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wirthschast traten zurück. Jetzt muß es endlich anders werden, wir wollen vaterländische Interessen vertreten und den Mittelstand schützen. Der Bauernstand und der Hand­werkerstand müßen gekräftigt werden, um ihre Pflichten gegen den Staat erfüllen zu können. Fürst Bismarck hat un» nach außen groß und mächtig gemacht, das erkennen alle Parteien an, aber in der inneren Politik hat er sich in der Wahl seiner Rathgcber geirrt. Wenn er gewußt, wie es gekommen, würde er wohl kaum einen Lasker und Bamberger zu Rath gezogen haben. Später hat sich Bismarck aber unserer Interessen angenommen; standen wir unter der Schutzzollpolitik auch nicht glänzend da, sahen wir doch vertrauend in die Zukunft. Graf Caprivi war vom besten Wollen beseelt, aber er verstand nichts von Industrie und Landwirthschaft. Die Regierung halte kein Einsehen und ging blindlings in die Handelsverträge hinein. Dieselben durften nur versuchsweise auf kurze Frist, aber nicht auf 10 Jahre gemacht werden. (Beifall.) Die Hoff­nung, daß unsere Bundesgenossen, Oesterreich und Italien, Stutzen von den Verträgen haben würden, hat sich nicht erfüllt, Rußland und Argentinien kommen ihnen zuvor. Nun steht die Regierung rathlos da und Alles, was wir von ihr verlangen, nennt sie wucherisch, wenn nicht gerade (wie früher Caprivi) verbrecherisch und unmöglich. Der Reichstag, dem ich die Ehre (oder wie Sie es sonst nennen wollen) habe anzugehören, ist geschlossen, ohne daß er etwas geleistet hat. Die Regierung will allerdings die ländliche Bevölkerung nicht zu Grunde gehen laßen, aber wir wollen nicht nur Worte, wir wollen Thaten sehen. (Bravo.) Die Armeevorlage hätte von uns nicht ohne Gegenzusicherungen angenommen werden sollen. Wir sind eben zu vertrauensselig gewesen, auch zu patriotisch, um Bedingungen zu stellen. Der jetzige Landwirthschaflsminister, Herr v. Hammerstein, hat wohl die Absicht, uns wirklich Hülfe zu bringen, aber er kann es nicht, weil die anderen Herren im Ministerium, die Träger der hergebrachten Traditionen sind, einen anderen Curs steuern. Um der Roth der Landwirthschaft abzuhelfen, hat der Bund der Landwirthe drei Mittel: Antrag Kanitz, die Doppelwährung und gründliche Börsenrcform; aber wir haben bei der Re­gierung bitterwenig Entgegenkommen gefunden. (Beifall.) Mit dem Antrag Kanitz haben wir den Erfolg erzielt, daß er der Kommission überwiesen wurde. Ob die Regierung dem Antrag bald folgen wird, ist fraglich, die jetzigen Herren im Ministerium voraussichtlich nicht, aber es giebt ja auch noch andere Menschen. (Heiterkeit.) Jedenfalls wird der Antrag von uns aus immer wieder kommen. Wenn die Regierung einen anderen Weg kennt, uns zu helfen, nehmen wir den, wir sind keineswegs eigensinnig. Die Doppelwährung kann hier nicht eingehend behandelt werden, doch halte ich es für kindisch, wenn wir mit unserem schönen Golde im Lande mit Ländern Verträge abschließen, die nur Papier- oder Silber-Valuta haben. Die jetzige Regierung, insbesondere die Herren v. Marschall, v Bötticher u. G. sind nicht gewillt, uns entgegen zu kommen. Der Präsident der Reichsbank hat im Herrenhause erklärt, an unserer guten Goldwährung könne nicht gerüttelt werden, also ein Zeichen, daß, trotzdem der Reichskanzler sich etwas entgegenkommend gezeigt hat, sobald keine Wandlung eintritt. Das Börsenreform'Gesetz ist auch nicht vorgelegt worden. Die Interessen des Großkapitals erfahren die kräfttgste Vertretung, die den Landwirthen gemachten Ver­sprechungen werden nicht erfüllt. (Sehr richüg.) Die Börse macht die Preise und beherrscht Alles. Daß jetzt im Mai und Juni die Preße für Getreide höher als sonst

geben und ihm zu sagen, daß sie nicht länger mit ihrer Einwilligung zögere.

