Die Ruhmestage des deutsch-französischen Krieges.
xxii.
Schlacht bei Hmiexä.
£7. November 1870.
# Hexe:al tox Maxtevffel hatte nach de» Fall to» Metz gk» de» Hsup qaa ti r zu Versailles bk Weisuxg erhalten, mit der I. Armee nach dem nord westliche« Frankreich aufzubrechex »xd die Städte LmienS und Rouen zur Deckung der Belagerung von Paris nach Norden und Nordwestex zu besetzen und festznhaltm. Zur möglichst schnellen Erfüllung de» »ichtigen Auftrags geschah der Vormarsch der de» General zunächst nur zu Gebote stehende« Truppe«: des VIII. KorpS, bei 3. Brigade des I. Korps und der 3. Kavallerie. Division in Eilmärschen; am 24. November ne ar man soweit gelaugt, daß der Angriff von Amtens in's Auge gefaßt werden konnte. Die Franzosen standen mit 25000 Mann seitwärts Amiens, südöstlich bri VillierS Bretouacux und südlich der Stadt, zu« Theil verschanzt. General v. Maut.vffel wollte nach enger Versammlung feiner Kräfte den Fetrd tt» 28. November angreife»; jedoch schon am 27. November wurde sowohl das VIII. Korps als auch die Abtheilrng des I. Ko PS in Gefechte verwickelt, bis bann sich zu einer vollständige» Schlacht gestaltete», bete» zwei Hauptschavplötze wett vo« einander extfer»t lagen.
Auf de» Gefechtsfelde der Ostprenße» bildete Mer» Brctonneur mit feixe» davorliegende» Ver- schanzunge» de» Hauptschauplotz de» Kampfes. ES gelaxg de» Regimenter» 4 u»d 44, zuletzt i» er- ditiertem Handgemenge, wobei die ostpreußische»
Margirrethr.
Original-Roma» von M. Widdern.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Nachdem sich aber der Bediente entfernt, wandte sich der junge Kaufherr sofort wieder an seine Gattin: »Ich glaube, wir könnten noch hundert Jahre mit einander leben, eine gewisse Selbstbeherrschung anzu> tignen gelänge Dir doch nicht, obgleich Du weißt, wie unangenehm mir diese» ungezügelte Benehmen ist."
.Aber Augustin, um Gotteswillen, meine Eltern sind alt, wenn mir diese Depesche nun die Nachricht ihre« Tode« brächte."
Er zuckte unmuthiz mit der Achsel: .Nun auch i« einem solchen Falle weiß sich eine Dame von Distinktion zu benehmen, wenigsten« in Gegenwart der Dienerschaft; sind wir allein" — er zuckte »feber mit der Achsel — „aber weßhalb darüber eit Dir rechten?'
Sie öffnete die Lippen zu einer Antwort, da trat der Bediente wieder in da« Gemach» beinah v>f dem Fuße folgte ihm die Zofe mit der Depesche; die Hand seiner Gattin beifeite schiebend, nahm Nrrgustin dem Mädchen da» Blatt ab, ruhig, mit vornehmer Gelassenheit. Und auch ruhig, mit vornehmer Gelassenheit glitten seine Blicke über die wenigen Zeilen darauf hin, er verfärbte sich Ächt, er veränderte auch keinen Zug seine« Gesicht«, über e« zuckte etwa» in seinen Augen, al« käme ihm die Mittheilung da unendlich gelegen — doch nein ~~ c« mußte ein Jrrthum fein, wo lag hier eine Veranlassung zu Freude und Befriedigung?
.Augustin!' — Die Augen Margarethen» hingen tell tödlicher Angst an seinem Munde: .Augustin, willst Du mir nun nicht auch die Depesche gebe«?'
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Möckentliche Beilage«: Kr iZblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
K-Äxs: 3-tz.Ax»och, N8U>nMt».B«chdr»ckerei i» M«lbnz ff** {*}*♦♦ **^Ä SMwtworüichK ätebttexr: Friedrich Eolbatzly in R-rdxrr.
