Mn
ICüt
Schentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
(639#;
XXX. Jahrg
Eine Rede Salisburys
♦ Lord Saltsbuiy hat auf dem Lord Mcyor
T ASUIU 'ÖUU»UU^L) yUl UU| ÖCÖl A5U1U 311V k)Ul, lUli Boxtet im Londoner Rathhause die dort übliche
große politische Rede gehalten. Sie galt fast aus.
and das Wort Beecoukfielo's „In Asten ist Rau«
ueuei
[6605
xped.
enropäische« System, welches ihre vereinte Weisheit kntworfeu hat, zu verharren. .Die weitere (gefnhr
IN, daß dir omiyzeoer vl!» euitax» sich 'ein
bilden könnte», der Dr- ck jenir Sorge sei so groß,
daß kein Mißbrauch in der Türkei je seine natürliche
oidt.
*ma
» 8
lax.
hreiuer.
Frau Ursula legte das wollene
So
be idaL
H. 22.-
-pe 3.
gefahr gesprochen werden könne, da die Großmächte in dem Entschluß übereiustimmten, den Friede» Europas aufrechtzuerha'te«.
Alle«, was das ottomanische Reich betrifft, zus«m«en zu handel». Wie sie handel» werden, kann ich nicht prophezeie» — ich kenne die Eve»tualitäte» nicht, die entstehen können —, aber Niemand ka- n sogen, es ist unmöglich, daß ste der Klagen der Leide»den müde würden und ei» anderes Arraugeme»t finde» dürfte», nämlich eine» Ersatz für dasjenige, welches die gehegten Hoffnungen nicht erfüllt hat. .. Während der llnterhandlungeu hat nichts größeren Eindruck auf »ich gemacht, als die Neigung ter Großmächte, zusammenzuwirkcu und ihr tiefer Verstä»dniß für die schrecklichen Gefahren, welche die Trennung ihrer Aktion herbeisühre» könnte. Selbst diejenige unter
ihie», welche im VolkSgerede den Raf der Rast lofigkeit hat, hat mit den anderen in dem Bemühe« gewetteifert, diese große Schwierigkeit zu die« günstigen Ausgange zu führen und ste in d»et Weise zu führe». He alle Möchte in einer Linie halte, an- geregt durch da gcrneiisames edles Z'el, das des Frieden» der Christenheit. Das ist eiu sehr erfreu liche» Symptom; ich hoffe, daß 18 die Grundlage eines dauernden Aktion!'tzstems in dieser und vielen anderen Fragen ist, und daß es dem Zustand des bewaffnete» Friedens ein Ende mache» wird.'
Lord Salisbury hat hier be» Vorwurf, als verfolge er in der Türkei eine einseitige, selbstsüchtige Politik, zmückgewiese», ohne, wie obe» gesagt, auf die Vorwürfe einzugehe»; der englische Staatsmann thut, als ob dieses Eingehen unter seiner Würde sei. Jedenfalls find seine Worte, sein Betone» der Einigkeit ein Beweis, daß man fich jetzt scheut, diese zu breche». Die erwähnte „Rastlosigkeit" ist dafür ei» Paradehieb, er kan» dem Quecksilberthum Frankreichs gelte», aber wir glaube», daß er auf das rastlose Arbeite» Rußlands In allen oriertalischeu Frage» gezielt ist. Der letzte Satz SaliSbuiy's ist doppelfinuig, der bewaffnete Friede kann sein Ende finden in der Entwaffnung, aber auch in einem Kriege. — Uebrigerrs kommt die Wiener „Politische Korresp.' dem englische» Kabinet Rußland gegenüber etwa» zu Hilfe, indem fle erklärt, daß Nachrichten einer bevorstehenden maritime» Sonderaktion Englands nur t ie Bedeutung einer Kombination beizulege» sei, wie Graf Goluchowski beim Empfange de» diplomatische» Korps i» Wie» erklärte, daß selbst, wenn die Kräfte
h»r SRfnrte zur (farj
reichen sollten, roch immer nicht ernstlich von Kriegs
iegie. Werne. nd in
Glase bst in len er-
beitev i werde« [ fand«
PH Briefs >»d Berlart g,h. An,. Koch, UnivrrfitätS-Bnchdrurkerei tu Marburg.
