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triller staxd, euer stärkere« ftieft bedarf.' Sehr Eifrest äußert sich derBsrwärt»' über die Lata strophe; «»ter Xxbem schreibt er: .Der Genug. thu»«g. die wir zweifellos empfirbk», daß der Haupt- gegxer der Sozialdemokratie bei eiter Aktiv« gegen uns ix'S Stolper» gekommen ist, wischt sich doch ei» leichte» Gefühl bei BcdauerxS bei. Wir »erde« ja »tt all bex Kcpazitätex fertig »erdex, die max ux» extgegesßellen kann, aber eine» zweiten Köller bekomme« wir doch sobald »icht wieder.' Dal Blatt wird sich aber bald wieder beruhigen mfiffex, denn ihm wird voraussichtlich all Nachfolger v. Köüei'L ei» anderer Gegner extstchex.

Sehr lebhaft wird nun auch box der gesawwte« Presse die Nachfolgeftage besprschrx. Wen» einige Zeitungen Herrn von LncannS, de« bisherige» Chef des Civi!k»bi»rtk, all reuen Minister des Inner« »ezues, so kann hierzu bemerkt «erden, daß diese Nachricht falsch ist. Ferner werden genannt der frühere» Kultusminister und jetzige Oberprüfident von Danzig, v. Goßler, Graf Wilhelm Bis««ick usd de: Oberpräfide»t von Hannover, v. Branden­stein. Sicheres verlautet eben noch sicht. Ob sich aber, so meint dieKrzztg.', die Wünsche der Natisxal-Ztg.', es michte ei» Staatsmann fein, der energisch derAgrardemagogie' eutgegextrete, erfüllen werde», wird abzuwarte« sei». Wir glaube« kaum, daß die Zeit danach asgetha» ist, bei der Wahl eine! MiristerS del Innern gerade darauf ein besonderes Gewicht zn legen. TaS sei zu Allem schließlich roch bemerkt, daß der großen Oeffcntlichkeit wohl selten eine MixifterkrifiS so überraschend ge­kommen ist, wie die letzte.

Dein, : Glas (6878 ner, iO.

Eine letzte Audienz.

Von vr. F. M e l d« in Marburg.

(Fortsetzung.)

Nachdem ich nun »ach jeder Richtung wich orientirt fand und weine Uniforwstücke alle in Ordnung hatte, fuhr ich an eine« der ersten Tage iw Mai 1866 »ach Cassel und logtrte mich bei» alle» Schirmer am KöuigSplatz, dem kurfürstlichen Palai« und de« Ministerium gegenüber, ein.

Der alte Schirmer kannte seine Leute und sagte mir sofort:Sie wollen gewiß zu Sr. Königl. Hoheit I" .Jawohl,' antwortete ich, .glauben Sie denn, daß der Kurfürst hier in Cassel empfangen wird, oder muß ich nach Wilhelmrhöhe fahrens' .Ja,' meinte Schirmer,das erfahren Sie am besten vom Ministerial. Pedellen K. Wenn Sie mal hinüber in'« Ministerium gehen wollen, wird Ihnen der Herr K. da» Nöthige mittheilen.' Da» that ich. Schon um 9 Uhr Morgen« ging ich hin, und K. theille mir mit, daß Se. Königl. Hoheit höchst wahrscheinlich nicht in Cassel, sondern in Wilhelmrhöhe empfangen werde, ich solle mich nur zurecht machen und solle gegen 11 Uhr noch einmal bei ihm, R , anfragen. Da» geschah, und da erfuhr ich dann, daß ich nach Wilhelmrhöhe zu fahren habe. Ueber die Vorgänge bir zu meiner Abfahrt muß ich mm erst noch Folgende« berichten.

