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Wöchentliche Beilage«: Krsisblatt für -ie Kreise Marburg «nd Kirchhain.
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Benmtworüicher Äebetteitr: Friedrich ColbatzkV in Merbnr,. Sprechstunden der Redaktion: 10—11 Uhr Vornutta,».
Marburg.
Sonntag, 11 August 1895.
Grlcheiut täglich «ktzer an Birttai« nach von«» und Frintagen. — Oxxrtxl-Abmmnxmtt-Pni» bei der •yx» ditiau S Mk., 5*i tUui V»stL»t«n 3 SH. H Wf. («0. Beßellgeld), Jnierationdgebsthr fit di« gesprltm» Zeil« »>« dir« äixä 10 Bfg., Ätöaxtta fit di« ZNl« iiS Psg.
wt und Verla«: Johi Au«. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei in Marburg. Cfcff**fi*H***1<Ä (SsA****4-A aSM Redaktion und Expedstion: Markt 2L Fernsprecher Nr. 65; ^UU|UlTlC9 SPVmtldflvPIWi
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition diese- Blatte», sowie bi« Annonceu-Bureaux von Haasensteia u. Vogler in ,
Frankfutt o. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf aaa. fcflnrn Moste in Frankfutt o. M., Berlin, München «. Köln; G. L. *x) *1 »
Daube u. Co. in Frankfutt «. M., Berlin Hannover, Patt».
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.]. Gelegentlich der 41. Wanderv»sa»mlu»g dttembergischer Landwirthe in Ellwangen hat der
r Landwirthschaft und endigt dann in immer fort- tdttxbcm decrescendo mit dem Bedauern, daß e Regierung leider so gut wie nicht» thvn könnte, k dem zu steuern. Es verlohnt sich wirklich, auf e Ausführungen des Herrn Ministers etwa» »Sher izugehe».
Nachdem er die Thatsache festgestellt hat, daß
„Der dritte Mann."
I Tr» dttearbergische Staat!Minister de» Inner», Herr v. uchik, eine längere Rede über die Lage der Land
i t irthschaft gehalten, eine Rede, die sich würdig an her g;lq e §e^e bet hervorragendsten Leistungen seines »Senden । Eyßjschea Kollege» v. Bötticher stelle» kau». C« h «er£ gi»»t mit den Versicherungen des größten Wohl- ® ®cft! 0|ien8 der Regierung für die erwiesene Nothlage
»eutl.h t Klage» der Landwirthe in Oesterreich Ungarn, in onati - aßiand, ft Frankceich, in Nordamerika nicht minder
er Restar »hast und nicht minver begründet al» i» Deutsch« l zahlreich »d sind, und daß selbst für den argentinischen r Vsrst adwiirh die Weizenpreise nachgerade auf einer
btfc -mgekommen sind, unter welche sie nicht ehr zu sinke» vermögen, wenn der Land- irth »och bestehen können soll, erklärt er st lächelnd, daß ein einzelner Staat, und vollend» i kleiner Staat wie Württemberg, diese Nothlage
8 Zeitgemäße Betrachtungen.
(Nachdruck verboten.)
Monolog eines Heuügsame«!
Ist die Welt nicht licht und schön
Herrlich sondergleichen?
Läßt sie uns nicht täglich seh'n Tausend Freudenzeichen?
Ladet nicht der grüne Wald Täglich un» zu Gaste, Daß es brausend wiederhallt: Komm zu mir und raste l Friedlich d'rum und sorgenlos Will ich träum«, träumen, Hingestreckt aus's grüne Moos Unter alten Bäumen;
Still soll meine Phantasie Mir ein Lustschloß zimmern Und des Lebens Marktgeschrei Soll mich wenig kümmern. Schlägt man draußen auch Alarm Zu dem Kampf um's Dasein,
Keiner will ich nah sein, Sonnenbrand wie Regenguß Trag' ich duld- und fügsam
»myt vivi ytwuiiHCii yu». Kann nicht viel verlieren I Kann ich auch im Sommer nicht Wie so Mele — reisen, «m so leist ich gern Verzicht
6 als Minister, der ja selbstverständlich vo» der chwirthschaft Detailkenntnisse nicht zu besitzen braucht, I »icht weiter übel »ehme» ka»», daß zur Ties- itfchastl to' rationeaew Düngung 2c. wieder u»d immer
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'“H“ Fürwahr, ehe sehr bequeme Avffaffung vo« den Vehrdl Nichte, einer Regierung gegen da» Wohl und Wehe r Bevölkerung 1 Man läßt den Kraike» ei-fach.
