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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*** * 1UAtSLttMJllnstrirtes Sonntagsblatt. dkl Redaktion: Vo-U^UH^VormrUazk.

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»rschaiut tötltcQ «MB« an »«ttugtn mich ®»im« unb gtitriegtn. Q»«rt«l-Xb»ml««ut»'Pni» bei bet «rv- bitien 3 SH., bei all« PostLMmr 2 SH. 35 »fg. (etfL Bestellgeld). Juser«tisn»gebühr für bie gefpelteue Zelle bei bereu 8tatm 10 Bf«.. Ätfleetn fit M« Stift «TN«.

Marburg,

Donnerstag, 16 Mai 1895.

Hngeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasmstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Kassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosst in Frankfurt «. M., Berlin. München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin Hannover, Paris.

XXX. Jahrg

Deutschlands Haltung in der Frage einer internationalen bimetallisti- schen Vereinigung.

j- Uxtet dieser Ueberschrist biixgt das so- tin erschieuene Heft derBirnctallitzischen Monats schrisl" einen Artikel des Grafen von Mirbach, welchen tafclbe auf Wunsch derNorth-American-Eeview kürzlich schrieb. Wir lassen die nachstehenden Sütze daraus folgen:

,3nbeffen ist die Erörterung der Frage, ob mit oder ohne England, zur Zeit vollkommen gegenstandslos da die höchsten entscheidenden Kreise in Deutschland ix keinem Falle für eine bimetallistische Union ohne tzugland zu haben fein würden. Die wirthschaftliche Lage in Deutschland drängt gebiete isch zur Lösung der Silber frage, die doch nur im Wege der in ter xMonalen'BiwetalliSmnS möglich ist. Die wiith- schaftliche Nothwendigkeit der Lösung der Währung- frage liegt bei uns, ganz abgesehen von den gleichen Sitereffen unserer Industrie »ad unserer Gewerbe, ix der Lage der landwirthschaftlichen Produktion. Die nu mehr abgeschlofiene Handelsvertrags Politik Hat die landwirthschaftlichen Zölle ermäßigt und ste fit einen Zeitraum von zehn Jahren nach oben ge dxuden, während gleichzeitig auf dem Weltmarkt die Preise der landwirthschaftlichen Produkte eine scharfe rmd voraussichtlich für lange Zeit dauernd sinkende Tendenz einuehmen.

Wir stehen seit geraumer Zeit bereit« «it unseren Produktionskosten für (Betreibe über dessen Verkaufs- verrhe. Eine derartige Lage kann die deutsche Land wirthschast, die schon schwer erschüttert ist, nur kurze Zett vertragen. Die Möglichkeit, einen allgemeinen, «ttthschastlichen Aufschwung herbeizuführen, liegt »esentlich tmBereiche der Lösung der Währuugs- stage durch die internationale Doppelwährung. In xnferer. leitende.- Kreisen fehlte eS aber bisher, mit Wenigen Ausnahmen, einmal an dem vollen Ser ständuiß der Bedeutung und des Wesens der KährungSfrage, sowie der wirthschastlicheu Wirkungen der Goldwährung uud vor Allem an der genügend, n irkenntniß der Nothlage unserer Landwirthschaft und der noch viel schwereren Gefahren, mit welchen die nächste Zukunft dieselbe bedroht/

Der Verfafler kommt bann auf ein Schreiben zurück, welcher er im März 1894 an den ver­storbenen Amerikaner Dona Horton richtete. Darin hat Graf von Mirbach damals ausgeführt: »Für die deutsche Wirthschaftspolittk ist Preußeu da» eut- scheideude Land. Die ganze Traditio» in Preußen

-atoff.

Mae Erzählung tu S Bänden von F. Marton Crawford.

(Nachdruck Verbote«) (Sortsetzungi)

Sie hatte geglaubt, daß Balsamides im letzten Moment nachgeben werde, aus Furcht, ste könne sterben, und daß sie auf diese Weise eine Reihe ruhiger Stunden erzielen könne, während welcher He Zeit hätte zum Nachdenken. Sie kannte eben nicht den Charakter des Mannes, mit welchem sie zu thun hatte.

