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3m Ganze« geht zum Ueberfluß noch an» b« Herbst- ksmmandtrunge« bei Marine mb bet Neubesetzung bet verschiebe»« AdmiralSstellm hervor, baß bet Urlaub be» Prinzen bereit» vor längerer Zeit ge­plant »ar, beuu es waren fast ausnahmslos sämmt liche in Frage kommenben Dienst'»uktio«e» ftr jüngere Admirale bereits besetzt, ehe von einem längeren Urlaub beS Prinzen Bestimmte» verlautete. Nach bet ,Bofl. Ztg.' soll Prinz Heinrich beab­sichtigen, von Englaud aus nach Indien, China und Japan zu reiseu.

* (Da» StaatSmiuistertum) hat bereit» seine erste Sitzung nach den Ferien unter dem Lor fitz de» Fürsten Hohenlohe in seinem Dienstgebänbe am Leipziger Platz abgehalte». Wie ein prrlamentari scher Berichterstatter wtffen will, soll in dieser Sitzung bie Frage zur Entscheidung gekommen sei», ob be» fernere Lorgehen gegen die Sozialdemokratie auf legislativem Wege oder lediglich auf strengere« administrativen Wege erfolge« solle; daß diese Frage auf der Lagerorduuug steh n würde, wußte «an auch ohne diese Mittheilung be» parlamentarischen Berichterstatter», bie Stellung, welche da» Staat». Ministerium zu derselbe» eingenommen hat, ist aber «och unbekannt.

* (Parlamentarische» ) Die Ersatzwahlen zum Reichstage in (Kalte - Napold uxb in Crailsheim find auf de» 12. November anberaumt. Der Reichstagsabgeordnete für Lonitz-Tuche! Pfarrer Haffe ist im Alter von 62 Jahren gestorben.; die durch de» Tod des Abg. Graf in Elberfeld-Barmen erforderlich gewordene Ersatzwahl znm pieußischen Abgeorduetenhause haben die Nationalliberale» jetzt «dgiltig den Fabrikanten von Knapp - Barme» auf. gestellt. Dem Landtagsabgeordneten Rittergut»- besitzet v. Plettenberg.Metrum (kons.) ist der Kronen- ordeu zweiter Klasse verliehen.

* (Der sozialdemokratische Parteitag in Breslau) beweist auf« Neue, daß die Jntereffen der wohlsituirten und gut bezahlten Parteiführer sich mit denen der unbemittelten Lrbeiterimmer weniger und weniger decken. DmBsweis für diese Behauptung lieferte gleich der erste Ver- Handlungstag. Man wünschte, wie schon gemeldet, einmal daß die Nachtarbeit in den sozialdemo kratischen Zeitungsdruckereien abgeschafft würde, und um's Andere, daß diejenigen Parteibeamten, die ein Mindestgehalt von 3000 Mark beziehen, keine besonderen Diäten au« der Parteikaffe erhalten sollten. E« gelang der Parteileitung zwar, beide Anträge abzulehnen, aber es kam im Verlaufe der Debatte doch zu recht häßlichen persönlichen Reibereien, in deren Verlauf einige Parteibeamte ihre Aemter niederzulegen drohten, wenn die »geschmacklosen Angriffe* gegen sie nicht aufhörten. Der»Pro- letarier* Reichstagsabgeordneter Förster gestand bei dieser Gelegenheit zu, daß er mit einem Einkommen von 17300 Mark besteuert sei. Mit der Zeit «erden die Arbeiter schon einsehen, daß sie ihre genialen Führer mit schönen Worten betrunken zu machen suchen, und daß ihre Jntereffen bei den staatserhaltenden Perteien denn doch uneigennütziger nrahrgenommenwerden al« bei jenen Zeloten, die sich von den Arbeiteraroschen ein angenehmer Leben bereiten. Bo« 3«tereffe stad sonst «och folgende Lorkommuiffe: Mit großer Mehrheit w«rde beschlösse«, Dr. Rüdt Heidelberg aus der Partei aurzuschließ«. Der österreichische Delegirte deS Parteitages Dr. Ellen bogen-Men wurde wegen «och unbekannter Ursache» \* Breslau verhaftet. AlS Kuriosum fei noch er- teäh»t die Anfrage eines Soli«ger Delegirte«, ob e» wahr fei, daß der Chefredakteur der Nheiaischen Zeitung, Dr. Hirsch, bei 5000 Mk. Sehalt beziehe, sich bo» be« Kölner Genosse« schriftlich vox bei Be­theiligung au Versammlungen habe diSpexfirex laffeu. Das konnte nicht geleugnet werden.

