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Litis- 8 M., bei all« P-üLmtn» 3 Nk. SS Pf«. («xL

»‘ÄÖÄft Sonnabend, 3 Augnst 1895,

Äiizcg« nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte», sowie di« Atmottceu-Buremtx von Haaseustrin u. Vogler in vvv - t

Frankfuri a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf JLzLÄ, ^cttÖIG,

Moffr in Frankfurt «. M., Berlin, Münchm x. Köln; G. L. 8

Daub« u, To. in Frankfurt«. M., Berlin Hannover, Pari».

Wöchentliche Beilage«; Knisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*4 ^Stoattisn ttnV’ Expedition VMarkt 2L" Fern sprecht N: ZLnstrirteö Sonntagsblatt. Sprechkunden der Redaüiou: 10-^1 Uhr Sorrr.ittagst

findet

* I Euch Aller wohl. Schönste Grüße.

V* « flimmerte sich jedoch der Zustand.

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Sicherheit bedient er sein Geschütz, die

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bm« Sie möglichst schnell' lautete, ließ jedoch h »Icht auf Veraulasiung zu ernsten Besorgnissen l«ß«. Bei seiner Ankunft hier war der Diener von

Heinrich von Sybel t

» Marburg, 2. August. Kau« hat sich das «6 über dem Gelehrten Rudolf von Gneist ge- loffen, da wird schon wieder unsete deutsche Wisse» oft von eine« schweren Verlust betroffen. Eine xi leuchtendsten Zierde», der bedeuundste der rzeitigen deutsche« Geschichtsforscher Heinrich von ,bel schloß gest-rn früh 4 Uhr seine Augen, die b sein als Professor der Archäologie an der sige» Hochschule angestellter Sohn Ludwig zudrücken inte. Ein Lu«genschlag hatte plötzlich dem an icttx mb Erfolgen reichen Leben des 78jährigen i Ende gemacht; auch diese letzte hohe Säule bei chichtliche» Forschung, die seit einem Menschenalter Pracht und Herrlichkeit dastand, hat dem Würg- Tod seinen Tribut zahlen muffen. An seine« e stehe» trauernd sämmtliche Hochschule» Deutsch , seine vielen Schüler, die Wisses schäft, vor Allem der Staat, das Vaterland, welches

dem Dahingegangeneu einen seiner besten u«d dieußvollst n Löhne verloren!

"'*** *• |V*4vH yvMA**y* i wUl vorgeht; er ahnt Angesichts der furchtbaren yundungm, wie sie meist bei der Artillerie vor- vielleicht nicht einmal, daß der höchste Müth, Ritzte Ruhe zum Anrharren auf seinem Posten

Eimke heitere

rmd Äarulsov-Ltirrverttntzrn

Von T h. S ch m i d t.

(Nachdruck verbot«».)

(Fortsetzung.)^

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ioi v< M er keine Zeit, sich seine Lage zu vergegen- 66'/« Mit jener durch das fortgesetzte lieben y*l \ Wiederholen „in Fleisch und Blut' überge-

■ m Heyue am Sonntag gerichtetes Telegramm, das ICC! Wlle»z wünscht bei Rückreise Ihre Unterstützung.

95 j Franzosen, voran der Kaiser, an un« de- 138 ®* macht wenig Unterschied, ob dar

Jnw if auf dem Exerzierplatz steht oder auf den ms ü S. gerichtet ist — der Artillerist gehorcht dem 1051/11'1 ^“nbo — das Gegenthell kennt er nicht. In loi’/tibj y femer Thätigkeit, welche seine ganze Aufmerk« erfordert, wird er selten gewahr, wo« um lOli.bjl'. ktzerum nnrnpFrf- ' A

Die Postanweisung der Gelehrte selbst ausgefertigt und auf den ——-—^»ttt die Morte beschrieben: „Wegen Langsamkeit Aul r tzerßellung Rückreise »och verschoben. Hoffentlich

»rburk, «er einer höher gelegenen Chauffee, welche uns 'L-id ? 1 ^gezeichnete Deckung bot, wurde trotzdem mit ii6i/‘i - R Minute unhaltbarer. Einige Geschütze — iC45/g ii Erster auch mein Geschütz — wurden nur noch ^®3/4 L iwei resp. drei Mann bedient; bei einem andern ‘05 1 mtu> r«™»» ...u__.....__

e*,^er 3dt weilte der Verstorbene im fk'tts seife der Familie seines Söhres i» unserer Musen dltbü ibt. A« Dosnerstag, den 6. Juni, war er tx