«Sie können mir nicht entfliehen", sagte Balsa- »ides streng.Nur Mühe werden Sie mir er- foaren, wenn Ste sich schnell entscheiden."

Ich habe mich entschieden, zu sterben 1* rief sie endlich mit Anstrengung. Sie stöhnte wieder und begann abermals sich zu krümmen.

Sie werden noch nicht so schnell sterben!" be­merkte Balsamides. Er hatte wohl bemerkt, daß er das vorige Mal getäuscht worden war.

Jndeflen jetzt litt sie und zwar entsetzlich. Diese» Mal klang ihr Stöhnen anders und er war klar, daß ste keine Comödie spielte. Eine fahle Bläffe bedeckte ihr Gesicht und sie rang nach Äthern.

Wenn Sie wirklich leiben", sagte Balsamides, »so gestehen Sie und ich werde Ihnen helfen"

Doch Laleli schüttelte den Kopf und sah nicht auf. Er schrieb ihrer Hartnäckigkeit der Abstcht zu, ihm ein zweites Mal durch die Furcht von ihrem Tode zum Darreichen de» Medikamente» zu zwingen ohne ihr Geheimniß dafür zu opfern. Er fa einige Minuten unbeweglich vor sich hin. Endlic

geht aber dahin, die Landwirthschaft freilich als etwas Nothnendige», nicht gut Entbebrliche» arzufehen, aber in gewissem Umfange als quantite negligeable. Diese Auffassung ist die leitende in großen Kreisen unserer Beamten. Wir haben nur zwei Perioden gehabt, in denen die Landwirthschaft in erhebliche« lmfange eine Berücksichtigung ihrer Interesse» erfuhr.

' Da8 war zunächst die RgiernngSzett Friedrich» de» Großen »ach seinen Kriegen, bann unter ber Segibe >e« Fürst!n Bismarck: bie Periobe 18791890 Aber auch in dieser letztoenanstrn Periode hat «an ich nicht zu einer systematischen Behandlung bei Igraifrage inischloffe», vielmehr bereu Lösung nur bruchstückweise unb wesentlich im Gebiet ber Squtzzoll- po'itik versucht. Wie bie Dinge jetzt hier bei uns liegen, find mit unerheblichen Ausnahmen unsere Be> amten in ihren Grnubanschaunrgen viel eher Gegner ber Landwirthschaft, als bereu Freunde. Es berührt alle Kreise, bis in die höchsten hinein, überaus peinlich, wenn sich gegenwärtig die Landwirthschaft selbstständig organifirt und scharf und entschieden für ihre Interessen eintrttt. Die Darlegung dieser Verhältniffe ist nothwenbig, um ben Gang ber Dinge bei uns in Deutschland uud die Schwierig­keiten, welche der Lösung ber Währnvgsfrage bei einer Initiative Deutschlands entgegesftehen, zu würdigen. Hätte man an den entscheidendste* Stelle» ein volle» Verständniß der «irthschastlichen Lage der Landwirthschaft, so läge manche» ander». Auch unsere Währungsverhältniffe erfahren eine durchaus oplimisti che Verurtheilung."

Graf von Mttbach bemerkt aber dann im An- schluffe an seine vorjährigen Ausführungen:Was ich vor einem Jahre schrieb, hat sich »ach einer Richtung in erfreulicher Weise geändert. Die Initiative er. Majestät de» Kaiser» im Staatsrath läßt er kennen, daß der Kaiser mit den höchsten Beamten gewillt ist, die Verhältniffe der Landwirthschaft selbst gründlich und ernsthaft zu prüfen unb baß Allerhöchst berfelbe keine Bedenken trägt, bie Ansichten von Männern, bie rückhaltlos für die Jntereffen der Landwirthschaft eintrete», zu hören uud entgegenzu' nehmen. Das wttd auch für die Lösung dieser Frage von Bedeutung sein. Freilich ist berEireflnß ber Börse unb ber großen Banken in Berlin ein gewaltiger unb nicht minder zu unterschätzender. @1 cirkulirt hier da» Wort eines großen Börsianer»: In dieser Frage regieren wir, sie wird gelöst werden, wen» wir e» gestatten! So wenig «an die Macht dieser Steife unterschätzen darf, so habe» wir denn doch in Deutschland noch eine Regierung, die thun kann, wa» ste für richtig hält, wenn sie e»

hob sie den Kopf und zeigte ihm die Todtenfarbe ihre» Gesichts.