Die Berufswahl der Frauen.

Vom Schuldirektor Dr. Seehausen«Marburg.

(Fortsetzung.)

Wie die fürsorgliche, opferfteudige Art der Frauen sie zur Ausübung der Diakonie in hohem Grade geeignet macht, so find sie durch ihr Geschick zum Erziehen und Belehren auch für den Beruf der Erzieherin und Lehrerin voll- befähigt. Ihre Arbeit ist in den Schulen für daS weib­liche Geschlecht eine nicht nur wünschenswerthe, sondern so­gar erforderliche Ergänzung der männlichen Erziehungs­arbeit, und der Lehrberuf wird deßhalb der Frau in unserer Zeit sowohl für die VolkSfchule wie für die höhere Mädchen- schule allseitig zugestanden; Doch sollten sich nur körperlich gesunde und geistig begabte Mädchen dem Lehrerinnenberufe zuwenden; denn abgesehen davon, daß dieser bereits an Ueberfüllung leidet und dadurch den Bewerberinnen die Prüfung wie die Ank-ellung erschwert wird, ist eS verkehrt, wenn schwächliche Naturen sich in eine Berufsart drängen, welche körperliche und geistige Spannkraft und häufig auch viel Entsagung erfordert. Auch wurde mit Recht betont, daß die jetzigen Lehrerinnen noch der tieferen wisienschast- ltchen Durchbildung entbehren, die zum Unterricht auf der Oberstufe höherer Mädchenschulen nöthig ist, und die neue Prüfungsordnung für die Lehrerinnen schreibt deßhalb einen gewiffen Grad der wissenschaftlichen Schulung für die so­genannten Oberlehrerinnen 6on

Die Führerinnen der Frauenbewegung find mit dieser Forderung der gründlichen Vorbildung der Lehrerinnen sehr einverstanden. Strebt doch der Schaffenstrieb der Frau nach der Eröffnung der wiffevschastlichen BernfSarten in vollem Umfange; Wir find hier zu einem Punkte gelangt, um welchen in der jüngsten Zeit sehr lebhaft gestritten worden ist.

In Amerika und in ben anßerdeutschen Ländern Europa» gehen die Vorkämpferinnen der Frauenemanzipation zumeist von der Annahme aus, daß die Frau in allen Geisteskräften dem Manne gleichgeartet fei und haben deß­halb gefordert, und zwar mit Erfolg, daß ihr kein toiffen- schaftlicher Beruf verschlossen bleiben dürfe; In Deutsch-

* (Englische») Hebet Kaiser Wilhelm uxb fsixex Hof läßt sich bie »Dalitz News* an» Rom «enßeinxgex berichte», bie bort angeblich eine »wichtige diplomatische Persönlichkeit* geth»» hat. E» heißt darin: »Nicht «ar bie Deutsche», sonder» auch die ftemde» i« Berlin beglaubigten Diplomaten beklagen e», daß bet Kaiser stet» von gehetmuißvolen Höflingen umgebe» ist und sich vom Graf« Philipp Eulenburg, bem Botschafter in Men, und seinen vier Brübet« leiten läßt, bie ihm schmeichel», daß er selbst allmächtig sei. Der Flügelabjntant Oberst Dietrich bo« Hülse», bei bet Einzige war, bet » wagte und dem erlaubt wurde, bie Wahrheit zu sage«, ist al» Milüärbevollmächtigter «ach Wien ge» fanbt worden, d. h et ist i« Ungnade gefallen. ES ist außeidem jetzt k-i« Zxeifel mehr, daß Prix, Heinrich seinen ausgedehnten Urlaub erhalten hat «uS Anlaß einer Meins» gSverschieb exheit mit bem Kaiser über die Organisation ber Marine.* Wir geben Obiges, sagt ber ,H. C *, als Beitrag z« bem Crpitel,was man fitz im AxSlanbe Aller er­zählt', und al» eine« Beweis für ben Mangel an Sympathie, mit bem man gerabe in England bie deutschen Berhältxiffe fortgesetzt benrtheilt.

