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lick auf 1100 Mark festgesetzt habe, dasselbe jedoch cuf den Druck Seitens des Fiuaujministeriumr auf 900 Mark herabgesetzt habe. Herr Dr. Bosse wollte die jetzigen fünf Altersstufen um drei vermehre», so daß die AlterSznlage», die bisher nur auf 500 Mark kommen, demnächst auf 800 is der letzten Stufe erhöht werden sollten. Vom Jiuanzmiajster wurden dagegen nenn Stufen vorgeschlage» mit je 70 Mark, bis «an sich schließlich dahin geeinigt hat, daß die örn dem Finanzmirister vrrgeschlageuen neun Stufen eimreten sollten, und zwar soll nach siebe» Dienstjahre» in fester Anstellung die erste Alterszulsge mit 80 Mark gewährt werden, der die übrige« »ach je drei Jahren folgen sollen, so daß »ach 31 jähriger Dienstzeit eine SlterSzulage von 729 Mark erreicht werden würde, lieber die Beschaffung der zu diesen Aufaifferunge« erforderliche» Mittel, für welche die gewährten 2i/3 Millionen natürlich nicht arsreiche», beabsichtigt man, die erforderlichen weiteren Summen theils aus andere» etatsmäßtge» Fonds, theils aber und besonders au» denjenigen Staatsbeiträge» herzunehme», die bisher zur Errichtung der Äolkrschul- laste» an die Gemeinden gezahlt wurden.
* (Militärischer.) Eine Extraausgabe de» .Militär • Wochenblatts" ist heute erschiene». Sie Sie bringt nur Veiörderunge» und Bersetziruge» in den Chargen Ker Stabk- und Subaltern > Offiziere. Oberstlieuteuant v. GerSdorff ist unter Beförderung zum Oberste» zum Kommandeur de» 52 Infanterie- Regiments, Oberßlieutenart Frhr. v. Thermo unter Beförderung zum Oberstes zum Kommandeur de» 83. Infanterie- R-gimentS, Oberstlieuteuant Wilck zu« Kommandanten von Pillau und Oberstlieutenaut v. Halbach zu« Kommindeur der Jsfarteric-Schießschule ernannt. Graf Friedrich Hohenau, Adjutcnt der 20, Divisto» in Hannover, ist aus ein Jahr zur preußischen Gesandtschaft in Dresden versitzt.
* (Der Margarirre-Gesetzerrtrvurf) gelangt in der .Saalezeitung" merkwürdiger Weise schon jetzt zur Veröffentlichung, ehe die amtliche Pablikatio» desselben erfolgt ist. Der Entwurf, der dem Bunde.rathe vorliegt, beruht im Allgemeinen auf der richtige« Grundlage des Bestrebens, Täuschungen der Käufer durch die Produzenten oder Verkäufer zu verhindern; die agrarische» Forderungen, welche auf die B-seitigung der Margarine Produktion gerichtet find, «erden darin leider nicht erfüllt. Immerhin komme» die vorgeschlagenen Controlmaßregelu beinahe auf eine fortdauernde polizeiliche Aufsicht heraus, wie sie keine« ehrlich, n Gewerbebetrieb gegenüber stattfindet und möglicherweise schwer hinderlich werden
steu-dschastlicher Beziehungen zu den Hauptmächten vor Allem za Frankreich und zu Deutschland." Daß weitaus die allergrößte Masse der rusfischen Gesellschaft im Augenblick so denkt, daran ist nicht zu zweifeln.
auch ver kleinen Großfürstin Olga Nikolajewna seine volle Liebe zürnende«. Die Throeerbenfcage im Zarenreiche bleibt aber somit, zumal im Hinblick auf den Zustand de« derzeitigen Thronfolgers, des Groß fürsten Georg Alexandrowitsch, rach wie vor offen — eine Sachlage, die in Rußland i» diesem Jahrhu-dert noch nicht dageweseu ist, da unter dem kinderlose» Alexander I. die Frage auSsichtsvoll geregelt war. Und als der Thronfolger Großfürst Konstantin ab dankte, rückte sofort der Bruder, Großfürst Nikolaus, volljährig und gesuudhritsstrotzeud, an feine Stelle. Jedenfalls ist e» der Regierung, der Politik, de« Volk in Rußland zur Zeit um große auswäit'ge Aktionen o« allerwenigsten zu thun und wen» doch, io liegt ihr Gebiet unzweifelhaft nicht im europäischen Orient, sonder« im fernen Osten Asiens.