Pedaktios anb Expeditiou: Markt 21, Frrnsprech« Nr, 65, epar
Läppchen aus der Hand, mit dem fie sehr eifrig an einer messingnen Kaffeemaschine geputzt — eigentlich recht unnöthig, denn da» hübsche Gcräth konnte unmöglich noch goldener blinken. „So,' wiederholte
für uns Alle' eitirt hatte, der zeitige» Lage der Türkei. Der englische Staatsmann ging dabet aus die russischen Borwürfe direkt nicht ein, sondern be tonte, daß dir Mächte betreffs der Türkei völlig einig seien. „Seit einem halben Jahrhundert hat die Türkei ihre jetzige Stellung inne gehabt, weil die Großmächte beschlossen hatten, daß im Jntereffe des Friedens und des ChristenthumS die Aufrechterhaltung bei Türkei uothwendig fei, und ich glaube nicht, daß die Großmächte jetzt anderer Ansicht geworden find. Tie G fahr, »en» das ottouraHsche Reich fällt, schwebte unsere» Vorfahren vor, als ste die Jntegri ät und Unabhängigkeit der Türkei zum Geger- fiaud eines europäische» Vertrage» machten, und diese Erfahr ist noch nicht vorüber. Zwei Illusionen find zu vermeide», nämlich erstens der Fall, daß dieser Vertrag, der das Konzert Europas zusammenhält, seine Kraft verliert, i»tem irgend ehe Macht dem Vertrage entsagt und die Sache in ihrer eigene» Weise zu regeln sucht. Ich freue mich, sage» zu können: Ich sehe keine Ausficht auf einen solche» Ansgangl Ich glaube, die Mächte weiden zu-
«chärfi» z« vermeiden und in seinen schier unzählige» Reden fich von Ton und Manieren, wie sie beispielsweise sein FraktionSgenoffe Dr. Barth so angenehm zur Schau trägt, ferngehalteu und dadurch fich in einen wohlthuerden Gegensatz zu vielen anderen Politikern der Linken gestellt.'
* (Parlamentarische».) ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß der für Dortmund bei der Stichwahl in den Reichstag gewählte Sozialdemokrat Dr, Lütgenau wahrscheinlich nur durch einen Zufall der sofortigen Wiederabe,keunung seine» Mandats entgangen iß. Am Dienstag wurde er gewählt, am Freitag wegen MajestätSbeleidiaung zu 5 Monate» Gefängniß vcrurtheilt. Hätte vor der gerichtliche» Verhandlung bereit» die amtliche Feststellung des Wahlergebnisse» Vorgelege», wäre also Lütgenau bereits i» aller Form Reichttagsabteordneter gewesen, so würde der Vertreter der Snklagibehörde kaum
größerer Unruhe und Angst Johanne» Herder ver- geblich erwartet, so schloß auch in dieser Nacht dajunge Mädchen kaum für die Dauer einer Sekunde die Augen und es war ihr eine förmliche Erlösung, als die Sonne endlich aufging. — Mit ihren ersten Strahlen erhob fie fich denn auch von ihrem Lager — trotzdem ging sie aber nicht früher al» sonst hinunter und an ihre Beschäftigung — ste wollte nicht wieder gefragt sein — nicht wieder verwunderte Gesichter sehen. — Daß sich noch ein zweites Augenpaar in dieser Nacht nicht geschloffen, ahnte ste nicht, wie im Schlafzimmer der Eltern das treue Mutterherz Luftschlösser baute für da» geliebte Kind — sich die noch so lebhafte Phantafie der alten Dame Grethen» Zukunft mit den glänzendsten Farben aurmalte. Auch fie dachte dabei an einen Mann, aber er imponirte nicht durch die hohe, machtvolle Gestalt de« Doktor» — nicht durch seine geistfunkelnden dunklen Augen — dafür lag aber auf seinen hübschen Zügen der Aus- druck unveränderlichen Frohsinn» und einer Lebenr- lust ohnegleichen.
