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he, direkt, d. h. t» ö f f e n t l i ch e» Versammlnuge», Strebe» usw. für uttseie Idee, zu agitiren so hat sich die polnische Partei «tschloff«, ihr Havptauge»- merk auf die in deutschen Gegenden wetl«de, polnisch! n Arbeiter zu ItgtH. Sie hat damit sehr gute Resultate erzielt, d«, so mancher hier nur zett- weise sich aufhalteuder Pole hat schott heute in sei»er Heimath daS sozialdemokratische®lft" unter seine» Brüdern fleißig cusgestreut. . . .* Bo« diese» vorzeitig« StegesbuÜetinS, die ja die Sozialdemo­kratie in ganz gleicher Gestalt auch bezüglich der Fortschritte' der Laudagitatiou auSzugebe» Hebt, ist nicht viel zu halt«. De» sozialdemokratische» Ide« »erd« die Polen so leicht nicht gewonnen »erden kön»en; allein gefährlich bleibt die Agitation gleichwohl ihres antinational« Charakters wegen. DaS Verhalten der Sozialdemokratie den polnische» Genoss«' gegenüber ist recht bezeichnend. Während die Partei sonst darchauS international sich giebt und keine nationale Grenzen anerkennen will, begünstigt sie bei d« Polen eine nationale, deutscheufeindliche Gesinnung, reizt sie zum Nationalttätenhaß und ver­spricht die Wiederherstellung der politischen Selbst­ständigkeit Polens. Wo eben Feinde der deutsch- nationalen Einheit anfgekieben werd« können, da hat die Sozialdemokratie die Hand mit im Spiele. Und solche Leute soll« mit er Elle der «leichberech tigunz gemessen werden! Bemerkt sei übrigen? »och, daß diepolnisch sozialdemokratische Partei', der von den Behörde» in Oberschlefien und Pos« mit Fug und Recht daS Leb« ein wenig erschwert wird, die Errichtung einer Organisation in Angriff genommen hab«. Da ihn« die Gründung von Vereine» in polnischen Gebieten versagt ist, so find fit mit der Nominierung vo» BertrauenSmänne« vorgegang« und hab« probeweise unter der Firma von Lese»

Heinrich von Preuße» sand am Moutag zu Ehren der bereit» etngetroff«e» fremdländische» Admirale, kommandanteu und Offizierkorps ein Gartenfest statt. Die KaiseiyachtHohenzolleru' hat am Montag Vormittag die Fahrt durch den Kanal nach der Elbe angetrete». Die französisch« SchiffeHoche' nnd Dnpvy de Lome' ankern unterhalb Langeland. Der niederländische KreuzerAtjeh', da» englische Geschwader, die portugiesische PanzerkorvetteVakco >a Gama' und da» dänische Geschwader liefen Montag in de» Kieler Hafe» ei» und wechselt« mit der Strandbatterie in Friedrichkort Salutschüffe. Auf de« Schulschiffe» begrüßte» die Schiffrjung« >ie Däne» mit lautem Horrah, die mit der deutsch« Nationalhymne antwortet«. Die englische Flotte kam mit klingendem Spiel, von lauten Hurrah» empfange» fit spielte abwechsel»dHeil Dir h» Siegerkranz' undDie Wacht am Rhein' voran fuhr der KreuzerBellona', e» folgt« Torpedo- KanoneubootSpeedy', PanzerschiffeRoyal Sovereign',Empreß of Jndia',Resolution' und Repulse' nnd der Krmzer .Blendheim'. Der KreuzerEndymie»', der i« Belt festgefahren war, aber bald wieder loSka», folgte Ab«dS. Reichs­kanzler Fürst Hohenlohe wdd sich am heutigen Dienstag, begleitet vom Chef der Reichskanzlei, Wirk!. Seh. Ober-Reg.-Rath v. WilmowSki, und de« Rittmeister Graf« Schönbo«»Wiesentheid, nach Hamburg begeben. Zugleich mit ihm werde» der Erbprinz und Prinz Alexander vo» Hohenlohe, vo» d«e» Ersterer Mitglied des Hauptcomitös für die Eiöffnu»gSftier ist und der Letztere als Reichstags- Mitglied a» de» Festlichkeüe» Theil nimmt, nach Hamburg fahren. In Kiel hat fich der kornman- direude Admiral Knorr auf dem Artillerie Schulschiff MarS' eingeschifft; die im Hafen liegend« Flagg­schiffe salutirt« seine Flagge.

