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regierung ergriffe», oder beatffichligt sie -zu er
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auf berechtigt mtb givg auf eine scharfe Kritik der durch deu Prozeß Mellage bloigestellten geistliche« urt staatlichen Behörde« ein. Besonders auffallend sei daß die Provi»§ialverwaltu»g nicht eine streigere Aufsicht gröbt hab«. Der Gru»d solcher Nachlässig- ke'.t liege i« dem zu große« Beriraue«, dar mau kr Alexivueruiederlaffung als einem Kloster culgegen- grbracht habe. Darüber aber sei Sufklärnng «Sthig, sie der Staatsanwalt gegen Mellage statt gegen die Anstaltsleiter einfchreiteu ko»nie, u»d wie es möglich -war, daß die Regierung nach de« Erscheine» der Mellagesche» Schrift »icht eiuschritt. Di« Schließ«»- der Alexiauer-ANstalt in Martaberg genüge nicht;
Leitaug stehe», müßte» eirer rücksichtslos scharfe» Untersuchung »»terworfen werden. Man werde erwägen muffe», ob »icht die Jrrenpflege überhaupt mehr auf öffentliche Anstalten zu beschränken wäre. Aerztliche Leitung sämmtltcher Anstalten sei zu verlange». Die gesetzlicheu Bestimmunge» über die Aufnahme und das Festhalten van Geisteskranken in Anstalten müßte» verschärft werde«. Die Borschriften über die Revifio» von privaten Kranken- und 3rre»-Austalteu ließe« in Preuße« außerordentlich viel zu wünschen. Es werde ans die Aurbildrug der Mediziner i« der Psychiatrie zu wvnig Werth gelegt. Bor Alle« fd die staatliche MedtzinalverwaltLng ans eine bessere oigani satorische Grundlage zu stellen. Endlich habe der Prozeß gezeigt, daß die geistlich!« Behörden keine ausreichende Kenntniß der Gesetze haben oder sie mißachten, darauf möge die Regier«»» ein wachsames Auge habe».
Die Interpellation wurde vom Kultusminister Dr. Bosse eingehend beantwortet. Der Minister begann mit der beifällig avfgeuommene» Erklärung, die Frage obfektiv behandeln zu wolle«. Man wolle «icht ab irato antworte», sondern bemühe sich, in allen Stücken der Wahrheit die Ehre zu geben. Die Erregung im Lande sei begre stich, und so sei es auch durchaus berechtigt, daß die Vertretung des Landes sich der Sache angenoamm habe. Mit dem Vertuschen sei nichts getha«, wenn man besser machen «olle, wo gefehlt worden sei. Der Minister bemerkt dann, daß sofort »ach seiner Berufung in das Ministerium erfahrene Psychiater «IS Decerueuten für die Jrrenpflege beinfin morde« feien und daß die seit dem Jahre 1889 alljährlich vorgenommene Revision in dem Kloster Mariaberg nichts Belastendes ergeben hätte. Das Vertraue« za unsere« Behörden hielt uns von einem Eingreifen fern
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getretene«, -der Menschlichkeit. den Te-forxr»isse« der ärztliche» Wissenschaft und den Gesetz«« wider-
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sie gerichteten Frager z« «heile«. So konnte die Byiflnba«c der Interpellation burch den national- liberalen Sügeorduete Sattler nnd Ihre Bcant- »ortung burch ben Kulturminister Dr. Boffe in «higere» Dane vor gebracht werben, als e3 noch vor vierzehn Tagen möglich gewesen wäre. Daß bk Serathung nicht ganz .ruhig «ab leidenschaftslos verlief, dafür sorgte der starke Gegensatz, der sich lei BeMtheilung der Vorgänge im Kloster Maria -erg zwischen dem Abg. Sattler und de« Redner des CerstrumS, Dr. Spahn, herausstellte. Wir lasse» nunmehr eine» ausführlichen Bericht über die Lerhandlusg folge« :
