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Wöchentliche Beilagen: Kr rZblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
**3 Jllnvrirtes Sonntagsblatt.
Nmmrwortltcher Sebdtatr: Friedrich Solbatzky ta »xrbxrg.
Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr V-rmittrgS
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Erich»« ÄjitNr äaatt ®e SSaoxga aet$ Är«i» iau» W.«tag«. — Q»LrtLi«W«!ZM«S«Pr»Ä Sei der San» Mr« S SL. Sei -L« SSsftttimt 2M. A Hs«, («ta. 8KKLsr!dX 3eieti»sS$9K5t fit sie zrjprL«, Zeil« «der der« ta ?S S»§. i5M«ras« JSt die jRctlc ’JWi
Marburg,
Sonntag, 1. Dezember 1895.
Mssctgcn traust «ntgtgm di, Srpedtttou et«t«» SlKtH, iewi« di« Kmunctn-SSimxt von Heesmsteiu x. Vogler in Frankfurt «. M., L-si«l, Magtxbxrg und Wien; Rudels Steffi in Frankfurt o. M.< Berlin. München n. Köln; G. L. Drub« x. So. in Frankfurt e. M.. Berlin Hannover. Bari«.
XXX. Jahrg.
IflF Auf den Monat Dezember ^eröffnen wir hiermit ein einmonatliches Abonnement. Für das Feuilleton der ^Ober- hessischen Zeitung" haben wir eine Reihe interessanter Aufsätze und Erzählungen erworben, welche im nächsten Monat erscheinen und die langen Winterabende unseren geschätzten Lesern verkürzen werden.
Der Monat Dezember wird auch reich sein en wichtigen Reichstagsverhandlungen, über die wir in gewohnter Weise berichten werden.
Admiral Gervais.
♦♦ BegeusSrüg ist in Frcrkreich wirser einmal du Admiral Gervais, der Befehlshaber dr! Miltel «ergeschwadirr, der M-nr? d-S Tage!. Nbrr nicht Vie damals, als er an der Spitze de« fteurSstichen Md Geschwader! nach Kroustrdt fuhr, nm die ftvzösisches Frcu»dschastlvkrficheru»geu sxb Bind, rijantiäge vor aller Wett de» russischen Volke ans Herz zu legen, »;rb er alt Natiovrlyeld gefeiert, sondern er wird eil „der nsglücklichsie See»a8» der rmzöfische» Flctte' av.f da? heftigst; angegriffen. !»n den ihm nnterstellten Kriegsschiff-» waren »Lrulich kürzlich drei bei Salins - d'Hyörrs in der Ähe vvÄ Toulon ans tak Straxd gelaufen. Dieser fcfell wird seiner Unvorsichtigkeit zugeschrirbev. obwohl Jtt ns-»ittelbare Anlaß der Bruch des Sreners ans tat ru der Spitze sahreudtn Fleggschiff flewrfen ist. Jet Marine-Rixister Lockroy hat eine genaue U«ter» ßchrmg diese» Falles angeordnet, und der Minister \ »ih hat feen Admiral Gervais vor ein aus mehrere« ibeirslen zu?a»«en§esetztes Untersuchu^gsgericht Nrviesen.
Frankreich hat ein radikales Ministerium. Deffeo. storgehe» gegen bex Ädmiral Gervais ist begreiflich, ta dieser fich stet« all heftiger Gegner der Radikalen rzeigt hat- Schon früher hat er keine Gelegenheit «säumt, seiner Abneigung Ausdruck zx geben. Sei« llistrr» aber wollte el, daß er dabei verschiedentlich ■it Leuten zusammesgerieth, die heute feine Loo psetzte» find. So hat er dor etwa einem Jahre ie damalige« radikalen Abgeordneten und heutigen sinister Lockroy und Guiyeffe in den Sitzungen der imiue Kommi fion nicht gerade sehr frennolich be>
Masgarethr.
Original-Roman von M. Widdern.
(Nachdruck verbot«.) (Fortsetzung.)
Röschen schrieb solgendermaßk»:
.Lieke, liebe gnädige Frau!
