Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Meise Marburg und Kirchhain.
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Marburg.
Montag. 2 September 1895
Jlluftrirtes Sonntagsblatt. 8et”e^itobmt^t^kbettion: \o—ll^ Uh/ VormNt^»^^"^
'l i»Porti, wi «nd Berte«: Joh. ähg. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 65.
Anzeigen nimmt entgegen di» Expedition diese« Blatte«, sowie bie Amwmen-Bnrnnx von Haasmstein u. Vogler in TVV , Frankfurt e. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXX. Stflorfl . Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; <8. L. 70
Daube *. To. in Frankfurt«. M., Berlin Hannover, Pari«.
icht a. bem »stammeis bstgeserch • mottif e. Dop»« 10 Tast« )PP-lchöch f stärkst« te u. Pop [461 k hner, fe«.
Zum Sedantage 1895.
I« die Königin Augusta in Berlin.
Seda», 2. Septbr., 2% Uhr Nachmittag«.
Die Kapitulation, wodurch die ganze Armee in Seda» kriegsgefangen ist, soebe» mit de« General Bi»»ffen geschlossen, der an Stelle des verwundeten Rarschall» Mac Mahon da» Kommando führte. Der Kaiser hat sich nur selbst mir ergeben, d« er da» Kommando nicht geführt und Alle» der Regentschaft t» Pari» überläßt. Seinen Auf- enthalt verde ich bestimme», nachdem ich ihn ge- sproche» habe in einem Rendezvous, da» sofort statt- findet. Welch eine Wendung durch Gotte» Führung!
Wilhelm.
* So lautete da» Telegramm, da» vor 25 Jahren le freudige Siegesbotschaft dem deutschem Volke und u ganzen Welt verkündete.
Bon Reue« hat sich jetzt in allen Gaue» isere» schönen Baterlande» da» deutsche Volk ge- um den glorreiche» Sieg de» Tage» vo» tbox zu feier», a» de« e» vor »unmehr 25 Jahre» a vereinte» Anstieugunge» der deutsche» Führer
ib der deutschen Truppen gelang, eine» i» der
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-schichte fast beispiellose» Erfolg davonzutragen ad «st ihm den Grundstein zu lege» zur Errichtung
19.
Mit freudige« Danke gegeu Gott gede»keu wir
iteudeuker, der a» diese» Tage al» erster
Zolle rc.
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Stdienuit Htm und unermüdlichem Werkmeister, dem König co. [348^^ do» Sachsen, der die KönigSwürdr so ruhmreich
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S deutschen Reiches. Konnten zwar nach diese« e die Hoffnungen auf eine» unmittelbar bevor- en ruhmvollen FriedenSschluß und baldige r de» siegreichen Heere» in die Hei«ath und «»artungsvolle» Arme der Angehörige» noch t» Erfüllung gehe», bedurfte er 1»och großer
rklHIf 1Tag vo» Sedan vo» entscheidendem Einfluß I lovUli tj den ganzen Gang de» Feldzüge» geblieben.
„ -„jgt- «ter dem Kaiser genannt werden «»ß, Kaiser scher 1H ^rich und Prinz Friedrich Karl. Ihnen und - Reuest «uch lebende», de» Fürste» BtSmarck, deS Reiche»
, eugungen unserer brave» Truppe», bi» der zähe L"8 Mb gänzlich nieder geworfen war: so ist dennoch
au sfr« 8 Heroengestalten de» Sedautage», von denen nnr npen, gi *4 wenige unter uu» weile». E» ist u»», al» sowie na baten die Heide» auf «u» hernieder, die wir zu In elegart ”” haben, wa» sie un» erworben. Unser unver- Teppich sicher Kaiser Wilhelm, Graf Moltke, der große
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Sedan.
deukopf, mg vs» jeder llk derselbe» edienunl ans gest [3676
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Ar Gottes Licht vor fünfundzwanzig Jahren Sn Heller Pracht hinflammte durch die Welt, Da küßte es viel todeswunde Schaaren Alf Frankreichs schweiß, und blutgetränktem Feld. Da lagen sie, die rote die Leu'n gestritten, Lmiffen und zerfetzt von Schwert und Blei; M doch, welch' Jauchzen in Palast und Hütten und welch' ein Jubeln unter Toderschrei. ^fangen Heer und Kaiser allzusammen, vernichtet, die uns schwuren Schmach und Tod, über ihnen hoch in lichten Flammen De» neuerstand'nen Reiche« Morgenroth!
