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Deutsches Reich.

* Marti«, 21. August. (Tagesbericht.) Ibfer Kais er Wohrle heute bei Cassel, nrd zwar hinter Zwehren, einem Manöver der Jnfanierie- Regiwentrr Nr. 83, 84 95 und 32, des 11. Feld- Srttllelie Regiments, sowie der 11. Trainbataillons bei. Den Schluß bei Mar öv-rS bildet; eine Parade vor dem Kaiser. Die Kaiserin wohnte zu Wage« du Uebukg;« bei. Nach de» bisher gitroffeueu Bestimmvnqeu gedenkt der Kaiser Anfargs der nächsten Woche »ach Berlin zu ückzukehre». Sm Montag um 10 Uhr wird der Monarch in Mainz erwartet, wo Parade der ganze« Garnison und Besichtigung der zusawmeegezogene« Truppen des 11. Armeekorps stattfindet. De« Generalen v. Pastow.Schwerin, v WarterSleben - Carow, sowie Frhr. v. Wraugel hat der Kaiser ebenfalls Telegramme zugehen lassen, i« welche« er ihrer verdienstvollen Thätig« kett im deuisch-franzöfischen Kriege dankbar gedenkt.

Ratzky gerannt und bat ersterer diesen dringend um lieber lrffung einer Kohlenschaufel, diverser Schemel, Waffereimer u. dgl n». »Die ganze Bude hat man mir ausgeräumt, unterdeß ich im Stalle war. Ich bin verloren, wenn die Sachen nicht zur Stelle sind/ stieß er in höchstter Er­regung und Verwirrung hervor. Und ohne die Einwilligung de» Kameraden abzuwarten, raffte er und der Kanonier Alle», wa» fie im Zimmer vor« vor fanden, zusammen und eilten damit, auf den Zehenspitzen laufend, davon Ratzky konnte dem kopflos gewordenen Kameraden eben noch zurufen, daß er die Feuerschaufel unter allen Umständen sofort nach der Revision zurückbringen müsse, da ein dritter darauf warte, als gleich darauf die Herren Revistoren au« dem Zimmer 38 traten.

Auf Zimmer 39,der Bude, die ausgeräumt worden war", gab es verschiedene Ausstellungen, aber im großen Ganzen waren auch hier die Herren zustieden. (Man sieht, wie schnell ein Soldat sich zu helfm weiß) Auch hier bedurfte die Feuer« schaufel, welche ein thalergroße» Loch hatte, der Auswechselung. Der Kasernen-Jnspeftor schien bei dieser Bemerkung de« Major« Pen genannten Gegenstand etwa« mißtrauisch anzusehen und den Kanonier, der kerzengrade die Schaufel in der Hand hielt und mit keiner Miene zubfte, über jenen be­fragen zu wollen, da aber der Major da« Zimmer bereit« verlassen hatte, so ließ er e« bei einem scharfen Blick in da« urdumme Gesicht de« Kanonier« und verständnißvollemHm! hm! sonderbarer Zufall!^ bewenden und entfernte sich.

Man ging auf Zimmer No. 40 und kaum hatte sich die Thür desselben hinter dem Major und ben übrigen drei Herren geschloffen, da schoß quer über den Flur der lange Goliath, welcher mit einem

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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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SerantvrnÄichrr Äebtttexr: Friedrich Colbatzky ta Sprechstunden der Redaktion: 1011 Uhr Vormittags.

entgegn, Xachf,, lehrda

Erscheint täglich txfctt u Werkt»»» ssch Sowa- »nt giiidei«. Ou»rt«l-Xb»llll»»uutr-Pr«is bei der Erve» ditto« 2 Mk., bei all» PostLmtern 2 Mk. A Pfz. («rll. vaßallgald). JuserattsnSßebithr für die »essaltm« Zeil« oder bir« Äexw 10 8ßfg Revamen fit die Riilf SS »fa.

Marburg, Freitag, 23. August 1895.

«d Setleg: Zoh« Au«. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburgi

Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. fiö. V llllZUßVVVUVl

Ärlzergeu ntsnnt tnlgegtn 6t« Expeditton dieses Blatt«»,

!»»i« di« Aunoncin-Buriaur von Haasmsteiu u. Vogltt i« wv

Frankfurt «. M., Taffet, Magdeburg und Wien; Rudolf ÄAÄ. -sllljtzf

Moff« in Frankfurt a. M., Berlin, Münch« «. Köln; G. L.

