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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhai».
jUM mck Uerlug» Jvh, An» K»ch, lluwersititr-vuchdruLeret w >tarb»r^ (Äi,*****4*Berillwortlicher Redaktntr: Friedrich Colbatzky in SUrbirg.
BtNtfrte* i*b «xpeditt»-! SUrtt 81 Sh. 46. €V ^vUul(lg9Vl(lll* Sprechstunden der Redaktion: 10-11 Uhr Vormitt-,,.
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Gricheiut täGttch «xgrr <n teert:«,ro «q e»nx» ane giittta,«. — ON«rt»l-Ub»w»m«mr-Pr»i» M bet Bq*» bitien 2 3RL, bei allen Pestümtern 3 Mk. 8» Bfg. (exkl. BiMfdb). Iuier-ti»u»,ebühr für die respaltene Zeile •ber bereu Äewm 10 Kfe.. »efleeetn fftr Me Neil» SK Bfe.
Marburg,
Freitag, 3. Mai 1895.
Anzeige» nrmmt entgegen die Expedition diese, Blatte,, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein n. Vogler in Frankfurt -. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, Münchm «. Köln; G. L. Daube «. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari,.
XXX. Jahrg
Erstes Blatt.
Gesetzentwurf
über die Berpfleguugsstationen
5T Die Lervfleguugrstatioue» (WanderarbeiiS- stälten), eine Errichtung, die sich innerhalb der letzt,n zwölf Jahre in dem größte» Theile Deutschlands und namentlich in Prenßen ausgebildet hat. dienen dem Zwecke, es mittellosen arbeitsfähige» Männern zu ermöglichen, außerhalb ihres Wohnortes Arbeits- gelegenh.it zu finde», ohne der Bettelet u»d Bei- wahrlosung anheimznfalle». Gegen eine ihnen in der Station zngewteseie, angemeffene Arbeit erhalten die Wanderer Kost und Nachtlager. Die Stationen, vielfach in VereinSherbergcn nntergebracht, find ans die einfachste Weise eingerichtet, so daß sie eine Zu fluchtsstätte gewähren, die den Besucher zwar in keiner Weise entwürdigt, aber auch nm den Erfordernissen der bescheidensten Lebenslage entspricht nnd so mtt nicht etwa zum Verlaffen einer sicheren Arbeit- stelle anreizen kann. Mit den Stationen ist, vo eS innrer angeht, eine Arbeitsnachweis stelle verbunden. Sie find im durchschnittlichen Abstand eines halbcn Tagemarsches angelegt, so daß die eine Hälfte des Tages zur Berrichtung bet Station, arbeit, die andere zum Wände:» benutzt werden kann. In Preuße» »ahmen sich des BerpflegungSstationSwefenS hauptsächlich die Kreise an nnd trugen vorwiegend die ent stehenden Kosten. 1892/93 bestanden in 362 von den 545 Kreistn der Monarchie und in einem Hohe», zollernscheu Oberamtsbezirk 897 BerpflegungSstattoueu, deren Sejammtkostenaufwaud sich auf 1308 000 Mark belief.
Die Abstcht der Arbeitsvermittlung brachte eS mit fich, die Stationen so zu legen, daß der Ettom der Wanderer dahin gelenkt wurde, wo ein Bedarf an Arbeitskräften zu elwarteu stand. Infolge deffen vermehrten fich in manchen Kreisen die Sta- ttonSgäste und damit die Kosten sehr erheblich, während andere, «ehr abseits gelegene Kreise wesentlich entlastet wurden. Dies Mßveihältniß wurde um so empfindlicher, als infolge der ungünstigen Wirth schaftlichen Verhältniffe die Zahl der arbeitssuchenden Wanderer zunahm, so daß in manchen Gegenden die Kreise fich zur ferneren Deckung der StationSkosten nur schwer entschloffen, theilweise dieselbe bereits abgelehnt haben. Sett dem Jahre 1892/93 sind nicht weniger als 153 Stationen aufgehoben worden. Die Krise, in der fich das Stattoniwesen demnach
Pa»! patoff.
■tat Erzählung in 8 Bänden von F. Marton Crawfoid.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzmeg.)