Das Haus war trotz des sensationelle« Gegenstandes ziemlich schwach besetzt. A« RegiernngS tische waren der Kultusminister und der Minister des Inner« erschienen. Der Abg. Sattler be -rundete die Interpellatio« i» einer längere« Rede, tzr bezeichnete die Erregsng der Bevölkerung über Lorgänge, die man in Deutschland für unmöglich zehalte« und die «ns zur Unehre gereiche», als voll-
We», mir uns tu diese« Vertrauen geirrt habe», so versichere ich Sie hoch «nd theuer, was a« Schuld vorliegt, wird «icht nur gerügt, sondern auch nicht u«> gesühnt bleibe«. (Lebhafter Beifall) Träfe ein Borwmf dafür ihn, den Minister, so würde ihm dies «»erträglich fehl, aber das sei «icht der Fall. Der Minister verlas z«r Rechtfertigung der Ministerial- iustanz Berichte der Bezirk«regierung über die An stall in Mariaberg, die allerdings von den jetzt enthüllten wahren Zuständen nichts ahnen ließen und im Hause berechtigte Heiterkeit erregten. Wir haben, erklärte Herr Boffe, i« die Behörde« Vertraue« gesetzt; haben wir unS darin geirrt, so wird, daran; können Sie sich verlaffen, was an Schuld vorliegt »icht ungesühnt bleiben. Gegenüber der Broschüre Mellage war die Regierung «icht unthätig und forderte einen Bericht ein. Er, der Minister, verfugte umgehend, daß Aerzte in der Anstalt stationirt würden, ebenso verfügte er nach Beendigung des ProzeffeS die Schließung der Anstalt Mariaberg nnd erhielt am gestrig« n Montag ein Telegramm, daß der Provinzialausschuß der Rheinprovinz die Anstalt auf 3 bis 4 Jahre von be« Alexianeru gepachtet habe. (Eine dies ergänzende Meldung sagt weiter: ES soll dort eine Provinzialpflegeaustalt eingerichtet werden. Ob die Anstalt Mariaberg gekauft wird, hängt von dem Ergebniffe der Besichtigung der Anstalt durch den P:ovi«zial-Ausschuß ab, welche für de» 15. k. MtS. in Aussicht genommen ist. Eventuell soll eine neue Provinzialanstalt gebaut werden. Die nicht geisteskranken Epileptiker in Mariaberg sollen i« baS LandarmenhanS zu Trier, die jugendliche» Epileptiker und Jdiotensollenin entfpiechendeErziehungS- anstalten gebracht werden. D. Red.). Die übrige» Alexianeranstalte» in Krefeld und Köln seien jetzt ebenfalls untersucht worden, eS seien aber keine Mißstände her vorgetreten. Sämmtliche katholischen und
evangelische» Jrreua»stalte» würden jetzt einer außer ordentlichen Revision unterworfen. Die Hauptsache sei strenge Beaufsichtigung der Krankeubehandlung und der Krankenwärterpersonals. Die Geistlichen sollen uichl ganz von der Krankeubehandlung ausgeschlossen werden, aber der strengen Controle der Aerzte unterliegen Schon auf Grund der ftüheren Anregungen seien Grundsätze für die staatliche Controle über die Irrenanstalten aufgestellt worden, welche geeignet seien, den vorhandenen Mißstände« abzuhelfen. Die Auf nähme in die Anstalt werde abhängig gemacht von dem Zeugniffe eines zweiten Arztes neben dem Kreis Phystkas; dem Arzte werde ehe weitreichender Einfluß
Erscheint täglich tnfctt «a Werkt«,« nach <5ea- xnb Feiert«,en. — Omrrtol-VtemmumtS-SniS bei brr 60* bitte 8 «t, bei dien Metzämtem 2 SH. SS Bf«, («kl. BefMfotb). AkferntiowchMhr für die letettme Zeile »da deren Knot 10 Pfg., ÄdUneenfit die Zelle 85 Pfg.