* (Die Franzose» in Kiel.) AnSKiel wird derPost' gemeldet: DaS franzöfische Geschwader wttd in Siel keine Besuche entgege»uehme». Die Absperrung wird so streng durchgeführt, daß auch dem Korrespondent« desTempS', dem bereits ge­stattet war, dem Admiral a» Bord desHoche' st inen Besuch abzustatt«, diese Erlaubniß nachträglich wieder entzog« werde» wußte. Eine Beurlaubung vo» Offizier« und Mannschaften an Land oder auf entere Schiffe findet ebenfalls nicht statt. Dazu schreibt diePost', daß, wenn diese Angabe fich be­stätigt, für den Seist, in welchem die Vertreter der französischen Marine der Einladung zu dem Friedens­fest in Siel entsprechen zu müffeu glaub«, nicht»

Deutsches Reich.

* Merkt», 17. Juni. (Tagesbericht.) Wie zum Autflug de» Kaiser» auS München weiter gemeldet wird, besichtigte der Monarch die reich mit Flagg« geschmückte Schackgallerie unter Führung deS SalleriedirektorS v. Leyd und de» «rchiiekte» Seidl, welcher de» Umbau der Gallerte geleitet hatte. Mittags sand beim Prinzregent« zu Ehr« de» Kaiser» Bala täfel statt, an welcher die Prinzen Ludwig, Leopold und Arnulf, sowie verschiedene hohe Persönlichkeit« thriluahm«. Nach einer Spazierfahrt durch die reich beflaggte Stadt, wobei der Kaiser vou der große» Me»sche»me»ge jubelnd begrüßt wurde, erfolgte gegen 7 Uhr Abends die Rückreise »ach Potsdam. Eine besondere Auszeichnung hat der Kaiser dem «glischen Retterregiment The Royal DragoouS, desseu Chif er ist, zum 18. 3u»i, dem Tag vo, Waterloo, zugevacht. Der deutsche Botschafter in Lo»dcu wird de« Regiment eine» Kranz de» Kaisers übergebe», welcher aus goldene» Lorbeerblätter», -Blüthe» und -Früchten gewunden und mit einer lang«, goldbe- franzteu Schleife in scharlachrother Farbe, derjenige», welche die Uniform des Regiments hat, versehen ist. Ans der ein« Seiie der Schleife liest man: Waterloo, Juni 18te 1815', auf der ander« Seite befindet fich da» W. mit der Kaiserkrone darüber in Gold. Der älteste der Hoh nzoller», Prinz Alexander von Preuße», vollendet a« 21. Juni sein 75. Lebensjahr. Der Prinz ist Seneral der Infanterie und Chef de» 2. Sarde- Srenadier. Landwehr- Regiments. 8» Stelle de» bisherigen Kavallerie - Inspektors Seneral» vo» Rosenberg, htm der aus SesundheitSrückstchte» wiederholt erbetene Abschied nunmehr bewilligt worden ist, hat der Kaiser den Kommandeur der Sarde- Kavallerie - Division, Senerallirutenant von der Planitz nunmehr auf diesen Posten be«fen. Der Kaiser, welcher dem neuen Inspektor seine Ernnnuig selbst mittheilte, hob bei dieser Gelegenheit mit sehr warme» Worten die Verdienste seines Vorgängers um die Vervollkommnung unserer Kavallerie hervor.

* (Fürst BiSmarck'S Antwort.) Die Hamb. Nachr.' veröffentlichen als Antwort auf die Kundgebung desReichSanz.' zu Snnst« des Herr» v. Bötticher jetzt ein« Artikel, der augenscheinlich aus FriedrichSruh stammt. Die Thatsache, daß Herr

vereinenharmlose' Sammelpunkte für die Agitatoren zu Posen, Snesen, Ostrowo und Jnow- razlaw errichtet.

Marburg,

Mittwoch, 19. Juni 1895.

