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Wöchentliche Beilagen: Krnsblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchham.
mit? Exv-dition VM-rkt^^^FMsprech^Nr!"^"^"^' Jllnstrirtes Sonntagsblatt. Spr^^drn^dtt^edavion: ^10^11^ US^SSormttt^e.
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Erscheint titzlich anß« « Serttii« »«ch eSram« und l*itrii|tn. — Onartal-Ub»rm«rat«-Prei» tei bet *«m> bitt»« S DL, Sei «ll« »ifHatimi 3 SH. % «ff. («fl. vesteL«ttd). 3user>Lio«,ebShr für bii ps»«ttra, Zell, »ter terra Raran IC Wt,, •*r**irw **- m, o<4r9 w.
Marburg,
Donnerstag, 15 August 1895.
«ngeigra nimmt entgegen bi« Expedition diese» Blatte», sowie dir Armoncen-Bnreanx von Haasrnstriu e. Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfutt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. Daube u. Eo. in Frankfutt «. M., Berlin Hannover, Batt».
XXX. Jahrg.
Er«es Blatt.
Die Ruhmestage
es deutsch - ftanzösischen Krieges.
1895
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Retterschaar, aber ihre opferfreudige Hingabe hatte
®> ®° die preußische Kavallerie sich so nuvergäng. den Erfolg, daß di- Franzose« ihren Angttff auf Jlzr! t® Ruhm durch ihren opferfreudigen Todrsrrttf Bionville gänzlich eiustellteu. Endlich um 3 Uhr
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nähre den bis auf den Tod erschöpften Streitern
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5.
die heißerseh,te Hilfe; auf de« linken Flüge! griff das 10. SorpS ein, auf dem rechten Flügel ein Theil der um Beistand angegangenen 16. Division des 8. Korps. Dort bei Mars la Tour halte die Brigade v. W-dell, die 38 (die westfälischen Regimenter 16 »nd 67), einen besonder» heißen Kampf zn bestehen. 3m Vorgeben stand die Infanterie plötzlich vor einer tiefen Schlucht, sie wurde durchschritten und der jeuseittge Hang erstiegen; aber vor vernichtendem Feuer mußten die Braven zurück; nachdem fast alle Ojfiziere und Führer gefallen waren, glitte» die Trümmer der Bataillone in die Schlucht hinab; den Rest seiner 57er und der ihres Kommandeurs durch den Tod beraubte» 16er führte der Heide» müthige Oberst v. Cranach, eine zerschoffene Fahne hoch in seiner Hand zurück. Nachdrängender zahlreicher französischer Kavallerie warfen sich hier daS
egrdlm »ud energischen Führer General v. Alvens btn vom Morgen vis zum Nachmittag allein gegen
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ge Rechte in das Innere deffelben versenkte, sie die Hand wieder au» dem Fasse zog, hielt eine weiße, oben in eine Quaste auslaufende Schlafmütze in derselben und hinter dieser stieg wie der Vollmond am Horizont langsam unter
! 6. Division recht» gegen Bionville und Flavigny q-schwrnkt und ging link» der 5. Division vor. 1 U. Brigade nahm Bionville, und dem gemein
Langsam, aber unaufhaltsam schritten die Preuße« vor und zwangen dm französische» rechte» Flügel zum fluchtartigen Rückzüge ans Rezonville. Da» französische Garde Küra-fi-r-Regiment warf sich mit kurzer Entschlossenheit auf btn Verfolger, aber die 7. und 8. Komoagnie bet 52er unter Hauptmann Hildebrand empfinge« den Stoß kaltblütig mit ver- nichtmdtm Feuer. Unter furchtbarem Verlust kehrten die Trümmer bei stolzen Regiment» in schleuniger Flucht zurück.