Dauü« u. To. in Frankfurt «. M.. Berlin Hannover, Patt«.

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Die Gemeinschädlichkeit des Börsentreibens.

Im Volke befürchtet ma« für die nächste Zeit ee Preiscrhöhurg der Kohle». DaS wäre «eben Pkttoieumtteiberei eine harte Wirterüberraiäuug «mentlich für die ärmere vevöikeruug. Wie die reisftetgerung des Petroleum«, entspräche nämlich t bet Kohlen »icht bet uaiüiltche» Entwickelung ti Markre«, föntet» fie wäre »ut das Ergelniß en Spekulanten Mache»schaste». In welchem Maße w die Börse as derarttee« Treibereien b-theiligt , geht auS bet fiuauzielleu Wochenschau bet lasst chr» Zeitung", Nt. 385, hervor. Do-t rißt eS u. A :

prdill ,Mt» vnsichert uns, imb bie Berichte aus ben ' gdustriegebteteu laste» keine» Zweifel dm über, daß ie größere Regsamkeit beS Sohlesmarkte« u-d des

gee

jienxewerbe« eingeireteu ist, daß auch der Absatz rt letzt re» an das AnSla»d eine Zunahme in yelxenSpezialitäten" aufseist. Das ist aber «ch ficherlich »och kein Grund, die Preise bet Aktie« n Harpe», Hibernia, Gelsenkirchen, Kousolidatio» nb der ganzen Speisekarte sprungweise i» bie Höhe i setzen . .. Des», baß von ernsthaften Aalage- gfen in Harperuern nicht die Rebe sei« Ian«,

lene.

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euchtet ei»; wie sollte ma« sich um ei« Papier äßen, das «ach Le» Dividende»«Aussichten des dgelaufene» Geschäfte jahre« jetzt eine Verzinsung o» höchstens drei Prozent gewährt I Gau; so liegt r Fall bei ben übrige« leitende» Kohlenpapieren, i müsse» daher bie jetzt i» den Kohlenwetth»

. Bl.

chleiferi k Spekulation sich al« Vorkäuferi» im reellen

ittfindrnden Bewegungen rein spekulativer Natur fr, da Niemand bei diesen Kaufen an Anlagezwecke tiftn kann. GS ist durchaus unwahrscheinlich, baß

Üne dem Privatkapital gegenüber bi trachtet Sie

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1895.

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reisen erneuert find? Das Kohlensynbikat hätte oeü) gar keine Veranlassung, jetzt oder im Herbst

8.25 12.58 8.28

S 4.15 8 28 0410.47 ). 2018.51 >11.11 10.50

dieses Hindern schwand bald, indem der st nach einigen Monaten zu einem anderen mente versetzt ward. Und da bald darauf , ein Gesuch in der bekannten Sache absandte, sofort mit dem Hinweis Folge gegeben wurde, er sich bereit hatten möge, da seine Berufung

1 7.80

l 8.38 10.54

855.449.00

2.S5J9.00

5.35

Aavl- «ad Goliath

te aus dem Garnisonleben von T h. S ch m i b L (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung und Schluß.)

Freilich eine mißliche Folge hatte die Theerge« doch für Ratzky: So lange der Oberst beim

rauer, 40.

1X1 - Jtegtment war, durste Jener nicht daran denken, Gesuch um Befürwortung wegen des Uebertriit» Zeug wesen an ihn gelangen zu lassen. Aber

laschen ....... ' - ' '

, i Preise zu erhöhen, zumal noch die Förbeteiu EttöCl lriukunge» bestehen. ES fürchtet bei einer Erhöhung v icht nur den ungünstige» Eindruck auf die Konsumenten,

rgg; m 1. April nächste» Jahres läuft und daß bie am . Juli er. abgelanfeukN Verträge zu ben ölte»

edtUkSf iißte ei»e» recht lauge» Athe« habe», um auf ich: und Tag hinaus bie Last bet Hanffewaar? t jeder A >^rvire» zu küsne». Zugegeben, daß bie > derselbe Hlesindustrie sich eine« regeren Absatzes erfreut, Bedienm (i6 man nicht, daß die Preise »och »icht erhöht ^~:btn, daß die große Mehrzahl der Abschlüsse bis

allein jener Thal, sondern auch einer ganzen DenunciaUonen und geheimer Hetzereim, die chiedene seiner Kameraden 1 bi« 3 Tage »Auf.

im Zoologischen Garten' so nannte man Arrestzellen verschafft hatten. Man sann seinen Sturz oder doch wenigsten« auf ein um ihm da« Verbleiben im Korp«, da« nie so commentwidrigen Kameraden gehabt hatte, Unmöglichkeit zu machm. Aber Goliath war und wmn man ihm allzuhart mtt Stichel- zusetzte, beschwerte er sich bei seinen Borgt' it.-, bei denen er hündisch kriechen konnte, und *ur dabei ben Verletzten und Angegriffenen.

