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Wöchentliche Beilagen: Kr isblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

O* Mb »tritt: Zoh. A»g. Koch. Umverfitäts-Buchdmcktrri ht Marburg. (Ss*****4* Be-«t»ortlicher Redakteur: Friedrich Eolbatzky tu Mardui».

Sledaktiou mld Srpedittou: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55. vVUHlUßvVKm« SvrechKmdeu der Redaktion: 1011 Uhr Vormittag«.

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«rschrim rtglrch «xfen u »«trag« «ach 6«u> und Satirtag«. Ouartel-RLammnaltS-Prri» bei der «gpa» Htie« S Rk.. Sri all« V-ßLmtm. 2 ÄL SS «ft («ü SriteLgeld). Jus«ati»M,chichr fix die griMÜnw tzril, »der dir« «am» 10 Vfg.. «täeeta Hx di, 8rik «r Wg.

Marburg,

Dienstag, 1 Oktober 1895.

angetgra mmmi entgegen ot, Srpedition dieser Blatt«, lewi« btt Annoncen-Bureaur von tzaafmstrin ». Vogl« in Frankfurt «. M., Cassel, Magdeburg und Mm; Rudolf Raffe in Frankfurt a. M Berlin, München «. Köln; G. L. Daube. To. in Frankfurt «. M.. Berlin Hannover, Pari».

XXX. Jahrg.

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auf dieOberhessische Zeitung"

eben von »»seren Bote», de» Postämter», Brief- igetr, sowie i» unserer Expedition

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entgegengenommen.

Wy Der Anfang de» neuen Roman»Nar­ret he* von Marie Widder» wird enf Wunsch eilo» »achgeliefert.

Fremde Fürsten aus deutschen Thronen.

* Es ist ein eigenthümlicher Zufall, daß i» der te» Zeit sich wiederholt Gelegenheit bot, die Frage r Succesfio» in einzelnen deutsche» Bundetstaaren Kt öffentlichen Erörterung zu unterziehen. Wenn an und für sich der Allgemeinheit auch ztemÜs kichgilrig sei, kann, welcher Zweig des angestammten dsteuhauses den Thron vo» Lippe einzunehme» mse» sein soll, wen» auch irr diese« Fall bei der ^besiegelten Reichstreue aller einzeluen Bewerber le anderen al» ausschließlich rechtliche Gesichtspunkte Frage kommen und vielleicht nur ei» leichtes Hel» darüber entstehen tarn, daß in unserer Zeit iter Aufwendung de» größten juristischen Scharf. orS darüber gestritten wird, ob der späte Nachkomme irr bürgerliche» oder dem niedere» Adel angehörige» llsti» da» Thronfolgerecht besitzt oder nicht, so Ht doch die Erörterung i» eine» breiteren Rahmen, bald es sich um die Frage handelt, ob fremde rinze», ob die Söhne reichsfeindlicher Fürstlichkeiten len Thron im »eue» Reichs besteige» dürft»; den» ! Sache nimmt sofort ei» anderes Aussehen, wen» ! Frage aufgerollt wird, ob der Soh» des Herzog» i Cumberland in absehbarer Zeit in Braunschweig, a ein vollständig zum Rnflen gewordener Prinz ! Oldenburg regiere» soll; et» Manu, der aus seiner rindschaft gegen Deutschland niemals ei» Hehl ge «cht hat, »vd der die deutsche Sprache nicht ein» al annähernd beherrscht. Die gleiche Frage, we»n ch nicht die unliebsame» Zuthate» i» gleichem »ße vorhanden waren, hat schon einmal vor nicht pr langer Zeit die Gemüther in Erregung Ber­it, al» ei» englischer Prinz i» ehern Thüringer tobe zur Regierung gelangte, und diese Erregung <t »och ehe Steigerung erfahre» durch die bekannte» N höchste» Maße unerquicklichen Verhandlungen im Mchen Unterhause, die ihren Kernpunkt in der «eignng ehe» ThetleS der englische» Parlame»- net fanden, dem deutschen Reich»fürsten »och »ettei»

Margarethe.

Original-Roman von M. Widder».

