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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Mardnrg «nd Mrchhain.

*** "“nStoü lA'eStbtoM* 56■ Zllnstrirtes Sonntagsblatt. ^^SprechAlnden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormittags.

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»rschttat tL«lich axferr en IBtrttee« »ch «»«- inb geinte««. — Dxenel-K5»nneeint«-$«il bei der «We» kitten 2 3M., bei eilen Pr«i»tem 2 M. 8» W«, (rxll. Veftell«eld). Jnsneti»««ebLhr für die «ei><Üene Zeile »der deren Rex« 10 Pf», 9MIe«en für die Zelle 86 Hf«.

Marburg,

Sonntag, 5. Mai 1895.

Lyergen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt tu M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf Stoffe in Frankfurt tu M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Bari».

XXL. Jahrg

Erstes Blatt.

Jetzt gerade in dem Moment, wo die Petroleum

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Abgesehen von diesem nicht sehr erheblichen Mangel

aner.

3. Kapitel.

chkttt, «i zu lassen.

Dem Lala wurde es nicht schwer, uns auszü-

»Slerc.

iß eine gleich große Petroleumflamme, nur 2 Pfennig k Stunde kostet. Än Glühstrumpf, der für 7 5 Pfennig > haben ist, soll 800 Brennstunden aushalten, ohne «ß der Spiriturverbrauch sich vermehrt und voraus.

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Hie Spiritus — hie Petroleum!

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Aus diesem Punkte waren wir angelangt, als ns der Mißerfolg erwartete- Selim, der Lala,

eilte die regelmäßigen Donnerstagbesuche in Slam- Ä ein und Balsamide» gewann die Ansicht, daß er acht recht gethan, ihn nach der Scene im Bazar

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51

>as besü «sitzt, daß er nicht vorher beim Reinigen der Lampe tuffen, »stört wird, w«S bei seiner Zerbrechlichkeit allerdings «(<<« tchst wahrscheinlich ist.

lRachdrnck Verbote«) (Fortsetzung)

Inzwischen wurde Paul immer nervöser, und ne Besorgniß um das Ergebniß unserer Bemühungen begann sich bereits in seinem Gesichte zu zeigen. $ hatte an John Carvel geschrieben und dieser vitwortete, daß er bereit» seine Vorbereitungen W und er in nächster Zeit bei «n» eintreffen *iibe. Dann langte Maeaulay Carvel an, und ^chdem er Paul ausgesucht, tarnen Beide zu mir. ®e» jungen Manne« Entzücken, endlich nach Kon»

Erfindung gemacht wordrn, die unter Umständen von « weittragendsten Bedeutung für die gesummte e Jun rutsche EpirituSindustrie werden könnte. Die „Natur- ir ge eissrnschaftlich.technisch-soziale Korrespondenz' schreibt Mlich: „Seit ga»z Kurzem steht man in einem

” gaben der Leipzigerstratze in Berlin den wunderlichen , bWag: „Gatglühttcht ohne GaSzuleitung'. «ns werda Befragen erfährt man, datz diese Ankündigung zwar ? dei etwas schwindelhafter Natur ist, daß aber in den la da betreffenden Lampen, welche die größte Aehnlichkeit len zi mit Petroleumlampen besitzen in Wirklichkeit Gas, »ämlich Spiritnsdampf, verbrannt und die bedeutende

■" -Ti .Dar ist richtig", sagte ich. „Auch ich schließe, ™ aß, wenn er sich Geld zu verschaffen sucht, et (271» ,Hez braucht — trotz unsere« Freundes Er» Jätung, daß er und seine» Gleichen unbestechlich

Ml Natoff.

. Rne Grzühluu« in 8 Bänden von F. Marton Crawford.

»on W. »eichen; entweder blieb er zu Hause oder er be- nnover. leitete seine Herrin. E» fiel un» auf, daß er «mal» mehr die Begleitung der Haremsdamen Trete, wie Paul ihn öfter» in jenem Sommer an

ß.___J Mroffen, al« Alexander zum Besuche bei seinem

kaufen. «Etuder verweitte. d. Bl.