Da mär'« nicht Spott, al» unter Blut und _ Thränen
Da» deutsch« Bokl geopfert Preis und Dank; «enn Männersteg stillt eine« Volke« Sehnen, «ird auch der Weh'» Geächz' zum Jubelklang, küian! Sedan! Wie stellst du heut' aus'» Neue «r unser Herz die Heldm, ehrenreich, Rahnst un«, zu schmücken sie in alter Treue M frommem Dankes buff gern Blüthenzweig. gj, laßt frohlocken heut' die Glocken alle,
Fahnen rauschen heut' im Siegeslicht, Doch in der Freude Hellem Jubelschalle vergesset Gott und uns're Tapfern nicht! Kw Deines Bolle, Geist in lichter Schöne «tehst heute Du, Alldeutschland größter Sohn, Dich, Kaiser Wilhelm, preist de» Dank« Getön«, ^stützt Dich, Du Stern im Heldenpantheon! Der Ehre Fel«, der Schwachen Hort uad Hüter, «weg ein Sieger Du mtt Herz und Schwert, Durg unsrer Gau'n und ihrer hehrsten Güter, 60 strahlt Dein Bild, von Lieb' und Treu' verklärt-
trägt wie de» Marschallstab, gllt unser tief empfindender Grnß Bergeffen wir niemals, daß »icht die Schön- redner, welche von der deutsche» Einheit in Bneiuen und Volk»Versammlungen redete», dere» Schöpf« find, sonder» die Männer, welche de» Träume» Wirklichkeit und der Idee Gestalt gaben: Kaiser Wilhelm and seine Paladine.
Wie herrlich »nd stack wogte damals die Begeisterung im ganzen Bat« lande, welcher Stolz «füllte die Brust jede» Deutsche», der sine Tage de» Hoffen» »ud Hane»», der fieggekrönten Erwartung mit durchleben konnte. Und wa» die Brust unsere» großen Heidenkaisers bewegte, da» fand einen rühren den Ausdruck i» jene« denkwürdige» Briefe, de» er »ach der Schlacht an fehle erlauchte Gemahlin, die Königin Augusta richtete, ei» Brief, der e» wahrlich verdient, daß er auch unserer Jugend vo» Neuem vor Auge» geführt wird. Kaiser Wilhelm schrieb damal»:
Veudresse, südl. Bebau, 3. Sept. 1870.
Du kennst nun durch meine Telegramme de» ganzen Umfang de» große» geschichtliche» Er» eiguiffe», da» sich zugetrage» hat! E» ist wie ein Traum, selbst wen» »an e» Stunde für Stunde hat abrollen sehen!
Wen» ich mir denke, daß nach eine« große» glückliche» Kriege ich während meiner Regierung nicht» Ruhmreichere» mehr erwarte» konnte »nd ich uu» diesen weltgeschichtliche» Akt erfolgt sehe, so beuge ich mich vor Gott, der allei» «ich, »ei» Heer u»d met»e Mitverbündeten auSersehe» hat da» Geschehene zu vollbringe», »nd nu» zu Werk zeuge» Seine» Willen» bestellt hat. Nur in diesem Sinne vermag ich da» Werk anfzufaffen, n« in Demuth Gotte» Führung mid seine Gnade zu preisen.
Nun folge et« Bild der Schlacht und deren Folgen tu gedrängter Kürze.
