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ts Marburg, W Dienstag, 29 Oktober 1895.
WScheuttiche Beilagen: Kr üsblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. i™*' Jlluttrirtes Sonntagsblatt.
Mitza———_________
Nnzeigeu nimmt tnigtgtn die Expedition dieses Blatte», sowie di» »mwnctn=8nr«eai von Haasmsteiu x. Vogler in ,
Frmckfxtt s. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf xxä. Z-ahra Rost» in Frankfurt «. M., Berlin, München u. Köln; G. L. v ’ 8
Daube x. ko. in Frankfurt «, M., Berlin Hannover, Bari»,
■Ä* Wir eröffnen hiermit ein Abonnement auf die „Oberhessische Zeitung" für chie Monate November und Dezember Der Bezugspreis beträgt für Marburg MO ML, für Auswärts durch die Pof 1.50 Mk.
I Die Weihe des Reichsgerichtsgebäudes tu Leipzig.
* »Der Ehre bei allmächtigen Gotte», dem Rechte mb feinen alle Zeit getreuen Knechten' mit diesem Spruch hat Kaiser Wllhelm vor si brn Jahren, an -em Gedenktage der Reformattou, den Grundstein zu km Ban geweiht, befftn Vollendung jetzt in fest sicher Weise gefeiert worben ist. „Gott zur Ehre, km Reiche zum Ruhm, dem Rechte zum Schirm' 9 hat König Albert gesprochen, all er die Kelle er» iriff. Nun ist dal Werk vollbracht, prächtig erhebt ich der stolze Bau, in dem fortan dal höchste Recht psprocheu wird, all ein Merkzeichen der deutschen iinigung. In Wallot'l ragendem Palast, dessen kuppeln auf dem Königlplatze zu Berlin sich mächtig rhebeu, wird fortan dal deutsche Recht, wird vielleicht pabe in der kommenden Session in dem bürgerlichen »esetzbnch ein nenes Ferment der ReichSekihett ge» chaffen werden, in Leipzig, am Johannapark, werden ie obersten Richter die Hut darüber führen, daß da» ksetz nach Wort und Inhalt gesichert bleibe. Drei «re Wahrzeichen der Gemeinsamkeit hat dal Jahr, idem wir leben, nns gebracht: dal neue ReichStagl. au», dal gewaltige Werk del neuen Kanals, der it deutschen Meere verbindet, den Palast del Reichs- erichtel.
El ist allerdings nur ein äußerliche» Zeichen, tf fortan sich den zahlreichen Zengen der Eintracht iuzufügen soll. Denn nur ein neuer Raum wird eschaffe», nicht eine neue Thättgkeit. Das Reich» nicht selbst in seiner Organisation besteht seit mehr 6 anderthalb Jahrzehnten, nm in der nuverbrüch- cheu Handhabung der Gerechtigkeit die Majestät nud Heiligkeit del neuen Reiches zu wahren. In der iröffaunglfitzung führte Eimson au»: „Mit der kheit der Justiz wird neben der Einheit bei Heer» tfenl, der auswärtigen Angelegenheiten nnb de»
Margarethe.
Original-Roman von M^Widdern.
(Nachdruck verboten.) (Fortfetzun»)
Leises Weinen unterbrach ihn: „O, Sie find «usam,' flüsterte die Stimme Margarethen» da» üschen.
Er sah beinahe erstaunt zu ihr nieder und seine tge erweichten sich — er sah gut und mild aus, 1 rr rasch ihr dunkle« Köpfchen in seine beiden lnde nahm — „Grethchen, liebe» Grethchen, Sie rinen um mich?' Und dann berührten seine ppen ihre Stirn und seine Arme schlangen üch »die schlanke Taille des schluchzenden Mädchen», ■ ,so lieb haben Sie mich wirklich?' sagte er — >d als sie mit dem Kopfe nickte und unter Thränen ühelte, flüsterte er: „Ich konnte c» noch immer A glauben, Grethchen! Da» Leben hat mich ja mißtrauisch gemacht, daß mir nur zu oft Stunden »en, wo ich auch an Ihnen zweifle. . . . Wenn « wüßten, wie furchtbar ich getäuscht worden, irden Sie sich dann darüber wundern.'