„Arrangiren Sie nur heute den Theetisch ja recht zierlich, liebe Ursula," sagte der Direktor, nun er seine treue Haushälterin und Freundin endlich in der Küche gefunden, nachdem er fie zur Abwechslung einmal in allen Zimmern vergeblich gesucht „Auch auf da» Abenveffen verwenden Sie besondere Sorgfalt — ich erwarte Besuch heute," «nd mit den Augen zwickernd, setzte er hinzu: „Grethe »nd Doktor Herder."
l. billig kaust ekannt, stadtls
geben, ebenso Großfürst Wladimir von Rußlard — Admiral Knorr erhielt vom Kaiser ferner ei» Cigarettenetui mit der Aufschrift .Meteor'. Prinz Heinrich von Preußen sandte ebenfalls ein Glückwunschtelegramm. — Der General der Kavallerie z. D und Chef be» Dragonerregiments von Brebow (1. schlesisches) No. 4, Wilhelm Graf zu Stol- berg-Wernigerobe, Ritterbes SchwarzenAbler otben», feiert heute mit seiner Gemahlin bas Fest der biamantenen Hochzeit. Graf Wilhelm steht im 89, s-ine Gattin im 79. Lebensjahre. Der Ehe fi»b »enn Kinder entsprossen; bei älteste Sohn, Graf Konstantin, ist Regierungspräsident zu Aurich. — Aus Heiligenstadt wird gemeldet: Der Eichs- feldische Ceuttumsführer Justizrath Strecker ist gestorben.
* (3um Jubiläum des Abgeordneten Rickert) schreibt die „Kons. Korresp.': „Während seines parlamentarischen Wirkens hat Herr Rickert manchen Wandel nicht nur in politische» Dinge», sonder» an seiner eigenen Person erlebt. Al» feine „glücklichste" Periode aber dürfte man fdn — für ihn freilich viel zu kurzes, für unser Vaterland nur zu langes — Zusammenwirken mit dem zweiten. Reichskanzler bezeichnen dürfen. E» wird Herrn Rick-rt darum eine große Genugthuung gewähren, daß er mben dem Herr» Grafen von Caprivi jetzt auch zum Ehrenbürger der Stadt Danzig ernannt worden ist. Die konservative Partei hat namentlich seit der Wadelstrüupfler'Periode des Herr» Rickert i» ihm eine» scharfen, ja vielfach auch »»gerechte» Gegner gefunden; allein der Führer der freisinnigen
Margarethe.
Original-Roman von M. Widder».
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Grethe wußte, Johanne» liebte den Vetter nicht und er würde e» durchaus nicht gern sehen,
wenn er mit ihm zusammenträfe oder von seinen Besuchen erführe. Dennoch aber schwieg fie — fie hatte nicht den Muth, den Eltern zu sagen, welche Aussichten ihr derPathe wieder ei öffnet, und dachte sich um vieles erfolgreicher, wenn dieser — der chgeschätzte, erfahrene Freund, mit ihnen sprach...
So «artete sie mit fieberhafter Sehnsucht seines ^Erscheinens, ohne den Ihrigen doch auch nur mit einer Silbe zu verrathen, daß heute noch ein zweiter Besuch in »ru sicht stände, fie wollte keine verwunderten Blicke sehen, keine erstaunten Fragen Horen. Aber e« schwebte ein eigener Unstern über Grethen-Erwartungen: Man hatte lange zu Abend gegessen und Lisktte die Lampe in die Laube gebracht, bi der nur die Eltern und Grethe zurückgeblieben, «ährend die übrigen Familienmitglieder allesammt ins Hau» gegangen, um Schularbeiten zu machen — und der Direktor war noch immer nicht da Auffallend oft fragte Grethe jetzt den Vater, wie
unterlassen haben, den Antrag auf Aberkennung des ReichstagSmanbatS zu stellen. Der von der Maje- ßätSbeleibignng handelnde § 95 des Strafgesetzbuches sagt nämlich u. A.: „Neben bei G.fänguißstrafe kann auf Verlust bei bi kleidete» öffentlichen Remter sowie bei auS öffentlichen Wahlen heivorgegang-nen Rechte e kannt werden."
* (Vermehrung ber Richterstellen.) Justizmlnister Schöxstebt sorgt in energischer Weise für Vermehrung bes Richterperfcna's. Arn Berliner Landgericht II hat derselbe 10 außeretatmäßige Richterstillen in etatmäßige nwznwandel» beantragt, und der Finanzminister Miquel hat bereits verfügt, daß dir erforderliche Summe in den nächstjährigen Etat der Justizverwaltung aufgenommen werde.
* (Militärdienst der BolkSschullehrer.) Demnächst wird, wie »ach dem „Hann. Cour." verlautet, He bereits angekündigte Verordnung erscheine» die den Semirarabitnriente» mit dem Bestehe» der Abgangkprüfung das Recht al» Einjährig-Freiwillige zu dienen verleiht.
