem Paar kluger, grauer Augen aufmerksam gemustert, bann nickte die Frau mehrere Male energisch mit dem Kopfe: „Es ist koch so, wie un» der Herr Wirth gesagt, eine Dame, die in'» Unglück gekommen! Ja, jo, und es scheint einfach nur Christenpflicht, sich ihrer anzunehmm! Und Gelegenheit dazu wird sich schon genug in diesem Hau« bieten, in welchem nicht eher an die Ehrlichkeit und die Anständigkeit eine« Mitmenschen geglaubt wird, al« bi« er sich ba« gehörige Ansehen mit doppelter Schlagfertigkeit, ich meine, mit der von Mund und Hand verschafft hat. Na, und für beide Arten scheinen Sie mir nicht geboren!"

Margarethe hatte rasch ihre Thränen getrocknet. Jetzt sah fie erstaunt und betroffen in da« Gesicht ber fremden, großen Person, so erstaunt und so betroffen, daß diese hell auflachte: .Wie Sie mich ansehen, kleine» Frauchen? Hahaha! Erschrecken Sie doch nicht, ich bin ja nur die Braunen, der kleinen Liese Mutter, und weil ich Ihre nächste Nachbarin und Sie freundlich gegen mein Kind gewesen, fo wollte ich Ihnen einen guten Abend bieten und sagen, daß Ihnen die Liese aufwarten kam, wenn Sie Jemand gebrauchen, ber ba« Gröbste im Haushalt besorgt. Ich weiß von ber Wirt hin, bie meine Landsmännin tft, daß Sie bessere Tage gewöhnt sind, und da dachte ich mir gleich, Sie werben ein fo anstelliges kleine» Ding, wie bie Liefe ist, gebrauchen können. Viel Zeit hat fie freilich nicht Übrig, aber doch wohl genug, um das bißchen hier noch rnitzuschaffen.

(Fortsetzung folgt)