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595.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
fnd »i- : Joh» Auf. Sech, Uni Verfitäts-Buchdruckerei in Marburg. (Ä^****4-AAS44t a44 Sermtworüicher Redakteur: Friedrich Colbatzky in Mardar,.
1 6tej Redaktion >md Erpekition: Markt Sl. Fernsprecher Nr. 5S. UU|H4l4vV WUli* Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr Bormitto,»-
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»»fälle hat schrittweise an Boden gewonnen, hat Mn Stück der in Angriff genommene» Füisoigegeliete wieder aufgegeben, und schrittweise dringen die fie tragenden Jdeeen auch im Aurlande vorwärt». Daß da» deutsche Reich diese Pflicht zuerst erkannt und nach Möglichkeit «füllt hat, wird einer seiner nn> verlierbaren Ruhmestitel bleiben, und wenn gegenwärtig die Denksteine unserer Krieg» Haien Im Lorbeerschwucke p- angrn, sollte der unseren Friedens» thaien ia diesen Werken gesetzte u»8 Alle daran er» Innern, daß es die innere Arbeit ist, welche ein Volk an stch zu vollbringen vermag, die ihm Straft und Stärke gi«bt, uw, sei es den friedlichen sei er den kriegerischen Wettkampf mit anderen fiegreich zu bestehen.
* (Witte.) Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, wird der russische Finanzminister Witte, entgegen seinen ursprünglichen Dispositionen, bereits heute Abend Berlin verlassen und sich direkt nach Petersburg begeben. Die Verhandlmegen welche Herr Witte während seine« hiesigen Aufenthalte« wegen Aufhebung de« LombarlirungSverboteS russischer Werthe in Deutschland gepflogen hat, haben zu einem Resultate nicht geführt. 68 scheint, daß Rußland die Betheilignng an den chinesisch - russischen Finanz» Operationen von dieser Aufhebung abhängig gemacht hat.
* (Die braunschweigische Thronfolgefrage) war dieser Tage einmal wieder aufgerüht worden. E» hieß, daß der Sohn des Herzogs von Cumberland eine deutsche Erziehung erhalten solle, um befähigt zu werden den braunschweigischen Thron zu besteigen, sowie, daß die der welfi'chen Thronfolge
Post-Amt gefälligst sofort bewirken, da die Zeitung sonst am 1. Oktober ausbleibt. Es beruht dies auf einer Einrichtung des Post-Zeitungs-Amts, und können wir die eventuelle Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung nicht verhindern.
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, tottl wolle diese Erneuerung bei dem betr.
Deutsches Reich.
* Wetli», 27. Skptbr. (Tagesbericht.) ll.fr Kaiser, v.lcher sich nach den neuesten, au» Rowinte» ilig-troffne» Nachrichten fortdauernd de» besten Wohlseins ei freut, nnternahm auch in den l'tzten Tage» daselbst mehrere Pürschgänge. Ihre Mas stät die Kaiserin stattete hente der Stadt Flexi bürg eine» Besuch ab, wo sie von der Be rölkerung fabelnd begrüßt wurde. Die hohe Frau besichtigte dar ueuerbaute Osfizl-.rkostno ihres Füsilier- regimeui« Königin und wohnte dir Einsegnung«- zeremonie zweier Schwestern in der Dlakonifienarstatt bei. Hierauf erfolgte die Rückkehr nach Schloß Glücksburg. — Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen find zum Besuch der Königin Viktoria wohlbehalten in Balmoral eingetroffen. — Der Kaiser hat dem Wirkst Geh. Kriegkrath von Tschirschnitz beim Ausscheiden an» seixe« Dienste den Charakter als Wir kl. Geh. Rath mit dem Prädikat „Exzellenz* verliehen. — Die 26 deutschen Offiziere, die auf zwei Jahre in chilenische Dienste treten, find auf ihrer Fahrt letzter Tage In Montevideo angelaufen — Die deutsch-amerikanischen Veteranen werde» in den »ächsten Tagen die Heimkehr von Bremen au» antreten. — Da» sog. Kaiserabzeichen für die besten Ergebuiffe im Schießen ist soeben an die einzelnen Truppen ver- thellt worden.