< Tag erfolgen könnte, so schien e», als habe er I gt| * ihm angethane Unbill über diese günstige Wen- N der Dinge vollständig vergessen.

Aber in Vergessenheit gerieth die Sache nicht, M sorgte man schon von einer anderen Seite tst im Geheimen, dann immer lauter beachtete da« «mmte Unteroffizier - Korp« den Zacke, der nicht Freund unter seinen Kameraden mehr besaß,

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beivnsers auf iei .es Hauptabnehmer, die Etsenindnffrte, sonder» auch die Koskaireuz Englands.....Das

Syndikat bat nicht dir Gewalt, über die Ko»s mentton Deutschlands der ügen zu könne«, u?b muß sich in der Hauptsache auf die Reg lu»g der Produktion be- schiauke«. Zieht wa« i« nüchterne: Weise demnach die ent'cheidenden Faktoren zu Rathe, so kein« nur gesagt weide», daß die gegenwärtige Haussebeweguug auk dec Grundlage der beretts ganz irraliouell er höhten Kurse lediglich der Ausdruck einer um jede» Piet« »ach obe« arbeitende» spekulative» Thatigkett ist, in der Ad ficht, Differ enzgewinne zu erziele», Nachdem man bei Zeltes realifirt hat. Ma» hofft das spielende Publikum herarzulocke», rm ihm ben» bie Engagements aufzubürbe», »ach bem alten Rezept: Die letzt:» beiße» bie Hunde."

ES wird berNatio'ol Zütung", derFreist-ngr» Zeitung* uib be» übrige«im Banne ber ®ör|e" befindlichen Blättern schwer werde», dies:» Beweis vo» der Gemetnschädlichkeit der Berliner Börse zu enthafte»; ma» wirb eh- »ach gewohsttr Art tobt» schweige». Tritt »a» aber in ber That eine Er Höhung der Kchlerpriise ei», so weiß man, baß nur die Börseuspekulonte», nicht aberAngebot u»d Nach frage" bies veranlaßt habe». Wie dieBosfische Zeitung" schreibt:nach dem alte» Rezept: Die letzt.n beiße» bie Hunde." Die letzte» find aber stets bie Kousumente».

Die Unterstützungen aus dem Reichsinvalidenfonds.

* Da über bie a» erwerbslose Veterane» bewilligte» lluterstützunge» aus bem Reich?invalide»fouds »och immer etwa« Unklarheit herrscht, ist von amtlicher Berli»er Stelle eine ausklärende Darstellung gegeben worben. Durch Artikel I, 3 bei Gesetze« vom 23. Mai b. I. wegen Abänderung des Gesetze« vam 22 Mai 1873, b trefferd bie Grünbung und Verwaltung des Reichst^oalideufonbS, finb solche« Personen des Unteroffizier' und MannschastenstanbrS des Heeres u»d ber Marine, welche an dem Feldzage von 1870/71 oder an be» vo» deutschen Staate» vor 1870 ge­führte» Kriegen ehr» volle» A»theil genomme» habe» »nd sich »ege» dauernder gänzlicher Erwerbsunfähigkeit in «»terstützungsbebürstigerLage befinden, fortlaufende, monatlich pränumerando zahlbare Beihilfe» zugefichert, bie »ach Art. III, 3 dieses Gesetze« 120 Mark be­tragen sollen 8J gleicher Anwartschaft b. h. also bei Erfüllung der Bedingung ber bauernde» gänzliche» Erwerbsunfähigkeit und der absolute»

Das Sprichwort sagt:Der Krug geht so lange zum Waffer, bi« er bricht." Auch Goliaths Stunde sollte bald schlagen.

Nach der Schießübung fand plötzlich eine Revision ber Zimmer-Utensilien durch den Ab- theilung». Kommandeur statt. Da die Revision sonst im Spätherbst stattzufinden pflegte, so wurde mancher Stubenältester höchst unangenehm davon überrascht, da ihm eben keine Zeit zur Kompletirung der während de» Sommer« weniger sorgfältig ge­hüteten Inventar« verblieb.