Ich habe Ihnen versprechen müssen, gleich zu schreiben, wenn hier etwa« vorfallen sollte, und nun ist etwa« geschehen, was ich Ihnen mitzn» cheilen habe. Gestern Mittag ließ der Herr an» spanen und fuhr au« — daran war nun nicht« Außergewöhnliche« — aber, gnädige Frau, er kam auch nicht wieder, nur der Wagen, und der Kutscher sagte, er habe bett Herrn bi« zum A—er Bahnhof fahren müssen, uttb er meinte, wie der Herr aulgestiegen, sei er ihm ganz sonderbar erschienen, er hätte fortwährend gegrüßt und die Leute hätten fitz erstaunt nach ihm umgesehen.
Im Comptoir find fie sehr in Ausregung ge. wesen, daß bet Herr gar nicht wiederkam unheute ist nun ein Gelaufe im Hause, da« gar kein Ende nimmt, so viel fremde Leute kamen I und kamen immer wieder und fragten, wo denn die gnädige Frau sei, und fte machten so häßliche - Bemerkungen dabei, daß mir ganz Angst wurde und ich mir gleich vornahm: du schreibst an die s gnädige Frau, sie möchte, wenn el irgend angeht, sofort zurückkommen, dann sehen die ßeute ja, daß Eie — aber wozu soll ich Ihnen wiederholen, war sie Abscheuliche« reden.
Und nun bitte, gnädige Frau, kommen Sie, wir wissen hier Alle weder au« noch ein.
Ihre ergebene Dienerin
Rosa Kindler.?
handelt. Dem Abgeordneten »utyrsse »eigene fich Gervais die Hand zu reichen, all jener sie ihm bot, und ein andere« Mal erklärte Gervais Lockcoy gegenüber, der die Flotte»Verwaltung angegriffen, die Offiziere der Flotte dagegen gelobt hatte, daß diese Herrn Lockrey'» Lob nicht auuchrne« könnten Die Somrnisfiou geriet! 66er diese« Zwischenfall in Aufruhr, trab die Folge davon war, daß Gervais von da au in des Sitzungen nicht »ehr gesehen wurde. Als aber im letzten September eine Ab ordxnng der Sornrnisfio», der Lockrey dl Mitglied arlzehörte, in Tonlos an Ort und Stelle Erhebungen »echte und Gervais um Anfklärungen ers.chte, verweigerte dieser auf alle Fragen dir Aslkunft »it de» Hinweis ans einen Bericht, den er feinem Liesest- lichrn Vorgesetzten, de» dawaligen Rarixemixister. eingereicht habe. Sau» zwei Monate später war Lockrey Narinemieister.
Daß el unter solchen Umstanden zwischen bex neuen Mixi^r usb dem Admiral Gervais zu eine» Znsa««enstoß kommen mußte, war voraulzusrheu Ob el aber res Radikalen gelingen wird, letztem aus feine: Stellung zu verdrS.gm, ist zscifelhaft. Die radikale Regierung steht auf schwrchr» Füßen, fie hat, selbst mit dem fatalistischem Anhänge bei »eite« nicht die Mehrheit in der Deputirtenkammer. Hie GelvriS, hie Lockrey! lautet jetzt das Feldgr» schrei in der Preßfehde, die immer heftiger anhebt Ä» schärfste« zieht der politische Leiter deS .Petit Jomual', Ernest Jubet, geges den MariAeministcr zn Felde, den er geradezu ix's TollhauS verweist. Mehr als von diesem Sympathie Erguß der Zeitungen mag limiral Gervais davon erfreut gewesen fein saß ih» die Kommaudanteu bei unter feixe« Befehl stehendeL Geschwaders einen Besuch abstatütm, n« ih» im Namen bei OsfizierkorpS und der Mas», schäften ihr unwWdrlbereS Sertmen und ihre un- bebingte Ergebenheit auSzusprechen. AZ-zeucht« der Maßregel»««, von der Admiral Gervais bedroht wird, erblicken die radikalen Kreise in de» Schritte der Schiffskemm«nds»teu eine gegen den oberstes Chef der Marine gerichtete verletzende Spitze.