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Diepolnisch sozialdemokratische Partei', deren iten L H Leitung ihren Sitz bekanntlich in Berlin hat, bietet Alle» ans, um vorwärts zu komme», uud wird tu diesem Bestrebe» von der deutsche» sozialdemokratischen Parteileitung lebhaft unterstützt. Ta in de» pol- »ischen Bezirke» der preußisch n Monarchie diesem anttnotionalen Umsturztreibe» scharf auf die Finger gesehen wird, so verlegen dieSenoff«' die Agitation ,»meist in die deutschen Provinzen.Da eS so lautet ein Auftuf von polnisch sozialdemokratischer Sette nicht möglich ist, in d« polnische» Gegen

Kanalstrecken gelegenen Moore mit Hilfe seitlicher Sand­dämme, die später zugleich die Ufer des Kanals bilden sollten. Das Moor war auf einzelnen Strecken breiartig weich, so daß die probeweise gemachten Austiefungen (durch Schürflöcher) sich binnen kurzer Zeit durch Nachfließeu der seitlichen Massen wieder ausglichen. Es wurde in diesen schwimmenden Mooren zum Durchbauen mit einer ganz leichten Brücke auf hohen Stelzen in schwachem Gefälle vorgegaugen, auf welcher Wagen mit nur geringem Sand­inhalt ( 2 Kubikmeter) vorgeschoben und dann so entleert wurden, daß zunächst die Stelzen n einer oberen festeren Schicht etwas Halt gewannen. Darauf wurde die Sand­schüttung mit Seitenkippern von drei Kubikmeter Inhalt energischer betrieben und der Damm so immer weitervor Kopf" vorgetrieben. Das Moor wurde dadurch zuerst in den Oberschichten zusammengepretzt, so daß sich seitwärts Längsvertiefungen bildeten, in denen das Wasser am Sanddamme stand. Späterhin hob sich das Moor beiderseits in Auftreibungen, die sich aber im Laufe der Zeit wieder senkten, weil der obere Moorboden etwas austrocknete und dann vermöge seines Gewichts in das weichere Untermoor zurücksank. Durch seitliche Anschüttungen wmde der Sauddamm verbreitert. Die Querschnittform der so ein geschütteten Sanddämme wmde durch Bohrmtge« ermittett; sie glich ungefähr der Gestatt eine» Eisenbahvdamme» mit etwa» steilere« Böschunge«, welcher mit seinem breiten Fuße bi» «uf die enteren festeren Klai- oder Sandschichte» reichte. Der Damm wurde in solcher Breite eiogeschüttet, daß da» Äanalbett spater gut eingeschnttttn werden konnte, wobei in Höhe de» Moore» die Kronenbrette mtt 16 Metern tnneg.h.llen worden ist. Wo das Moor eine festere Oberfläche,h<ttte, wurden die Stelzenbrücken weggelasien nud die Schüttung« direst auf- gebracht, nachdem »an die Mooiuarbe in einer Stäi ke von

Meter und in einer Breite von 12 Metern abgehoben hatte. Die weitaus schwierigste und sorgsamste Arbett er» forderte von aßen Dmchbauungen der Moore in der Burg- »ubecfeer Niederung; hier war theilweise die Moorschicht so weich, ba6 sie kaum betreten werden konnte. Aber auch hier wmde durch die oben geschilderte Art der Erfolg ge­sichert. Diese Moorniedernug diente noch im vorig« Jahr- hundert al» Sammelbecken für die der Wilstermarsch schäd­lichen Hochwasser der Holtenau; sie erhielt alsdann zwar einen direkten Abfluß nach der Elbe, ist aber doch erst Lade der sechziger und Anfang der siebziger Jahre unsere» Jahr-

w^chetal täglich außer an Werktagen »ach Sonn- uu» itz-.ertagen. Ouartal-Adonn«u«t»>Prei» bei »er Expe- Sih»n 2 ML, bei allen Postämtern 2 ML SS Pf», (erll. Bestellgeld). JuseratiouSgebühr für die getzatteue Zeile oder deren Äon» 10 Pfg., Reklamen für die Jelle »Pf«.

Der Nordostsee-Kanal.