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

,E» wird sich ja auch für Sie Alle« zum üen lenken,* kostete Margarethe weiter,die Zeit cht vergeffen und*

, Der toaß blieb unvollendet und plötzlich, bi» in l Stirn erröthend, sah unsere junge Freundin vor I nieder die Blicke de« Doktor« machten sie rwirrt. Da fühlte sie plötzlich ihre Hand gefaßt fest und warm und seine tiefe Stimme sagte ist und vibrirend:Dank, liebe«, edle« Mädchen 'Sie sprechen mir da« erste wirkliche Trosterwortl*

und hernach setzte er mit einer gewissen Leb. ' Agkeit hinzu:Sie haben Recht, vielleicht kann .1 ch mich die Zett vergessen lehren.*

Dann aber schritten sie wieder schweigend neben

ander her die Augen de« Rädchen« jedoch leben gesenkt. So stiegen sie die steinernen Men in die Höhe so stand sie oben an seiner i eite, bi« er endlich wieder in seiner alten Weise

8te:Aber wollen Sie sich nicht umsehen, Fräulein? E Siebt auch hier Manche«, wa« an längst ver- Wigrne Zetten erinnert, wenn meine Schwester Wch gerade diese Terrasse nur dem Nützlichen ge» M)t und ihren Küchengarten nach hier verlegt hat!* 1 Und wirklich, trotz der so wenig poesteoollen An-

hi» sehe Rrveuueu auSzrzahlen. Ob bisher i» dem Herzogthn» Sotha jene schöne, auf de« Gefühl ab­soluter Solidarität beruhende Gemeinsamkeit zwischen dem Fürste» uib seinen U°terthaue» entstände» ist, ob nicht vielmehr noch immer eine gewisse innerliche Entfremdung besteht, habe» tote nicht zu entscheiden; jedenfalls wird man ehe» gewisse» Pessimismus nicht ohne Wettere» vo» der Schwelle weisen könne».

Neuerdings ist nun wieder einmal die Branu- schweigische Frage aufgeworfen worden. Diese Frage ist ja ziemlich alt, e» scheint aber, al» ob sie in ei» »ene» Stadium übergefüh't werde» soll. Hat auch freilich kürzlich dieLöh. Ztg.* gemeldet, daß Preuße» nicht daran denke, Brannschweig den Welfen auSzuliefer», muß doch an dem Snfrühren der Frage etvas Neues seh. Ltelleicht handelt es sich nur um einen Fühler Seitens de» Herzog» vo» Cumberland. Bor einiger Zeit wurde von der Absicht de» letztere» berichtet, ferne» ältesten Sohn den Prinzen Georg Wilhelm, auf eine deutsche Lehranstalt zu sende», um ihm dortehe nationale Erziehung gebe» zu lassen'. Zugleich wurde erzählt, daß seine Ange hörigen e» längst aufgegebe» hätte», die llnversöh» lichen zu spielen, sie seien von der lleberzengung durch­drungen, daß Hannover eredgtltig für das Welfen- Hans verloren sei, ste hätte» alle Revanche- vad Restan'ationsgelüste aufgegebe» und fühlte» »ur noch das Bedürfniß, Braunschweig zu fichern, da man Hannover nicht haben kann. Das Braunschweigische Blatt, das hierüber dte Oeffi Ntlichkeit unter hielt, fügte hinzu:Wir habe» guten Grund zu der Annahme, daß h der Zwischenzeit, d. h bis zu der im Jahre 1898 ehtretenben Volljährigkeit des Prinzen Georg Wilhelm, die Thronfolgefrage in eher Weife geordnet seh wird, daß derselbe Sude 1898 bei Thron be steige» kann, falls er »ach etngetretener Volljährigkeit diejenige» Erklärungen abgiebt, a» deren Abgabe sei» Baler verhindert ist.* Nach der Meinung de» er wähnte» Blatte» würde eS also genügen, wen» der Prinz ein paar Jahre hindurch in ehedeutsch- »atio»a!e* Schule ginge, später in da» Heer ehtritt und i» wohlgesetzten Weitenden bisherigen Besitz, stand aller deutsche» Staaten als zu Rccht bestehend anerkennt*. Ma» muß gestehe», daß sehr viel Be- scheide»heit und echtdeutsche Se»ttme»talität dazu gehört, nm durch derartige Ausführungen befriedigt zu «erden, Den» abgesehen davo», daß der in Frage kommende Prinz h den ersten fünfzehn Jahren seine» Lebens, die er unter de« Einfluß einer durchaus weifisch - intransigente» Erziehung verbrachte, sich zweifellos Anschanunge» zu eige» gemacht hat, die durch den zwei- oder dreijährige» Besuch eine» Gy«, »astum» schwerlich ousgerottet werden könne», abge- 'ehe» auch davon, daß selbst gegen die beste» Ein flüffe bet Schule sich doch auch fernerhin die häus- lichen Einflüsse mit beträchtlicher Stärke geltend machen dürfte», bleibt e» doch recht bede»klich, formelle» Erklärnnge» irgend welcher Art ehe größere Macht zuzutrane», al» de» i» Fleisch und Blut über-