Einige Minuten sprachen wir noch in diesem Sinne weiter und Paul erzählte BalsamideS, daß seine Mutter und die Carvel, kämen, und er betont« seinen Wunsch, die Sache zu beschleunigen, um den Ankommenden.schon eine pofitive Thatsache zeigen zu können. Dann verließ Paul un», um den gesellschaftlichen Pflichten zu genügen, welche seine Stellung ihm auferlegten. Er war kein Mann, der solche Dinge vergaß, selbst nicht in Zeiten der höchsten Aufregung; al» er nach Konstantinopel zurückkehrte, hatte sein Chef die Hoff, nung ausgedrückt, daß Paul sich nicht einschließen, sondern Äerall hingehen würde, wie er er bisher grthan.
.Die Geschichte fängt an, mich zu interesfiren, Griggs-, sagte Gregoriu» .Ich glaube, daß am Schluffe Marchetto der Deus ex michina sein wird, welcher alle Schwierigketten auflöst. Auch glaube ich, e» dürste da« Beste sein, ihm die Sache anzuverttauen. Morgen werde ich ihn jedenfalls besuchen.'
„Er wird niemals seinm dem Lala geleisteten Cid brechen', antwortete ich.
.Vielleicht nicht. Er hat jedoch Mr geschworen, daß er feinen Namen nicht verrathen will. Der Bursche geht also am DvMerstag nach Ami Köj Dann wohnt er also jedenfalls dort und wählt diesen Tag, um nach Stambul zu kommen. Sie haben ihn nach Hause gehen sehen. SBemt er nach Stambul kommt, besucht er jedenfalls den Bazar
zur Zeit b-findet, wtt» vorausficktl'ch noch dadurch verichär t weroeu, daß die sog>n. lex Hmne fortfällt was die Kreise in ber Bewilligung der erfordei lichtn Mittel noch schwieriger machtn wttd. Das Werk kann demnach auf dem Wege ber Frei Willigkeit allein nicht »ehr erhalten »erben, »nd die ckrktnntniß hat sich Bahn ge blochen, daß dies nur durch ein gesetzliche» Eingreifen geschehen kann.
Unter den viele» Tausenden, welche Jahr au» Jahr ein die Landstraßen bedecken, befinden fich ohne Frage arbeitsscheue Elemente in großer Zahl, aber auch in erheblicher Zahl arbeitswillige Leute, welche die Ungunst ber Verhältnisse auf die Wanderstraße gewiesen hat. Wie sich bei steigenden Konjunkturen neue Arbeitsstätten eröffnen, so schließen sich dieselben unabhänaig vo» dem Willen de» Einzeln-» bei wirthschaftliche» Niedergang; in manchen Betrieben, wie z. B. i« Baugewerbe und auch in der Land wiithschast, hängt außerdem der Bedarf an Arbeit» {refften von bei Jahreszeit ab. Es wirb baher immer eine dalb größere, halb kleinere Zahl von Arbettern geben, die ohne eigene Schuld die bisherige Arbeitsgelegenheit verlieren und eine neue in der Nähe nicht zu finden verwöge». Nicht alle find in der Lage, soviel vom Arbeitsverdienst znrvckjulegtn, um sich besonders während längerer arbeitsloser Zeit unterhalte» zu töxntn. Wenn auch dem Staate »icht die Verpflichtung auferlegt werde» kau«, seinerseits solche, Arbeitslose» Arbeit z» verschaffe» ober sie zu unterhalten, so liegt eS boch »icht außerhalb ber float- licheu Aufgabe, ben Arbeit Suchende» in ihrem Be mühen, sich ans eigener Kraft ben Lebensunterhalt zu erwerben durch Förderung hierzu geeigneter Mettel zu Hilfe zu kommen. Damit wird einerseits verhütet, daß bisher nützliche Mitglieder der menschlichen Ge sellschaft wirthschaftlich nnd moralisch untergehn und schließlich mit den Sttafgesetze» in Konflikt gerathen; andrerseits wird ben Gesunkenen, bie wider ihre» Willen durch bie Verhältniffe in einer solchen Lage feflgehalte» »erbe», bie Rückkehr zu geordneter Arbeit erleichtert.