Dahin führt es, wenn eine Regierung leinen &t> stand nimmt, die Armee sowohl all auch die Flotte unter einen Minister zu stelle», der als Civiliß weder Fach Mann ist, noch die Sympathien des Militärs auf seiner Leite hat. Die Offiziere fühlen fich verletzt, und die größten inner« Schwierigketten find die Folge.
Nur einen Moment hatte Grethe den Kops in die Hand gestützt, dann erbrach sie auch den zweiten Bries; er war von dem Geschäftsführer ihres Hause« und erhielt nur folgende«:
«Verehrte Frau!
Ich muß Sie dringend ersuchen, sofort ihre Rückreise anzutceten — bitte Sie aber auch zugleich, auf traurige Neuigkeiten gefaßt zu sein.
Mit hochachtung-vollster Ergebenheit
Leopold Sterner/
Sie hatte die beiden Briefe vor sich auf den Tisch gelegt, da« blasse Gesicht war noch blasser ge- worden und die zitternden Hände preßten sich nun auf da« stürmisch schlagende Herz.
Augustin nach dem Bahnhof gefahren — nicht wiedergekommen? Warum tauchte da plötzlich vor ihrem geistigen Auge da« wunderschöne Antlitz der Sängerin auf, der ihr Gatte ein Vermögen zu Füßen gelegt, — warum sah sie wieder die leichte Bewegung der kleinen Hand und da« berückende Lächeln, mit dem die Signora anscheinend Augustin ein Zeichen gegeben, und wie er diese« Zeichen mit einem verstohlenen Kopfneigen beantwortete — und nun wußte fie e«: er — ihr Satte — Augustin Herder hatte sein Hau« und sein Weib »erlassen, um mit der Sängerin zu gehen, wett hinau« in die Welt, wa« wußte sie, wohin I Sie war aufgesprungen, ein stechender Schmerz durchzuckte ihr Herz — »aber warum kamen beim die vielen fremden Leute, von denen die Zofe geschrieben, in da» Hau«, um« wollten sie, womit beschimpften sie fte, sollte —I!" Sie stöhnte laut auf, dann eilte fie in die Ecke de« Gemach«, tro das kleine Reisekoffrchen stand, mit liegender Hast öffnete sie e« und entnahm einem oer Seitentäschchen desselben ein weiße« aufschrift- lose« Couvert; e« war dasselbe, da« ihr der Satte
Landwirthschaftliche Fortbildungsschulen.
* Tie .Verl. Corresp/ schreibt:
DaS Laudel-Oekoxomie.kollegium hat fich neuer ding! mit der Frage beschäftigt, wir beut ländlichen Foribildn»glschulweseu eine gedeihlichrre Ertwickelung zu verschaffen fei. El ist dabei von der Erwägung anigegangtn, baß die Art neb Gegenstände des ländlichen Fortbildung! Uxterrity« den Bedürfnissen der ländlichen Bevölkerung nicht genügend «»gepaßt seien usd deren Anforderungen au einen für ihren Berns praktisch verwerthbmen Unterricht nicht entsprächen. Es ist all Uedelsiaud empfunden worden, daß der jetzige Unterricht fich vielfach auf eine Wiederholung und Ergänzung deS in der Lolkrschule Gelernten be schränkt und nicht tiejenige Anziehnnglkraft aulübt, welche der ländlichen Fortbildungsschule Zöglinge hätte gewinnen und ftsthalten können. Auch fehlt e« an organisatorischen Einrichtungen zur Belebung des Sntereffel der lrudvirthschastlichen Bevölkerung an diesen Fortbildungsschulen. Dal Landes- Oekonowie Kollegin» schlägt daher eine Aenderung deS Unter« rtchis au ländlichen FortbildnugSschulru vor, dahiu- zielend, bei diese» »ehr auf die Bedürfnisse bet kleineren Landwirthe und darauf Rückficht zu nehmen, daß die Schüler bereit! in der Landwirihschast rhätig find und für diesen Berns nützliche Kenntnisse erwerben.
