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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain.
Wrack mb Bettel: Iah. Au,. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg. (ÄL*****4* *44- Srrmrüuorüichrr Redakteur: Friedrich Colbatzkh in Marb,r».
Redaktion und Spedition: Markt 21, Fernsprecher Nr. 55. wvUniUßvVlIlll* Lvrechstundru der Redaktion: 10—11 Ubr Vormittag«.
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fahrt Das Bermögensrecht der Ehegatten
Fürst Hohenlohe, Staatssekretär v. Puttkamer und General Graf Hä'eler waren anwesend. Mit Gesang
zu vertreten. Die Rechtsgeschäfte, die fie initihalb diese» WilkurgSkreise» vornimmt, gelte» als im
♦ (Slsfatre v Kotze.) Me der .Lokal» auzeiger* erfohre» haben will, soll die Angelegenheit
Gncha« tigltch autzn u Betftages nach Sarn> und am Anzeigen urmmt entgegen die Expedition dieser Blatte«,
Gnertegeu. — Onartal-Nbmmementr-Prei« bei der Gore» wirtrDlllfl» sowie die Annoncen-Bureaux von Haasmstein ». Vogler in v w rv t.
»Uirn L Mk., bei allen »oßämteru 2«. 85 Pfg. (exkl. Frankfurt a. M„ S-ssel, Magdeburg und Men; Rudolf AAÄ. Jahlg
Melle»). IuseratiouSgebitbr ffa die gespaltene Zelle iNnNNtlbend IM Dffnfipr 1RM5 Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; <S. L. v
deren Ran« 10 Pfg., Rekte»« sik die Zelle » Pfg. ^viuiuutliu, 1OTM. Daube«. 6e. in Frankfurt «. M., Berlin Hannover, Pari«.
im bürgerlichen Gesetzbuche.
□ To8 eheliche Güterrecht hat in Deutschland eine verschiedenartige Em Wickelung erfahren Die zahlreichen Sonderrechts, die sich zvm Th-il bis auf den heutigen Tag erhalte» haben, lasien sich in drei
- Srrppeu gliedern. Die erste ist mf d.m Sylrm der sogenannten BerwaltungS-Kemeinschoft aufgevaut.
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i68 Bog Bedarf sonntags Minute»
Darnach bleiben zwar die beiden Gütermaff» recht
lich getrennt, der Manu n'utmt fie jedoch, soweit nicht
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Interesse. Alk Gegenleistung liegt ihm die Ser- pflichtnng ob, die gesammte» eheliche« Last-» zu tragen, fine engere Verschmelzung der beiderseitigen Ver-
thgtlie Theile alS Sonder gut Vorbehalte» bleiben, Hebet tz, feine Verwaltung und zieht die Nutzungen in seine»
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HSAs «ögeukmassen fiadet bei der Gütergemeinschaft statt. nn| Ze nachdem sich diese auf das ganze Verwöge» oder »nr auf einen Theil desselben erstreckt, spricht mau
her,
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ton allgemeiner oder partieller Gütergemeinschaft.
Der Entwurf de» bürgerlichen Gesetzbuches hat nun die VerwaltungSgemeinschaft al» da» gesetzliche Güterrecht der Ehegatte» erklärt und fich damit an da» allgemeine Landrecht augeschloffe». I» der zweite» Lesu»g ist die Annäherung an das »llgemüa- Landrecht noch vergrößert worden. Das zeigt fich
namettlich in der Vorschrift, daß, wer.» die Fra»
f j »ame» uiuj v I <T1f tu gewisse», } WJ’ Verwaltung
Kimmung versagt, diese nicht, wie der ursprüngliche
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Entwurf annah«, durch da» Prozeßgericht, sonder» durch da» Bormundschaftsgericht ergänzt werden soll.
Al» eine wesentliche Neuerung hat der Entwurf die Einrichtung besonderer SüterrechtSregister äuge-
i, im Jntertsfe einer ordruug»mäßige» »othwendtge» Bei füg u» ge» ihre Zü
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Namen de» Manne« vorgenowme», wen» fich nicht au» de» Umstände» ei« Andere» ergtebt. Der Man» ist aber befugt, diese» Recht der Frau auszuschließen oder zu beschränken. Darin würde eine wesentliche Abweichung von der Regel liege», nnd für Dritte, die mit der Fra« int Vertraue» auf die ihr regelmäßig zusteheude Schlüffelgewalt eine Abmachung getroffen haben, würde es sehr hart seinftwe»» ihnen der Man» in jedem Falle die Beschränkung oder die Aufhebung j tut Be uzuiß entgegenhalten könnte.