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eröffnen wir hiermit ein einmonatliches Abonnement. Für das Feuilleton der „Oberhessischen Zeitung" haben wir eine Reihe interessanter Aufsätze und Erzählungen erworben, welche im nächsten Monat erscheinen und die langen Winterabende unseren geschätzten Lesern verkürzen werden.
Der Monat Dezember wird auch reich sein an wichtigen Reichstagsverhandlungen, über die wir in gewohnter Weise berichten werden.
Kolben gar kräftig auf die französischen Schädel herxiedersxuste» und ms»cheS Fraizmax»» Herz do» Bsjouet durchbohrt wurde, de« Feind au» de» Schaxzeu zu werfen; allein verstärkt rückte« die Franzose» not die Mittagszeit vo« Neuem vor, um sie wieder zu nehmen. Schon »shte aber auch den Preuß!« Hilfe; im Galopp rasten die ersten Batterie« der herbeigeeilte« Korps.Artillerie des I. Korps die Höhe hinou^, und vo« ihre« Protze« und Wagen sprang ei« Zug de« Grenadier Regiments KrorPrinz, de« sie so mir sich geführt hatte»; ihm folgte bas ganze Regiment auf bem Fuße. Nachdem dreizehn preußische Batterie» de» Fei»d und im besonder» Biller» Breto»»e»r eindringlich beschisse« hatte«, wurde der Ort um 1 Uhr Nachmittags durch da» unter Trommelschlag a»rückexve Regiment Kronprinz und die ihm folgende» nächste» Theile der Regimenter 4 und 44 mit Stur» genommen Damit erlosch der Kampf hier allmählich. Man erwartete deutscherseits am nächste« Morgen brffcx Fortsetzung.
Dar VIII. Korps war bedeutend weiter westlich an de» 8n:e Fluß an den Feixd gestoßen, beide Divisioum wäre» siegreich vorgegangen, hatten mehrere Ortschaften mit Sturm gexomme»; bann aber war das Gefecht au de» Verschcmzuxge« südlich Arnieur zu» Stehe» gekommen und wurde nach länger« Artillerie-Kampf mit Einbruch der Du»kelheit auch hier abgebrochen. Die dritte Kavallerie - Division hatte keine Verwendung finden könne»; dagegen hatten zwei Schwadrone» der 9. Husaren Gelegenheit zu einer glänzende« Attacke gegen ei« französisches öataillo« gefunden, da» fast gänzlich versprengt wurde. Auch General v. Gorte« erwartete «» »ächstex Tage die Fortsetzung des Kampfes; aber der Feind hatte sowohl hier als auch bei Villers Bretonxeur feixe Stellungen geräumt und unter Preisgabe auch vo« Amiens sich auf Arras zurückgezogen. U» die Miitagsflunde des 28. November hielt Goebe» a» der Spitze der 32 Brigade feixe« siegreiche» Einzug i» die alte Hauptstadt der Pikardie. 76 Offiziere uud 1216 Mau» hatte der Schlachttag de» Preußen a» Tobte« uud Verwundeten gekostet; wenige Tage darauf ergab sich auch die vo» den Franzose» besetzte Citadelle. Unter Zurücklaffung einer Besatzung i» Amiens trat nunmehr General v. Manteuffel de« Marsch auf Rouen, die Harptstadt der Normandie, an, die am 5. Dezember die Preußen »ach nur unerhebliche» Kämpfe» i» ihren Mauer» sah; bald darauf konnte« die Söh»e de» Rheix- lande» ihre Auge» a» de» Anblick des atlantische» Ozean» laben.
bracht »erde« kann, »eil das dabei zu berücksichtigende, durch die letzten Erhebungen geworneue Material sehr umfangreich ist.