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V lagen fünf Zugpferde zerschmettert am ”•/» v bluch die Mnnttion wurde knapp und schon 106V« ii « jener Moment, dem jeder Artillerist mit los»/, ii necken enigegenfieht, ich meine das „Festliegen 1031/» i« uäet*‘ ®°^anSe der Artillerist feuern, sein •*8™t vor oder zurück dirigiren — kurz arbeiten

ypoE^^Ele hatte da« Geschoß rechtzeitig bemerkt; — ' «er nicht muthig eingegriffen, dann wären Pferd . - breiter unfehlbar zerschmettert worden.

llnseie, vom Batterie-Chef gut gewählte Stellung

t dar ®K Frische und Rüstigkeit hie: eingettofft», um «ach R, I M« Begin» der UniverfitätSferie» zu bleiben

eoD ährend seines Aufenthalts hier nun hatte er sich iO Mir x Erkältung zugezogen, von der er sich aber jfö «I m wieder zu erholen begann. Noch am 26. Juli «r. üt-er an die langjährige» Verwalter seines Bei-

« Hausstandes, das Heyne'sche Ehepaar, die Nachf^^E Summe Geldes ab.

. ,h#. 1 befinde» seines Herrn wenig beftiedigr. Er M Herr» vo» Sybel in einem recht geschwächte» |tob an, der durch schwere Hustenanfälle sich «och oeM mliicher gestaltete. Aber am letzte» Dienstag scheint «uf ® Stimmung a« Krankenlager des Gelehrten schon eu. iet eine hoffnungsfreudigere geworden zu fei«; cT? J M diesem Tage schreibt Herr Heyne seiner Frau: bi» glücklich, Dir mitthellen zu können, daß

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Excelle»; die e Nacht gut geschlafen hat und heute etwas wohler ist. Excelleuz denkt Freitag oder Soin abend nach Berlin zu reise».' In de» letzte» Tagen trat jedock ehe solche BerschseSteruug ei«, daß au das Slaall Ministerium ein Gesuch gerichtet werde« mußte, in welchem Herr vo» Syrel um Verlängerung seines lltlaubs bis zum 5. August bet, da sein Gffuudheitszustand nicht ganz zufciedexstellcvd sei. Montag erfolgte dann die Katastrophe

*

Heinrich von Sybel feierte erst vor JahreSftist ig voller Lebensfrische sein SOjähriges Professoren Jubiläum uod konnte auch scitdem mit seltener Rüstig k-it seine vielseitige wissenschaftliche Thätigkeit fort setze». Als kaum 27jähriger junger Geehrter — er war am 2. Dezemoer 1817 ix Düsseldorf ge borm — hatte er vor nu»«-.hr 51 Iah: en du-.ch seine Schrift „Entsetzung des deutsche» KönigthumS' die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. 1838 wurde er promooirt. Als Doktortheie vertheidigte et ». A. — bezeichnend für feine» Beruf als Ke schichtSforscher — die folgende: „Der Geschichts­schreiber soll mit Liidenschaft und persönliche« Autheil schreibe«. Nicht von dm Einrichtungen, sonder» von den Persönlichkeiten hänge» die Geschicke der Völker ab.' 1841 habilitirte er sich als Priv.tLozevi für Geschichte i» Bos« und erregte schon durch seine Erst lingsschrift: „Geschichte des ersten Kreuzzuges' (1841) das größte Aufsehen; denn der Verfasser brach mit alte» Ueberliefervnge« und zeigte sich als ein unerbittlicher WahrheitSfreund. Gar manchem Heilige», wie Petir dem Einsiedler und Gottfried vo» Bouillon, wurde dir Maske schonungslos gelüftet! Sein zweites schon oben benanntes Werk, das Er- g-bniß der Brrlm r juristische» Studier, hieß: „Die E»tstehu»g des deutsche» Köuigthums' und behandelte die ursprüngliche GesSlechterverfaffuug u»d die ihr folgende Uebergangsz-.it, als aus de» Spre»gstücken Urgermauiens die Keime bei mittelalterlichen Staates erwuchsen. Er gerieth darüber mit dem Historiker Waitz in eine heftige, literarische Fehde. 1844 zum ordentliche« Professor ernannt, schrieb er noch im selbe» Jahre sei» berühmt gttootbeeefe Buch über «den heiligen Rock in Trier', welches eine Menge Gegenschriften heroorrief. 1846 folgte er einem Rufe an die Marburger Universität; dort verlebte er elf Jahre.