War nun speziell die armenische Agitation in der Türket betrifft, so dürste die Stimmung der maß- gebenden Kreise und der öffentliche» Meinung Ruß lands gegenüber oft verkannt werde». Ma» verhielt fich dort vielmehr zu btr englischen Aktion bekannter maßen ro» vornherein nicht blo» sehr reservirt, sonder» geradezu ablehnend. Ms» will w?dcr eis Groß aemenitn groß ziehen, noch auch zu« Schwerte greifen um die Zustände der türkischen Armenier zu beffent WaS geht es uns an — äußerte fich dieser Tage einer der hervorragendsten rusfischen Journalisten und Zeitungsverleger — wenn die Armenier fich in der Türkei nicht wohl fühlen? Geht ei denn uns so gut, find wir so reich, so zufrieden, pulfirt das Leben bei uns so voll und stark, daß wir vor lauter Ueberfluß an Kraft nichts Besseres zu unternehme» wüßte», als «;«» für die Armenier uxb ihre Selbstständigkeit zu schlagen? Rußland hat in diesem Jahrhundert schon so oft schlimme Erfahrungen mit de» Balkanvölker» gemacht, daß es, dem gebrannten Kinde gleich, das Feuer scheut. Und mit den Armenier« im Besonderen verbindet er nicht», ja daS Volk weiß von ihnen kaum »ehr, al» daß ste de« Handel i« SankasuS i« de» Händen haben nnd Meister de» LtefernngS- und Wuchergeschäfte» find.
I« einem der ersten Blätter der Newarefidenz steht zu lesen: „DaS russische Volk bedarf blos des Frieden», eines langen, danerhaften, feste» Friedens. Nur der Friede vermag Rußland das zu biete», wa» es »öthig hat. Die Grenzen feine» Reiches find zu weit und groß genug, als daß e» auf Neueroberungen sinne« könnte. So vermöge nur Der zu denken, der Rußlands Aufgabe« verkennt. Eine thätige, aus wärtige Politik iß gewiß «othmendig, aber nur auf deu Friede» darf fie gerichtet fein und auf die Pflege
[ Rußland und der Orient.
L ** Die Vorgänge auf der BalkanhalSinsel, wo I die inneren Zustände fich immer «ehr zu'pitze», so i daß eine Flotteudemoustrntio» der Großmächte als Folge türkischer Unfähigkeit und Indolenz gegenüber t allen möglichen revolutionär'.n Bewegungen im»er s «ehr in daS Bereich der Wahrscheinlichkeit tritt — i fie habe« die Aufmerksamkeit die ganze Woche über r besonders auch auf daS große Reich fich richten lasse», das man feit jeher fragend anzublick:« gewohnt ist, sobald es de» Anschein hat, als sollte die „orienta- k fische Frage" wieder einmal aufgerollt werden.
Nicht Englands Haltung, sondern vielmehr Ruß- Alands Standpunkt ist i« solchen Augenblicke» ausschlaggebend für die Beantwortung der Frage: -.Sieht's nach Krieg aut?" Eine besorgte Frage ijx unserer Zeit, wo man sich Schöneres denke« ikan« a» Sonn« und Feiertagen, als da» Gespräch mk Krieg und Kriegsgeschrei — „weuu fei« in der Türkei die Völker aufeinanderfchlagen". Die Börse, ^dieses beste KriegSstimmungS - Barometer, hat uns hum Schluß letzter Woche schon eine Art Antwort s gegeben. Ihre Haltung war ohne Z seife! fester und zuversichtlicher, als vor acht Tagen, und daß ffie eS für möglich hält, mehr an die Abw.ckelung kdeS nächsten Ultimo zu denken, ihre Aufmerksamkeit kauf mehr interne Angelegeuheiten z« konzentri-e», ist z gewiß an und für sich schon bezeichnend. Aber auch i abgesehen von diesem feinfühlige« EtimmungSmesser liege« »ach der eist erwähnte» Seite hin keinerlei beunruhigende Auzeicheu vor. Wenngleich Rußland sich auschickt, a» der eventuellen Flottendemonstratio» der Mächte theilzunehmen, wen« es feinem Mittel- meergeschwader die Ordre ertheilt hat, nach Smyrna i« gehen, so fällt das keineswegs ans de« Rahme» der Aktiv» der übrigen europäische» Regierungen heraus.
