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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«

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Klebe» sich tatereffavt zu machen.

Nachdem nun aber eine Reihe von Artikel» die

dem Bau uxb Betriebe der Bah» Kirchhain Sch »etnrbergLand es grenze einverstanden.

Behufs Aufbringung der Baukapitales im Be trage von achtmalhunderttausend Mark ist der Ärei9tag damit einverstanden, für ei» von dem Unternehmer Hah» bei der Preußische» Pfand­brief Bank in gleicher Höhe aufznuehmexdeS us kündbares Axlehen die Garantie für de» ZixS- astheil von drei P-ozertt und für die Amortisa­tion i» Höhe vo» einem halben Prozent, zu­sammen also drei und ein halbes Prozent zu übernehme».

Der Kreistag erklärt sich damit einvustandr», daß, falls der Kreis aus dieser Garantie in An­spruch genommen werden sollte, die betreffende Beträge auf die allgemeine» KreiSsteueru zu über­nehme» sind.

Der Kreistag beschließt, daß etwaige Ueberschüsse der Bah» zur Hälfie d m Unternehmer als (Be- wi.uaucheil zufallen sollen.

D r Kreistag beschließt endlich, daß für die Er­ledigung aller weiteren Frage» bezüglich des

lafenen | ligteu 53; «Sbesond, abe fühl, Dank an

[60« men:

Der Kgl. Landrath Freiherr Schenck zu Schweins- berg wird üe°nftragt, bei der Kgl. Regierung zu Cassel auf Grund der von dem Eisenbahn Ban und Betriebsurteinchwer Mar Hahn zu Berlin anfzustelleuden Projekte die Konzession zum Bau und Betriebe einer »ormrlspurigen Eisenbahn von Kirchhain über Amöneburg, Rüdigheim, Nicderklein, Schweinrberg bis zur Landergrenze nachzn'uchex und die Bahn evmtaell bis Rieder-Ofleiden dnrchzuführeu, ferner mit dem Unternehmer Hahn

einen Ban nnb Betrieb »vertrag unter der Be­dingung abzuschließen, daß derselbe die Garantie dafür übernimmt, daß die Seiammtbankosten den Betrag von achtmalhnnderttausend Mark, und die BeNiebSkosteu den Betrag vo» einer Maik und fünfundzwanzig Pfennige» pro Zugktlometer nicht überschreite»; daß Hah» sich ferner verpflichtet, et» Prozent der auf den Kreis entfallend! n ZinS- garantie selbst zu übernehme», die gesammte« Betriebs-Einnahmen nach Abzug der ihm zu- stehenden Betriebskosten wöchentlich einmal an die KreiSkommunalkaffe abzuführen und für die Erfüllung dieser Verpflichtung eine stets auf der Höhe Vox 40 000 Mark zu erhaltende Kaution bei der KreiSkommunalkaffe zu hinterlegen, endlich, daß er sich verpfl chtet, falls etwa die Gemeinden ans ihrer ZinSgaraxtie in Anspruch genommen werde» sollten, die auf dieselbe» e»tsallenten Betrüge bis zum Höchstbrtrage vou fünfundzwanzig tau end Mark zinsfrei für dieselbe» zu v iranSlagen

In de« abzuschlteßeudeu Vertrage ist außer­dem auSzusprecheu, daß der Kreis und die en der Garantie, lieber »ahme mitbeiheiligten Gr- meinde» zusammen zur einen Hälfte, der Unter­nehmer Hah» aber zur andere» Hälfte, Mit besitze! der Bahn sein soll, ix der Voraussetzung, daß die Amortisationkqaote aus dex Betriebs- Ei. nahmen gedeckt wird.

b. Unter diese« Bedingungen ist der Kreistag mit

liechte während de» Baue» und zur Hälfte auch alle liechte während de» späteren Betriebe» Setten» de» Kreistage» übertragen worden find.