Paul zürnte sich selbst. War nützte er ihm, daß er so viele Jahre die Kunst der Rede und ge. sellschaftliche Fertigkeiten studiert hatte, wenn sie ihn dort »erließen, wo er deren am meisten bedurfte, und er nun wider ungelenk und schweigsam war, wie in seiner Kindheit? Er sah auf Hermiones gesenkte» Köpfchen, auf ihre zarte Gestaü, und der thörichte Wunsch, sie wieder ihre» Willen in seine Arme zu nehmen und sie fortzutragen, dorthin, wo Niemand sie ihm rauben konnte, erwachte in ihm. Doch gerade in diesem Augenblicke sah Hermione mit einem Lächeln zu ihm auf, wie er nie geglaubt, daß sie ihn noch einmal ansehen würde.

In diesem Augenblicke kamen die andern nach.

11. Kapitel.

Einige Tage später waren die Carvel» in einem der »ielen geräumigen Häuser am Quai von Bujukdere einqrrtiert, welche gewöhnlich an Fremde vermiethet werden. Er find mächtige, hölzerne Gebäude, welche an jeder Seite der Flurs eine große Halle haben, von welcher fich kleinere Zimmer nach beiden «Seiten öffnen.

War mich anbetraf, so war ich eine» Tage» nach Bujukdere hinaurgegangen und hatte meine Absicht bezüglich meiner Abreise geändert. Die Rosm blüthen so herrlich und alles Uebrige hatte eine solche Anziehungskraft, daß ich der Versuchung nicht widerstehen konnte, den Sommer in diesem Orte zuzubringen. Der kleine Kioks auf dem Hügel über un herrlichen Gärten «ar außerdem zu verlockend und nach wenigen Stunden llebrrlegen» miethete ich ihn für den Sommer.

