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Sonntag, 30 Juni 1895.
tätlich axfrt to Nsttta»« mich Cem* mb gätittaiin. — O»«rr<t1->h»ll2«<mr-Pr«it M bet Expe» btttan 8 DL, bet allen «»Lävtern 2 SH. 86 Vf,, (ertl. veßellzeld). Jrfi«ati,»»«ibShr für die ,ef-«üeue Zeile •bet beten Ra»m 10 W»., ÄeHeeen fit bie Zeile 86 Vfl.
Wöchentliche Beilagen: Krsisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Stebattion und^ Expäition: Markt 2k" Fernsprecher Nr. .r6"- Jllusirirtes Sonntagsblatt. SprechPinden der Redaktion: 10-11 Uhr Vormittag-
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese- Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasmstein n. Vogler in vw Frarckfutt.a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AAA. Stoffe iu Frankfutt a. M., Berlin, München ». Köln; G. L.
Daube«. To. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Vari».
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Glanze de» Friedens, welch' herrliche» Bild
Der Sommer ist da, in Flur und Feld Weich' Blühen und Wallen und Wogen!
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n Blüthe zu Blüche in lockerem Spiel, find ja die Tage der Rosen I
Der Juni nimmt Abschied, ich hab ihm nun
u brachtest un» Tage von Freude erfüllt, :C dröhnte die Festkanonade,
erden im Original nochmals abgedruckt werden.
Auch über die Gedächtnißfeiern, die zu Ehren der efoffenen auf den Schlachtfeldern stattfinden soffen, erden wir durch einen Spezialberichterstatter aus- Lhrlich nnterrichtet werden.
Es dürfte sich daher für jeden Patrioten, der bisher ch nicht Leser der „Oberhessischen Zeitung" ist, pfehlen, auf dieselbe für das nächste Vierteljahr abonntten. Außer obgedachter Schilderungen ietet das meistgelesenste Blatt des Marburger eises noch so viel Vorzüge, daß wtt fest überzeugt nd, ein Probeabonnement für das nächste Quartal wird ein ständiges Lesen dieser Zeitung zur Folge haben.
Die „Oberhessische Zeitung" kostet einschließ- ich des wöchentlichen illustrirten Sonntagsblattes d des Kreisblattes für die Kreise Marbnrg und rchhain, sowie der Ziehungsliste der preußischen assenlotterie, 2 Mark frei ins Haus, beim Bezüge ch die Postaustalten 2.25 Mk. (excl. Bestellgeld) die Dauer eines Vierteljahres.
Neu hinzutretenden Lesern liefern wir die bis 1. Juli noch erscheinenden Nummern sowie den Au- saug des Romans „Wir sind Menschen" gratis.
Redaktion und Verlag der
„Oberhessischen Zeitung".
Schlachtenereignisse auch ein Bild zu geben, wie es vor 25 Jahren hier in Marburg aussah, die Stimmungen zu schildern, die bei Empfang der egs-Telegramme herrschten und des Jubels zu gedenken, mit dem unsere Einwohner die Siegesbotschaften aufnahmen. Die einzelnen Telegramme
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^^as nächste Vierteljahr bringt uns die 25jährige Wiederkehr jener Tage der heißen Schlachten, die das Wiedererstehen des deutschen Reiches begründeten. Ein Rückblick auf diese Zeit ernster üfung, großartiger Eroberungen und opferwilliger
ingebung dürste daher wohl alle Seite, die diese ge miterlebt haben, als Erinnerung willkommen , der jüngeren Generation aber zum Gedächtniß
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Und wenn auch, wie immer Herr Falb prophezeit, itweilig un» Stürme umtosen, ist ja die schöne, die herrliche Zeit, ch find ja die Tage der Rosen! Hanni, Johanni kam wieder ins Land, priesen durch lodernde Feuer, r Sommer ist da und nun führt er gewandt Strome de» Lebens da» Steuer.
soantagj bienen. Wir verfolgen die Absicht, neben der Er- Miautt, Zähnung und Besprechung der denkwürdigen
— " Um nördlichen Meeresgestade, 1051.1 Und Fürsten und Vö.ker mit starkem Geleft ivsH &n deutschen und fremden Matrosen!