Diese Art, den Bau zu betreibe», ist e», die im kreise die lebhaftesten Besorgniffe geweckt hat und die die U-terzrichnete» veranlaßt, sich an Ew. Exzellenz za »ende», um Abhilfe und eine andere Bauleitung zu erhalten. Wir stützen nn» in diesem Bestrebe» auf den Erlaß, den kürz'ich nach übereinstimmende» Zeitungsberichten dieBerliner Korrespondenz", da» Organ de» Ministerium» de» Inner», über den Bau und Betrieb vo» Kleinbah»en veröffentlicht hat. Derselbe hatte solge»dex Wortlaut:

,So sehr la» Bestrebe« der Kreise, die Bau­ausführung und de» Betrieb vo» Kleinbahnen i« Jrteusse der Kostexersparniß selbst in die Hand zu nehme», Anerkennung verdient, so weisen die gemachten Erfahrungen doch daranf hin, daß bei de« Bau und bei dem Betriebe von Kleirbahne» technische Fragen eise Hauptrolle spiele», zu deren sachgemäßer Lösung der veirath eine» höher qaalifizirteu Techniker» nicht entbehrt werden kann. SS hat sich z. B. bei einer Kleinbahn, welche vo» ein«« Kreise in eigener Regle gebaut ist und auch für eigene Rechnung betriebe» wird, ohne daß für die ständige Mitwirkung eine» sachverständigen technische» veirmhe» gesorgt wäre, dieser Mangel insofern in empfindlichster Weise fühlbar gemacht, als bei der Bauausführung und bei der Betriebs­leitung Fehlgriffe vorgekommen find, welche nach­trägliche Umbaute», Ergänzungen und Reparaturen erforderlich gemacht und dadurch der Kceisver- waltung einen uunöthigen und nicht unerhebliche» Kostenaufwand v-rursacht haben. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die »achgeordneteu Instanzen hierauf mit de« Hinzufügen aufmerksam gemacht, daß zumeist freilich die obere Leitung des BaxcS und de» Betriebe» einer einzelne» Kleinbahn die Thätigkeit eines solche» Techniker» nicht ousschließlich ix Anspruch nehmen wird und eS sich deßhalb auch im Interesse der Herab­minderung der Kosten in solche» Fälle» empfiehlt, daß sich mehrere Kreise zur gemeinsame» Einsetzung eine» technische» Oöerlelter» für ihre Kleinbahnen zusammenschließex, vorausgesetzt, baß nicht bie höheren Kommunalverbände »ach dem Beispiel der hannoverschen Provinzialverwaltung und deS BezirkSverbaxde» de» Regierungsbezirk» Wiesbaden dazu übergehen sollte», zur Förderung des Kleinbahuwefeu» in ihren Brziike« ihrerseits geeignete technische Beamte auzustellen.

ich «ch« M «mtMcn u» »ra> * Oxartnl-Abmmmwntt-Pni» bei der «aw-

Berlin.

Betrifft: Bahnbau KirchhainAmöneburg Rüdi«heimSchweixsberg bis ev LandeSgrcnze bei Ntederofleideu.

Ew. Sxc llenz bkehre» sich die crgebenß U-ter zeichnet-n, fämmtlich Bewohner uxb Kreirsteuer zahlende 3«[affen bei Kreises Kirchhain, bas Folgende vor- zutrageu:

Laut Beschluß deS Kreistage» vom 15 JüR b. 3. st der Bau einer normalipurigen Kleinbahn vonKüch- Hai» über Smöuebmg Rüdigheim »ach Schseintberrg event. LandeSgreuze bei Niederrfletden dem Hüter- xehmer Max Hah» in Berlin übertrage» worde» u-b zrar zum Preise von 52000 Mark pro Kilometer, iie nähere» Bedingungen sind aus de» beifolgende», se« Kreistag erstattete« Referat zu erseh-». Gleich­zeitig ist daraus zu entnehmen, daß nicht allein die ZinSgarantie und die Smotti attoxSquote« dem Kreise oder be» Gemeinde» zur Last fallen, sonder» daß insbesondere dem Pitvaiuaternehmer Hahn sämmtliche

Bane» und Betriebes der Bah» unter Borfitz des Kgl. Landrathe» eine an» vier Mitgliedern und ebenso viele» Stellvertreter» bestehende Kommissto» auf die Dauer von zunächst zwei Jahre» (bis zum 31. Dezember 1897) gewählt »erbe, zu welcher der KreiSauSfchuß ei» Mitglied, der Kreistag zwei Mitglieder und die bethetligten Gemeinde» ei» Mitglied wählen. Wegen Be schlußfähigkeit dieser Kommissto« ist § 96 der SreiSordnu«g maßgebend.