Das Jahr 1848 führte auch Sybel der Politik zu. Gr wurde Mitglied der kurhesfische» Stände Versammlung n»d zwei Jahre später «bgeord»eter Kur- heffeur für das Unionparlament zu Erfurt, wo er «it der

gehören. Der Cavalleiist sucht Deckung hinter jedem sich barbietenben Gegenstände, außer wenn'» zur Attaque geht; der Infanterist benutzt jeden Baum, Strauch und kleineren Erdhügel al« Schutz g>-gen die feindlichen Geschosse und findet er Alles das nicht, so wirst er sich platt auf die Erde — der Artillerist jedoch muß stehend ausharren im dichtesten Kugelregen, nicht links, noch rechts, nicht vor« noch rückwärts darf er in offener Feldschlacht die kleinste Schutzwehr fudjen und wenn sie auch wenige Schritte vor ihm liegt. Der Platz bei seinem Geschütze, den er nicht verlassen darf, mißt 2-3 Quadratfuß — ein winziger Raum; und doch gehört nicht weniger Heldenmuth dazu, auf ihm zu ver­harren, als zum Kampfe Mann gegen Mann.

Noch immer wogte der Kampf im Thal, und es schien, als würbe er mit jeder Minute heftiger, ob» schon die Sonne berells tief vom HoriMt auf da« grausige Bild der Kämpfenden herniederblickte. Wie viele wackere Jünglinge und Männer hatten am stützen Morgen ihre erwärmenden Strahlen nach kurzem Schlaf auf kühler tauiger Erde begrüßt und jetzt lagen sie bleich und blutig auf der Flur; und immer neue Schaaren mähte der unerbittliche Schnitter Tod nieder! Wäre es doch erst Abend, dunkle Nacht!

In der Batterie entsteht plötzlich eine Bewegung — unsere erste Wagenstafstl saust heran und bringt uns Ersatz an Menschen, Pserdm und Munition. Im Nu find die Protzen gefüllt, neue Pferde ein­gespannt und die Reserve-Mannschaften zu den Ge- schützen »erthM. Dann erschallt zu Aller Ver­wunderung da« Signal: «Aufprotzm! Zum Avanciren!'

Ein tollkühnes Wagniß, dachte ich, einer schwär» mmbm feindlichen Infanterie «it weittragenden

kleindeutscheu Partei stimmte. 1856 wurde Sybel »ach München berufen, und hier vornehmlich wirkte er auf das Studium der G-schichtr geradezu bahn­brechend ei». Er grü»dete dort auch das erste historische Seminar in Deutschland. Als Mitglied der Akademie der Wissexschafte» betrieb er die Herausgabe der deutschen Reichstagsakte». König Moximilia» ernannte ihn, in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste, zum Sekretär der eben i«s Lebe» gerufene» historischen Kommission. Aber politische Tiffeienz-u veranlaßten ihn, seine ehrenvolle Stellung i» der bayerischen Hauptstadt aufzugeben und »ach dem Tode Dahlmann's (1861) einem Rufe der Universität Bon» Folge zu leisten. In die Zeit dieses seines zweite« Bonner AnfenthattS fällt Sybel's fruchtbarste Thätigkeit als Geschichtsschreiber. Hier vollendete er auch da« Hauptwerk der erste» Hälfte fei«es Lebens „Die Geschichte der Reooluticnkzeit 1789—1800', in dem er, gestützt auf die Quelle« der Archive in den Hauptstädte« Europas, zum ersten Mal die Auffassung entwickelte, die Taixe später ix so geistreicher Weise fortgespoune» hat. Kurze Zeit gehörte Sybel im Anfang der 6Oer Jahre auch dem prentzischex Abgeordnetenhaus an. 1867 saß er als Vertreter des Kreises Lennep-Mettma« im konsti- tuirenben Reichstag btS Norddeutsche« Bundes; da­mals schloß er sich der nattoxalltberal^u Partei au. Ix Boxx war und blieb er bann einer der ent­schied rüstete Gegner des UltramoutanikmuS, den er mit alle» Mittel», namentlich auch den Waffen, die ihm die gründliche nxd umfassende Kenntniß der Geschichte gab, bekämpfte. Von 1874 an gehörte er oe« Reichstag als Vertteter der Stadt Magde­burg a».