Pflanzungen von Kohlrabi, Mohrrüben, Erbsen und allerlei Kohlarten, die, beiläufig gesagt, Frau Gott- frieden alle Ehre machten, so prächtig gedieh hier Aller, gab e» noch Viele» zu bewundern, war Grethe, die man in der Schule mit Vorliebeunsere kleine Archäologin* genannt, in hohem Grade interesfirte, wenn auch die Gegenstände zerstreut und mitten unter den Küchengewächsen dm allerunpaffendsten Platz von der Welt einnahmen: Da erhob sich zum Beispiel zwischen wuchernden Zwergbohnen die ver« witterte Statue eine« steinernen Heiligen, dessen Namen dem jungen, protestantischen Mädchm freilich nicht bekannt war, der aber nichtsdestoweniger doch ihr höchster Interesse weckte. Hatte doch die hohe, dünne Gestalt in de« wunderlich geformten Mantel schon Jahrhunderte an sich vorübergehen gesehen, manche« junge Menschenauge erblickt, da« jetzt längst zu Staub und Asche geworben und welche« doch damal« vor langer langer Zeit so aufmerksam in sein kalte«, strahlenbekränzte« Gesicht gesehm freilich anderen Gedanken und ganz, ganz anbet en Gefühlen, al« dar be« jungen schönen Weltkinbe« in bet eleganten Reisetoilette, welches sich jetzt zu dm Zügen be« Heiligen hob.

Bitte, wettet nach recht«, Fräulein, nur noch wenige Minuten und bie Ruine liegt vor un«." Sie folgte ihm wortlo«. Eine« hinter dem andern schrtttm sie durch ben Lehrenwald bie Halme

gegangene» Familientraditione», als, mit eine« Worte, dem Welfe»bl»te. Und mag selbst Prinz Georg Wilhelm sür feine Person auf Hannover verzichten verzichtet hiermit zugleich auch sei» Hau», verzichtet sei» Baier, verzichte» die Agnaten hiermtt auf ihre vermeintlichen Rechte?

