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hochinteressante» Nummer bildet ehe Schilderung der Gold und Welthpapierstrom», der durch die Deutsche Reichsbank geht. Mit der Anschaulichkeit eines Zola wird von der fachkundigen Feder Dr. Meyrr's geschildert, wie dort der Nationalreichthum zusammen fließt und regulirt wird. Die Illustration de» inhaltreicheu Artikels ist wieder eine glänzende Leistung der Bongschen Farbendrucktechnik.

er auf seinem Haupte die Kaiserkrone. Der Kaiser stieg zuerst in die Gruft. Die Bischöfe wollten den heiligen Körper selbst aus der Gruft heben; der Kaiser legte hülfreiche Hand mit an. Nun drückten die Bischöfe ihre Siegel darauf; dann trugen ihn der Kaiser und ste feierlich nach der Stätte, wo er dem Volke zur Schau ausgestellt werden sollte. Hierauf feierte man zu Ehren Elisa­beths das Hochamt. Der Erzbischof von Mainz sang die Messe. Beim Offertorium nahte sich der Kaiser der Lade und setzte auf das Haupt der heiligen Elisa­beth, das vorher vom Rumpfe getrennt worden war damit der Anblick desselben den Anschanenden keinen Schrecken einflöse, hatten die Brüder mit einem Messer das Fleisch mit der Haut und den Haaren davon entfernt eine güldene Krone mit kostbarem Gestein und fügte noch einen goldenen Becher hinzu, in den man den Schädel der Heilgen einschloß. Die Gebeine kamen danach in den noch vorhandenen Sarg; wann dies geschah, ist nicht be­kannt. Das Haupt befand sich zuletzt in einem Schranke in der Sakristei der Elisabethkirche

Der deutsche Orden hatte beschlossen zu Ehren Elisabeths über ihrem Grabe eine Kirche zu erbauen und mit dem Bau derselben vor deren Heilig­sprechung begannen. Es geht dies hervor aus einer Bulle des Papstes Gregor IX. vom 30. Mat 1235, worin er der Christenheit von dem begonnenen Bauwerke Mitteilung macht und zugleich allen Förderern desselben 40 Tage Ablaß gewährt.

Am 14. August 1235 wurde von Landgraf Conrad, welcher noch vor Ablauf des Jahres 1234 in den deutschen Orden getreten war, der Grundstein zur

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wie Hühner Suppe, und das Fleisch ist schön weich und zart. Ein bloße» Borurtheil hält die große Menge von dem Genuß diese» billigen NahrungS- mittel» ab. Auf dem Lande werden hingegen junge Krähe» häufiger gegeffe», u»d gerade in Berlins nächster Umgebung fleht «au öfter Leute damit be schäftigt, fich ihreSuppenhühner" von dem Wahr zrich n der Mark, der Fichte, herunterzuhole».

(Die fünf große» Glocke») der Kaiser Wilhelm-Gedächtnißkirche i» Berli», die i» einer Apoldaer Glock-ngießerei hergestellt find, wäre» während der Pfingstfeiertage vor dem Palair Kaiser Wilhelms I. Unter de» Linde» ausgestellt. Die Glocken find aus erbeutete» französtschen Bronze- geschütze» gegossen. Die größte führt de« Namen Königin Louise und Kaiser Wilhelm I.", ist 3 Mete: hoch und wiegt ohne Klöppel 13 800 Kilo. Sie ist »ach der Kölner Domglocke die größte und im To» die schönste Glocke i» Deutschland. Die zweite Glocke heißtAugusta", ist etwa 2i/2 Meter hoch und wiegt ohne Klöppel 8500 Kilo. Die dritte Glocke hfißt Deutschland", ihr Gewicht ist etwa 4500 Kilo, die vierte Glocke heißtKaiser Friedrich", Gewicht 3000 Kilo dir fünfte GlockeWilhelm II. und Auguste Viktoria", Gewicht 2200 Kilo.

Vermischtes.