In Cassel hatte ich einen lieben Studiengenossm und Freund Dr. G wohnen, der von «einer An­kunft und meinem Vorhaben in Kenntntß gesetzt worden war und der an dem betteffenden Morgen rechtzeitig im Hotel erschien, um mir noch möglichst behilflich zu sein. Da« that er; aber er hatte sich auch noch vorgenommen, mir die bevorstehende Audienz al« eine keineswegs angenehme Sache dar­zustellen. In seiner originell-drastischen Weise sagte er mir:Franz, der Kurfürst ist nicht ohne, niwm

s» hätte er ei»e außerordentlich schnelle Serfere ge­macht. Al« er hier Laxdrath war, stand er ix rege« gesellschaftliche« Verkehr mit dem frühere« spanische» Gesandten, di« Bruder b;8 Freiherr» v. Stumm, der in der unmittelbaren Nachbarschaft Marburgs e »e» durch Aufkauf kleinbäuerliche» Be- fitz-s orronbirte» Herrensitz hat. Vielleicht find auf di.se« Wege die staatsmännische» Talente de« Herr» Trott zu Solz zur Anerkexrung gelangt.' Der Beifaffer der Noi'z schöpft seine Kcnxtniß au« einer Meldung bei sozialdemokratische» .Vorwärts', der da glaubt, a»s dem Umstande, daß der Ge­heime NegierungSrath Trott zu Solz der Ver­fasser der Uwsturzvorlage gewesen sein soll, darauf schließe» zu»«e», daß er wahrscheinlich der Nach­folger del Herr» v. Köller feix werde. Die« ist nu?, wie die »Post' schreibt, u« so weniger geschickt erfunden, a L Herr Vox Trott zu Solz niemals bei der Abfassung oder Vettetnng der Umsturzvorlage brtheiligt gewesen ist.

* Merlin, 4. Dezbr. (Tagesbericht.) Se. Majestät der Kaiser ist heute früh au« Breslau im besten Wohlsein im Neuen Palai« wieder eingt troffen. Von dem Breslauer Aufenthalte wird noch berichtet, daß die Unterredung, welche der Monarch mit dem Kardinalfürftbrschof Dr. Kopp hatte, nicht weniger als SVa Stunde in Anspruch nahm. Heute Vor­mittag hörte der Kaiser den Vortrag de« Civil- kabinetS und nahm militärische Meldungen entgegen. Um 2 Uhr wohnte er Hierselbst einer Sitzung de» Landes Oekonomiekollegium» bei, hierauf einem Essen beim Landwirthschastsminister v. Hammerstein. Zum Diner waren geladen: der Reichskanzler, die Minister von Bötticher und Miquel, Staatrminister Graf Posabowsky, der Chef der Civilkabinet« v. Lucanus rc sowie die Mitglieder de» Lander-Oekonomiekollegium«. Der Kaiser gab wiederholt seinem Interesse für die Landwirthschüst Ausdruck. Morgen reist Se. Majestät nach Hannover. Für das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig spendete der Kaiser 10000 Mk Der sozialdemokratische Redakteur Ewald in Branden­burg wurde wegen Rajestätrbeleidigung zu zwei Monaten Gefängxiß verurtheilt; au« demselben Grunde der Redakteur Diehl von der Chemnitzer Volksstimme"zueine«J»hr Gefängniß.Die Eix- weihung de« Kaiser Wilhelm.Denkmal« ans dem Kyfshäuser ist auf den 16. Juni 1896, Mittag« 12 Uhr, festgesetzt worben. Man erwartet den Kaiser, sowie alle deutsche» Fürsten

Wenn die gewaltige Kugel, die wir Vernichtung «n, einmal im Rollen begriffen ist, so läßt sich feiten Einhalt gebieten, 0« seltensten aber ver- m ihr zwei kleine Frauenhände ein brave« tenherz entgegenzuarbetten. Und so rollte sie jetzt unaufhaltsam vorwärt«, die abschüssige > hinab, die Augustin Herder ihr selbst in un-

male rtem Leichtsinn, dann in grenzenloser Ueber- vg, in ehrloser Pflichtvergessenheit und zuletzt

