Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain.
Jllnstrirtes Sonntagsblatt
XXX. Jahrg
Zweites Blatt
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Wetter bei R. Gauemann,
(1846
B. Töpfer, ßingexfclb.
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Zum Waschen der Kinder sollte stets nur eine milde, die zarte Kinderhaut nicht angreifende Seife benutzt werden. Unter den vielen neuerdings aufgetauchten Seifen, hat keine o die Anerkennung der Professoren und Aerzte gefunden, wie die Patent-Myrrholin-Seife.
thten warmen Nachruf für die vernnglückte Besatzung b« Bootes. — Schon wieder kommt die Kunde von einer neuen Schiffskatastrophe in Kiel. Am Sonnabend sank unweit der Kaiseryacht „Hohenzollern" ei» Marinekutter. Sin Feldwebel und vier Seekadette» »urde» gerettet, während der Eeesoldat Schwalle, des Schwimmens unkundig, ertrank. Die Leiche ttutbe durch Taucher geborgen, während der Sutter noch nicht gehoben ist.
(Wie viele Schüsse sind 1* Jahre 1879/71 abgefeuert worden?) Bei Gelege« heft der Jubelfeier des glorreichen Krieges von 1870/71 dürste es interessant sei», zn erfahren, wie üieL Schüsse auf deutscher Seite während dieses Krieges gefallen sind. Aus dem Munitionsverbrauch ergiebt sich, daß von der Feldartillerie 338 310 und von der FestungSartillerie 520 500 Kanonenschüsse abge feuert wurde«. Der Munitionsverbrauch der Ju- fanterie stellt sich auf 20 Mill. Jnfauteriepatronen. Sie groß diese Zahle« find, erhellt am beste« daraus, daß wen« jemand diese Patrone« allein abschieße» wollte und, indem er in jeder Minute eine Patrone abfeuerte, unausgesetzt Tag und Nacht sich hiermit beschäftigte, er 40 Jahre nothwendig haben würde, mn sämmtliche Patronen zu verschieße».
(Auch ei« Sedan-Dichter.) AIS vor 25 Jahre« »ach dem Bekanntwerdeu von Napoleon» Niederlage bei Seda« zahlreiche Häuser in Berlin illnminirt wurden, brachte ei» biederer Barbier und Haarschneider, der damals in der Dresdenerstraß; fei« Geschäft betrieb, in sein m Schaufenster ein Transparent. an, welches der au» Parchim in Mecklenburg stammende Barbier mit folgende«, selbst remachtem Seife versehe» hatte:
„Ich und Moltke sind Beide in Parchim geboren, Er hat die Franzosen, ich die Deutschen geschoren!"
Abstieg. Um fich jedoch der gefürchtete» Rache des am Wege lagernde» Schenkwirthes zu entziehe» umging er diese Stelle auf eirrm beschwerltchere» Pfade, auf dem der Kärrner die Thiere am Zügel führe» mußte. Der Schenkwirth hatte aber den Führer de» Seitenweg etuschlage, sehe», ging de» Trupp »ach, und gerade oll der Führer sein Thier wied.r besteigen wollte, schoß er seine Doppelst »te auf ihn ab, sodaß Führer und Maulthier im Nu todt vor de» Füße« des Fremden lagen.
(ChinesischeAuszeichnung.) Jmchiiefisch japanische« Krieg hat auch ein Swi»e»ü»der Gelegenheit gehabt, fich auSzuzeichne». Oberiugeuieur Albrecht auf der .Ting hüan", der jetzt wieder in Swinemünde weilt, nachdem er seine S»tlassu?g aus chinesisch « Dienste» uachgesucht, machte u A. auch die Schlacht am Jaluflusie »it und zeichnete fich dort durch Tapferkeit und Uuerschrockenheit aus Diese Setbieefte habe« durch Verleihung der Pfauen feder und des goldene» Drache»ordenr>, sowie durch Beförderung zum Major der Marine, ih.e Aser- keurueg und Belohnung gefunden Dem Schreibe« ist da» Kaiserliche Siegel, ein Empfehlungsschreiben, da- der chinesische Admiral Ting kurz vor seinem Tode über Albrecht an die chinesische Regierung etn- reichte, ei» diplomatisches Schriftstück und der aus schwere» Golde gefertigte Drachenorden beigefügt. D<r letztere zeigt in der Mitte eine» wasserhellen werthvolle« Edelstei« und ist am Bande um de» Hals z« tragen
(35 Jahre im Zuchthaus) Richt weniger als 35 Jahre im Zuchthause zugebracht hat der Grlbgicher Bühler aus Slberfeld, welcher 50 Jahre alt ist. ALS V rarlesiung seiner b’elcn Vorstrafen (25) hatte da» Schöffengericht in Delmenhor> (Oldenburg) seine Ueberweisung an die Lakde-polizcibetzörde ausgesprochen, wogegen er Berufung eingelegt hatte, welche natürlich verwogen wurde.