Diesem Zweck habe» bie BerpflegnvgSflatione« mit »»zweifelhaftem Erfolge gebient, nnb hierin liegt ihre sozialpolitische BebeutMg; aber auch von einem »eitere» Gesichtspunkte muß dieselbe benrtheilt werden Wenn bisher gegen Arbeitsscheu, Bettelei und Landstreicherei vielfach nicht in erwünschter Weise strafrechtlich eingeschritten werde» konnte, so liegt das daran, daß ber Thatbestand dieser Uebertretcnge» sich Mangels ausreichender Merkmale häufig »icht
am frühen Morgen. Ist dies ber Fall, so werde ich ihn morgen früh abpaffen und Ihnen morgen Abend sagen, ob es unser Mann ist Ich werde wie zufällig bei Marchetw eintreten und selbst- verständlich wird er auch mir seine Tapete von Rhodu« zeigen; auf diese Weise werde ich mich un- auffällig den Vormittag über bei ihm aufhalten können und den Lala, wenn er kommt, sicher nicht verfehlen.'
BalsamideS war augenscheinlich vollkommen .Feuer und Flamme', wie der Volksmund sagt, und al» wir Abend» in seinem Zimmer eine letzte Cigarette rauchten, sprach er enthusiastisch von dem, war er am nächstm Tage auszuführen gedachte. Er hiett sein Wort, und am nächstm Morgen hörte ich ihn in aller Frühe fortgehen. Au» dem Klange seiner Schritte hörte ich, daß er keine Sporen trug, daher Civilkleidung angelegt hatte. Später erzählte er mir, wa« fich zugetragen.
Um halb 9 Uhr trank Gregoriu» BalsamideS, wie er erzählte in Marchetto» Laden eine Taffe Kaffee; der Jude legte seine Schätze auseinander und schwur, daß sie birindji — erste Qualität. BalsamideS bestrebte fich, ben Eindruck zu machen, als wolle er etwas kaufen.
So ließ er fich immer andere Sachm zeigm, beim er hatte die Absicht, da» Gespräch bi« gegen zwölf Uhr zu verlängern, in der Meinung, daß der Neger um Mittag seinm Rückweg nach Yeni Köj antreten, und die« eine weitere Gelegenheit geben würde, ihn zu sehm. Er brachte daher da« Ge- spräch auf Marchetto'» Geschäftsverkehr mtt ben Fremden wohl wissend, daß, wenn der Händler auf diese» Thema kam, er endlose Geschichten und
mit aenngender Bestimmtheit fettstellen läßt. Die VerpfleguugSstattoaeu können »ach einer gesetzlichen Regeln»g hier werthvolle Dienste leist« nnb ein in ttüglicher Prüfstein auf Arbeitsscheu nnb Landstreicherei »erben.
Der Gesetzentwurf, 'welcher be» Landtage jetzt zugegangeu ist, knüpft im Wesentlichen an bie bereit» vorhandenen Einrichtungen an und enthält »ur diejenigen Bestimmungen, welche zur Erhalwng »nd Weiterentwicklung deS Werke» unerläßlich sind. Für bie Höhe ber entstehenden Kosten bieten bie Er fahrnngen in ben Provinzen Westfalen und Heffe». Naffau, einen Anhalt, wo da» LtationSwesen a» Vollkommensten Lurchgeführt ist: im Jahre 1892/93 entfielen i« Westfalen vo» den Koste» auf ben Kopf d-r Bevölkerung runb 4, in Heffe»Naffau rund 3 Pfennige. Die erforderlichen Mittel erschein« also nur gering, wenn man bedenkt, wie viel Millionen alljährlich im ganze» Lande ohne Prüfung de» Be dmfniffes und der Würdigkeit alS Almosen hir gegeben werden. Zudem ist es gerade Aufgabe deS Gesetzes, die StationSkosten durch angemessene Vertheilnng auf breiten Grundlagen weniger drückend zu machen und durch strenge, einen Mißbrauch der Stationen ber- hindernde Bestimmung herabznwindern.