Man dachte zudem dort die ganze Woche über in erster Linie an nichts weniger als au die polstische Lage. Das Ereigniß, das i« russische» Kaiserhause schon seit einer längeren Reihe von Tagen als bevor- stehend erwartet wurde, hat unausgesetzt die Gefühle »nd Gedankeu beherrscht. Ist auch nicht der heiß ersehnte Thronerbe geboren worden, so hat doch der glückliche Verlauf de» Geburtsaktes selbst, dem be kauntlich mit großer Besorgntß entgegengesehen wurde, das ga»ze Volk «it Freude erfüllt. Sicher wird dieses Volk, das in seiner großen, so imposante» Masse mit k udlicher Treue am Kaiserhause hängt,
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blutte», sowie die Annoncen-Bnreu»; von Haasmsteiu «. Bögler in Frankfurt e. M„ Laffel, Magdeburg »nd Wien; Rudolf Stoffe in Frankfurt «. M., Berlin, München x. Köln: ®. L. Daube u. 6e. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
Dritte Abtheilnng.
Frau Margarethe.
In einer der belebtesten Straßen der Residenz stand ein große» graue» Hau«, dessen noch ganz besonder» stilvoll elegante Fassade sofort jedem Passanten, dm sein Weg zum erstm Mal in diese Straße führte, angenehm in das Auge fiel. Er blieb noch verwundert stehen, sieht in die prachtvollen Schaufenster zu ebener Erde und dann höher an der »ächttgen Front hinauf in die breiten Spiegel- fenster der Beletage und der übrigen Stockwerke, hinter denen sich kostbare Vorhänge zeigten und nur wenig verborgen von diesen auf runben kunstvoll geschnitzten Ständern seltene blühmde Blumen oder auch in zierlich blinkenden Gebauern kleine muntere Vögel.
E» sind genau zehn Jahre vergangen seit dem Tage, an dem wir Grethe Stenson zum letzten Mal gesehen, heute finden wir fie in einem der eleganten Gemacher de» oben genannten Hause» wieder, als die Gattin feine» Besitzer«, be» allbekannten Großhändler« Augustin Herder.
Eine feine Stickerei in den noch immer so weißm, zarten Händen fitzt ste in einer der Fensternischen auf einem rothsammtnen Polsterstuhl, dessen elegante Ausstattung vollkommen zu der ganzen stilvollen, kostbaren Einrichtung de» reizend«« Gemache» paßh (Fortsetzung folgt)
tö hier lein, als daß sie nun nicht empört sein mußte über einen Frauencharakter von so grenzenlosem Wankelmuth — Berechnung, wie ste glaubte. Sie konnte ja nur annehmen, daß Grethe von zwei Freiern den reichsten gewählt Außerdem bangte ihr aber auch vor der Zukunft ihre« Liebling« — ste vermochte für ihn einmal kein Glück in dieser Verbindung zu sehen.
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armen Kinde die Freude der Eltern, der Jubel der Geschwister — und die Verlobungsanzeige, welche sofort nach dem ganz nur in der Familie gefeierten Feste herumgeschickt wurde — sie wußte, durch Augustin erhielt auch der Doktor in wenigen Stunden dieses elegante, goldumrandete Kärtchen. Sie sah im Geist seine zornig aufblitzenden Augen — fie sah, wie er das feine, duftende Blatt zur Erde schleuderte und mit dem Fuß darauf trat, und es war ihr, als wenn fie nun auch feine sonore Stimme sagen hörte: „Ich wußte es ja, fie hat mich nie geliebt, Grethe Stenson ist Überhaupt keines tieferen Gefühls fähig, herzlos wie alle Weiber, so ist auch fie."
Und tief Äthern holend konnte fie ihre Augen wieder zu dem Verlobten heben — mtt warmem Dankesgefühl in der Brust — war er es doch, der ihr diese Genugthuung schuf. Und nun freute fie sich auch der prachtvollen Geschenke, mti denen er fie überschüttete, der wundervollen Brillanten, der kleinen Uhr und des vielen unnützen Allerlei, mit dem er nicht bloß sie sondern auch die Ettern und Geschwister, selbst Lisette, überraschte.