E» war 2 Uhr geworben. Da kam der preußische Angriff zom Stehe», bie Bataillone waren sichtlich zusammeugeschmolzen, ihre Kräfte in vierstündigim Kampfe erschöpft, bie Infanterie-Munition war nahezu verschösse« unb kein Bataillon, keine Batterie mehr in Reierve. Jetzt gerade aber schickte sich Marschall Canrobert an, mit seinem Korps den preußischen linken Flügel bei Bionville zu umfassen. Da befahl Geseral v. Alvenslebe» dem General v. Bredow, mit seiner zur Hand stehenden Kavallerie Brigade, dem Magdeburgischen Kürassier-Regiment Nr. 7 und den altmärkischen Ulanen Nr. 16, gegen den Feind zur Attacke anzureite«. Die Regimenter jagen lodes- «uthig in den Feind; nach wenige« Minuten kreuzen Klingen und Lanzen die französischen Bajonette:
Doch ein Bluttttt war e», ein Todesritt,
Wohl wichen sie unseren Hieben,
Doch von zwei Regimentern, was ritt und stritt, Unser zweiter Manu war geblieben.
3a, furchtbar wäre» die Verluste dieser tapfere»
riegs- mrd Garrrisou-Lrinueruugeu
[398 von Th. Schmidt.
(Nachdruck verboten.)
IX.
chlacht bei Bionville —Mar» la Tour.
16. August.
# Markchall Bazaine hatte den weiteren Abzug
den zitternden Mann, dem sie „Hasenherz, Schlaf, mütze* und andere schwer zu übersetzende Kosenamen an den Kopf warf, ein, daß derselbe wie ein gelenklahmer Feldstuhl zusammenklappte.
Aber auch einer heißblütigen Französin versagt bie Zunge zuletzt den Dienst, und diesen Augenblick benutzte unser Lieutenant zu einer allerdings nur ironischen Begrüßung de» offenbar au» Angst vor den „Prusfieu«' in die leere Mehltonne gekrochenen Hausherrn.
„Ahl monsieur, quelle agreable surprise! Comment vous voilä dans cette petit prison ?“
Der Franzose wandte sein schmaler, ängstliche« Antlitz dem Offizier zu und antwortete zitternd: Man habe erzählt, daß die Preußen, welche heute in Orleans einrückten, au« der Provinz Landsturm stammten, noch total wilde Völker wären, ganz schwarz gekleidet seien, vor der Kopfbedeckung einen Todtenkops*) ttügen, nicht«, selbst da« Kind nicht in der Wiege verschonten und Alle« massacrirten. Al« dann die Soldaten in sein Hau» und hernach in den Keller, in den er fich geflüchtet, gedrungen seien, da hätte er geglaubt, sein letzte« Stündlein habe geschlagen und sei in der Angst in da« Faß geklettert. Zu seiner Freud« sähe er aber, daß die Preußen gerade so aussähen wie andere Menschen, ja sogar ftanzöfisch sprechen könnten und sicherlich keinen friedlichen Bürger ausspießen würden.
Der Lieutenant lachte herzlich über de« Franzosen Erzählung «nd schüttelte verwundert den Kopf. »Köstlich, köstlich!' sagte er und stieg bann die
•) Da» 3. Bataillon te» Braunschweigischen Infanterie- Regiment» Nr. 92 trägt vor dem Tzako einen Todtenkopf nnb befand fich mit dem Regiment bei ter 2. Armee ratter Vttn, Friedrich Karl «n ter Loire.
ßt- sämmtliche Offiziere ei»; doch gelange« Gene al Echwerin, die Trümmer feilet, bet 10. Brigade 1 igiment 12 uid 52) um fich zu sammel» und die ihr vor Flavigny zu behanpleu. Nu» war auch
i« Sturm dieser und der 10. Brigade erlag auch erie *9-
WM- (Fottsetzrar,.)
_____ .Bon Ihnen erwarte ich,' fuhr der Lieutenant sorg» --daß Sie den Umständen Rechnung tragen Pa * nichts Unbillige« verlangen. Sollte die Madame rein 8 1 Dort nicht halten, dann kommen Sie zu mir.'
