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Wöchentliche Beilage«: Kursblatt für die Kreise Marb«rg ««- Kirchhain.

aB\öSSn Illustrirtes Sonntagsblatt. 6»«6fambtn der Redakion: 10 $l$tt&Vst>rmtttisSt.

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Marburg,

Dienstag, 12 November 1895.

RazeiS« nitrat cdgegtu di« Expedition dieser Bletter, tewte di« Nlmonc«u-Btlrr«r von Haasnistriu ». Bögler in Frankfurt «. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf Stoff« in Frankfurt e. M., Berlin, München ». Köln; G. ß. Daub«». To. in Frankfurt «. M., Berlin Hannover, Baris.

XXX. Jahrg.

^Die elterliche Gewalt im bürger­lichen Gesetzbuche.

\ Der Entwurf bei bürgerlichen Gesetzbuches ^handelt die elterliche Gewalt ihrer wesentliche« gkurdlage »ach al» eine vormundschaftliche im ^Modernen Sinne der Vormundschaft, das heißt als rchi dem Interesse des Kiude» dienende» Schutziustitut sßitgegr» dem geltende» Rechte hat der Entwurf auch ijie Mutter, wenn »ach Lage der Verhältnisse die fertürliche elterliche Schutzpfltcht an fie herantritt, wchtlich de« Vater gleichgestellt. So lange beide Stier» lebe» und der Vater im Starke ist, die (Sc- Satt audjuübe», tritt das Recht der Mutter zurück Sei bestehender Ehr ist da» Uebergenicht de» Vater» W der Natur der DI»ge begründet, muß ihm die betierliche Gewalt beigelegt werbe». Die elterlich- Wewalt der Mutter tritt aber ein, wenn bet Vater toestorben oder für tobt erklärt ist, ober wen» er die väterliche Gen alt verwirkt hat und die Ehe aufgelöst W. Mit dem Austritt au» dem Alter der Minder- Wrigkeit erreicht die elterliche Gewalt ihr Ende.

Die elterliche Gewalt begründet für de» Inhaber Derselben 1) die Pflicht und da» Recht, sowohl für Die Person al» auch da» Vermöge» bei Kinde» zu tagen, 2) da» Recht der Nutznießung a» dem Ber- feigen de» Kinde». Tie Sorge für die Person de» Siebe» umfaßt vornehmlich das Recht u»b die Pflicht, pia» Kind zu erziehe», zu beauffichtigen und seinen Aufenthalt zn bestimme». Der Inhalt der Erziehnng» «walt ist im Entwurf nicht erläutert.

: Da? Recht der Nutznießung a» dem Sera öze» le» Kindes erstreckt sich u'cht auf das sogenannte meie Vermögen des Kinde». Al» solches find an Wehen die ausschließlich zum persönliche» Gebrauch fe Kindes bestimmten Sachen, insbesondere Kleider Dd Schmuckssche», ferner was das Kind selbstständig wirbt, und was das Kind aus Erbschaft ober Schenkung mit ber Bestimmung erwirbt, daß es der Nutznießung nicht unterliegen soll. Die elterliche iutzuießung endigt mit dem Aushören der elterliche» kWalt, also mit dem Eintritt der Volljährigkeit; e endigt weiter, wenn fich daS Kind verheirathet. u Da» Kind ist »ach dem Entwurf de» bürgerliche» MesetzbncheS vollkomme» verwögenssähig Mit dem Mtze de» alttömische» Recht», daß das HauSkiud, bas es erwirbt, dem Hausvater erwirbt, ist voll« Windig gebroche». Damit ist auch jede Bestimmuug pet die Haftpflicht de» Vater» für die Geschäfts- feuldeu de» Kindes gefallen. Eine solche Haftpflicht fett nach dem Entwurf nur ei« nach den allgemeinen

i Margarethe.

I Original-Roman von M. Widdern.

