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14. 506.

19. 736.

5. 981.

(Luch ein Gedenktag!) Berliner Blätter erinnern daran, daß am 20. d. M. gerade ein Jahr verflossen war seit dem Tage, an welchem der Ce- rewonicnmeister v. Kotze aus der Straße verhaftet und in das Militärgesängniß eingeliefert wuroe. Ein ganzes Jahr! und noch ist der Fall Kotze nicht beendet, noch ist weder der Urheber der ano- numen Briese gefunden, noch hat der Kamps, der sich in der Berliner Hofgesellschaft unter dem Feld, aeschreiHie Kotze, hie Schrader" erhob, ausretobt-

(Ein Giftmischer) An» Parts wird ge meldet: Vor den Geschworenen der Hoch PyreuSen stand kürzlich der Schullehrer Eontre, welcher vor drei Moniten seinem Fetxde, dem Gendarmeriemajor a, D. Fourtanö Eabarron, vergiftete Kuch:n durch die Post geschickt hatte, an denen drei Postbeamte naschten, so daß zwei schwer erkrankten, während der dritte durch den Strichningenuß getödtet wurde. Contre hatte sich zuerst aufs Leugne» verlegt, allein alle Umstände zeugten gegen ihn, und so legte er schließlich ein offene» Bekrnutniß seiner Thal ab Sein Vertheidiger suchte ihn zu retten, indem er seinen Klienten al» vom Verfolgung» Wahnsinn heim, gesucht darstellte. Allein darauf ginge» die Ge« schwore«e» nicht ein. Sie erkannten Contre de» Vergiftung-Versuch» an dem Major Fourtanö Cabarro» schuldig und dar Gericht vermtheilte den Rach, süchtigen zu siebenjähriger Zwangsarbeit.

(Millionen zu Millionen) Unsere Millionäre scheinen, so schreibt dieNew-Imker Hrndelszeitung", einander neuerdings in der Ent- faltung unerhörten Glanzes bei Hochzeitrftierlichkciten überbieten zu wollen. Als kürzlich die Vermählung von Jay Gouldr Tochter mit dem französi'chen Grafe» vo» Castella»e unter märchenhaftem Pomp stattgefnnden hatte, konnte was glaube», der Gipfel goldprotze»der Großthuerei sei damit -rreicht gewrse». Haben doch die dem jungen Paare dargebrachten HochzeitSgeschenke eine» Werth vo» 400000 Doll Noch find nicht zwei Monate seit diesemEreigniß" verflossen und schon ist dasselbe durch ei» ähnliches weit in de» Scyatteu gestellt worden. Am 6. Juni fand näm lich auf dem Laudfitze des New-Yorker Multimillionärs William DouglaS Sloane (de sie» Gattin eine Tochter des 1885 mit Hinterlassung von zweihundert Millionen Dollars verstorbenen Wm. H. Banderbilt ist) in Lenox, Masi., d!e Vermählung vo« dessen Tochter Adele mit Herrn JameS Abercrowbie Bürde» jr. vo»

der in Leipzig das Gymnasium besucht hat und daun an der Universität studirte, hat sich nunmehr gleich wie es früher fei» Vater getha», de» equestrischeu Künste» gewidmet. Er tritt zur Zeit »it großem Erfolge int Cirque dEtS zu Paris all Schulreiter

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schöner und fescher, und sie sei entschlosien, ihn zu verlaffen. Der Mann war entsetzt über diese Er­öffnungen und geradezu gelähmt vor schrecken, als die Frau nunmehr die Möbel, Bettzeug und die Kinder zusammenpackte und auf einen vor dem Hause stehenden Wagen lud.Kummt's Kmder! Oes krieat's jetzt an neuchen Vatern !* sagte sie und unter großem Hallch ging's in die Nußdorftrstraße, wo der Geliebte angeblich bereits eine Wohnung ausgenommen hatte. Als die Familie dorthin kam, teiQte es sich, daß die Wohnung nicht ausgenommen sei und nun ging die Fahrt nach Nußdorf, wo man die merkwürdige Gesellschaft nicht ausnehmen wollte. Da kam es zu einem Streite zwischen der Frau und dem Geliebten, der es augenscheinlich nur auf deren Möbel und Habseligkeiten abgesehen hatte, und dar Ende vom Lieve war, daß die ganze Famrlre wieder in die Marchfeldgasie zurückkutschirte. Der alte Vater war überglücklich, Frau und Kinder wieder ,u haben, und umarmte seinegetreue* Ehehälfte und feine .lieben* Kinder, die sich umsonst auf den 'neuchen Vatern* so sehr gefreut batten und nun mit demalten Vatern* Vorlieb nehmen müssen Gemüthlicher kann wohl^ ein Ehebruchs Drama nicht enden, als hier in der Stadt der GemuthliLkert.