1875 folgte erbe« au ihn nach Berlin ergangene* Ruf, die Lettung des preußische« Staatsarchiv« zu über- r-ehmex. Keiner eignete sich wohl so vorzüglich für dieses Amt wie er, welcher Jahrzehnte hindurch die verschiedensten Archive beS Ix- uxb Auslandes, ihre guten Seiten sowohl wie ihre Schädex, nach eigener Erfahrung kannte. Mit der Engherzigkeit der Benutzung beS Staatsarchivs, über bis er bisher so oft geklagt hatte, war es nun vorbei. Er schloß sich dem erleichtern­den System an, welches Alfred vo» Arneth in Wie« eiugefühet hatte, nur daß er darin noch viel weiter ging, namentlich was die Versendung der Akte» be. trifft. Die Aendermkg der Verhältnisse stellte ge- steigerte Anforderungen an die wissenschaftliche Bildung der Beamten. Auch hier entfaltete er eine großartige Wirksamkeit Während seiner Verwaltung erhielten neue Baute»: die Archive vo» Pofen, Wiesbaden

Gewehren ausgerüstet, entgegen zu jagen. Doch unser Batterie-Chef war nicht allein ein kühner, sondern auch ein umsichtiger Offizier, der es verstand, seine Batterie in's Feuer, aber auch wieder aus dem Feuer herauszuführen.

Im gestreckten Galopp jagten wir eine Anhöhe hinan, protzten blitzschnell ab und eröffneten bann ein mörberisches Schnellfeuer auf dichte feindliche Jnfanterie-Kolonnen, welche unseren linken Flügel zu umfassen drohten. Der Erfolg war in der That großartig, unsere Granaten rissen furchtbare Lücken in die dicht gedrängten Kolonnen, während wir jetzt weniger von Artillerie, al« von schwärmender In­fanterie beschossen wurden. Erstere schien starke Verluste erlitten zu haben.

,Det flutscht,' sagte Knülle, „seht mal, wie die Kerl« sich schämen, sie drehen uns mit „Jewehr über' den Mcken zu. Loosen können die ollm Pluder^rsen wie Windhunde.'

Aber bald drangen zahllose neue Kolonnen auf den linken Flügel ein; die lleberrnacht ist auch zu groß! Und nun kommt ein Moment, wie ihn die Kriegsgeschichte keiner Nation großartiger verzeichnet.

Link« seitwärl« von unserer Stellung erfüllt plötzlich ein tausendstimmige« „Hurratz!' die Luft. E« übertönt selbst ben furchtbaren Kanonendonner und das betäubende Geknatter der Mttrailleusen und Chassepot«. Wie eine Wetterwolke rasen sie an un« vorbei — sieben Regimenter Kavallerie, geführt von drei Generalen—2 Garde-Dragoner-Regimenter, hannoversche Manen und Dragoner, schle«wig - hol­steinische Dragoner, sächsische Husaren und westfälische Küraffire — an die 3000 Mann! Hurroh! Hurrah! Hurrah! Eine hochaufwrrbelnd« Staubwolke HMt die Braven ein, nur ab und zu blitzt ein Helm ober eine Pallaschspitze au« derselben hervor, während

Sletttx u«b Koblenz uf». Die Früchte feinet archivalische« Thätigkeit tarne« auch be« Publikum zu Statte«. Gleich «ach seiner Erxennuxg erschienen seine „Publikationen aus ben Preußische« Staats- Archive»'. 1878 kam ber erste »ud 1892 bereits der 49. Ba»d derselbe» heraus. Der uuermödliche Direktor veranstaltete mit allerhöchster Genehmigung die Herausgabe ber „Politischen Korrespondenz Friedrichs beS Große«', wovo« bis jetzt bereits 19 Bände heraus gegeben find. Fernere Früchte find: „Die Akten ber preußische« Verwaltung im 18. Jahr­hundert', „Die Kaiser-Urkunden in Nbbildmgen'. Von weittragende» Folge« begleitet war auch eine andere Neuschöpfuxg Sybel's. Mit Waitzsäcker und Waitexbach begründete er eine historische Station j» Rom, um fich dort an der Hebung der vatikanische» Urkundenschätze zu betheiligen. Sybel wurde 1888 Vorsitze über der akademische» Kommission, die das Historische Institut leitete. Dasselbe hat jetzt ei» großes Unternehmen begonnen: die Herausgabe ber Nuntiaturberichte aus Deutschland im 16. Jahrhundert; bis jetzt sind drei Bände erschienen.