I (Nachdruck verboten.)

| (Fortsetzung.)

| Und al« dar junge Mädchen traurig da« Köpfchen bitte, fuhr Polzow fort, zum ersten Male, seitdem p ihn kannte, in einem Ton, der auch nur zu Deutlich seine Unzuftiedenheft mit ihr verrieth:Es tat ja vielleicht in meiner Macht, Deine lieber- Rung wieder gut zu machen Herder fieht in mir pnen treuen, väterlichen Freund und er giebt auf mein Urcheil und meinen Rath etwa« ... . Wenn « ihn nun herbitten ließe zu einer vertraulichen Mterredung und ich würde ihm von Deinem heutigen Wsuche erzählen sagm, Du bereutest und Mischest von ganzem Herzen eine Versöhnung mit Im, dann könnte ja noch Alle« gut werden, Kind, Mer «er steht mir dafür, daß, wenn die Versöhnung pstande gebracht ist und ich auch Deinen Eltern eine freundlichere Meinung von dem Schwiegersohn bei» »bracht habe, nicht doch wieder dieser und jener hnmt, der Dir da« Köpfen mit ganz anderen Ideen Mt und Du meinem braven Herder von Neuem Ibten Korb giebst 1*

' Mit einem Jubellaut hatte Grethe ihre Arme fen den Hal« der alten Herrn geworfen:Wer? Milel, frage lieber, war beim meine Antwort ferm doch nur sein: die tiefe, grenzenlose Liebe für Mhanne«, welche ich nun doch erst jetzt ganz erkannt Mbe, nachdem ich ihn für immer für mich verloren Waubt t" Jetzt aber wurde da« Gespräch der beiden feterbrochen, Frau Ursula kam mit dem Kaffee, sie begrüßte Margarethe wie immer auf da« Liebe» festste und bald plauderte man gemüthlich über die

Grunvsätze« über Auftrag und GeschastSschulde» deS Hauskiudes hastet »ach dem Entwurf der Inhaber der elterlichen Gewalt für die Deliktschulden des Hartt lindes. Damit stimmt das bestehe»de Recht durchweg überein.

Der Inhaber der elterliche» Gewalt verwirkt fie, wenn er Wege» eines an bim Riebe begangene» Ver brechen» ober vorsätzlich verübten Vergehen» zu einer Zuchthausstrafe oder einer Gefängnißstrafe von »iedestenS 6 Monaten vernrtheilt wird. Die Mutter verliert die elterliche Gewalt, wenn fie fich wieder verheirathet. Trotzdem behält die Mutter auch nach Verlust der elterlichen Gewalt da» Recht und die Pflicht, für die Person he« Kindes zu sorge». Ebenso hat ber 3» h aber bet elterlichen Gewalt auch »ach Beendigung derselbe» die mit der Sorge ffir die Person und da» Vermögen de» Siebe« verbundene» Geschäfte fortzuführe», bis er von der die Beendigung bewirkende» Thatsache Ke»»t» erlangt hat. Beim Tode deS Kindes hat der Inhaber der elterlichen Gewalt die dringliche« Geschäfte bi» auf Weitere» zu erledige«.

Deutsches Reich.

* Berlin, 9. Novbr. (Tagesbericht.) Auf der gestrige« Jagd in P i e S d o r f erlegte der K a i s e r 294Hase«, 66 Fasane«, 6 Rebhühner und 1 Kaninchen. In der heutigen Nacht ist der Monarch im Neue» Palai» bei Potsdam wieder eingetroffe». Heute Vor» mittag hörte Se. Majestät die Vorträge des Chefs des Generalstabs Grefe» Schliffen und des Chefs deS Militär kabin-ts n»d »ahm die Meldungen de» nach Rom al» Militärattachö gehenden Flügel- abintanten Major von Jccobi, sowie de» Komman­deur» des Leib Husarenreg'meitS Oberstlientenant Mackensen entgegen. Abends speiste der Kaiser im Kreise deS Offtzierkorp» der oben genannten Regi­ments. Bon der Kaiserin ist für die Glückwünsche znm Geburtstage dem Magistrat und den Stadt» verordneten von Potsdam ein sehr »arm gehaltenes Dankschreiben zugegangen. ES heißt in demselben: ES ist mir eine große und tiefe Freude, daß gerade in diesem Jahre, wo überall begeistert die Eriuueviug an eine große Zeit gefeiert und in Jubel und Dank» gefühl vor Allem Gott die Ehre gegeben wurde, auch in der dortige» Bürgerschaft sich Herze» und Hände rege», um in unserem Volke da» wichtigste und heiligste Vermächtniß de» große«, unvergeßlichen Kaiser», die Erhaltung der Religion, zu ehren mrd zu erfüllen/ En ©onberconrier de» deutsche» Kaiser» überbri»gt dem Prinzen von Wale»

denkbarsten Themata, bi« e« für Margarethe Zett war, aufzubrechen.