Medicin", hauchte sie.

Nein dieses Mal nicht, Sie hätten denn ge­standen^, sprach Balsamides ruhig.Ich will nicht abermals getäuscht werden."

Die elende Frau warf ihm einen flehenden Blick zu, sie schien sprechen zu wollen. Er glaubte jedoch, sie spielte wieder mit ihm, und regte sich nicht.

Sie kennen den Preis', sagte er, langsam da» Kästchen aus seiner Tasche ziehend.Sagen Sir mir, was Sie wissen, und Sie sollen Alles haben."

Die Augen der alten Khamrrn funkelten, als sie da« Fläschchen sah. Ihre Lippen bewegten sich, doch kein Laut kam über dieselben. Dann begann sie plötzlich mit konvulsivischer Bewegung dm Ser- such, sich läng» des Divan« nach der Stelle hinzu- schleppen, an welcher Balsamides saß. Er sah sie spöttisch an. Sie war sehr schwach und vermochte mühsam auf ihren Händen und Knieen zu rutschen; da» Haar fiel über ihr Gesicht, während ihre Augen lmchtetm und ihre Lippen zuckten. Mit­unter hielt sie vor Erschöpfung inne und seufzte schwer in ihrer Todesangst. Doch Balsamides traute der Wahrheit dessen, wa« er sah, noch nicht, er blieb still sitzen, hielt da« Kästchetr in seiner Hand und die Augm fest auf sie gerichtet.

Sie könnm mich nicht täuschm", sagte er kühl.Sie müffen Ihr Geheimniß verrathen oder Sie erhalten nicht» "

Noch immer schleppte Laleli sich weiter, ste suchte augenscheinlich zu sprechen, äußerte jedoch nur unarticulirte Laute. Al» sie ihm näher kam, dachte Gregorm», daß er noch nie einen so entsetz -

ernstlich will. Und sie wird der Ent­scheidung nicht ans be« Wege gehen können in dem Augenblicke, wo England > er ei t ist, den gemeinsamen Weg «itzu- fetteten."

Deutsches Reick.

* Merkt«, 14. Mai. (Tagesbericht.) Seine Maj. der Kaiser ist gestern Abend um 8 Uhr im b-sten Wohlsein in Militsch eingetroffen und begab ich von dort alsbald zu Wagen nach Wirschkowitz. Heute früh haben die Pürschgänge ihren Axfang ge­kommen. Die Kaiserin wohnte he-fte Nach­mittag in Potsdam einem Quadrillereiten bei, welches von einigen Reitern ihrer Leibgarde ausgeführt wurde. Prinz Albrecht von Preußen ist heute Nachmittag «ach Wien abgereitz, wo er «it Königlichen Ehren empfangen werden wirb. Er gedenkt bis z-m 18, b. Mi», bort zu bleiben und cn diese« Tage linkt, ohne Berlin zu berühren, nach Schloß Blanken­burg am Harz zmückzureisen. Der Herzog von Sachsen-Altenburg ist am 8. d. Mi», in Kifstngkn eingetroffen, um sich einer voraussichtlich mehrere Wochen bauernden Trink- und Badekur zu mterzieheu. De« Staatssekretär v. Stephan find cm Dienstag die Ehrenbürgerbrief- der Städte Bremen und Köln von Deputationen überreicht worden. Der Minister des Innern v. Roller ist nach Straßburg abgereist und gedenkt acht Tage ber Erholung auf feinem Gute in ben Vogesen zu verbringen, wohin ihm alle wichtigen Sachen uach- gesondt werben. Ter Gouverneur ber Festung Thorn, Generallteutenaut v. Hagen, der erst kürzlich zu« Gouverneur ernannt worden ist, hat bereit» wieder seinen Abschied uachgesucht. Weitere Duelle in der Kotze-Sache »erben auf be stimmte Wiske au» dem Schlosse unterbleiben. Heute Abend sand beim Fiuanzminister Miquel eineparlamentarische Abendunterhaltung" statt, zu der ber Reichskanzler, sämmtliche Minister unb zahl reiche Abgeordnete der verschiedenen Parteien ringe laden waren. Entsprechend den Verordnungen des Kaisers wird auch der Prinzregent von Bayern anordnen, daß alle Fahnen und Standarten, welche ben Feldzug 1870/71 mitgemacht haben, vorn 15. Juli 1895 bis 10. Mai 1896 mit Eichenlaub be­kränzt werden. Der bisherige Reichstag« abgeordnete Dr. Böttcher (ntl.) hat waldeckische Parteifreunde benachrichtigt, daß er au» Gesundheitsrücksichten auf die Wiederaufstellung als Kandidat verzichten muß. DerReichsanzeiger" meldet die Verleihung be»