acht daS Blatt,eS ist klar, daß Herr« v. Kölle:'S Rücktritt in gegenwärtige» Augenblicke »ich Außen xnr z» leicht eise» »»erwünschte» Si» druck «ache, und zu für die Regierung wenig günstige» U th-tle» führe» kann. Währe»d die Regierusg ix der heutige», schwierige» politische« und parlamentarische» Lage entschiedene« Werth darauf lege» «»ß, da« Bild vollster Geschliffenheit uxd zielbewusster Entschlösse« heit zu gewähre», ist der Rücktritt eine« für die innere Politik ix besonder« hervorragende« Meße verant­wortlich.» Ministers »»Mittelbar vor Beginn der parlamentarischen Kampagne geeignet, den entgegen gesetzten Eindruck heivorzrrufex. Ebenso Zar» die Entlassung Herr» v. Köller» Hiar't'eltar, nachdem er i« Verfolge de» Septemberkurses zu eine« großen Schlage gegen die Sozialdemokratie »uSgeholt hat al» eis Abweichen vos dem Plane, die vorhandenes Machtnittel des Gesetze« und der Verwaltung mit vollste« Nachdruck uxd vollster Schärfe gegen die Sozialdemokratie axznw-nden, gedeutet werden. Düss ei» solcher Eindruck sowohl vo« Standpunkte kräftiger Bekämpfung der Lmstnrzbcstrebuugen, als dek An- sehen» der 9tegiern«g überaus unerwünscht sei« muß, ist klar. Wenn daher . err von Köller ans die Gefahr hi«, daß fei« Rücktritt zu so u»erwü»schte« llrtheiie führt, jetzt resiznitt hat, so müssen h der That i»i*ge«be Gründe für sei« Ausscheide» an» be« ä»te vorliegen.'

DieNationalztg." spricht ebenfalls ihre Meinung dahin au», daßdie unzulänglich überlegte Maß­regel gegen dieSereixS' Organisation bet Sozial- de«o!rate» bex Anlaß zn« Sturz gegeben hat; doch wat die Stellung de» bisherigen Ministers be« Innern schon vorher i« Stastssixißerix« eine iso- litte nnb zwar mehr infolge des ellmählig entstan- denen Eindrucks, baß Herr v. Köller der überxom- «euex Aufgabe nicht gewachsen war, als wegen ein­zelner Reixungk Verschiedenheiten, die allerdings nach de« verschiedenste» Seite« hi» entstanden waren. ES ist eine Thatsache, daß v. Köller der einzige Gegner der i« Urbrigen von dem StastSminißcriu« ge- billigtei«, bedingten Oeffentlichkeit be« Militär straf- verfahren« war. In «anche» sozialpolitischen Frage» scheint er mehr für daS Sescheheulasse« gewesen zn sei«, al» seine konservativen Parteigenosse», z. 8. gegen scharfe Beschränkung der Sonntagrarbeit. Aber keine dieser Einzelftagen hat den Rück-ritt bewttkt, sondern eS ist die Folge der Erkenntxiß, daß die Regiernng ax de« Platze, an welche« Herr von egg?,.1, "L - ! ?» ESSSEE.......

zu de« Bewußtseinich habe nicht«!' ein furcht­barer. Margarethe mußte diese« Gefühl vollständig auskosten und sie mußte auch die Konsequenzen eine« solchen Sturze« tragen, sehen, wie Alles, wa« sie uud ihren Gatten bisher mit Freundlichkeit über- schüttet, al« ob nur ihre persönlichen Eigenschaften allein und nicht der Glanz be« Hause«, die fürstliche Gastlichkeit desselben der Magnet gewesen, der diese Herren und Damen in der Nähe de« Herderschen Ehepaare« gezogen, sich nun kühl fern hielt.

Sie hatte immer da« Gefühl gehabt, al« wenn diese gleichgebornen Persönlichkeiten nicht zu ihr paßten, ihr war nie recht wohl gewesen in solcher Gesellschaft und sie wußte ganz genau, daß ihr Herz an Keinem Keiner au« diesen Kreisen hing und doch schmerzte sie e«, daß man sie fallen ließ, »eil der Nimbu» des Reichthum« und be« Glanze«, der fie bisher umgeben, jetzt mit rapider Schnelligkeit erloschen war. Vielleicht schmerzte sie e« doppelt, da da« Elend und der Jammer nicht in dieser Gestalt allein an fie herangetreten: Zuerst bei Tob bis Vater«, bann wurde der Satte wahnsinnig, der Bankrott be« Hause« folgte auf beut Fuß und nun kam vor wenigen Tagen auch noch au« der Heimath die Nachricht, daß die Mutter, die fie schon in der Genesung wußte, trotz aller Vorsicht doch von dem fürchterlichen Geschick ihrer ältesten Lichter er­faßten bet Schreck hatte einen Rückfall herbei, geführt vierundzwanzig Stunden später trat ein Gehirnschlag hinzu und auch diese« Leben hatte seinen Abschluß gesunden.