(Pfingsten in Berlin.) An Maien war dieses Mal bet der vorgerückten Jahreszeit die Zufuhr außerordentlich groß gewesen Die Preise wäre» infolge de» großen Angebot» sehr niedrig. Auch Kalmus erschien i» großer Menge auf dem Markte rmd wurde in Heineren Partien, namentlich von Kindern, auf den Straßen feilgeboten Vielfach sah mau Schutzleute Ursprungszeugnisse und sonstige Aus- weispapter e prüfen, um deu etwaigen Absatz von ge- stohlmrr Waare festzustellen. Reich au Selbstmorden und Unsällen si»d in Berlin die Pfingstfeiertage ge wes n. Am ersten Feiertage Vormittags fand ei« Schutzmann im Thiergarten die Leiche eines etwa 20 Jahre alten Mannes, die hoch oben in einem Baume hing. Man holte den Mann herunter und stellte Wiederbelebunztversuche ar; diese bliebe» jedoch erfolglos, der Tod mußte schon einige Stunden vorher elngetrete» fein. Da bei der Leiche keinerlei Äu8- weispapicre gesund!» wurden, so weiß ma» nicht, um wen es fich handelt. Abends wurde ein Man» von ungefähr 50 Jahre« vor dem Hause Schöneberger Ufer Nr. 5 anscheinend schwer erkrankt angetroffen. Gin Schutzmann brachte th« mittelst Droschke auf die Sanität! wache. Als ihm hier die erste Hilfe zu Theil werden sollte, war er bereits gestorben. An dem­selben Abend fand ma» eine« Mau« Namen» K. Gurke, der aus Kopfverletzungen blutete, vor dem Haule Gartenstraße 13/14 auf. Ei« Schutzmann brachte den Verletzte« i« ein Krankenhaus. Wie er zu den Verletzunge« gekommen ist, war von ihm nicht zu erfahre«, da er nicht recht vernehmungsfähig war. Ebenso wen'g aufgeklärt ist ein anderer Fall vom zweiten Feiertage. Er betrifft einen Mcun, den ma« vor dem Hause Unter be« Silben auf einer Bank auffand. Er ist ebenfalls nicht vernehmungs­fähig. Ein Schutzmann sorgte für seine Aufnahme in ein Krankenhaus Was ihm fehlt, weiß ma« nicht

(Die Handschrift des deutsche« Kaisers.) I« einem Journale für Graphologie wird über die Handschrift unsres Kaisers, tote folgt, genrih-ilt: Die steife Schrift des Kaisers gießt dem Graphologen eine» Charakter ku»d, welcher Selbstbeherrschung er strebt. Dies Streben toird unterstützt durch ehe außerordentliche Entschlossenheit. Solche wuchtigen, feste Keule» schreiben nur energische, will-nstarke Persönlichkeiten, die mit Kraft und Leidenschaft einen ihnen lieb gewordenen Gedanken in die Thai um

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Ver­

setzen. Alles geschieht mit Wucht und Schnelligkeit, mit Eifer und Ernst, da» «roße, wie da» Kleine, >aS Bedeutende, wie da» Unbedeutende. Ernste, nüchterne Anschauungsweise spricht au» den klare«, auffallend knappen Zügen. Da ist nicht ein Zug zuviel, kein Schlußstrich verlängert, keine Form um- gestaltet. So schreibt kein Freund von Umständlichkeit und Weitläufigkeit, kein Verehrer graziös geistreicher Nichtigkeiten, kein Anhänger nervös-empfindsamer Kunstbethätigung usw. Wohin man blickt, markig nnd männlich. Der Kaiser offenbart fich in seiner Schrift als ein Realist, als ein Thatsachenmensch im guten Sinne.

(Eine Juni- Erinnerung.) Vor de«Palais de» Königs Friedrich Wilhelm III, Unter den Linde» in Berlin, stand im Juni 1840 eine dichte Menge in lautloser Stille. Der König lag im Sterben. Um sein Lager hatten fich sehe Kinder geschaart.Ich höre ja gar keine Wagen vorbei- ahren", sagte der König mit matter Stimme zu einer Umg bnng.Ist das um meinetwillen? Mau oll meiiethalbeu Niemand hindern oder stören." Man erwiderte ihm, es würde eine Besserung des Pflasters unter den Fenster» vorgenommen, den« ma» hatte eilig dir Straße aufbreche» lasten, um die Wagen zu einem Umwege z« nöthige».Soll rasch gemacht werden", befahl der König.Keine Umstände meinetwegen I" Am letzten Morgen vor seinem Tode verlangte der König «ach eher Apfelsine. Der Kammerdiener eilt in die Küche, um eine zu fordern, aber e8 ist im ganzen Palai» keine vorrä hig. Da reißt er entschlofleu das Fenster auf und ruft in die dichtgedrängte Menge auf die Straße hi» ab: Der König verlangt »ach eher Apfelsine." Von Mund zu Mund geht der Ruf weiter, Taufende von Füßen und Händen sind in Bewegung, und als der Diener das Portal g öffnet hat und auf die Rampe hinauSttitt, schwebt hoch über den Köpfen von Hand zu Hand gereicht die Frucht und netzt als letztes Labsal im nächsten Augenblick die Lippen des sterbende« Königs.