* (Haussuchungen bei Sazialisten.) 3« Berlin haben heute in de» frühe» Morge»st«»de» bei ei»er größeren Anzahl vo» Führer» und Vertrauens« männer» der sozialdemskratische» Partei eixgehexbe Haussnchunge» stattgefunden. Er wurde» alle auf Parteia»gelege»heite» bezüglichen Schriftstücke be» schlagnahmt und nach dem Polizeipräsidium geschafft. Der Zweck der Maßxkhme wurde nicht mitgetheilt; dir betroffene» Personen glaube», daß es der Behö.de darauf angekowme» fei, festzustelle», ob und inwieweit Verstöße gegen das VereixSgesetz vorläge» und daß die Auflö'uxg der sozialdemokratische» Wahlvereine ««mittelbar bevorstehe bezw. bereit» erfolgt 'ei. 3« den sozialdemokratische« Kreise« bestreitet ma« jede» Verstoß gegen daS Vereinsgesetz; andererseits wird angenommen, daß ähnliche Maßnahme» auch a» andere» Orten Deutschlands erfolgt find. 3« Berit» haben die Haussuchungen gleichzeitig an etwa 80 Stelle» stattgefu»den, u. A. bei de» Abgg. Auer, Bebel, Fischer und Singer.
* (Ei» deutsch, chinesische- Geschäft.) Deutsche Bankhäuser verhandeln, be» vernehmen der „Nat. Zig.' »ach, mit der chinesischen Regierung über eine Anleihe vo» 320 Millione» Mark. Vo» einer Zi»sgara»tie beS deutsche« Reiches soll hierbei nicht die Rede sein, dafür würde» wir auch erst sehr Hand« ltche Beweise des Entgegenkommen» habe» müsse». Um so dringender erforderlich wird er aber sei», daß die betreffende» Banke» die Zinsgarantie übernehme».
* (Stnde»tische Demonstration.) Eine Demonstration gegen die Nichtzulassung bezw. be- sqränkte Zulassung der Framn zum Studium an der Universität gedenke», wie die „Nordb. Correfp.' aus zuverlässiger Quelle hört, demnächst die sozia« listischen Sludirexde» a» der Berliner Universität durch Veranstaltung einer Versammlung i» Scene zu setze». Natürlich wirb kein Siudireuder als Redner aber das geplante Thema: „Die Frauen mb das skabemifche Studium" auftrete», da ihm srnst die Relegation siqer wäre, sonder» ei» i» sozialdemokratischer Partetstelluxg befindlicher Akademiker.
* Kreskan, 24. Novbr. (Parteiwesen.) Die konservative Partei Schlesiens hielt in voriger Woche Hierselbst einen Parteitag ab. In der am Schluffe der Verhaxdluxgex angenommene» Resolution spricht sich der Parteitag für Stärkung be» Mitt.lstandeS, für eine besonnene Fortsetzung bei sozialen Reformpolitik, aber gege» bie einseitige Richtung unter de»
Deutsche« Reich.
* Nerlitt, 25. Nov. (Tagesbericht.) Das Kaiserpaar wohnte gestern dem Gottesdienste in der Friede»»kirche zu Potsdam bei und legte hierauf im dortige» Mausoleum Kränze am Sarge Kaiser Friedrich» »ieber. Mittag» empfing ber Kaiser be» Ehef des Civilkabinet», sowie die Profeffore» Begas u»b Koner. Heute beteiligte sich der Monarch «» einer Jagd ix Barth, vo» wo Abe»d» die Rückkehr nach dem Neue» Palais erfolgte. — Kö»ig Albert von Sachsen leidet z, Z. a» leichte« Uxwohlsei». — 3» Bern ist der deutsche Gesandte, Wirkt. Geheim:ath Dr. Busch, heute plötzlich a» einer Herzlähmung gestorben. Dank seiner Be scheidenheit »xb Gediegenheit genoß Dr. Busch bei« Lundesrath hohes Ansehen. — Major a. D. O'Grady, durch seine kartographischen Arbeiten bekannt, bisher Jxgenieur-Osfizier vo« Platz in Küstrin, ist mit de» Range eines Oberstlieutenants in die chilenische Armee eingetrete», n« i« dortigen Gexeralstab Verwendung zu finden. Er wirb bem nächst von Hamburg au» mit Familie bie Reise »ach Chile antrete».