(Bo» der Universität in de» ErrkuS.) Der Sohu des i* Deutschland wie im Aar la» de rühmlich bekannte» verstorbenen CirkuSdirektors Herzog,

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(Ein großstädtischerIdyll") - man ISnnte es auL ein Wiener .Ehebruchsdrama* be­titeln - erzählt dasW. Jll. Extrabl." in fol- «enden Zeilen:Eine ganze Schaar von Kindern hüpfte und sprang um einen mit Möbel und Bett 2 beladenen Wagen, die Kleinen setzten stch end, lich, wo sie ein Plätzchen fanden, auf dasGraffel- werk*, die Größeren tauchten an, und fort gings aus der Marchseldgasie nach dem Alsergrund.Uieh, mir kriegn an neuchn Vater I" riefen ine Kinder und jauchzten und jubelten und patschten in die Lände, und die Leute schauten und fragten, was da eigentlich geschehen sei. Die Sache war folgende: Inder besagten Straße wohnt eine Arbeiter.Familie. Die Krau die ihrem Gatten bereits ein Dutzend s kin Kind, also in-gesammt die statmche Zahl von 13 Kindern geschenkt hat, begann em Verhaltniß mit einem Anderen und erklärte endlich ungescheut ihrem Manne, sie glaube, daß sie mit dem Geliebten ein glücklicheres Leben führen werde, als mit ihm.

Troy statt. Letzterer ist auch keiner vo» den 1 Enterbten*, da sein Jahres Einkommen an» Fabriken ! unb Grundbesitz auf eine Million Dollar» geschätzt 1 wird. Tie zur Hochzeitsfeier geladenen, den reichsten i New Yorker und Bostoner Familien angehörige» i Käste wurden in drei Sonder,ügeu, welche ans- schließlich au» Palastwagen bestanden, nach Lenox gefahren. Auf jedem Zuge befand sich ein Mnfik- korpS, während unterwegs ein feiner Frühstück aufge tagen wmde. Am Bahnhofe in Lenox waren 80 herrschaftliche Wagen aufgestellt, welche die HochzeitSgäste »ach dem Paläste des Vater» der »raut brachten. Von dort ging e» zu der in einen prachtvollen Blumengarten »»gewandelten Kirche, wo die Trauung vollzogen wurde und von dort zurück »ach dem Hanse der Eltern der »ravt, wo der Säfte ein über alle Maßen großartig.» HochzeitSmahl wartete, welche» durch wufiksli che Vorträge eine zusätzliche Würze erhielt. Dann folgte ein glänzender Ball, und schließlich wurden die Hochzeit! gäste auf Sondrrzügen nach New York und Boston zurückoefördert. Der Werth der Hochzeit», geschenke betrug 700000 Dollar». Der kürzlich von feiner Gattin geschiedene William S. Larderbilt, ein O.kel der Brant, hatte ei» Diamantcueollter i» Wcrthe von 50000 Dollar» beigesteuert. Da» Trousiea» der Braut kostete 60000 Dollar». Nach mäßiger Schätzung hat die Hochzeit, die Geschenke natürlich eiugeichlofftn, einen Kostenaufwand von mindesten» 1 Million Dollar» erfordert.

(Das Meer als Postbote.) Von der ent­legenen klein n Insel St. Kilde find Nachrichten in London eingetroffen, die das Meer gratis beför­dert hat. Dieser Tage wurde nämlich an der Küste einer der Shetland-Inseln eine Blechbüchse aufge- fischt, die 10 Briefe enthielt, 4 für Glasgow, 4 für Harris und 2 für London. Außerdem fand man oas Geld für die Briefmarken und einen Zettel, i daiirtSt Kilos, N. B., 1. März 1895* und i unterschriebenFindlay Gillies*. Auf dem Zettel i wurde der Finder der Büchse gebeten, die Briefe zu l befördern, da es Geschäftsbriefe feien und außerdem , mitgetheilt, daß auf der Insel Alles wohl sei, daß das Wetter während des Winter» sehr stürmisch war und daß seit dem letzten Jahre keine Hochzeiter, Geburten und Todessälle zu verzeichnen seien. Dir Entfernung von Kilda bis zu den Shetlands h 480 Km, die Büchse hat sie in 3 Monaten uns 9 Tagen zurückgelegt. Man sieht, das Meer ist ein billiger, aber langsamer Postbote.

(Eine eigenthümliche Praxi») ist beiden serbischen Gerichten in die Mode gekommen, nämlich der Sktcrdiebstahl! Für ein gute» Trinkgeld wird dieser Liebesdienst entweder von irgend Jemand,

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wenn nicht anders von einem Schreiber oder eine« Amtsdiener besorgt. Sind einmal die «ktm ver­schwunden, so ist eS natürlich auch mit de« Prozesse vorbei. Man k-nn sich beiläufig denken, wie e» mit der Rechtspflege in einem Laude bestellt ist, wo derartige Mißbräuche möglich find.

(Kaiserliches Honorar.) Da» ärztliche Honorar de» ProfesiorS Leyden - Berlin für die Be­handlung de» verstorbenen Kaiser» Alexander in. von Rußland in Livadia betrug, wie jetzt au» an­geblich bester Quelle mitgetheilt wird, 50 000 Rubel. Geheimrath Leyden »ach Berlin zurückgekehrt.

(Ein drolliges Zeugniß.) Ein Baun- autsbefitzer hat einem Arbeiter folgendes Zeugniß ausgestellt:Vorweissr arbeitete seit einigen Tagen bei mir, bezog hohen Lohn und war während dies« Zeit gesund und gefräßig und sehr anspruchsvoll. Bezeugt Beznau, den 9. Juni 1895. A. Bauer.

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