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WSchenttiche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
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SÄtiÄM Somitag, 27 Oktober 1895.
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Frmckfnrt «. M., Gaffel, M«gd«b«rg und Wir»; Rudolf aaÄ» ftttüTQ
Stoff« in Frankfurt a. M„ Berlin, Münchrn u. Köln; G. L. v
Danbe u. Co. in Frankfurt «. M„ Berlin Hannover, Pari«.
»St* s 3•* *”^^AtLt^dmhdruckerei tu Marburg^ «rnMuorüichrr Redakteur: Friedrich Sokbatzky in St*rb«rf.
Redaktion und Expedtti-u: Markt Sl. Fernfprech«r Nr. 55. ^VUUldßVVlllU* Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr Bormittaz«
BÄ* Wir eröffnen hiermit ein Abonnement auf die „Oberhessische.. Zeitung" für
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Die Ruhmestage deutsch - französischen Krieges. XIX.
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# Mit beispiellose» Jubel ist iu diese» Tage» »»ser Leiserpaar t» der alte» vor 25 Jahren wieder- gewonnenen deutsche» Stadt u»d Festung e»pfa»ge» worden: ei» Wald deutscher Fahnen winkte ihm den Willkommengruß zu. In die hohe Kathedrale, die daS Kaiserpaar auch besuchte, lade» am Jahrestage
Metz kapitulirti
27. Oktober 1870.
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der Kapitulation, diesmal et» Sonntag, die Klocke» mm im Friede» Lothringens Bolk zum Gottesdienst, dar fich eff nbar wohl fühlt unter dem Schutze und
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Regiment de« deutschen Kaiser«, in der Wiedervereinigung mit Deutschland, dem neu geeinigten starken, mächtigen.
Wie ander» sah e« vor 25 Jahre» in Metz aus; welche Leiden und Entbehrung^ hatte da» darin Monate lang eingeschlossene ftonzöstsche Heer und die Bürgerschaft mit ihm auszustehen gehabt. Eine» ganz besonder» trostlosen Anblick boten die Lager« Plötze der Truppe»: fast sämmtliche Gebäude zerstört, Gärte» und Anlagen vernichtet, Zäune und Ein friedtgungen verschwunden, von Vegetation keine Spur mehr. Alles, selbst die Rinde von de» Bäumen hatte» die hungrige» Pferde abgeuagt, vo» deren zähem Fleisch die Arme, zuletzt gelebt und das in einem Sumpfe, in eine« durch de» Rege« völlig
aufgeweichte» Erdreich, in das Menschen, Pferde und Fahrzeuge fußtief versanken. Die Deutsche» konnten
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genug gehabt; auch für sie war die vergangene Zeit eine Zeit de» Ungemach» und der Gefahren durch Leiden und Krankheit gewesen. Die «»»gebrannten Dörfer um Metz boten wenig Obdach gegen die
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vier Wochen?" — sie lächelte — »nicht wahr, wenn wir un» in vier Wochen näher kennen gelernt, wie Papa es wünscht, dann haben wir un« gewiß noch lieber."
Die Stirn de» Doktor» glättete fich wieder, und zu dem Rath hinübersehend, sagte er: „Ich füge mich Ihren Beschlüffen und muß fie schließlich ja auch al» berechtigt und vernünftig anerkennen." —
ganz entschieden nicht nehmen laffen) sorgsam hinein« gehoben und, so gut e» ging, gebettet, während sich der Rath an ihre Seite setzte.
„Auf baldige« Wiedersehen, Margarethe!" hatte der Doktor dann gesagt. — Sie nickte ihm glücklich lächelnd zu — noch ein flüchtiger Händedruck, den die beiden Männer wechselten, ein schnelle«: »Sagen Sie dem Pathen, wa« uns betroffen, und daß wir nun auf das Vergnügen verzichten müßten, den Abend in seiner Häuslichkeit zu verleben!" da» Grethchen dem Zurückbleibenden noch zurief, und die Pferde setzten sich in Bewegung, um Vater und Tochter dem trauten Heim auf der Vorstadt zuzu- führen, während der Doktor, nachdem er nur noch schnell Hut und Stock au« seiner Behausung geholt, nach dem Gymnasium eilte, wo der Direktor bereit« die Gratulanten empfangen und eben im Begriff
Margarethe.