Die Armee war a» Abend de» 31. und a» 1. früh in den vorgeschriebenen Stellungen ange- laugt, ruud um Sedan. Die Bayern hatten de» linke» Flügel bei BazeilleS a» der Maa», dagege» die Sachse» gegen Moneelle »nd Daigny, die Garde gegen Givoune »och im Anmarsch, da» 5. und 11. Korps gegen St. Menge» und Fleiuenx; da hier die Maa» einen scharfen Bogen macht, so «ar vo» St. Me»ge» bis Donchery kei»Korp» aufgestellt, i« diesem Orte aber Württemberger, die zugleich den Rücken gegen Ausfälle von MezirreS deckte». Kavalleriedivifio» Graf Stolberg in der
Gegrüßt Du Held, der auf Sadowas Plane
Die Vaterhand selbst mit dem Kreuz geschmückt, Der über'n Rhein trug Deutschland» Siegesfahne Und Nord und Süd in Treuen überbrückt!
Gegrüßt, gegrüßt Du Held, der Frankreichs Krieger Zu Boden warf wie Gotte» Flammenblitz, Auch in dem weh'sten Kampf bewähck als Sieger Gegrüßt im Tode noch, Du unser Fritz!
Gegrüßt, Ihr wackern Streiter allzusammen, Ob tobt Ihr ruht, ob Euch der Tag noch lacht! Preis Euch, die aus de« Kampfer wilden Flammen Den Lorbeer und die Palme heimgebracht!
Mtt Eurem Schweiß und Blut habt Ihr die
Quadern
De« Einheitsdoms gefugt im Schlachtgebrau«; Mag auch ob Eures Ruhms die Thorhett hadern, Was Ihr gethan — löscht keine Welt uns aus!
Doch nicht genug, daß man die Stirn Euch kränze, An Eurem Werk woll'n froh wir «etter bau'», Und frisch und frei soll roeh'n im neuen Lenze Der alle Geist und brüderlich Vertrau'».
Wa» deutschem Sieg in Herrltchkett entsproffen, Gehütet sei'» in jede» Tage» Roth,
Der Helden Blut, für Deutschland» Heil vergossen, Für immer weih'« das Banner Schwarz-Weiß-Roth I So rus' denn auf. Du Tag voll Ruhm und Ehre, Heut' Nord und Süd zu gleichem Preis und Dank! Gott in der Höh' sei Ehr' «nd Ruhm dem Heere, So lang' i« deutschen Land klingt deutscher Sang! Und himmelan erbrause heul' aufs Neue
Der alle Schwur in heißer, heil'ger Gluth: .Für Kaiser und für Reich allweg in
Treues
Dann ist gesegnet Sedan« Schweiß und Blut.
Ebene vo» Donchery al» rechter Flügel. I» der Front gegen Sedan der Rest der Bayern.
Der Kampf begann trotz dichten Nebel» bei Bazeille» schon stütz a« Morgen »nd e» entspann sich nach und nach ein sehr heftige» Gefecht, wobei Han» für Han» genommen werden mußte, wa» fast den ganzen Tag banale, nnb in welches die Erfurter Divifion Schöler (an» der Resnve 4. Korps) eingreifen mußte. Als ich um 8 Uhr auf der Front vor Sedan eintraf, begann die große Batterie grade ihr Feuer gegen die Festungswerke. Auf allen Punkten entspann fich nun ein gewaltiger Geschützkampf, der stundenlang währte, und während dessen von nuferer Sette nach und nach Terrain genommen wurde. Die genannten Dörfer wurden genommen.
Sehr tief eingefdjnitiene Schluchten mit Wäldern erschwerte» das Lordringe» der Infanterie und begünstigte» die Vertheidigung. Die Dörfer Jlly und Floing wurde» gruommmen, u»b zog fich allmählich der Feuer kreis immer enger um Seda» zusammen. Es war ein grandiöser Anblick von unserer Stellung auf einer dorntnirenben Höhe hinter jener genannten Batterie, rechts vom Dorfe Freuois vorwärts, oberhalb St. Torey. Der heftige Widerstand de» Feinde» fing allmählich an uachzulaflkn, wa» wir an den aufgelösten Bataillonen erkennen konnten, die eiligst an» den Wäldern und Dörfern zurückliefen. Die Kavallerie suchte einige Bataillone unsere» 5. Korps anzugreifen, die vortreffliche Haltung bewahrten; die Kavallerie jagte durch die Bataillons - Intervallen durch, kehrte dann um und auf demselben Wege zurück, «as fich dreimal von verschiedeueu Regimentern wiederhotte, sodaß das Feld mtt Leichen und Pferden besät war, wa» wir Alles von unserem Standpunkte mtt ansehen konnten. Ich habe die Nummer dieses braven Regiments noch nicht erfahren können.