103 Das war für Germania gar herrliche Zeit, iLW Das waren die Tage der Rosen!
Dun hat sich geglättet das Freudengewog,
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herrscht in der Welt ein gar wonnig Gefühl, Vi td^Mcht flattern dft Falter die losen _ 3/g lCi$t i/4 1041,1 3/4 ICO i/i 107Sfl_ _ ......
3/( :o2M Ein Berschen ins Stammbuch geschrieben,
V« E Das lautet: Ich finde dein Treiben und Thun 1014 feucht und sehr übertrieben.
1/41014 Du störtest manch trauliches Sommer-Idyll !„ 7l>iH Durch Regen in stärkeren Dosen, V» 2ö, Ein» aber versöhnt un», du zweiter April, ’/* Du brachtest die Tage der Rosen I
8 Zeitgemäße Betrachtungen.
। g<ff a V (Nachdruck verboten.)
ijJ I v Die Sonne, die freundlich die Erbe erhellt, hat wieder die Wende vollzogen,
Frankreichs Industrie.
□ Die statzöfi'che Jnbustiie rüstet fich gegen wärtiq zu einem Anlaufe, um das Terrain, welches sie in den letzte» Jahren au europäische Koukurreuz- ßaaten, insbesondere a« Deutschland, in der Schweiz und anderwärts verloren hat, zurückzug-wivmn und «och mehr dazu. Nach wonatelangen Verhandluuge» ist in Bern ein vorläufiges Abkommen zwischen der Schweiz und dem französische« Gesandten getroffen, welches dir Handelsbeziehung beider Länder neu regelt. Da bei dem seitherigen wirthschafilichen Kriegszustand nicht die Schweiz, sondern Frankreich der berliennbe Theil war, so hat sich Frankreich zu Zugeständuisien an die Schweiz herbeilassen muffen, in Gestalt der Herabsetzung gewisser Positionen des französischen MivimaliarifS, der übrigens im Austausch gegen den schweizerischen Tarif, wie dieser anderen Staate* gewährt worden isi, die Grundlage des künftigen handelspolitischen ZustandeS zwischen beiden Staaten bilde» soll. Frankreich erscheint hier nach zwar in keiner Wei e andere» Ländern gegenüber bevorzugt, immerhin wird mau sich darauf einrichteu müssen, daß der frawöstsche Mitbewerb um den schweizerischen Absatzmarkt fich künftig stärker regen und geltend zu mache» bestrebt sein wird, als während der letztoe'.floffenen Jahre, und daß die diesseitigen Jstereffeatkn die inzwischen auf schweiz rischem Boden errungene Stellung gegen den frauzöfischen Import zu v-rtheidigen haben werden.
Eise vielleicht noch bedeutsamere und weiter aps schauende Evolution der französische» Handelspolitik vollzieht fich soeben im fernste» Osten. Der dortige Kolonialbesitz Frankreichs, unter dem Sammelname» Jndochina bekannt, entbehrte bislang einer genauen Abgrenzung gegen das benachbarte China. Diese Lücke ist nunmehr ausgefüllt durch eis soeb-n perfekk ge wordenes Uebereinkomme», welches sich gleichzeitig aus die Herstellung von Transportmitteln erstreckt und die Anlage von Eiieicbahnen und Tklegraphin linien auf der ganze» Grenze genehmigt. Ts liegt auf der Hand, daß dieses Abkommen den Franzosen große Vorrheile für ihre politische sowohl als Wirth schaftiichr Stellusg in Ostsfien gewährt und, eine thaikräftige Ausnutzung derselben vorausgesetzt, Frank reich eine» beherrschende» Einfluß auf den südchinefischen Absatzmarkt in Aussicht stellt. Durch die i« chinesisch japanischen Friedensvertrage vorgesehene kommerzielle Erschließung China» ist in der Thai eine Lage geschaffen, welche Demjenigen die meisten Vortheile zu sichert, der am schnellsten bei der Hand ist, die Chance
Ring» aber herrscht wohliger Frieden, Europa liebt Ruhe und hält sie auch hoch, Still ist es im Norden wie Süden.
