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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marbnra.
Mittwoch, 15. Mai 1895.
Anzeige» nimmt entgegen di« Trvedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreaur von Haasenstein n, Vogler in Frankfurt e. M., Cassel, Magdeburg und Wie»; Rudolf Moste in Frankfnrt e. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube«. To. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Vari».
XXX. Jahrg.
Erstes Blatt.
Die Ablehnung der Tabakfabrikatsteuer.
* Nachdem die Umsturzvorlage am Sourabexd gefall- n war, ist sich der Reichstag am Montag in zweiter Leiuug über das Besetz betr. die Besteueruug der Tabak» schlüssig geworden und hat dasselbe gemäß dem Anträge der Kommission abgelehnt.
Bei der Berathung erstreckte sich die Debatte sofort auf den § 4.
Abg. Bachem (Ctr.) bittet um Ablehnung dieses § sowie der ganzen Vorlage. 3» der Kom- Mission habe sich gezeigt, was sich mit entschlossener Sparsamkeit ausrichteu lasse. Und wenn die Regierung e9 über sich grwinue, dasselbe System zu occeptire», so werde es auch künftig gelinge«, ohne Defizits auS- zukommen. Abg. Frese (fr. Berg.) erklärt, auch seine Freunde lehnen die Vorlage kurzer Hand ab.
Staatssekretär Graf PosadowSky: Obwohl die Parteien gewillt scheine», fich auf kurze Erklärungen zu beschränken, fo muß ich doch mit einige« Bemerkungen auf die Vorlage eingehe». Der Vorwmf, wir wollte« Steuer« auf Borrath, ist «»begründet. Dieses Gesetz hätte auch nirgends schädigend eiuge wirkt, utb der Tabakgenuß der untere« Klasse« wäre sogar erheblich verbilligt worden. Wie solle« ru» die verbündete« Regierungen eigentlich verfahre«? Fordern wir neue Steuern, so spricht man vo« öder Plusmacherei ohne jeden reformatorische» Gedaske«. Und lege» wir reformirende Steuergesetze vor, so «erden uns dieselbe» ebe»falls verweigert. Was wird nun, wen» «an uns Alle» verweigert? Ob wir «it eher «eue« Tabaksteuer-Vorlage kommen, daS wird nicht von uns abhäuze», sonder» wird eine Frage sei« der finanziellen Entwickelung. Wc«n wir schließlich aber doch immer wieder auf indirekte Steuern «erde» zurückkomme« müsse«, dann, meine Heue«, wird der Tabak »jemals aus der DiSkusfio« der schwinde«. Die blühende Tabakindustrie weiter be unruhige« zu wolle», da» liegt n«8 selbstverständlich gänzlich fein. We»» ei uns gelänge, wenigstens io Millionen zu erlangen, so wäre das für ll»s eit unendlicher politischer Gewi»«. Ich möchte Sie bitte«, nicht Lebendiges «it dem Todte« zu begrabe«, Mb ei« Lebendiges ist diese Finanzreform. Ich bitte Sie deshalb, «n» »och in dieser Sessto» die Mittel zu bewillige« und diese Vorloge durchzuberathe«.
Ml v-rtoff.
tratet, in i Bände» von F. Marion Erawford.
(Rachdrnck verboten.) laroiwut«;
»Wer weiß?' rief Laleli au». .Das Einzige, was mich davon abhält ist, daß ich sehe, Sie haben nur wenig von der Medizin bei sich.'
.Sie werden sehen. Wenn Sie weitere Schmerzen vermeiden wollen, so rathe ich Ihnen, sagen Sie schnell, wo Alexander Patoff geblieben Ich thctt Unrecht Ihnen die Medizin zu geben, bevor Sie gebeichtet; wenn Sie sich jedoch weigern, habe ich eine andere Medizin, welche Sie schon zwingen wird '
Laleli hüllte fich in höhnische» Schweigen. Sie fühlte fich wieder gesund, aber ste war zornig über de» Arzte» Art und Weise. Balsamide» zog seine Uhr hervor und begann die Minuten zu zählen.