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> 1007' ÄPtttOT mtfT tA r»nF» fsttt 648^« 238« • | iqj umtr unu jugjani aJ,'1 « ^Uld ich fühle nie Verdruß, qf/® j Denn ich bin genügsam.
135M Daß ich nicht ein Krösus bin, ioiT/t Das kann mich nicht gräm« ■ io mir meinen heitern Sinn Absolut nicht nehmen.
«Ä i Aeine Rechnung geht stets glatt, los»/« is «rauch nicht Buch zu führen, L Wer nicht viel gewonnen hat, 102»/, *5 Ä — - - .1015 '8 W
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. xaA A riti, weil man entweder zn bequem ist, überhaupt in. Sm 10 Urzt herbeizmufen, oder aber die Ausgabe für 30 M i dox dem Arzte verschriebene» Heilmittel scheut.
i Pfg. * t Weiterhin giebt der Herr Minister zu, daß der Nt. immerhin durch Belehrung und Anregnug, . rch Förderung der Verbeflerung de» laxdwlrth-
. Betriebs - und in dieser Hinsicht ließe
»ehrbm 1 i$ durch Tiefkultnr, durch rationelle Düngung, ------- rch gute Auswahl de» Saatgutes und bergt gewiß raner m, | viel erreichen — eine sehr wohlthätige und die zu vemie khlage wesentlich lindernde Thätigkeit entfalten :*aflee li nie. Herr von Pischek übersieht leider, was man
wieder das gehört, was dem Landwitth schon jetzt bei einet extensiveren Wirthsc^.ftsweise fehlt, nämlich — Geld. Den Landwirthe» unter be» heurige» Verhältnisse» intensive WirthschaftSweise zu empfehlen, ist genau so, als wenn man einem Lahmen zur Kräftigung seiner Gesundheit viele» und rasches Spazierengehen verordnen wollte.
Es folgt dann endlich eine Aufzählung der zur Genüge, wenigstens dem Namen nach, bekannte» kleinen Mittel, deren Ausführung aber dmch die Bemerkung, daß die Regiernug. und das sei ein Punkt, der nicht Bergeff en werden dürfte, den zur Entfaltung einer solchen Thätigkeit erforderlichen Aufwand von Geldmitteln nicht überspannen könnte, i» nebelhafte Ferne gerückt wird. Kurz, die »ürttem- bergische Regierung hat durch den Mund ihres Ber treters die Landwirthe ihrer wärmsten Freundschaft und Liebe versichert, nur dürfen sie von ihr keine Beweise dafür fordern. Tont comme chez nous! E» ist, als wenn Herr von Pischek durch diese Rede seinen beide« Kollegen in Berlin, de» Heue» von Bötticher und vo» Marschall, habe zmufen wolle»:
„Ich fei, gewährt mir die Bitte, In Eurem Bunde der Dritte!"
Deutsches Reich.