Original-Roman von M. Widdern.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
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„Papa hat nur mein Beste« im Auge und da» Ihre — und dann," setzte fie hinzu, „war find
einem Gegner die Achtung wahrlich nicht versagen, ubiceud bei unter solchen Umständen so lange auSgehant Restav hatte. Auch die deutschen Truppen hatten cs schwer
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i1®^ Und hernach. — Vor dem Hause hielt die von '/! 105 ^em alten Herrn vorsorglich mitgebrachte Droschke und die Verunglückte wurde nun von den starken Armen de» Doktor» (da» wenigsten» hatte er fich
Uxbilbe» ter Witterung, wiederholt brachte» Offiziere und Mannschaften die Nächte ß-he»d in strömendem Regen zu. Auch hier verwandelte» sich die Lager Plätze in Sumpfstrecke», dazu herrschte Mangel an gute« Tiinkwasser; e« konnte nicht fehlen, daß fiö> Krankheiten, namentlich die Ruhr, in den Rethen bei deutschen Heeres verbreiteten. So war denn der Tag der Uebergabe der Festung auch für die Deutschen ein Tag der Erlösung. Al» die Kunde laut wurde: „Metz hat kapitulirtl" da gab an einer Stelle der deutschen Vorposten ein Hauptmann den wogenden Gefühlen dadurch de« treffendsten Ausdruck, daß er seine Kompagnie um fich versammelte und ei» Hoch auf Seine Majestät de» König aulbracht'. Nicht nur, daß die Soldaten begeistert etnstimmte», i» freudigster Erregung warfen fie die Feldmützen in die Luft, dabei liefen de» meiste« die Thräneu über die Waugen. Wo war »uu aller Mißmuth und Berget ? Allenthalben fand mau j-tzt reichen Lohn in de» Gefühl, die Befehle eines großen Heerführers de» heldenmöthtgen Prinzen Friedrich Karl, treu nnb mannhaft bi» zu« glorreichen Ende anlgeführt zu habe».
Wir greife» »och ei»»al in die Tage vor der Kapitulation zurrck. Noch ein«al hatte Marschall Bazaiue eine» größeren Durchbruchsversuch am 7. Oktober nach Nordosteu hi» gemacht, aber auch dieser war au der Wachsamkeit und Tapferkest der deutsche« EiischließungSarmee gescheitert. Dau» folgten Verhandlungen mit de» deutschen Hauptquartier in Versailles; al» fich diese zerschlugen, blieb de» Marschall nicht» Andere» übrig, al» sich »it Prinz Friedrich Karl, te« Oberbefehlshaber der Ein- schließungkarmee, in's Einvernehmen zu setzen. Dieser forderte fest und bestimmt: „Uebergabe der Festung und Krieg»gefangenschaft der Armee." Nach einigem Zöger« erfolgte a» 27. Oktober die Unterzeichnung der Kapitulations-Verhandlung in Schloß Frekcatt. 6000 französische Offiziere und 167 000 Man», un gerechnet der Kranken, zusammen gegen 200000 Ran«, gingen iu devtsche Gefangenschaft; 56 kaiser« iiche Adler, 622 Feld-, 876 Festungsgeschütze, 72 Mitrailleusen, 260 000 Gewehre und anderes Kriegsmaterial waren die Beute de» Sieger», Die Deutschen hatten in der Zeit der Einschließung 240 Offiziere und 5500 Mann an Tobten nnb Verwundete» eingebüßt.
Am 29. Oktober Morgen» wurden die preußischen Fahnen auf den große» Außenwerken von Metz auf gepflanzt; um 1 Uhr Mittag» rückte die fcan.öfische Besatzung ix lautloser Stille an» dem Platze; da«
war, von den Lehrern und Klaffendeputationen gefolgt, wieder die Aula zu verlaffen, um in da» Alltagsleben zurückzukehren.
