Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg,
Sonnabend, 25 Mai 1895.
Snzergeu nimmt entgegen die Expedition dieses Blatter, sowie die Annoncen-Burrcmx von Haasrnüein u. Vogler in Fraickfnrt e. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfutt a. M., Berlin Hannover, Pari».
XXX. Jahrg.
□ Der Schluß der Reichstagstagung
ist am heutige« Freitag erfolgt. @i«ige Blätter hatte« sich bemüht, «achzuwetse», daß der Reichstag die Pflicht hätte, «och länger znsamwei zu bleiben. Wen» mau bedenkt, wie weiig Positiver der Reichstag geschaffen hat und wenn eeo« überlegt, daß so große Lorlage», wie die Novelle zum Gerichtkveifaffaugs. gesetz und zum Strafgesetzbuch «och i« der Kommission stecke» und daß Entwürfe wie die <8ewerbeord«u»gS »ovelle im Plenum noch keine Entscheidung erfahren habe», daß außerdem der Buudesrath da« Börse« gesetz und den S»twurf zur Bekämpfung des unlanteren Wettbewerbes bis zur Vorlegung au de» Reichstag vorbereitet hat, so wird mau diese« Blätter» Recht geben. Jedoch man muß mit den vorhaude»e» Thatsachen rechne». ES steht erfahr»»gSgemäß fest, daß bt der warme« Jahreszeit die Parlamente sich im Allgemet»e» schwer zusammeuhalte» laffe», der Deutsche Reichstag aber besonders schwer. Angenommen nun, es würde die Tagung auch über Pfingsten hinaus verlängert, und eS würde dem Reichstage für diesen Theil seiner Thättgkeit nicht nur die Erledigung der »och nicht verabschiedeten, bereits vorhandenen Vorlagen, sonder« auch vielleicht »och die Berathung der bereits weitgediehene» Entwürfe über die Börse und zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes als Aufgaben übertragen, so würde das Haus äußerst selten beschlußfähig sein und es würde in der Hand einer rücksichtslose« Oppositionspartei liege», de» Fortgang jeglicher Be- rathu»g zu hemme» oder ganz zu hindern. Im Interesse der Arbeit der EesetzgebungSmaschine liegt die Verlängerung der Tagung nicht; der Reichstag selbst aber hat ei» Interesse Sara», daß »icht fortdauernd seine Beschlußunfähigkest konstatirt werden darf. Die Vorgänge in den letzte» Woche» habe« das Ansehe» öeS Reichstages «icht hebe» tö*«e«, Also mußte der Reichstag selbst den Schluß seiner Tagung vor Pfingsten herbeiwüusche». Der allerletzte Theil der Tagung hat fich etwa» stucht bringender gestaltet. Im Vordergründe des JutereffeS standen die beiden, zum Beste» der landwirthschaft- lichen Nebe»ge«erbe, der Branntwein» und der Zuckerindustrie, eingebrachteu Vorlage». Die die letztere betteffe»de ist a»geno«»e» u»d dasselbe wttd auch heute mit dem Branntweinsteuer. Gesetz geschehen. Die Neuordnung des ZuckersteuergesttzeS hat fich nicht so sch»ell fertig stelle» lassen. Damit wird fich die »ächste Tagung beschäftige» müffea. Die Bor-
Pa«l Natoff.
Ita «qähdmg i» 8 Bänden von F. Marton Crawford.
(Fortsetzxng.)
„Ich muß gestehen, ich habe von der Treue der Lalar im Allgemeinen, und Selims im Besonderen eine hohe Achtung bekommen.'
„Sie find treu,' sagte Balsamides ernst.
Alexander gab uns später noch mehrere Detail» von jener Schreckenszeit, diese« war jedoch die erste Rittheilung, welche der Hauptsache nach alles Wichtige umfaßte. Die ganze Sache machte einen tiefen Eindruck auf mich. Der Unglückliche war das Opfer riner Reihe von Zufällen geworden, welche man unmöglich vorhersehen konnte, und die sämmtlich auf seine Unklugheit, zurückzuführm warm. Ein Stückchen chörichtm Leichtfinne« oder leichtsinniger Thorheit hatte zwei Jahre seine» Leben» vernichtet und chm eine Sttafe eingebracht, wie fie ein Gerichtrhof nur Wer ein schweres Verbrechen verhängt.