Nach dem redidiete» Kostenanschläge des Bahn- »ojekteS vom Jahre 1893 ist nunmehr der Preis von 52 000 Mark pro Kilometer Bah», einschl. de» rollenden Materials, «it dem Bauunternehmer ver­einbart worden, der Art, daß die Gesawmtkoste» den Betrag von 800000 Mark nicht übersteigen dürf.n. Vertragsmäßig ist ferner festgestellt, daß die Ge mihbtn Schweinsberg, Rüdigheim nnb Amöneburg ei« Prozent Zinse« an zweiter Stelle garantirex in ber Weise, wie bt:8 i« KreistagSbeschluß vorgesehen st, «xd daß sie das zu« Bahnbau erforderliche Ge- lande bereit stelle». Diese Gemeinde« nehme« in- kolgedesse« an den Ueberschüsses aus dem B.tciede der Bah» Theil.

Die Agitationen gegen be« vahnbau ftnb schließ lich in einer an den Henn Ressortminister gerichteten Seschwerdeschrift zusam»engrfaßt worden, welche ölgende« Wortlaut hat:

An da» Königlich preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten

it Blaich» lchpl Waß larater Eii Zubeh!

Rark, 695: läge, etpziz htbark, e« Leb - f*

st erth

Die Kirchhainer Bahn.

* Das Bahnprojekt KirchhainSch »etusberg grenze hat eine lange Zeit große« Staub wirbelt n«d besonder» ist es wieder einmal die

fische Landesztg." genese», welche e» unter­en hatte, nach ihrer Ansicht de» Jrsisseu des e» Kirchhain die Augen zu öffne» und ihnen bedeute», daß diese neue Bah« ihnen große Lasten

bitten S «t, M tita Waftimt-rn sl » Psi. («$0. Marburg,

Sonnabend, 12 Oktober 1895.

8er«lt»orüich« Äebatttnr: Friedrich Solbatzky tu Starten Sprechfümdeu der Redaktion: 1011 Uhr Vormittag».

Md^SrpedAo/r^M^E^K^spr^"^"»^"^' Illustrirtes S-nntagsblatt

ichhaixer so verworren gemacht hatte, daß es ihnen (6028 ttg, als ob ein Mühlrad im Kopfe hernmgehe,

d siürden würde. Das Blatt hat eS an Hetzartikel»

ö, |t fehlen lassen, bie alle unt.r dem D.ckmantel

chrieben waren, al» ob da» Wohl und Wehe der , , i chhainer dem Verleger der demokratischen Blatter

DäCll ^rordentlich am Herzen liege; in Wirklichkeit i ite da» aber Alle» »nr der eigene« Reklame, dem

der Landrath deS dortigen Kreise», Herr Frei- r Schenck zu Schweinsberg, zur richtige» Be­eilung der Sachlage und um ei» Bild über de» «t* vs* KumKiinLu zu gebe«, in

t, 73a desKreisblattes für deu Kreis Kirchhain' i ie Erklärung erlassen, die wir a« dieser Stelle tllständig zum Abdruck bringe«. Dieselbe lau'et:

Kirchhain, de» 5. Oktober 1895.

Nachdem bet Kreistag de» KretseS Kirchhai» in r Sitzung vom 15. 3ali d. 3». den Bau einer malspurtge» Kl-tnbahn KirchhainSchweinsbeg

Leip,

1830.

Smrrdm, ndk»grenze beschlosst hatte, ist i» der Folge gegen sen Bau durch Verbreitung falscher Gerüchte, durch - - tzntikel in Zeitungen, durch Abhaltung öffentlicher ^Schulw »testversammlongeu rc. zu agitire» versucht worden, nit $infa 2ch sehe mich daher veranlaßt, zur Richtigstellung ' I im Publikum obwaltenden irrige» Ansichten Hinterhall chstehend den Wortlaut jenes Kreistagsbeschlusses $er öom BezirkSausschnffe zu Cassel gemäß § 104 Barten«« -'Ordrung bestätigt worde» ist, folge» zu lasst«: (Mit 16 gegen 2 Stimme».)

