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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Prüfung, großartiger Eroberungen und opferwilligli

Achlachtenereignisie auch ein Bild zu geben, wie es

ßfirÖUI Mt Jahren hier in Marburg aussah, .. 1 Stirn rmtnnf-n r» fifiHhern hip frei flfmhfnmr

die

Stimmungen zu schildern, die bei Empfang der

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P j sind, ein Probeabonnement für das nächste Quartal ImuIUi Ein ständiges Lesen dieser Zeitung zur Folge haben.

Die „Oberhessische Zeitung" kostet einschließ-

idlung.

ich des wöchentlichen illustrirten Sonntagsblattes

Ber-mtwortlicher Redakteur: Friedrich Colbatzky in Marbur«. Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr VormittazS

die Dauer eines Vierteljahres.

Neu hinzutretenden Lesem liefern wir die bis L Juli noch erscheinenden Nummern sowie den An- stng des Romans „Wir sind Menschen" gratis.

»ittel vor Auge». Sobald bei einer ei»zigeu von den 500 Kühe» der von mir geleiteten Molkerei- Gcvofsknschaft z. B. eine Seuche lonstatirt wird, ist die gesammte Milch vom direkte» Verbrauch ausge schlosse» und eine« immerhin kostspielige» und um­ständliche» Sterilifirverfahre» mterworfen. 68 wird also strengstens Sorge getragen, daß zur Herstellung keiniS Pi odokteS der Molkerei, als Butter, Käse u. s. w., Milch von erkrankten oder verdächtige» Thieren ohne Abtödiung aller jkrankhetterregcr verwandt wird. Dar ist ei» Segen, ganz gewiß. Aber unsere Konkurrenz? Controlirt man die zur Margarinefabrikatio» ver­wandte» Rohmaterialien eben so sorgfältig? Das wagt sicherlich Niemand zu behaupte»! Wohl aber weiß jeder Eingeweihte das Gegextheil! Ich glaube richt, daß »nS die Verwendung de» Abfallfettes der Seife»fiedereitn (Deutsches Reichspatent Nr. 19011) oder des Fettes ans Abdeckereien (Patent Huet Paris) zur Herstellung von Nahrungsmitteln gestattet würde, wie den Margarinefabrikanten. ES ist notorisch, daß der größere Theil des Rohfettek, das die Margariuefabrtke» verarbeiten, nicht mehr i» Europa gewonnen wird, sondern aus völlig uncoutrolirbare» Quellen stammt und fich thatfächlich einer Coutrole, wie sie sich unsere Rohmaterialien zur Herstellung von Molkereiprodukte» gefallen lassen müsse», fast völlig entzieht.

AlS Beweis für die Unzulänglichkeit der in­ländischen Rohmaterialienproduktion will ich nur bei­läufig anführeu, daß eine einzige große Margarine­fabrik jährlich allein einen Rohfettbedarf hat, wie ihn der Berliner Schlachthof — einer der größte» des Kontinents — jährlich liefert. Darf man uuu dieses Zeug Margarine butter, Süßrah mmargarine usw. uenn n, also mit eiuem Name», der mit de« edelsten Produkte unserer Milchwirthschaft nur den täusch-n den Klang gemein hat? Ist da noch ei» Wort «öthig, um zu beweise«, daß einer der wichtigste» Zweige unseres Landwirthschaftsbetriebes, die Milch- wirihschaft, unter »»lauterem Wettbewerb: litte, selbst Wins «ar die als Rcinbutter verlauste Mtschbntter (50 bis 60 Prozent aller billigere» „Butter") nicht hierherrechnen wollte?!

Ich will die eingeführte kondenfirte Milch, die tausende Centner fremder Käse — deren Rohmaterial wir doch auch nicht coutrolire» — ebenfalls hier nur beiläufig aufführe».

Wenn ich heute «einem Viehhändler einen Posten Mastvieh verkaufe, so bin ich de« Manne für die Gesundheit der Thiere haftbar Es ist ganz in der Ordnung, daß in dieser Beziehung das Schlachtvieh

dienen. Wir verfolgen die Absicht, neben der Er­wähnung und Besprechung der denkwürdigen

Redaktion und Verlag der

Oberhessischen Zeitung".