Der Entwurf testimmt na», daß der Ehimann eine solche Ei»rede »nr bann wirksam entgegensetze- (am, wenn die Beschränkung auf welche fie fich gründet, i» da» GüterrechtSregister seine» Wohnsitzes eingetragen ist. Verlegt er » ch der Eintragung seinen Wohnsitz in einen andern Bezirk, so muß die Eintragung hier binnen sechs Wochen wiederholt mürben, widrigenfalls die frühere Eintragung ihre Wirksamkeit verliert. Südlich sollen die Amtsgerichte jede Eintragnng durch Einrückung in das für ihre Bekanntmachungen bestimmte Blatt vcröffentlichen.
Deutsches Reich.
* Berlin, 17. Oktbr. (Tagesbericht.) Hebet de» Aufenthalt de» Kaiserpaares i» Reichs lande wird nach hier berichtet: Nachdem die Kaiserliche» Majestäten Tags zuvor eie Schlachtfelder um Metz besucht hatte», wohnte» sie am Donnerstag der feierliche» Einweibrng der evaugelische» Kirche in Kürzel bei. Anläßlich der Einweihungsskier hatte fich ei» zahlreiche» Publikum scho» i» früher Merzen- stunde eiugefnude». Vertreter de» Militär», der
begatn die eigentliche Feier, dann folgte der Weihe akt durch de» Konsistorialpräfidiute» Brau» und an diese» schloß fich Semei, degesang und Liturgie. Nach der hierauf gehaltene» Festpredigt be» Didifions- Pfarrer» Gerbet in deutscher Sprache folgte bet Gesang nnd die Festpredigt be» Ortspfarrer» Hageren in frarzkstscher Sprache. Nach Schluß derselben trug der Metz» Gesargvetei» ein niederländische» Gebet vor, an welche» fich da» Schlußgebet, da» Vaterunser und der Segen schloß. Der Gesang bei Liedes ,Nan bexlit alle (Sott* beschloß die erhebende Feier. Und nun erfolgte unter enthufiastisch-n Hochrufen der Mengedie Rückfahrt be«K:iserpaareS»achSchloßUrville, wo größere Festtafel stattfand. Nachmittag» »achte der Kaiser eine» Spazierritt u»d besuchte hierbei die Schlachtfelder von Eolomb.y und Noiffeville. — Zur Enthüllung de» Kaiser Friedrich Denkmal» in Wörth find heute Prinz nnd Ptin zeifin Heinrich von Preußen und Reichskanzler Fürst Hohenlohe dort eingeti offen. Morgen Vormittag folge» die übrige» Fürstlichkeiten, da» Kaiserpaar, die Kaiserin Friedrich, der König von Württemberg, der Grobherzog von Bade» rc. Wörth pra»gt int reichste» Laubgewinde und Flaggenschmuck. — Der Chef der politische» Polizei, Polizeiraih n. Mauderode ist heute früh gestorben. — Der.ReichSanzeiger* veröffentlicht mehrere Ordensverleihungen an rulfische und österreichische Offiziere. — Der „Verl. Sortefp.* zufolge bildete sich in Metz ein Comits unter dem Bo: fitz be» Generallieutenants Strempel zur Errichtung eine» Standbildes für den Prinzen Friedrich Karl. Der Kaiser stimmte de« Plane zu.
de» Cermouieumeisters v. Kotz« gestern abgeschloffen worden sein, und zwar durch da» Ehrengericht be» Ziethen * Husaren - Regiments in Rathenow, dem der kommandttende General des 3. Armeekorps, Prinz Friedrich von Hohenzollere, die Sache überwiese» hat. Der Spruch de» Ehrengerichts wird natürlich vorschriftsmäßig geheimgehalte», bis der Kaiser ihn bestätigt hat.