** (Krisengerüchte.) 3» bet „v. B.-Ztg.' lese« wir die folgende, ohne Gewähr wiederzugebende Antlassang: Tie Krisengerüchte, welche seit «ehreren Tage» schon in Umlauf find, habe» sich heute so weit verdichtet, daß die Minister mit Namen bezeichnet werde», welche ihren Abschied erbeten haben. ES würde i» weiteste» Kreisen mit tiefe« Bedauern anffcetomaen werde», wen» eS sich bestätigte, daß ber Kriegs ministet Bronsart box Schellenborff zurück- zutretcn entschlossen ist. Daß noch bie Namex der Herren von Berlepsch und von Marschall genannt «erde», wolle» wir verzeichne».
* (Dr. PeterS.) Welchen Poste» wird der Reichskommiflar Dr. Karl PeterS erhalte» ? Diese Frage ist, seitdem Reichskommissat vo» Wißman» wieder i» de» deutschen Kolonialdienst getreten ist, oft genug aufgeworfen, und eS hat an entsprechenden Vorschläge» für PeterS, der ix Ostafrika zuerst die deutsche Flagge hißte und Verträge abschloß, nicht gefehlt. Es scheint aber doch, als habe sich kein passende» WirkungSfeld finde» lafle», de»» foebe» wird die Nachricht bekannt, daß Dr. Karl Peters zur Disposition gestellt worbe« ist.
* (Zur Handwerketftage.) E» wird bestätigt, daß eine Vorlage über bie Orgaxisatio« beS Handwerk» fich i» Ausarbeitung befindet, jedoch ist nicht zu übersehe«, wann dieselbe zum Abschluß ge>
Sä: Marburg,
tffÄM Mittwoch, 27 November 1895.
Anzeiger: nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», s»wie die Amwnceu-Bxreanx von Haasenstein «. Vogler in ,
Frankfxrt s. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf AAA. Vcflhlß Roste in Frankfurt a. M., Berlin, München ». Köln; S. L. v 3
Äaube x. So. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
Et fleckte das fragliche Dokument statt aller Antwort ruhig in feine Tasche, "aber als fie dann wie zur Abwehr ihre Hände erhob, sagte er in liebenswürdigem Ton: „Nach dem Souper, meine Themel'
Sie wollte auffahren, sich zu empören wider solche Eigenmächtigkeit und dennoch schwieg sie wieder, genoß wirklich etwa» von den ihr gereichten, nippte an ihrem Weinglas und wartete dann mit mühsam erkämpfter äußerer Ruhe den Zeitpunkt ab, wo es ber gestrenge Eheherr für genehm fand, die Tafel aufzuheben. Dann aber — „Sie können gehen,' hatte Augustin noch zu dem Diener gesagt — faltete sie in grenzenloser Auftegung ihre Hände: „Wie kannst Du so grausam fein, Augustin?' rang es sich au» ihrer Brust hervor: „O, wenn Du mir die Pein dieser Augenblicke nachfühlen könntest!"
Er antwortete nicht; jetzt wieder mit düster zusammengefalteten Brauen zog er die Depesche au» oer Tasche: „Du mußtest vorerst etwas genießen,' sagte er kalt, „nachher hättest Du ja doch nicht an Speise und Trank gedacht und doch bedurftest Du einer Stärkung, denn jedenfalls wirst Du noch mit dem Nachtzug nach B. reifen wollen."
Sie hatte nur einen Blick auf da« blaue Blatt in ihrer Hand geworfen und wußte Alle».
„Eine Epidemie in B. ansgebrochen — beide Eltern vorgestern erkrankt — Vater eben ge« Porten. Komme. Han».'
Mit einem leisen Schmerzensschrei hatte sie beide Hände auf bie Brust gedrückt. „O, Augustin,' hauchte fie dann, „wie mich da» schmerzt l Ich hätte bei den Jahren, in denen sie beide, Vater und Mutter, waren, täglich darauf vorbereitet sein
müffen, daß sie mir genommen würden, aber e« trifft mich doch so schwer, so schwer!'