* (Parteiwesen.) Der Vorstand be» ost- preußischen konservativen Verein» erklärte einstimmig, daß die „Vorgänge in der Redaktion der „Konzztg.*,
Partei-Pfründen.
♦* Die sozialdemokratischen Beamten und Redakteure »erden aaf dem demaächstlgen Parteitage in BreSlau einige unangenehme Stunde» erleben. Eine sozial
da» Abonnement auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" pro IV. Quartal 1895 zum Preise von 2.25 Mark
«och nicht erneuert ha»,
ebenso nöthlg, tote d ne» bürgerlicher Blätter, und bei einer Herabsetzung de» Gehalt» liege die Gefahr vo», daß geistig befähigte Personen von der Annahme einet Paiteistellung abgehalten und auf andere» Gebiet qe rängt »erden könnten Avch die an die Reichs- tagSabgeordneten gezahlten Diäten wurden von Bebel al« angemessen bezeichnet. Die Berliner Abgeordneten bekommen nämlich, wie Bibel damal» an «führte, wenn st; im Reichstage zu tfcnn haben, täglich 3 Mk , und trenn sie ein Geschäft haben, 6 Mk. Die auswärtigen Abgeordnete» erhalte» 6 Mk. und monat llch 25 Mk WohuungSgeld, und wen» fie za House et» Geschäft haben, 9 Mk. und da» WohnnugSgeld.
Die Unzufrieden u wurden in Frankfurt überstimmt, und es blieb vorlänfig beim alten; vorläufig, den» der Verlauf der Rxdorfer Versammlung hat gezeigt, daß in der sozialdemokratischen Partei eine scharfe Strömung gegen He Parteibeamten herrscht He sich so leicht nicht völlig unterdrücken läßt. Manch harte» Wort iß hier gefallen. Ein Sozialdemokrat meinte, e« sei von den leitenden Genoss n nicht an ständig, sich aus Geldern, welche die Arbeiter vielfach au» eine« Wochenlohn von 15 Nk.zusammensteuer!en, Gehältir von 3000 bi» 7000 Mk. zahlen zu lassen. Wa» solle man dazu sagen, wenn der Geuoffe Liebknecht bei feinem hohen Gehalte al» Redakteur te» .BoraättS* noch Diäten beziehet „Tiefe ®t «offen,* so schloß der Redner, „müßten eigentlich selbst anständiger sein uud auf die Diäten verzichte»; denn sonst müßte man meinen, fie handelten nicht eul Interesse an der Partei, sondern au» Interesse an den Parteigeldern.* Gegen die fiubirten Genesseu
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Erscheint täglich nutz« n BnSaia nach wann- mch Aaiartaz«. — Onxrtal-NSom«mmt»-P«W bei der Expo- Mtion S SL, Sei allen Postämtern 2 SU. H Pf,, (oll. BtMielb). Jnsttationrvbthr ffc He L ‘ ~ “
oder deren Xenw 10 «fg„ Rellamen fir He
HW Marburg, ‘‘säTiÄ Sonntag, 29 September 1895.
Wer von unseren verehrlichen
Post - Avonnenten
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Anuoncen-Bureanr von Haafenstein x. Vogler in vw rx, t
Frankfurt c M., Toffel, Magdeburg und Men; Rudolf 2Läa. fctttiTÜ
Roste in Frankfurt «. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube ». Ke. in Frankfurt « M.. Berlin Hannover, Pari«.
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akratische Versammlung in R xdorf hat schon rin; lgeschmack von dem gegeben, was fie in BreSlau erwart,n haben. E« wurde nämlich in Rudorf
e» bMlgender von einem „Genossen* eingebrachter Antrag 1 »stimmig angenommen: „Der Parteitag möge be- iardt pießen: Jene Relchstagiabgeordneten, welche als Mteibeamte oder Redakteure ein jährliche» Gehalt ufftl ton 8000 Mk. und darüber beziehen, erhalte« feite kläten.*
ozilane Schorn i« vorigen Jahre hat sich der Partei!ag i Frankfurt mit einer ähnlichen Frage beschäftigt.