* (Parlamentarische») Die Einberufung de» Reichstage» steht, wie j-tzt allgemein verlautet, in der Zeit zwischen dem 20. und 36. November bestimmt zu erwarten. — Die jüngste Sitzung de» Staatsministerin«» dauerte 5 volle Stunden. E» dürfte» ReichSangelegenheiteu zur Beraihuug gestanden haben, da an der Sitzung außer sämmtliche» Ministern auch die Staatssekretäre der ReichSschatzemte» und der Reicht jcstizamteS, GrafPosadowSky und Nieberding ihciluahme». — Der Bundesrat h be» deutsche» Reiche» hat in seiner heutige» Sitzung die Heberfichten der Einnahme» und Ausgabe« der afrikanischen Schutzgebiete für 1893/94 und 1894/95 dem zuständigen Ausschuß überwiese» u«d dem Ausschußartrage zu der Vorlage betr. die Abänderung der Ve-kehrS- ordnung für die Eisnbahue» Deutschlands zugestimmt. Der Aukschrß für Justizwese» beschäftigt fich in seine» häufige« Sitzungen mit dem bürgerliche» Gesetzbuch.
* (.Gewissensfreiheit*.) Der Berliner demokratische Arbeiterverein ist darüber entrüstet, daß man gewagt habe, Me Dissidentenkiuder in der Schule „öffentlich bloSznstelle».* 3» einer Versammlung ist darum ter Vorstand jenes Bereits beauftragt worden, „beim preußisch n Abgeorbretenhause dahin
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(5391 ähnlich be» des Handelsregisters und der Grund büch er. Wie diese sämmtliche auf eine Handels
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ordnet, die bei be» Amtsgerichte« zu führen «nb Jedermann zugänglich sein sollen. Ihr Zweck ist
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zesellschaft oder ein Grundstück bezüglichen für dritte Personen werthvolle» Mittheilunge» aufzunehme»
Ein hervorragende» Beispiel für die Wirkung der Eintragung in da» GüterrechtSregister liefe, t der § 1257 de» Ertwurfe». Die'er behandelt die sogenannte Schlüffelgewalt der Frau, da» heißt dar Recht, innerhalb de» häusliche» Wirkungskreise» die Geschäfte be» Manne» für ihn zu besorge» und ihn
Margarethe.
Original-Roman von M. Widdern.
(Nachdruck verboten.)
| (Fortsetzung.)
„Im Grunde genommen," fügte der Doktor hinzu, „bin ich in Ihren Augen doch wohl schon ein aller Mann!*
i „Ein aller Mann?* Sie sah forschend zu ihm tnf — „da» kann ich nicht beuriheilen,* sagte fie |amt einfach — „und aufrichtig gestanden, hab« ich darüber auch noch gar nicht nachgedacht *---
Sie hatten den Tanzsaal erreicht — Direktor Palzow, die Räthin am Arm, während der Rath neben ihm herschritt, geleitete die liebe, befreundete Familie wieder zu dem Plätzchen aus bet Balustrade, dal st« vorher schon inne gehabt — der Dollar bat «m Erlaubniß, sich auch jetzt neben seiner jungen Reisebekanntschaft niederzulaffen, um ein begonnene« Gespräch fortzusetzen, während bie beiden alten Herren in den Wintergarten gingen, wo kleine Spieltische arrangirt wurden. Da aber regte e» sich von Steuern auf dem Orchester und kaum klangen die Töne einer munteren Polka und die Paare begannen sich zu orbnen. Da wurde auch Srethe Stenson an der Seite de» Doktor» geholt, t» war erficht- sich, sie folgte ihrem Tänzer nicht gern, wie hübsch und stattlich sich der junge Offizier, dem fie sich schon vorher für diesen Tanz versprochen, auch prä- fentirte — und ein leiser Seufzer hob ihre Brust.
Dem Doktor war e» nicht entgangen, daß fie lieber an seiner Seite geblieben, al» fich unter die Tanzenden gemischt hätte, und ein warmer Blick folgte der kleinen graziösen Gestatt, dann aber wendete er fich an die Räthin und bald hatte er die alle Dame in ein Gespräch gezogen, da» fie, wie
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n de» fr eine» derselbe» eingetragen werde», wen« fie gegen “"litte Personen Wirksamkeit erlange» solle«.