; finb, will nichts heißen, denn die Bauern haben nichts mehr zu verkaufen; zur Erntezeit fallen sie wieder. Auch bei den jetzigen Preisen ist die Produktion nicht lohnend. Die versprochenen kleinen Mittel der Reaieruug (Spiritus und Zuckervrämien) können der Landwirthschafr nur im be­schränkten Maße helfen, auch wird banrt Zwiespalt in die Landwirthschaft getragen. Die Bauern, die nur Getreide bauen können, sagen nun, ja denen mit besserem Boden wird geholfen, uns aber nicht. Was die Staffeltarife au- langt, so muß sich die Bundesleituug neutral hatten, weil wir die ganze deutsche Landwirthschaft vertreten, wir dürfen nicht hennenb, sondern müssen vereinigend wirken. Die Regierung hat, trotzdem wir ihr sozusagen fünf Monate Schonzeit gegeben, ihre Worte nicht in Thaten umgesetzt. Die verfloßene Reichstagssession ist nichts als eine Ent­täuschung gewesen. Herr v. Bötticher hat gesagt, es sei nicht mehr möglich gewesen, die Börsenrcform auszuarbeiten, m. H scheu Sie sich die Riesenpaläste in Berlin an, worin die vielen Hunderte von klugen Menschen arbeiten und die sollten diese Vorlage nicht haben fertig stellen können? (Große Heiterkeit.) Mit welchen Schwierigkeiten haben wir zu kämpfen gehabt, bis wir den Margarine-Gesetz­entwurf vorlegen konnten, und doch ist er von uns ganz allein fertig gemacht. Die Regierung hat ihre Pflicht nicht gethan. Was die sozialpolitischen Gesetze anlangt, so hat man uns die Lasten aufcrlegt, aber nicht gesorgt, daß wir bessere Preise bekommen. (Beifall.) Mancher Landwitth geht an den Opfern für die Sozialgesetzgebung zu Grunde. Ich weiß es von mir selbst, ich muß für Krankenkasse, Unfall- und Alters-Versicherung mehr bezahlen, als ich im Ganzen im Jahre Ueberschuß gehabt habe. (Hört, hött!) Trotzdem wollen wir die sozialpolitische Gesetzgebung nicht zurück- schranben, das geht nicht, aber wir verlangen, daß man uns so stellt, daß wir auch die Lasten tragen können. Es sind zu viel Genossenschaften da, man weiß gar nicht mehr, wohin man alle zahlen soll, auch sind die Ver- waltuugskosten viel zu hoch, die freßen Alles auf, es sind zu viel Beamte da. (Stürmischer Beifall.) Viele kleine Leute sagen, ach, die Kassen sind ja nur gebildet worden, um noch mehr Beamte, als schon da sind, zu beschäftigen. (Heiterkeit.) Das muß anders werden. Der Selbstver­waltungskörper muß das gegen Entschädigung mit übernehmen. Dieser Antrag auf Vereinfachung der ganzen Verwaltung wird sicher im nächsten Reichstag Anklang finden. Redner kam ferner auf die erzielten Erfolge des Bundes zu sprechen und betonte, daß die kleinen Städte und das platte Land völlig zu ihm stehen. Man denke des Sprüchwortes , Ha: der Bauer Geld, hat's die ganze Welt". Dem Handwerk gehe es noch schlechter als der Landwitthschast, deshalb müßten alle produkttven Stände zusammenhalten. Auch sind wir für die Forderungen des Handwerkes, Befähigungs- Nachweis, Zwangs-Innung cingetrcten. Die Arbeiter haben jetzt zwar billigs Brot, aber keine Arbeit, früher bei den hohen Preisen ging es ihnen besser. Der Antrag Kanitz hilft Allen. Es soll der Durchschnittspreis der letzten 40 Jahre angenommen werden, ich glaube, ein jeder steht sich besser, wenn er den festen Preis kennt, als wenn er fort­während fragen muß:Welchen Preis werden die Börsen- juden mir im nächsten Monat machen?" (Heiterkeit.) Mit dem Umsturzgesetz war nichts zu machen, wir verlangen ein schärferes Gesetz, welches Sozialdemokratie und Anarchie trifft. Das beste Mittel gegen den Umsturz ist die Stärkung des Mittelstandes. (Bravo.) Gegen die rothe Internationale geht die Regierung vor, gegen die goldene Internationale aber nicht. (Beifall.) Da

So ritten wir denn häufig durch den Wald, welcher jetzt im Mai ein ganz ander» Aussehen zeigte, al» in jener Märznacht, in welcher ich mit Gregorius Balsamide» durch denselben fuhr. Die ganze Gesellschaft erfreute fich de« herrlichen Sommers und seiner hier in so reichem Maße gebotenen Genüsse. Paul flam und ging und sein Geficht zeigte keinerlei Bewegung, wenn er Hermione begegnete oder fich von ihr trennte. Mitunter, doch nicht häufig, waren sie allein zusammen, doch er zeigte keine große Sorge, sich solche Gelegenheit zu verschaffen. Er hatte 'sich jedoch vorgenommen, zu gewinnen und meinte da» in seiner eigenen Weise zu können; daß ihn seine Pflichten mitunter ben ganzen Tag über in der Gesellschaft festhielten, während Aexander nicht» zu thun hatte, al» fich mit Hermione zu unterhalten, schien ihn nicht im geringsten zu berühren.

Eine» Nachmittag» ttiten Carvel, Hermione, Alexander und ich in den Wald. Paul hatte an jedem Tage Dienst und konnte nicht kommen. Hermione und Alexander bildeten ein schöne» Paar und John betrachtete fie mit Interesse, al» sie vor un» tüten, jedoch nicht mit Befriedigung.