* (Militär-Sirafprozeßordnung.) I» dem Entwürfe der Mtlitör-Strafpiozeßordnung soll, wie (in parlamentarischer Berichterstatter erfahren habe» will, dir O ffentlichkeit des Verfahrens von ber Natur ber Delikte adhäigig gemacht werde», sodaß also die Oiff.ntlichkeit theilS zugelaffe», thell» anSgeschlosse» wirb.
* (Sozialdemokratisches.) Der Vorstand der sozialdemokratische» Partei hat aus Fond», welche ihm zu Unterfiützungkzwecken zur Verfügung stehen, dem sozialdemokratischen Weber Klingberg zu Stein- fcif^-tc’; Mittel zur Verbesserung
de» WebfluhlS seiner Tochter überwiesen, nachdem ans be« von dem Kaisir zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellten Geldmitteln keine Unterstützung gezahlt werde- konnte, da e» sich um die Familie eines sozialdemokratische» Agitator» handelte. Natürlich bedeutet die Unterstützung au» dem sozialdemokratische» Parteifoud» nur eine Demonstratio», da sonst für ähnliche Zwecke aus diesem Fond» Idne Gelder hergegebe» werden.
* (Die Finanzlage Preußens) wird in einem Artikel de» „Hamburgischen Konefpondente»" erörtert. DaS genannte Blatt kommt dabei zu folgendem Ergebniß: „In dem Zeiträume von 1880/81 bis 1893/94 find (dnschließltch rund 355 Millionen außerordentlicher Schuldentilgung in den Jahren 1888/89 bis 1890/91) rund 635 Millionen Schulden getilgt worden; rechnet «an davon jene nahezu 500 Millionen an neue» Schulden ab, denen
Deutsches Reich.
* Berlin, 11. Navbr. (Tagesbericht.) Die Kaiserliche» Majestäten, welche gestern dem Gottesdienst in ber FriedenSkiiche zu Potsdam beigewohnt, machte» heute früh einen gemeinsamen Spazierritt. Hierauf hörte bet Kaiser int Neuen Palais verschiedene Vorträge und empfing den Kapitänlieutenant a. D. Wisl'cennS und den Verleger Brock haus, welche da» Prachtwerk „Unsere Kriegsflotte" überreichte». — Pii»z Hei»rich von Preuße« trifft am Donnerstag in Potsdam et» und wird fich Nach mittags mit dem Kaiser zur Jagd nach L e tz l i u g e u be
sie, aber diese» „so" klang merkwürdig gedehnt und Frau Ursula war doch sonst stet« so erfreut, wenn ihr der Direktor einen Besuch anmeldete. Der alte Herr sah sie denn auch ganz verwundert an. „Paßt e» Ihnen heute nicht?" fragte er — er sagte er nicht gereizt, aber auch nicht so freundlich, al» er sonst mit Frau Ursula zu reden pflegte.
Die alte Dame machte eine rasche, ablehnende Handbewegung, dann legte fie die arbeitgewohnte und doch immer feine, schöne Hand auf seinen Arm: „Palzow," sagte fie in ihrer liebenswürdigen Weise, „Palzow, um Gotteswillen, Sie denken doch nicht, ich unterzöge mich ungern einer kleinen Mühe? Und wenn Sie mir sagten, Sie hätten fich zwanzig Gäste zu Souper eingeladen, so würde ich gern, und gewiß auch zu Ihrer «nd der Gäste Zufriedenheit, selbst in so kurzer Zeit Alles herzu- richte» wissen.
„Was mir nicht gefällt," fuhr sie dann fort, ohne alle Scheu und Angst vor feinem etwaigen Zorn, in das Gesicht des Direktors sehend,! „ist nur, daß Sie sich in Hdrathsgeschichten mischen. Sie hätten es den jungen Leuten überlassen müssen, sich allein wieder zu finden." Und noch eindringlicher setzte sie hinzu: „Palzow, mich hat e» eine alte Erfahrung gelehrt: es ist Vermessenheit, wenn der Mensch, und sd er auch der klügste und der beste der Vorsehung »ergreifen will--die
Ehen werden nun einmal im Himmel geschloffen: und ich lasse mir'» nicht ausreden: was fich finden soll findet sich."