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auf die Behandlung und Pflege beS Kranken eingeräumt ; bie Aufsicht deS KreisphystkuS werbe verstärkt; BefichtigungSkommisstoneu sollen eingerichtet werben; ja, ber Kultusminister will bem Justizminister bin Plan unterbreite», j dem i» eine Irrenanstalt Sufgenommenrn einen rechtlichen Vertteter zu geben. Eine bessere Aus- bilduvg bet Psychiater soll herbeigesührt werben. Es soll eine Besuckskommisstou gebildet werden aus einem Regierungs Medizinalrath und eine« administrativen Regierungsmitgliede, sowie einem Psychiater, Dieselbe würde Gewähr für strengste Revision gebe«. »Ich bedauere die Zustände i« Mariaberg aufs Tiefste vom patriotischen und humane« Standpunkte aus. Es wird alles Mögliche geschehe«, eine Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse zu verhüten. Hätten sich die RegiernngS beamten eines Fehlers schuldig gemacht, so würden sie unnachfichtlich gerügt werden/ (Lebhafter Beifall.)
Nach dem Kultusminister kam der Abg. Spahn vom Centrnm zum Wort, der in die Lerurtheiluug der dnrch de« Prozeß offenbarte« Zustände im Kloster der Slexianer einstimwte, aber sich alsbald auf eine Kritik der Prozeßleitung verlegte und schließlich zur Erheiterung des ganzen Hauses darauf hinaurkam, daß a« deu Echeußlichkeste«, welche bie Slexiauer- brüder in Mariaberg verübt haben, bet Kulturkampf Schuld ist.
Der Graf zu Limburg-Stirum mied cS, dem Centrum etwas Unwillkommenes zu sage»; in kräftigerer Tonart sprach Herr v. Eyneru, der die mangelhafte Controle gegenüber der Mariaberger Anstalt als eine Folge der schwächlichen und vor be« Snmaßunge» der Kirche zurückweichende« Kirchenpolitik bezeichnete «nd bie Bildung eines selbstständigen MedizinalmintsteriumS befürwortete.
Gegen diese« Gedanken wandte sich in einer zweiten Rede Kultusminister Bosse, indem er zugleich gegen die Behauptung Verwahrung einlegte, daß das preußische Jrrenwesen hinter demjenige« anderer Länder zurückgeblieben sei. Nach ihm nahm der i-zwischeu erschienene Justizminister S ch ö n st e d t das Wort, um sowohl die Staatsanwaltschaft, als die Prozeßleituug gegen die von verschiedenen Seite« trhobene« Vorwürfe energisch und warm in Schutz zu nehme«. Der Minister des Inner» v. Köller widersprach der Angabe, daß der Aachener Regierungspräsident ih« über die Angelegenheit beS AlexiarrerklosterS Vortrag gehalten habe.
Abg. Virchow verbreitete sich über die Frage einer veränderte» Organisation des MedizinalwefenS. Abg. v. Kardorff wies darauf hi», daß die Controle
[1 sprechende» Zustände in private» ober «»terLeitung || von Korporationen stehenden Jvrenheil,«stalte«-u B beseitigen »nd für «ine durch-reifende staatliche- | Bearrfstchtjgmig solcher Anstalten Sorge zu teagewti*; || lautete, zur Bewühtmg gelangt. Zwischen der Ein bringuug der Interpellation und ihrer Vechcndlung || ist ein genügend .langer Zeitraum veafloffe», um eine 8 von der ersten großen Erregung, die der Prozeß || Mellage in weitesten greifen hervotrtef, unbeetoflutzte l| sachliche DirkusstM zu ermögliche«, und t» der
Zwischenzeit hat dir Regierung auch bereits Gelegenheit gehabt, durch ihre Maßnahmen eine indirekte ■Antwort auf die l« der Jnteipellatioer Sattler a»
Der ProzeßMellage im preuMhen Abgesrdneteuhause.
* Am Dienstag ist nu» die Interpellation bet ■w« ben Mgg. Sattler, Stengel «nd Graf zu Limburg-Sttrum über die iw Prozeß MeLage M Tage getreteen Mißstände in k« Jrrenheila<talten, bie bekanntlich
„Welche Maßregeln hat die KöuiglicheStaatS-j
regierung ergriffen, oder bewbstchtigt ste -zu er : gge Anstalten, welche unter Leitung vo» Korporationen, greifen, nw die in üe« Prozeß MeLage M Tages katholischen wie evangelischen, oder unter privater
Marburg,
Donnerstag, 27. Juni 1895
ÄiytigtR nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes»
sowie di» Amumom-Bnrwmr von Haasmstein u. Bögler in vvv
SrmHstlrt a. SR., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf AÄÄ. ^Hyrg Stoff« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L.
ixteb«». Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
Wöchentliche Beilage«: Krsisblatt für die »reife Marburg «nd Kirchhain.