Griggs/ sagte er endlich,es ist eine eigen« thümliche Sache, ich weiß nicht, was ich daraus machen soll. Sie erinnern fich des Gespräche», welches wir in Pera am Abend nach unserer Ankunft hatten? Ich glaubte bestimmt, daß Hermione Paul heirathen wolle. Dennoch scheint fie mit deffen Bruder auf erstaunlich gutem Fuße zu stehen. Meinen Sie auch nicht?

.Da» ist ganz natürlich", anwortetete ich.Sie find Coufin und Coufine. Weshalb sollten Sie fich nicht gern haben? Alexander ist ein sehr

gebt vielmehr die Seehandlung voran, um das Geld außer Land zu schaffen und den Chinesen zu Helsen. Aber es wird nicht eher anders, als bis in dem Ministerpalais eine andere Luft weht. Dort heißt es:Sage mir, welche Zeitung Du liesest, und ich will Dir sagen, welch' Geistes­kind Du bist". (Heiterkeit.) DieVossische Zeitung" wird von den Herren durchweg gelesen, sie ist die Vertreterin der Großbörse. Wenn nur frische Luft in die Ministerpalais kommt, hilft es auch noch nichts, es wird nicht eher besser, bis einer mit dem eisernen Besen kehrt. (Bravo.) Wenn die frei­sinnigen Herren erst in den Besitz des ländlichen Grundbesitzes gekommen sind, dann bekommt's die Landwirthschaft besser, denn die werden schon dafür sorgen. (Beifall.) Zum Schluß führte Herr v. Plötz aus, der bekannte Spruch müsse für den Landwirthsbund dahin abgeändert werden:In den Sternen steht geschrieben, Du sollst kämpfen, hoffen und siegen!" (Beifall.) Der Bund werde auch schon siegen, denn er vertrete die Jntcreffen des gefammten Vaterlandes und wolle dem Mittelstände aufhelfen. Wenn auch unsere Klagen nicht verstummen, unser Vorgehen bleibt doch ein vaierländisches, vorläufig sind Kraft und Mttel noch vor­handen, Thron und Altar zu ftützen. Wenn das erst an oberster Stelle bekannt wird, bann wird sich auch alles wenden, deshalb bin und bleibe ich der Meinung:Die Zukunft gehört doch der deutschen Landwirthschaft."In den Sternen steht's geschrieben, Du sollst glauben, hoffen, lieben." Diesen Spruch dürfte man vielleicht, auf die Land­wirthe angewendet, umdichten:In den Sternen steht's geschrieben, Du sollst kämpfen, hoffen, siegen!" (Stürmisches Bravo und Händeklatschen.)

3x der xns eröffnete» Diskussion erhielt zunächst Herr Hr, Müller-Hofgeismar das Wort. Er betonte, dsß der Bund auch dafür wirken möchte, daß da» mobile Kapital ebenfalls zn denselben herangezogex werde. Ix' dieser Richtung seien die Vertreter des Bundes im Parlament zu tnstruirex. Herr v. Ploetz erwiderte, ix dem erwähxten vom Bundesvorstand ausgearbetteten Gesetzentwurf sei man schon davon ausgegangex, die sraglichen Kosten auf breitere Schultern zu leger, die Börse rc. voll heraxzuziehe». Herr Biel-Snndhof führte aus, mit dem Scheide» Bismarcks vom Reichskaxzlerposteu habe die Land« wirthschaft eine» Vater verloren. Seitdem sei dieselbe verwaist gewesen, bi» fie in Herr» v. Ploetz, dem verehrten BundeSvorfitzende», eine» neuen Vater ge­sunder, eine» Man», der daS Herz auf dem rechte» Fleck habe, vo» echtem Schrot und Korn. Mit Freuden habe men ihn hier begrüßt und seinen Worten gelauscht. Redner schloß mit einem Hoch auf Herrn von Ploetz, das lebhafte» Widerhall fand. Herr Hoffman» - Borken trat für fernere eifrige Agitation von Seiten des BvndeS ei», um endlich die Regierung zu Thaten zu bewegen. Herr Hilgenberg « Grebenstein wandte sich gegen ein Schreiben, das neulich, gelegentlich der Hofgeismarer Wahl, Herr So uchay-Marburg veröffentlichte, worin gesagt war, die preußischen Beamten vermöchten den Antrag Kanitz nicht durchzuführen. Preußische