* (Zuckerptärnien.) Osfiziö, wirb bestätigt, daß bie Verhandlungen übet die internationale Ab- schaff«g ber Zsckerprämien mit Nachdruck fortgeführt »erben. Kann ein befriedigende» Resultat nicht er» »leit werben, tetrb bie deutsche R gietuwg voraus­sichtlich eine organische Reform ber Zuckersteuergesetz gebung in Angriff nehme«.

* (8*r tzuubwerkerfrage.) Der allgemein: deutsche Hanbwerkerbvud hat eine Protesterklärung Wege« bet Abhaltung bei Betli»et Ha«bweiketkonfereuz a» das Reichsamt be» 3n«er« gelichtet, in welch t darüber Beschwerde geführt wird, baß eine Vertretung des süddeutschen Handwerkerstandes den Berathunge« ferngehalten wurde. E, wird alsdann bei Wunsch aurgesprocheu, eine aus Handwerksmeistern ber einzelnen Bundesstaaten gebildete Konferenz zu berufen und ihr eine unbeschränkte Aeußernng über die b-abfichtigte» grsetzgeberischen Maßnahmen ein,«räume«.

* (Ahlwardt und vöckel.) Uebet die Heue« Shlwardt und Böcke! schreibt daS »Volk* be» Hof prediget» a. D. Stöcker: Die sogen, antisemitische BolkSpartei hat ihre Anziehungskraft verloren, seitdem die Reden ber Herren Ahlwardt nnb Vöckel des Reizes der Neuheit entbehren. Sie muß daher auf außergewöhnliche Zugmittel bedacht fein, wenn fie ihre Versammlungen und Taschen wie früher füllen oill So war den» für eine morgen in Berlin tattfiübende Versammlung be» Herrn Vöckel Hof- »lebiger Stöcker al»great attraction (großes Zugmittel) gedacht. Böckel hatte sogar einen einge­schrieben« Brief spendirt, »m bie Einladung sicher au ihr Ziel kommen p, laff«. Natürlich wirb Stöcker de« Herren b« Gefallen nicht Ihn», «vge sehe« von ander« Gründen ist einem Manne wie Böckll, der wiederholt xab insbesondere im Wahl kämpfe gegen Stocker ber bewußt« Unwahrheit überführt worb« ist, be» Recht abzusprech«, Politiker, die etwa» auf sich hakten, zu sein« Ber- arnmlungen eiuznlaben.

* Leipzig, 8. Oktbr. (Einweihung.) Für >ie ftirliche Einweihung be» Reichsgerichts gebautes ind folgende Bestimmungen getroffen: Kaiser Mlhelrn und's König Albert treffe« Mittag» im Festort ests msd begebe» sich nach dem Kuppelbau der Halle, wo der Akt der Schlnßsieinleguug vor fich geht. Demselben werd« voraussichtlich Staatssekretär v. Bötticher, Vertreter de» Bande?rath» «nd da» Präsidium be» Reichstag» beiwohn«, sowie bie Spitz-n bet Reichs, Staats- und städtisch« Behörde« nebst be« Mit­gliedern bei R-ichsgericht». Nachher ist Dis er beim Präsident« v. Orhlschläger, worauf bie »kreise erfolgt.

land haben sich derAllgemeine deutsche Frauenverein*, der BereinFrauenbildung - Reform* und der Verein Frauenwohl*, alles Vereine, welche für dar F anenrecht kämpftn, zunächst darauf beschränkt, durch Petitionen an den Reichstag und verschiedene Landtage die Zulassung der Frauen zum medizinischen und philosophischen Stndium zu erbitten; Doch verttitt der VereinReform* in seinen Satzung« ebenfalls die Ansicht, daß die Frau gleich dem Manne zum Studium aller Wifienschasten Zuttitt erhalten müsse, und außerdem di« staatliche E:laudr., diejenigen auf wiffenschastlichem Studium beruhenden Berufe, zu deren Ausübung eine behördliche Genehmigung nöthig sei, auch wirklich ausübeu zu dürfen, soweit das praktisch durchführ­bar sei und sobald die betreffenden Prüfungsnachweise ge­liefert seien.