E« herrschte in dem weiten Raum Todesstille. Endlich klappte Balsamide« den Deckel von seiner Uhr zu und steckte sie wieder in die Tasche.
»Wollen Sie oder wollen Sie nicht mir sagen, «ar au» Alexander Patoff geworden, welchen Sie in oder nahe der Agia Sophia in einer Rächt der Monat« Ramazan gefangen nehmen ließen?"
Laleli» starre Augen hefteten sich aus ihn, «ährend er sprach, mit einer Mene der Ueber- raschung, welche «it Neugierde und Verachtung gewischt «ar.
.Ich weiß nicht» von ihm', antwortete sie fest. »Ich habe nie den Auftrag gegeben, ihn einzu- kerkern. Ich habe ihn nie gesehen.'
.Dann ist hier meine andere Medtzin', sagte
Abg. Bassermax» (»!.): Dem Priuzip der Vorlage strht ein Theil meiner Freunde sympatbisch gegenüber, ei« anderer Theil dagegen hat die Fabrikat steuer nicht für geigte! gehalten. Nach den Ergeb rissen der kommissarische« Berathung kan« ich nur erklären, daß dieses System unannehmbar ist. Abg v. Kardorss (fteikoxs.) bedauert lebhaft diesen Aukgaug. Ganz irrig sei die Annahme, als ob »u» Beruhigung für die Tabakindustrie eintreten könne. Im Gegentheil, der Tabak werde immer auf der Tagesordnung bleibe». Der Reiwstag habe fich ganz unfähig gezeigt, etwa» zu schaffe«. Aber vielleicht mag da« eine» andere« Reichstag besser gelinge«. (Gelächter.)
Schatzsekretär Graf PosadowSky: Nach de« Aeußeruugcn des Abg. Baffermann könnte es scheine», als sei der Reichstag doch gewillt gewese», u»S doch etwas zu bewilligen. Aber die vom Abg. Bassermax» gemeinten Vorschläge, die Zollerhöhsng, konnte« wir nicht a» nehmen. Wir habe« i« der Kommission die schwerste» Bedenke», namentlich steuertechuische dagegen geltend gemacht. Wir haben aber auch diese Vorschläge nicht einmal a limine abgelehvt, sonder» u»8 zu weiteren Verhandlungen in der Kowmisficu bereit erklärt. Aber auf jeden Fall bedürfen wir einer Finanzreform und dazu brauche» wir neue Mttel.
Abg. Richter (fr. Vp.): Herrn von Kardorss kann ich erwidern, daß, wenn Sie nicht die Militär- vcrlage bewilligt hätten. Sie garntcht so sehr »ach neuen Steuern zu suchen brauchten. Nach Herr» v. Kardotff könnte es scheine«, als wäre ei Aufgabe des Reichstags, in jeder Sessto» möglichst viele Vor lagen zu bewillige». Nein, meine Herren, das ist nicht unsre Aufgabe, und wir stud des sehr ftrh, wenn noch »eh: solche Vorlagen daS Schick al des Umsturzgesetzes theilen. Der wahre Grund, weshalb man jetzt mit nur 10 Millionen an» dem Tabak vorlieb nehmen will, liegt darin, daß man jetzt erst die Finanzrefor« fichern will. Ist dies erst geschehe«, dan» wird fich erst die Folge aller der Vorbehalte zeigen, die man jetzt macht: daß nämlich der Tabak doch noch viel mehr tragen kann und daß man nur einstweilen auf die Festlegung vou Mehrüberwcisun- geu an die Sinzelstaatcn verzichtet. In demselben Augenblick, wo Sie hier 10 Mill. auS dem Tabak fordern, wollen Sie de» Zucker- und den Branntwein-Industriellen ueue Liebesgaben geben und in Preußen den Agrariern gar «och eine Liebesgabe von 100 Millionen »«wenden! Ich habe «och nicht gehört, daß Sie gegen diese Aufwendung proteßirt hätten. Ueber die Frage der Finauzreform will der Herr Schatzsekretär weiter studiren. Nu«, studire«
Balsamide» kaltblütig. .Er ist eine entsetzliche. Hören Sie, was Seiner Majestät von Hunkyar gefällt.' Er erhob sich und brachte da» Dokument an seine Lippen und an seine Stirn.