Zivilbehörde» und fast sämmtliche weltliche» Mit glieder be» KoafistorinmS wäre» erschiene»; auch bie evangelische Geistlichkeit war stark vertrete». Eine Ehrenkompagnie h<1te »«mittelbar vor der Kirche Aufstellung genommen. Die Schüler be» Metzer Lycenm», bie K iegerverelne an» Kürzel «nb Metz, die Feuerwehr «nb andere Korporationen bildeten Spalier. Kopf an Kopf stand die Bevölkerung und jubelte be» Majestäten »«, während Schülerinnen Blumensträuße auf den Weg warfen. Lor der Kirche angekommen, schritt der Kaiser bie Front der Ehren« kowpagnie ab. Nachbe« sodann Konfistorialprästdeut Braun eine Begrüßungsansprache gehalten, sand bie feierliche Eröffnung bet Kirche statt unb bie Majestäten betraten ba» Gotteshaus. Die Vertreter bet Militär- unb Zivilbehörbe» schlossen fich an, auch Statthalter
ernst ee auch war, ober vielleicht gerade beßhalb auf da» Lebhafteste interesstrte.
Und dann kam auch Grethe wieder, ihr Gesichtchen glühte von der Bewegung be» Tanze«, sie sah wunderschön an«, trotzdem e» «nmuthtg um die feinen Lippen zuckte.
„Gott sei Dank, daß ich wieder da bin!" rief sie, und sich mit dem feinen Spitzentaschentuch über die heiße Stirn fahrend, setzte sie hinzu, nachdem sie sich wieder auf ihren Platz niedergelaffen: „Ich habe mich geärgert!* Und al« zwei Paar Augen fragend zu ihr niedersahen, fuhr fie fort: „Unsere jungen Herren glauben wirklich, fie dürsten absolut von nicht« Anderem mit un« sprechen, al« von der Musik und von der erhöhten Temperatur im Tanz, saal. ober, wa« noch unerträglicher ist, fich gar erlauben, un« banale Schmeicheleien zu sagen, al» wenn ein Mädchen nicht auch für andere Dinge Sinn und Jntereffe hätte!* — „Wie zum Beispiel für schöne Kleider, Theater und Konzerte,* sagte der Dcktor.
Sie warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu, dann aber schüttelte fie Heller den Kopf: „D, nttht doch, — eine so geringe Meinung haben Sie in Wahrheit doch nicht von un« — sonst würden Sie e« durch die That beweisen, und Sie sprachen doch in Wirklichkeit mit mir auch noch keine SUbe über schöne Kleider, Theater und Konzerte.*
Jetzt lächelte auch der Doktor. „Ich erkläre mich geschlagen, Fräulein,* sagte er, „ich stelle Ihrem Geschlechte wirklich nicht ein derartige« geistige« Armuthszeugniß aut; übrigen« paffen Ihre Worte recht gut zu dem Gespräch, da« ich ebm mit ihrer Frau Mama geführt; — wir ergingen un« nämlich in lebhafter Debatte über bie Frauenfrage, die jetzt so vieler Gedanken beschäftigt.*
*(Affaire v. voetttcher.) Die „Post* be merkt sehr richtig, daß die weitläufigen Preß erörte ungen über de» Fall Bötticher, die ihre Spitze je nach ihrer pelittschen Haltung entweder gegen den Fürsten Bismarck ober gegen ben Staa'Sminist» vor Bötticher richten mn ba» Ansehen der Regierung de- einträchtigen und bet Sozialdemokratie Wasser auf bie Mühle zu bringe» geeig»et find. Ma» solle fich m't der Eiklärnng i« „Reichsanzeiger* begnügen Hier warb auch heute ba» Gerücht verbreitet, der Staatsminister v. Bötticher habe neuerding» um seine Entlassung gebeten. Der Kaiser soll fich bie Ent scheiduuz aber bis zur Rückkehr nach Berlin Vorbehalten haben. Wie von verschiedenen Blättern übereinstimmend berichtet wird, beruht diese» Gerücht auf difinbuxg.
„Uub Ihre Meinung?*
Da« junge Mädchen blickte mit athemloser Spannung zu ihm auf.