Der Bürger lebt friedlich I wer'» kann und wer'» hat, Der schickt unter treuem Liebkosen Die Gattin zu seiner Erholung ins Bad Und freut fich der Tage der Rosen!
Der Sommer trotz kritischer Tage — erfreut,
Die Menschen mit heiteren Loosen,
Noch hält er die Gärten mit Blüthen bestreut, Noch sind ja die Tage der Rosen!
Noch wogt es und wallt es in Flur «nd in Feld, Er fehlt nicht an Freudenberetter,
Drum freut Euch des Lebens, Ihr Kinder der Welt Euch blüh'n ja die Rosen!
Ernst Heiter.
Wit st«r Menschen.
Antorisitte Uebersetzung von M. Dehne.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung!)
2. Kapitel.
Ja, e» war kein Geheim niß mehr, ganz Helm- shear sprach darüber — nämlich von der Entfremdung, vielleicht dem Bruch zwischen Doktor Grantley und Ada Crost. Die alten Jungfern zischelten es mit mitleidigem oder boshaftem Augenverdrehen und gleichzeitigem schadenfrohen Lächeln um die dünnen Lippen; die jungen Mädchen schwatzten e» au» mit aufrichtigerem Bedauern al« ihre älteren Schwestern, und die Männer sandten dem jungen Arzt einen bedauernden Blick nach, wenn sie ihm auf der Straffe begegneten....
Ja, Bramley Crost hatte erklärt, die Verbindung seiner einzigen Tochter mit dem Dr. med. Eduard
zu ergreifen. Diesmal, scheint e8, will Frankreich an der Spitze der europäischen Konkurrenz maischiren Anfangs September wird fich von Lyon ans eine Ab- ortnung von Industriellen, Kaufleuten, Ingenieuren, Aerzteu re.' nach Südchina auf den Weg machen, nm das dortige Terrain zu sondireu. Die stanzöfische Industrie braucht neue Absatzmärkte. China soll französische Industrie Produkte kaufen, fich Eisen, bahne», Telegraphen und andere Kommunikationen von fronzöfischeu Ingenieuren bauen lasse» und dem frauzöfischen Kapital die Möglichkeit zu vortheilhafte» Anlagen gewähren. Als Operationsfeld hat man fich franzöfischerseits, wie erwähnt, Südchina an»er sehen. Dort kommt die Republik nicht dem befreundete» Rußland ins Gehege, und kann nebenbei de» Engländern ein Schnippchen schlage», die am liebsten ganz China handelspolitisch für sich allein wtt Be schlag belegen möchte». Die Handels- und Wirth schaftspolitischen Jntereffen Deutschlands a» jenem Punkte de» Erdballs find zum Glück rett solide funbamentirt, sonst möchte es um ihre Zukunft einigermaßen bedenklich ausseh n. Es darf al» selbstredend gelten, daß unser Auswärtiges Amt be» Abmachungen Frankreichs «it China seine pflichtgemäße Aufmerk, famteit widmet und daß nicht zu besorgen steht, Deutschland werde fich von den Ereignissen über raschen und in den Hintergrund dränge» lassen. Aber auch bie dort interessirte» kommerziellen und iadustriellen Kreise dürfe» nicht al» zuvarteude Beobachter bei Seite stehe», sondern sollen sich darüber klar werden, wenn sie es nicht schon find, baff sie keine Zeit zu verliere» haben, wenn sie bei der nunmehr fich in Ostosim anbahueude» Konjunktur nicht mit leeren Hände» aus gehen wollen. •
Deutsches Reich.