'eÄ Expedition ^Maikc E F^^recher Nr. 155. Jllnstrirtes Sonntatzsblatt. d^^Sp^^den dnMdccktion r^-ll^U^Vormitt^S-
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Morgen beginnt ein neuer, besonders spannender Roman:
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Autorffirte Uebersetzung von SL Behue.
Der Roma» bürste bas Interesse unserer Leser üb Leserinnen von Anfang bis ,« Ende in «nge- »öhnliche« Maße fessel».
Wer auf bie »Oberhesfische Zeitung" zu abonniren «neigt ist, wolle «»S feine Adresse angeb en, worauf P» das Blatt
OC" bis zu« 1. Juki gratis -Wo
»gestellt werben wird.
>as Veilchen «nd die vapoleonide«.
L Historisch« Eqählung von Scheukling-PrövSt.
(Schluß.)
Josephinens Veilchen waren verblüht. Differenzen »st ihrem Gemahl wegen des übergroßen Luxus, kn ihr kleiner Hof in den Tuilerien athmete und kr sie in schwere Geldverlegenheit verwickelt hatte, rinersetts und etikettewidriges Benehmen andererseits kschleunigten die Scheidung, die im Dezember 1809 gesetzlich ausgesprochen wurde. Gettennt von dem Ranne ihrer zärtlichsten Liebe, dem sie nicht nur ihre alte Neigung bewahrte, sondern mit dem sie auch im Briefwechsel verblieb und dessen Besuche sie »ehrmalß empfing, vertrauerte Josephine, umgeben ton ihrem alten kleinen Hose, ihr Leben in dem Aaubergarten von Malmaison, aus dessen reichem vlüthenflor aber das Veilchen, sür sie einst die blume des Lebens und des Glücks, verbannt war. xie mehr trug ste Veilchen; nie durste in ihrer
Gegenwart von dem bescheidenen Blümchen gesprochen werden — sie wollte nicht mehr an ihr verlorenes Glück erinnert werden. Nur einmal noch führte sie einen Veilchenstrauß an ihre Lippen — es war am 9. März 1814. Der dreijährige Sohn des neu- vermählten Kaisers hatte ihr denselben überreicht, und sie war dem zugleich eintretenben Napoleon laut schluchzend in die Arme gesunken.
Zwei Monate später stand im Sartensaal zu Malmaison, von prächtigem Blumenflor umgeben, ein Sarg; auf einem mit Veilchen bestickten weiß, seidenen Kiffen lag ein frischer Veilchenstrauß: Frühlingsblumen aus Josephinens Leben und aus dem des großen Kaisers. Das Glück des geliebten Mannes hatte sie ertragen — sein Sturz brach ihre geistige und physische Kraft. Die Gunst, den Gefallenen nach Elba begleiten zu dürfen, wurde ihr von den verbündetm Monarchen nicht gewährt — das brach ihr das Herz.
Aber von jenem Tage an umklammerte dar perennirende Veilchen das Haus der Rapoleoniden. Die Franzosen sahen in ihm die Glücksblume ihres Kaisers, und als die Veilchen wieder blühten, kam er von feinem einsamen Sitze auf jenem Felsenriffe zurück. Am 1. März 1815 landete er auf feinet Brigg .L'Jnnocent" im Golf Jouan, und zehn Tage später ergriff er von Lyon aus von Frankreich Besitz. „Voila, voila, le p6re la Violette 1“ tönte es ihm auf feinem Zuge von Lyon nach Paris allenthalben entgegen. Seine Anhänger trugen Veilchensträuße im Knopflochs, und die Damen schmückten ihre Hüte damit. In jedem Hanse prangte ein Veilchenstrauß zu Ehren des zurückgekchrten Herrschers, von dem man einen neuen Frühling für das Vaterland erwartete. Die Freude dauerte aber nicht lange. Als Napoleon nach der Schlacht bei
Waterloo in Paris eintraf, fand er bei den Kammern nicht nur keine Unterstützung, sondern diese drohten ihm mit Abdankung, sogar mit Verhaftung.
