Wöchentliche Beilage«: Kursblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
S-rmttwvttNch--r Äebdtexr: Friedrich Colbatzky te Marder. Sprechstnnden der R-dakttou: 10—11 llbr Vormittag«.
S-»k --°d «e:l.z: Ang. Koch, UniverfitätS-Buchdnick-rei in Marburg £^*****4* *44
Rrdakttsu mtb Expedition: Markt 21, Fernsprecher Nr. 65; UU|intlV0 ^0ttnt4||vVlUtt
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Marburg,
Donnerstag, 17 Oktober 1895
Arqetzm uunsu eatgtgen üi« Expedition dieses Blatte«, s»»i» di, Annonun-Bxrraxx von Haasmstrin x. Bögler in Frankfurt e. M., Lafiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Rosse in Frankfurt «. M., Berlin, München x. Köln; L. Daube «. So. in Frankfurt e. M., Berlin Hannover, Paris.
XXX. Jahrg.
Aufführung dem Intendanten Kammerherrn von
beute die schmucklosen Wände zierten. Und nun, sie sah eine hohe stolze Gestalt, ein klassisch schönes, von schwarzem Bart umrahmte« Gesicht und — sie drückte die Hand auf da« hoch schlagend« Herz, dann aber zog sie, ohne erst zu überlegen, wie unschicklich im Grunde genommen ihr Thun, den Arm rasch au« dem ihre« Begleiter« und ohne ein Wort der Entschuldigung an den ganz konsternirt dastehenden jungen Mann zu richten, überließ ste ihn seinen Gedanken und eilte, nur dem Jmpul» de« Augenblick« folgend, zu dem Doktor hin, welchem sie tieferglühend ihre beiden Hände entgegenstreckte.
6« lag etwa» so Kindliche« iu dieser Bewegung, etwa« so Berückender doch wieder in dem lieblichen jungen Gesicht, in der ganzen zarten Erscheinung, daß sich da« noch immer so düstere Antlitz de« jungen Gelehrten auch um Biele« erhellte, ja etwa« wie ein Lächeln zuckte um seine bärtigen Lippen, wie sich seine weißbekleideten kräftigen Hände in die ihm entgegengestreckten de« Mädchen« legten.
„D, Herr Doktor/ sagte sie da, „ich fühle mich noch immer so in Ihrer Schuld und kann mir gar nicht vergeben, daß ich bei meiner Ankunst hier ohne jeden Dank, ohne ein verabschiedendes Wort von Ihnen gegangen bin. Richt wahr, aber jetzt gestatten Sie mir, da« Versäumte nachzuholen, Herr Doktor ?' Und ohne erst seine Antwort abzuwarten, setzte sie hinzu: „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für den mir in D. erwi^enen Dienst.'
Er verneigte sich leicht: „Jeder andere Mann hätte da« Gleiche an meiner Stelle gethan,' erwiderte er in seiner kühlen, ablehnenden Weise, „und e» bedarf wirklich keine« Davkerworte», mein Fräulein. Und wa« da« Scheiden von mir neulich auf dem Bahnhof hier betrifft,' setzte er dann hinzu, „nun,
stelluug und böi liche Verlassuxg wurden al» Scheid» »g». fiiäxbe anerkarnt. Der zweite Entwurf hat die Geiste», kraxkheit urd grobe Lerf-Hluugen gegen die eheliche» Pflichte» de» Sch<iiu»gkgründen hinzugefüßt, und die in de» ersten Entwurf a»fgenomme»e Einrichtusg der Trennung von Tisch und Bett wieder beseitigt, «der noch jetzt iß jede Scheidung auf Grund gegenseittgrr Eiuwilligung oder uküberwindlicher Abneigung, die Scheidung wegen zufälliger Umstände namentlich körper licher Gebrechen, wegen k-iwin-ller Berurtheilung usw ausgeschlossen.