Da fuhr ihre Hand schmeichelnd über seine rchte: „Wollen Sie nicht einmal Ihr Herz vor » outschütten?' sagte sie bittend, „nicht den Aeier lüften, der mir Ihre Vergangenheit so ster verhüllt?' Und schüchtern da» Auge zu Boden rnkt, setzte sie hinzu: „Brautleute, und vor Golt b wir da» doch schon, sollten kein Geheimniß vor rnder haben!'
. Der eben noch so weiche Ausdruck seine» Ge» >!» machte im Moment einem ganz anderen Platz Johanne« Herder sah wieder ernst und finster
1 wie immer und beinahe entzog er Margarethen ie Hand.
»Wer hat denn diese Weisheit in Ihren Keinen Pf gelegt,' sagte er herbe und fuhr dann leiden»
der bertchen Eiiheit avfzerichtet. Da» Reichsgericht wirb seine Aufgabe darin suchen, da« Recht des Volk-» streng zu hüten und die mühevoll errungene Einheit bei Bat erlaube! vor jeder Zersplitterung zu bewahren.' Schon die Wahl de» ersten Piäfideuten, de» Marn s, bet einst von Franifmt an» lern ältesten Sohne ber Königin Louise bie Kaiserkrone entgegen trug, der später berufen war, al» Führer bei Reichs tag! in BesailleS die jubelnde Zustimmung bi8 Volkes zu bet herrlichen Erfüll«ug unserer Hoffsunge Kurznsprechtn, »ar ein beredte» Zeichen dafür, da dem neuen Reichsgericht nicht nur bie coicrete Aufgabe der RrchiSsp.echuug zugedacht war, sondern daß rS zugleich ein u bedeutsamen Faktor bei der Lösung der i d e e ll e n Aufgabe, Deutschland» Stämme auch inaerlich zu verbinden, erfüllen sollte. Srmsou war ein Mann vou natiomrlpolitischer Bedeutung, er war nicht nur der hervorrc geude Jurist; er ist in sein hohe« Amt berufen worden, eben weil in ihm sich da» Ziel, da« e» zn erreichen gab, am deutlichsten verkörperte Allerdings trgte schon früher der Reichshofrath nnb da» RrichSkamme girlchi; zu Rottweil, auf der Lmt kircher Haide und in Nürnberg gab es Reichruntergerichte, die „nach de» Reiche» und gemeinen Rechten und «ach ehrbaren und redlichen Ordnungen nnb Statuten' entscheiden sollten, aber ihre Befugniß war nicht nur beschränkt durch bie Privilegien verschiedener Stände, sondern da» Ansehen dieser Gericht». Höfe war in gleiche« Maße, ja noch in schnellere« Tempo gesunken, al» da» der Reichrgewalt, und nur mit lächelnde« Spott gedachte man bei Entscheidungen jener Gerichte. Nur wo bie Staatsgewalt in feste« und unverrückbarem Ansehen steht, können auch bie Gerichte jene Autorität bewahren, ohne die ihre Sprüche und Sentenzen ihre Wirkung verlieren. E« war eine der ersten Forderungen de» nationalen Bewußtsein», al» erst die deutsche Kaiserkrone in neuem Glanz erstrahlte, auch ein gemeinsame» Recht nnb einen gemeinsamen, höchsten Gerichtshof zu schaffen. A« 1. Oktober 1879 wurde bie erste Sitzung de» neuen Gericht, mit seierlichrr Ansprache eingeleitet.
Am verflossenen Sonnabend galt e» nun, de« neu erbauten ReichSgericht-gebäude den Schlußstein eixzufügen und bie Weihs zu geben. Unb bie» gescheh i« Beisein unsere» Kaiser» und der Kö-ig» Albert von Sachsen in feierlichster Weise. Nachdem der Monarch um 11,30 Uhr von Berlin eingetroffen war, begab er sich zn Wagen »it feine« Gefolge
chastlich fort: „Margarethe, nur an der Vergangen» seit rühren Sie nicht — verlangen Sie nie, daß ich noch einmal die ganze Schmach und dar ganze Elend durchlebe — da« sie mir brachte, indem ich Bild für Bihd vor Ihrem geistigen Auge entrolle.' — Und al» er bemerkte, wie sehr sie seine Heftig» leit erschreckte, fo erschreckte, daß sie sich bleich und zitternd von feiner Seite löste, fuhr er ge- mäßigter fort: „Ober vertrauen Sie mir nicht, Margarethe? dann ist Ihre Liebe zu mir auch nicht die rechte. — Ein wirklich liebendes Weib ennt nur Gegenwart und Zukunft — was kümmert ie auch die Vergangenheit de» Manne», der ihr Ein und Alle» ist — eine Zeit, in welcher der Theure sie doch nicht einmal gekannt, kaum ihre Existenz geahnt hat.'
