Einzelbild herunterladen
 

lIk. r.

1.20 2 t-; wer, i,

?ebet=§ri i.

ne Mich uab 3,.

», tuteg Mk. z,.

ier Lei,

r SursL Märxx

ih Steig tS ä 2,,

Ftem

3- J »8, a «

iilau q

1.20 n

teste, ,it lajtga , »50,

m.

>ig, ä$

l mit 6 mit »

el, LM

luterjack

r, brosi i roth tu

3. a er Velo» Mk.

ifex, 88

t ZaxeL» trbex dm

uetS, ri vox M

flt.

e, h-ch

15.-, iS zu da -Axzüga

r Facos

DH. 1.«

2.56

«d arbeit tSixsat sohle» t

t, Segel-

.Hemd» xobex 5 i Lxxer t 1.80,

ex K* Rege»

SSechUHe Leitung.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhai«.

ä &*te6M- Allustrirtes Sonntagsblatt.

M 119

Erfcheiut tätlich «ß« «n SirfUj« «ich Trml« sah *ttttte|«u. O»»rt»l-Xb»nnnx«ü»-Prrir Lei der Srpe- diri«u 2 Mk bei allen Postämtern 2 Mk. 88 Wz. («xkl. BeSellzeld). Jnser«ti»u»i«bShr für die rsspEeue Zeil, ,dn dreell Staat 10 $fl. Relllmmt für di, Zril, S6 Ls».

Marburg,

Mittwoch, 23 Mai 1895.

Anzeigen nimmt iittgegtn di« Expedition dieser Blatt«, sowie di« Auuoncrn-Bnreaux von Haasenstei« n. Vogler in Frankfurt a. M., C-ffel, Magdeburg nnd Men; Rudolf Moss« in. Frankfurt a. M., Berlin, München n. Köln; G. L. Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover. Paris.

XXX. Jahrg

Die Währrmgsfrage-Debatte im Abgeordnetenhaus^

* 3» preußisch n Abgeordneteuhause waren am Moxtag die Bänke stark besetzt. Auf der Tages­ordnung stand der Antrag der Abgk ordneten Dr. Arendt und Genossen:

Das HauS wolle beschließen, die Staats- regiernng anfznfordnn, den Herr« Reichskanzler zu ersuche«, ungesäumt und nachdrücklich alle diejenigen Schritte zu Ihn«, welche geeignet find, za einer iuternatioxalen Regelung der Währ- ungSfrage mit dem Erdziel einer toten nationalen BimetalliSmnS zu führen.

Der Abgeordnete Freiherr von Zedlitz und Neukirch (freikonservativ) hatte dazu den Antrag gestellt, hinter dem WorteEimetallismus' ein zaschalteueisschließlich England»', und der Abge ordnete Dr. Riutelrn (Centr.), die Wortemit dem Endziel eine» internationalen BimetalliSrnus' zu streichen.

Als erster Rrdmr ergriffDr. Arendt(freikons.) dar Wort, um von der Rednertribüne seine» Antrag ix anderrhalbstüudiger Rede zu begründen: Der Reichskanzler hat feixe persönliche Stellungnahme im Reichstage und im Herrenhause klargelegt; es scheint deshalb uöthig, daß auch die Volksvertretung zu dieser Frage Stellung nehme. Bisher ist praktisch von der Regierung wenig geschehen und was ge schehex ist, hätte schon vor drei Jahren veranlaßt sein könne«. Ohne das Endziel de» inteinationale» Bimstallismu» ist die Ausführung meiees Antrages gar nicht denkbar. Die Streichung dieses Pafius scheint eines der bekannten heimlichen Mittel der Goldwährungspartei zu sein, die zu ohnmächtig ge­worden ist, um mit offenen Mitteln zu kämpfen. (Oho! links.) Gewiß, sonst würden Sie Ucber- gang zur Tagesordnung beantragen oder die Wiederaufnahme der Eilberkäufe beantrage». Eine bloße Hebung des Silberpreises nützt uns nichts; wir verlangen dir Fest­legung des Silberpreises, um den beständigeu Schwankungen ein Ende zu mache», de ne» der inter­nationale Verkehr ucch den Ländern mit Silber währnxg nnd das find die meist.« unterworfen find. Der Antrag Riutele» ist lediglich eine De ruonstration für die Goldwährung; würde er ange­nommen, so wäre damit mein Antrag bedeutungSlok. Das beständige Sinke» des Silberpreises hat erst den Raubbau auf Silber veranlaßt. Beim Gold- wie beim Silberbau kommt es auf schnelle Gewinnung an. Berhängnißvoll wäre e», wen» Deutschland der Goldwährung eine» Krieg führen müßte; heute prägt eS Fünfmarkstücke, die um 50 pCt. unterwerthig find. Und kommt den» der deutsche Sllberbau nicht auch in Betracht? Wir habe» stets beobachte» können,

Haiti Valoff.