Wie gesagt. Alle«, wa« Schwere« da« Schicksal eine« Menschen auserlegen kann, hatte sich für Margarethe in diesen wenigen Wochen zusammen- gedrängt und nun stand fie vor dem Hause, in tent sie so viel Glanz erlebt und doch keine Stunden wirklichen Glücke« genossen hatte.

Noch einmal, zum letzten Mal sah fie hinauf,

Wöchentliche Beilage«! Krois-latt für die Kreise Marburg ««- Kirchhai«. £<$&»* St&li tJll«Mrtes Sonntagsblatt.

Origiual-Roma» von M. Widdern.

(Nachdruck verbot«.)

(Fortsevxna.)

«Auch diese Andenken wollen Sie opfern?' »Selbstverständlich, Herr Werner und in c halben Stunde stell« ich Ihnen Alle« zur Ver« »g, da« Geld wie die Kleinodien.'

Mister von Köller's Rücktritt.

Der Rücktritt de» Herrn Ministers von Köller d jetzt allseitige Bestätigung. Die Gründe für |dfci find noch nicht genau bekannt, doch glaubt 1 fest, aunehme« z» können, daß fie i» be« eigrn-- higen Vorgehen dt» Minister» gegen bie Sozial, vdetie zu suche» find. So wirb gemeldet, daß :6D* Herrn von Köller kürzlich axsgefühit: Schlag a bie sozialdemokratische» Vereinigungen erst tz die Zeitungen zur «enxtniß des Reichskanzler» N zu Hohenlohe gelangt ist. Infolge dessen he Letzterer sein Kleide« von be« Abgänge de» cn von Köller abhängig und ebenso soll bet Krieg». Her Bronsan von Schellendorff infolge der ab- iabe» Haltung vo» Sölln'S gegen bie MMSr» hrrzchordnung sich geäußert haben, gehe» zu Ita, wen« Minister vo» Köller i* Amte bliebe, des Gerücht entbehrt jedoch, wie bieKrexzzrg.' chmen zu könne» glaubt, der Begründung. Ta». ! Blatt bewerlt Über ben Abgang de» Herr» von !.' Folgexdek:Nicht viel länget al» ein i hat Herr vo» Söller seines bei den jetzige» altnissen wahrlich nicht leichten Amtes gewaltet, l m«» ihn von Seiten her demokratischen Presse tex .Later' be« Umsrnrzges-tze« giftig »«greift, |i dar nicht zu. Et hat allerdings die Ber­ds eines schon vor seine« Amttantritt i« «nt- I'lauten Gesetzes übernosmex; ob er aber e» Wirksamkeit fich viel versprochen hat, wir fast bezweifeln. 3« llebrigen dürftcn politischem Gegner des RiuisierS snerkenne», 'trsöxlich in offener liebenswürdiger Weise e» Wünsche» extgegenka«. De» scheide»ben dessen politische Laufbahn wohl kau« eil ffeu »xzusehcu sein dürste, begleite» unsere Züxsche.'

der sonst gut ixformirte»Post' fehlen bie »eiche zu« Abschied be« Henn vo» Köller habe». Sie bemerkt jedvch, baß dieselbe« ibetsiegenb gewese» sei» müßte»,De»»,' so

im Wahnsinn geebnet. Und ein Morgen kam, eunberoeHer Maimorgen, da stand vor dem sollen Hanse, übet dessen mächtigem Portal, der geschlvffenen Geschäftsräume, noch rmet MmaAugustin Herder' prangte, eine zierliche, »warze Trauerstoffe gehüäte Frauengestatt und e noch einmal, zum letzten Mal hinaus an der fturen Fassade, hinter deren glänzenden Spiegel- tn fie zehn Jahre der Ueppigkeit und de« 8 «riebt, ehe sie in den einfachen Miethwagen - der fie ihre« künfttgm Heim zuführen fällte. Zwei Monate liegen zwischen der Stunde, in wir Margarethe zuletzt vpferberett im Prurck- ch ihre« Hause« gesehen, und dem heuttgen Tage, «eint fast, als ob fich in diesen zwei Monaten Alle« dmengedrängt hätte, wa« Schwere« der jungen » im Leben nut noch beschieden fein konnte;