(2 846 et Lampe ist die Erfindung schon au» den oben »geführten zwei allgemeinen Gründen der Beachtung V* ihr werth. Auch die Besorgniß, daß die uuau- * Mehmeu, bet der Deuaturirung des Spiritus be» ' letzten Zuthaten sich durch ihren Geruch geltend „ g a lachen könnten, trifft nicht zu; wenigstens verfpüit gn„„M tot nicht da» Geringste davon in dem betreffenden leben. Ein fernerer Vorzug i« Vergleich mit Pe- „ eMlt roleum ist, daß ein Blaken solcher Lampe ausge- BUÄ ±_______________

. , Hitze seiner dunklen Flamme zur Erzeugung der we . ' Mßgluth eines Glühstrumpfes verwerthet wird.

sid Natürlich gelangt nur denaturirter Spiritus, wovon i, sini «I Liter im Großverkauf etwa 25 Pfg. kostet, zur »■enhe®et»enb«ng, und feine Verbrennung erfolgt so Musik- p«sam, daß die prächtige Flamme der Lampe (wenn »an die Weißgluth in fester Gestalt noch Flamme (Loti |tMgtH tzarf), welche ohne Zweifel viel Heller ist.

______ gtßjuffe in Amerika und Rußland, die sich bisher MDMindselig gegenüberstanden, sich eu'cheinend geeinigt ytb die Welt im Punkte der Petroleumversorgung ppiii igtet sich getheilt haben und damtt beginnen, den I vlll ^ibedürstigen Konsume»teu ihre Macht fühlen zu •hlos<w affen, dadurch, daß sie den Preis des Petroleum» tat 100—150 pCt. aufgeschlagen haben, ist eine

Sollte sich diese Erfindung wirklich bewähren, so würde das eine völlige Emanzipation Deutschlands vom Auslande auf dem Gebiete der Lichtverforgong und eine bedeutende Vermehrung der SpirituSprodvktio» mit einem gesicherten Absatzgebiet bedenten. Diese setzt aber einen ausgedehnteren Kartoffelban voraus, wobei wiederum bedeutend mehr Arbeitskräfte ver­wendet werden wüßten, so daß die betteffende Er­findung nach zwei Richtungen hin eine segensreiche sozialpolitische Wirkt nz anrüben würde. Es wäre durchaus wünschenswerth, wenn die Regierung dieser Erfindung durch eine amtliche Prüfung derselben näher träte und da» Resultat dieser Prüfung baldigst im Reichrauzeiger veröffentlichte. a

Gesetzentwurf,

betr. die Fürsorge für Hinterbliebene von Personen des Soldatenstandes des Reichsheeres und der Marine.

Die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Personen de» Soldatenstandes des aktiven Heeres und der aktiven Marine vom Feldwebel abwärts entbehrte bisher einer gesetzlichen Regelung, auch fehlten die Mittel, um diesen Personen in angemeffener Weise zu helfen, da die Fonds, aus denen in besonders dringliche» Fällen kleinere Unterstützungen gewährt werden könne», sehr gering bemeflen sind. Die Wohlthaten des Militärpenfiousgesetzes vom 27. 3uii 1871 kommen nur den Hinterblieb! neu von Kriegs, theilnehmer» zu Gute, die Reuten des Fürsorgegesetzes vom 15. März 1886 find nur bei gewiffen Betriebs­unfällen zuständig, und das Militärhinterbliebenen- gefitz vom 17. Juni 1887 beschränkt sich bei den Unterkläffen des Reichsheeres nur auf einen kleinen Kreis (Zeugfeldwebel u. s. w.). Um diesem Mangel abzuhelfen, ist nunmehr ein Gesetzentwurf aus' gearbeitet und gestern vom BvndeSrath angenommen worden, der fich im Allgemeinen den Grundsätzen des Militärhinterbliebenengesetzes anschließt nnd die Für» sorge auf die Hinterbliebenen aller Personen be» Sol­datenstandes vom Feldwebel abwärts ansdehnt. Ebenso wie bei den Offizieren, Aerzten und Beamten des Heeres der Marine die PeufionSberechtigung und das Recht auf Reliktenversorgung im Allgemeinen nach einer Dienstzeit von zehn Jahren erworben wird, so sollen nunmehr auch unter derselben Voraussetzung die Hinterbliebenen der Mannschaften vom Feldwebel abwärts zum Bezüge von Wittwen- und Waisengeld berechtigt sein. Ist der Tod des Vaters oder Ehe­mannes die Folge einer bei Ausübung de» Dienstes ohne eigene Verschuldung erlfttenen Beschädigung, so