Die betheiligteu Ressortminister find daher der Frage nach der Möglicheit einer entsprechenderen Aul- zetzaltueg und Fördemvg be» ländliches Fortbildung» schnlwese«! näher getreten. Von den hierbei maßgebenden Sesichtlpunkten ist Folgende! hervor znheben:
Der Unterricht soll, ohne von der Bedingung daß an das in der Volksschule Erlernte anzuknüpfeii sei, abzuweicheu, nach der Richtung her Anwendung dieses auf die Dedürf-üsse des praktischen Lebe»! ans gestaltet werden. Hierbei wird einersetts auf die von den Zöglingen der Fortbildungsschule gewählte Berufzart möglichst Rücksicht zu nehmen sein, anderer seit! aber auch das Vorhandeusetn geeigneter Lehr, hafte in'S Gewicht fallen. Wo den sitzt an be» ländlichen Fortbildungsschulen beschäftigten Lehrern die eutsprechiudk Fachk-nutniß fehlt, können geeignete Fachleute zur Erthettung bei FortbilduugSnntenichtl herangezozen werden. Auch ist nach de» Muster der tn Weilburg schon bestehenden die Einrichtung
in ter Abschiedsstunde gegeben, behutsam schnüt sie e» mit einem Federmesser an einer Seite auf. Papiere fielen herau« — Werthe — sie hatte e« ja gewußt, aber woran ihre Seele nicht gedacht, mal fie auch nicht im entferntesten geahnt hatte, war — in welcher Höhe. Augustin Herder hatte, leichtfertig nur in ein dünne! Briefcouvert gehüllt, ein Vermögen in die Hand seiner Frau gelegt — ein ziemlich bedeutende« Vermögen.
Kalter Schweiß trat auf ihre Stirne, »it zitternden Händen packte fie die Papiere wieder in da« Couvert und verschloß e« von Neuem, dann aber eilte sie auch, die empfangenen Briefe in der Tasche, hinunter zu den Geschwistern; sie waren alle im Kranken« zimmer der Mutter, der Arzt machte soeben die Visite und konstatirte eine Veränderung zum Besten — da» »ar doch ein Lichtstrahl in dem großen schweren Leid, da« über die unglückliche FamUie ge« kommen. Und nun trat Grethe wieder blaß und zriternd in den Krei« der schwarzgekleideten Gestalten .Ich habe sehr beunruhigte Nachrichten au« der Residenz erhalten', sagte sie, al« fich der Doktor empfohlen, und die Zähne schlugen klappernd aus- einander: .und ich muß sofort abreisen'.
Man drängte fich um fie — man fragte, man ieschwor sie, doch zu sagen, wa« geschehen. .Nur etzt noch nicht! Mr selbst ist ja auch noch nicht« klar — man verlangt nur meine Rückkehr!'
Sie war au« dem Krankenzimmer in da« Wohnzimmer getreten. „Man,' sagte nun kopfschüttelnd Bruder Ferdinand, „hat Dir denn nicht Augustin geschrieben V So sprich Dich doch au«, Grethe; eit wann hältst Du e« denn für nöthig, vor Deinen Geschwistern Geheimnisse zu habens'
Und nun zog fie mit einem tiefen Seufzer die
von besonderen Kursen auch an anderen Lendwirthschaftl« schulen in A«rficht genommen. Kn dieses wü den die an den Fortbildungsschulen bereit« angestellten Lehrer mit Unterstützung des Staate! und der Gemeinde theilnehmen können, um fich die mangelnden Fachkenutuiffe anzuciguen.
