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Zweites Blatt
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(H» » b uud Katze eiue Gefahr für'S HauS.) 'Der Zoologe Profeflor Graff hielt vor eilige: Zeit ix Graz eixei Vortrag, worin er zeigte, welche große Gefahr der Uebrrtrazuxg vor ekelhaften und schädliche» Parafitex Mittelbar und unmittelbar mich da» Zusammenleben mjt Hund und Katze, besonders he* Kindern droht. Nicht weniger als 13 Parasiten können bind übertragen werde», darunter die Spure» deS häßliche» Wab»gri»beS und »ebe» anderen Würmer» der bösartige Hülsenbandwnrm (Taenia echinococcus), unter allen seinesgldche» für den Menschen der schlimmste, weil er nicht wie der gewöhnliche Bandwurm im Darm bleibt, sondern als Embryo dessen Wand durchbohrt urd ix die inneren Organe, Herz, Lunge, Gehirn usw. wapdert, wo sein Wllch'rthum große Störungen und »ü de« Tode endigender Siechthum verursacht. I; innige? WS Zusa«menlebeu de» Mensche» mit dem Hunde nm so häufiger ist diese Erkrankung. DeShalo soll auch, wo Hunde gehalten werden «üflen, de» Kindern untersagt werde», mit denselbe* am Lode» zu spiele», sich vo» ihnen lecken zu lasten und die rauhen Haare, an welchen die Parafiteneier hänge», zu streicheln,
(Darf der Kaiser vo» der Kauzel predigen?) Mit dieser .Doktorfrage" beschäftigen sich Berliner theologische «reise. Bekanntlich hält der Kaiser ans seinen Seereisen des Oeftrren die Schiffs- gotteSdienste selber in aller Form ab. Nu« hat diese Thatsache Veranlassung gegeben zu der weitere» Frage, ob der Kaiser auch berechtigt wäre, in der evangelische» Landeskirche die Künzel zu besteigen und eine Predigt zu halten. Während die Eine» das kirche-rechtlich für nicht möglich halten, behaupte» die Ander», daß er dies in der That doch könne, und zwar mit vollem Fng und Recht als „surnmus episcopus“, als erster uud höchster Bischof der Landeskirche. Wenn dagegen gesagt werde, er habe die Weihe und Ordination nicht empfangen, so sei auch dar kein durchschlagender Eixwand; denn in der evangelische« Kirche können auch Kandidaten scho» predigen, ohne die theologischen Prüfungen bestanden oder die Ordination empfangen zu Haber. * Aber ganz abgesehen davon berechtige ihn seine thatsöchliche Stellung al» Bischof der Landeskirche ohne Weiterer zu alle» Funktion», welche dem Bischof als solchem zustehe».
(Krieg»lärm) und darob große Erregung und lauter Wehklage» gab's in »., einer Stadt bei MänsterlanbeS. U»d der Srnnb? Eine Muuflerische Zeitung hatte bie Meldung der.Agence Havas" über die Kriegserklärung Frankreichs vor 25 Jahren in Fettdruck reproductrt.
(Amerikanisches.) Die in Amerika gefeierte Pianistin, Miß Mery Täte starb kürzlich in ConnorSville, JxdianopoliS, im Alter von 21 Jahren Ihre Leiche wurde, ihrem Wunsche entsprechend, au — de« Flügel aufgebahrt. Auf dem Klaviere liegend, wurde die Leiche auch etngesegnet, der Choral wurde auf demselben Flügel von einem Pianisten begleitet, dann der Klavierdeckel anfgehobe», die Saiten aus dem Kasten herauSgeristeu, die Leiche in den Kasten gelegt, und nachdem die Bein: des Klaviers aogeschraubt waren Miß Täte in diestm Kasten auf de» Friedhof getragen und darin auch begraben. ______
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Spannung uud Hoffnung entgegensehen. Uebrigen» eignet st» daS Werk auch trefflich zur Präparatiou für die Reise, wie eS »»derersests De»e», die i» je»e> gesegnet» Gegenden wellen konnte», die schönsten Erinn:m»ge» wachrufen wird. Wir wolle» schließlich ans den reich:», »ur »ach authe»tischem Material hergestellte« Jll«stratio»Sschmuck deS Werkes Hinweis». Ueber den „Verein der Bücherfreunde" selbst ertheilt jede Buchhandlung sowie dir GeschäftSleitung, Verlags- buchhandlung Schall & Grund, Berlin W. 62, Kur- fürstenstraße 128, jederzeit gern Auskunft.