Wir stehe» direkt vor der feierlichen Etöffnn»g deS Nordostseekanals, de» größten Bauwerkes, welches da» Deutsche Reich seit seiner Errichtn»g hat auS führen lassen. Deshalb soll nicht unterlaffen werd«, »och vorher daS Wichtigste über die BauauS- führu»g, sowie die militärische und wirth- schaftliche Bedeutung zu veröffentlichen.

Die Bauausfühmng des Nordostsee - Kanals stellte an die leitenden Persönlichkeiten die höchsten wisseu- schaftlich-technischen Anforderungen und beanspruchte die Leistungsfähigkeit sämmtlicher Unternehmer wie auch der einzelnen Arbeiter in nicht gewöhnlichem Maße. Um so größer die Ehre und der Ruhm für die vortreffliche Vollendung des mächtigen Werkes, das für alle Zeiten einen Markstein bilden wird in der Geschichte der deutschen Wasserbaukunst, Jngenieurwissenschaft und Maschinenbau- Technik. ,

Mit den Vorarbeiten für den Kanal wurde tm Oktober des Jahres 1886 begonnen. Binnen Jahresfrist waren sie soweit gefördert, daß schon im Herbst ; 887 mit dem Grund­erwerb und in der ersten Hälfte des Jahres 1888 mit dem Verding der Erdarbeiten vorgegangen werden konnte. Tie Ausschachwngsarbetten nahmen auf einer kurzen Strecke in der Nähe der westlichen Mündung (unweit Brunsbüttel) im März 1888, in weiterer Ausdehnung im Oktober des­selben Jahres ihren Anfang. Mit dem Bau der Schleusen wurde im Herbst 189", mit dem der Brücken im Frühjahr 89i begonnen. Auf das Jahr .895 war die Vollendung festge'etzt, und der Termin ist genau innegehalten worden. Eine ungefähre Vorstellung von der Riesenarbeit der Her­stellung des Kanalbettes erhält man, wenn man bedenkt, daß die ganze bewegte Erdmaffe runb 80 Millionen Kubik­meter beträgt, was einem Erdwürfel von knapp gerechnet 430 Meier Seitenlänge entspricht. In dieser gewaltigen Zahl von 80 Millionen Kubikmetern ist sowohl bte Aus­schachtung des Kanalbettes, wie die Sand-Aufschüttung usw. zu seiner Festigung einbegriffen. Gerade diese Festigung des Kanalbettes war eine ungemein schwierige und zettraubende Arbeit, von der man jfich beim Durchfahren der fertigen Wasserstraße keine Vorstellung machen kann ES galt nämlich die Durchbanung der ausgedehnten, in den

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

Diuck und^Verlag^ ^o h. ^Au g.^Koch^^ ^fil" Nr, 55. * Jllustrirtes Sonntagsblatt. Sprechstanden der Redattion: 10-11 Uhr SorntÜttag».

und Verpflegung der Arbeiter war Seitens der Kanal-Verwaltung selbst übernommen, weil bei der Lage der Baustellen in langgestreckten Linien das Wohnen der Arbeiter in der spärlich bevölketten Gegend erschwert war, so aber die Ordnung unter der Arbeiterschaar besser aufrecht erhalten und auch zu ihrem Wohle ihre Verpflegung gänzlich unab­hängig von ihren äußeren Einflüffen durch die Verwaltung geregelt werden konnte. Die baulichen Anlagen für die Unterbringung und Verpflegung bestand inLagern" für 100 bis 500 und mehr Mann, und zwar aus einem Ver­waltungsgebäude, den Schlafbaraken mit Heizungrvorrichtung und den Nebenbavlichkeiten nebst Einfriedigung. Arbeitgeber urd Arbettnehmer haben sich bet diesen Einrichtungen durch­aus wohl befunden und waren sehr zufrieden damit. Daß bei der Aushebung des Kanalprofiles während des Banes, ja auch bis in die jüngste Zett Rutschungen stattfanden, größere nnd kleinere, ist für keinen Kundigen weiter ver­wunderlich ; indessen konnte durch sie die Vollendung des Werke» nicht aufgehalten werden, wenn auch ihre Beseitigung erneute Arbeit erforderte. Auch das Baggern dauert noch fort und wird auch noch fernerhin an einzelnen Stellen fortgesetzt werden müffen.