Am 22. Juni dankte er zu Gunsten feines Sohnes Napoleon H ab und ging nach Malmaison, um sich Veilchen von Josephinens Grab zu holen; denn dort blühten sie nach ihrem Tode das ganze Jahr hindurch. Aber der Glücksstern, der ihm einst durch diese Blumen lächelte, war untergegangen: Die Veilchen entstammten einem Grabe und brachten ihm kein Glück!
Am 15. IM 1815 ergab sich Napoleon im öafen zu Rochefort dem KapstLn des englischen Linienschiffes .Bellerophon", das mit ihm nach P ymouth segelte, wo ihm durch die englische Regierung auf Befehl der verbündeten Monarchen erllän wurde, daß er als Gefangmer nach St.-tzelena verbannt worden sei: Nach seinem Tode fand man auf seiner Brust eine goldene Kapsel, die er iet8 getragen hatte. Zwei vertrocknete Veilchen und eine Haarlocke bildeten deren Jnhatt: Erinnerungen an die Geliebte seiner Jugend und an den Sohn seiner zwetten Ehe mit der Kaisertochter Marie Louise. — Josephine war gestorben—Napoleon war gestorben, und sein Sohn, „le Als de l'homme“, hatte zu Schönbrunn in den Armen seiner iliutter ein junges Leben ausgehaucht. Aber bie Veilchen »lühten fort und webten Jahrzehnte hindurch ein wundersames Band, das sich selbst um den 2Hron des dritten Napoleon schmiegte. Sie wurden von Neuem zur Parteiblume der Napoleoniben. — Nachdem der Neffe des großen Onkels vergeblich >ei den verschiedenen Höfen um eine ebenbürtige Gattin geworben hatte, fiel fein Auge auf die schöne Andalusierin, die ihm vom Schicksal prädestinirt
erschien. Eugenie, Gräfin von Montijo hieß sie und war die Erbin großer Namen.
Es war 1810, als dessen Tochter Maria als kleines Mädchen unter der Obhut einer Duenna in dem Tuileriengarten spielte. Auf dem Spielplätze fanden sich noch andere vornehme Kinder mit ihren Erzieherinnen ein, und Maria gewann bald Interesse für den kleinen Knaben. Die ftohe Kinderschaar iah sich täglich und die Wärterin des Knaben gab ihrem Schutzbefohlenen Blumen, die er seiner kleinen Freundin brachte. So geschah es, daß er eines Tages einen Beilchenstrauß überreichte, den ein einer Goldreif umschloß, ohne daß die Wärterin )ies gemerkt hatte. Maria zeigte bas Geschenk ihrer Mutter, und die befahl, daß der Ring der Wärterin des Änaben sofort zurückgegeben werden sollte. Umsonst — der Geber und seine Wärterin ließen sich in oen Tuilerien nicht mehr blicken. So behielt Maria den Ring und zierte darntt noch manches Beilchensträußchen. Der Goldreif aber war — der Trauring Josephinens.
Kaum war Maria in das jungfräuliche Alter tingetreten, da vermählte ste sich mit ihrem Onkel, der Artillerie-Oberst und Herzog von Pcnaranda war. Rm 5. Mai 1826 genas ste eines Töchterchens, oas in der Taufe den Namen Eugenie erhielt. Der 5. Mai aber war auch der Todestag Napoleons und als dieser der heiligste Tag der Familie Bonaparte.
Da er aber nun auch der Geburtstag ihrer Tochter mar, ließ sie in dem Ringe neben dem Namen Jo- kphine das Datum des 5. Mai eingraoiren und chenkte ihn ihrem Heinen Töchterchen Eugenie. Noch m jugendlichen Alter besuchte diese die Familie der ; litlpatrifs in London; hier begegnete sie dem Prinzen Louis Napoleon, der als Garbonara au»