soll da» Wittwen- u»d Waisengeld auch sckon bei kürzerer als zehnjähriger Dienstzeit und selbst bann zuständig sein, wenn der Betreffende zur Zeit seines Todes dem aktiven Heere ober der Marine nicht mehr angehört hat, aber vor Ablauf von sechs Jahren »ach der Entlassung aus de« aktiven Dienste ver­storben ist. Das Wittwengeld ist auf 160 Mark jährlich, gleichviel welcher Charge der Ehemann zur Zeit seines Tode» augehött, beziehungsweise ob und welche Pension er bezogen hat, das Waisengeld für Kinder, deren Mntter lebt nnd zur Zeit des Todes des Ehemanns zu« Bezüge von Wittwengeld be. rechtigt war, auf 32 Mark für jede» Kind, fall» die Mutter nicht mehr lebt oder zur Zeit des Todes des EhemenneS zu« Bezüge von Wittwengeld nicht berechtigt war, auf 54 Mark jährlich festgesetzt. Für die Hinterbliebenen derjenigen Mannschaften, denen eine »ehr alS zwölfjährige penfionk fähige Dienstzeit zur Seite steht, soll sich das Wittwen- uxb Waisen­geld für jedes Jahr bi» zum vollendete» 40. Dienst jahre nm 6% v. H. der angegebenen Sätze erhöhen. War die Wittwe «ehr als 15 Jahre jünger al» der Vorstorbene, so soll das Wittwengeld für jede» angefangene Jahr beS Altersunterschiedes über 15 bi» einschließlich 25 Jahre um ein V20 gekürzt werde». Keinen Anspruch auf Wittwengeld soll die Wittwe haben, wenn die Ehe mit dem Ver­storbenen innerhalb dreier Monate vor dessen Ableben geschloffen und die Eheschließung zu dem Zweck er folgt ist, der Wittwe den Bezug des Wittwengelde» zu verschaffe», sowie bann, wenn die Ehe erst nach der Entlassung aus bem aktiven Dienst oder nach Feflstellnng der Die» Beschädigung geschloffen ist. I» diesem Falle soll auch de» Kindern kein Waisengeld zustehen. Ebmso soll kein An'pruch auf Wittwen- vnb Waiungeld geltend gemacht werbe» können, wenn ber Verstorbene wegen Hochverraths, Landesverraths, Kriegsverrath» oder wegen Verraths militärischer Geheimnisse rechtskräftig zn Zuchthausstrafen ver urtheilt ist. DaS Recht auf den Bezug des Wittwen- und Waisengeldes erlischt für jeden Berechtigten «it dem Ablauf des Monat», in dem er fich verheirathet ober stirbt, für jebe Waise außerbem mit be» Ab­lauf beS MonatS, in be« Re das achtzehnte Lebens jahr vollendet.

Deutsches Reich.

* Zkerttn, 3. Mai. (Tagesbericht.) Seine Majestät der Kaiser kam am Freftag von Potsdam »achBerlin und besichtigte anfvemTewpelhoferFelde daS Kaiser Alexander-Regiment, wornns derselbe milttärische