Von den Schleusenanlagen bleibt die an der Elbe bei Brunsbüttel die wichtigste. Hier waren schwierigere örttiche Verhältniffe zu überwinden, als an der Holtenauer Schleuse; doch zeigte fich die deutsche Jngenieur- kunst ihrer Aufgabe gewachsen. Die Anlage ist so zielbe- wußt ausgeführt, daß die Richtung für den Anlauf der Schiffe parallel zum Ebbe- und Flitthstrom stattfindet, da­mit die Fahrzeuge durch den Sttom nicht aus ihrer Richtung gedrängt werden; das wurde durch eine Neigung der Kanal­achse mit 133 Grad gegen die Sttomachse und entsprechende Molenlage erreicht. Ferner ist Alles vermieden worden, was dem Ablaufe des EiseS irgend ein Hindern hätte bereiten können. Endlich ist durch den Einfallwinkel von 133 Grad bewirkt, daß eine Wellenbewegung nicht zu sehr auf die Schleusenthore gerichtet ist. Die Schleusen bei Holtenau münden in das Becken der geschützten Kieler Bucht. Wie jene bei Brunsbüttel, sind auch sie gewaltige Bauwerke. Beide Schleusenanlagen werden in ihren Be- wegungstheilen mittels Druckwaffers betrieben. Die riesigen maschinellen Vorrichtungen wurden der weltbekannten Berliner Maschinenbau-Anstalt C. Hoppe-Berlin freihändig übertragen Alle übrigen Arbeiten «nd Lieferungen find durch öffentliche Ausschreibung verdungen. Der ganze

v. Bötticher bereit» im Februar 1890 d« Wunsch seiner Remter enthob« zu werden dem Fürstin Bismarck ansgedtückt habe »ud vou ihm h» Dienste znrückgehall« wurde, fei ein Novum.Wir würden e» mit 3»tertffe begrüßt hab«, wenn der Beweis für die Richtigkeit der Angabe durch ei» ähnliches unanfechtbares Aktenstück wie die Kabi»et«ordre vom 29. Mai 1892 geführt worde» wäre. DieKöln. Zeitung' tritt al» Schwurzeuge auf, i»dem fie sagt, Herr v. Bötticher hätte schon vor dem Rücktrttt de» Fürsten BiSmarckdiesem sein Portefeuille zur Ber- füguug gestellt'. DieK. Z.' übersteht dabei, daß Fürst BiSmarck niemals, am weuigsteuS im Februar 1890, die Verfügung über Ministerportefeuilles hatte, sonder» daß diese lediglich an allerhöchster Stelle lag. Dort war Herr v. Bötticher aber unserer Er hmernng noch persona gratissima, wie u. A. durch die Verleihung deS Schwarzen Adlerord«» bekundet and dadurch betätigt wurde, daß v. Bötticher fich i« der Lage fühlte, die vo» de» allerhöchste» Avf- fkiffungen abweiche»de Polttik feiieS Vorgesetzte», deS Reichskanzler», bezüglich der Arbeiterfrage» off«n und amtlich zu bekämpfen. S» ist u»S nicht wahrscheinlich, daß Fürst Bismarck durch feine Aeußerung an die Vertreter der Laudwirthschaft den Rücktritt irgend ci»eS der jetzig« aktive» EtaatSmi»ister habe fördern woll«. Wir find sogar gewiß, daß er dieses Mittel dazu nicht für das richtige geholt« haben würde.'

* (Gnadengeschenk) DerReichSanzeiger' berichtet: Seine Majestät der Kaiser hat mittels Allerhöchster Ordre vom 13. d. MtS. zum Bau einer evangelischen Kirche zu Holtenau, Provinz Schleswig- Holstein, ein Gnadengeschenk im Bettage von 48 000 Mark au» dem Allerhöchsten DiSpofitionSfoud» bei der General-StaatSkaffe zu bewilligen uud zu ge­nehmigen geruht, daß die gedachte Kirche zur Ec- iunerung an die Vollendung des Baue» des Nord- Ostsee Kanal» , Dankes kirche' benannt werde.