®as nächste Vierteljahr bringt uns die 85jährige Wiederkehr jener Tage der heißen Schlachten, die das Wiedererstehen des deutschen Reiches be­endeten. Ein Rückblick auf diese Zeit ernster

Unlauterer Wettbewerb in der Landwirthschast.

* De» größten Eindruck wachs» heutzutage die Feiode der Lendwirthschaft auf gläubige Leser oder Zuhörer, dere« Urtbeil durch feite Eochkeuntmß ge­trübt ist, wein sie von der „Begehrlichkeit der Agrarier" rede». Gerade als ob der deutsche Land a-irth wehr begehrte als ihm zukommt oder als ob er etwas begehrte, was Ander» zukommt I Er fordert nur das vom Staate, was Jeder für seine» Beruf, feixe Gesellschaftsklasse verlangt, nämlich Schutz gegen widerrechtliche Eingriffe in seine Rechte. Aus dem gege»wäriigeu Kulturstande und aus der modsrne» Staatsauffaffung dürfte nu» für jed>n Eeruf das Recht auf staatliche Fürsorge dafür abzu leite» ft iw, daß n bei seine» wirthschafllicheu Be strebuogen einem ehrliche» Wettstreite begegne, soweit die Machtsphäre des bttresftndkn Staates reicht. Die Realistin» g dieses Rechtes für die Laudwtrthschäft ist aber der Kein der derzeitige» agrarischen Be weguxg. Im Grunde genommen verlange« die Landwirihe nichts weiter als Schutz gegen un­lautere» Wettbewerb. Eie wollen k-i»e Bevorzuguxg im Kampf um die Existenz, de»« bei-» bedürfe» sie nicht. Wirthschaftltche Bestrebungen, die ohne solche Bevorzugung auf die Dauer nicht bestehen könne», find werth, daß fie zu Grunde gehe». Aber Schrtz gegen unlautere» Wettbewerb verlangt mit Recht der Industrielle und der Hand­werk, r, der Kaufmann wie der Künstler und Literat. Nur dem Landoirth wird dar Verlange» nach solchem Schutz all Bettelei, als „Begehrlichkeit" ausgelkgt. Turchführuug des nationale» Schutzes der wirth- schafrliche« Bestrebungen war das große Weik, dar unser Bismarck »ach Vollzug der politische» Schöpfung und Errichtung des deutschen Reiches begonnen hat und das er vielleicht heute schon der Vollendung entgegengebracht hätte, er nicht vorzeitig bei-Seite gestellt worden wäre. Seit Bismarck's Sturz ist dieses Werk ins Stocken und vielfach sogar in Rück­gang gerathe«. Seine Wiederinauzriff«ahme wird heute lauter den» je auf alle» Wirthschaftsgebieten gefordert. Zur Beweisführung, daß es auch in der Lasdwirthschaft lediglich auf Schutz gegen unlauteren Wettbewerb ankowmt, liefert t» Nr. 38 der Harden'sche» „Zukunft" Herrn Gutspächter S ch r o e d e r ° Neuen eine» werthvolle» Beitrag, dem wir folgende geradezu froppirende Ausführungen entnehmen:

„Wir habe» i» Deutsche» Reiche eine segensreiche Entwickelung der sanitären Ueberwachu»g der Lebens

egs-Telegramme herrschten und des Jubels zu gc- ken, mit dem unsere Einwohner die Siegesbot­schaften aufnahmen. Die einzelnen Telegramme erden im Original nochmals abgedruckt werden.