selbst für ben, bet immer dem golbmen Kalbe klagt, zu ihm gebetet hatte, wie zu der höchste» Ait, ist der Sturz von der Höhe be« Besitze«

Vorlage» P gen.

>. Neue [7151 I

Deutsches Reich.

* MarLnrß, 4. Dez. Vo» hier schreibt ma» der freisinvige»Frkf. Ztg.':Die Meldung, daß Herr Trott zu Solz defiguirter Nachfolger des Herr» vor Köller sei, erregt hier besonderes Interesse, da Her. Trott zu Solz nicht xur bi« vor Kurz m hier als Landrath fuugirte, sondern noch jetzt der Landtags- abgeordnete de» Kreise« ist. So weit wir bie Persönlichkeit be» Manne« kenne», scheint er ux» durchaus ei» berufener Nachfolger Köller's, ei» Minister auf der Höhe der Zeit z» sein. Er gilt al« reaktionär und sehr vrthodor; wie wir zu wisse» glaube», hat et das famose Umsturzgesetz auSgesrbtitet. Wird er jetzt Minister be« Innern, bann stieg sie in die harrende Droschke, die schon enthielt, wa« ihr noch von der stolzen Habe außer der Keinen Wtrthschaftleinrichtung, bie sie in ba« neue Heim voraurgeschickt hatte, geblieben.

Der Wagen rollte durch die breite Straße sehr vernehmlich, denn ihn trugen keine Gummiräder, wie die eleganten Equipagen, in denen Margarethe zu fahren gewohnt war und bald bog er axi dem Stadttheil des Reichthums in andere Mertel fie trugen nur zu deutlich de« Stempel der Proletariatsheimstätten; eine jener riestgen übel' berüchtigten Miethskafernen reihte sich an die andere, man sah keine elegante Dame mehr auf der Straße, leinen Stutzer, da« Lorgnon nachlässig in ba« Auge gebrückt armselig gekleidete Frauengestalten, ben Korb auf bem Arm, huschten an einanber vorüber, hin und wieder eine beschmutzte Arbeitergestalt, schwer beladen und keuchend unter ihrer Last.

Die junge Frau im Wagen hatte aber bisher für den Wechsel, der sich in ihrer Umgebung voll­zogen, keinen Blick gehabt, fie lebte in dieser kurzen halben Stunde nur rein innerlich. Nun aber zuckte sie, wie au« einem Traum erwachend, zusammen. Der Wagen hiett Nr. 70 Bertholdendorferstraße.

Madame,' brummte der Kutscher, und nun erst sah fie fich in der Straße um, in der e« ihr vor wenigen Tagen nach langem Umherine» ge­lungen war, für wenig Gelb ein erträglich bequeme« und behagliche« Quartier zu miethen, denn sie »ölte in der Refioenz bleiben, hatte fie e« fich doch fest vorgenommen, ben Ihren nicht zur Last zu fallen, und sie sagte fich auch, ftcllich sehr irrthümlich, daß, wenn irgendwo, so in einer Großstadt, bem Be- schäftigungsuchenden auch Beschäftigung gewährt wirb Im Grunbe genommen dachte fie e« sich recht leicht durch eigene Kraft da« tägliche Brot zu erwerben in diesen Dingen war fie ja so unerfahren.

(Fortsetzung folgt.)

*** ' 6^11^ ^k*»<*** ** Wtaffi MAM! L-u EWiditiou diese« Blatter.

;i LK Gxpe» tttTöllTU-lisie sie von Haaseustew x. B-Ller iu vw n.

Fraukfnt c M., Tastet, snb Wien; Rudolf XXX. IaheL,

Freitag, 6. Dezember 1895.

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