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ci.tionStrieb. Professor Euuecceru» trat v:r« ab ein. Er stimmte dem System der Normativ­fristen für eingetragene Vereine bei, verwies fragen in da» geregelte V.iwaltnngS - Streit en und erkannte die Nothwendigkeit der ,xeep> n Behandlung der politischen Vereine an. Nur

SinspruchSrecht gegen den Eintrag politischer u. s. w. e, sowie die Voraussetzungen der Form der Glichen Auflösungen bedürfen zu« wirksamen tz gegen nngleiche Behandlung einer Veränderung Klarstellung. Im Uebrigeu erkennt auch der luß en, daß der Entwurf auf dem BertirS- e noch verbesserungsbedürftig erscheint.

Gleiche Tragweite Haden die Beschlüsse über daS

In da» (Bebtet der Sozial» und Agrarpolitik griff die Frage: ist neben der Erweiterung des Kreise» der uipfändbare» Mobilien auch die Eximirung ein es gewissen Grundbesitzes geboten. HebetoH, auch in nicht agrarischen Kreisen wird auf die übermößige Ausdehnung der Zwangsvollstreckungen hingewiesen. Ist doch der Verlust, den die Schuldner durch Ver­schleuderung der Pfandstücke unter de« Koster preis, noch diel weiter unter dem Nutzung» Werth erleiden, roch gering im Vergleich zur Minderung de» Spar» sinn», der Arbeitslust, des Sinne» für Häuslichkeit und Familienleben. Der Schutz der kleinen Ver­mögen, die Sichernng nicht eines Existenz Minimums, sondern ein t wirklichen Lebenshaltung, bet Nachweis, daß das Eigenthum nicht nothwenbig Ftemdthn« werden muß, da» sind die großen Probleme, die mit dem Versuche der Reform unserer Zwangsvollstreckung in Angriff genommen wurden. Eine Beschlußfassung über die wichtige These bet besonderen Behandlung de» kleinen und mittleren Grundbesitzer in Form eines Heimstättengesetze» erfolgte nicht; erst der nächste Juristentag wird nach Sammlung de» schwierigen Materials Stellung nehmen können. Volle Beachtung verdienen jetzt schon die im Referate enthaltenen leitenden 3been: Neben der Erweiterung der Pfand­freiheit bei Mobilien ist auch die Cximirung des Grundbesitze» bi» zu eine» bestimmten Werthe oder einer gewiffen Größe da uöthig, wo nach den Lei- hältuiffen der einzelnen Gegenden anzunehmen ist, daß die durch die Zwangsvollstreckung erwirkte Ent­ziehung des Besitzes den Schuldner dauernd unfähig zur Beschaffung des Unterhaltes oder zur Gewinnung eines gesicherten Obdach» für feine Familie machen würde. Al» Vorbild empfehlen sich die Au»> soudernng» < Gesetze der Amerikau Union, insoweit Immobilie» in Betracht kommen, die Bestimmungen über die Heimstätten'Aussonderung.

Auch der unlautere Wettbewerb stand mit Rück- sicht aus daS in Aussicht genommene ReichSgefetz auf bet Tagesordnung. Unmöglich war e», alle Fälle za präzifiren, in welchen die Ausschreitungen der Sorkurrenz im Geschäft!verkehr hervortreten. Gingen auch die Ansichten über den Begriff aus­einander, so treffen fie doch in ihren Zielpunkten zusammen Mag man den vnlauteren Wettbewerb al» eine Vermögen»- oder EigenthumSverletznng oder al» eine Schädigung der persönlichen Güter auf- fasten, Einigkeit bestand darüber, daß der reelle Geschäftsmann in erster, da» Publikum in zweiter Linie zu schützen sei, wobei der Referent in dem bekannt gewordenen neuen Entwurf eine» Reichs­

gesetzeS eine genügende Grundlage für da» Ein« schreiten der Gesetzgebung erkannte. Einstimmig sprach sich die Versammlung für Herstellung einer wirk­samen Schutze» zur Bekämpfung bei Ausschreitungen bet Geschäftswelt aus; daS Wie, insbesondere ob zivilrechtliche (Klage auf Uuterlastnng und Schaden­ersatz) oder strafrechtliche Bestimmungen uöthig er» scheieeu, bleibt späterer Berat Hang Vorbehalten.