Er hatte die letzten Worte wieder in so herbem, scharfem Ton gesprochen, daß e» da» junge Mädchen doppelt verwundete. Sie hörte sich gescholten wie ein unartige» Kind und war sich doch keine« begangenen Unrechte« bewußt.
Stumm saßen sie dann nebeneinander- Grethe wartete auf ein gute«, versöhnliche« Wort und sie fühlte e« nicht zum ersten Mal, daß Johanne» Herder doch ein wunderlicher Bewerber war. Auf diese Weise hatte sich wohl noch kein Mann vor ihm um die Hand eines jungen Mädchens bemüht — er dagegen glaubte sich ebenfall» in seinem Recht, dennoch aber war er e«, der nach einer Weile da« Schweigen brach: „Sprechen wir doch von etwa« Anderem, Margarethe, ich habe Ihnen vhnedie« Verschiedene« mttzutheilen,' sagte er ruhig.
Sie sah zu ihm auf — zum ersten Mal, seitdem er sie konnte, mit einem Blick, der auch nicht eine Spur von ihrer sonstigen lieblichen Freundlichkeit verriet^ und auch ihre Stimme klang kühl und
und dem Reichskanzler durch bie Via triumphalis zum Fest platz, ber großartig geschmückt war. Zum Swp'ange waren anwesend ber sächsische Minister v. M tzsch, ber Staat» sekretär des Reichrjusttzamls Rieverbing u».d ber Präsident be» Reichsgericht» vou Oehllchläger. Unter den Klängen einer Fanfare betraten der Kaiser und der König bie Halle, woran der Reichskanzler um bie Erlanbniß zum Beginn der Feier bat und sodann bie zur Aufnahme in bin Schlußstein bestimmte Urkunde verlas. Dieselbe lautete: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, König von Preußen 21. thun kund und fügen hiermit zu wissen: Das Hau», zu welchem Wir am 31.Ottober des Jahres 1888 in Gegenwart Unseres erhabenen Verbündeten, des Königs von Sachsen, den Grundstein gelegt haben, ist mit Gotterhilfe vollendet. Dem obersten Gerichtshöfe des Reiches ist damit für seine Thätigkeit eine bleibende und würdige Stätte bereitet. An dieser Stätte wird, wie Wir erwarten, das Reichsgericht, als gewissenhafter Hüter der deutschen Rechtseinhett, auch ferner für die Wohlfahrt und für den Ruhm des Reicher zu wirken bemüht sein. Die von Uns bei der Grundsteinlegung kundgegebene Hoffnung, daß dem Verlangen de» deutschen Volkes nach größerer Einheit seine, Rechts durch ein gemeinsames bürgerliches Gesetzbuch in nicht zu ferner Zeit entsprochen werde, geht ihrer Erfüllung entgegen. Es gereicht UnS zur Genugthuung, daß zugleich mit dem Einzuge in dieses Haus dem obersten Gerichte die bestimmte Aussicht erwächst auf eine weitere Entfaltung seines Wirkens im Sinne der großen, ihm bei seiner Begründung durch die verbündeten Regierungen und den Reichstag gestellten Aufgabe. Durchdrungen von der Bedeutung, welche dir energischen und gerechten Handhabung der Gesetze für die Erhaltung des inneren Friedensund für die Hebung des Wohlstände» der Nation zukommt, haben Wir beschlossen, im Namen der verbündeten Fürsten und freien Städte in dem neuerrichteten Bau gemeinsam mit Seiner Majestät dem Könige von Sachsen, als den Gebietsherrn, und unter Mitwirkung von Vertretern des Reichstages den Schlußstein zu leg- n. Gottes Segen ruhe auf diesem Haus! Möge die Rechtsprechung die sich hier vollziehen wird, dazu helfen, daß Recht und Gerechtig- keit überall zur Geltu g gelange und daß die Treue in allen deutschen Landen wachse. Gegenwärtige Urkunde haben Wir in zwei Ausfettigungen mit Unserem größeren Kaiserlichen Jnflegel versehen laffen. Wir befehlen, die eine Ausfertigung in den Schlußstein des Gebäudes niederzulegcn, die andere in Unserem Archive aufzubewahren. Gegeben Leipzig, den sechsun: zwanzigsten Ottober Eintausendachthumert- fünfundneunzig.