* Aerttn, S. August. (Tagesbericht.) Unser Kaiser machte gestern i» Begleitung des Lord LonSdale vo» CoweS ans ehe Segelfahrt nud gab hierauf eine Theegesellschaft a« Bord des Kreuzer» .Gefion". Abend» veranstaltete der Prinz vo» Wales ri Ehre» des Kaisers a» Bord der König!. Jacht „OSborue" ein größeres Festmahl. Bei einbrechenvcr Dunkelheit illuminirte» alle Nachte» i» der Bucht, die ehe» prächtigen Anblick bot. Heute Morgen begab sich der Kaiser an Bord der „Britannia" des Prinzen von Wales, um das Race nm den vom Kaiser gestiftete» Wanderpreis um die ganze Insel herum mitzumacheu. De» neueste» S»ordnn»ge» zufolge begiebt sich der Kaiser am Sonntag Morgen nach Southampton und tritt von dort die Reise »ach Schloß Lowther an. Gleichzeitig bricht die Kaiser. Jacht „Hohexzolleru" nach Leith auf. — Heute frühstückte Prinz Heinrich mit dem Kaiser ax Bord der „Hohexzolleru", worauf der Kaiser sehe» Bruder »ach dem Panzerschiff „Wörth* Begleitete und sich dort vo» ihm verabschiedete. DaS deutsche Geschwader trat bau» bie Rückfahrt nach Kiel a».
Auf die Bahn von Eisen. Ueberall giebt's Licht und Luft, Himmel, Erde, Flüsse, Sonnenschein und Blumenduft Und auch Regengüsse. Also isi's auf jeden Fall Wenig unterschiedlich, Doch es ist nicht überall Sicher und gemüthlich; Wer in fernen Landen reist, Darf nicht harmlos wallen, Denn die Räuber sind sehr dreist, Die ihn überfallen. Nach Marokko möcht ich nicht Zieh'n al» „Deutscher Bürger*, Denn dort haust manch' Bösewicht Und manch' Maffenwürger. Diese Mauren sprechen Hohn Allen Paragraphen, Doch Allkeutschland wird sie schon Fassen und bestrafen!
Wer die liebe Sommerzeit e
Will in Ruh' verleben, Soll sich möglichst wenig weit Von hier fortbegeben. • Seh't, ich streck' mich sorgenlos Unter grüne Bäume, Leg' die Hände in bett Schooß, Bin vergnügt und träume. Mich stört keine Politik, Rur die Blätter rauschen, Da» ist himmlische Musik, Dieser laßt mich lauschen; Und ich bin in meinem Sinn Glücklich wie kein Zwefter, Weil ich so genügsam bin. Seid e» auch! —
Ernst Heiter.'
Auf ber Nacht „Meteor* wohnte der Kaiser dem Auslaufen der deutschen Kriegsschiffe bei, welche die Kaiseiflagge auf dem „Meteor" und später die Königliche Standarte auf den Zinne» des Schlosse» h Osborne mit 21 Schüsse» begrüßten Der Kaiser begleitete da» Geschwader eine Strecke, besuchte alsdann de» Lord Lonsdale an Bord der Nacht „Verena", blieb zum Frühmahl und stattete bann verschiedene andere Besuche ab. Nachmittags gab der Kaiser eine große Theegesellschaft an Bord ber „Hohenzollerx". Das Promenadendeck war prächtig mit Blumen geschmückt, welche die Königin aus ben Gärte» bes Schlosse» Osborne gesandt hatte. — Der Kaiser sollte btkanxtlich bas Schloß Dwafiede» auf Rüge» angekauft haben. Die Mel« düng wirb jetzt al» völlig unbegründet bezeichnet. Schloß und Park konnten Seiten» der Geh. Rath v. Haxsemann gar xicht verkauft werde», da dies Besitzthnm ein Fideikommiß ist. — lieber de» Auf- enthalt der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe wird berichtet, daß dieselbe gestern Nachmittag mit ihre» beiden ältesten Söhne» zu Wagen ehe» Ausflug nach Wilhelmsthal bei Caflel gemacht ist. — Der ehemalige Marineminister v. Stosch feiert am 12. August de» Tag der Erinnerung a» seinen vor 60 Jahren erfolgten Eintritt als Offizier in die Armee. — Dem Stadtkommandanten von Wesel, General v. Carlowitz, ist der Abschied bewilligt worden. — Aus Stuttgart wird gemeldet: Der Benedictiuerpater Prhz Rad- ziwill ist heute früh im Kloster Beuron gestorben.