»komm noch einen Augenblick in meine Studir- stube," sagte der Direktor da, .ich habe Dir eine neue Büchersendung zu zeigen," dabei warf er der Kleinen einen so verschmitzten Blick zu, daß Grethchen schon wußte, welch eine Bewandtniß e» mit der Büchersendung hatte.

.Nun," fragte fie denn auch gespannt, al» fie kaum zwei Minuten später mit dem Pathen in seiner hübschen Arbritrstube stand,nun, Onkel Direktor, war hast Du mir noch Geheimnißvolle» zu sagen, da« Frau Ursula nicht hören sollte?"

Palzow hatte fich in einen Polsterstuhl geworfen, Margarethe stand dicht vor ihm. Die großen blauen Augen, die jetzt wieder so hoffnungsvoll blickten, sahen aufmerksam in da« runzelvolle Gesicht ihre« alten Freunde».

Onkel, spanne mich doch nicht so auf die Folter, sondem sage mir endlich, war Du noch von mir willst."

Da zog sein Arm die kleine Gestalt näher zu sich heran.

.Wenn ich nicht so genau wüßte, daß mein Liebling fich unter bat trefflichen Schutz bezieht, wenn es sein kleine« Querulantenköpfchen an meine« braven Herder» Brust legt, ich würde mich gewiß nicht in die Geschichte mischen so aber" er strich mit der Hand zärtlich über ihre heiße Wange, hernach aber setzte er nach einem tiefen Athemzug hinzu: .Den Herder «erde ich mir noch heute herüberkommen lossm er soll Alle« erfahren, Alle«, mein Grethchen. Ich kenne aber seine un­bändige stolze Natur und ich weiß ganz genau, er wird lieber sein ganze« Lebenrglück zertrümmert

Sr. Majestät Geburtstagsgeschenk. Prinz Hein­rich »on Preuße» ist mit stirer Gcmahli» in Darmstadt zum Besuche des Großherzozspaare» da- gdroffe». Sie wurden am Bahnhöfe von bim Groß Herzog Ernst Ludwig begrüßt und sodann zum Schlosse geleitet. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist »ach zweitägigem Aufenthalt auf feine» Besitzungen im Posensche» wieder i» bet ReichShauptstadt an> gikomme». Eduard von Simso», der erste Präfideut deS deutsche» Reichstages und de» Reich», gleicht», begihi morgen seinen 85. Geburtstag. Simso», der bekanntlich vom Kaiser Friedrich de» Schwarze» Adler Orde« erhielt, lebt seit Anfang 1891 i» Berlin. Der Landrath de» Kreise» Plesche«, von Röll, übernimmt die Chef- r ebaltion ber .Kreuzzeitung".

* (Gebenkfeier.) Anläßlich be« Erinnerung» tage» de» Siege« de» deutschen KiiegSschiffe»Meteor" über den französische» AvisoBouvet" fand heute Abend zu Ehnu de» Admiral» Knorr imKaiserhos" ein Diner statt, woran einige siebzig Marineoffiziere theilnahmeu. Knorr wurde von den Fetztheilnehmer» begrüßt und von Admiral Hollman» auf den Ehren­platz geleitet Während ber Tafel trafen zahlreiche Glückwunschtelegramme ei». Knorr toastete auf be» Kaiser u»b schloß mit eimm Hoch auf bie Marine, Hollman» auf Knorr. Da» erste Telegramm a» seinem Ehrentage hatte er von Sr. Majestät bem Kaiser, schon am Morgen erhalte«, ber bem Admiral seinen herzlichen Glückwunsch auSsprach. ES lautete: .Bei ber Wiiderkehr de» Gefecht» bei Havanna er­innere Ich Mich gern de» von Ihnen al» Kommandant bei KanouenbootisMeteor" geführte» siegreiche« Gefecht» n»b spreche Ich Ihne» Meine» warmen Glückwunsch zu bem heutige« in ber Marine fast einzig dastehende« Gedenktage aus."