(Werthvolle Briefmarkensammlung.) Der Herzog von Kork hat seine berühmte Brief- markensammluug an den Baron Ferdinand v. Rothschild verkauft. Der Preis wird geheim gehaltru, ma» kann sich aber, wie die .Frkf. Zig.' bemerkt, eise VorstellUkg dass» machen wenn man weiß daß die Sammlung zu 1200000 Mk. versichert war.
Wöchentliche Beilagen
Artd »ttb Berlaar Johi Auge Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei tu Marburg: Redaktion und Expedition: Markt 2L
Verantwortlicher Redakteurriedri chsColbatzky in Marburg. Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr Vormittags.
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— Es wird nochmals darauf hingewteseu, daß die Ziehung der Großen Pferde-Verloosung i» Baden-Baden, in welcher 8000 Gewinne 150,000 Mark Werth, darunter Haupttreffer von 30 010 Mark, 10 000 Mark schon am kommenden Freitag und Sonnabend den 13 und 14. September d. I. stattfindet: Sooft L 1 Mark sind noch in allen Lotteriegeschäften und den sonstigen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben. Auch direkt vom General-Debit 81; Molli ax in Baden-Baden zu beziehen;
— Wohl jede Hausfrau hat Jntereffe für einen Attilel, der im Haushalt unentbehrlich ist. Wir glauben daher mit Recht unsere verehrten Leser auf die Vorzüge deS Mondamin vouBrownLPolson Hinweisen zu dürfen, denn iufosge seiner vorzüglichen Feinheit dient eS nicht nur vortresflich zur Verdickung von Suppen, Saucen, Kakao 2C;, zumal du kleines Quantum laut Rezept schon genügt, sondern Mondamin eignet sich ausgezeichnet auch zur Herst, llung der so beliebten S-mmerrpeisen, wie: Fl-mmriS, Puddings, F ucht-, Kakao-, Kaff-e-Speisen 2C; Indessen erlangt die Vielseittgkeit des Artikels erst dann volle Geltung, wenn man bedenkt, daß Mondamin, mit Milch g,kocht, auch Kindern und Kranken vorzügliche Dienste leistet, indem es die Verdaulichkeit ler Sp.isen, speziell der Milch, hebt. Mondamin verhindert das Gerinnen der Milch im Magen und ka m somit der schwächste Magen mit Leichttgkeit die so nahrhafte Milch verdauen; dies wollen besonders R.convaleScenten, wie Kranke und Mütter erwägen. Gern würden wir den verehrten Hausfrauen noch wettere praktische Winke über die Verwendung deS Mondamin mstih.ilen, aber der Raum gestattet es nicht, zumal die auf den Mondamin-Packeten befttduchtn Remple AuSsührlicheres bieten. Mit Recht aber kann man von dem Mondamin Brown & Polson sagen: es ist im Haushalt unentbehrlich und wo es noch nicht etnpefühlt ist, wird die HauSf.au gut thun, den W-ith dr» Mondamin ia der Praxis zu erproben. Wie aus den Annoncen ersichtlich, ist Mondamin Brown & Polsou in ollen beff-rcn Kolonial-, Del.kateß» und Drognen-Handlungen zu haben.
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jede« Käufer zu überzeugen, daß HsdMtek's Wörtern das beste Insekte». Tödtungsmtttel ist für Klikge«, Motte», Russe», Schwabe», Wanze«, MSHe, Vsgelmtlben, Schnarre». Zu 10, 20, 30, 50 Pfg. in Marburg bei E4 Schwanen,
(DaS Sedaufestcomitö z» Könitz) hatte sich a« de« Kaiser mit der Bille n« Ueb-rlass.ng eines eroberte» fravzösische» Geschützes zur dauer»- >en Aufstellung am dortige» Kriegerdenkmal gewandt Bo» KriegSmiuisterium ist nun die Antwort ein gegangen, daß die unentgeltliche Urberlüffung ei^es Geschützes unzulässig sei, daß jedoch dal Kriegs Ministerium im Stande sei, ein glattes französische» 8 Cent!»eter-B:ouze Kanonenrohr i» Gewicht von 329 Kilogramm oder eie solches 12 Centlmeterrohr im Gewicht von 627 Kilogramm gegen Erstattung von 80 Pfern ge für daS Kilogramm ohne Lafette zur Verfügung zrr stellen. Auch könne man eine preußische Kanone unter der gleichen Voraussetzung erhalten. Das Comitö beschloß die Erwerbung des kleinen eroberten Geschützes zum dsuernde» Schmuck des Denkmals.