* (Englische Dreistigkeiten.) Der Kaiser hat öckauntlich am Jahrestage der Schlacht bei Wörth au die Mannschaft des Panzerschiffes „Wörth" auf der Rhede vo» Cowes eine Ansprache gehalten, bie in Englanb einige» Aufsehen erregt zu habe« scheint. Zunächst möge erst ber Wortlaut ber Ansprache folgen: „Erinnert Euch, daß Ihr bie Mannschaft eines Schiffes bilbet, bas nach einer Schlacht benannt ist, in ber Eure Landsleute sich höchst wacker benommen haben. Heute ist ber 25. Jahrestag ber Schlacht bei Wörth, weshalb ich es für angezeigt gehalten habe, beut nach biefer Schlacht benannten Schiffe einen Besuch abzustatten unb einige Worte an die Mannschaft zu richten. Hoffentlich »erben bie Thaten, die Eure Mitbrüder bei jenem Anlässe vollbrachten, eine Aufmunterung bilden für Euch, wen» jemals Gelegenhett für ähnliche Dienste ent-
Emste ««d heitere Kriegs- rind Sarnisou-Lnrruerrmgen.
Bon Th. Schmidt.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Statt nun aber die spitzrückigen Thiere an der Halfter zu führen, hatte er sich kühn auf den Rücken be» einen Maulesel» geschwungen unb sprengte im Galopp die Dorfstraße hinunter zum Appellplatze, wo bie Maulesel bie übrigen Pferde mit freudigem ,3—al I—a!" in ihrer Weise „begrüßten".
So „schneidig" auch diese» Reiterstück sein mochte, al» Knülle von dem spitzen Rücken de» Maulesel« herabkletterte, sah er nicht» weniger al» .schneidig" au»; durch seine Drillichhose sickerte Blut und vor dem einen Knie war dieselbe geplatzt. „Schwerebrettl" fluchte er, „bet Suber hat ’n Rücken wie ’ne Säge, ba kann ick man jleich zu Dr. Eisenbärten sehen unb Kühlsalbe holen, sonst kann ick morgen nicht loofen."
Al» ich nach einigen Stunben da» Quartier betrat, fand ich ihn auf dem Bauche im Bett liegen und eiu Kanonier kühlte ihm denjenigen Theil seine« Körper» mit Wasser, der mit dem säge- artigen Rücken be» Maulesel» in Berührung gekommen war. Dabei schimpfte er berartig auf Dr Eisenbart, daß seine Quartterrlrute bereit» vor Angst au« dem Hause gelaufen waren.
„Sehen Sie mal ba, bet nennt unser Doktor Eisenbart Kühlsalbe," dabei zeigte Knülle erbost auf ben Fußboden, auf den er eine Schachtel mit gelber Salbe geschleudert hatte. Ich hob die Schachtel auf und betrachtete lachend den Inhalt. „Riechen Sie mal! Wat? I« bet Kühlfalbe? Versalzene Butter i« ’t! Al» ick bet Zeug« »ff ne Wunde schmierte, da war mir jerade so, al« heute mir Eener Salz druff! Ra warte, Männeken, bet werbe ick mir hinter ’t Ohr
stehe» sollte. Solltet Ihr zum Kampfe gerufen werben, so beschwöre ich Euch, mit Herz u»b Muth für Gott nud Vaterlaub zu kämpfe»." Diese A»sprache giebt »u» de« Londoner Blatt „Daily News" Anlaß zu höchst voilauttn und u, paffenden Bemeikuxgen. Das Blatt schreibt: „ES ist wesentlich, daß während deS Be- sncheS bei deutschen Kaiser» nichts geihan »nd gesagt wird, was die Welt zu de« Glauben verleite» köxute, daß unsere Freu»dschaft zu Deutschland geringere Rücksichtnahme für Frankreich involviere. Der Kaiser selbst hätte gut getha», in britischen Gewässer» eixe Bezugnahme auf be« deutsch.französischen Krieg zu unterlassen. Der Anlaß war allerdings sehr versuchend, aber der Kaiser sollte solcher Versuchung widerstehe» können. Die Aenßeruxge» des Kaisers