Nach den Grundsätzen, die wir für die Zulassung der Frauen zu öffentlichen BerufSarten al» richtig erkannt haben, darf aber die praktische Durchführbarkeit dabei nicht allein maßgebend sein; e» muß in jedem Falle auch die Frage gestellt werden, ob der betreffende Beruf durch die Frauen ohne Gefährdung ihres weiblichen Charakters aus- geübt werden kann. Nun stimmt ein Auftreten in größerer öffentlicher Versammlung mit der hauptsächlich für daS Haus bestimmten Frauenart gewiß nicht überein; D:m unbe­fangenen deutschen Gesichte muß eS mißfallen, die Frau auf der Kanzel, auf dem Richierstuhl oder auf der R-dner- ttibüne zu treffen. Das Predigtamt, der Beruf al» Richter und Rechtsanwalt und die politische Thättgkeit werden deß­halb in Deutschland den Frauen gewiß noch verschlosst bleiben, gemäß dem Wahlspruch des Apostels PauluS: Muli eres in ecclesia taceant (1. Kor. 14,34', di« Weiber sollen in der Gemeinde fich schweigend verhalten. Unsere Vorfahren befolgten einen vervünfttgen Grundsatz, al» fie nur die Waffenfähigen an der Beraihung der öffentlichen Angelrgenhetten theilnehmen ließen:Wer nicht spricht, der nicht ficht!* Sie fühlt«n, daß der Widerstreit der gegen« überstehenden Ansichten bem Seelenleben des Weibe» nicht zuträglich fei. Auch au» ist die» Gefühl nicht fremd ge­worden, wenngleich von manchen Setten die aktive und passive Wahlsähigkett der Frauen gefordert wttd mit der Begründung, wenn eine Frau selbstständig steuere, so fei

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verstarb« ist. Ebenso könne« Wittwe» »nb Waise, auf Grund des kriegkministeitlle» ErlaffeS do« 2Pkftk

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worden, bo nur solche Gesuche von Witt wen u> Wais« berücksichtigt werden toxnen, ber« Ehemaz resp. Vater erst nach dem 1. April diese» Jahr,

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Sollen nun aber die Frauen die ihrer Eigenai entsprechenden Berufszweige ausüben tonnen, so bedürf« sie dazu mehr oder weniger Keuntniffe und Fettigkeit« und es ist daher auch die Frage zu beanttoorten, ® die Frau für die ihr offenstehenden Bernfsatten vor;» bereiten ist.

, Da es der natürliche und nächste Lebenszweck Weibes ist, Hausfrau und Mutter zu werden und übrigen Berufsarten nur einen Nothbehelf bilden, so ist klar, daß alle Mädchen in erster Linie für den mütterli Beruf zu erziehen sind. Da aber kein Mädchen vor wiffen kann, ob und wie lange ihr das Glück der zutheil wird, so wird diejenige FrauenbildungSanstalt beste fein, welche das weibliche Geschlecht nicht nur seine natürliche Bestimmung tüchtig macht, sondern zngl auch befähigt, fich nöthigenfalls einem andern Berufe z wenden. Sowohl die Elementarschule für Mädchen, c auch die mittlere und höhere Mädchenschule haben Ziele in's Auge zu faffen. Natürlich können diese Sch ihren Zöglingen, die sie bis zum 14. und höchstens zum 16. und 17. Jahre zu unterrichten haben, nur allgemeine Bildung ertheilen, während die Aneignung zu jedem einzelnen Berufe nöthigen Wissens und Köm besonderen Fachschulen überlassen bleiben muß. Selbst zu dem Berufe als Hausfrau und Mutter dienen

Kenntnisse werden nur zum geringsten Theile von der Sch» gelehrt werden können.

(Fortsetzung folgt)

Ausland

Gesterreich-Ilxgxr«.