.Wa» I' rief Laleli in plötzlichem Schrecken, und ihre Stimme zstterte vor Furcht
.Er ist ein Befehl, von heute datirt, Laleli Khanum Effendi zu verhaften und sie an einen sicheren Ort zu führen, woselbst fie die weiteren Befehle seiner Majestät abzuwarten hat.'
.Da« ist falsch', murmelte die Khanum. Ihre weißen Finger bebten jedoch nervö«. „Dar ist eine Fälschung.'
„So falsch', entgegnete Balsamide» mit kalter Verachtung, .daß der Adjutant draußen wartet, und eine Abtheilung zu Pferde innerhalb Rufe», weite stationirt ist, um Sie an den bestimmten fichern Ort zu transportiren. Ich kann Sie zwingm, Seiner Majestät Unterschrift an Ihre Stirn zu führen und meinem Wagen zu folgen, wenn es mir beliebt.'
„Allah allein ist groß!' stöhnte die Khanum; ihr Kopf sank verzweifelt auf ihre Brust. .Kader — e« ist mein Schicksal.'
„Wenn Sie mir jedoch diesen Mann lebendig ausliefern, will ich Sie von ihren Schmeern, ja sogar aus den Händen des Hunkyar befreien. Ich werde sagen, daß Sie zu krank find, um au« Ihrem Hause entfernt werden zu könnm — wenn ich Ihnen nicht meine Medizin darreiche', fügte et schließlich, ihrer Hoffnung schmeichelnd, hinzu.
„Geben Sie mir Zett. Ich weiß nicht — war soll ich sagen', flüsterte Laleli unzusammen- hängend. Ihre dünnen Finger knttterten den Stoff ihres Kleide«, während Sie den Kopf vorneigte,
Sie «ur weiter, klug genug tat« ma« ja nie werden (Heiterkeit); aber ich möchte Sie bitten, mit de» Ergebniß Ihres Studiums nicht heraus zu kommen, damü nicht immer wieder neue Judnstrieen beunruhigt werde« 1
Abg. Molkenbuhr (Sozdem.) empfiehlt eben- fall» die Ablehnung der Vorlage, welche doch wieder nur die wttthschastlich Schwache» belaste» würde. Abz Rzeprickowski (Pole) plaidirt ebenfalls kurz für Ablehnung der Vorlage. Graefe (Anttf.) thut das Gleiche. Nach einigen Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. v Kardorff und Richter sowie de» Schatzsekretär Graf PosadowSky wird die Diskussion über § 4 geschlossen nnd der § gegen die stimmen der wenigen anwesende« Konservattven und Freikoilfervativr« sowie vereinzelter Nationalliberaler abgelehit.
Sämmtliche übrige« Paragraphen »neben debattelos abgelehxt, womit die Vorlage gefallen ist.
Deutsches Reich.