Wiederholt ist auf Ausdehnung der durch die Akiien»Novelle vo« 18. Juli 1884 geschaffenen Kautele» gegen unsolide Gründungen von Aktien- Gesellschaften hingewiesen worden; vielfach befürchtet man da» Herannaheu einer neneu Gründer-Aera. Der Juristentag behandelte die Frage skepttsch. Der Mangel einer genügenden Statistik über die Wirkung der Sktten- Novelle, deren Erfolg nicht zu leugnen ist, mahne zur Vorsicht. Nicht »»zutreffend war weitet der Hinweis, eine etwaige Ergänzt» g der Lanteleu wüste nicht auf dem Wege de» Aktienrecht», föntet« in Durchführung der in Au! ficht genommenen Börsen« geiitzgednug erfolgen. Der Juristentag empfahl deßhalb auf diesem Gebiete einen Stillstand.

Die seerechtlichen Thesen: Einführung eine» ge­setzlichen Lohnansp'uchS für Rettung von Menschen­leben, gleichartige rechtliche Behandlung von Bergung und Hilfeltistnug in Seenoth, Beseitigung des Er­folge» al» gesetzliche VorauSsetznng der gemeinschaft­lichen Havarie, hatten für weitere Kreise wenig Inte reffe, desto größeres für die zahlreich erschienene« Sachverständigen auf dem Gebiete des Seerecht».

Auch hier trat die gleiche Erscheinung wie seiner­zeit bei Berathung des Handels-Gesetzbuches hervor: Festhalte« an ben alten Anschauungen der Seeleute, wen« fie auch mit den moderne« Avff-ssnngen nicht mehr vollständig harmoniren. Auf diesem Gebiete hatte» die Berathunge» nut den Erfolg, daß sich die Versammlung für eine Aenberung be» Havarie» recht» anSsprach.

Ward zum Zw.ck der Rettung eine» Schiffe» ein Theil bet Labung übet See geworfen, so mußte« die Eigenthümer vo« Schiff und Ladung den Schade« bi!her nnr bau« gemeinschaftlich trage«, wen« der Seewurf Erfolg hait», b. h. die Rettung des Schiffe» eintrat. Die Unbilligkeit diese» Grnudsetze» ist gerade in letzter Zeit i« seerechtlichen Prozessen klar hervor« getrete« und wird überall Aenderang erstrebt. Auch hier kam der Juristentag den Wünsche« der Be­theiligte« e«tgege«.

Die Bedeutung be» Erlöste» eine» gemeinsame» Wassergesetze» für bie preußische Monarchie recht­fertigte endlich die Berathung der Frage: Empfiehlt

bitt,» 8 «L, bti eBro Vvstimtnru a Stt » W» («kl. Bestellgeld). JnserMwwlgcköhr für bin grtMlta» Zelle aber bereu Ran« 10 Bf*., Riltaun ffc bi« Seih «f«.

traf n bedertingSvoll. Die Geldstrafe ist ein wunder Punkt unseres Sdof ystem». Sie wirkt nicht, wie e» die Gerechtigkeit verlangt, auf alle Berurtheilte gleichmäßig; vielfach muß fie der Unbemittelte in Haft abbüßen, weil er eben arm ist. Auch hier 6er» achte »an, vor Allem Mittel zu finde», die Unein dringlich leit zu ve-rirg'tn. So sollen GetichtSkosteu Marken zur Erleichterung der Ratenzahlungen einge­führt, Vereinbarungen mit Arbeitgebern und Fürsorge Vereinen wegen vor'chußweiser Zahlungen getroffen werde». Da» Ziel bleibt: Einschränkung der Urei» bringlichkett auf eine mäßige Zahl vo« Ausnahme­fälle« Die Umwandlung ix Freiheitsstrafen fällt bann als Regel weg, in be» Vordergrund tritt für alle Arbeit« fähigen der Abverdienst bei Arbeiten für Start, Kreis »nd Gemeinde. E» verwandelt sich einfach die Pflicht der Geldzahlung in bie der geld werthize» Arbeitsleistung. Alle nicht Flucht cei tüchtigen betheiligen stch bann freiwillig an öffentlichen arbeiten, »«getrennt von straffreien Arbeiter», wobei für bie vewerthung der Arbeit der ort!übliche Tagelchn maßgebend ist. Beschrä,kte Arbeit!föh'gkeit find t bei Regelung be» Abverdiknste» selbstredend Berück- sichiigung; bei absolut Arbeitsunfähigen tritt a» Stelle des Adverdimste» einfache Hast, wen» möglich nach den Grundfätztn der bedingte» Vermthei ung; nm gegen Fluchtverdächtige, bei Welgirang be» Abver­dien steS unb bei Verwirkung biefer Vergünstigung, wirb auf Grund richterlicher Beschlußfassung der zwangsweise Abverdieust iu einer Anstalt (Gefangniß) durchgeführt. Hiernach erscheint der Abverdienung» zwang nur al» eine Bollstreckung»f0iM der Geldstrafe, nicht al» Ecfatzstrafe.