(L. 8.) Wilhelm I. R.
Fürst zu Hohenlohe.
Nachdem bie für ben Schlußstein bestimmten Gegenstände in eine Kapsel verschloffen unb biefe in )m Stein versenkt, währenddes die Musik spielte, iratin die Majestäten an den Schlußstein heran und der bayerische Justizminißer von Leonrod überreichte
gemessen, al« sie erwiderte: „Ich bin ganz Ohr, Herr Doklor.'
Er war gewiß betroffen, trotzdem aber verrieth er mit keiner Silbe sein Befremden über diese ver- änderte Weise, sondern sagte in geschäftsmäßigem Tone: „Es ist mir endlich gelungen, eine paffende Wohnung zu bekommen, ein große«, schöne« Quartier, da« der Hau«frau jede Bequemlichkeit bietet." Und als Grethe ihn ohne jede Antwort ließ, fuhr er nach kurzem Zögern fort: „Ich habe nämlich die Absicht, es meinen Kollegen nachzuthun und Pensionäre zu nehmen . . Sie sagten ja einmal, Grethchen, daß e» Ihr Ideal wäre, einen großen Wirkungskreis zu haben.'
Margarethen war e«, al» wenn bei der Mittheilung de» Doktor» plötzlich eine eisigkalte Hand in ihre Brust griff und da» Herz darin umdrehte. Freilich, sie hatte einmal eine derartige Aeußerung gemacht, aber dabei doch nur an ein Alleinstehen zedacht. Für die Ehe, wenigsten« für den Beginn lerfelben, hegte sie ganz andere Wünsche, keine hoch- liegenden, behüte! Sie dachte au keine Hochzett«reise, nicht an Gesellschaften und dergleichen. Nur ein raute«, Keines Heim wollte sie haben, in dem sie chaffen und wirken konnte — allein für den geübten Mann, nicht für Fremde, die sie bezahlen ür ihre Mühen.
„Also Pensionäre!" sagte sie langsam.
„Ja, ich habe die Absicht,' erwioerte er, „unb deßhalb auch meine Haushälterin zum Bleiben vermocht. Für Ihre jungen Schultern allein ist die Last doch wohl zu schwer l Ich wünsche auch nicht, meine Frau immer nur in Küche und Speisekammer «rumwirthschasten zu hören — sie soll auch — mein guter Kamerad fein!'
Wie ein Bann lag e« auf Margarethens Seele, e wollte ihn gewaltsam von sich schütteln und dem (Beliebten wieder ein freundliche« Gesicht zeigen —
de« Kaiser unter etter Ansprache bie Kelle. Nach Beisetzung be» Schlußsteines übergab ber Präsident des Reichstages von Baol den Hrmner mit folgenden Worten:
.Der Anregung des hochseligen Königs Jolann von Sachsen folgend, hier einen bleibenden Mittelpunkt zunächst für deutsches Handelsrecht zu schaffen, woraus unter bau hochseligen Gründer des Reiches das Reichsgericht hervor- gegangen, hat der Reichstag seit mehr denn einem Jahrzehnt das nunmehr vollende Bauwerk in seiner Ent» Wickelung mit lebhafter Sympathie begleitet und opferbereit stets zu fördern gesucht. Heute sehen wir unsere Wünsche in einer Zeit verwirklicht, in der wir uns eben anschicken, die deutsche Reichsgesetzgebung ihrem endgiltigen Ausbau entgegenzufüh en. Möge die Festigkeit diese» Baues in Versinnbildlichung des gemeinsamen Recht» da» ihrige dazu beitragen, die deutschen Stämme immer inniger zu Verb nden und auch das Rechtsbewußtsein hx deutschen Volke für alle kommenden Zeiten zu vertiefen und zu stärken I Gott schütze das deutsche Reichl'
Hierauf that ber Kaiser bie üblichen drei Hammerschläge unb zwar mit ben Worten: „Im Namen des breieinigen Gottes! Recht soll Recht bleiben!' Darnach folgten ber König von Sachsen, Prinz Georg von Sachsen, auf biefen ber Reichskanzler Fürst Hohenlohe nnb ber Staatssekretär von Boetticher, sowie bie Staat»«inister ber einzelnen Bundesstaaten. Nach den Harnmerschlägen be» Kaisers unb bei Königl von Sechsen begann bie Musik zu spielen, unb nach Beendigung aller Hammerschläge hielt ber Präsident be« Reichsgericht» Wirklicher Geheimer Rath von Oehlschläger eine Ansprache, bie er Namen» be» Reichsgericht» vorbringt nnb mit de« Gelöbniß schließt:
.Und im Namen Aller, die mit mir al» Hüter de» Rechts hier tt«,esetzt sind, gelobe ich an eben geweihter Stätte: Wir werden getreulich Wacht halten, daß da» Recht hier sicher und gut geborgen sei, und daß da» Ur» recht keinen Eingang finde. Darauf wird unser eifrige» Bestreben gehen. Und daß uns die Kraft und die Weisheit dazu nicht fehle, da» walte Gatt!