Der Rest de» Tages verging mit Alexanders Begrüßung seiner Mutter und der Einführung bei seinen englischen Verwandten. Was zwischen Mutter tob Sohn vorgegangen, habe ich nie erfahrm, doch torß da» Wiedersehen ein außergewöhnliche« gewesen sein. Er war nöthig gewesen, Madame Patoff auf ««selbe vorzuberettm — auf dm Anblick de« Sohne», «n fie mehr liebte, al» irgend etwa« Andere« auf «r Welt. Diese Aufgabe übernahm Hermione al« Diejenige, welche fich mit ihrer Tante am besten zu verständigen vermochte. Sie begann mit leism Andeutungen, daß ein naiet Schritt zum Ausfinden Alexander« gethan sei, von welchem man sich in Arzer Zett dm bestm Erfolg verspreche — vttlleicht Hon nach wenigen Stunde».
lagen gehörten zu den „kleine»' Mittel», mit welche» der Landwirthschaft oufgeholie» werde» soll u»d we»» der leider vielfach zu bemerkende» Uebertreibung t« der laudwttthschaftltcheu Agitation mit Erfolg entgegen- getreten werde» soll, so muffe» auf dem Gebiete der „kleine»' Mittel Erfolge erzielt werde». Scho» von diese» Gesichts punkte au» ist der Wunsch »ach Annahme beider Gesetze gerechtfertigt gewesen. Die deutsche Landwirthschaft aber hat auch, we»» fie vor der auswärtige» Konkurrenz »icht zu Grunde gehen soll, die Gesetze nöthig. ES wird fich infolge der Annahme obenbezeichneter beider Lorlage» der Schluß der diesmalige» ReichStagStagnng also »icht ganz so wenig erfreulich anSnehmen, wie dies gemäß der bloßen Negativ» im größten Theile der Tagung angenommen werde» mußte. Im große» Ganze» jedoch hat fich der Reichstag i» feiner ab. gelaufene» Tagung durchaus »icht mit Ruhm bedeckt. Sr hat sich de» großen Ausgabe», welche die Gegen- wart in finanz- und sozialpolitischer Hinficht an ihn gestellt hat, »icht gewachst» zeigt. Die Folge» wird er selbst z» tragen Haven.
Deutsches Reich.
* Merlin, 23. Mai. (Tagesbericht.) Unser Kaiser hat fich gestern t» Pröckelwitz die neue Triumph-Spirituslampe vorführen laffen in Gegenwart einiger Herren a»S der Umgegend. Die Jagd beute des Monarchen ist sehr ergiebig. Heute besuchte der Kaiser den Gottesdienst. Die Rückkehr nach Potsdam erfolgt vorauSfichtltch morgen. An diesem Tage findet im Nene» Palais zur Feier des Geburtstages der Königin von England ein größeres Diner statt. — Zn de» Kaiser man Sveru wird berichtet, daß der Kaiser nicht (wie bisher angenommen wurde) am 3. September, sonder« erst am 6. Vormittags in Stettin eiuttifft. Die Provinz Pommern wird den Monarche» zu einem gelegentlich der Maröver stattfindende» Festmahl einlade». — Bo« Rücktritt des Herzogs Alfred von Kobnrg-Gotha war i» einem Theil der Preffe die Rede gewesen. Die Meldung wird jetzt amtlich als erfunden bezeichnet. — Der Minister des Inner» v. Köller ist gestern von seine« Urlaub aus dem Elsaß zurückgekehrt und hat die Geschäfte wieder übernommen. Nach Pfingsten wird er fich zur Kur nach EmS begebe», so daß die Leitung der Geschäfte i« Abgeordnete nhause für die letzte Zeit der Session Vizeprästdent v. Heeremcn übernehmen wird. — Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Frhr. v. Hammerstei».Loxten, ist
Dann ging sie allmählich dazu über, den Augenblick auszumalen, wenn er erscheinen würde, um Madame Patoff allmählig an den Gedanken zu gewöhnen. Endlich gestand fie, daß er in der vergangenen Nacht aufgefunden worben sei und den Augenblick nicht erwarten könne, in welchem er seine Mutter wiedersehe.