Meldungen en'gegennahm. Alsdann entsprach der Kaiser einer Einladung deS Offizierkorps zur Tafel und fuhr nach dem König!. Schloß, wo eine Sitzung in Angelegenheiten der Eröffnung»feier de» Nord- ofiseekanals stattfand. Nachmittags nahm der Monarch i« ReichskanzlerpalaiS einen längeren Vortrag des Fürsten Hohenlohe entgegen, — Der Besuch des Kaisers in Wirfchkowitz in Schlesien dürfte nicht vor de« 13. Mai stattfinden. — Regent Prinz Adolph von Lippe-Det«old hat aus Anlaß des Antritts der Regentschaft den Personen, welche bis zu« 1. Mai wegen Uebertietang des Feld- und Forst Polizeigesetzes verurtheilt find, ihre Strafe et» laffen. — Fürst Bismarck fühlt sich etwas an­gegriffen, so daß er au» Rücksicht auf feine Gesund­heit die deutschen Frauku ber Provinz Posen nicht vor Anfang Juli empfangen swird. — Dass Be­finden des Geh. Rath» vr. Kaiser giebt zu ernsteren Besorgnissen keinen Anlaß, wenn auch ber Zustaub bes Leidenden, ber bettlägerig ist, noch längere Zett bet größten Schonung bebarf. — Der Papst empfing gestern in Rom ben Fürsten Anton Radziwill, Mitglieb bes preußischen Herrenhauses, und deffen Sohn, den Prinzen Georg.

* (Die konservative ReichStagSfrak» tion und die U»sturzvorlage.) Am Don­nerstag hat die konservative ReichrtagSfraktion in einer besonderen Sitzung fich über diejenigen Anträge schlüsfig gemacht, die von ihr bei ber bevorstehenden zweiten Berathvng bet Umsturzvorlage eiugebracht werben solltn. Es wirb demnach beantragt werden, in d-n § 111 ber Vorlage, ber bie Aufforderung zur Begehung einer strafbaren That, auch wen» sie ohne Erfolg geblieben ist, mit Gefängniß bis zn 3 Jahren ober Geldstrafe bis zu zweirausenb Mark bestrost, auch den § 113 deS Strafgesetzbuches aufzuuehmen. Ferner wirb beantragt werden, In § 166 ber Vorlage bie Worte „ihre Lehren" zu streichen. Schließlich wirb beantragt werben, den ganzen § 184a, bet von bet Strafbarkeit bes SuSstelleuS von Schriften und Abbildungen „un- cnstänbigen" Charakters handelt, in Wegfall zn bringen. Neben diesen Fraktionsanträgen tohb von einer nicht unerheblichen Zahl von Mit­gliedern der konservativen Fraktion die Wieder- herstellung des § 184a (Kanzelparagraph) be­antragt werden. Auf Wunsch ber konservativen Fraktion ist im Seuioreukouvent beschlossen worben, den Beginn ber zweiten Betaihuug ber Umsturzvorlage von Montag, ben 6. d. M., auf Dienstag, ben 7. b. M., zu verlegen. Durch Hefen unwesentlichen Aufschub soll verhinbert werben, baß bet Schwerins-

stantinopel versetzt zu fein, kannte keine Grenzen unb enthusiastisch rühmte er bie Stabt unb ihre Umgebung.

Da erhielten wir die Nachricht, daß bie Carvel«, von Madame Patoff und Fräulein Dabstreak be­gleitet, sich auf dem Wege nach Konstantinopel be­fanden. Endlich erschien der Tag der Ankunft; ich holte sie von der Landungsstelle ab, während Paul zu Hause blieb. Er hiett e» für besser, seiner Mutter zum ersten Male nach ihrer Genesung nicht im Wirrwarr zu begegnen.

Al« wir da« Hotel erreichten, stand Paul im Thorwege und kam, den Damen beim Aussteigen behülflich zu sein, eine nach der andern begrüßend. Al» seine Mutter den Wagen verließ, küßte er ihr ehrerbietig die Hand. Zu unser« größten Erstaunen schlang Madame Patoff beide Arme um seinen Hals und küßte ihn bewegt

„Lieber, lieber Paul — mein lieber Sohn!" rief sie. „Welch' ein glückliche» Wiedersehen!"

Paul war jedenfalls ebenso erstaunt, doch will ich ihm die Gerechttzkeit geschehen lassen, daß er tief bewegt schien, al« er seine Mutter auf beide Wangen küßte, dmn sein Gesicht war bleich und er zitterte.