i Her handelte ek sich um den Abtrag, „d e Gehälter kr Parteibea» ten und Redakieme einer R v sicn zu usschtzMerziehen und das Moxlmalgehalt auf 3000 Mk. m ^ffstzusetzen*. 3n Frarkfurt platzten die Meinungen t Vemut auf eint nber, und nur mit großer Mühe gelang :ud äf* Bebel, den „Genossen* klar zu mache», daß e» isit der geistigen Arbeit anders sei, als mit der strperlichen. Den sozialdemokratischen Redakteuren
»b Parteibeamten seien günstige L-be»Sbeblngungen
wurden besonder» schwere Vorwürfe gerichtet. .Wir hab-n recht tramige Erfahrungen «ährend de» Sozial!stengisetze» mit diesen Herren gemacht. Wo es wa» zu rllkiren gab, blieben fie im Hirtergrut be und ließen die Dummen für fie die Kastanien ans dem Feuer holen.*
So wie die Rixdorfer „Genossen* denken viele auch in de« Provinz-». Sie können e» nicht mit dem sozialdemokratischere Prinzip der Gleichheit und Brüderlichkeit vereinbar finden, daß die Unterstützung nothleidrnder „G.nossen* au» der Parteikaffe auf da» Stärkste beschrär kt wird, währe»b bie an der Krippe fitzenden Herren hohe Gehälter nnb außerdem noch ihre Diäten u. s. w. beziehen. We»u die „Genosse»* daher immer wieder anf eine bessere Verwendung der „Arbeitergroschen* dringen, so wird man cs ihnen nicht verdrnfen können. Ob fie der gegenwärtigen Parteidiktatur Bebel-Liebknecht-E'nzer gegenüber durchdringen werde», ist allerdings eine andere Frage.
so bedauerlich fie an und für stch seien, auf den Bestand uud die Geschloffenheit der kcn'ervativ:» Partei Ostpreußen», sowie auf die selbstständige politische Richtung derselben keinerlei Einfluß aurüben können.*
* (10 Jahre Unfallversicherung.) I» die Reihe der den kriegerischen Thaien gewidmeten Gedenktage, welche Deutschland in diesem Monate begeht, schiebt stch, wie die „Norbd. Sllg. Zig.* an leitender Stelle hervorhebt, der ErinnerungStag a» eine soziale Fricdensthat e’n. Unter dem 25 Eeptbr. 1885 erließ Kaiser Wilhelm I anf Grund d.r bis dahin verabschiedeten UnsallverstcherungS Gesetze von 1884 und 1885 die Kaiserliche Verordnung, durch wiche bie Gesetze am 1. Oktob r 1885 in Kraft trete». Zeh» Jahre sind «Iso an diese« 1. Oktober verflösse», seitdem im deutschen Reiche die reich» gesetzlich geregelte obligatorische Unfallversicherung In praktischer Wirkung steht. Die berustgenoffenschaftlich organlflrle Versicherung be» Arbeiter» gegen Betrieb».
entgegenstehenden H'nbernlsse behoben seien. De« gegenüber versichert nun bie „Köln Ztg.* arf Grund sorgfältiger Erkundigung, e» sei nicht da» mindeste Anzeichen zu entdecken, da» darauf hludeute, daß Preeß n gewillt sei, den braunschweigischen Thron den Welfen auSzuliefern.
* (Land wir thschaftlicheS.) Die Getreideeinfuhr in ta» Deutsche Reich hat im Argust betragen: 1 212 257 (geg-u 1196 110 i« August v. I) Doppelzentner Weizen, 962 179 (955 172) D. Z. Rogge», 236 954 (334 822) D. Z. Hafer, 553 002 (658 835) D.-Z. «erste, 248 508 (151298) D.-Z. RopS und Rübsaat, 217 822 (454 438) D.-Z. MalS und Dari. Von Januar bi» Sude August sind eingeführt worden: 9 004566 (6 998801) D.-Z. Welze», 6 280 224 (3 658 447) Roggen, 1719452 (2 962 816)Hafer, 5 556 649 (6 097 353) Gerste, 698236 (906 084) RopS und Rüdjaat, 1685 919 (5 035 751) Doppelzentner Mai» und Dari. Die Getreideeinfuhr hat also für Weizen und
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Margarethe.