(Junge Krähe« als Delikatesse.) Dem Berl Lokalanz." schreibt man: Junge Krähen sind schon Unsere Zeit als Delikatessen bekannt. In dem Park der alten «ast. Schlosses Oranie»stein, in welche« Hunderte von Krähennester« auf bcn uralten Fichte« sich befanden, wurde von uns immer ehe intensive Jagd auf die jungen K ühen gemacht Da die Bäume und umliegende« Sträucher durch den Untat der Thiere sehr leide», verbind!t man durch da» Entfernen der kleine»Baumkibitze" das Ange« nehme mit dem Nützliche». Weich gekocht, unter Zuthat von Reis oder Aehnlichem, schmcckt die Suppe

k WSÄenttiche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marv«rg ««d Kirchhain. |mkÄÄt« ' Mnftriries Sonniagsdlatt. Sp,.chM,d,-d°.R.d.--d>--

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Zweites Blatt

Die Kirche der heiligen Elisabeth in Marburg.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Um den heilig gesprochenen Körper Elisabeths, der nunmehr ein Gegenstand der Verehrung war, der Verwesung zu entziehen, mußte er dem Grabe entnommen werden. Für den Tag der Erhebung desselben war der 1. Mai des Jahres 1236 fest­gesetzt worden. Zur Begehung dieser Ceremonie halten sich Kaiser Friedrich II. die thüringischen Landgrafen und Landgräfinnen, Fürsten, Grafen, Edelleute, Erzbischöfe, Bischöfe und eine unzählbare Volksmenge in Marburg eingefunden. Als die Bi über bcs beutschen Hauses die Ankunft bes Kaisers erfuhren, hielten sie es für unmöglich bcn Körper der Heiligen in seiner Gegenwart aus dem Grabe nehmen zu können und gingen daher 3 Tage früher an die Arbeit. Der Prior Ulrich begab sich mit 7 Brüdern zur Nachtzeit in die Kirche, ver­schlossen die Thüren und öffneten das Grabgewölbe. Kaum hatten sie den Stein, der es bedeckte, weg- genommen, als ein köstlicher Wohlgeruch den heiligen Ueberresten entbuftete. Hierauf nahmen sie den Körper aus bem Sarge, hüllten ihn in Purpur und legten ihn in einen bleiernen Kasten, den sie in d e offen gebliebene Gruft stellten, bamit er bei ber Cermonie sogleich herausgenommen werden konnte. An jenem 1. Mai, bei Tages Anbruch, versammelte sich die Menge bei der Kirche, so daß ber Kaiser kaum in das Innere gelangen konnte. Er war bar­fuß und in schlichtem grauen Gewände, doch trug

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Vom Büchermarkt

(Eine Fata morgana i» der Wüste), jenes geheimnißvolle, wunderbare Natnrschanspiel, beste« AnUick sich selbst die meist! n Afrikareisende« nicht rühmen könne«, packt u«S zunächst beim Auf­schläge« de» neueste», 24. Hefte» der in Berlin W. (Deutsches Verlagshaut Bong & C,.) erscheinenden ZeitschriftFür Alle Welt". Selten habe« wir in einer Zeitschrift ein so eff-ktvolle» Bild gesehm, als diese von Wi Helm Kuhnert auSgeführte Zeichnung. WUter enthält diese Nummer Reproduktion u und Gemälde von C. Henrik Nordenberg, Herpfer, Hont Dahl, Carl Müller, G. «eoffroy, G. Graf. I. EkenaS u. A., außerdem eine ganze Reihe anderer Jllastra- tioniu auch in Buntfarbendruck. Der äußerst reich haltige Text besteht au8 den schon wiederholt er- wähnte« drei spannende» Romanen ans einigt« sehr beachte»Swerthe» Aufsätzen rc

DaSGrab der Madame Sans-Gene hat durch da» überall anfgeführte Stück Victoiie» Sardon's aktuelle Bedeutung gewönne». Die 18. Nummer beiMobernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin, ä, Heft 60 Pfg.) bringt eine interessante Abbilbuug bet Stätte auf bem $e:e Lrchatse, in bei die resolute Wäscherin und Herzogin neben ihrem Corpora! ruht. Den Hauptinhalt der St. Elisabethkirche gelegt, und mit ber Erbauung des Chors würbe ber Anfang gemacht.