Da sich der Rückzug des Feindes auf vielen Stellen in Flucht anflöste und Alles, Infanterie, Kavallerie und Artillerie in die Stadt nnb nächste Umgebung fich znsammenbrängte, aber noch immer keine Aubentung zeigte, baß bei Feind sich durch Kapitulation aus dieser verzweifelten Lage zu ziehen beabsichtige, so blieb nichts übrig, als durch die genannte Batterie die Stadt bombardiren zu laffen; da es nach 20 Minuten ungefähr an mehreren Stellen bereits bramtte, was mit den vielen brennenden Dörfern in be« ganzen Schlachi-
Sedau.
Von KarlBleibtreu.
Eine prachtvoll goldene Sonne bestrahtt die Abhänge, wo bie« tobtgeweihte Heer in unregelmäßigem Dreieck sich dehnt. In blauender Ferne über dem grünen wogenden Meer der Waldungen, die fich wellenförmig in Höhen erheben und in Liefen senken, sich an Mulden und Niederungen um die weißen Inseln der Dörfer und Weiler spaltend, enthüllt diese heitere Sonne die dunkeln Geschütz- linien und glitzernden Pickelhauben, die fich in den Waldschlüften verbergen. Diese Hunderttausende, die sich im Schatten der Deckungen niederducken wie sprungbereite Schlangen, mit den schillernden Krümmungen ihre« langgeringelten waffenschuppigen Heere«schweife« gleiten vorwärt« durch'« Gelände. Die raffelnden, zuckenden Schwenkungen ihrer endlosen Marschsäulen gleichen einem andern Meer, da« fich in die grünen Wogen der lachenden Landschaft ergießt zu tödtlicher Ueberschwemmung, den Helmkamm ihrer Brandung höher und höher bäumend. Und die Morgensonne steigt höher. Gleichgiltig- grausam ergießt sie ihre Funkenbäche über die rauchende Wahlstatt. Greller färbt fie da» steche Bluttoth der Hosen, wo au« französischen Schützengräben der Dampf aufsteigt, wo etagebubbeite Schützenschwärme ihren tönenden Bleimantel um die Thalgründe spinnen. Und die feindliche Brandung brüllt, 500 deutsche Feuerschlünde öffnen ihren ehernen Mund. Ihre Todesboten schwirren umher, sich in Lüsten kreuzend wie Legionen höllischer Dämonen. Auch die Kanonen Frankreich« reden ge. schästig mtt, doch ihre heisere Stimme erstickt mehr und mehr in dem ohrenzerreißenden Konzert der deutschen Schlachtendonner. Auf dem kahlen Rücken be« Kalvarienbergs, wo ein Eteinkreuz ragt «nd
kreise einen erschütternde» Eindruck machte, so ließ ich das Feuer schweige» und sendete den Oberstlieutenant von Bronsart vom Generalstab als Parlamentär mit weißer Fahne ab, der Armee und Festung bie Kapitulation ani ragend. Ihm begegnete bereits ein bayerischer Offizier, ter mir meldete, daß ein französischer Parlamentär mtt weißer Fahne am Thore fich gemeldet habe. Der Oberstlientenant von Bronsart wurde eingelassen, und auf seine Frage nach be« General en chef ward er unerwartet vor den Kaiser geführt, der ihm sofort einen Brief an mich übergeben wollte. Da der Kaiser fragte, was für Aufträge er habe, und zur Antwort erhielt: .Armee und Festung zur Uebergabe aufzufordern", erwiderte er, daß er sich dieserhalb an ben General von Wimpffen zu wenden habe, der für den bleffitten Mcc Mahon soeben das Kommando übernommen habe nnb daß er nunmehr seinen Gemraladjutante» Retlle «it dem Briefe an mich absenden werde. ES war 7 Uhr, al» Reille und Bronsart zu mir kamen; letzterer ka« etwas voraus, nnb durch ihn erfuhren wir erst mit Bestimmtheit, baß der Kaiser anwesend sei! Du kannst Dir den Eindruck denken, den eS auf mich vor Allem und ruf Alle machte. Reille sprang vom Pferde und übergab mir den Brief seines Kaiser», hinzufügend, daß er sonst keine Aufträge habe. Noch ehe ich den Brief öffnete, sagte ich ihm: .Aber ich verlange als erste Bedingung, daß die Armee bie Waffen nieder- lege." Der Brief fängt so an: „N’ayant pas pu mourir ä la täte de mes troupes je d6- pose mon ep6e ä Votre Majeste.“ Alles Wettere mir auheimstellend.