* (Konferenz.) In der Versichern-gSkonferenz erklärte Präfibcnt Boediker, baß seine Vorschläge zwar für alle eine Vereinfachung Erleichterung und Kostenersparniß bedeutete«, ganz besonder» aber für die laudwirthschastliche Bevölkerung. Die einstigen Gegner ber Ueberiragung ber Invalidität»- und Altersversicherung behielte« auf dem Boden seiner Vorschläge zu drei Viertel Recht. Die landwirth- schaftlichen BerufSgeuLsfenschasteu würden nicht mit ber JnvalibitätS- und Altersversicherung befaßt nub e» brauchten nicht nun ber Invalidität«- und Alter», verficherung willen «st BernfSgei «ffenschafte» für Handwerker und Kleingewerbetreibende, für Dienst- Herrschaften und sonstige nicht berufSgenoffenschaftliche Arbeitgeber geblldet zu werden. Alle» müsse daran gesetzt w«deu, Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch

sehen, al« daß er nachdem er abschlägig in aller Form beschieben ist von Neuem den ersten an- nähernben Schritt thun wird unb ba ich denke, e« ist ba« Beste, roemt ich Euch beide morgen zum Abendessen zu mir labe ich will schon bafür Sorge tragen, daß Ihr Euch ungestört versöhnen könnt aber, Mädchen, ba« sage ich Dir," und bie Angeredete wat ganz erschrocken darüber, wie furchtbar ernst ber Pathe mit einem Mal ge­wordenmachst Du mir bann noch einmal Ge­schichten, so bin ich nicht mehr Dein alter Freunb beim nun, .baß Du e« ein für allemal weißt: Mäbchen, bie sich'« einsallen lassen, mit Männern zu spielen liebe ich nicht. So, Kinb, unb nun geh', bie Eltern suche ich mir noch nach bem Abendessen auf ich will einmal ernsthaft mit ihnen über ben Herder sprechen ich hätte er längst thun sollen, vielleicht wäre dann Alle» ander» gekommen."

Wie sehr unterschied fich bie Stimmung, in ber Margarethe ben Rückweg antrat, von jener, in welcher fie vor wenigen Stunden ba« Gymnasium ausgesucht l Jetzt war ihr Herz voll Hoffnung unb Glück ba« Bild be« Geliebten stand weit strahlender denn je vor ihrem geistigen Auge-

Margarethe hätte lachen unb fingen mögen, aber trotz be« Freudentaumel» in ihrem Innern hatte fie doch noch Besinnung genug, um zu wissen, baß fie fich auf ber Straße befand unb ein junge» Mädchen Grund genug habe, fich da nicht auffällig zu betragen. Unb doch machte fie ben Weg nicht unbeachtet manch einer bet Passanten sah fich interesfirt nach ber reizenden kleinen Dame um, auf beten zartem Gesichtchen ein

gemeinsame Interessen, gemeinsame Ttzätigkeit, ge­meinsame Einrichtungen a« einander zu f.ffel». Darum gelte e», die Organisatii« ber Arbetterver- ficherung entsprechend einzurichte«. Der Verband der deutsche« BkrufSgeurffenschafte« hat fich zu be« Ser« schmelz'ngSidee» bei Präsident n Boediker zustimmend erklärt u«d seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, die Mehrlasien, die au» bet V-rwiiklichunz dieser Ihren erwachsen werbe«, trage« za wolle«. Dr. Boediker vertritt übriger s auch die An ficht, die BernfSgenoflen- schäften könnten den größten Theil de» Alter»- und JuvaliditätSgesetze» dahin übernehme«, daß ein be­stimmter Prozentsatz (etwa l°/0) am Schlüsse bi» Jahre» umgelegt und von den BerufSgenofleuschaftc» eingezogen werde. De« Wunsch «ach Beseitigrmg de» Marken« klebewesen», ben Herr Boediker wohl mit allen Bethei­ligten theilt, begründete ber Genannte mit der Aus­führung, daß die Marken nicht geleistet hebe», waS von ihnen erwartet tonrbe, daß andererseits eine schwerer empfundene Belästigung der Betheiligten eiage.rete« sei, alS man vorauSgesehen habe. Durch Tausenbe von jährlichen Strafverfügungen ber JuvaliditätS- unb Alters verficherung! Vorstände fei «wiese», daß Beitragsmarke« in großem Umfange nicht verwendet würden. Viele» wurde durch Unachtsamkett und Jrrthum, viele» auch durch unredliche Manipulationen verschuldet. So wie bie Dinge liegen, sei eine Ab­stellung ber unleidlichen Zustände durch au» geboten. Man darf fich also ber Hoffnung hi»gebe», daß, unbeschadet ber heilsamen Wirkung be» betreffenden Gesetze», die leidige Markenkleberei recht bald ein Ende nehmen wird. Nachdem im Allgemeinen die günstigste Neigung für die Boediker'schen Pläne fich gezeigt hatte, wurde die Konferenz geschlossen.