Ilm Sezählnu» tu 2 Bänken von F. Marton Srawford.

(Fortsetznugi)

»Welchen Schreck bekam ich jedoch, al« sie plötz­lich mit einer entsetzlich kreischenden Stimme meine eigenen Worte: Pek guzel, mir ins Ohr sagte. In demselben Moment ließ fie den schwarzen Schleier von ihrem Kopfe. Ich hätte vor Wuth laut aufschreien können, als ich sah, wie ich mich selbst zum Narren gemacht hatte, nnd daß die alte Hexe mit diesemScherze' für den Vorgang im Rosenthal Rache an mir nahm. Ich fluchte ihr in französischer Sprache, ich fluchte auf Russisch, auf Englisch und rannte im Zimmer umher, um den Ausweg zu ffnben. Das entsetzliche alte Weib lachte sich heiser und schnitt mir die widerlichsten Grimmaffen, indem es mich verhöhnte. Was konnte ich thun? Ich versuchte eine der Thüren mit Ge- walt zu öffnen, riß an der Klinke und stieß mit ben Füßen dagegen Während ich mich mit der einen Thür abquälte, hörte ich, wie am entgegen- gesetzten Ende be« Zimmers sich schnell eine andere öffnete. Ich brehte mich um und sprang hinzu, doch ich sah nur noch ihr faltiges, schnupstabak. farbiges Kleid verschwinden, als fie die Thür hinter sich in» Schloß warf. Ich hörte den Schlüssel um- drehen und war gefangen.'

Was das für ein entsetzliches alte« Weib ge­wesen fein mußt' rief ich aus.Sie hätte sich

daß mit dem Steige« der Silberpreise such alle Waareupreift stiege» und diese Preissteigerung er­warte« wir vom BimetalliSmuS. In dieser Frage find den» auch die Landwiithe aller Länder einig, die doch gewiß ihre eigen n Inter sstn am Beste« wahinehmcn werbtn. Max körnt- auch, um die Preissteigerung bei Enfühiuug der Doppelwährung langsamer stch vollziehen zu lasse«, Garantie« schaffe«, obwohl -ch glaube, daß ba»x schwer sein wird. Reiner erörtert daun den Gang der Währmtgsfrags in England und Fraukrcich und betont als Aufgabe Deutschlands, ix dieser Frage die Initiative zu er- greife«. Tine Doppelwährung! Vorlage wäre die beste Vorlage gegen den Umsturz; denn die Goldwähruxg ruinirt de« Mittelstand uxd deshalb wird sie vor­der Sozialdernokratte befürwortet. Les ne« Sie die Doppelwährung ab, so nehmen Sie der Lardwirth schäft die letzte Hoffnung uxd weihen dieselbe dem Untergänge. (Bravo! rechts.) 8s wäre das beste Geschenk, welches die Gesetzgebung dem deutsche« Volke machen könnte, wenn sie ihm zum 25jährigtn Bestehe» des deutsche» Reich s die Doppelwährung schenkte.

Abg. v. Eynern (utl.): Nach der schließliche» Erklärung be?. Vorredners ist es überflüffig, über die Sache weiter zu reden und auf all' das krause Zeng kinzugkhen, das zur Begründung des Antrages vorgebrecht ist. Es haxdelt sich für uns gar nicht um eine suterxaticnale, sondern um eine durchaus nationale Angelegenheit. Es wäre ein verhängniß- volleS Vorgehen, wollten wir durch Rücksicht auf ausländische Verhältnisse unsere solide« Goldverhält- rrisse gefährdtn. (Bravo! links.)