Nun war da« Steckenpferd be« Herrn Majors da«Mannschaftszimmer", auf deffen Sauberkeit er bei den Revisionen scharf Acht gab; nicht minder scharf sah er auf die Vollzähligkeit und Gebrauch«- sähigkeit ber einzelnen Jnventarienstücke.

3n Bezug auf erstere war bei manchem Stuben­ältesten guter Rath theuer 1 In dem einen Zimmer fehlte der Kohlenkasten, in bem zweiten der Spül- eimer, im brüten beide« n s. w. Rur in Zimmer Rr 37, in welchem Ratzky ba« Szepter schwang, war Alle« vollzählig am Platze. Da« wußte Goliath, der auf Zimmer Rr. 41 Stubenältester war unb mit Bangen dem nächsten Morgen» an welchem bie Revision stattfinben sollte, entgegensah, da er gefunden hatte, daß verschiedene @egenftiütbe durch ihre gänzliche Abwesenheü glänzten. Ein Pump" bei ben übrigen Zimmerältesten be« Flure« mißlang ihm gänzlich; Niemand wollte dem Verhaßten a»e der Klemme helfen. In seiner Roth überwand er endlich seinen Groll gegen Ratzky, der allein noch helfm konnte.

Unter einem Vorwand betrat er spät Abend« dessen Zimmer unb bat ben einstigen, burch sein boshafte« unb hinterlistige« Benehmen so schwer gehäuften Freund um Ueberlaffung eine« Asch-

Unterstützung»bebülstigkkit entscheide» für be« Vorzug zur Erlangung einer Beihilfe i» erster Linie Anlzetchnrng vor dem Feinte, in zweiter Linie die frühere F.lbzugkPeriode, an welcher ber Bewerber lhciigeromme« hat, und i» br tter Liste ba« höhere Lebensalter. Ausgeschlossen von der Theiluahwebe recht'gung bleibe« Personen, welche au» RiichSmitteln gesetzliche Jnvalidenp.nsione» oder »»tsprechende sonstige Zuwtnrunge« beziehen, ferner solche, welche nach ihrer LrbenSsührmg der beabfichttgte» Fürsorge als ux würdig anzusehen find, wobei politische Rücksichten für bie Beurthellung bei Würdigkeit nicht in Betracht za ziehe» find, endlich solche Personen, welche sich richt im Besitz; de« deutschen Jndigenat« befinden

E« ist seibstverstäudlich, daß alle diejenigen ehemalige» Soldaten »it i» Betracht zu komme» haben und keim Zvtreffe» der HilfSbedürftigkeit uuterstützungSberechttgt find, welche den Krieg vo» 1866, wenn euch nicht im preußischen Heere, mitge- mocht »nd gegenwärtig die deMsche Reichsangehörigkeit besitz-».

Bewerbungen um die in Aussicht gestellte Beihilfe find bei der Orrsbehörde (Gemeindeoorstand, Gemeinde- vo.steh er, Gutsvorsteher) del Wohnorte« u»trr Anschluß der den Antrag begründende» Atteste anzubri»geu. Bewnder« zu beachte» ist hierbei, daß Anträge von Persene», welche nicht dauernd gänzlich erwerb« unfähig (absolut hiiftöedärftig) find, überhaupt nicht angenommen werden, ebenso wie Anttäge vo» solche» Personen, die nach de» obe» angegebenen Grundsätze» a» der Theiliahmeberechttgung ausgeschlosst» find.

Al«ehrenvoll" gebiert gelte» alle biejenige» vormalige« Solbaten, welche währe»b be« Feldzugs fich nicht de« Plünderns, de« Marodirens, der Vergewaltigung oder der Feigheit unb Fahnenflucht schulbig gemacht unb dieserhalb Strafe erlitten habe«.