„Unsinn," unterbrach fie der alte Herr, „Un- stnn t Uebrigen» was wiffm Sie denn von meinem Vorhaben — so viel mir bewußt, habe ich Ihnen doch nichts gesagt."
„Daß Sie, trotzdem Herr Doktor Herder einen
Ny
sagt dik (6483
v'Mbe, Uhr:
)rung irik
Dreifach schließlich, nachdem sie mit Befriedigung Ostasten gekreist
Nkl P I rt„h das Wort Becton?fielt?8 -Sin Asien isi Rau«
ch Rohr' [1141
sraM gepSs ide» Btt (1S8< m» *
Stickerei gelegt, welche in ihrer vollendeten Akkuratesse das beste Zeugniß für Grethens Kunstfertigkeit oblegte. Wie kam nur der Vater dazu, ste für ermüdet zu halten?! Aber es konnte ihr schon recht sein — war es doch jedenfalls besier, der Pathe traf die Eltern allein; wenn er überhaupt noch kommt! dachte sie sonach mit einem kleinen Seufzer; dann aber schnell ihre Arbeit zusammen- legend, stand ste auf und eilte, nachdem sie den Eltern den zärtlichsten Gutenachtkuß geboten, in das Haus und in ihr Stübchen. Da aber dachte sie noch gar nicht daran, fich zu Bett zu begeben.
Da» Fenster de» hübschen kleinen Raumes, da» die Mutterliebe in ihrer langen Abwesenheit auf da« Zierlichste ausgestattet, lag gerade über der Laube. Sie setzte sich hinter' ihr Nähtischchen in die Nische, um hier der kommenden Dinge zu warten; au» Erfahrung wußte fie ja, von hier aus konnte ste jedes Wort verstehen, wa» in der Laube gesprochen wurde — freilich, momentan brachte ihr dieser Umstand keinerlei Nutzen — der Vater studirte seine Tante Voß und die Mutter war in ihr Wirthschastsbuch »erlieft — aber fie harrte immer noch bes Pochen, was dann aber in der Laube gesprochen werden würde, hätte ste für ihr Leben gern gehört.
Wer hat nicht schon einmal im Leben ungeduldig auf bas Erscheinen irgend einer Person geamtet ? Ja wohl! Jeder von uns kennt daher auch die eigentliche Nervosität, in welche dieses Warten uns zuletzt versetzt, und wird es daher begreiflich finden, wenn wir sagen, Grethe saß wie im Fuder: ihr Gesicht glühte und ihre Hände bebten; und doch änderte all ihre Erregung nichts an dem Faktum, der Direktor kam nicht — heute nicht mehr.
Wie nach jenem Abende, an dem fie in noch
viel denn die Uhr sei, so oft, daß der Rath endlich, ärgerlich darüber, sich so oft in seiner Zeitung» lektüre gestört zu sehen, sagte: „Wenn'» Dich denn heute schon so früh nach dem Bett verlangt, Grethe, so leg' doch in Gotte» Namen Deine Arbeit zusammen, ob da» Ding» da, an dem Du Dir uur die an sich schon nicht kräftigen Augen vollends verdirbst, heute oder morgen fertig wird, ist ja MW."
Sie hatte erstaunt beide Hände über die
(621;
Kupfer, Eise«, zu be» [4475
Steigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte«, ;»wie die Annoneen-Bureaur von Haasensteiu x. Vogler in Frankfurt «. M., Toffel, Magdeburg xnb Wien; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L Daube u. Eo. in Frankfurt «. M., Berlin Hannover, Pari».
Jlluftrirtes Sonntagsblatt.
»r,
'erkaufen.
[66kl
terirrge
’ strafe ftabe» werde. DaS wäre eixe eruste Täuschung, äu der- Ich glaube, bie Mächte find durchaus entschlossen, i»
25 HL ■ ----- —
mb,
»erkaufe»
Erscheint täglich ntn « Werktagen nach Genu- nutz rgwt .
Sei «tagen. — Quarial-Xbrunements-Prei» Id bet Erve- MllflT pIl ,
bttton ä Stt., bei allen Mietet» 3 SH. SB Sfg. (exkl. WTwwwvv
ÜÄ’mÄSÜÄZMÄÄ Mittwoch, 13 November 1895.
sammexst'hen, und glaube, baß fie nie geneigter [6719 »aitn als jetzt, zusamrnenznst-he» und bei dem