Abg. v. Mendel-SteinfelS (ko»s.): Die AuSführungex des Herr» Dr. Arendt finden in meiner Partei vollkemsieue» Beifall. Die WährungSbe- wcgung geht durch die ganze Welt, und auch in Deutschland breitet fie stch vo» Zahr zu Jahr mehr aus, und zwar vorzugsweise im produktive» Mittel­stände, der die Folge» der Goldwährung am eigenen Leibe fühlt. E» ist nicht zu bezweifeln, daß die Vertheuerung des Geldes ei» Wachsen der Schwierig­keit zur Folge hat, so viel dmch die Produktion zu verdienen, daß fie die Zinsen bezahlen können. Ferner ka«x man den Satz aufstelle«, daß bei einseitiger Gold Währung der Transport an» Ländern mit geringerer Valuta namentlich in Rohprodukte» stch verbilligt. Auch die Vertreter de» Kapitals, der Großindustrie uxd des Haxdels sollte» den Interesse« des prodn- zirexdcn Mittelstandes gerecht zu werde» suche»; de»» fie braucht« die schofflnde» Hände. Und wer die unter dem Segen des MaxSfelder Bergbaues blüh­ende» Gegenden gesehen hat und vo» dem Direktor Dr. Lenschxer die Erklärung vernimmt, daß der Bankerott des Werke» nur eine Frage der Zeit ist, der muß aus diesem Grunde schon eine Hebung des SUberwertheS wünsche». Das stolze Ha»delsla»d

begnügen können, Sie einen Tag, statt zwei Jahre in jener Höhle festzuhalten.'

Fast zwei Jahre. Ich that alles Mögliche, um zu fliehen Ich gab Alles, was ich befaß, an Selim, damit er von mir eine Botschaft an Paul ober irgend einen anderen Menschen ausrichte; natürlich war dies nutzlos. Zuerst hielten fie mich in dem Raume fest, in welchem sie mich eingefangen hatten. Meine Nahrung wurde mir durch den türkischen Porti», einen Mann gebracht, welcher mir mit einem Faustschlage ben Schädel zu zer­trümmern im Stanbe gewesen wäre. Er würbe stets von einem ebenso kräftigen Manne begleitet, welcher eine geladene Pistole bei sich trug, im Falle ich etwa zuerst angreifen würbe. Mr blieb keine Aussicht auf Erlösung unb ich wünschte meinen Verstaub zu verlieren. Dann in einer Nacht ergriffen sie mich plötzlich, knüpften ein Tuch um meinen Mund unb halben mir trotz meinet Gegenwehr Hände unb Füße. Ich glaubte, sie würden mich in einen ©ad stecken unb er tränten. Ich würbe jedoch nur in den Garten geschleppt und in jene Zelle eingeschloffen, in welcher Sie mich fanden und welche jedenfalls erst zu diesem Zwecke erbaut worden war, denn die Steine waren noch neu und der Gement feucht. Dort konnte ich wenigstens durch das Gitter hinaussehen Eine Zeit lang glaubte ich sogar, ich könne vielleicht von der Außenwelt gehört werben, denn ich hatte keine Jbee, von der Abgelegenheit bes Ortes. Ball» gab

England wendet «ich ernsthaft dieser Frage zu; um wie viel »ehr müsse» Wir eS, die wir gezwuuge» sind, die Juteresse» eixeS »och bedeutexdex Mitts! staxde» zu berückfichtige». Ich tarnt auf dem Ge­biete de» stiedlichen Wettkampfes der Völker keine schönere Aufgabe sehe», als daß Deutschland hier führend vorangeht. Die Vereinigung der europäischen Völker ix der Münzpolitik wird eine Bereit igung auch »ach anderer Richtnxg mit stch führen. Ich bitte Sie, dem Anträge deS Herrn Arendt mit de« Unttnmtrage des Her:» v. Zedlitz zuzustimmex.

Abg. Bröml (F:s. Lgg.): Dos Selbstbewußt­sein de» Herrn Arendt, der hier als Währung»- Napoleon auftrat, stand i« Gegensatz zur Wichttgktit s-iser Motive. Wens man verlangt, daß Ehrlich­keit, Offenheit und Besonnenheit i» der Debatte be- obachlet werde, dann soll man sich selbst dieser Tugenden bi fleißige» uxd nicht schwere und versteckte Vorwürfe gegen den Reichrbaukprästdeute« schlendern, der an Uneigennützigkeit dem H«rrn Arendt in keinem Fall xachsteht. Mit der Preissteigeruxg, die mau mit der Doppelwährung anstrebt, würde ei» Steige» des Zinsfüße» gleichmäßig ein trete« und wahrlich sicht zum Nutze» der Landwirthschast. Das Ge­fährlichste dieses Antrages aber ist, daß er de» Sin« der Menge ablenkt von der redliche« Arbeit auf ge wagte Spekulationen. Am beste« wäre es, de» An­trag Arendt ganz abzulehne»; Will man das nicht, so soll ma« die Anträge Riutele» «ud Zedlitz a»= nehme».