Trotz der Erschwerung der Ehescheidung ist doch gerade diesir Punkt des bürgerliche» Gesetzbücher vielfach aug g'.iffe» worb n. Hoffemlich «erden die G gr er bei den Berathungen im Reichstage ihre B; decken falle» laste», Lemit das Werk der Recht-- ei»heit nicht gefälrdet wird. Denn gerade das Ehe- recht bedarf, weil e» in den einzelnen Theile» de» Reiches verschieden und theilweise recht «angelhefr gestaltet ist, dringend der Regelung.
noch Rechenschaft darüber gab, absorbtrte dieses Grfühl schon ihre ganze junge Seele, und trotz aller Heiterkeit, mit der sie die Eltern zu erfreuen suchte, verzehrte sie innerlich doch säst die Sehnsucht, ihn wiederzusehen; obgleich sie sich täglich und stündlich auch wieder sagte: „Kümmere dich nicht um ihnl — es ist nicht weiblich, wenn ein Mädchen nach einem Manne frägt — um das dieser Mann auch nicht einen Schritt thut."
Aber da» Herz frägt nicht nach Stolz und den Gesetzen de« Stolze«, e« geht seine eigenen Wege
Und jetzt, während sie im Ballsaal, der neben den zu zauberischen Gärten verwandelten Räumen lag, wahte, so graziös, mit so unbeschreiblicher An- muth, daß jede« Auge ihr folgte und der Herr Rath selbst, der auf ein Viertelstündchen von den alten Herren weg in den Tanzsaal gekommen, seiner Gatttn, die mit den anderen Müttern auf den Ba- lustroden Platz genommen, zuflüsterte: „Sie erscheint mir auch hier wie ein Sonnenstrahl, trotzdem manch' eine der anderen jungen Damen schöner und bedeutender ist, al« unser kleine», blauäugige» Töchterlein!'
Von dem Arm ihre« Tänzer« geführt, wiegte ich da» zierliche Figürchen Margarethen» nach den süßen Melodien de« Orchesters — aber ihre Gedanken waren nicht dabei, und während Alle» um sie her scherzte, zuckte e» schmerzlich um den kleinen Mund
nun mußte sie ja die Hoffnung aufgeben, daß Johanne« noch käme — schon war Stunde für Stunde vergaugen. — Aber da — die Musik verstummte ur größeren Pause, in der man da« Abendessen mnehmen wollte, und ihr Tänzer führte sie wieder nach ihrem Platz zurück. Sie wußte selbst nicht, wie ie dazu kam, auf diesem kurzen Wege noch einen Blick in einen der ungeheueren Spiegel zu werfen, die
Hülsen den Rothen Adlerorden 4. Klasse mit der Krone verlieh. In seiner Loge empfing der Kaiser den Prinzen Nikolau« von Nassau, mit dem er fir! lange Zeit freundlichst unterhielt, ferner den Genera o. Barby und andere am Sedantage ausgezeichnete höhere Militär», sowie den Oberbürgermeister Di von Jbell und den Stadtverordneten - Vorsteher Geheimrath Fresenius, denen er für den freundlichen Empfang in Wiesbaden dankte — Am Denkmal der König» Friedrich Wilhelm IV. in Berit» fanden heute aus Anlab de» 100jährige, Geburtstage» pietätvolle Huldigunge» statt. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt. — Dem russische« Fürste» Lobanow hat der Kaiser sein Bilduiß mit eigenhändiger Unterschrift geschenkt. Zu Ehre« Lobanow'» veranstaltete die russtsche Botscha t i» Berlin a« Dienstag Abend ei« Diner, da» eine glä-zeude« Verlauf nahm. — 3« Befinde« de» am Schwarzwasserfieber erkrankten Gouverneur» von Kamerun v. Putt kam er ist eine erhebliche Besserung eingetretm. — Dem Major o. D. v. Fischer- Treueufeld in Wiesbaden ist vo« Kaiser die Kam»erherr»würde verliehe». — Sei» öOjähltger Dienstjubiläum begeht am 20. der Professor der Statistik an der Universität Berlin Böckh. — Auch gegen de« Vorsitzende» des sozialdemokratische» Parteitage», Singer, ist, wie aus Breslau ge- meldet wird, ei« Strafverfahren und zwar wege« Beleidigung des Breslauer Polizei. Präsidiums etngeleitet »ordeu. Die Beleidigung wird in einige» Bemerkmrge« gefunden, in dem« Herr Si»ger Maßnahme» der dortige» Polizeibehörde zur Ueberwrchung der Parteitage» kritifirte.