Die Macht der überwältigenden Nachricht war auf diese Weise gebrochen. Die alte Dame wurde beinah ohnmächtig vor Freude, doch die Gefahr war vorüber, al« fie ihre volle Besinnung wieder erlangt hatte und da« Verlangen aursprach, Alexander unverzüglich zu sehen. Er wurde in ihr Zimmer geführt und die beiden ihrem Glücke allein überlassen
Die übrigen Familienolieder waren ganz außer fich vor Freude. John Carvel wurde zehn Jahre jünger, Frau Carvel weinte vor Freude, während Chrysophrafia erklärte, daß ihre Enttäuschung über den ersten Eindruck von Constantinopel durch diese aufregende Geschichte mit dem erfreulichen Schluffe wenigsten« einigermaßen ausgeglichen sei. Hermione« Antlitz strahtte vor Glück und Maeaulay zerfloß thatsächlich in seligem Lächeln, al« er fich zurückzog, um die Erlebniffe seines Vetter« nebst allen be» gleitenden Umständen in seinem Tagebuch niederzu chreiben.
,OH Paul!' rief Hermione, al« fie Beide illein waren.' Du hast mir nie gesagt, daß er so chön sei.'
«Ja,-- antwortete Paul ruhig, „er sieht be. deutend beffer au« als ich. Du darfst Dich nicht in ihn verlieben, Hermione.'
„Wie kannst Du nur so etwa« denken, ge. chweige denn aussprechen', rief fie, hell auflachend
würde mich nicht überraschen, wenn er
do« leiser Dienstreise »ach der Provinz Hannover wieder hier eingettoffe». — Kolonial Direktor Kayser ist von seiner Krankheit wiederhergestellt und hat seine AwtSgeschäfte in vollem Umfange wieder mtfge nommcn. — Zum neuen lippesche» K ab inet«. Minister ist an Stelle dek verflorbcne» v. Wolf- gtamm der bisherige Landrath v. Oertzeu in Hanau ausersehen. Derselbe ist bereits vorn Regenten Adolph »ach Detmold berufe». — General major v. Hüpede» ist in Genehmigung feines Abschiedsgesuches mit Pension und dem Charakter als Generallieutenant zur Disposition gestellt. — Dem Landrath de« Untertaunnskreise», Urban, ist die nachgesuchte Entlastung au» dem Staatsdienste mit Pension ertheilt. — Der aus Ostasten abbe- rrrfene Kreuzer „Marie' Hal Befehl erhalten, fich der deutschen Gesandtschaft in Marokko zur Verfügung z» stellen. Der Mörder des Leipziger Kans- man»« Rockstroh ist wegen des Kabylenanfßondes bis jetzt noch nicht ermittelt worden.
** (DieKonservattoen haben gründlich abgewirthschastet), fie find mit ihrem Latein zu Ende, er giebt nur ein Mittel zur Abhilfe, d i. eine liberale Regierung. Es ist lange genug konservativ regiert worden, die ganze Regierung, die Rechtspflege befindet sich in konservativen Händen. Höhere Beamte, dre man liberal nennen kann, giebt es so gut wie garnicht, die Offiziere, die Hofbeamten sind konservativ. Das ist ein ungesunder Zustand Au« dem Bürgerthuwe heraus, das auf allen anderen Gebieten des lebens die führende Rolle spielt, muß eine wirkliche liberale Regierung gebildet werden, um folgende Maßregeln durchzusuyren: „Sicherstellung der politischen Bolksrechre, namentlich des Reichswahlrecht?, Erweiterung der Preßfreiheit, Schaffung eines einheitlichen Vereins und Versammlungrrechtes durch dar Retch auf freiheitlicher Grundlage, Ferner Reform der Rechtspflege, des Militärgerlchtsverfabrenr, Ueberrotnbung des Bureaukratismus.' Je früher man fich dazu entschließt, dem Liberalismus die Lenkung de« Staates anzuvertrauen, desto bester.....