Neben diesen Maßregeln wird el erforderlich werben, organisatorische Einrichtungen in'! Leben zu ruftu, welche durch Heranziehung der Landwirihr dal Interesse derselben in stärkere« Maße all bisher für die Sache des ländlichen FortbildungSwesenS zu »ecken bestimmt sind. In dieser Beziehung bestimmten bereits die Grundzüge vom 2. Februar 1876 zn den Prüfungen und Revisionen bewährte Land- wttihe deS Bezirke! und Mitglieder der Vorstände der laudwirthschaftlichen Vereine heranznziehe». Nun« mehr wird erwogen, ob etwa die Bildung von Ru« ratorien in Aussicht zu nehmen ist, in welchen die Organe der SchnlaufstchtSbehörden und Vertreter der laudwirihschastlicheu Vereine vereinigt sein würden. Ihre Aufgabe hätte darin zu bestehe», durch Revisionen den Fortbildunglnuterricht zu überwachen, die Einrichtungen der eiuzelse« Schulen zu prüfen und eventuell bestimmte Anweisungen für die Anpassung der Einrichtungen der Schule und des Unterrichte! an die örtliche» Verhältnisse und Bedürfnisse zu geben, auch durch Aufstellung geeigneter Lehrpläne, durch Auswahl der Lehrbücher nsw. den einzelnere Gemeinden für die Einrichtung der Schulen erwünschten Anhalt zu bieten. All Bezirke derartiger Kuratorien würde entweder da! Gebiet del Regierug!- bezirk« »der de« Kreisel in Betracht zu ziehe» feix. Die Bildung eine« Kuratoriums im Regierungsbezirk, da! dann zweckmäßig au! dem Regierungkschnlrath und einer Anzahl von Delegirttn drS lanbwtrthschaft' lichen EeutralvereinS, bezw, der Landwtrrhschafts- kammer znsammenzusetzen wäre, würde das für stch haben, daß von einheitlichen Gesichtspunkten ar," die Entwickelung deS ländlichen Fortbildnugsunterrichie« und dessen Förderung gleichmäßig geregelt werden foxxte. Andererseits würde» Kuratorien für den Bezirk eines Steife« mehr in unmittelbarer Beziehung zu der ländlichen Bevölkerung der FortbildungSschnl« gemeinden treten und auf eine Anpoffsug bei Unter« richte! an die gegebenen örtliche» Verhältnisse ein« wirken können und so vielle cht eher in der Sage sei», baS allgemeikeGinteresse der ländliche» Bevölkerung für da! ländliche Foribildunglschnlwefen anzurege».
Briefe aus der Tasche, schweigend reichte sie die« selben km Bruder.
Ec hatte sie mit voller Aufmerksamkeit durch- gelesen, trotz der fragentan Blicke der Geschwister; aber auch er war blaß geworden, sehr blaß, und feine Stimme zitterte, al« er in theilnehmendem Ton erwiderte: „Ja, ja, Du mußt sofort zurück, arme« Kind, denn" — er schüttelte den Kopf: — „der Schwerpunkt des ganzen Sermon« da,' sagte er, indem er auf Röschen« Schreiben beutete, „liegt meiner Ansicht nach in den Worten: und der Herr hm ihm so seltsam vor, er grüßte immerfort, so daß ihn die Leute ganz verwundert ansahen.'
,O, Gott — und gerade diese Worte hatte Grethe beinahe vollständig übersehen; für fie galt nur der Umstand, daß er abgereist war und jetzt so viele Leute kamen, die nach ihrem Satten fragten und Worte dabei sprachen, die tat« brave, anhängliche Mädchen nicht wiederholen mochte.
Der Kandidat wechselte einen raschen Blick mit den ihn umgebenden Geschwistern — fie hatten alle da« klarste Verständniß für seine Worte und fie alle fühlten sich erschüttert bi« in die Seele — selbst Han« war noch bleicher geworden, al« ihn die Trau« um den lieben, lieben Vater schon gemacht.
„Ferdinand, spanne mich nicht auf die Folter, sage doch, was meinst Du?"
Die arme, vnzweifette junge Frau blickte flehend in da« Antlitz de« Bruder«. Er mußte ihr will« fahren und doch wurde e« ihm so schwer; da kam chm b« ältere Bruder zu Hilfe: „Ja, sage ihr Alles,' meinte Hermann ernst. „Allel, wa« wir nach diesem Schreiben befürchten müssen.'
„Unsere arme Schwester muß vorbereitet die Rückreise antreten,' fuhr Hermann fort; „besser,