Das ganze Haus strahlte vor Freude, und doch war auch ein Wermuthstropfen in die allgemeine Befriedigung gefallen.
Das Ahle, abweisende Benehmen, mit dem der Direktor die Nachricht von dieser Verbindung aufnahm, und der unerwartete Umstarch, daß Frau Gottfriede mtt ein paar sehr kühlen Zeilen (zwischen benen deutlich eine gewisse Verachtung für die Er- wählte ihres Pflegesohnes lesbar war), bedauerte, bei dem Verlobungsfeste nicht zugegen sein zu können
Die Pastorin hatte gewußt, daß stch ihr Bruder um Margarethe beworben, und kannte mehr von den Einzelhetten seines Verhältnisse» zu dem Raths-
Original-Roman von M. Widder«.
(Nachdruck verböte«.)
(Fortsetzung.)
Und er war viel zu leichtsinnig, nicht unbedingt an ihre Liebe zu glauben, nnd auch viel zu eitel: ein Blick in den Spiegel sagt ihm ja, er war ein hübscher Mann, und daß er auch nicht unlieben«« würdig, wußte er ja zur Genüge. Margarethe Stenson war feine erste Liebe nicht und an den vielen Herzen, die er schon gewonnen, hatte er ja den klarsten Beweis, daß er im Grunde genommen doch unwiderstehlich war.
Und so wirbelte er mit stegergewiffem Lächeln das zierlich blonde Schnurrbärtchen, das dem lebens, frischen G-sicht so gut stand, mit den weißen schmalen Fingern, an denen jetzt ein Diamant funkelte, kokett nach aufwärts „Gewiß, daran soll es nicht fehlen, Herzblättchen, nur gar zu lange darf es nicht dauern."
Wie sie seine ganze Art und Weise verletzte. Er behandelte fie, nun er ihr Jawort hatte, eigent» sich wider alles Hoffen und Erwarten ihr Verlobter war, wie man wohl ein hübsche« Kind behandelt, mit de« man fich scherzend die Zett vertreibt. Aber ste ertrug schweigend mit erzwungenem Lächeln, wa« er ihr bot.
O, fie fühlte sich ja so schuldig in seiner Nähe — er gab ihr doch wenigsten» seine Zuneigung und fie — ste sah in ihm nur da« Mittel zum Zweck — sie hatte fich ihm anverlobt für alle Zeit aus sündigem Mädchen stolz — aber weßhalb wiederholen, was wir ja Alle schon so ost gehört haben.
Der einzige Trost to Jdejen Tagen war dem
Deutsches Reich.
* N-rtt«, 16. Nov. (Tagesbericht.) Seine Majestät der Kaiser brach heute Vormittag mit seine« Gäste« in Letzlingen um 9 Uhr zur Jagd auf ES fand zuerst in der Oberförsterei Letzlingen eine Suche «it der Fiudermente auf Saue« statt, »ach dere« Beendigung, etwa gegen 12 Uhr Mittags, das Fiühstöck im Jagdzelte eiugenowrne« wurde. Nach bem Frühstück erfolgte »och ei» Lappjagen auf Dammwild, ebenfalls in der Oberförsterei Letzlingen, und da«» die Rückkehr »ach dem Jagdschlösse wo die Herrschaften gegen 4 Uhr Nachmittags wieder eieirefe«. Um 5J/4 Uhr war die Mittagstafel im Jagdschlösse, gegen 7 Uhr Abends erfolgte die Abreise von Letzlingen. Der Kaiser traf Abend» nach 10 Uhr ans der Wildparkstatto» wieder ei». — Der Großfürst Wladimir reiste nm ll1/» Uhr wieder nach Petersburg zurück; er verabschiedete fich ans dem Bahnhof Charlotte»burg vom Kaiser herzlichst. — Der .Reichsanzeiger" siebt jetzt die Auszeichnungen bekannt, die der Kaiser au8 Anlaß der Einweihungsfeier der evangelischen Kirche zu Kürzel in Lothringen verliehe« hat. — Der Prozeß gegen den Assessor Wehlan wegen 6er Vorgänge in Kamerun, der bekanntlich am 26. November vor der Kaiserlichen DiSziplinarkammer in Potsdam stattfinden sollte, ist auf den 10. Dezember verlegt worden. — Der.Deutsche» So»»tagS>Post" zufolge wird der 6xtwmf des bürgerliche» Gesetz bucheS voraussichtlich zu Beginn der zweite«Hälfte des Monat» Januar i« Reichstag eingebracht.