** (v. Boetticher.) Der „Lokala»zetger' bet- öffeniltcht persönliche Mittheiluuge» v. Boit'icher's über sei» B.rhältniß zu« Fürste» Bismarck n»d zum Kaiser. Die Unterredu»g liegt ei» Jahr zurück. Boetticher bestreitet, am Sturze Birmarck's gearbeitet zu habe», er habe in je»er Krisenz-it wochrnla- g den Kaiser nicht gesehen, da ei» Scharlachfall in seiner Familie den Verkehr verbot. Er habe Bismarck immer gerathen, erweiterten Arbeiterschutz zu,»gestehen; Bl->«arck wollte nicht. Mit dem Kaiser stand Bismarck Anfangs ausgezeichnet, der Kaiser blickte förmlich zu ihm auf und anerkannte seine Autorität willig. Aber Bismarck verstand nicht, die Dinge so Vorzutrage», daß seine Vorstellungen bei« Kaiser Eingang fanden, sonder» sprach autoritativ, wo» dem Kaiser »ißfiei. Al» Bismarck verabschiedet worden war, habe er,
der erste Entwurf be-uhle auf de» Grundsatz, daß > daß Se. Majestät während der gestrigen „Preciosa" »ur bei Ler chalde, eine» Eheßatte» die Scheidn-g ~
zugelssseu werden feite. Rur Ehebruch, L bersnach-
' Deutsches Reich.
* Zlerli», 15. Okt. (Tagesbericht.) Unter großen Ovationen hat das Kaiserpaar heute seinen Einzug in Kürzel bezw Urville in Lothringen gehalten; zahlreiches Putlrkum war aus Metz und au» der Umgegend eingetroffen, um den Kaiser und die Kaiserin zu begrüßen. Die Ankunft der Majestäten rifolgte bald «ach 8 Uhr mittels Sonderzuges. Auf dem Bahnsteig erwarteten 8er Bezirkspräsivent, der Kreisdirekkor, der Bürger, meister und der kommandirende General des 16. Armeekorps, Graf Häseler, die Majestäten. Vier weißgekleidete Jungfrauen mit Schärpen in den deutschen Farben überreichten der Kaiserin Sträuße, welche dieselbe dankend entgegennahm, indem sie jeder der Damen huldvoll die Hand reichte, während irr Kaiser den Bezirkrpräfidenten v. Hammer stein, ren Kreirdirektor Gundlach, sowie den Grafen Häseler auf da» Freundlichste begrüßte und sodann die Vorstellung de» Bürgermeisters entgcgennahm. Hierauf erfolgte die Abfahrt nach Urville unter lebhaften Hurrahrufen der Menge. Schulkinder warfen Blumen in den vierspännigen Wagen de» Kaiserpaares, welches für die Ovationen nach allen Seiten hin dankte. — Ueber den Aufenthalt der Monarchen in Wiesbaden wird noch gemeldet,
Boetticher, ihm toehmb die Haud geküßt, ihm für da» bewiesene Wohlwollen gehäuft und gebeten, zu glaube», daß er nicht» gethan, wa» mit der Treue gegen ihn unvereinbar gewesen. Bismarck antwortete, er halte ih» keine» Treubruchs fähig, aber Boetticher habe ih» im Kampfe gegen de» Kaiser nicht so unterstktzt, wie er gekonnt. Weiter erzählt Boetticher, daß der Kaiser bex Fürste« Hohenlohe als Nachfolger Caprivi'« schon längst in Aussicht genommen hatte.
* (Mohrenwäsche.) I» unserer gestrige» Nummer theilten wir ein Telegramm mit, in welche« der Kaiser seinem Unwille» über die scheußliche Ermordung de» Fabrikanten Schwartz in Mühlhausen durch dm Anarchisten M yer Ausdruck verliehe» hat. Heute versucht nu» der „Vorwärts', die Schuld au der Blutthat vou den Schultern der Sozialdemokratte abz»!vil,m.