Ura,. 7,Oktbr. (Belagerungszustand.) Nach verläßlich« Mittheilnng« wirb ber B-lagernngs jttfiaib bo« Prag «och ii diesem Moxate aufgehoben werde«; zugleich, heißt e», werde ber laugjährige Statthalter Böhme«», Graf Thu», sei» Amt Hiebet- leg». Die» würde ga»z geg« b« Wille« de» Ministerpräsident« Grafe« Babe«i geschehe«, der wie ertxnerlich, z« de» beso«berem Zwecke »ach Prag gereist war, «m be« Grafe« Thu« zum Bleib« i« bewege«.

Italia».

* 7. Oktober. («öuig besuch. -

Koloniales.) NxumehristbieoffizielleAnzeigevo« be« Besuche be»«ig» »« Portugal hier eingegau;« Der Besuch ist insofer« bedeutsam, al» ber KSuig »o« Portugal kttholisch ist, ««b feit 26 Jahr« keix katholischer Souoerat« mehr eigen Besuch ix Rom gemacht hat. Der Köxig wirb natürlich auch be« Papste eixex Besuch abstatte», berselbe wirb ix eine« Galawag« von der Gesandtschaft aus erfolg«. Die Feindseligkeit« ix Afrika hab« berett» begoxie», bie im italiexischex Dienste stehexbex Galla» habe« Truppen Renelik» geschlagen, wobei letztere 200 Mann verloren. N.ue Truppensendunzeu au» Jtalteu hält General Baratieri noch nicht für xothwexdig.

Iraxüreich.

y«ti5, 8 Oktbr, (RabagaS car.) Die «abagasstsche Hauptstadt Axtaxanarioo ist, wie jetzt erst bekannt wird, bereit» am 27. September in bie Hände ber Franzosen gefallen Die stolze Königin der HowaS hat angeficht» ber fraxzöstschex Baj nette ihr Gelübde, die Stadt nicht zu verlasse«, gebroch« und hat «it bex übrig« hauptstädtisch« Bewohnern Reißau» gen»«»e», so daß sich die Franzosen ohne Schwertstreich der Residenz bemächtiFex tonitex. Die offizielle Nachricht von diesem endgiNge« Siege der Franzosen auf Madagakcrr hat fich dadurch v-r- zögert, »eil da» Regexwetter auf der Jusel begonnen -at uxb demgemäß der optische Telegraph infolge Rebel» nicht funktionir« kann. Die Hova» hatten hre Rettung auf die Unterstützung Englands gesetzt; >ie Wuth der Eingeborene» darüber, daß fie ihre Hoffnung getäuscht hat, ist nun grenzenlos. Eine vütheude Menge drang in be« englisch« Kirchhof >ei Antananarivo ei», zerbrach bie Särge und ver- tummelte bie Leichname. Die Brüder Roth, chilb spendeten 100,000 Francs für bie aut Ma »agakcar heimkrhrendeu Kranke« und Berwundeten Der ehemalige Colonialmini üer spricht sich heftig geg« be« Plan einer Schutzherrschaft au» und betont, baß »nr bei unmittelbare Besitz Mada- gaScarS Frankreich für seine Anstrengungen ent schädigen könne.

werbe», wenn dir Ehe mit bem verstorbenen Krie vor bem Feldzuge 1870/71 geschloffen Word« i

(Früchte und Blüthen> Welche auf allenden und seltsam:» noch nie dagewesenen cheinxngen die diesjährige Witterung im Garten Tage fördert, da» beweist die Thrtsache, daß m Garten be» Herrn Dr Schäfer, Wilhelmstr. 6 nicht nur die Monatrerdbeeren an vielen Stell »lühen und Früchte tragen, sondern auch die wei Ananas reife und unreife Früchte gezeitigt hab. geschehen am 8 Oktober de» Jahre» 1895 V anderer Seite wurden un» auch heute herrlich duften Aepfcl- und Birnenblüthcn überbracht.