;, inet Armee durch Metz auf Verdun angeordnet, um er Vereinigung mit Mac Mohou entgeginzustreben;
ib das Ober-Kommando der 2. Armee dessen Korps --temtltch die Mosel überschritten, richtete für den
6. August nur den Marsch zweier Korps, des 12. ib 10, sowie der 5 nnb 6. Kavallerie - Dtvifioa v Metz herum nach Norde» gegen hie Straß » ach Verdun, während bie übrigen Korps westwärts K Maas zustrebten,
trt ■ Juso! e beff u stieß das 3. Korp» am Morgen ck 16, August zuerst auf bie abziehenden Fran- ». R sie», und es entbrannte jene denkwürdige Schlacht, Ihr al > welcher die Brandenburger unter ihrem hoch
. Armee Bazaine's mit unvergleichlicher Heldengröße
*Rj>| ib Todesverachtung rangen, bis ihnen dann Hilfe ” hu* Mn Mo QX (a «*•*»»<»*&«**
pro« Rach diesen Worten wollte fich der Lieutenant strnm; er kam aber nur bi« zur Treppe, denn stma» Wh erscholl au« dem Mehlfaß dicht an dem ^ppenaufgang, von dem ein kalter Luftzug in den ' «r drang, ein dreimalige« laute« „HLpischauo!' waren wir darüber im Unklaren, woher da« e Riesen kam, al« die Madame mit zornblitzenden auf da» erwähnte Mehlfaß kurz vor dem all« herbeieilenoen Knülle zusprang, wüthend lose daraufliegenden Deckel davonriß und ihre
» och war mau vis zum 16 August wenig über e ne rM| teile westwärts der Festung gelangt. Deutschersett» laubte man den Gegner schon weiter gekommen,
„Ach«' und „Oh»' ein kahle« Menschenhaupt I dem ein langer, dürrer, blaubeblouster und I ^bestaubter Körper folgte; in dem Antlitz diese« •tuen Diogene« stritten fich Furcht und Scham Ni> । die Herrschaft.
ld roff „Ranul' platzte Knülle heraus. „Det i« ja ,CI ^Wälzen!' Und während wir uns vor Lachen . " weiten und der Lieutenant mit hochgezogenen ohnivMnbrauen nnb malMsem Lächeln die weißge- ch 34 fcrte jämmerliche Gestatt sich vollends au« der
Monne winden sah, keifte Radame berartig auf
M 8 Als General v. AlvenSl bei um 9 Uhr Morgens «x S if bie Franzosen stieß, entwickelte er kurz entschlossen ix ganze» Korp» zum Angriff gegen den Feind.
p. Si «rst trat die 5. Division südlich Flavigny mit i Mt. ■ i» Berührung, und ein mörderische» Gefecht (4 itfyaxx sich; hier fiel General v. Tö:i»g tödtlich » 14, troffen an der Spitze bet 9. Brigade (8. und 48. ----- tgiment), das 1. Bataillon des Regiments 52
1. Gardk-Dragoner-Regiment und eine Schwadron der 2. Garde-Dragoner rücksichtslos» entgegen unter starken Verlusten; aber die Jrfauterie war gerettet.
Dann entspann fich noch bei Mars la Tour ein großer Retterkampf, der größte deS Feldzüge»; 5000 Reiter wirbeln im Handgemenge herum; die Preußen gingen al» Sieger hervor, nnb von jetzt ab verzichtete ber französische rechte Flügel auf alle wetteren Vorstöße. Prinz Friebrich Carl war mr das Schlachtfeld geeilt; der Tag neigte fich zu Ende nnb bie Dämmerung war eingetreten, bie Schlach von den Preußen gewonnen; fie stauben Abend» au: bem Boden, welchen bie Franzosen am Morgen btne hatten; bie erschöpfte» Truppe» lagerte» auf bem erlittenen, blutgetränkten Selbe dicht gegenüber ber Stellung beS Feindes.
16000 Mann kostete bet blutige Tag, darunter 711 Offiziere, die Früchte de» Stege» reisten erst in seinen Folgen. Moltke nannte die Leistungen de» 3. Korps »eine der glänzendsten Waffenthate» des garzen Feldzuges' und erkannte dadurch ihm und seinem Führer bie Palme de» Tages zu. Unb auch wir gedenken mtt denselben Gefühlen heute tu 25jährtger Erinnerung neiblo» besten, wa» „die Brandenburger' vollbrachten.
Deutsches Reich.