Fürst Bi»«arck hat einmal von eher krankhaften Entwickelung de« SonveränttätSprincipS gesprochen, er, der gewaltige Realpolitiker, hat utemal» einen Zweifel darüber gelassen, daß da» Fürstenrecht nicht vor dem Volksrecht stehen darf, daß die Sicherstellung der »ttionalen Gesammtpolttik mächtiger ist al» alle Sentimentalität. Ee hat die Ttznastien, die eher gesunden Entwickelung unsere» Vaterlandes sich ent- gegenstemwten, kotz aller vehänglichkeiten der Leute, die in ihm den rauhen Zerstörer de» SotteSguaden- thuw», den Revolutionär, erblickten, mit mächtiger Faust zertrümmert. Er hat auch den Werth von Entsagungen* undVersprechungen*, die auf dem Papiere gegeben morden, stets mit ehe« besonderes, von berechtigter Skipst» gegebenen Maßstabe benrtheilt. So «klärte er am 1. Februar 1868 im preußischen Landtage:Nehmen Sie an, daß solche Entsagurgen auf die Krone auch expressis verbis h dem Akten­stücke ständiu, sehr viel Werth hätte dasselbe doch nicht; der König Georg würde dennoch, wenn er glaubt, Bundesgenossen in hinreichender Anzahl zu finden, und die Gelegenheit günstig wäre, diese Ab­sicht als erzwungen und erschlichen ansehen, sich daran nicht al» gebunden erachten und sie einfach brechen." Wir Neueren find weicher geworden, wir haben den Bau, de» die Auderm mühsam errichteten, vollendet übernommen, und wir fühlen un» sicher. Darum liefern wir den Welfeufonds gegen allerlei Zu- ficherungen an» und geben den natürliche» Gegner» des eenen Reiche» die Mittel, mit denen sie an feiner Zerstörung arbeiten könne». Oder hat man wirklich irgend Jemand versöhnt? ES ist recht lehrreich, daß gerade jetzt von ehern Feste berichtet wird, da» die Welfen in der Provinz Hannover feierten. Da wird von de«Mutterherzen* gesprochen, das di-Königin Marie für ihr Land bewahrt habe, während ma» derStiefmutter* höchsten» Achtung entgegesbrhgen könne, da wird an den An»sptnch be« Curnberländeis angeknüpst:Nur dasjenige Volk ist annetttet, welche» an seine Annexion glaubt* und Protest eh legtgegen Da», wa» 1866 geschah', da 6er sichert ein Herr von Scheele, e» sei eine Lüge, daß bie Königin Marie dem Herzog gerathen habe, auf den Thron zu verzichten, der Kampf nm da» Recht müsse fortgesetzt werden, die ganze jüngere Generation stehe hinter ihnen. Und unter be« Jubel bet Versammlung führt der Vorsitzende au», Hannover fei bi» 1866 eh glückliche» Land gewesen, alles Elend sei an»dem großen Paterlande' gekommen; die Preußen litten Hunger und Noth, sonst wären sie nicht »ach Ha»»over gegangen, zu Hause hätten sienichts Anderes zu essen al» Kartoffelschale» n»d Spucke*. Wenn man hinzu nimmt, daß die

reichten dem Doktor bi« an ba« Kinn, zu einer so mächtigen Höhe hatten sie e« in diesem Jahre ge­bracht; aber auch die Aehren zeigten sich groß und vollkörnig, so daß Frau Gottfriede wohl zufrieden sein konnte. Fünf Minuten lang waren sie so dahingegangen, über sich den tiefblauen Himmel, an dessen Horizont schon ba« Abendroth glühte unb Grethe hatte ba« Gefühl, al« wenn in diesen Momenten nur ganz allein mit dem ihr voran- schreitenden Manne auf der Welt wäre, aber sonderbar! ihr tarn kein Gedanke an Ängste und Verlassensein I

' Im Gegentheil, sie fühlte sich sicher und geborgen wie noch nie, trotzdem ihr gerade jetzt wieder die traurige Geschichte einfiel, mtt bet sie bie kleine Magb Frau (Bottfrieben« regalirt und au« der sich so leicht der Schluß ziehen ließ, daß Doktor Heroer'« junge« Weib vor dem Satten geflohen. Vielleicht hatte er sie ungerecht, lieblos hart behandelt! Ungerecht?! Rein, nein, ungerecht gewiß nicht, krankte doch seine Seele an einem tiefen Leid, dessen traurige Veranlassung nur die Verstorbene gewesen fein konnte.

Wieder war ihre ganze Seele erfüllt von Mit- leid. Ach, und e« ist ein gefährliche« Ding um ba« Mitleid eine» jungen, warmblütigen Mädchen«, wenn e» einem Manne gilt und noch dazu in

Zahl der »elfischen Maudate unter der Aegide be» Grafe» Caprivi recht bekächttich gewachse» ist, so dürste man u»gesähr da» rechte llrtheil über de» Boden gewinn«n, in btm zu alle» anderen Sorge» in» auch »och ei« welfischrr Fürst gepflanzt »erden soll, der den natürliche» Mittelpunkt aller reichr- feindliche» Bestrebungen bilden muß.