*" (T h e a ter.) Der gestrige augeneh öerbstsbe»d war verwuthlich die Beraulaff >azu, daß die zweite Vorstellung der Sesellsch

war recht resolut, und konstattten wir g«n, daß von allen Darsteller» den Schwarzwälder Dial «am beste», zu spreche» wußte. Frl. Drmke (»eb chei bemerkt eine fesche Berlinerte, jedoch «Äht a ier ALr-, sonder» suS der Büloxstraße) be. »eben äußer« Vorzügen ohne Zweifel groß»» Tale das bewies gestern wieder ihreGertrud*. Ab und ließ fie fich freilich etwas gehe« und verfiel zn s

Mit dem Studium der Medizin hängt auch dasM der Pharmazie zusammen. Es wich schon vielfach vo Frauen ergriffen und die Erfahrung lehrt, daß sie roege der gewissenhaften und sauberen Zubereitung d< |' Medikamente trefflich zur Ausübung des Apothekerberufü besonders in kleinen Apotheken geeignet find. rar 1

Di» Verwendung der Frauen im höheren Lehraiw d. h. auf der Oberstufe, höherer Mädchenschulen ist, schon oben erwähnt wurde, in dem Erlaß vom 31. W 10101 1894, der die inneren Verhältnisse dieser Anstalten ! regeln beginnt, vom preußische» Ministerium beretts geftatii und geordnet worden.

Aus Marburg und Umgegend.

* Marburg, S-. Oktober. (Gedenktafel de» deutsch-französische» Kriege».) General v. b. Tau» erhält ben Befehl zur Offe»five »eb tritt b« Vormarsch auf Orleans an. Da» 3. Chevauxlegers-Regimeut zersprengt bei Sngerviöe eine FranktirenrL-Abth-ilung. Gefecht de» 30, Juf.-RegtS. vom 14. Armeekorps bei Rambervillter». Gambetta übernimmt i» Tour» bie Ministerien be» Krieg» »nb be» Inner». und e«ennt bex Berg - Ingenieur be Frryeiuet zum Drlegirten de» Krieg»Ministeriums. Eine Proillamatio». Gambetta'» kündigt den Krieg bis auf'» Master an. Garibrldi trifft in TonrS ein. Sin Manifest be» Grafen von Chambord an die fraxzöstsche Nation, erklärt sei« Bereitschaft, fich FrankcetchS Glück ganz anfzuotzfrr».

* (Da» JImfatteln* der St-udenten), d. h. bet Uebsrtritt von einer Fakultät zur anderen, ist in neuerer Zeit mehrfach während de» Semester» erfolgt. EL. war alsdann zweifelhaft, ob da» Ss- es eine Härte, diese Rechte ihr vorzuenthalteu; Aber rb- gesebeu davon, daß eine Brtheillgnnq d« Frauen hn Parla­mente die Haltung ber Parteien völlig unberechenbar machen würde, da ja die Frauen die geschassiuen Klägerinnen der wechselnden S-elenstimmungen sind, brauchen wir uns nur eine uns nahestehende Frau in der Hitze der Wahlkämpfe, in dem. Getümmel der parlamentarischen Verhandlungen vorzustellen, um lebhaft den Wunsch zu empfinden, dar weibliche Wesen vor dergleichen rauhen Berührun, en zu schützen. W'S aber den richterlichen Beruf anbett ifft, 1» ist das kühle, unerbittliche Entscheiden nach Recht und Ge­setz der Frauenart vollstirdig entgegen.Der Berns der Frau ist nicht, den Sünder richte» und unerbittlich der- urtheilen, nicht Wunden schlagen,* sagt Sommer in seiner SchriftZur Frauenbewegurg in Deutschland*;ihre Aufgabe und ihre Freude ist vielmehr: verzechen, Thränen trockne», Wunden verbinden, die Gefallenen auftichten, kurz, der Frau gehört nicht da» Richter-, sondern das Samariteramt.*