lichen Anblick gehabt. Grünliche, fahle Todesbläffe lag auf ihrem Gesicht, ihr Kinn war gleichsam hungrig vorgestreckt und ihre Augen glitzerten ge, sährlich, während ihre Lippen fortwährend unver- stündlich murmelten. Jetzt war ste dicht neben Balsamides. Hätte sie die Kraft besessen, ihre Hand aurzustrccken, so hätte sie da« kleine, schwarze Kästchen berühren können. Er umklammerte es daher fester.

Gestehen Sie, und Sie sollen es haben", wiederholte er.

Einen Moment noch versuchte sie weiter zu kriechen, ohne zu sprechen. Balsamides erhob sich und steckte ruhig das Kästchen in seine Tasche. Er wußte allerdings nicht, welches Resuttat dies haben würde. Das elende, kranke Weib stieß einen Schrei aus und ein milder Blick der Verzweiflung schoß au» ihren Augen. Plötzlich erhob sie sich au die Kniee und streckte ihre abgezehrten Hände nac ihm aus.

Geben geben Sie" rief sie.Ich will Ihnen Alle» sagen, er lebt, er ist in"

Ihre starren Augen drehten sich im Kopfe un ihr Gesicht wurde aschfarben. ®in letztes konvul­sivisches Zucken die krampfhaft verzogenen Ge- sichtrmuskeln glätteten sich die Glieder hingen schlaff hernieder und Laleli Khanum fiel in voller Länge auf den Divan.

Sie war tobt, und Gregorius Balsamides wußte e«, während er den zwerghasten Körper auf den Rücken drehte. Sie hatte in der That ihr Leben ausgehaucht, er war jedoch weder darüber entsetzt, noch erschreckt; nur bfttere Enttäuschung malte st« e

Rethen Adlerorbens 1. Klasse an den Sultan von Sansibar unb des Kronen-Orden» 1. Klosse mit Schwertern an den österreichischen General Saratieri.

* (Zum ReichStagSschlnß) schreibt die Nordb. Allg. Zig.": Die Nachrichten ver'ch'ebexer Blätter, daß ber Reichstag schon om Sonnabend geschlossen »erben soll, beruhen auf E:findeng Da­gegen ist ein Schluß ber Session vor Pfingsten wahrscheinlich. Der Schluß der Laubtagsleision ist xt* der Geschäftslage nicht vor bem 1. Juli zu erwarten

* (Marine.) Offiziell wird bestätigt, daß ber Kaiser das Entlassnngsgesuch beS lommanbirmben Admiral» Fihrn. v. b. Goltz genehmigt hat unter Stellung desselben ä la suite ber Marke. Gleich­zeitig würbe der stellvertretende kowwandttenbe Ad­miral Knorr zu« fomma*bireubex Admiral ernannt.