Zur Einrichtung der VerpflegungSstationen werden durch de» Gesetzentwurf die Kreise verpflichtet. Jedoch ist denselben alljährlich die Hälfte der ihnen durch bie Verpflegungsflattonen erwachsene» Koste» von dem Provinzi alverba»de z» ersetze», welcher außerdem eine Erhöhung der den Kreise» zu er statteude» Koste» beschließe» kann. Darüber, an welchen Orten innerhalb einer Provinz Verpflegung»- ftatimeu einzurichten find, beschließt der Provinzialrath.
lieber die Einrichtung, Verwaltung und Benutzung der Bet pflegm gsstationm, insbeson bete über bie Wander und Srb-itSorvnung, fo~ie über bie Regelung bei Arbeitsnachweise» soll ber Obeiptäfident nach An hörung beS Provinzial: athe» bie näheren Vorschriften erlassen Bo» der Aufnahme in eine Verpfleg« »gk- ftatio» sind ausgeschlossen Betrunkene, Landstreicher und des Landstreichens Verdächtige. Zu letzteren ist zu rechnen, wer um Aufnahme in eine Verpflegung» flatio» nachsucht, es aber ohne zureichende» Grund ablehnt, in eine ihm dort axgebotexe Arbeitsstelle eixjutretex, ober nicht ine Staude ist, fich über seine Person auizuweisen nnb ben Nachweis zu liefern, baß er, abgesehen von ber Arbeitsleistung in einer Verpflegungsstation, innerhalb ber letzten vier Monate wenigstens zeitweise ix Arbeit gestanden hat. AnS- geschloffex ist ferner, wer wegen ErschleichmS bet Aufnahme in eine Verpfleguigsstatton bestraft ist,
Anekdoten zu erzählen haben würde. Es war jedoch nicht erforderlich, daß Gtegotius seine Er- findungsgabe noch weitet ansttengte, dmn soeben fleckte ein Neger mit glattem Gesicht und von herkulischem Körperbau, jedoch ausgezeichnet gekleidet, feinen Kopf in den Laden. Et grüßte BalsamideS und trat ein. BalsamideS beobachtete den Mann. Dieser sah fich erst im Laden um, bann näherte er sich dem alten Glasschränkchm in der Ecke. Kaum hatte er einen Blick hinein gethan, al» er fich um- drehte und Marchetto'» Auge suchte. Der Letztere machte eine kaum bemerkbare Bewegung mit dem Kopfe. BalsamideS war überzeugt, daß diese Pantomime sich auf die Uhr bezog, welche nicht mehr auf ihrem Platze lag. Et fuhr fort, einige Minuten mit dem Juden zu sprechen, dann stand er langsam von feinem Sitze auf.
.Ich sehe, Sie haben mtt diesem Herrn ein Geschäft zu machen', sagte er. .Da ich noch etwas im Bazar zu thun habe, werde ich jetzt sortgehen und in einer halben Stunde wiederkommen.'
Der Lala schien entzückt und machte höflich Platz, daß BalsamideS vorübergehen formte, Marchetto aber protestirte laut, daß dieses Geschäft warten könne. Er begleitete Balsamide» zur Thür und nachdem er eine Anzahl der ehrerbietigsten Bet- beugungen gemacht, sah er ihm noch mehrere Momente nach. In geringer Entfernung schien Balsamide» von einem zum Kaufe ausge- legten Gegenstände gefeffelt und blickte flüchtig zurück. Der Jude war wieder hinein gegangen. Da kehrte Balsamide« um und trat in einen, demjenigen Marchetto'« beinahe gegenüber liegenden Laden, welcher gleichfall« einen spanischen?Hebräer
»ährend sechs Monate» sett Verbnßnng der letzte» Stafe. Mtt Haft wird bestraft: 1. Wer zum Zwecke der Aufnahme in eine BerpflegMgSstation falsche Angaben macht, 2 wer fich weigert, bie ihm znge« wiesene Arbeit zu verrichten.
Da» Gesetz soll am 1. April 1896 in Kraft treten.
Deutsches Reich.