Nicht mehr und nicht weniger verlangen die freisinnigen Blätter und erklären im Voraus, um ihre Forderungen zu begründen, daß eine liberale R- grerung dre Mehrheit im Lande für sich haben würde, wenn man die ungesetzlichen Wahlbeeinflussurgen verhinderte! Es ist mindestens sonderbar, wenn eine Partei, deren Anhängerschaft in der Bevölkerung immer mehr zusammenschmrlzt, verlangt, daß man ihr die Zügel der Regierung übergiebt Mit ungleich größerem Rechte könnte die Sozialdemokratie bean- spruchen, die Ministerposten u. s. w. zu besetzen
sich in Dich verliebte, mein Herz', sagte Paul lächelnd .Da« sagst Du nur, weil Du ihn nicht gern hast', antwortete fie.
„Ich wünsche ihm nichts Böses-'
Es genügte Paul vollkommen, daß sein Bruder gefunden und dadurch von ihm selbst der Verdacht )et Mordes genommen war. Jetzt hielt ihn nichts mehr davon ab, Hermione zu heirathen und er äh mit den glänzendsten Hoffnungen in die Zukunft. —
In Pera herrschte große Freude, als es be- avnt wurde, daß Alexander Patoff aufgefunden ei. Sein Verschwinden hatte mehrere Wochen sindurch da« Thema fast jeden Gesprächs gebildet, und seine Rückkehr rief die ganze Geschichte wieder ebhast in Jedermann« Erinnerungen wach. In Anbettacht der Thatsache, daß Laleli Khanum toüt war, hielt Georg Ananow es für das Beste, offiziell eine Notiz davon zu nehmen. Die Diplomatie in die Angelegenheit hineinzuziehen, habe keinen Zweck. Alexander sei seiner eigenen Thorheit zum Opfer gefallen und obgleich die Sttafe eine schwere gewesen, könne er doch die türkische Regierung für eine Leiden nicht verantwortlich machen. Alexander erhielt von seinem Regimente drei Monate Urlaub zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und be» chloß, einen Theil dieser Zeit in Constantinopel zuzubringen, nachdem seine Mutter ihm versprochen, chn später nach Pettrrburg zu begleiten.
Die Carvel« hatten fich sehr bald mtt der leinen, aber glänzenden Gesellschaft, au« welcher ich da« diplomatische Corp« zusammensetzte, bekannt «nacht; und wenn etwa« erforderlich gewesen wäre, ie populär zu machen, so wäre ihre Verwandschaft mtt dem jungen Manne, besten Schicksal in Jedermanns
Wie tue freisinniae Partei nur die Vorfrucht der äotialberaotratie ist, so würde ein freisinnige« Re- gement nur der sozialdemokratischen Herrschaft die Wege ebn, n. Mi ch- en pvliiischen Ambitionen werden sich r ie freisinnigen Herren noch gedulden müffen, bis in Deutschland der Kaiier zu Gunsten einer freisinnigen Republik abgebar ft haben wird.