Dann ergriff Freiherr vo» Zedlitz und Neu­kirch (sreikous.) das Wort. Bisher habe er nicht in den Kampf der Gold« urd Doppelwähruugs auhäxger eingegriffe«, sondern unbefangen nur beob­achtet. Er habe den Eindruck gewonnen, ohne die Zustimmung England» sei die Eiuführnng des Bi meiaüismus eine Chimäre. Der Widerstand gegen die internationale Werthrelation zwischen Gold unb Silber »äffe sich aber mit be« Eiuversiänduiß Eng­lands überwinden lasse«. Da» einzige Mittel, die Lardwüthschaft z« hebe», sei die Hebung der Preise der la»dWirthschaftlichex Produkte; ebenso stände er mit dem Handwerk und der Industrie. Aufgabe der Regierung sei eS nun, Verhält»isie zu schaffen, die eine Hebung der Preise ermöglichte». Sex» Wir de» Antrag meines Freundes Arendt unterstütze», so glaube» wir unS am meisten dazu berechtigt, weil wir stets den Gedanken hochgehalten habe», daß die La«dwirthfchast stch selbst mit Unterstützung und Förderung Seiten» der Regierung helfen müsse. Ebe» darum verzichte» wir aber auch durch diese Zu- sti»mn»g zu bent Anträge nicht auf eine weitere, regelrechte, positive Agrarpolitik. Dieser Weg muß mit aller Energie eingeschlage» werde«, weil der Weg znnt vimetallismu» sehr schwierig und kein so schneller sei« wird, wie der Abg. Arendt eS annimmt; der Widerstand, namentlich von Seite» E»gla»dS, wird

ich jedoch diesen Versuch auf unb überließ mich ber Verzweiflung. Dahin kam Selim öfter unb sprach durch bas Fenster mit mir. Das war besser als nichts, unb ber Neger vertrieb sich feine freie Zeit damit, mich Türkisch zu lernen. Ich machte große Fortschritte und studirte von Morgens bis Abends. Selim würbe mir ein immer lieberer Gesellschafter unb ich gestehe mit Schamgefühl, daß ich seine Be- suche schmerzlich entbehrte, wenn er zufällig an den­selben verhindert war. Der Mann, welcher mir die Speisen brachte, schien absolut stumm zu fein, denn es gelang mir nicht ein einziges Mal, ihm auch nur bas kleinste Wort zu entlocken. Selims Unterhaltung war sonach bas Einzige, was mich vor dem Wahn­sinn bewahrte. Ich richtete allerhand Fragen an ihn unb aus feinen Antworten errieth ich, baß die Khanum, von dem Aufsehen erschreckt, welches mein Verschwinden verursacht hatte, sich fürchtete, mir die Freiheü wiederzugeben, damit ich keine Rache an ihr nehmen könne. Das Resultat war, daß, obgleich sie sich nur durch einen handgreiflichen Scherz für meine Dreistigkeit im Rosenthals rächen wollte, sie nunmehr Bet eigenen Sicherheit wegen gezwungen war, mich als Gefangenen zu halten. Ich versuchte jede nur denkbare Ueberredungskunst, um Selim zu gewinnen Ich sagte ihm, baß ich reich fei unb auch ihn reich machen würbe, wenn er mir bie Flucht ermöglichte Ich versprach hoch unb theuer, mich nicht an der Khanum rächen zu wollen, Es war Alles umsonst.