Die Elisabethkirche sollte bas Grab ber Heiligen umschließen, welches in ben nördlichen Kreuzarm zu liegen kam. Infolgedessen wurde das Hospital ab­gebrochen, und es trat an dessen Stelle südlich von der Kirche ein St. Elisabethhospital. Unzweifelhaft war im Jahre 1249 der Chor mit seinem Eingang auf ber Norbseite vollendet, und auf der Südseite war er durch eine provisorische Wand geschlossen. Der nördliche Kreuzarm hatte jedenfalls die Süd­wand der Hospitalskirche durchbrochen und sie der Breite nach in der ungefähren Mitte geschieden, denn Pabst Jnnocenz IX. genehmigte auf Ansuchen des deutschen Ordens, weil ber Standort des Grab­mals für die zahlreichen Pilgerscharen zu wenig Raum biete, die Uebertragung der Gebeine der Heiligen an einen angemesseneren Ort, infolgedessen der Sarg aus der Franziskuskirche in den Chor der Elisabethkirche übergeführt wurde.

Zur Förderung des begonnenen Werkes und jur Beschaffung der dazu erforderlichen Geldmittel wett­eiferten Päbste, Erzbischöfe und Bischöfe mit Er­teilung von Ablässen, Ordensbrüder reiften umher, Gaben für den Kirchenbau einsammelnd, und für die Pilger zum Grabe der Heiligen war eine Geld- büchse ausgestellt.

In Anbetracht ber langen oft unterbrochenen Bauzeit war nach 48 Jahren die Kirche ber heiligen Elisabeth in ihren wesentlichen Teilen vollendet nnd wurde am 1. Mai 1283 geweiht. Die Vollendung der beiden Westtürme zog sich noch bis über die Mitte des 14. Jahrhunderts hinaus.

Sechshundert Jahre sind nun an bem ehr-

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würdigen Gebäude vorübergegangen und ber Zahn der Zeit hat ihm nichts anhabeu können, noch steht es in seiner jungfräulichen Schöne da, trotz der Stürme des Volkslebens und der Wetter des Himmels, v»u denen die Analen Marburgs vieles zu erzählen wissen.

Schreiten wir nun zur Betrachtung der

Kirche der heiligen Elisabeth in ihren Teilen und Abteilungen samt den in diesen vorhandenen Sehenswürdigkeiten.

Der Grundplan dieses Meisterwerkes rein gothischer Baukunst, des ältesten nach der Liebftauen- kirche in Trier, ist ein Kreuz, dessen Chor und Kreuzarme aus bem Zehneck geschlossen sind, die Länge beträgt 63,13 Meter, die Breite 19,13 Meter und die innere Höhe 19,14 Meter. Der ganze Bau ist bis zu den beiden viereckigen etwa 75 Meter hohen Westtürmen, die in mehreren Stockwerken, umgeben von ins Kreuz gestellten und in Fialen auslaufenden Strebepfeilern, in die Höhe steigen, aus Sandsteinquadern aufgebaut und mit Treppen versehen. Das oberste Stockwerk enthält 4 zwei­teilige Fensteröffnungen und hat unten und oben eine Maßwerkbrüstung. lieber diesem Stockwerk setzt das Viereck in dos Achteck um, welches, umgeben von einer Maßwerkgallerie und mit Statuen ver­ziert, den Turmhelm trägt, der mit einem kupfernen Knauf schließt. Aus den Knäufen erheben sich Wetterfahnen in Gestalt eines deutschen Ritters zu Pferde und eines Sterns.

(Fortsetzung folgt.)

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein n. Vogler in yYY Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf ÄAÄ. ^llyrg Mosse ta Frankfurt a. M., Berlm, Münchm u. Köln; G.L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».

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»btt deren Ä«xm 10 Pf»., Reklamen für die 8elU » toi».------------ ---