Inzwischen ging ich nach Hause und fand Balsa- mibe« wie gewöhnlich lesend, wenn er nicht im Yildia-Kiork — dem „Palast der Sterne", wo der Suttan residitt — Dienst hat.

„Haben Sie Ihre Freunde sicher untergebracht?" fragte er, von seinem Buche aufsehend. „Sind sie alle gekommen — auch die alte Jungfer mit den grünen Augen und die irrsinnige Dame, welche Patoff so unglücklich ist, seine Mutter zu nennen?"

„Alle", antwortete ich. „Sie find echte Eng- länder, und mein alter Freund John Carvel ist ber Patriarch der ganzen Familie. Sie bringen Diener und Dienerinnen, Kisten und Schachteln in größerer Anzahl mit, al« irgend ein Haus in Pera enthält. Die alte Lady scheint wieder vollkommen gesund zu sein."

„Dann wird sie jedenfalls bald sterben", sagte Balsamides zuversichtlich. „Irrsinnige pflegen fast ohne Ausnahme eine lichte Zett vor ihrem Tode zu haben."

„Sie machen ja schöne Prophezeiungen", be­merkte ich.

„Uebrigens, da wir gerade vom Tode, vom Irr­sinn und anderen fatalen Dingen reden", erwiderte Balsamides, „kann ich Ihnen auch eben so gut mit» 'heilen, daß Saldi sehr krank ist und man nicht glaubt, daß sie am Leben erhatten werden kann. Ich erfuhr die» heute Morgen au» zuverlässiger Quelle."

„DaS ist sonderbar", sagte ich.

„Sehr sonderbar. Sterbende sollen ja »ititnter eine Beichte von ihren Verbrechen oblegen; tun diese Beichte aber zu hören, »nß «an bei ihr fein, wen» sie ben Geist anfgiebt."

„Da» ist in biefem Falle unmöglich; ober Sie «übten denn als Arzt in ben Harem gelangen."

„Werweiß? Mr müssen trgenb einen verzweifelten Versuch wagen. Heber baff en Sie da» mir nnb wundern Sie fich nicht, wenn ich auf ein bis zwei Tage verschwinde. Ich habe mir vorgenommen, einen Streich auSzuführen.

„Was in aller Wett beabsichtigen Sie zu thun?" fragte ich, »einen Freund irgend einer «überlegten ober gewaltthätigen Handlung beargwöhnend.

„Einen ganz schlauen Streich", antwortete er in seiner gewöhnlichen sarkastischen Weise lächelnd. „ES ist durchaus keine Gewalt dabei erforderlich, wenn wir Slkxanber lebendig finden, in welchem Falle ich alle Lift anzuwenben habe, ihn aus bem Hanse herauszuschaffen. Heute Abend erzähle ich Ihnen alles Nähere."

Ich zeigte Wetter keine Neugierde und verließ zur geeigneten Zeit daS Haus, um mit Carvel» zu speisen.

Ich fand bie Carvel» hn Salon versammelt nnb wir gingen alsbald zn Tisch.

Ich bemerkte, daß Paul seinen Platz zwischen Frau Carvel und seiner Mutter angewiesen erhiett, während Hermione an ber entgegengesetzten Seite beS Tische» saß. Die Augen ber beiben jungen Leute begegneten fich jedoch fortwährend und e» herrschte, wie deutlich zu erkeunen war, vollkommenes Sinver- ständuist unter ihnen. Paul sah wiederum aus wie banal», al» ich ihn in England mit Hermione sprechend beobachtete, und bie Kälte, welche mir so sehr zuwider, war abermals von seinem Gesicht ge­schwunden. (Fortsetzung folgt)

Kunst, Wisieuschast und Leben.

Würröwrg, 3. Mai. (Universität.) Zum Rektor ber Universität würbe an Stelle be» verstorbenen Professors Risch Nationalökouom Hoftath Dr. Georg Schanz gewählt.

♦♦ Dresden, 3. Mai. (Polytechnikum.) Die burch ben Tob Fränkel'» erlebigte ordentliche Professur für Brückenbau am hiesigen Polytechullmu würbe bem Professor Mehrten» an ber technischen Hochschule in Aachen Übertragen.