* (Jrrenwesen.) Die osfiziöseBerl. Corr.' meldet: Der Kultusminister forderte die RegierungS- präfident« auf, umgehend anzuzeigen, in welchen Otten ihres VerwaltnugSgebieteS Orden oder ordenS- ähnliche Congregaiionen der katholischen Kirche in der Irren pflege thätig seien in öffentlich« oder pri Baten Irrenanstalten, oder öffentlich« oder privaten Krankenanstalt« bezw. VerpfleguugSanstalten, welche Geisteskranke aufnehme».

* (Zur Kanalfeier) wird ans Siel berichtet: Der Kronprinz und die kkronpriuzesfin von Griechen land, sowie die Prinzessin Friedrich Karl von Hisse» find im hiesigen Schloß eingettoffen. Leim Prinzen Hunderts rach Durchführung einer geregelten Entwässerung in bessere Kultur genommen.

WaS die Uferdeckuugen betrifft, so erhielt der Kanal-Querschnitt in seinem oberen Thetle, etwa 2 Meter unter dem normalen Wasserspiegel, eine Bereue von 2,5 bis 9 Meter Breite, je nach der Beschaffenhett de» Untergrundes, zu dem Zwee e, «m al» Fußpurkt für eine Steiuböschung zu dienen, welche die Ufer gegen den Wellenschlag zu decken und gleichzeitig eine Sicherheit dafür zu bieten hat, daß die brechende Welle ihren Swß auf ein W-fferpolfter eb- giebt «nd nicht unmittelbar die User wand in Angriff zieht. Diese Steindeckeu sind in verschiedener Bauart ausgeführt, je nachdem sie !m Trocknen ober unter Wasser hergestellt, »nd je nachdem die Steinarten zur Verfügung standen ober anderweitig beschafft werden mußten (dmch Granit Find- linge, Bruchsteine, «linker, Betonabdeckaug, Grand, Siegel, brocke«, Bruchs eine).

Die Ausschachtung de» K-nalprofile» durste zwischen den geschütteten Sanddämmeu vertragsmäßig erst nach einer mehnuonatlicheu Ruhezeit begonnen werden. Zur Förde, ung der Erdmassen waren natürlich nngewöhnlich zahlreiche Maschine« nfto. in Betrieb, so beispielsweise im Jahre 1899: 20 Trockenbagger, 42 Naßbagger «ud Exkavator«, 66 Lokomotiven, gegen 1800 TranSportwagen, 669 Mulden­kipper und Schievkarreu, H D-mpsprähme, 123 Trau»- portprähme (Schuten) «nd 37 Schleppdampfer; und bei der Höchstleistung: 66 Trocken- und Schwimmbagger und Elevatoren, 94 Lokomotiven für Bar- uud BettiebSbahueu, 65 sonstige Maschinen, wie Dimpfpumpen nsw, 2766 Erdtransportwagen und Muldenkipper, 270 Schleppdampfer, Dawpfprähue uud sonstige Schiffsgefäße, >0 Dampf- u Hand­rammen, 20 Darupf- und Handke ähue uud 6 Beton- «udMörtel- Mtsch-Maschinen. ES werden überdies durch die betreffend 'n Unternehmer, da fich im Kanalprofil u. f. w. zur Ziegel­fabrikation sehr geeigneter Thon vorfand, bei Brunsbüttel und bei Gr.-Nordfee (dicht am FlenShuder See) eigene Ziegelbrennereien errichtet. Jene Heferte 50, diese 40 Millionen HintermauernngSsteine, dazu beide größere Mengen Ziegelbracken. Die Zahl der Arbeiter betrug in den Mnter- und Herbstmonaten 1892 durchschnittlich 5785, in den Frühlings- nnd Sommermonaten 8270. Die Höchstzahl aller auf einmal beschäftigten Arbeiter war tat Juni, Juli 1892 rund 8900, die Geringstzahl 2529 im Februar und März de» laufenden Jahre«. Die Unterbringung

Auzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatt«, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasensteta «. Vogler in vvv Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg und Men; Rudolf ÄÄA. HdUkg Moffe in Frankfutt a. M., Berlin, München «. Köln; G. L.

Daube u. Co. ta Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».

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Die sozialdemokratische Agitation i unter den Polen.