— (Ordnung und Sparsamkeit sind die Grundgesetze der Wohlfahrt.) E« sollte deshalb jede Leiterin eine« Haushalte« darauf Bedacht nehmen, in da» Wesen dieser grundlegenden Gesetze mehr und wehr einzudringen, sie sich zu eigen |u machen. Al« ein Wegweiser zu diesem erstrebenswerthm Ziel darf wohl mit Recht die im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W., erscheinende .Jllustrirte Wäsche-Zeitung" bezeichnet werden, welche e« sich zur Ausgabe macht, in dem der Hausfrau direkt unterstehenden Wäsche, gebiet diese Grundsätze praktisch zur Geltung zu bringen. Da« Abonnement auf die „Jllustrirte Wäsche-Zeitunz" beträgt nur 66 Pfg. vierteljährlich. Wer sich zuvor von dem Werthe diefe« konkurrenz. losen Spezialblattes überzeugen will, der verlange eine in jeder Buchhandlung erhältliche Gratir-Probe- nummer.
- (Aus bei Berge» Tirol«) betitel« fich vier Novelle» von A. Pappritz. Dieselbe» verbiene« bem Best», was ans dem Gebiete ber novellistisch» Litteratur erschienen ist, a« die Seite gestellt zu wirb». Eine Fülle vo« Handlungen u»b geist. sprühende« Dialoge», eine Reihe iateressauter Situation» vereinigen fich in diesem Werke; die Seelenkämpf?, die fich in den Herzen ber hanbelnben Perso,» vollzi h», finb mit Meisterschaft geschilbert. Erschien» fteb diese Schilderung» aus bem Volksleben beS Tiroler LanbeS im Verlage von Max Rüger in Berlin. Zum Preise von 2,50 Mk.
— (Neue Zeitung.) Unter bem TÜel „Deutsche Eltern-Zeitung" erscheint im Verlage ber Brönner'scheu Druckerei in Frankfurt a. M. eine neue Wocheuichrist. Sie wirb fich speziell de» Anfgab» ber Kinderpflege, Kinderhy ztene uudKinbererzirhung widme» Hervorragende Aerzte, Pädagoge» und Schulmä»»» sind al, Mitarbeiter gewonum Die erste Nu«mer, die bereits erschi»e» ist, enthält Aufsätze über Schul- feri», Baden und Schwimm», Brechdurchfall der Säugliuze, Kopffchmerze» der Schulkioder ic.
Marburg,
Donnerstag, 25. Juli 1895.
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feinste mari«irte,
♦yUlUljt, empfiehlt 4152) 6ntl Leypslvt.
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ifg. im Sommer möglich» Disposition des VerdauungS
, AerP ipparate« Schaden anrichteu kanu. Auch ist eine Cholera-
[218 epidemie i« Winter ohne Beispiel, wenngleich einige txommei winterliche Eholerafälle gar nicht zu den Seltenheiten
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Vom Büchermarkt.
— Von Hauptmann Tauera'S »Ernste und heitere Erinnerungen eine» Ordonnanz- offizier, im Jahre 1870/71" ist im C. H. Beck'fchen Verlag in MÜnche» zur Jubelfeier der Siege vo« 1870/71, wie bereit« gemeldet, eine illustriite Prachtausgabe im Erscheinen begriff». Soeben geht uns Lieferung 2 und 3 wieder mit reichste« uud gediegenste« Bilderschmucke verseh», zu. DeS Lob, das wir der 1. Lieferung gezollt habe», siedet auf riese Lieferungen »»eingeschränkte Ausdehnung. Außer zwei große» Doppel-Vollbildern (»Die 1. daher Jäger fei Beaumont am 30. August" und ber »Angriff auf b» Paek von Monvillier» am 1. September 1870") enthalten dieselben noch eine ganze Reihe prächtiger Vollbilber und eine wahre Fülle van Text- illnstratio»». Daraus Einzelner hervorzuheben, würbe zu weit führe». Wir können nur neuerlich betone», daß der Reichthum dieses BtlderschmuckeS zu einem erstaunlich billigen Preis (»ur 50 Pfg. für eine Lieferung) geboten wirb, uud empfehl» die Subskription auf dieses cinziguriige schöne Prachtwerk Allen, die da« Andenken au die große Zett von 1870/71 hoch halte», wiederholt aufs Wärmste. Die Darstellung wird in ber 3. Lieferung bis zur Schlacht vo» Seba» geführt, ber auch »och bie 4 Lieferung gewidmet sei» wird.