(Bazaine's Söhne) Auf einem der letzten nach Cuba gehende« spanischen Dampfer befindet fich der zweite Sohn des Marschalls Bazalne, der im spanische« Heere dient, und zwar als Unteroffizier bei bett Prinzesfin Httsare«. Am selbe« Tage, an welchem sich der junge Mann einschiffle, erhielt er die Nachricht von dem Tode seiner älteren Bruders, der als Freiwilliger nach Cuba gegangeu war utb als Sergeant biente. Er hatte int Königlichen Colleg von Sau Lorenzo del Escorial seine Studien gemacht und war unter seine» Mitschüler» allgemein beliebt. Als Bazaiue's Ster» vor 25 Jahre« verblich, wird er schwerlich bar an gedacht habe«, daß seinen noch »»geborenen Söhne« später ei» zeitiger Tod alt spanische Unter»! fiziere beschteden sein würde.
(Ei» prompter Steuerzahler) ist ein Mann in Kolmar (Elsaß), der für tin winziges Stückchen Gartenland jährlich 11 Pfennige Steuern zu entrichte» hat, zahlbar mouatlich mit einem Zwölftel deS Ganze». Der biedere Grundbesitzer wandert daher monatlich zur Steuer kaffe und ent richtet eine« Pfennig. Dieser Pfennig wird dann auf dem Steuerzettel von dem Empfänger quittiet und vom Bureaugehilfen in mehrere Bücher einge trage». De» Steuerempfäuger aber wurde schließlich die Geschichte selber lästig, und er erbot sich, dir 11 Pfennige lieber selbst zu zahlen, statt monatlich mit feinem Gehilfe« die Schreiberei zu habe». Der Grundbesitzer hat dies aber stolz abgelehnt und er scheint monatlich pünktlich mit seinem Pfennig, wie dar Gesetz es befiehlt.
(Romantisch.) Als ei* Fremder, der von Pompeji aus die Besteigung deS Vesuvs «uternah», a» einer Schenke vorbeittm, rief der Inhaber derselbe« ten Führer vorwurfsvoll an, weil er fein u Herrn nicht veranlaßte, eine Flasche Wei» zu kaufen. Es folgte zwischen dem Schenlwirthe und dem Führer ein Austausch von Schimpfworten, bet bamit endigte, saß ersterer mit einem Messer auf seine« Gegner losging. Dieser aber rettete fich, inbem er die Felsen hinankletterte und Steine «ach dem andere« warf. Der Fremde setzte seine Besteigung unter dem Geleit eines Kärrners fort. Nach einiger Zeit jedoch stellte fich der Führer wieder bei ihm ein, als ob gar nichts geschehe« wäre, und begleit te ihn auch beim
Repertoir-Eutwurf der Frankfurter S tad ttheater-
Opernhaus: Mittwoch, 4. September: »Ober, striger": Donnerstag, 5. September: „Die verkaufte Braut". Freitag, den 6. September: „Tannbäuser". Sonnabend, 7. September: „T'vmpiter von Säkk'Ngen". Sonntag, 8. September: „Der Troubadour". Mo> tag, S. S Pteutter: „Napoleon" ober „Die hundert Tage":
Schauspielhaus: Mttwoch, den 4. S-pt-mber: „Ja Civil". Donnerstag, 5. September: „Charley's Tante". Freitag, 6. September: „Fedora". Sonnabend, 7. Sept.: „Der Hüttenbesitzer", Sonntag, 8. September: „Pastor Brose"- Montag, 9. September: „Fortunio's Lied"; „Die Nürnberger Puppe".
Vermischtes.
(Zur Kieler Schiffskatastrophe.) Aus Marisekceise« wird jetzt mitgetheilt, daß das unter- gegargene Torpedoboot „8 41" von einer Seewelle getroffen und gekentert ist. Alle Luken waren verschlossen, »» bei der hochgehende« See bas Eindringen bei Wassers zu verhüte». Nur die ouf Deck befindlichen drei Personen, der Kommandant Lieutenant
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" gerettet. Die übrigen 13 Man» der Besatzung habe» sich i« Rau« des Torpedoboots befunden; das ! 1 U Fahrzeug dürste wohl ihr gemeinsames Grab bilden. ) Lui So »acker sich die Torpedoboote in der Ostsee selbst bei stürmischem Wetter halten, so gefährlich ist diesen ahr 6« Fahrzeugen die Nordsee im heftigen Stur». ES ist ! für mit Freude» zu begrüßen, daß jetzt der Kaiser Wilhelmkanal eine sichere Berbiudungsstraße zwischen Wilhelmshaven und Kiel für die Torpedoboote bildet. Zur Aufsuchung bei gesunkenen Torpedoboots find ber Kreuzer „Gefion" «nd der Aviso „Jagd* beordert. Der kommandirende Admiral Knorr veröffentlicht
Erscheint täglich außer an Werktagrn ftwtt die Annoncen" Bmeaux vonHaasenstein u. Vogler in
m 208. SäWSäSS .vtarourß, WilSÄÄÄi’JI M ZU ÄiÄÄKÄS Donnerstag. 5. September 1895.
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