(Fortsetzung folgt.)

ein größerer fein, als er geglaubt, aber um so mehr müsse» wir unsererseits «uferVotnm dafür ei»lege», daß die Staatsregierv»g mit thuxlichster Energie den Weg beschreitet, de« fie selbst als de» richtige» bezeichnet: nämlich die Anregung zn gebe» zu internationalen Verhandlungen zwecks Hebung de» Silberpreises. Wen» diese Verhandlungen sich auf richtiger Bahn bewege», körne» fie »m zum Bi- meialliSmu» führen. Die Silber»«trete hat ergebe», daß andere Mittel zur Herbcllührung einer inter­nationalen Regelung ber Währungsftage nicht wirk­sam find. Deshalb erscheint mir der ausdrückliche Hinweis auf den Bimetalikmus im Anträge über- flüssig. Der Ministerpräfident hat im Herrenhause aus die Schwierigkeiten hir getöteten, die sich aus diesem Zusatze für die Verhandlungen ergeben müßten. Ich bin der Ansicht, daß dies zutreffend ist, denn es kann dem BuudeSrathe nur erschwert werbt«, ber Anregung zu folgen, wenn er sich gleichzeitig für be» BimeiallismuS evgagire» soll. Ich glaube auch, daß die englische Regierung größere Lederke» habe» würde, auf den Vorschlag einzugehen. Daher würde ich einverstanden sei», Wern der bezügliche Passu» de» Arexdtsche» Antrages fottgelaffex träte. Würde aber der Passus, nachdem er einmal ix dem Anträge steht, gestrichen, so würde das eixe ganz czbere Be- deutmig erhalte«, nämlich, daß die Verhandlungen stch nicht auf den internationalen Bimetallikmu» richte« solle». Da» Wäre eine Fälschung der Mess nnng be» Abgeordnetenhauses und des Reichstags- beschlusses. Nehme« Sie meinen Antrag an, ber den Uebergaug zu« internationalen BtmetalliswuS an die Voraussttznug be» Beitritt» Englands kröpft, mhtxen Sie mit dieser Beschränkung den Antrag Arendt a«, und decken Sie damit der Staats- nnd ber Reichsregiernug den Rücken, nm mit Energie aus dem Wege vorwärts zu gehen, der dazu führen soll, die Lage ber Londwirthjchaft unb der Industrie zu hebe«. (Lebhaftes Bravo 1)

Die Weiterberathnng wurde darauf dis Dienstag vertagt.

Deutsches Reich.

* Kerkto, 20. Mai. (Tagesbericht.) Unser Kaiser fuhr gestern Mittag von Pröckelwitz nach Kanten, wo er dinirie, und kehrte zu« Souper zurück. Zur Zeit weilt der Fürst von Schwarz- durgRudolstadt wieder Hierselbst. Reichstags­abgeordneter v. Levetzow ist vo« der Stadt Neu- dam« zum Ehrenbürg» ernannt worbe«. Major von W man« wohnte mit feiner Gemahlin ber heutige« Sitzung des Reich» tage» in d» Diplomaten­loge bei; sein ftische» Aussehen zeigt, daß er sich der besten Gesundheit erfreut. Etwa 50 Mit­glied» de» Abgeordnetenhauses besichtigte» am Montag da» im Bau befindliche neue Abgeordneten-

Kölner Schauspiel - Ensemble.

Zwei Wappen', Lustspiel von Blumenthal und Kabelburg.

* Marburg, 21. Mai.Kapitalismus und Junkerthum' hätten scherzhaftttWeise Blumenthal und Kadelburg nachberühmtem Must»' ihre Lustspiel- Novität auch nennen können, wenn fie es nicht vor­gezogen, den Tttel mit den WortenZwei Wappen' sestzusetzen. Das eine Wappen ist das eines alt­adligen Geschlechts, das bis zum Jahre 1113 zurückreicht, während das andere ganz jung ist und die Gestalt eines gemäfteten Schweines hat. Auf vi» Akte wird nun vertheilt, wie sich Schild und Schwein allmählich näher», bis schließlich am Ende des letzten Aktes eine allgemeine Umarmung entsteht. Zwei Menschen imLustspiel'raspeln' vi» Akte langSüßholz', zwei andere zanken sich in einem« fort in 3 Akten, und zwei weti»e steuern in derselben Zeit auf ihre Verlobung hin.

Die Handlung an und für sich reicht kaum für zwei Akte au» und Würde üb»a«s langwellig wirken, wenn nicht der Dialog, wie bei allen Blumenthal'schen Produkten, ein flotter wäre unb ab unb zu ein geistreich zu nennend» Witz den Darstellern in den Mund gelegt würde.

Die Grundidee des Stückes ist nicht unwahr­scheinlich, daß es nämlich einem in .Traditionen' ausgewachsenen Edelmanne schwer fällt, seinem Sohne die Erlaubniß z« geben, eine Amerikanerin, welche