* (Kriegsgeschichte.) Auf Befehl des Kaiser» hat der preußische Kultusmivister dem Prof. Linder, Mitglied der philosophische» Fakultät der Union fität Halle, de» Auftrag ertheilt, eine Geschichte de» Krieges vo» 1870/71 und der begleitende» Begebenheiten i» gedrängter Form zu schreibe». Die Schrift soll z» de» bevorstehende» 25 jährigen Gedenkfeier» jener große» Ereignisse erscheine» und amtliche Verbreitung
* (Z n r K a n a l f e i e r.) Zu de» Kaiserfestlich, kette« in Hamburg trifft am 17. Juni der Herzog von Genna al» Vertreter des Königs vrn Italien dort ein. Der Kaiser vrn Rußland wird dnrch seinen Oheim, den Großfürsten Alexi» Alexandrowttsch, Großadmiral und oberster Chef der Flotte, bei der Feier vertrete» sei». Da» britische Geschwader tritt am 15. Juni die Fahrt nach Hamburg an. Der Herzog von York, Enkel der Königin Viktoria, wird fich anf der Kgl. Yacht .OSborne' »ach Deutschland begebe». Wen» es ohne Gefahr geschehen kann, wird dieselbe die Kaiseryacht .Hohenzoller»' durch den Kanal nach Kiel begleite».
* (Handwerkerkammer». Gesetz.) Die Vorlage eine» Gesetzes betr. die Bildung vo« Haudwcrkerkammer» wird, wie die „Post' erfährt, gegenwärtig im Reichsamte des Innern ausgearbeitet. Dem Buudesrath wird der Entwurf in nächster Zett zugehe«. Es ist zu bedauern, daß bei der Wichtig, kett der Angelegenheit sich keine Möglichkeit zu einer frühere» Beendigung deS Entwurfes gesunde» hot. I» weite« Schichten der Bevölkerung hätte man das Zustandekommen des Entwurfs mit besonders leb- Hafter Freude begrüßt. Hoffentlich wttd der Gesetz- entwurf nunmehr zum Herbst bei Begin» der kommende» Sessto» zur Berathung gestellt werden.
SS—L.... . 5S Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Der Reichstag beendete am Mittwoch die zweite Lesung der Novelle zum Branntweinstenergesek Dte Berathung bet § 3 des Artikels II, nach welchem die Vergütung für «uSgeführten Branntwein auf 8 Maik für das Heltoliter f-ftges-tzt wird. Ein Zusatz der Kommission bestimmt, daß dieselbe Vergütung für den zur Esstgdereitung verwendeten Branntwein gewährt werden kann. Die Ver- gütungSsätze sollen alljährlich einer Revision durch de« Munde war, dazu vollkommen ausreichend gewesen. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft und nach dem Wiedererscheinen Alexander Patoff« tonnten die Carvels Jeden und wurden von Jedem gekannt.
Was Hermione anbelangte, so erregte sie ungeheures Aufsehen, und das Herz manches jungen Sekretärs klopfte auf die angenehmste Weife, alle am zweiten Tage nach ihrer Ankunft den Ball- aal eines Gesandtschaftsgebäude« betrat Da« Erstaunen war groß als man erfuhr, daß die junge Dame Paul Patoffs Cousine fei, und als man fie gar häufiger bei einander fah, erhob fich laute Ver« wunderung, daß Paul Patoffs Herz endlich einem wärmeren Gefühle zugänglich fei. Daraufhin trachteten alle Damen die ihn vorher eine Statue, einen Eis- zapfen und so weiter geheißen, danach, ein Wort von ihm zu erhaschen, und fie erklärten, e» müsse doch etwas an ihm sein. Einige Enttäuschung brach fich )ahn, als er bemerkte, daß auch Alexander Patoff einer Cousine die zartesten Aufmerksamkeiten erwies, und ältere Damen sahen beretts unangenehme Conse- quenzm daraus entstehen. Ohm Ausnahme wurde dieser Zuwachs der Gesellschaft mit offenen Armen empfangen und man hoffte, daß die Carvel» mindestens ein Jahr in Pera verweilen würden. (Forts, folgt)
Kunst, Wiffenschast und Leben.
•• Höttingen (Universität) Die Ge- ämmtzahl der in diesem Semester hier immatrikulirten Studenten bettägt 879 (gegen 807 im vorigen Winter und 792 im Sommersemester 1894),
** M s»« 22. Mat (Tolstot) Hier verlautet Graf Le» Tolstoi sei anf seinem Gute Jarnaja-Poljana schwer erkrankt.