liebenswürdiger junger Mann und weiß die Zeit angenehm zu zerstreuen, wenn Paul nicht da ist.*

Was mich am meisten überrascht", sagte John Carvel,ist, daß Paul darüber vollkommen beruhigt erscheint und noch nicht ein Wort mit mit darüber gesprochen hat. Ich glaube, er wird das überhaupt nie thun. Es biegt zwar kein Grund vor, weshalb Hermione schon jetzt heirathen sollte, und Paul ist gerade keine glänzende Parste, obgkich er ein sehr lieber Mensch ist."

Ein ausgezeichneter Mensch", stimmte ich zu. Ein viel befferer Mensch al» sein Bruder, glaube ich obgleich Alexander da» befitzt, wa» die Frauen Zauber nennen. Paul änderte jedoch seinen Entschluß nicht, da» brauchen Sie nicht zu fürchten."

(Fortsetzung folgt )

Kunst, Wiffenschast und Leben.

* Asim, 1. Juni. (Universität.) Zum Nachfolger de» nach Leipzig berufenen Chirurgen Prof. Trendelenburg ist -Prof. Johanne« Mtsulicz in Breslau gewählt worden.

Müuche«, 1. Juni. (Ausstellung»« Eröffnung.) Der Prinzregent eröffnete heute Vormittag die Jabreraurstellung von Kunstwerken aller Nationen im Glaspalaste. Nach dem Empfang durch das Präfidium und - einem kurzen Cercle machte er einen Rundgang durch sämmtliche Säle in Begleitung aller Prinzen und Prinzesfinnen, ge­führt von der Kunstjury und der Ausstellung»« Kommission. 1000 besonder« ausgewählte Kunst­werke füllen die geschmackreichen Hallen de« Palaste«. Der Prinzregent äußerte wiederholt seine höchste Genugthuung über den Gesammteindruck.

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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Erscheint täglich «utzer en Ö«tt«««n ns* 6»an« mck gdertsien. Cxar:el*Äb«nn«xtntl»$rtil bei der ®Qx« Wien 8 Mk., bei «lleu Postämkcu 2RL LS Pf«. (exll. Bestellgeld). Jus«rati»n»«Mhr für die «espeltene Zeile «der deren Stenn 10 Bf«.. ÄeSewen für die Heile 86 Bf«.

Marburg,

Mittwoch, 5. Juni 1895.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die AMoncen-Bnreaux von Haasenstein «. Vogler in Frankfurt -. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M Berlin Hannover, Pari».

XXX. Jahrg.

Herr von Ploetz in Caffel.

* Im Stadtparksaal in Caffel wurde am Freitag poriger Woche eine Hauptversammlung de« Pioviuzial- vereinS desBundes der Landwirthe" für Hesse» abgehalten.