* (Parlamentarisches.) Dir durch die Be­förderung deS Abg. Gröber (Ctr.) für den württem- bergischen Wahlkreis Ehingen «forderliche Nachwahl znm Reich! tage findet am 13. Dezember statt. Der Abgeordnete Rickert (frs. Bereinig) beging sei« 85jähriges Abgeordnetenjubiläum. Hierzu wird aus Danzig berichtet, daß demJndilar zahlreiche Glückwunsch- adreffk« zugegange». An der Spitze der Gratulanten standen die städtischen Körperschaften der Stadt, die Rickert zum Ehrenbürger ernannten.

C (Der BnndeSrath) hat in sein«heutigen Sitzung dem Entwurf einer Verordnung wegin Ab­änderung der Brrorduung vom 18. April 1883 über dir Kautionen der Beamten und Unterbeamten der Reichs > Post- und Telegrapheuverwaltuug und der ReichSdrrckerei die Zustimmung «theilt und außerdem dir Entwürfe des Etats der Marineverwalinng, der Post- und Telegraphenverwattnug, der Reichs-Justiz-

Ausdruck von Glückseligkeit lag, der seinesgleichen suchte.

Zu Hause angekommen, blickte fie denn auch die Eltern ganz verwundert an, aber fie äußerten nichts darüber, nur glaubten sie beide bem Direktor zu großem Dank verpflichtet zu sein, jrbenfall» hatte er Grethchen ihren Standpunkt klar gemacht unb sie schaute nun wieber freudig in bie Zukunft.

Wir haben inzwischen ganz charmanten Besuch gehabt," sagte bie Räthin, nachdem sie das junge Mäbchen nach bem Befinden be« Direktors befragt, unb ich bedauerte wirklich, daß Du nicht zu Hause warst " Unb al« Grethe fragend niedersah, indem fie da» Hütchen vom Kopfe löste und bann ba« üppige Haar glatt strich, setzte sie hinzu:Herr Augustin Herder war hier und fein heitere«, lebens­volle« Wesen hat un« selbst heiter und lebensftoh gemacht übrigen« ist bet junge Mann ein Glücks­kind! Wie er un« erzählt, ist ihm gestern au« Amerika bie Nachricht zugegangen, baß ihm bort ein krösusreicher Onkel gestorben, dessen Jntestatnb« er ist, feitbem der alte Herr vor kurzer Zett schnell hintereinander beide Söhue verloren. Nun hat der Testamentsvollstrecker Herrn Augustin al» Erbschafts- Vorschuß Wechsel in bedeutendem Umfang auf ein größere« Bankhaus in der Residenz übersandt der Verstorbene hatte e» so gewünscht, schrieb er dabei, damit der Neffe sich auch gleich selbstständig machen könne. Unb der junge Mann gedenkt nun auch selbstverständlich seine Stellung hier sofort aufzugeben und in der Residenz eine Weinhandlung in großartigstem Stil zu etabliren."

Grethe war zusammengquckt, al» sie Augustin» erwähnen hörte er hatte jr ihren ganzen Kummer verschuldet dennoch aber glaubte fie