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Matt«, sawie die Anuoncen-Bnreanx von Haasmstei» ». Vogler in ,

Frankfurt a. M., Lasset, Magdeburg nnb Wien; Rudolf AAA. Zsllhkg Mofie in Frankfurt a. M., Berlin, München n. Köln; «. L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».

e Höhe zu klettern, so daß der Rath gezwungen

£ er, seine Arme um bat jjj legen, während sich i* dschönen Knaben an

das kleine, zarte Körperchen

iabinet.

i die rosige Wange des sein« farblose, runzelvolle

nm. mit i. Z m.

dche« auf den Weg, um die Schwester vo» «Hof abzuhole« .wenn sie überhaupt kommt!'

,Du bist immer besser, al» Mama!' sagte rchen dann, und sich stolz im Kreise umsehend, er von seinem erhöhten Standpunkte den älteren dern zu: »Geht nur dm Empfang werde schon besorgen!I Wenn Ihr um Zwölf aus Eurer sie kommt, habe ich Grethchen schon wohlbehalten

Hause gebracht-'

Unter Lache« und Scherze« empfahlen sich die en Brüder dan« auch und vo« Stunde zu nde wurde e» immer stiller i» dem hübschen Sche« auf der Vorstadt, den« bald darauf ging

der Hausherr, box« machte« sich die drei

bl Zimm, ffenb.

8-, je 80 litt Zimt

Ub"aAe die Räthi» mit TobeSaxgst i« Herzen flüsterte, eeeaang) 8 das fünfzehnjährige Bettche« für fich nnb bie it La»iml ichwestern die So»»tagshüte erbat, «« Grethe f >ch auch i« würdigen Aufzuge zu empfange«. »I-60*1 u l_______,__________

Und dann verging wieder eine lange Stund«, ie die Räthtn nun allein mit der alten Magd in em Häuschen verbrachte, da« Mittags essen vor- treitend, dazwischen alle fünf Minuten an da«

Z., 55 bl. K

m. sch « ». mbl. " im. m. tobl. gt jimmer.

8-, prei mbl. Zi . 90 Mr. kab, lei

75 ML mit S tsch-A

Margarethe.

Ott«inal-Roman von M. Widdern.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

O, Papa!'

t Semestl B ldreffe« i ifennig I ien Adress der Zims anzufäzei

« Ein Sprung und der kleine Bursche war an tm. mit 6 1 Vaters Seite, um mit drolliger Geschwindigkeit

i der schmalen, überschlanken Figur desselben in

Fenster eilend, um hinauszusehen, ob die Kinder denn noch immer nicht kämen, und dann

Die Hausthür hatte sich geöffnet leichte Schritte trippelten über den Flur.

Mütterchen, liebes, liebe» Mütterchen,' rief eine von tiefer innerer Bewegung beinahe erstickte Stimme zwei weiche Arme schlangen sich um den Hal« der alten Frau und dann schluchzten sie Beide Mutter wie Kind, und es war ein Moment rührend und bezwingend, desien Heilig, leit keine Feber wiederzugeben vermag.

Grethe Stenson hatte sich sehr bald wieder ein- gelebt in die heimischen Verhältnisse, und wenn sie ihr auch, nachdem sie zwei Jahre hindurch auf dem großen Gute der Tante gelebt, in einer Häuslichkeit wie sie schöner nicht gedacht werden kann, oft recht, recht kleinlich erschienen, so sagte sie fich hinwieder Tag für Tag immer von Neuem, daß da« rechte Glück doch nur in der Hümath blühe und wenn diese Heimath auch nur ein kleine« einstöckiges Häuschen wäre mit einer Einrichtung, altmodisch und schlicht, wie sie Mode gewesen, al« der Herr Richter Stenson um die arme Tochter de» alten Geschlecht« derer von Brender zu Bösinzhofen ge- worben.