— (Verein ber Bücherfreunde.) Al« sechster Band des vierten Jahrganges der Veröffentlichnngen des „Vereins ber Bücherftemde, Berlin", erschien soeben: „Streifzüge in Toskana, an ber Riviera und in ber Provence" von Victor Ottma«». 30 Bogen. Preis geheftet Mk. 6 —, gebunden Mk. 7.—. I« Gegensatz zu der »ervö en Hast, «it ber die «eisenden heutzutage die Länder durcheilen, greift der Verfaffer aui bie ursprünglichste Art des Reisens zurück, die Fußwanderung, und durchreist perpedes apostolorum den blühenden Gart» Toskanas, die wunderbar schöne Küste Liguriens und bie heiteren prov»?alisch» Gcfilbe. Das Dichterwort, welches er seinem Buche als Motto voransetzt: „Unb wie ich so auf mein» Pfab bie müssig» Blicke richte, stubiere ich im Vornbergeheu ei» Stück Kulturgeschichte", k»»- zeichnet den Charakter seiner Plauderei». Mit einem warm» Herz» für die schöne Natur unb ihre schönen Gab», «tt offen» Sinne» für die Zustände ber Bevölkerung unb für bie Geschichte, bie »trgenbs ei re so überwältigende Sprache spricht als auf Torkanar blutgebünktem Bob», «it Begeisterung ferner für bie Kunst n*b ihre hehre» Werke geht Victor Ottman» Schrttt für Schrüt feine Straße und hat ein scharfes Auge für Alles, was seine» Pfad berührt. Es liegt ei« hoher Reiz in diese», übrigens sehr individualistisch gefärbte» Aufzeichnung», man merkt sofort, daß man ei»er scharf umriffrneu Persönlichkeit gegcnäbersteht, die auf der breite« Heerstraße des Alltäglich» nicht gern wandelt, sondern ihre eigenen Wege liebt. Die Paradoxe, in den» fich Ottman» gefällt, werd» eben durch de« wirklich gewinnend» Humor gemlldert, der die Lektüre aufs Angenehmste würz', »nd durch deu poetische» Schwung seiner Sprache. Ottmann'S „St-eifzüge" find ei» Buch, welche, in der Fluch der Erschetnunze» nicht so bald versink», sondern sich eine» dauernden Platz bewahre» wttd; man bars bem weiteren literarischen Schaffen bes Autor« mü
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Kg», besonders aber sied es nun Erkrankung» auf dem gebiete des BerdauungStractus, bie im Sommer zu viel» bedenkliche» unb ost genug tödtlich verlaufenden ,4I Men Anlaß geben. 3» erster Reihe find hier Kinder _____2 unter zwei Jahren gefährdet, insbesondere solche, die ■■ nicht Muttermilch genieße», welche die einzige richtige ’l Nahrung für de» Säugling ist. Kinder, die «it :------- Ersatzmittel», feier Kuhmilch oder künstliche Präparate,
köl1 aufgezogen werden muss v, find dem Brechdurchfall ih, so hohem Grade ausgesetzt, daß diesem ei» erschreckend hoher Prozentsatz aller dieser klein» Wes» «liegt. Gleich de» Kindern sind die Erwachse»» . . Ragen- und Darmerkraxkung» durch den G»uß
»ouckei Rischem Gemüse rc. in stark vumehrtem
Raße ausgesetzt; de» Höhepunkt dieser Erscheinungen chNittaz ^;gt der Ausbruch der stärker oder schwächer auf n, wob ftetenb» Cholera zu bezeichnen. Die Ursache der Cholera ist wohl ein specifischeL Gift, da, auch durch de» . "H Winter fortbeftehen kan», das aber doch allein bei der nur Im Sommer «öglicheu Disposttio» des VerdauungS
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg unb Kirchhain
Verantwortlicher Redakteur:'F ried ri ch C° l batz ky in Marburg.