* Merkt», 13.Ang. (Tagesbericht.) Unser Kaiser erlegte gestern in Lowther auf der Grouse- jagd über hundert. Abends fand ein gemeinschaft licheS Diner statt; nachher konzertirte die Privat- kapelle de» Lord Lonsdale. Heute Vormittag nahm ber Kaiser Vorträge entgegen. Später machte brr Monarch einen Ausflug nach bem Seenbezirk. Am Donnerstag erfolgt die Rückkehr nach Deutschland. — Die Kaiserin dürfte mit ihre« beiden ältesten Söhnen am Sonnabend wieder im Nene» Palais bei Potsdam ein treffe». — Znm Besuch der Schlachtfelder find der Großherzog und die Großherzogin von Hesten in Metz eingettoffen. — Zn einer patriottschenKundge bung am National- denkmal trafen 400 bayerische Feuerwehrleute in RüdeSheim ein. Ein Sonderzug hat zahlreiche sächsische Veteranen zum Besuch bet Schlachtfest)« nach Saarbrücken und Metz gebracht. 3n Würzburg »eilen gegenwärtig achtzig deutsche Lokomotivführer, die 1870/71 im FeindeSlande gefahren haben. — Für bebürftige Beteranen haben die Dortmunder Stadtverordneten 10000 Mk. bewilligt. — Der deutsche Gesandte inGuatemala,
Treppe zur Straße hinauf. Madame aber faßte ihren langen „Baptiste' energisch am Arm und zog ihn schimpfend und polternd die andere Treppe hinauf. Wir folgten den Beiden auf dem Fuße und da« war ein Glück für „Monsieur Bapttste', sonst hätte die aufgebrachte Madame ihm unter vier Augen wahrscheinlich noch diverse Püffe für sein heldenmüthige« Verhalten verabfolgt.
Im Ue6dgen war Madame nicht unfere schlechteste Quartierwirthin. Uns« «nste« gesetzte« Wesen und bestimmte« auftreten imponirte ihr offenbar; wir kamen gut mit ihr au«, aus unf«e Wünsche ging sie aurnahmrlor ein. Ihr Mann schien im Hause nur die Rolle eine« Haurknecht» zu spielen. Schweigend verrichtete er alle ihm von fein« entschieden „stärkeren' Ehehälfte aufgetragenen Arbeiten.
IV.
Der nächste Tag sollte ein Ruhetag sein. Die Witterung war kalt; e« fror. Am Nachmittage schlenderte ich in ber Dämmerung durch die Sttaßen der Stadt, um einige kleine Einkäufe zu machen und stand bald auf dem Platze du Matroi, aus welchem sich die Reiterstatue ber Scanne d'Ark «hebt. Ganz int Beschauen diese« mit künstlerischer Feinheit aurgesührten Coloffal-Monument« versunken, hörte ich plötzlich Knülle'« wohl bekannte Stimme neben mir.
„Also bet i« bet Mächen, wat anno dazumal die Engländn vertobakt hat,' begann Knülle und Zeigte mit sein« kurzen Feldpfeife zu dem Denkmal siuauf. „Ra, bet muß ihr ber Reib lassen, wenn sie so jut ausgesehen hat, denn hat Hanne fick jut oerkonferwattirt jchabt. Ibrigen» schön fiube ick bet nich, beinahe splinternackt »nb jerabe al« 'n Kerl hier usfin Marcht uff« Jaul zu fitzen. Unb
v. Berge», hat au de» italieuifche» Minister de» Auswärtige» ei»e Note gerichtet, t» welcher er seine» Dank für die Art und Weise anSspricht, wie b« italienische Gesandte tu Guatemala fich ber Aufgabe, bie beutsche» Interessen i» Guatemala während ber Abwesenheit bei deutsche» Gesandten zu schützen, entledigt hat. — Nach eine Meldung der „Köln. Bolksztg.' übernimmt ber Abg. Professor Dr. Kropatscheck am 1. Septbr. d. 3». bie Lhef- reiaktiv» ber „Kreuzzeitnug'. Derselbe wirb auch verantwortlich zeichnen. — Zum englische» Botschafter in Berlin an Stelle Sir Malet'« soll »ach ein« jetzt auftauchende» Londoner Meldung Marqut« Loud»dow»e au» ersehe» sei». Der Mm gut« vo» Loudonderry würbe ihn im KriegSamt ersetze».