Original-Roman von M. Widdern.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
tagen an eine längst verrauschte Zeit. Unter den Uralten Bäumen standen noch, wie schon vor Jahr- hunderten, roh aus Stern gehauene Tische und fiänke, an denen stch j.tzt tiesdunkler Epheu rankte, a sedüß sie Len Eindruck von Grabhügeln machten.
Würdigkeit, die versichtbarte R<miniscenz möchten »ir sagen, denn auf Schritt und Tritt begegnete Man neben der üppigsten Vegetation auch Srinner-
Steinerne Heilige und hohe Kreuze zeigten stch h Menge zwischen verwildertem Strauchwerk und Schlingpflanzen, auch seltsame kleine Häuschen waren 6 mit winzigen in Blei gefaßten Scheiben, sie sahen fyjerfi primitiv in eine Zeit, die sonst überall dem ivxus stöhnte — und der Doktor machte - seine Begleiterin noch ganz besonder» auf ste aufmerksam: ,Es ist ein Klostergarten, in dem Sie stch befinden, Fräulein,* sagte er, „Sie dürfen das nicht ver lüften! Die Frauen, welche Jahrhunderte hindurch te Räume bewohnten, in denen meine Schwester
mute zu M.nute immer mehr Interesse ab und sagte sich immer wieder, daß sie kaum je einen , klassisch schöneren Mann gesehen.
F Der Klostergarten war wirklich eine Sehens-
Vergeben» hatte Margarethe nach einem Worte besucht, mit dem fie da» beängstigende Schweigen ft unterbrechen vermocht hätte, dabei hob.n sich ihre lugen aber immer wieder, wenn auch verstohlen, zu kinem Antlitz; sie konnte et sich nicht leugnen, so rrenw j-ie auc^ Freude und Frohsinn, Leben und Licht Äte, diese» dunkle kühngeschnittene Gesicht mit een • sest zusammen gepreßten Lippen gewann ihr von
jetzt mit ihrer frohen Mädchenschaar haust, waren Himmelsbräute und sie durften ihren Heiland selbst nicht auf Stunden ver essen. Darum wurden diese Häuschen — e» find Kapellen — erbaut, und wenn Die gestrenge Frau Aebtissin den armen, oft nur von elendem Verwandtenegoismur geopferten Jungfrauen gestattete, hier oben Gottes reine Luft ein» zuathmen, schlüpften ste auch ohne alle Frage in diese Kapellen und warfen sich vor ihren primitiven Altären in die Knie.*
Er war ihr unter den letzten Worten voraus- geeilt und hatte eine der schmalen eisenbeschlagenen Kapellenthüren geöffnet, so daß Grethe ungehindert einen Blick in den niederen, aber noch gut erhaltenen Raum thun konnte. Er war ersichtlich, man hatte hier immer alle« Mögliche angewandt, um dem Zahn der Zeit zu wehren, denn selbst da« eiserne Kruzifix war noch da, ei stand auf einem viereckigen Granit; ja, dir Leidenrgestalt der Heilands, die eine längst vermoderte Hand au« Erz gebildet, glänzt; silbern.
Wie alle gebildeten Frauen hegte auch unsere junge Freundin ein hohe« Interesse für bie Reste Der Vergangenheit — sie hatte in allen großen Städten, die sie durch Frau von Stellheim Gelegen- heit hatte, zu besuchen, immer zuerst nach den Museen gefragt — und so sah fie sich auch jetzt aufmerksam in dem kleinen schmucklosen Raume um und ihre lebhafte Phantasie zavb.rte ihr abgehärmte dunkle Gestalten vor da« geistige Auge, die hier gekniet halten — in ringen en Gebeten vielleicht, in tausend Aergsten und Qualen, daß die Sehnsucht nach irdischem Glück noch immer nicht ersterben wollte, in dem armen, zuckenden Herzen.