H«« «ch »erlagr J^^«g^o^,^verfitätS^Buchbruckerei in Marburgi Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr Vormittag«.
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Die Rode herrscht, Vie bei so Vielem in der Welt, zum gute» Theii auch bei dm Kraikh-.its eischeinungen; jede Saison hat ihre besondere Mode. So» der bösen Influenza und bt* mannigfachen ßikrankung» ber Athmungsorgaue befreit bet Schluß des Winters im Allgemein» die Meuschhett. Aber
. < M bei Sommer, so herrlich er ist. hat seine Tücken, Ittut «roße Hitze richtet bei Weite« mehr Schad» ax als .roße Kälte. Sind eS im Wiut-r die Athwuugs- »rgne, so find im Sommer Mage« und Darm die «esährdetst» Theile des Körp'.rS. Unbeachtet bleibt er dabet vielsach auch, daß die sommerliche Hitze die beste Gelegenheit zu gehörig» Erkältungen bietet. Stark erhitzte Menschen glauben fich ei«e Wohlthat a erweisen, wen» sie fich Plötzlich einer erheblich niedrigeren Temperatur oder de« Zuge anssetzen.
»ampf hinkende Bote kommt aber bei git Viele», die nicht besonder» wetterfest find, in der Gestalt vo» Lrkältungen da»» hinterher. Je erhitzter der Körper tUW'CI Mr, desto schlimmer ist da»» natürlich die Erkältung
Sie enthält beste Bollmilch, Eier und ipstanzeneimeist.
Sie erzeugt gesundes Blut und festes Fleisch
Sie fördert Muskel- und Knochenbildung.
Sie bleibt dauenid steril und ist fett von roher Tlärke.
Sie verhütet und beseitigt daher Erbrechen und Durchfall.
Siemacht»uhmilch leichlverdaulich u. ergänzt dieinder- felben fehlenden Wengen an Blut und Bärme bildenden Stoffen.
Sie wird von den Kindern gerne genommen und ist anch ohne Riichzufatz vollständige, an Rährwerth der Muttermilch gieichkommende Kindernahrung, daher, wen» Milch nicht vertragen wird oder zu Zeiten wo dieselbe leicht in Gährung übergeht, als bester und völliger Ersatz »er Muttermilch zu verwenden.
Prämiirt 1893 94:
,Schutzuuirke.
Hax Brunn Nachfolger
g.jjbnH. Da ber Magen iw Sommer besonderen l u. pünvl Gefahr» ausgesetzt ist, so ist bie Prophylaxis natürlich r eins Diätirage. Vor all m soll man sich b» hüten, ' « erhitzten Zustande gar zu abgrkühlte Gettäkke zu g«ieß». Das Bier aus be» bekannten Apparate», dessen Temperatnr durch bar auf bie .Schlange" aufgelegte Eis bi« zu 2 ober 3 Grab herabgedrücki wird, ist natürlich bas reine Gift Die Hyfl»e schreibt eine Temperatnr von etwa 7 Grab für die im Sommer kalt zu genieß nden Getränke vor. Das in ber heiß» Jahreszeit durch bie vermehrte Schweiß sekretion gesteigerte Bebürfniß nach reichlichem Gmuß vo» Getränke«, entspringt einem »othwe»bige» Er- forberniß, schäbtgt aber gleichfalls be» Verdru»»gS- «ppnat. Der beste Schutz gegen bie Somm?rkra»k' beiten besteht in ber möglichste» Verhütung groß-.r Erhitzung resp. plötzlichen Abkühlung sowi: in ber veobachtung einer dem Winter möglichst anaiorex Diät.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«,
sowie die Annoncen - Burcaux von Haasenstein u. Vogler in vvv cvnt.rrt Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf A&.A.
Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; E L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pan«.