Zunächst behauptet ter „Vorwärts", Meyer habe dem Mülhausener sozialdemokratischen Wahlverein nicht an gehört und überhaupt nichts vom Sozialismus verstanden; gleichzeitig aber giebt das Blatt do» zu, daß Meyer Mitglied des Fach errins der Textilarbeiter und zur Zeit des Boulangisten-RummelS begeisterter Boulangist gewesen sei. Unter seinen Arbeit»kameraden habe er als überspannt, „verwirrt durch anarchistische oder Romanphrasen", gegolten. Im Uebrigen habe es sich nicht um ein politisches Attentat, sondern um Pri atrache gehandelt. Daß die sozialdemokratische Partei den Attentäter von ihren Rockschößen abzu- schütieln sucht, entspricht ihrer bisherigen Gepflogenheit gegenüber in Deutschland verübten derartigen Verbrechen, währen» sie ausländische Attentäter niemals verdammt, son ern in der Regel ihre Handlungen beschönigt oder vcr- h n licht hat. An dem Morde Caserio's z. B. sand ein sozialoemokratiicher Hauptführer nur tadelnswerth, daß sich der Mörder kein anderes, „würdigeres" Opfer als den Präsidenten Carnot ausgesucht habe. Meyer ist zugestandenermaß n Mitglied des sozialistischen Textilarbeiter - Vereins und enrangirter Boulangist gewesen. Die französischen Sozialdemokraten waren ja auch Anhänger Boulanger's, auf den sie große Hoffnungen gesetzt hatten, wie noch heut in sozialdcmokraiischen Preßorganen nachzulesen ist, und Boulanger soll ja auch an ausländische resp. deutsche Führer der Sozialdemokraten Gelder gezahlt haben. „Verwirrt" mag ja da» Hirn Meyer's geworden sein, aber nicht allein durch anarchistische, sondern auch durch sozialdemokratische Schriften und Reden, durch die er Haß und Rachgefühle gegen die „Blutsauger", die Kapitalisten und Unternehmer, eingesogen hat. Und in Konsequenz dieser aufhetzenden Lehren zuckte Meyer den Dttch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Demnach handelt es sich entschieden um ein politischeSAtten- tat, deffen intellektuclleUrheberschaft inder sozialdemokrattscheu Propaganda zu suchen ist. Niemand wird heute noch im E,nst behaupten wollen, die Sozialdemokiaiie stehe in keinem Zusammenhang mit dem Anarchismus, verurtreile vielmehr auf's Schärfste anarchistische Mordthatevi Die sozialdemokratische Partei verdammt weniger die Handlungen und Verbrechen der Anarchisten, als ihre Angriffe gegen bte ozialdemokratischen Parteiführer. Die
b trage ich wohl allein die Schuld, daß Sie mir kein Abschiedswort sagten — weßhalb ging ich so schnell!"
Und al» sie nun den Kopf senkte, in dessen dunklen Haaren sich die Seerose wiegte, fuhr er fort: „Aber ich sah Sie von so frohen Kinderaugen erwartet, mit Worten so überströmenden Glück«, daß ich fühlte, ich durfte mich da nicht hineindrängen, und so ging ich still in mein eigene« Heim.'
„Aber, Sie werden erwartet, mein Fräulei»,' etzte er hinzu, al« fie auch jetzt noch schwieg, „e« cheint, Ihre Eltern wollen Sie in da« Speisezimmer führen und —'
Er wurde unterbrochen, der Rath hatte sich ihm mit schnellen Schritten genähert und auch er dankte jetzt dem Beschützer seine« Töchterchen« mit warmen Worten . . . Ganz wie von selbst sich verstehend kam e« dann, daß der Doktor die kleine Gesellschaft, zu der sich auch der Direktor gesellte, in den Neben- saal begleitete — und ganz wie von selbst machte e« sich auch, daß er dann neben Grethe saß, bereit Augen mit einem Male in noch erhöhterem Glanze leuchteten. Und dann sah sie plaudernd zu ihm auf — o, ste hatte so viel zu fragen, nach der Frau Schwester in D- — ob ste noch nicht geschrieben und wie e« ihr ergehe — und der ernste Mann gab ihr auf Alle« Bescheid, erzählte, wa« er nur irgend wußte, hernach aber sagte er leichthin: Etwa« Reue« noch, mein FräuleinI Vetter Augustin hat wieder ein neue« Engagement angenommen, er ist zum zweiten Buchhalter im Comptoir de« Bankier» Hermann hier ernannt worden und wird seine Stellung schon am künftigen Ersten an treten.'
(Fortsetzung folgt.)
schließnng unterbleibt, für nichtig erklärt. Die ßhemündtgkeit, d. h. da» zur Eheschließung erforderliche Alter tritt «ach dem bestehenden Gesetze für de» männliche Geschlecht «it dem vollendeten 20., für ba» weibliche mit dem 16. Lebensjahre ein. Die Kommission hat nnn süc Körner di- untere Grenze auf 21 Jahre festgesetzt. Die elterliche Zu stdumung zur Eheschließung, die bei Männern bisher ntr bi» zum vollendeten 25., bei Frauen bi» zum tollenbeten 24. Lebensjahre erforderlich ist, wird Mi de« Entwurf für Beide bi» zum vollendete» 15. Jahre verlangt.