Auch über die Gedächtnißfeiern, die zu Ehren der efallenen auf den Schlachtfeldern stottfinden sollen,

erden wir durch einen Spezialberichterstatter aus­führlich unterrichtet werden.

tander, jungen, orellen.

schärfster Coutrole unterworfen wird. Fast jede kleixe Stadt hat heute schon ihre» Schlachthof — und das ist ei« Segen. Wen» ich heute «ach einet solchen Stadt ein Stück Vieh verkaufe »nb es wird nicht tadellos gesu»d ja auch nur zu mager flefnnbe», so wird ei theilweise oder crauz verbra«»t und ich stelle mich dazu, um doch Etwas dovo» zu haben, und rege mich lieblich daran auf, wie so ein Hundertmarkschein nach dem anderen — habe ich doch Jahre lang daran gepäppelt — in schönen Ringel» i« Ranch aufgeht. Aber wen» mir mein Viehhändler sagt: „Ich kau» Ihnen leider nur 27 Mark für de» Centuer Ihres Schlachtviehes zahlen, obgleich es gut ist und ich zugebe« muß 'a kostet Sie selbst mindestens 37 Mark pro feiner Sie verliere« am Rind von zwölf Cemnern Gewicht stcher 120 Mark aber der Engrosschlächtcr i» Dr-Sden, Berlin oder Hamburg sagt, seine Abnehmer, die Klein- schlächter, verkaufen jetzt so viel «merikanerwaa-e an Büchsenfleisch, Speck, Schmalz, und in den Seestädten sogar geftoreneS ftisches Fleisch, daß ich selbst stoh sei« muß, «eine Maare «ur loS zu werden" — dann fange ich doch bei aller Frömmigkeit an, zu fluchen, n»b frage: warum in aller Welt nimmt »an dem Ausländer, der Vieh und Menschenseuchen niemals los wird, sein Zeug so leichthin ab und schlägt mich damit tobt? Erst baS Hemb, ba«n bei Rock. Bei mir seht Ihr jeden Fleck und jeden Riß, ich muß stets sauber fei«. Warum errichtet man nicht Untersuch»»gSstatto«ex a» den Jwporthäfe», an de» Grenze», warum verbrennt man nicht die ver­seuchte» Margarinematerialie», daS Trichinen fleisch, den Tnberkelspkck, das Texas fieberfleisch, das Schweine- pestschmalz, ebenso wie mir mein Vieh?!

Und ist es den» anders mit dem Getreide, mit den Futtermitteln, die »»seren Markt über- tchvemmen? Mir kanft kein Muller unreinliches Getreide ab, weil er weiß: wen» folse Verunreinig- »»gen ix seine« Mehl oder dem daraus gebackenen Brod gefunden werden, nimmt man ihn oder seinen Bäcker beim Krage». Nu» sehe ma» fich aber ein- mal das russische Getreide daraufhin an. Auf Ver­anlassung eines hochverdienten Laudwirthes, des Gr äsen zur Lippe Oberschönfeld, find vor Kurzem Probe« von - usstschem Getreide in der Versuchsstation Rostock auf Bok- terie« untersucht worden. Es wurden da die schlimmsten Vermuthunge« übertroffen. Es wurden z. ». in einem Zehntel Gramm (etwa so viel wie der sechste Theil eines Gerstenkornes) v. S. gefunden an Rogge«, iwportirt in Hamburg ans den Segelichiffen „Mexiko" von Odessa: 108400 bis 1230 000 Bakterie»; an

.. --.ib des Kreisblattes für die Kreise Marburg und

iHtlM^Mrchhain, sowie der Ziehungsliste der preußischen

_ f—afieidotterie, 2 Mark frei ins Haus, beim Bezüge offen «rch die Postanstalten 2.25 Mk. (excl. Bestellgeld)

Sonnabend, 29. Juni 1895.

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Erscheint tätlich «ßer en Werktet« «ch Leun- «ns feierte,en. — O»artel-Ub»nn«ceutt-Br»i« bei bet Sv»- diti»» 2 Mk., bei all« Pestämteru 3 Mk. «8 Pf,. fttH. Beffellteld). 3ttfeteti»n8«ebtbt für die «tfxditns Zeil, »der btt« Re»» 10 Pf,.. Reklame» für H« Zeil, 36 Pf«.

is Es dürfte sich daher für jeden Patrioten, der bisher noch nicht Leser der „Oberhessischen Zeitung" ist, mpfehlen, auf dieselbe für das nächste Vierteljahr li|P it abonniren. Außer obgedachter Schilderungen ♦ Ul- bietet das meistgelesenste Blatt des Marburger rAnit Leises noch so viel Vorzüge, daß wir fest überzeugt

fch Hingebung dürfte daher wohl alle Jene, die diese sowie £°8e miterlebt haben, als Erinnerung willkommen jein, der jüngeren Generation aber zum Gedächtniß

hort «ud Verlag: Joh. Slug. Koch, UniversttätS-Buchdruck-rei in Marburg.

Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr, 55. wVHUlUQvVlim

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Schaaf, lck 8.

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Hnnig« nimmt entgegen di« Expedition dieses Blatte», sowie die Slunoncen-Buteaux vou Haasenstein «. Vogler in vw rv

Frankfurt e. M„ Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf HI. Jllulg.

Mofi« in Frankfurt <u M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari«.

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Wir lind Mcu schea.

Autorisirte Uebersetzung von M. B e h n e.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

„Hier ist e» —," sagte der Einärmelige, seine nd auf die hölzerne Gitterthür legend, die zu dem

inen Vorgärtchen des Hauses führte.

„Soll ich mit?" fragte sein Genosse in heiserem

üstertone.

„Wird nicht schaden," knurrte der Erste. „Ich ill da« Reden besorgen — halt Du'» Maul "

Der Doktor erhob fich selbst, als die Thürklingel stig gezogen wurde, er öffnete die Thür und ließ Licht der Lampe in seiner Hand voll auf die len Besucher fallen, die zu ihm herüber schielten e prächtige Gestalt war'», dieser Doktor Gramley oß, aber wundervoll proportionirt gebaut, kerzen- ade und doch geschmeidig und biegsam wie eine nne erschien er; scharf blickten die stahlblauen t fast schwarz erscheinenden Augen unter den ten, dunklen Brauen hervor und der ernste Zug.

seinen schmalen, feingeschnittenen Mund ließ ihn r erscheinen als er wirklich war. Er machte

Eindruck eine» etwa 37jährigen, in der Thal zählte er erst 32 Jahre.

,@eib Ihr der Doktor?" redete der einarmige gabund ihn kurz an.

Der Arzt nickte bejahend, ließ seine Besucher ’ treten und schritt ihnen voran in sein Studir- mer- Auf einem Tisch in der Mtte de» Zimmer» annte eine mit grünem Schirm verhangene mpe, die ihren milden Schein aus zerstreut umher- ende Bücher und Bogen halb beschriebenen Papiers

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Einen Moment lang standen die drei Männer nebeneinander in dem Gemach. Halb fragend, halb vrohend hefteten sich die finstern Augen de» Fremden mit dem leeren Aermel auf den jungen Arzt, neben kessen Reckengestalt die der beiden Andern in den Boden zu sinken schienen, al» wollte er in den ernsten, ruhigen Zügen etwa» von de» Manne» Charakter lesen — etwa», nach dem zu fragen er nicht wagte — aber da» Gesicht eine» Arzte» ist ein Buch mit sieben Siegeln . . .

Dr. Grantley nahm seinen Platz vor dem Schreib­tisch wieder ein und wie» auf zwei Stühle, die fich seine Besucher heranzogen.

„Wo fehlt'» denn?" fragte er in theilnehmendem Tone.

„Ich habe mir den Arm durch Unvorsichtigkeit beschädigt, e» muß danach gesehen werden."

Die Stimme und der Ton de» Manne» klangen gereizt und widerwillig; erlag mehr darin, al»wa» ausgesprochen wurde, etwa», wa» gelautet haben würde: „Nur die höllischen Schmerzen treiben mich zu dir — frag' nicht weiter, verfluchter Kerl, sondern thu', wa» deine» Amt» ist und laß mich in Ruhe." Es war da» wilde Thier, da» der Schmerz treibt, beim Menschen Hilfe zu suchen — e» war der Desperado, der sein Leben tollkühn auf eine Karte letzt. — Der Arzt schien da» seltsame Wesen de» Fremden nicht zu bemerken.