Schwieriger War die Lösung de» Problem» der Strafoerschärfungen. 3m Anschluß an die Novelle zu» österreichischen Strafgesetzbuch, welches bet allen Freiheitsstrafen (ausgenommen Staatsgefängniß, Festung, Preß und politische Vergehen) für die ganze Dauer der Strafzeit Dunkrlorcest, Kostbe schränkung und hartes Lager zulaffe« wollte, sprach stch die Versammlung im Prinzipe für die Unzweck Mäßigkeit de» Dunkelarrestes aus sanitären und erzieh liche» Gründe» aus. Diesen Standpunkt hielt z. Z auch die im Plenum be» Reich» tag» nicht zur ve- raihung gekommene Novelle zum deutschen Straf gesetzbnch (sog. lex Heinze) fest, welche mit be schränkter Dauer bei Rohheitsdelikten ei mit Straf- Verschärfungen versuchen wollte. Auch der Juristentag empfahl für kurze Freihettrstrafe» bei Rohheit»- und Sittlichkeitsdelikten al» Verschäifungeu Kostentziehung und harte» Lager.

«»recht. Die Gestaltung dieses bäuerischen »denechts soll fich »ach der OrtSfitte und bei hUanschauungeu der einzelnen Gegenden richten ! Ordnung de» Anerbenrechte» bleibt besonderer ietzgebuug überlasse». Al» Muster wirb da« Bern be» Eintrags in bie Höferolle empfohlen, wn die Eigenschaft bei Gute» all Anerbengut ängt Die Abfindung der Riterben Wären im tifel nach dem Ertrags Werth, nicht nach de« Ber stwerth de» Gute» zu bestimme«, und demgemäß da» Pfltchttheillrecht der Miterben zu beschränke», leich das eheliche Güterrecht z» regeln.

Für die Reform de» KriminalrechtS find die Be äffe über da» System des Abverdieneu» der Geld-

ie Ergebnisse des 23. deutschen Juristentags.

Die Verhandlungen bei bieSjährigeu Juristen tl endeten mit ben fast einstimmig angenommenen hluffe: Nachdem da» bürgerliche Gesetzbuch in 2. Big wesentliche Verbesserungen erhalten hat, ist ei .schenswerth, daß BundeSrath nnd Reichstag da» iige Zustandekommen de» Gesetzes ermöglich-».

Seit Jahrzehnte» arbeitet, so führt diePost* an», Zaristeatag am Aufbau de» »attonale» Rechts, die» klar auch in be» neue» Beschlüsse» hervor« , 3m Vorbergrund stcn» die Forderung der SorporalionS. Bildung. Der Estwurf fichert

yudediugt allen ideale» Vereine» (wisseuschaftlicheu, scheu, u. s. w.), während wirthschaftliche dem rechte (Aktien' »nd Genoffenschaflsrecht) unter- , dagegen bei politischen, sozialpolitischen und öse» Vereinen den Behörden ein Einspruchsrecht t. Hiergegen und gegen da» AuflösungSiecht te stch Anfangs der Kampf. Gierke erklärte de» tziutwurf für eine Versündigung gegen de»

Wöchentliche Beilage«; Knisvlatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

* Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Svrech^den der Redattiou: Uh? Vo^r

rwn . Auzergm nimmt entgegen die Expedition dieses Blatt«»,

yjlflTDllTU. sowie die Amumcen-Bnreanx von Haasmstein ». Vogler iu vvv - ,

Frankfnrt a. M., raffel, Magdeburg «nd Wien; Rudolf XXX. Jabra

Freitag, 20 September 1895. ÄS

w **r r iMXiX X. Ul -vT<niTWTl M. tK.. XltTltH VÄItttODtT, q>6Ttl.