„Und meine Meinung? — Run, fie gehört eben zu einem Manne, der da» Weib am liebsten al» die Priesterin be« häuslichen Heerdes sieht.*
„aber es bietet fich doch nicht allen Mädchen Gelegenheit, fich zu verheirathen,* sagte Grethe schüchtern. — „Und wenn fie sich ihnen auch bietet, so ist e« in vielen Fällen doch nicht möglich, daß sie fie benutzen — wenn sie zum Beispiel den Mann nicht lieben, ter um sie wirbt?*
E« zuckte um die bärtigen Lippen des Dollor«: „Liebt,* wiederholte er und der harte, schneidend« Ton that dem Mädchen weh, „liebt? Glaube« Sie denn, Fräulein, daß es so unumgänglich nothwenbig ist, die Ehe au« Liebe zu schließen?* Und ohne ihre Antwort abzuwarten, setzte er Hinz«: „Ich sage Ihnen, auf 'dem Fundament« der gegenseitigen Achtung ruht da« Gebäude dieser von Gott eingesetzten Gemeinschaft zwischen Mann und Weib viel sicherer, al« auf dem ber Liebe — in ben meisten Fällen ist «» doch nur ein Gefühl, erweckt von dem Gefühl an einem schönen Gesicht, an einer schönen Gestalt.*
„In ben meisten Fällen,* unterbrach ihn bie Räthin hier lebhaft, „aber doch unbedingt nicht in allen.* Und leise erröthend fuhr sie dann fort: „Ich habe auch einmal au« Liebe geheirathet, Herr Doktor, und doch konnte man meinen Mann durchaus keine schöne Erscheinung nennen, ganz im Gegentheil, er sah damals noch viel weniger an- ziehend au« al» jetzt, und von beinahe erschreckender Hagerkeit, trag er seine Figur nach vorne gebeugt.*
(Fortsetzung folgt.)
vorstellig zu werde», daß die im Allgemeinen Land- recht und i» der Verfassung gewährleistete Bcw-ffeuS« sreiheit der preußischen Staatsbürger vor behördliche» Hebelgriffe» geschützt werde.* Die Besprechung ei,er solche» P tition im parlamentarische» Plenum wäre gar nicht unerwünscht, es köu»te bei dieser Gelegenheit de» Herren Disfiderter — b. h. ReiigorSlosen — einmal deutlich gefaxt werde», bcß die preußische Verfaffung wohl die „Fceihe-t de» religiöse» Bekennt- »iffe»,* keines weg» aber bie Religio«! lofigkeit gewährleistet hat.
♦ (Verbotene» Sozialistenblatt.) Wie zu erwarte» war, hat die Ermordung de» Fabiikinte» Schwa tz i» Mülhausen unb ba» Telegramm be» Kaiser», ba» dies« Morbthat mit der sozialistische» Agitation in Zusammenhang brachte, die Behörden
Der gallische Heroenkultus und L. Pasteur.*)
Von Georg Malkowsky.
Ein Volk, ba» seine Geiste,Helden ehrt, ehrt fich selbst, nnb gerade wir Deutsche haben wenig Grund, andere Nationen ob der Befolgung eine» Grundsätze» zu tadel», den wir auerleene», ohne ih» immer be- geisterung»voll zu bethätige». Nun hat aber jede Aeußerung de» Natioualbemußtsein» — und als eine solche stellt fich der Heroenkultus bar — auch eine negative Seite, bereu Betrachtung zu» Widerspruche reizt. Wenn z. B. Frankreich nach der Ansicht der Franzosen noch immer an der Sp'tze der Eivilisatio« einh «schreitet, so drängt e» die übrigen Nationen in das zweüe Glied, und fo lange Pari» al» ba» Tentm» ber Welt gilt, liegen alle anderen Städte an ber Peripherie. 3m Hebrigen ist bie Selbstüberschätzung eine Eigenschaft, nm die wir unsere Nachbarn jenseits bei Rhein» nicht zu beneiden brauchen. Dagegen will e» un» durchaus nicht als wünschen»- werth erscheinen, daß wir un» die Werthschätzung der Franzosen zu eigen machen und über un» selbst schlechter denken, al» wir e» verdienen. Professor Koch hat nach dem Tode L. Pastem'» an besten Gattin «in »etielbltelegraw« gerichtet, trotz der feindlichen Stellung, die lange Zett die beiden Gelehrten trennte: Da» ist ein ersteuliche» Zeichen internationaler Anerkennung Über da» Grab hinan».
*) Wir entnehmen obige intereffante Beschreibung der bekannten Familienzeitschrift „Zur Guten Stunde* (Berlin W. Deutsche« Verlagshaus Bong & Eo.. Preis de» Vierzehntag»- heftes 40 Pfg.), welche e» fich sehr angelegen sein läßt, neben ihrer reichen Fülle von Illustrationen, von spannenden Romanen und Novellen, ihrem Publikum auch in dmchau» populärem Sttl« verfaßte belehrende Arttkel zu bieten.