Die Rechte ehe» Monarchen sind ohne Zweifel geheiligte Rechte, aber fie find e» nur deßhalb, weil sie zu Gunst« n be» Volke» und in Unterordnung unter den großen Zweck ausgeübt werden, für den allein Gott irgend eine» Menschen mit Macht be­kleidet. Such die Rechte einer Nation find geheiligte Rechte, fie find die höchsten, die e» giebt. Lor ihnen verfinkt alle» Familienrecht der Dynastien, vor ihnen muß auch der mittelalterliche Gedanke schwinden, daß Nationen, wie ein Hof oder ehe Summe Geldes, einfach vererbt werden können, eine Anschauung, bie dahin führen würde, daß ein Herrscherhaus, das fich h dem einen Bundesstaate unmöglich gewacht, ehe« andern Bundesstaate aufoctroykt werden könnte. Würde ein andere» Volk etwa, wen» einmal der Thron von Oldenburg erledigt ist, sich einen russischen Prinzen nur weil er mit der aus gestorbenen Fürsten- familie verwandt ist, zum Herrscher berufe«? Fürst Bümarck hat seiner Zeit i« Braunschweig das Ewporkommen be» Welfenthum» verhindert, er würde auch in andern Fällen un» die Nothwendigkett er­spare«, h ehern Fremde« den angestammten Herrscher gu begrüße».

Deutsches Reich.

* Kerli«, 28. Sepibr. (Tagesbericht.) Am 21. Oktober wohnt da» Kaiserpaar der feierliche» Enthüllung de» Kaiserin Augusta-Denkmal» Hierselbst bei. Die Taufe de» jüngsten SohneS des Prinzen Friedrich Leopold von Preuße« hat H ute auf Jagdschloß Glienicke bei Potsdam statt« gefunden. Der Täufling erhielt die Namen Franz Joseph Ernst Patrick Friedrich Leopold. Unser Kaiser »ar durch Generalfeldnarschall v. Blumenthal ver­treten, Kaiser Franz Joseph von Oesterreich durch Generaloberst v. Los. Nach der Taufe war Tafel im Jagdschloß. Kaiser Franz Joseph von Oesterreich hat de« Prinzen Heinrich von Preußen zürn Contre Admiral ernannt Die Staats­sekretäre v. Bötticher und v. Marschall sind vom Urlaub nach Berlin zmückgekehrt und haben ihre Dienstzeschäfte wieder übernommen. Herr v. Koszielski soll, wie in Westpreußen bestimmt verlautet, Schritte thun, nm h der G-gend vo» Jablouowo Rittergüter im Gesammtwerthe von vier Mllionen anzukaufen, um der AnsiedelungSkommisfio», welche h diesem Jahre große Erwerbungen der dortige» Gegeud gemacht hat entgegenzuarbeiten. Da» 1. Leibhusarenregimeut, dessen Kom­mandeur Oberstlieutenaut Mackensen kürzlich durch die Ernennung zum Kaiserlichen Flügeladjutanten

dem Alter und mit ben körperlichen unb geistigen Eigenschaften eine« Doktor Johanne« Herber.

Bi« bicht an den Rand be« Plateau« waren fie so geschritten, jetzt hemmte ber Doktor plötzlich seine Schritte und zur Seite tretend, beutete er mit eer Hand abwärts, wo sich ihnen im Thalkeffel ein gar liebliche» Bild zeigte: Unter mächtigen Eichen halb verborgen, standen, ganz umschlungen von üppigem Epheu, bie Reste eine« kleinen Schlößchen«, dessen runder Thurm noch wohlerhalten war, zu ihren Füßen breitete fich ein köstlicher Rasenteppich au«, durchwoben von allen möglichen buntfarbigen Blumen.

Da« ist eine wirkliche Idylle!' rief Grethe unb ganz entzückt schlug fie unwillkürlich bie HLnbe ineinanber.

Der Doktor nickte.Unb boch erzählt man sich, daß dort unten zu Ende be« siebzehnten Jahrhundert« damal« wer, wie Sie schon wissen, ba« Haut, in dem meine Schwester wohnt, noch ein Kloster, ein unsäglich unglücklicher Mensch gehaust haben soll, ein Herr von Brender, dessen Güter irgendwo im Rheinlande lagen. Wenn Sie fich auch für derartige Ueberlteferungen interessiren,' setzte er bann noch hinzu,will ich Ihnen erzählen, wa« diesen rheinischen Edelmann, vor dessen zerfallenem Besitz wir stehen, hierher geführt hat ii unsere schönheitrarme, nüch­terne Gegend.'