Nach der üblichen Eröffnung durch ben Vor­sitzenden Herrn Oberamtmann Oldenburg Wilhelms­dorf, betonte dieser, daß der Provinzialverein eine beftiedigende Entwickelung nehme, die Zahl der Mit­glieder wachse langsam aber stetig. 3m Weiteren bemerkte er, daß zwei Jahre voll Sorgen, Kummer «d ergebnißloser harter Arbeit verfloffeu sind, und leider sei auch der Blick in die Zukunft noch ebenso trübe als früher. Insbesondere ließen die Ernte- ausfichten hier in Hessen zn wünschen übrig; man werde von der Winterfrucht keineswegs die vorjährigen Erträgnisse erzielen. Für die Laudwiithschaft sei leider trotz der vielen Versprechungen und Hoffnungen fast gar nichts gethan, den», meine Herren, die 25 Pfennige für Zuckersteuer können uns doch nicht glücklich machen. (Sehr richtig!) Möchte es doch endlich an den maßgebende» Stellen gefalle», von Worten zu Thaten überzugehen und etwas Hand­greifliches für die Landwirthschaft zu schaffen. ES muß aber bald geschehen, denn sonst kommt für viele die Hülfe zu spät. ES ist bedauerlich, daß in den höheren Kreisen der StaatSregieruug immer noch nicht die Ueberzeugung durchgedruuge» ist, wie groß die Roth der Landwirthschaft ist. (Beifall.) Weiter theilte Redner mit, daß dem Landes Effenbahurath demnächst eine Vorlage über Einführung der Staffel­tarife für Biehtransporte gemacht werden würde, und er werde Alles aufbieteu, diese Gefahr für hier abzuwenden. (Beifall.) Redner schloß mit dem Wunsche, daß auch die städtische Bevölkerung und die Handwerker immer mehr einsehe» möchten, daß ihre Interessen mit denen deS Bauernstandes gemeinsam ssttd. (Bravo.)

Danach ergriff der Vorsitzende desBundes der Landwirthe", Herr von Ploetz, stürmisch begrüßt daS Wott. Au« den audetthalbstündigen Aus­führungen fei Folgende« heroorgehoben:

Redner bemerkt einleitend, daß er gern hierher gekommen fei in das schöne Hessenland mit seiner kräftigen Bevölkerung und führte sodann aus, daß, wenn wir fragen, was die Roth der Landwirthschaft gefördert habe, wir ehrlich einge- tzehen müssen, wir Landwirthe selbst, wir haben Partei- Politik getrieben und uns wenig darum bekümmert, was der Landwirthschaft frommt. Wenn wir jetzt die land- wirthschaftlichen Interessen in den Vordergrund stellen, wollen wir doch keineswegs einfeitig sein. Die Politik der letzten zwanzig Jahren hat nur die Interessen des Groß- kapttals und die Industrie vertreten, diejenigen der Land-

Paut Patoff.

4te Erzählern« in 8 Bänden von F. Marion Crnwfoid.

(Fortsetzung)

ES war mir nicht möglich, nach der Gallerie von Santa Sophia hinaufzugehen," sagte Paul. Ich bin nervö«, aber e« bringt mir die ganze Geschichte zu lebhaft wieder in die Erinnerung jurück"

Wa« hat fie jetzt noch zu bedeuten, da er

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Anfang einer ganzen Reihenfolge von Unglück. Ich kann sagen, daß ich seitdem kaum eine glückliche Stunde hatte."

Wie kannst Du so etwa« behaupten", fugte Hermione vorwurfsvoll.

Es ist wahr ich habe wohl Grund, bee zu sagen, wäre jene Nacht nicht gewesen, so wäre meine Mutter nicht wahnfinnig geworden. Ich wäre nie nach Perfien gegangen und hätte nie daran gedacht, meinen Urlaub in England zu ver­leben. Dann wäre ich Dir nicht begegnet'

Und da« hälft Du für ein so große« Unglück?" fragte Hermione.

Es ist stet» ein Unglück für einen Mann, ®enn er etwas erreichen will, da» ihm verweigert ist", antwortete Paul ruhig.

Hermione schwieg, denn fie wußte nicht» zu antworten. Sie wußte, wie innig und treu er fie liebte, und wenn fie in seiner Nähe war, unterlag ste in gewissem Grade seinem Einflüsse, so daß fie schon häufig auf dem Punkte gewesen war, nachzu«

gefunden ist?" fragte Hermione.

War e» zu bedeuten hat?" wiederholte er -leise. Nun, ich glaube sehr viel. Wa« vor zwei Jahren in jener Nacht geschah, war für mich der