über Wörth geschahen allerdhgS a» Bord eines deutsche» Kriegsschiffes, über welches wir. selbst wenn es sich in britische» Gewässer» befindet, kehe Jurisdiktio» Haben. Jedenfalls Hat ber Vorfall mit England gerade so wenig zu thuu, al» ob er sich h Hamburg ereignet hätte. Unsere französischen Freunde müfsin Diskretion üben." — Nachdem erst kürzlich der „Standard" in seinem plumpen „BegrüßungSartikel" de« deutschen Kaiser empfohlen hatte, sich der Weisheit seiner Großmutter, der Königin Viktoria, auzuver. traue», wofür er und die deutsche Regiernug da» Wohlwollen England» ernten werde, nimmt sich jetzt ein anderes Londoner Blatt heran», im Tone des Schulmeisters die Worte des Kaisers abzuurtheilen. Die „Daily News" find ein liberales Organ, «an wird dieser Ungezogenheit also nicht allzu großen Werth ßetmeffe« können; immerhin aber ist ehe der- artige Preßänßerung eh neues Anzeichen für die attsom bekannte englische Anmaßung, die von deutscher Seite die schärfste Zurückweisung verdient. Die erbärmliche Haltung der englische« Regierung bei AuS- brnch be» deutsch-französischen Krieges und ihre wieder- wlten Einmischung»versuche, die von Bismarck kühl lei Seite geschoben wurden, giebt ihr jetzt gewiß kein »echt, den Mentorton anznschlagen, der im Artikel >es „Standard" zu« Ausdruck kam und der in dem liberalen Blatt sein Echo gefunden hat.
* (Parlamentarische».) Bei der in Nikolai abgehattenen Versammlung von Mitgliedern de» Wahlcomitö» der CentrumSpartet für Pleß-Rybuik behufs befhittter Aufstellung ber Kandidaten erhielt chreiben! Mir kriegt er nicht wieder mang bie Singer! Sein ollet Pulver von vorjestern, bat jut feien ben Ruhranfall fein sollte, war ooch weiter nischt al« Wurmpulver; bet Zeug wirkte böller al« brei Löffel voll Rhinozerosöl. Wenn ick ’t zu sagen hätte, müßte Dr. Eisenbart seine Pulver selbst mal schlucken."
In biefer Weise wetterte Knülle eine ganze Stunbe lang über ben kleinen Doktor unb seine Salbe unb Pulver; bette erhielten übrigen« bald eine derartige „Berühmtheit" in ber Batterie, daß kein Mensch sich dieser famosen Heilmittel mehr bediente, namentlich de» Pulver», da» dem Einen gegen Durchfall, dem Anderen al» Abführmittel verschrieben wurde.
Unser Medizinmann war bald bei Allen — die Offiziere nicht ausgenommen — im höchst« Grade unbeliebt- Zur Freude Aller tauchte er auch bald wieder in das Dunkel, au» dem er hervor- gegangen, zurück.
Gleichwie Knülle, so zeigte auch unser ärztlicher werg eine besondere Vorliebe für da» Reiten. Vährend der ersten Märsche hockte er frierend auf rem Bagagewagen; da» paßte ihm nicht und so verlangte er eine» Tage» für sich ein Pferd. Da ein solche» beanspruchen konnte, erhielt er einen klepper, der, wie da» häufiger passtrte, vor Metz den Franzosen entlauf« und von un» eingefangen war. Da» Thier war noch jung, aber sehr abgemagert und lammfromm. Dr. Eisenbart hatte offenbar in seinem Leben noch nie auf dem Rück« ene« Pferde« gesessen, wenigsten« hatte er zum Seiten soviel Geschick, wie die Kuh zum SeiltanM. Nichtsdestoweniger hatte er sich ein Paar Sporen an die Stiefel machen lassen, die durch ihre Größe und Schärfe und raffelnd« Klang Jedem auffielen und hier und ba ein bedenkliches Kopffchütteln er vorrief«.