Meine Antwort war, daß ich bie Art unserer Begegnung beklage nnb um Sendung eines Bevollmächtigten ersuche, mit be« bie Kapitulation abznschliißen fei. Nachdem ich dem General Reille ben Bries übergeben hatte, sprach ich einige Worte mit ihm al» alten Bekannte», und so endigte dieser Akt. — Ich bevollmächtigte Moltke zu« Unterhändler und gab Bismarck auf znrückzubleiben, fall» politische Fragen zur Sprache kämen; ritt dann zu meine« Wagen und fuhr hierher, auf der Straße überall von stürmischen Hmrah» der heranziehenden Trat»» begrüßt, die überall bie BolkShymne anstimmten. ES war ergreifend. Alle» hatte Lichter angezündet, sodaß man zeitweise in einer improvlsirten Illumination fuhr. Um 11 Uhr war ich hier und traut mit meiner
ein Kapellchen „Unsrer Sieben Frau der Tröstung", und weiterhin an hohen einsamen Pappeln knarren bie Mttrailleusen. Ihr Gröhlen klingt gleichsam verrostet, ihr Krächzen erinnert an Aasgeier auf solchem Leichenfeld. Der deutsche Granatenorkan zertrümmert Dörfer, Gehölze, Schanzen, zertrümmert die Nerven der Bravsten.
Der brennende flimmernde Mittag, alle Pallasche und Lanzen goldig überzitternd, macht der Kürassier- Harnische lichieinsaugenden Spiegel zu einer Zieh scheibe für feindliche Flammenküffe, ,auch die Apfelschimmel der afrikanischen Jäger. Die Stoffe schnobern und schnauben mtt gesträubter Mähne. Giebt e« nirgend» Ruhe, nirgend» ein Ende solcher Qual? In dem brüllenden Flammenzirkel irren Zuaven und Turko» wie zitternde Lämmerhcer'm umher.
Stein, die Kanone grollt und läßt nicht ab zu grollen. Immer näher wirbeln Eisensplitter, ein Feuerregen stiebt umher, al» gelte e» Sodom und Gomorrha. Da» gallische Fußvolk wankt, die Afri- kaner heulen in wilder Wuth. Da schütteln di« Reisigen ihre Zügel und spornen ihre schäumenden Renner in grimmer Raserei. Ueber halsbrechende Abhänge hinab stürzen fie ben gräßlichen Feuerschlünden entgegen, überreüen die von Stase zu Stufe klimmenden deutschen Stürmer, wie Haidewind die Disteln niederbeugt. Aber der Wind zieht machtlos vorbei, die Disteln erheben fich wieder — wo die blanken Geschwader angefprengt, liegen fie hingefächert wie ein Spiel Karten. SJlamt und Stoß wähen sich Übereinander, Über fie hinweg bringt unerbittlich bet deutsche Sturm marsch. Noch zähe« Anklammern an ben vertheibigten Boden . . . noch wüthender Anlauf, ben Ring zu burchbrechen . . . aber fest wie bie Uferfelsen erwarten bie Deutschen diese Starmfluth, die sich wie Schaum ohnmächtig an ihnen bricht. Auf schutzloser Hochfläche zusammen-