Original-Roman von M. Widdern.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Der spöttische Zug, der stch soeben in dem Ge- der Doktors bemerkbar gemacht, war hinweg- cht, das dunkle stolze Antlitz erschien in diesem ent wie v»n aufrichtiger Freude durchglüht, ja/ sagte er, .da haben Sie vollkommen recht ; w ist deßhalb auch höheren Orts sehr wohl ditirt und wenn er nicht selbst ausdrücklich t hätte, seine Stellung in B. genüge ihm strebe keineswegs nach Höherem, so könnte er schon Erzieher eine» unserer Königlichen sein."

.Ich weiß aber nein, nein er verläßt nicht nie hat er gesagt er will sterben begraben werden, wo er geboren «nd erzogen und

.Der Doktor unterbrach fie fie hatten inzwischen Städtchen erreicht und befanden fich momentan * einem langgestreckten, schmucklosen Gebäude, Vn Hausthür wett geöffnet war au« der Flur Mir ihnen eine Helle, jauchzende Kinderstimme wn.

.Wir find am Ziel.' sagte er und setzte gleich M hinzu: .Sie erlauben, daß ich Ihnen vorau«-

um meine Schwester auf Ihr Rommen vor freiten. Dort unter ber Linde steht eine Bank, nehmen Sie inzwischen ein wenig Platz ich vbe Sie nicht lange warten lassen.'

Die ganze Weise des jungen Gelehrten hatte M so Bestimmtes, etwa», was so ganz und' gar vt Widerspruch ausschloß, daß unsere kleine £uibin denn auch wie ein gute« Kind gehorchte, *9*<nb seine hohe Gestalt in der Hausthür ver-

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schwand. In demselben Augenblick verstummte aber auch drinnen da« frohe Kinderlachen und gleich darauf erschien eine hübsche Weizackerin mit einem kleinen etwa zehnjährigen Mädchen an der Hand vor der Thür.

.Böser Papa!' sagte da« blendend schöne Kind mit den strahlenden schwarzen Augen und dem blonden Lockenhaar, während e« fich zärtlich an seine Wärterin drängte .Böser Papa, küßt Käthe nie wie meine Mama und Tante Frieda, nicht wahr, Minna, böser Papa?!'

.Käthe darf da« nicht sagen,' erwiderte die Wärterin,Papa hat sein Töchterchen gewiß von aanzem Herzen lieb, wenn er e« auch nicht küßt Papa,' fie unterbrach fich, in diesem Augenblick erst bemerkten ihre Augen da« junge Mädchen unter der Linde später al« da« Kind, denn die Kleine hatte fich bereit« von der führenden Hand befreit und war, ehe ihre liebe Minna auch nur ein hin­dernde« Wort sagen konnte, neben bet jungen Dame, die dem reizenden Menschenknöspchen btibe Hände entgegenstteKe; Grethe Stenson liebte Kinder Über Alle« und diese« holdselige, rührend schöne Ge- schöpften, da« schon so tief die Zärtlichkeit be« Baier« vermißte'» interesfirte fie unbeschreiblich.

Bist Du eine neue Tante?' fragte fie in diesem Augenblick die Kleine, die weißen, grübchen­geschmückten Händchm in Grethen« Rechte legend: .Hübsche liebe Tante,' setzte fie dann hinzu, und indem fie die Augen voll zu Grethen« schönem Gesicht aufschlug, setzte fie in rührend schmeicheln­dem Tone hinzu: .Käthe ist der neuen Tante schon sehr gut!'

Mit einer raschen, stürmischen Bewegung hob da« junge Mütchen die Kleine auf ihren Arm, trotzdem die Wärterin ihr jetzt da« Kind streitig

machen wollte, mit vielen Entschuldigungen der Zudringlichkeit ihre« Schützling».