Verboten ist gegenwärtig die Eh« zwischen Ber Iübten in gerader Linie, zwischen voll- und halb- itigin Geschwister«, zwischen Stiefeltern und Stief- bern, zwischen Schwiegereltern und Schwieger der«, zwischen Adoptiveltern und Adoptivkindern hrend der Dauer dieses Verhältnisse», sowie zwischen e« wege» Ehebruchs geschiedene» Ehegatte» und re« Mitschuldige». Der Entwurf hat außerdem h die Ehe verboten zwischen Personen, von denen eine mit Vorfahren oder Abkömmlinge» der anders fchlechiSgemeinschaft gepflogen hat. Die ve- imntungen über die Form der Eheschließung find rst unverändert in de» Eitirurf ausgenommen totben.
Wa» »»» die Ehescheidung»,röxde betrifft, so hat ieKommtsfio» deren Zahl stak! eingeschränkt. Besonders
Margarethe.
Original-Roman vou M. Widdern.
(Nachdruck verboten.) ^Fortsetzung.)
Und doch war ber kleine, alte Herr, bem man « Gelehrten so gar nicht ansah, auch wieder gar flz darauf, daß sein herzige« Pathenkinb so sehr i gefallen schien. „Werde nur nicht gar zu eitel, ein Liebling,' flüsterte er bat jungen Mädchen , al» fie eben wieder ein neue« Engagement lehnte.
Sie lächelte nur, aber wie er recht aufmerksam i die großen Blauaugen sah, ba schienen fie ihm » allem Uebrigen eher, al« von Eitelkeit und olz zu sprechen. Und wirklich, Grethe Stenson lte sich auch durchaus nicht beglückt von den ildigungen, die man ihr barbrachte, bem Ent- ien, mit welchem die junge Männerwelt auf ihre emenhafte Schönheit sah. — Und wenn fie die nd auf ba« Her, gelegt und sich gefragt hätte: Lebhalb sehnte ich mich benn au« der Tiefe einer Seele heran« danach, diese« Fest mitz». achen, bin ich wahr gewesen, al« ich den Ettern dzureden suchte, ich wünschte nur gesehen zu erben?" würbe sich ba« liebe feine Gesichtchen >hl mit bunkle« Roth gefärbt haben unb die chen Mäbchenlippm hätten zugestehen müssen: kein, nein — ich suchte nur einen — ich sehnte ich nur nach einem — den ich nun doch nicht er gefunden "
Und wirklich — all' diese Wochen, die Grethe lut im Elternhause verlebt, schaffend, liebend und liebt, drängte sich Nacht für Nacht in ihre Träume « tiefernste», dunkle» Mannesgestcht, sah fie vnersort ein paar große, traurige Augen. — «rgarethe liebte den Doktor! Ohne daß fie stch
Das Eherecht im bürgerlichen Gesetzbuche.
□ Die Arbeiten der Kommission fir ba» bürgerliche Gesetzbuch find der Natur der Sache nach von wetteren BolkSkretsen im Allgemeine» nicht gerate mtt großer Theilnahwe verfolgt worden. Nur die fiechtr gelehrten und daneben auch d e Mitglieder »feier Parlamente dürfte» sich «it ihm» beschäftigt haben. Die Ursache mag darin liege», daß Recht!- fragen ei» recht trockner Stoff find, «nd daß Laie» Krise sich von der Beschäftigung mtt ihnen so lange sein halten, al» dieselbe ihnen nicht durch ba» praktische Leben, insbesondere durch Rechts streitig ketten unmittelbar aufgezwungen wird. Unbedingt auf allgemeinere» Interesse könne» die Bestimmungen ibfr die Ehe rechnen, die in bem erste» Abschnitt des vielten Luche» enthalten find.
Zunächst wild der Grundsatz aufgestellt, daß aus dem Verlöbnisse nicht auf die Eingehung der Ehe geklagt werde« kann. 3« Anschluß Hiera« wird das verspreche» einer Strafe für de» Fall, daß die Ehe