* Aerttv, 13. Mai. (Tagesbericht.) De» gestrig:« Nachmittag verbrachten die Majestäten auf der Pfaueninsel bei Potsdam. Heute hörte der Monarch den Vortrag des Chefs des Civilkabinets, arbeitete mit dem Chef bei MarinkksbinetS und ließ fich später burch den Fabrikanten Hessr-Lerli» die von ihm erfundene Spiritus-Lampe vorstellen. Am Nachmittag hat der Kaiser sodann feine Reise nach Schlesienangetretex. — Die Prixzessix Heinrich hat mir dem Prinzen Waldemar Darmstadt verlasse« u»d fich nach Rumpexheim begebe», um vo« dort direkt »ach Kiel zurückzukehren. — Die Kron Prinzessin von Schweden wird heute, aus Italien zurückkehrend, in Karlsruhe erwartet. — Herzog Ernst Günther zu Schleswig- Holst ei« hat sich gestern Vox Ihre» Majestäten im Nene» Palais verabschiedet und Begießt fich heute mit be» Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein nach Primkenau. Anfang Juni gebenlt bet Herzog für einige Woche» nach Berlin zurückzukehren. — Alle Nachrichten daß Minister v. Köller seinen Posten verlassen werde, fixb unbegründet; et denkt garxicht daran. — Neuerdings verlautet wieder einmal, Staatssekretär Dr. v. Bötticher werde nach Beendigung der Kaxalfeierlichkette», seinem Wunsche entsprechend, auf da» Oberprästdium der Provinz Hessex-Nassau, das z. Zt. Exc Magdeburg inne hat, versetzt werden. — AuS de» preußischen Justizministerium wird, wie verlautet, der
ibr kurze», starres schwarzes Haar über die gelben Wangen fiel und ihren Gefichtsausdruck vor Balsa- mibe» verbarg.
,E» bleibt Ihnen nicht viel Zett', antwortete er. .Der Schmerz wirb balb in verstärktem Maße wiederkehren. Wenn ich Sie verhafte, so wirb Ihr Urtheil: „Verbannung nach Arabien" lauten — nicht für dieses Verbrechen, sondern für bas andere, da» Sie verziehen glaubten. Wenn ich Sie hier hilflos liegen lasse, so wird mein Urtheil über Sie Schmerz und Todesangst fein, bi« Sie sterben. Er kehrt bereit« zurück. Ich kann er in Ihrem Gesteht lesen.'
„Ich muß Zett haben, nachudenken', sagte Laleli, deren alte Festigkett, wie es gewöhnlich in Momenten großer Verlegenheit geschieht, zurückkehrte. Sie blickte auf, ihr Haar zurückstreichend .Wie lange Frist trotten Sie noch geben?'
.Bi« da« Morgenlicht den Saum de« Himmel« über Seife« röthet', antwortete Balsamide« ohne Zögern. .Um Ihrer selbst willen thäten Sie jedoch besser die Entscheidung schneller herbeizu- führen'
Laleli schwieg. Sie mußte die triftigsten Gründe haben, da« Geheimniß von Alexander« Schicksal zu verbergen, denn die Pein, welche ihr da« Schtveigm auferlegte, war eine entsetzliche. Sie fühlte stch sterbend, doch da« Morphium hatte ihre Lebenthoffnung augefacht, und fie liebte da« Leben noch. Jedoch zu leben und zu leiden, durch die Schrecken eine« Exils in Arabien gehen, war eine entsetzlich Aussicht, um darüber nachdenken zu können. Al« die Wirkung der letzten Dost« zu schwinden begann und ihre Leiden stch aufs Reue einstellten, da stand ihr Tod ihr klar vor Augen.
Diriktor der Persoualabthetluxg, Wirk!. Geh. Rath Dropp, ousscheide«. — Graf Herbert v Bismarck, welcher vor mehreren Tage» mit seiner Gemahlin auS Abbazia hier eixgetroff.it war, hat fich nach Schönhausen begeben.