Daß noch andere Rügen fie in diesem Moment beboachteten, ahnte Grethe nicht, ja so sehr war fie mit dem kleinen Wesen beschäftigt, welche« fie auf ihrem Schooße hielt und in dessen lilienweißem Gesichtchen sie vergeblich auch nur nach einem Zuge suchte, den e« gemeinsam mit seinem Vater besaß, daß fie auch die annähernden Schritte desselben vollständig überhört hatte. Und nun stand der Doktor nur um wenige Schritte der reizenden Gruppe entfernt, ober, sonderbar: Wa« sonst jede« Vaterauge ergötzt hätte, da« seine ließ e« nur noch finsterer blicken und gerade, al« Grethen« stische Lippen die reine Stirn de« Kinde« berührten, klang seine Stimme hart, beinahe metallisch an ihr Ohr: Minna, bringen Sie die Kleine in da» Hau«!'

Da« junge Mädchen hatte fich erschrocken nach dem seltsamen Vater umgesehe», etwa« wie Zorn bemächtigte fich ihrer und fie war nahe daran, .zu sagen: .Wie,kann man nur einem so lieben, kleinen Wesen, da« noch dazu da« eigene Kind ist, auf diese so wenig liebevolle Weise begegnen!' aber auch nur nahe daran, der Doktor stand so stolz aufge- richtet da, so ganz und gar unnahbar, und um seinen Mund lag ein so eigener, undefinirbarer Ausdruck, daß diesem Manne gegenüber jeder Vorwurf werth- Io« bleiben mußte.

Inzwischen hatte die Wärterin die Kleine rasch vom Schoos e der fremden jungen Dame genommen, trotzdem da« Kind lebhaft protestirte und nun, die kleinen Händchen geballt, zum grenzenlosen Schrecken Minnas noch ärgerlicher al« vorhin sagte: .Böser Papa, häßlicher Papa!' und dann weinend hinzu- setzte:Papa, schwarzer Mann, und Käthe ist schwarzem Mann auch nicht gut!' E«zuckte indem

Gesicht be« Doktor« ein langer Blick voller Qual und Schmerz traf da« Kind, aber er sagte ihm kein Wort, sondern nur an Grethe gewendet, stieß er, sichtlich auf da« Höchste aufgeregt durch die Worte be« Kinde«, mühsam hervor: .Ich bitte, mein Fräulein, kommen Sie jetzt; Schwester Gott­friede ist gern bereit, Sie aufzunehmen.'

Grethe hatte sich sofort erhoben unb ging jetzt wieder neben der dunklen stattlichen Gestalt her; fie hatten die Hau«schwelle überschritten und befanden fich jetzt auf einem langen, schmalen Korridor, in den zur Rechten unb Linken mehrere Thüren mün­deten, vor einer der letzten rechter Hand blieb der Doktor stehen, er klopfte laut, unb al« gleich darauf au« dem Innern be« Gemache« eine tiefe weibliche Stimme da« übliche .Herein' rief, öffnete er mit einem Ruck und Grethe Stenson sah fich in einem großen, nur geweißten Gemach.

(Fortsetzung folgt.)

Wissenschaft, Kunst und Leben.

«-Weimar, 17. Septbr. (Wülcker f.) Archiv­rath Dr. Ernst Wülcker ist gestern gestorben.

** Hamburg, 17. Septbr. (Professor Dr. HanS Flach), Redakteur desGeneral-Anzeigers", ist gestern nach längerem Leiden gestorben.

** Rom, 17. Septbr. (Ausonio Franchi ff.) Im Kloster zu S. Anna in Genua ist der berühmte stallenisch« Religionsphilosoph Ausonio Franchi, 75 Jahre alt, ge­storben. Pater Franchi war schon als junger Mensch in den Orden eingetreten, den er nach kurzer Zeit verließ, um stch dem Rationalismus in die Arme zu werfen und seine auch in Deutschland bekannt gewordenen philosophischen Werke zu schreiben. SDHt 60 Jahren aber ging der @j« Pater und große Rationalist plötzlich in fich, erhieü vom Papst Verzeihung für seine Verirrungen und kehrte in den Orden zurück, dem er bis an sein Lebensende angehörte. In einem letzten Werke suchte er seine frühere» philosophische» Werke selbst zu widerlegen.