* (Parlamentarisches.) Sei« 25jährige» Parlaments - Jubiläum feierte am Sonnabend der CentrnmSführer im Reichslage Dr. Lieber. Der Vorstand der nassauischen CenttnmSpartei überreichte eine künstlerisch auSgestaitete Adresse. Auch sonst wurden dem Jubilar zahlreiche Ehrungen zu Theil. — Da» Centrnm stellte i« Landtagswahlkreis Be:u- kastel an der Mosel für den verstorbene« Abgeordnete» Thanisch Herrn Biesexbach al» Kandidaten auf.
* (LehrerbesoldnngSgefetz.) lieber den Entwurf de» Lehrerbesoldungsgesetzes werden wettere Einzelheiten bekannt. Ueber die künftige Gestaltung der Gehälter wird mttgetheilt, daß der Kultusminister den Durchschnitt des Grundgehalts nrsprüng«
itleitung kinsahrt mantheil as.-Etr.« inan! heil
tote« S bei «t« Gtoitatan SK « sfj. faB.
Dienstag, 19 November 1895.
Wissenschaft, Kunst und Leben,
Dr. -i- (Der Sarturn-Ring.) Bekanntlich unterscheidet sich der Planet Saturn dadurch von allen anderen Himmelskörpern unsere» Sonnensystem», daß er in der Gegend feine» Aequator» einen ziemlich breiten Ring besitzt, der sich mit ihm fortbewegt. Früher hatte man die Xnwesenhett mehrerer konzentrischeiSaturnring« angenommen, die fortschrettende Astronomie aber zeigte, daß e» fich nur um einen einzigen Ring handle. Dann hatte man längere Zeit gemeint, der Ring bestehe au» eine« einziger, zusammenhängenden Körper; man überlegte fich jedoch, daß die Anziehung de» kolossalen Planeten auf die Thell, diese» Ringe», je nachdem sie weniger oder mehr vom Saturn entfernt sind, so verschieden stark sein müßte, daß auch der festeste Körper unter diesen Umständen zerrisien würde. Man kam daher zn der Ueberzengnng, daß der Ring au» einer großen Zahl einzelner Monde besteht, und Keeler hat dies jüngst dirett nachgewiesen. Die specttoscopische Untersuchung de» Saturnringes auf der Lick-Sternwarte in Californien zeigte nämlich, daß der dem Saturn ab- gewandte Rand be» Ringe» fich langsamer bewegt, al» der dem Saturn zugewandte; wäre der Ring aber ein einhestliche» Gebllde, so müffe fich der äußere Rand schneller bewegen als der innere, weil ja der äußere Rand bei jedem Umgang um den Plantten einen größeren Kreis zu durchlaufe» hat, al» der dem Planeten nähere innere Rand.
(Reiche» Vermacht niß.) Au»Stockholm schreibt man: Der unlängst verstorbene schwedische Generalpostmeister Malthe Karl Dahlgreen, der größte Rarttätensammler de» flcmdinavischen Norden», hat den größten Theil seiner Sammlungen hiefigen Museen testamentarisch vermacht. Er hatte über 1OOOO Gegenstände gesammelt, welche in seiner an» sechs Zimmern bestehenden Wohnung aufgehäust waren. Dahlgreen hat dem Nationalmuseum in Stockholm 432 Uhren, 1121 Dosen, 4433 Miniaturbilder vermacht. Dem Oberlandesmuseum schenkte er 1900 Gemälde!
(Ein Nachkomme de» italienischen Dichter» Dante), Graf Dante Serego Alighieri, Bürgermeister von Venedig, ist gestorben. Der Mannes- stamm der Dante'» erlosch 1647 mtt Pietro Dante, dessen Tochter fich mtt dem Grafen Serego zu Verona vermählt«.
f Wöchentliche Beilage«: Kursblatt für die Kreise Marburg und Kirchham, f Se'MfriM Expedition$M^E^F^s^echnNr?»^^^"^ Illnslrirtes Sonntagsblatt.