„Wie ging e» zu? Zeigen Sie einmal her —" erwiderte er unbefangen, seinen Stuhl an den de» Manne» rückend und die Lampe in die Höhe schraubend.

„Ich wäre schon eher zu einem Doktor gegangen," gab der Angeredete mürrisch zur Antwort, den Arm au» der Schlinge lösend, in der er ihn trug, — „ich komme über da« Moor her — aber ich dachte, e»

heilte wohl so zu--Da —" Vorsichtig wickelte

er einen blutgetränkten Lappen nach dem andern von dem Arm ab, bann streckte er ihn dem Arzt entgegen, wieder seinen wilden, scheuen Blick auf dessen Antlitz heftend.

Die schmalen, feinen Lippen de» Letzteren preßten sich etwa« fester aufeinander, al» er da» geschwollene, entzündete Glied ergriff und prüfend mit dem Finger berührte; drohender und wilder wurde der Ausdruck in des Fremden Augen und seine viereckige, kantige Kinnlade trat hart hervor, al» bisse er die Zähne aufeinander zu einer tollen, verzweifelten That — seine am Stuhle herabhängende grobe Faust ballte und hob sich wie zum Schlage ....

Ohne ein Wort zu sagen, erhob fich Grantley und ging in da» anstoßende Zimmer — wie um ihm zu folgen, sprang der ftemde Mann vom Stuhle auf. Sein Gefährte wollte sprechen, aber die ihm drohend entgegen gehaltene Faust de» Andern bannte seine Zunge. Da kam auch der Arzt schon zurück, ein Gefäß voll warmen Wasser» und einen Schwamm tragend.

„Es ist auf Euch geschossen worden?" fragte er ruhig, die Gegenstände auf den Tisch stellend; bann zog er eine Schublade auf und nahm ein Packet Binden und Charpie heraus.

„Ja," antwortete der Fremde, ausathmend, als er ben Grund von des Doktor» Weggang einsah, „das kommt davon, wenn man mit Pistolen spielt --wie steht's damit?"

„Der Arm ist böse entzündet; er muß ordentlich in Pflege genommen werden."

Em Ausdruck der Erleichterung zog über des Fremden Gesicht.

„Ich hantirte an einer Pistole hemm," wieder- holte er in etwa« weniger mürrischem Ton, „fie

ging mir unter den Händen los — Sie können sehen, wo die Kugel hinein ging und wieder heraus kam."

„Ja. Wirklich ein unglücklicher Zufall," sagte der Arzt mit demselben ernsten, undurchdringlichen Gesicht — „tretet näher an den Tisch und haltet den Arm über da« Becken, ich will ihn verbinden."

Einige Minuten lang hörte man al« einzigen Laut im Zimmer nur das Plätschern im Waschbecken und dar Herunterfallen der Tropfen — einmal ein halb unterdrücktes Stöhnen de« Patienten — bann würbe bet Arm in reine«, weiche« Sinnen gehüllt, und hastig griff der fremde Mann in die Tasche feine« schäbigen Rocke«, etwa« Geld herausholend.

„Der Arm muß morgen wieder verbunden werden, Sie können bann bezahlen," sagte der Arzt abwehrend.

„Nehmen Sie'« — bann ftnb Sie sicher, daß Sie da« kriegen," knurrte der Vagabund verdrossen. „Morgen habe ich vielleicht nicht«.'

„Ob Sie etwa« haben oder nicht, kommen Sie morgen wieder und lassen Sie mich den Arm sehen. Vergessen Sie e« nicht — ich frage nicht nach Ihrem Gelbe, aber ich möchte Ihnen den Arm retten."

Erstaunt blickte der frembe Mann in be« Arzte« ernste, milde Augen; der harte, verbissene Ausdruck seiner Züge milderte sich etwas und al» er wieder sprach, geschah es mit anderm Ton als ftüher.

„So schlecht ist'«? Ich will kommen — und — und ich dar ke vielmals! — Siebt’« eine Wirth- fchaft hier in der Nähe?"

„Ja, in der nächsten Straße, liebet der Thür hängt eine rothe Laterne. Decken Sie ben Arm gut zu, wenn Sie fich schlafen legen."