Die Reihenfolge der i« Betracht kommenden Feldzüge ist folgende: derjenige vo» 1848 in Schleswig - Holstein; der Ka»pf von 1848 im Großherzogthnm Posen; der 1849er Feld-uz in Schleswig und Jütland und derjenige bt ff eiben Jahres in ber Pfalz unb im Großherzogthum Baden; das Gefecht am 27. Juni 1849 zwischen der Be­satzung be« Postdampfschiffe«Preußischer Adler" und der dänischen KriegsbriggSt. Croix"; der Kampf im Jahre 1849 zur Unterdrückung be« Auf- staudel im Königreich Sachse»; ber Feldzug von 1864 gegen Dänemark; derjenige vo» 1866 gegen Oesterreich und Verbündete u»d der deutsch-fta»zöstsche Krieg vo» 1870/71.

kästen« und einer Feuerschaufel. Im ersten Augen­blick fühlte Ratzky fich versucht, ihn aufzusordern, die Thür von draußen zuzumachen. Aber da schoß ihm ein Gedanke durch den Kopf, der ihn ftüher eine Zeitlang ausschließlich beschäftigt hatte, der aber, als Alle« fich so plötzlich zu seinen Gunsten wandte, mehr und mehr von andern, nähergelegenen Dingen verdrängt ward. Jetzt, wo er in das falsche, heuchlerische Gesicht seine« Gegner« blickte, gewann jener Gedanke plötzlich bie Ueberhanb über den sonst allen Ränken und Schlichen abholden Mann.

Du sollst ben Eimer unb bie Schaufel haben," sagte Ratzky,paß nur auf, baß Du bie Sachen in Dein Zimmer schaffst, währenb bie Revisoren auf Zimmer 38, 39 unb 40 rembiren."

Zacke fand diesen Vorschlagfamo«"; froh, au« ber Verlegenheit geholfen zu sein, eilte er fort, ba er noch viel zu besorgen hatte. Daß ihm Ratzky eine Falle gestellt hatte, merkte er nicht. So etwas traute er bem Kleinen nicht zu Bei jebem andern Kameradm wäre er bei so schnellem Eingehen auf seinen Wunsch mißtrauischer gewesen.

Wie Ratzky e« sich au-gebacht hatte, würben bie Zimmer bet Reihe nach am nächsten Morgen leoibirt.

Zuerst kam bei Major in Begleitung seiner Adjutanten, de« Hauptmann« unb bei Kasernen- Inspektor« auf Zimmer 37, da baffelbe dem Treppenaufgänge am nächsten lag Der Major fand Alle« in bester Ordnung vor, nur bie Kohlen- schaufel, welche ein thalergroße« Loch hatte, müffe durch eine neue ersetzt werden, meinte er Dann gingen bie Herren auf Zimmer 38. Während fie hier revidirtm, kamen der Stubenälteste unb ein Kanonier vom Zimmer Rr. 39 in größter Eile zu

Für die Marine kommen die Feldzüge 1848, 1849 vud 1850 i» Schleswig-Holstein (insbesondrer das Gefecht des für be» Kriegszweck ausgerüstete» Postbampfschiffe«Preußischer Adln" am 27. Juni 1849 »it ber däsischrn KriegsbriggSt. Croix") ferner die Kriege 1864, 1866 unb 1870/71 al« Feldzüge, außerdem »och für die dabei Betheiligte» da« Gefecht gege» die Riffpiraten bei Tres Forca« am 7. Angvst 1856 (CorvetteDanzig") i» Betracht.

Allem Axscheine »ach ist aber die Auswshl der Bei ürfttgfien »»d Würdigsten »icht ganz leicht. Der preußische Minister de« Inner« Hot in Ausführung de« Gesetzes die ihm uachgeordr ete« Behörde» vnge- wiese», eine Hauptznsammt»stellu«g der berechtigten und zur B-rückstchtig«ng geeignete» Persone» ihm späteste»« bi« zum 15. November einzu: eichen, nm die nothleidmden Bewerber demnächst unverzüglich in de» Genuß der Beihilfe« treten lasse» zu könne«. Der auf Preußen hclusive Lauenburg entfallende Antheil an dem für das deutsche Reich mit Elsaß- Lothringen ausgesetzten Gefawmtbetrage von 1800000 Mark stellt sich nach dem Vrrthtisu?gSplane pro 1895/96 auf 1147 560 Mk., und da die Jahres- leihilfe für den Mann 120 Mk. betrage» soll, werden also im Höchstfälle 9569 Personen berücksichtigt weiden können. Man darf begierig sein, ob die Zusammen- stellu,g nun eine höhere oder geringere Zahl ergeben wird, wenn eine höhere, so müßte doch wohl das fehlende Geld »och bewilligt werden, damit ber Kreil der Bedürftige» unb Würdigen »icht beschnitten wird.