Er sah sehr heiter au«, der alte Herr, al« der Doktor, den er bereit« verwundert in dem Lehrer- collegium vermißt, die Thür öffnete und nun rasch auf ihn zueilte, so heiter, daß der verspätete Gratu« laut vorerst nicht den Muth hatte, ihm zu sagen, wozu ihn Grethe autorifirt — aber gesagt mutzte e» doch werden, und so faßte er denn ein Herz und al» die Herren alle auf dem Korridor standen, während die Schüler bereit» lachend und scherzend in die verschiedenen Klaffen zurückgekehrt waren und der Direktor sich nun dankend seinen Lehrern empfahl, um nach der Prima zu gehen, wo er eine Stunde zu geben hatte, näherte sich Herder dem hochverehrten Vorgesetzten noch einmal: „Nur noch ein Wort, Herr Direktor," sagte er, „für da« ich mir aber von vornherein Ihre Verzeihung erbitten muß — e« fällt ja störend in die Festesfreude hier!" Und den ganz erschrockenen greisen Herrn ein paar Schritte abwärt« führend, theilte r ihm so schonend al« möglich mit, wa« »«gefallen und wovon Palzow noch keine Ahnung hatte. —
„Grethchen von scheugewordenen Pferden Über« ähren." Er war ganz blaß geworden und die chmale, weiße Hand, die er unter' den letzten Worten ans Herder'« Arm gelegt, zitterte nervös. „Und ist sie wirklich mit dem Leben davonge ömmen? — Doktor — Doktor — Sie sagen mir >ewiß nicht Alle»! — O, mein Gott, »ährend ich fier eine stolze, freudevolle Stunde durchlebte, hauchte mein Liebling vielleicht seinen letzten Seufer au»l"
E» kostete Johanne» Herder unendliche Mühe, den allen Herrn wirklich zu beruhigen — endlich aber war e» ihm doch gelungen und die beiden
Äarze «ahm fich au» wie ei» riesenhafter Lttch-nzug bt? fravzösische« KriegSruhwcS. Der Bezwinger aber der stolze» Feste, Prinz Friedrich Karl, erhielt als Loh, bc« Marschallstab, »it ih« zugleich auch de« Kö-igS Sohr, der Kronprinz; Moltke wurde, wohl auch au« Anl-ß seiue« nahe» Geburt» agel, des 26 Oktober, in de» Geaf-ustand erheben Durch bi» Fall vo» Metz war die gelernte Kriegslage wesentlich gebessert, konnte doch «un über die bisherige Ei» schli-ßungSarmee frei verfügt werde», und bald sollte der Feind, bet a» bei Loire und forst sei» Haupt so kühn wieder zu erheben begrüne« hatte, die Schwere diese« Gewicht« merke».
Wir aber freue« u»S beffe», daß die wiederge »onnene Feste, geschmückt mit Name« deutscher Männer, die sich ustter ihre» Mauer» 1870 urver räng'.iche« Krieg?tuhm erwmbe», »UN a» der Mosel zu starke» Schutz de« »en geeinigt-» Deutschland» Wicke halt, i« ihre» Herze» da» eherne Bild des «»»eiKeßlichkn erste» Kaiser» tragend zugleich beffe», b?r die brutsche» Armeen vor 25 Jahre» zu so glorreiche» Thateu und Siege» führte.
Deutsches Reich.