Solche Erwägungen rufen uns den wissenschaftlichen Beruf vor die Seele, dessen AuSüdung auch in Deutschland der Frau nicht länger vorenthalten werden kann, d; st der ärztliche Berus. ES ist unbestreitbar, daß besonders für Framnleiden weibliche Aerzte dringend nothweridig find. Wie tiefe Frauen ertragen Jahre lang ein gefährliches Uebel, bis Heilung nnmözlich oder doch sehr erschwert ist, nur weil ihr Zartgefühl fie abhält, fich von einem männ­lichen Arzte behandeln zu lassen; In den meisten anderen Kulturländern find weibliche Aerzte schon so zahlreich vor­handen, daß es für nnweiblich gehallen würde, wenn ffrauen einen männlichen Spezialarzt für Frauenkrankheiten zu Rache zögen. U-ber die Zuverlässigkeit und Ausdauer dieser weib­lichen Aerzte wird aber nur Gutes berichtet. Der preußische Landtag hat darum auch bei der Berathuug über die oben­erwähnten Petitionen der FraueuvereineReform* iu s; w. die Zulassung der Frauen zum medizinischen Studium der Königlichen Regierung zur Erwägung überwiesen;

Daß sich die Frauen zum ärztlichen Berns wirklich eignen, beweist übrigens auch die Thätigkeit, die sie beretts als Zahnärztinnen, Zahntechnikerinnen und Hebammen ausüben.

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meßet, in welchem bet Studentumgesattelt' bei Zulassung zu ben Berufsprüfungen avgerech, e werden könnte. Der Unternhtsminister macht j, , Dir die akademischen Behörden aufmerksam, daß die U; - ,;x schreibung von einer Fakultät in eine andere m 9 g;; ;u Beginn ober am Schluß des Semesters vor» xL,' nommen werden dürfe; der Minister legt Wer TLtx »arauf, daß diese Bestimmung künftig ausnahmsh °^,n, befolgt wird.

(Sonntagsruhe in der Landteirth m schäft.) Sieb ßaebfente »ach Einführung z ..{0 So»»tagsruhe im »etoerbebdriebe berechtigt, , |fl] Sonnt;g He« einzufahr«? Diese Frage hat kürzh das Schöffeagesicht z« Sckern'örde entschied«. Mehr« Hoförfitzer eine» Dorfe» waren angeklagt, gegen d, Ges tz über die Sonntagsruhe v rstoß« zu habe da fie de» Sonntag zn« Heu txfahr.n benutzt hatte Die Augcklagteu erklärten, daß an bem fragil Sour tag ei« Witterungswechsel gedroht habe, hält.« be» Tag a»s.rütz« müsse», um vor Sch, bewahrt ,« »erbt» Diese Angabe» erwies« al» bollstä»btg richtig. Darinfhi» sprach da» Ge sämmtliche Angeklagte kostenlo» frei y ein

* (Eine bittere Snttänschung) ist, | f*«e schreiben Berliner Blätter, b« Wittwe« u»b Waise 5 bet Pkrso«en be» Soldatenstandes de» ReichSheere » < unb ber Marine vom Feldwebel abwärts z» Thei (iaes gewordex, welche auf Stuub des Reichsgesetzes voi 13. Juni 1895 attl bet ReichSkaff! W itwe»- ich Waisengelb beanspruchten Sie finb »it ihre» Ai träge» bi» auf toeuige AuS»ah«eu abgetoiefr1

Staad,Else vo» Er le» Hof*. Die schlichte, littelbi g»t auSgespo»»«e, ergreifewbe Handlung unterhiei «4 N> da» Publikum abgesehen vo« einig«Gigerl»' liftiei >ir sich durch lächerliche» Gebahreu selbst- während i Mu »et Scene h-.rvorthate» gcm- vortrefflich. Di 1/2 Darstellung konnte man al» eine musterhafte be h inj zeichnen unb fie bewies wieder, baß bie neue Gesell «siel

Hast er versteh» wirb, fich die Sympathien unsere! chen < Theaterbesucher, zu erwerben^ Die Hauptrolle, da Uh P Erlenhofbauer, gab Herr Stett«er; er zeigte d» ramei mit, daß er ei« ganz vorzüglicher Charaktevdarstsllo tfonbe stber halsstarrige Bauer, beste» Herz »bet doh «mel weichen Regvuge» zugänglich ist, Lmnte nicht bcfftt i, zu verkörpert, werde«. Frau Faust als Frau HanMffrFul

iieinerS nicht so gut besucht war- wie fie eS dient hätte. Man gab das betaute Volks stück vmtie Bei