* Merkt», 1. Mai. (Tagesbericht.) Unser Kaiser erlebigte 1» Lause deS gestrige» Taxe» in Schlitz RegierungSgeschäste. Da» Wetter ist daselbst sehr schön. Heute Abenb wirb ber Kaiser Schlitz verlaffen und vorausfichtlich morgen früh, kurz vor 8 Uhr, auf bet Wilbparkstation «tttelS Sonberzuge« eixtreffex. — Die Kaiserin wttd mit ihren Kindern auch in biefem Sommer einen längeren Aufenthalt auf Schloß Wilhelm! höhe bei Gaffel nehmen. — Die Herzogin von Coburg ist mit ben beiden jüngsten Prinzessinnen - Töchter», Alexcndra und Beatrice, über Darmstadt na* England abgereist. — Wie bie .Germania' melbet, ist Graf PaulHo ens» broech bei bei Königlichen Regierung in Frankfurt a.O. als Regierung»-Refeteubar beschäftigt. — Die Arbeiten am Norbostseekanal werden so gefördert, baß sämmtliche Bagger zum 1. Juni ben Betrieb einstellen könnex. Anfaxg» Juni wirb ein größeres Panzergeschwader probeweise den Kanal durchfahren. — Im ReichSamt be» Inneren haben dieser Tage Verhandln» gen über bie Tarife flattgefnnben, bie in Zukunft im Nordostseekanal berechnet werben sollen. Nach bei .Post' ist die Tendenz, die Tarife nicht zu hoch zu gestalten, duichgedtmtge».
* (Gegen bie llmstutzvotlage) wird lustig weiter agittrt. So haben jetzt bie Stadtverordneten von Braunschweig, Königsberg, Marienwerder rc. einen Protest, nach dem Berliner Beispiele, beschlossen. Auch die Reich spartet hat fich gestern über die Umsturzvorlage schlüsfig gemacht. Sie wird zu derselben bereit» am Anfang ber zweite» Lesung in einer formulittex Erklärung dahin Stellung nehme», daß bie KommisfionSvorschläge mit Ausnahme ber auf bie Militärverhältniffe bezügliche» Paragraphen für sie nicht annehmbar find. Die CentmmSfraktiox deS Großherzogthnm» Heffe» faßte, augenscheinlich auf Anregung des Mainzer Bischofs Dr. Haffner, einen Beschluß, ber fich gegen die Umsturzvorlage wendet, wovon fie dem Vorstände der Partei unverzüglich Anzeige machte. Die Klerikalen stimmte» dabei mit ber Majorität bet zweiten hessischere Kammer. AuS Frankfmt a. M. wird gemeldet, daß
von Salonichi gehörte, der speziell einen Handel mit Shawls trieb; es war ein hübscher, junger Bursche mit listigen, schwarzen Augen.
(Fortsetzung folgt)
Kunst, Wiffeuschast und Leben.
** Merkt», 1. Mai. (Die Kunstausstellung) wurde heute durch den Kultusminister mit einer Ansprache eröffnet, worin er besonders die Teilnahme ber süddeutschen und ausländischen, namentlich der französischen Künstler mit Be- friedigung hervorhob und die Hoffnung aussprach, daß die rege Theilnahme auch in den nächsten Jahren fich wiederholen möge. Der Feierlichkeit wohnten Lucanus und andere Würdenttäger sowie zahlreiche geladene Gäste bei.
• Wiesflade», 1. Mai. (In Gustav Freytag's Villa) in der Gustav Freytagstraße zu Wiesbaden treffen von allen Setten Seilelbe# telegramme ein. Die Züge des Tobten zeigen fei .e Veränderung Der Dichter sah feinen Tod voraus, er verschied ohne TodeSkamps. Sein Hinscheiden war ein harmonischer Abschluß seine» reichbegnadeten Leben». Eine Trauerfeier im Sterbe- Haufe findet vor der Ueberführung der Leiche nach Siebleben statt.
• • r»vt»ß-n. (Universität.) Die erledigte ordentliche Proseffur für Geologie und Mineralogie an der Universität ist dem Profeffor Koken in Königsberg übertragen worden.
• • Wie», 1. Mai. (Gestorben) ist der Präsident des Wiener Mänuer-Gesangverein« Dr. Olschbauer. _____________