Für die alte« Elter« zeigte sich die heimgekehrte Tochter aber als ehe wirklicher Schatz; wie fie es vor der Zeit gewese«, so war fie auch jetzt wieder der Sonnenstrahl im Hause, man hörte ihr melodischer Lache« überall nxd die reine klare Stimme durch­schallte alle Räume. Wo Grethe fich auch beschäftigte ob sie in der Küche das Mittagreffen au Mütterchen« Seite bereitete (den« nun fie im Hause, sollte die Räthi» auch xnr i« ihrem gepolsterte« Lehnstuhl hinter dem Nähtischchen »der in der von wildem Wein umrankten Laube vor dem Hause fitzen, um

sich auszuruhe« von den Strapaze» eines ganze» lange», sorgenvolle» und zum Theil auch arbeite schweren Lebens), oder ob fie im Keller war oder ass dem Hausbode» Grethe saug immer mit Vorliebe jene eigenartigen, wehmüthigen russischen Melodien, die besonders dem Rath so wohl gefiele», baß er oft be» Abend», wen» die ganze Familie in der Laube versammelt war, wo fie nach alter Gewohnheit da» Abendessen eingenommen, bat: .Sing' ns8 ein Liedchen, Grethe, aber ein» von denen, die Du in der Fremde gelernt.'

ES waren nnn schon vier Wochen vergangen, seit Grethe nach so langer Abwesenheit wieder ihren Fuß über die Schwelle bei Vaterhauses gesetzt, aber «och immer hatte fie 3ohanneS Herber auch noch nicht mit eine» Blick wlebergesehe», desto- mehr aber von ihm gehört.

Wie früher, so besuchte Grethe ihren lieben Prthen, den Direktor de« Gymnasiums, Doktor Polzow, auch jetzt, so ost es ihre Zeit erlaubte, und wurde immer liebevoll empfangen, auch von Frau Ursula Sidow, seiner weitläufigen Verwandten, die dem alten Junggesellen die Wirthschaft führte.

Während dieser Besuche nun hatte fie auch von ihrem Reiseungemach erzählt und der Pathe wohl das liefe Jntereffe bemerkt, da« sein Liebling für ihren Beschützer von damal« empfand. Da glaubte er ihr denn gewiß nur einen Gefallen zu thun, wenn er von Johanne« erzählte und jener Zeit, die er vor Jahren einmal mit ihm im Riesengebirge erlebt. Bei dieser Gelegenheit konnte ber alte Herr es auch nicht unterlassen, seine Verwunderung au»- zndrücken über da« veränderte seltsame, finüere Wesen, da« Doktor Herder jetzt charakterifirte: .Man sagt, er sei nicht glücklich in ber Ehe gewesen,' fitz e er bann wohl hinzu, »aber feine Gattin ist nun

doch schon ein ganzes Jahr tobt und so müßte er denn auch endlich vergessen lernen.'

Grethe hatte hierauf geschwiegen e« erschien chr wie eine Indiskretion, zu verrrthen, was ihr in D. über diese Ehe erzählt worden und ihr ber Doktor selbst gesagt, wenigsten» hier, wo fie vor bem Direktor dem Vorgesetzten Johannes Herder'« stand, dennoch aber brannte ihr da» Geheimniß auf der Seele, e« war ihr, als ob fie von einer Last befreit fein würbe, wenn fie e« auch in eine anbere Brust »ersenkte, in bie der Mutter vielleicht »on deren Verschwiegenheit fie ja überzeugt fein konnte; und doch wollte fich nie eine paffende Gelegenheit dazu finden, bi» bie beiden Damen einmal, an einem wunderschönen September - Nachmittag, ganz allein und ungestört, mit ihren Handarbeiten beschäftigt, in der Laube faßen. Wie schon so oft nach Grethen» Heimkehr, sprachen fie auch jetzt von der Schloßruine in D. und der traurigen Geschichte jene» Herrn Brender v. Böstnghosen, der unzweifelhaft ber Räthi« Ahnherr war.

Es war da» ja ei» so interessantes Thema, das eigentlich, so meinte wenigste»» da» junge Mädchen, da» nie gaxg erschöpft werde» konnte. Ganz vo» selbst war ma« ba»n auf «»glückliche Ehen zu spreche« gekomme« und jetzt glaubte Grethe auch de» Moment da, wo fie der Mutter von dem rede« konnte, was fie i« D. über be» Doktors hochgeborene Gattin gehört und welche Beobachtmlge« fie gemacht hatte.

Deuuoch zögerte fie auch jetzt «och, die Mama hatte fich so sehr daran gewöhnt, nie über Ver­hältnisse und Dinge zu spreche«, vo« denen nicht anch da» 15jährige Schwesterchen erzähle« konnte.

(Fortsetzung folgt)