„Armes, arme» Kind,' murmelte er, aber er sah nicht in da» blaffe kummervolle Gesicht, er sagte auch nicht: „Und wenn sie Dir beide genommen werden, Vater wie Mutter, so hast Du ja noch mich — an meinem Herzen sollst Du endlich die rechte Heimath finden — von nun an will ich Dir Vater und Mutter ersetzen I'
Und doch hätte Margarethe in diesem Moment einen Trost in solchen Worten gefunden. Zum ersten Mal, so lange fie Augustin kannte, wünschte fie, daß sie seinem Herzen theuer wäre — an dem Schmerz» dm fie empfand, al« sie da» Einverständ. niß bemerkte zwischen ihrem Gatten und der Sängerin, hatte fie ja auch fühlen müssen, er war ihr zum mindesten doch nicht gleichgilttg, wenn fie ihn auch nicht liebte mit jener Liebe, die die Dichter besingen und welche fie selbst schon einmal empfunden, so hatte fie ihn doch lieb, jetzt wußte fie es, da sie fühlte, sah: er hatte fich einer Anderen zugewendet — und ein Glück, daß diese Andere so bald die R sidenz verließ .... Und ein schmerzlicher Seufzer hob ihre Brust, al» er nur seine Hand auf ihre Schulter legte und mit seltsam unstcherer Stimme sagte: „Die Zeit lindert jeden Schmerz: auch an Deinem Herzen wird sie zur Trösterin werden, mag die Zukunft Dir auch noch manche» bringen — was — nun, wa« Du vielleicht nicht erwartet hast."
Sie sah voll in fein Gesicht; e» war etwa» in feiner Stimme, was sie befremdete, und nun erschrak fie auch vor ber Blässe in seinen Zügen und dem noch außergewöhnlich flackernden Licht in feinen Augen. Hatte ihn der Tod ihres Vaters doch an# gegriffen? — O nein, was kümmerte ihn der alte
Mann, dessen bescheidene Gewohnheiten er so oft verspottet.
„Augustin, was ist Dir?' fragte fie theilnehmend — vergessen war die schöne Sängerin und bas Brillantkrerz auf ihrem schneeigen Busen, fie sah nur den todtblaffen Mann an ihrer Seite — und sie dachte nur, daß trotz allem er doch immer ihr Mann war und nun tauchte auch die Angst wieder in ihrer Seele auf, die Angst vor dem nahenden Ruin, und sie setzte leise hinzu: „Augustin, um Gotteswillen, sage es mir endlich, es steht schlecht im Geschäft — Du hast furchtbare Verluste gehabt?'
Wie durch eine Feder emporgeschnellt, so war er plötzlich aufgefahren. „Was frägst Du danach?' fragte er heftig und seine Augen rollten — er sah fürchterlich aus, wie ein Irrsinniger, bann aber fuhr er sich heftig mit seinem Tuch über die Stirn — Schweißtropfen hatten darauf gestanden — „überhaupt jetzt,' setzte er langsam hinzu, „wo es sich für Dich darum handelt, an die Leiche Deine« Vaters zu eilen — es ist übrigens die höchste Zeit,' fuhr er bann fort, intern er nach bem Regulator an ter Wand sah — „wir haben bereits die elfte Stunde und um 1 Uhr geht der Zug ab — und Du mußt Dich doch noch umkleiden.'
Hatte e« erst dieser Mahnung bedurft? „Ich gehe," sagte sie und dann setzte sie halb bittend hinzu: „Begleitest Du mich, Augustin, ober soll Jean mir auf bem Bahnhof bas Nöthige besorgen?'
Es schien fast, die Frage, die Bitte erschreckte ihn — und doch war fie so natürlich. Einm Moment sah er sie starr an, dann schüttelte er hastig den Kopf: „Laß es Dir mit Jean genug fein," sagte er schnell.
(Fortsetzung folgt)