* Kertt«, 28.Juni. (Tagesbericht.) Unser Kaiser hat fich heute do» Kiel »cch Travemünde begeben zur Theilnahme as den dortigen Regatten. Die Rückke hr des Monarchen nach Siel erfolgt morgen. Das 8ifin»en der Kaiserin, welcher der Kaiser täglich Besuche abstattet, ist auch heute gut Ueber die Rückreise nach dem Neuen PalaiS bei Potsdam ist jedoch eine feste Bestimmung noch nicht getroffen. — Prinz Luitpold von Bayern verlieh an läßlich der Eröffnung des Kaiser Wilhelm-Kanals das Grotzkrenz des OrseuS der bayerischen Krone dem Staatssekretär Frhrn. v. Marschall, das Großkom- thurkreuz desselben Ordens dem Wir kl. Geh. Rath Bänsch, be« Erbauer de» Kanals, bai Großkreuz
Grantley sei ganz außer Frage, es könne davon überhaupt nicht die Rede sein; und al» Bramley Crost die» Verdikt abgegeben hatte, hielt Jedermann die Sache für beendigt-
Die häufigen Besuche de» Doktor» im Haufe Crost hatten aufgehört. Al» entfernter Bekannter der Tochter de» Magnaten empfangen und behandelt zu werden, dazu war Doktor Grantley zu stolz, das war vorbei, seitdem seine Hoffnungen und Wünsche laut geworden und zurückgewiesen waren. Wenn der Fabrikbefitzer und der Arzt fich jetzt auf der Straffe begegneten, verbeugten sie sich fremd und kühl vor einander — ein freundliche» Wort wie früher wurde nicht mehr gewechselt.
Vor fünf Jahren hatte der junge Arzt fich in Helmshear niedergelassen, ein junger, blutarmer An- fänger in der Praxi», heute war er ein allgemein beliebte«, hochgeachtetes Mitglied der Bürgerschaft. Besonder» die ärmeren Klaffen blickten mit be- geisterter Verehrung zu ihm auf; nie hatte er einen Armen fortgewiesen, nie ihn vernachlässigt, weil aus Bezahlung nicht zu rechnen war — im Segentheil, aerabe den Aermsten lieff er die liebevollste, treueste Behandlung zu Theil werden. Stet» ruhig, stet» freundlich und milde gewann er schon von vornherein die Herzen, erweckte in ihnen eine fast an Schwärmerei grenzende Zuneigung. Sein Haushalt bestand nur aus ihm selber «nd einer schon bejahrten Haus- bälterin, deren hervorstechendste Eigenschaften eine skrupulöse Reinlichkeit und fast vollständige Taubheil waren. Schaden that da» letztere nicht sehr, denn in de» Doktor» Abwesenheü hing eine Schiefertafel neben der Hausthür, die regelmäßig alle 5 Minuten von ihr studirt wurde, um fich, etwa angemeldete Patienten zu nterlen.
E» war am Tage nach den im ersten Kapitel
des Militär»Verbie»storde»s de» Vizeadmiralen vo» Reiche nxb Köster und daS Großkomthmkreuz deS- felbe» Orders den Äoetreabmiraleu von Senden- Bibran und Tirpitz. — Staatssekretär Vizeadmiral Hollma » » hat fich von Kiel aus auf Urlaub nach bet Westküste von Norweger begebe». I» alle» sachverstäudige» Kreisen herrscht x»r eine Stimme be» Lobes über bie Verdienste, welche sich das Reichsmarineamt um bie Arrangements zur Unterbringung und Verpflegung bei fremden Flotte» bei der Kanalfeier und um noch diele» mehr erworben hat. — Der Minister des Inner» v. Köller hat seinen Sommerurlaub angetieten und fich zunächst auf seine Besitzungen im Elsaß begeben. — Ein FraktionSdiner der freikonservativen Partei hat am Freitag Abend im Savoy-Hoiel in Berlin statt- gefu. ben, an welchem ungefähr 60 Herren, unter ihnen auch Finanzminister Miquel theilnahmen. — Major v. Wißmann ist vom Großherzogspaar von Weimar empfangen worben und hat sich von bemselben vor der Abreise nach feinem neuen Wirkungskreis verabschiedet.