Mau steht schon hieraus, daß feit Sybel's Wirk­samkeit in Berlin fei» Name mit de» meisten größere» geschichtliche« Unternehmuxge» ans'« Engste verbunden ist; hierzu kam «och seine Wirksamkeit als Vor- fitzeuder der historischeu Kommisfio» in München, als Mitglied der Centtal«Direktion der Monumenta Gennaniae und vieles Andere. Trotzallede« fand er noch Zeit, zahlreiche bedeutsame Werke zu schreibe», unter denen „Die Begründung deS deutschen Reiche» unter Wilhelm I.' besonders hervorragt. Dieses ist den» auch das Hauptwerk seiner zweite» LebcnShälfte. Gestützt auf die amtliche» Quellen, die ihm in be» Staatsarchiven zur Verfügung standen und die er, soweit fie bisher geheim gehalte!, worben waren, auf Grund besonderer Erlaubuiß ebenfalls benutzen durfte, schuf er hierin ei» Werk, das an Gründlichkeit seines Gleichen kaum habe» dürfte. Erst kürzlich erschien der sechste Band dieses hervonagendex Ge- schichtswerkeS. Leider hat nun ber schnell an den greifen Gelehrte» heraugettetexe Tod verhttdert, daß er es auch zu Ende führen konnte.

Seiner Parteirichtung »ach war v. Sybel notionaR liberal. Von jeher ein eifriger Patriot, erkannte er ben Beruf Preußens, die Führerrolle ix Deutschland zu übernehmen, schon zu ftüher Zeit a». Gegen Ende 1861 sprach er bereits das berühmte Wort: „So sicher wie die Ströme seewärts fließen, wttd es zn eine« Bunde der Deutschen unter Preußen» Leitung kommen.'

die Erde unter den Hufen ber Pferde erzittert. Ein grandioses Schauspiel, da« mir ewig unvergeßlich sein wird.

Aber auch von anderer Seite jagte eine ebenso starke Reitermaffe den Stürmenderr entgegen und ein blutige« Handgemenge entspinnt sich. Mit Pallasch, Degen und Lanze wird gekämpft — doch einem deutschen Hurrah kann, wie selbst ein ge­fangener ftanzöfischer Colonel (Oberst) später ver­sicherte, nicht« widerstehen — in wilder Flucht jagen die fränkischen Reiter nach kurzer Gegenwehr zurück. Der Zweck, den Feind am Vordringen auf der Straße Metz-Verdun auszuhalten, war erreicht. Doch wie sagt der Dichter von den deutschen Retterangriffen bei Mar« la Tour?

Ein Bluttttt war'», ein Todesritt;

Wohl wichen fie unfern Hieben.

Doch von Allem, was da ritt und stritt, Der dritte Mann ist geblieben.

Aber auch jetzt noch wüthete der Kampf fort; erst al« die Nacht Freund und Feind mit ihrem Schleier bedeckte, verstummte allmählich der Donner der Geschütze und das Knattern des Gewehrfeuers. — Das war der Tag von Mar» la Tour!

Unsere Batterie zog fich von ber Anhöhe zurück und bezog am Fuße derselben Bivouak. Es war auch die höchste Zeit gewesm, denn unsere Rohrver- schlöffe wollten sich nicht mehr schließen lassen und die Züge in ben Röhren waren vollständig verbleiet und von Pulverrückständen dick verfchlammt. Jetzt erst schöpften wir nach unserer grausigen Arbeit Luft.

„Wir können un» man gleich nach Wasser um­sehen und un« abwaschen,' meinte Knülle, „sonst siebt unsere Infanterie noch Feu« auf un«, in der Meinung, bet wir Turko« find.'