* Netti», 25 Ottbr. (Tagesbericht.) Se. Majestät ber Kaiser empfing heute Vorwittag den ncuernanuten österreichisch • ungarische» Militärbevoll mächtigte» Major Pri,z Schönburg zur Meldung. Zam Frühstück wäre» die Kronprinzlich schwebischen Herrschaften geladen. — Wie die hiesigen Blätter wiffeu wollen, soll ber König vo» Portugal offiziell empfange» »erbe«. Ihm zu Ehre» soll eine Truppenrevue veranstaltet nnb ih« bei dieser Gelegenheit ei» Regiment verliehe» »erden. Der König wird sich von Berlin aus über Blisstuge« »cch London begebe», wo er vom Prinzen vo» Wele» empfange« wird. Dau» stattet er ber Königin Viktoria in Balmoral einen Besuch ab, welche ihm de» Hose», bendordew verleihe» wird. — Der Großherzog vo» Meckle»b»rg-Schwerin ist heute Vorwittag i» Nizza eingetroffen. — Die „Schlesische Zeitung" meldet nuS Koschentin: Der General- Adjutant weiland des Kaiser» Wilhelm I„ Prinz Friedrich Wilhelm zu Hohenlohe- Ingelfingen, ist gestern gestorben. — Auf Aller- höchste Kabinetts ordre vom 21. Oktober ist der »untre- abmiral z. D. Aschenborn zu« Marinekommiflar de» Kaiser Wilhelw-KanalS ernannt worden. — Ihr 2 5jährigeS parlamentarisches Jubiläum feier« in diese« Herbste der Vizepräsident de» Sb-
Herren trennten sich, ein jeder eilte, seiner Beruf»- thätigkeit nachzukommen, die fie dann auch derart in Anspruch nahm, daß wenigsten» für die Dauer einer Stunde die arme Verwundete, welche man inzwischen wohl daheim im trauten Stübchen vorsorglich gebettet halte — ganz und gar in den Hintergrund trat.
Von diesem Tage an »ar Johanne« Herder beinahe täglicher Gast im Stensonschen Hause.
Da die gefürchteten Folgen de» Schrecken« wider alle» Erwarten bei der Patientin ganz aurblieben, so konnte Grethe schon am Abend de« UnglÜckrtage» da« Bett wieder verlaffen und dem geliebten Manne am nächsten Tage frisch und munter gegenübertreten.
Aber e« war merkwürdig, wie oft fich da» junge Paar auch sah und sprach, e« kam sich nicht näher, im Gegencheil. Sag e« daran, daß fie fich stet» unter den Augen ber Mutter fühlten, bie dem Bewerber um Grethen« Hand sichtlich mit ber größtmöglichen Reserve begegnete, ober daß sie beide die Unbestimmtheit ihre» Verhältnisse» zu einander peinigte, genug, fie gingen in der Regel so ernst und Mückhallend neben einander her, daß e« jedem Uneingeweihten eine Unmöglichkeit gewesen wäre, n ihnen Liebende zu sehen, und doch konnte diese Liebe kaum eine wärmere und innigere sein, wenigsten« von ©eite« der Braut, trotzdem fie wohl ühlte, die Ellern waren mit ihrer Wahl durchaus nicht zufrieden, und fie e« selbst wie einen Mangel von Vertrauen ansah, daß Johanne» ihr gegenüber auch nicht mll einem Wort ber Veranlassung zu dem Unglück seiner ersten Ehe gedachte und daß er, al« fie einmal die Bitte auesprach, fein Töchterchen «och vor der Hochzeit kommen zu laffen, kurz er- wiederte: „Da« Kind ist bei meiner Schwester gut aufgehoben, laffen wir e« vorläufig dal"
So waren nahezu bie festgesetzten vier Wochen
georbneteuhanseS Fihr. v. Heeremann und die Sb- geordnete« Rickert, Dr. Brüel, v. Kehler und Dr. Li ber. Vo« ben Genannten habe» Rickert und Dr. Brüel stets denselben WahkiriS vertreten.
»(Parlamentarische«.) Bei der heute ht Dortmund stattgefundenen Reichstagrersatzwahl wurde« abgegeben für Möller (uationallib.) 16 642, Lütge»«« (Sozialdemokrat) 17 792, Leasing (6e»trnm) 14162 Stimme«. 61 muß also eine Stichwahl zwischen Möller und Lütgenau ftattfubtn.