* (Der Reichsanzeiger) meldet jetzt amtlich bie Verleihung bes Titels Kaiserlicher Steg.« Rarh an Dr. Bumiller, sowie bie Ernennung des tret ßischen Landraths v. Bennigsen zum Abthciluugs- Chef für bie Finanzverwaltnng beim Gouvernement von Deutsch Ostafrika unter Beilegung bes Titels als Finanzbirektor. Ferner veröffentlicht der „Reichs- Anzeiger" eine Bekanntmachung betr. bie Unfeff« versichern«gspfltcht bet Besatzung von Hochseefischereidampfern und bie Gesetze betr. bie privatrechtlichen Verhältnisse ber Binnenschifffahrt und betr. bie privat- rechtlichen Verhältnisse bet Flößerei. — Der „Reichs- Anzeiger" enthält im Handelsregister die Anzeige, daß die Handlung in Firma Verlag der „Nene» Preußischen Zeitung" (Kreuzztg.) I. v. Kiöcher, «it dem Sitz Berlin, durch Vertrag auf den Grafe» Finck von Fiuckenstein zu Tro'fin is ber Mark über- gegangen fei unter ber Firma: Verlag ber „Neuen Preußischen Zeitung", Gras Finkensteis, mit dem Sitz t» Berlin.
* (ParlamentSwahlerk.) Im Wahlkreise Kolbetg Köslin ptoklamirte der Vorstand bet antisemitischen Volkspartei bei bet Stichwahl vollständige Wahlenrhaltung. Wegen gröblicher Verletzung des Wahlgeheimnisses in zahlreichen Fälle» werbe die Wahl oh»ehi» ungiltig fein. — Für bie am 5. Juli stattfinbende Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Meseritz Bomst stellte da» polnische Provinzialwahl- comite den Probst Szymanski - Dombrowka auf.
erzählten Begebenheiten. Nebel und Regen hatten aufgehört, warm und freundlich lachten die Sonnenstrahlen wieder durch da» noch feuchte Gezweig der Bäume, huschten neckisch durch da» saftgrüne Blättet- gewirr und spielten in den Baumkronen eine» kleinen, abseits von der großen Heerstraße gelegenen Gehölze« vor dem Städtchen.
Sacht senkten sich die Schatten der Dämmerung hernieder, und schräger fielen die Strahlen Über die alten Eichen und Buchen hin. An einer der größten ber letzteren, einem knorrigen, Jahrhunderte alten Stamm lehnte eine jugendliche Frauengestalt. Sinnend hefteten sich ihre groffen, träumerischen Augen aus das reiche Moospolster zu ihren Füßen, ihre Gedanken waren offenbar mit etwa» ganz anderem beschäftigt al« mit dem Studium der Naturschönheiten um sie her —nicht einmal lauschte sie aus ba« zarte, melancholisch Riffe Schlagen der Nachtigall über ihr, nicht einmal schweifte ihr Blick über die majestätischen Baumrecken um sie herum. Zu ihren Füßen aus dem Waldboden lag eine Reitpeitsche mit silbernem Griff, daneben ein Paar Reithandschuhe, deren Kleinheit ausgefallen wäre, hätte man selbst nicht die zierlichen Hände gesehen, die die Dame nachlässig ineinandergeschlungen hielt. Die zarte, biegsame Gestatt, da« üppige, dunkelbraune Haar, rie ausdrucksvollen, leuchtenden Augen, der weiche, schwellende Mund würden fie unter vielen Anderen al» außergewöhnlich hübsch haben hervortreten lassen, und da» feste, wie gemeißelte Kinn zeugte von einer Willenskraft und Charakterstärke, die man bei einer so leidenschaftlichen und tieffühlenden Natur, wie es die ihrige, den Gefichtrzügen nach zu urtheilen, offenbar fein muffte, kaum vermuthet hätte. Es war wahrlich nicht zu verwundern, baff Ada Crost Eduard Granttey's ganze, heiffe Liebe befaff. Ein