Der erste Jubelgruß aber, den diese Stelle vernimmt, klinge 6x8 in dem freudigen Ruf:
Seine Majestät der deutsche Kaiser, König Wilhelm von Preußen und
Seine Majestät der Gebietsherr, König Albert von Sachsen
sie leben hoch I hoch 1 hoch!
Die glänzende Versammlung stimnte begeistert in da» Hoch ein, während die Musik da» „Heil Dir im Siegerkranz' intonhte. Nach Beendigung ber Feier traten bie Fürstlichkeiten unter Führung be» Präsidenten be» Reichsgericht» Wirklichen Seh. Rath v. Oehl» schläger einen Rnndgang bnrch bie Haupträume bei
er hatte sie ja nicht kränken wollen, da aber tauchte plötzlich die Frage in ihr auf: „Hätte er auchseineersteFraugleich zur Leiterin eine« so großen Haushalte« machen wollen?' — Nein, nein, gewiß nicht! — Dafür war sie ja aber auch eine Gräfin unb bann — je nun — die zweite Ehe birgt für den Mann wohl überhaupt keine Ideale mehr — schließt er sie, so denkt er eben nur daran, seiner Häuslichkeit da» fehlende Element zu ersetzen.
(Fortsetzung folgt.)
Wissenschaft, Kunst und Leben.
** Würzburg, 26. Oktober. (Universität.) Als Nachfolger deS nach Tübingen berufenen vr. von Lenhoffck wurde Pttvatdozent M. Heidenhain zum Prosettor am anthropotomischen Institut, Dr. Soboda zum Prosettor «n der anatomischen Anstalt der hiesigen Hochschule ernannt.
** Utrecht, 26. Oktober. (Todesfall.) Der bekannte Profeffor der Philosophie Moltzer von der hiesigen Universität wurde im Kanal todt aufgefunden. Sofort wurde eine Untersuchung eingelettet, ob etwa ein Verbrechen vorliege.
!D (Universitätsfrequenz in Preußen.) Die Zahl der immatrikulitten Studirenden auf den neun preußischm Landesuniversitäten und der Akademie zu Münster betrug im laufenden Sommersemester 13660 gegen 13163 im Winter 1891,95 und 12483 im Sommers 189.4 Gegen das Sommersemester v. I. hat also eine Zunahme um 1077 Studirende oder 8,4 v H. stattgefunden. Di, Universitäten stehen in folgender Reihe: Berlin wtt 4265 (1894 3840) Studirenden, Bonn 1760 (1645', Halle 1465 (1540), Breslau 1407 (1263), Marburg 955 (842), Greifswald 879 (815), Göttingen 879 (792), Kiel 757 (624) Königsberg 756 (697) und Münster 437 (425). f» zeigen also alle Universitäten mit Ausnahme von Halle eine Zunahme. Unter den Studirenden befinden sich 1804 evangelische und 843 katholische Theologen, 3260 Juristen, 3511 Mediziner und 4172 Philologen. Die Zahl der Juristen hat sich in den letzten zwölf Jahrem um 991, die der Mediziner um 723 und die der katholischtn Theologen xm 510 erhöht, wogegen dickevangelischen Theologen xä 74 xnd die Philologen nm 1148 abgenommen haben.