** (Eine «etlmürbige „Enthüllung") bezüglich MadagakcarS wird de« Pariser „TempS" aus Berli» berichtet. Dauach soll Fürst Bismarck ernstlich die Erwerbung von MadagaScar angestrebt habe« und nur durch feine« Sturz an ber Ausführung des Plane« verh'udert worbe» fei». 3m Oktober 1891 soll er fich gegenüber zwei ih« besuchende» «frikareisenden, von denen der eine Wiffma«« war, in nachfolgender Weise ausgesprochen haben: Er tadelte e» lebhaft, daß Graf Caprivi Zanzibar für Helgoland opferte. Er selbst habe Ostafrikr «ie als eudgiliige Erwerbung Deutschlands, so«der» n»r als paffendes Tauschobjekt angesehen. Die Deutschen seien bei ber Verteilung Afrikas zu spät gekommen und hätten nur schlechte Stücke erhalte», deren Verwerthong schwierig sei. Ein ideales Kolonialreich für Deutschland wäre nur ei» Land, wo die Deutschen unter sich wäre», z. B. Madagakcar. Er wiffe wohl, daß Frankreich unbestreitbare Rechte auf die Insel habe, aber eine geschickte Regieiung hätte Frankreich leicht zum Verzicht bringe» körne» durch eine feine diplomatische Aktion, die einen wohlthätigen Einfluß auch auf die Beziehungen beider Staaten in Europa aukgeüki hätte. Die Deutschen brauchten «ur ganz Ost-Afrika den Engländern zu Überlasse«, die dafür den Fravzose« Concesstvnen in Egypten mache« müßte», bex« über ku-z ober Ia«g müßte England dies doch thu», ohne etwas dafür zu bekomme», Deutschland würde bann den Französin noch eine kleine Grerzrectificaliou in Lothringen zugestehe»; Frankreich würde dafür aus Madagaskar verzichte» »nd England dem V rtrag beitrete». Fürst Bismarck, schließt ber Berichterstatter de« „Tempi", habe lachenb hinzugefügt, er hätte von bem Plane gar nicht gerebet, wen» er nicht röllig davon überzeugt wäre, daß sein Rückirttt die Ausführung d ss-lben unmöglich gemacht habe. — Daß Fürst Bismarck eine« solchen Plan im Ernste gehegt und gar von einer Gebietsabtretung i» Lothringen gesprochen haben sollte, ist natürlich ganz unmöglich.
vergangen, al« an einem herrlichen Oktobernachmittag Herber wieder in da» kleine Gärtchen trat, in bem er schon von weitem Grethens Helle» Kleid schimmern sah — zum ersten Male traf er sie allein — sie saß mit einer Handarbeit beschäftigt in der Laube und sah erst auf, al» der Schatten de» geliebten Manne» auf ihre Arbeit fiel-
„Dl" Tief errölhend hatte sie sich erhoben, die Arbeit fortgelegt und ihm bie Hand zum Gruße gereicht. — Jeder andere Mann, der sich al» der künftige Gatte eine» so liebreizenden jungen Wesen» ansehen durste, würde wohl diese zierlichen, weißen Fingerchen an seine Lippen geführt haben, — Herder that er nicht, ja, er drückte die kleine Hand nicht einmal mit besonderer Wärme und feine Stimme hatte einen häßlichen, gereizten Ton, al8 er nur sagte: „Hat Ihre Frau Mama Sie wirklich allein geloffen ? — Ich muß da» ja al« einen bedeutenden Schritt vorwärt« begrüßen, denn bisher ließ man un« ja kaum eine Minute unbewacht."
„Unbewacht!" — da» junge Mädchen sah vorwurfsvoll zu ihm — „das ist wohl da» rechte Wort nicht, Herr Doktor," sagte fie sanft „Mama ist un« nicht au« dem Wege gegangen — ganz ohne Abficht, Sie zu kränken Aber ich bin fest überzeugt," fuhr sie eifrig fort, „wenn sie auch nur eine Ahnung davon gehabt hätte, Sie wolltm — mir vielleicht irgend welche Enthüllungen machen —
Sie standen fich noch immer gegenüber — jetzt aber unterbrach der Doktor fie mit neuer nnge» baldiger Handbewegung. — „Davon ist nicht die Rede, Margarethe — ein solcher Gedanke ist mir bisher noch nicht gekommen, immerhin pflegen fich aber doch zwei Menschen, welche gewillt find, ihre Schicksale für Lebenszeit zu verknüpfen, manche«