Admiral Knorr gehört der Marine seit 1854 an. Er trat mit 14 Jahren in die Marine ein und wurde 1859 vom Seekadett zum Fähnrich z. S. befördert. 1863 wurde er Leutnant z. S. 2. Klasse und kommandirte als solcher einige Zeit das KanonenbootNatter", und am 16. September 1865 Kapitänlieutenant, nachdem er schon vorher Adjutant beim Marineministerium geworden war. 1669 befand er sich auf demKönig Wilhelm", bis er 1870 das Kommando über das KanonenbootMeteor" erhielt, mit welchem er im französischen Krieae mit dem französsichen AvisoBouvet" nahe Havannah in Westindien zusammenttaf und denselben im Kampfe schließlich wehrlos machte. Später erhielt Knorr den Posten als Oberwerstdirektor in Wilhelmshaven. Im April 1881 wurde er zum Chef des Stabes der Admiralität ernannt (in dieser Stellung kommandirte er das Panzer­schiffFriedrich der Große"), im August 1883 zum Kontre- admiral. Im Sommer 1884 erhielt er den Befehl über das westafrikanische Geschwader und leitete im Dezember den Angriff auf die Dualla in Kamerun. Bis 1887 blieb er Chef des Ge-chwaders in Afrika, mit welchem er auch in Zauzibar eintraf. Dann wurde er zum Inspektor der 1. Marineinspektion in Kiel ernannt. Im Sommer 1888 erfolgte seine Berufung als Chef der Manövcrflotte und ein Jahr später zum Chef der Marinestation der Ostsee. Am 27. Januar 1889 wurde er zum Vizeadmiral und im Juni 1893 mit Patent vom 3i. Mai zum Admiral befördert.

Zn Rontreabmiralen befördert worden find bie Kapitäns z S. Plüddernann unb Tirpitz. Beide haben eine ungemein rasche militärische Karriere ge­macht ; Kontreadmiral Plüddernann ist am 27. August 1867, Kontreadmiral Tiipitz a« 22. Seplbr. 1869 Unterlienicnant geworben. Kapitäns z. S. waren sie seit Oktober 1887 bezw. November 1888. Der rangältefte Kapitän z. S. ist nunmehr Prinz Heinrich, Bruder be» Kaisers.

* * (Ob er feuerwerker-Affair e.) Der Berliner Correspoubeiz" zufolge bestimmte ber Kaiser, daß für bie Schüler ber Oberfeuerwerker- schule, welche im Verfolg ber i« September 1894 ein geleiteten Untersuchung wegen Ungehorsams gegen in feinem Gesicht und er bohrte mehrere Male zornig die Hacken in den dicken Teppich unter seinen Füßen.

(Fortsetzung folgt)

Kunst, Wissenschaft uud Leben.

* * Münster i. Westf., U. Mai. (Gestorben) ist hier Ober-Koufistorial.Rath Dr. Niemann ttu Aller von 75 Jahre«

* * Braunschweig, 13. Mai. (Berufung.) Pro­fessor Karl Koppe hier ist als Berather für geodätische Fragen in die wissenschaftliche Kommission zur Vorbe- rathnng und Controltrung deS Banes der tlt ktrischen Bahn, die zum Gipfel der Jungftau angelegt werden soll, be­rufen worden. Er behäll jedoch feine Stellung al» Pro­fessor an der hiesigen Technischen Hochschule.

* * Gent. (Ein merkwürdiges Beispiel) geistiger Regsamkeit bietet der in den Ruhestand gettetene Professor bei medicinischen Fakn töt an der hiesigen Uni­versität, Dr. Burggrarve. Er ist 99 Jahre alt unb nicht nur al» Arzt noch thättg, sondern er hat j-tzt auch ein 400 Seiten starkes WerkReifeerttruermigen" herausge­geben, das mtt vollster Geistesfrische abgefaßt ist und eine FMe wifienschastlicher Beobachtungen enthält. Vorgedruckt ist eine von ihm verfaßte Abhandlung über Langlebigkett.

* * Paris, 13. Mai. .Oper.) Die mit Spannung erwartete Erst-Aufführung der OperTannhäuser" von Richard Wagner ging heute vor vollem Hanfe vouSiatteru Die Ouvertüre fand allsettigen uneingeschränkten Beifall. Nach dem ersten Ave, der gleichfalls einen großen Erfolg erzielt», wurde der Vorhang zweimal in die Höhe gezogen Später tingtgangene Meldungen besagen, daß der Verlauf der Oper ein glänzender war. Die Ausstattung war eine prächttge, die Darstellung eine vortreffliche. Ein Zwischen- fall ist nicht vorgekommem Ein Pnoattelegramm meldet ferner, daß die gesammte Krittk einen außerordentlichen Erfolg desTannhäuser" koustattrt, welcher eine wahrhaft triumphirende Wiederkehr gestiert habe. Dst Vorstellung sei eine Revanche der 1861 verkannten Kunst gewrsern