Dabei war sie Schritt für Schritt dem kleinen primitiven Steinaltar näher getreten, mit regem
Interesse bemerkte sie nun auch, daß da» Kruzifix an sich ein Kunstwerk von wirklich bedeutendem antiken Werth war und eben wandte ste stch, darüber gegen Johanne» eine Bemerkung zu machen, al» ihr Auge zufällig an einem kleinen seltsam leuchtenden Gegenstand haften blieb, der dicht neben dem Granit, halb vom welken Laub verborgen, auf dem Boden lag.
Sie bückte sich und im nächsten Augenblick hielt sie erstaunt ein prachtvolle», beinahe Überreich mit edlen Steinen besetzte« Medaillon in der Hand Wie sie aber daran gehen wollte, nun ihren Fund zu öffnen, um sein Innerer zu erforschen, fühlte fie sich da« Kleinod auch schon wieder unsanft, ohne Rücksicht auf die Gesetze der Höflichkeit, entrissen und beinahe erschrocken blickte ste zu einem Antlitz auf, da« zuckend in geisterhafter Blässe mit dem Ausdruck von Zorn, Schmerz und Verachtung auf das Medaillon nieder sah, welche» jetzt in der ireißen festen Manneshand ruhte.
Einen Moment nur, dann aber zeigte der Doktor wieder sein altes, unbewegte», finstere» Gesicht- „Ich muß wohl um Verzeihung bitten, Fräulein,* sagte er (man hörte e» ihm an, er gab sich alle Mühe, seine Stimme möglichst ruhig erscheinen zu lassen, und doch vibrirte sie in grenzenloser Erregung) „aber — da« Medaillon h^er ist nicht bloß jetzt da» unbestrittene Eigenlhum meines Kinde«, e» weckt auch noch Erinnerungen in mir, welche* — er strich stch mit der Linken über die Stirn, die Rechte hielt das brillantsunkelnde Schmuckstück, — „durchaus geebnet stnd, jede Unart von meiner Seite zu entschuldigen.*
Margarethe Stenson war, trotz ihre» lebhaften Naturell», immer ei» schüchterne» Mädchen und be
sonder» Männern gegenüber leicht in Verlegenheit gebracht. Vor dem Doktor erschien fie fich aber, trotz ihrer fiebzehn Jahre, fast wie ehr unmündige» Kind, und besonders In diesem Augenblick. Noch sann fie über das Problem nach, wie fie stch jetzt zu verhalten habe, als Johanne» fich von Neue« an fie wandte, und In feiner gewöhnlichen kühlen Weife, die so ganz und gar auch be« kleinsten Wideripruch auSschloß, sagte: „Aber nun beete ich, Fräule'u, die Seher swürdigkettrn hier wären zur Genüge in Augenschein geeomre« nnb wir gehen weiter, e» find »och vier Terasse« hinauf n»b wieder hinunter zu steigen, ehe wir die Ruine erreicht habe», und da die Sonne bereit» merklich im Uitergetjex begriffen ist, so gilt es, ei« veiig zu eilen, damit wir «och vor Dunkelwerden wieder bei «einer Schwester st«d.*
Damit trat er auch schon zur Sest: u«b »öthlgte fie durch eine Haudbewegung, die viel mehr befehlend, als nur einladend war, ihm voran die Kapelle zu verlasse».
Draußen ««ter de« grüne« Bäumen, durch deren dichtes Blättergewirr die letzte« Strahlen der Sonne eigerthümliche glitzernde Lichter auf Strauch- nib Buschwerk, sowie die blumengeschmückten Grarflästei warfen, athmete Grethe doch tief und erleichtert auf.
„Wie Grabe slüste wehte er da drinnen,* flüsterte ste. „O, und wirklich andächtig fein könnte ich nie in einem so engen Raume!"
Johanne« Herder sah zu ihr nieder, bann bewegte er zustimmend den Kops. Und im Vorwärts- gehen, den steinernen ausgetretenen Stufen zu, die zu ter zweiten Terrasse führten, sagte er: „Ich begreife dar Fräulein, vermochte ich doch nicht einmal in ter. prächtigsten Kirche meine Gedanken recht zu