* (Umsturzvorlage.) Zur Ablehnung der Umsturzvorlage bemertt die .Nordd. Allg. Zig.' am Schluffe ihres Leitartikels: „Dal Gesarnrnifacit stellt sich dahin, daß die Regierung das Zeugxiß für fich in Anspruch nehmen kann, auf dem Gebiete del Versuchs, zu einer Einigung mit dem Reichstage über eine wirksamere Bekämpfung der Umstnrzbe- wegurg auf dem Bode» des gemeine» Recht« zu gelange», ihre Schuldigkeit geiha» zu habe«. Der Reichstag, der auch hier wieder begründeten, ja vou den feine Mehrheit bildenden Parteien selbst heivorge« rufens« Erwartungen nicht entsprochen hat, wird el nicht so leicht finden, die Kritik der eixfichtige» u»d politisch denkfähigen Elemente der Bevölkerung vox stch abzuschütteln.' — Die „Kons. Corresp.' läßt fich folgende; maße» vernehmen: „WaS «un? fragt man allerwärts. Wir meinen, die Antwort auf jene durchaus nicht .bange' Frage fei garuicht so schwer. Werden die richtige» Konsequenzen aus der verunglückte« Aktiv« gezogen, so hat die Sozialdemokratie, die fich, wohl .ahnungsgraueud', viel zu foidrt als Siegerin gebordet, als daß düs der wahre Ausdruck ihrer Empfindungen fei« könnte, gar keine« Grund zu ttiumphiren. Eine Bekämpfung der Umsturz- p opagauda auf dem Bode« des gemeinen Rechts hat weder im Volke noch im Parlamente Anklang gefunden. Die Politiker und Parteien, die bis vor Kurzem noch derartige Maßregeln für möglich hielten, werde» fich nun wohl überzeugt habe», daß fie irrte«. Nun ist die Bah« frei für eiue a»derweitige offene und feste Bekämpfung der Sozialdemokratie.'
* (Reichstagsersatzwahl.) In Köln erhielten bei der heutigen Reichstagsersatzwahl Greiß (Ceuirum) 10 332, Lütgeuau (Soz.) 9766, Wittgenstein (natl.) 3887, Virchow (freis. VolkSp.) 348 und vo» Warendorff (Antts.) 391 Stimmen. Es ist somit eine Stichwehl zwischen Greiß und Lütgeuau erforderlich.
* (Zur kommunale» Weinstenrr.) Wie Binger Blätter melden, hat fich der Reichstags abgeordnete für Alzey Bingen, Herr Schmidt, der Vize- Präsident des Reichstags, in einem an den Vizeprä- fidenten der Handelskammer Bingen gerichteten Schreiben über die Aus fichten des Kommunal-Wein- steuergefetzentwurfs geäußert. Herr Schmidt meiut, daß nur aus rei« formalen bezw. Höflichkeitsgründen die Vorlage nicht bereit« ix der ersten Kommission«-
Dennoch bemühte fie fich, ruhig zu bleiben und ihren Quälgeist bi« zum Ende hinzuhalten.
$Benn Laleli nicht die unaussprechliche Erlösung einer Medizin erfahren hätte, dann würde fie wünschen, zu sterben — jedoch fie hatte das Leben aufs Reue gekostet- Die zu lösende Frage für fie bestand jetzt darin, wie fie stch ihr neue« Leben erhalten könne, durchaus geschickt int Ueberroinben von Schwierigkeiten, daß fie mit Bestimmtheit einen Ausweg zu finden hoffte, wenn fie nur gesund blieb. Doch der Schmerz kehrte wieder zurück. In wenigen Minuten würde fie stch wieder in Qualen winden.
.Ich roerbe bi« morgen warten — e« sind nicht mehr viele Stunden', sagte Balsamide« nach einer Pause. .Ich rathe Ihnen jedoch, stch sofort zu entscheiden, und ich warne Sie davor, daß Sie die Medizin nicht erhalten, bi« fie ge- gebeichtet haben.'
„Ich lebte, ohne dieselbe, bi» ste fernen', antwortete Laleli. .Ich kann auch jetzt ohne dieselbe leben, es ist mein Schicksal-' Ihre Stimme zitterte convulfivisch, fie beendete jedoch mit großer Anstrengung ihren Satz.
,E» ist nicht chr Schicksal', entgegnete Balsa- mide». .Sie könnm nicht ohne meine Medizin leben-'
„Dann werde ich sterbm und Ihrer Gewalt entflohen sein', stöhnte fie, aber selbst durch dieses Stöhnen klang eine Art von Hohn. Bei dem letzten Male hatte fie allerdings ihre Leiden über- trieben, indem fie vorgab, daß Todesangst ste quäle, nur um von ihren Qualm befreit zu werden, ohne ihr Geheimniß preiszugeben.
(Fortsetzung folgt)