* (De»kmal»feier.) Zur Feier ber Grund- stei»legung beS Kaiser Wilhelm-Denkmals soll bekanntlich außer bem Reichstag auch bie preußische Volksvertretung zugezogen werben. Auf bas Cirkular be» Präsidenten bes Abgeorbnetenhauses vo» Köller sind, wie neuerbtngS verlautet, 59 Anwelbungen etngegangen unb haben auch Berücksichtigung ge- fniben Außerdem haben bie drei Präsidenten, acht Schriftführer und beide Quästore» Einladungen erhalten. Der Präfident vo» Köller wird ber Feier beiwohneu. Die Vizepräsidenten Frhr. von Heere- manu und Dr. Graf stub aus GesundhettSiückstchten behindnt. Auf baS Cirkular des Präsideute« be« Herrenhäuser Fürsten Stolberg habe» sich 48 Mtt- glieder zur Theilnahrne an ber Feier gemeldet. Bei den Meldungen ist in Anlehnung an daS den ReichS- tagSmttgliedern gewährte Privilegium die freie Fahrt zur Sprache gekommen, jedoch konnte nicht die Aussicht auf Bewilligung derselbe» eröffnet werden. Fürst Stolberg wird zur Teilnahme an der Feier in Berlin eintreffen, ebenso der erste Vizepräsident vo» Mautevffel. Das Erscheine» de« zweiten Vize- p äfidente» Oberbürgermeister B-ckei (Köln) wird ebenfalls «wartet. Fürst Bismarck hat die Mtttheilung hierher gelangen lasse», daß er durch feinen Gesundheitszustand zn seinem Bedauern ver- hindert fei, au der Feier theilzuurhmeu.
* (Die deutsch -englische»Beziehungen.) Anläßlich der neuerlichen Auslaffungeu des London« „Standard', die al« Antwort auf die einwüthige energische Abweisung bei englische» Anmaßungen durch die beutsche Presse zu betrachten seien, hätt bei „Hamb. Corr.', bei nicht glaube» will, baß bie bisherigen AnSlaffnngeu offiziösen Ursprungs seien, eS für sehr wünscheuSwerth unb nützlich, wenn Lord Salisbury bald eine authentische Darstellung Sb«
nich mal Steigbügel hatte Hanne gebraucht! Ra, na, bet läßt tief blicken! Ich habe mal bei uns in Berlin bet Stück von die 3ungfrau von Orleans jesehen, da hatte sie aber blos 'n Helm von Pappe uff, der mtt Joldpapi« überklebt war, und in die Hand hatte fie ’n Sabel von Holz, der mit Silberpapier überzogen war. Ne, dachte ick, die Jeschichte i« mich zu dumm. So ’n Frauenzimmer soll Frankreich jerettet haben? Wat müssen bet for Unterrocksmänner jewesen find, die fich von ihr kommandiren jeßen; aber noch jämmerlicher waren die Engländer, )ie vor so ’n Unterrock Reißaus nahmen. Blooß der 6ene wat ’n Feldherr von die Engländers zu ein schien,*) imponirte mir. Der sagte, als « so balag und fich die Heftpflaster von bie Wunden riß, weil er ftttben wollte: „Mit die Dummheit kämpfen Jött« selbst verjeblich!' D« hat Recht, sage ick; )umm, zu dumm is mich bie Jeschichte. Ra Johannekrn, jehab Dir wohl und vrrkälte Dir bei dem Zug hi« nicht die Füße. Mtt uns Preußen wärste nich so leicht fettig jeworden, bet kann ooch »los die fplinigen Engländers passiren. — Jehen Sie mit; es zieht mich hi« zu doll, unb die Je- sichte i« mich zu dumm,' schloß Knülle seine tieffinnigen Bettachtungen über bie räthselhaste Jungftau.
Lachend wandte ich mich um und schritt mtt ihm über den Platz, dabei «zählte ich ihm Einiges au« dem Leben der Jungfrau von Orleans. Aber Knülle wollte nicht so recht an bie „göttliche Mission', die fie «füllt haben will, glauben. -Ach wat, een einfacher Mächen, wat ussn Dorf die Schafe hütet, kann nicht uff'n nackten Pf«de retten, da würde st ihr bald so gehen, wie
*) TalbM,