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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««- Kirchhain.

'"iteatt&e *m«* * Jllustrirtes Sonntagsblatt. Sprechstunden der Redattion: 1011 Uhr Vormittags.

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Erscheint täglich außer tn SnttM« »ach S»m» xub Fttirtagtu. Onartal-Abounemeutr-Prei» bei der Sy*- ditioa 8 3Rt, bti «Utn Postämtern 2 KL SS tfg. («xll. BeSUlgeld). 3m'«r«ti»usg»bühr für di« gespalten« Ä«il« »der deren Rum 10 Pfx., Stamm für di, Zeil« «lPfg.

Marburg,

Donnerstag, 2. Mai 1895.

Anzeigen nimm: entgegen di« Expedition diese» Blatt«, iowir di« Aunoncru-Burraur von Haasmstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Taffrl, Magdeburg und Wien; Rudolf Moss« in Frankfurt cu M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daub« ». Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».

XXX. Jahrg

Die Fortsetzung der Kommissions- berathung des Antrags Kanitz.

Die ReichstagSkornmissio» für den Kittag Kauitz setzte am Dienstag ihre Berathungen fort. Lo» den Abgg. Dr. Meyer - Haste und Bebel ist folgende Resolution eingebracht worden: »Die Komrnisfio» wolle beschließen: den Herrn Reich», kanzler zu ersuchen: eine Enquete über dir Lage der deutschen Laudwirthschaft unter Berücksichtigung der geographische» Lage, der Krößeklaffcn. der Betriebe der verschiedenen Betriebsarten, de» VerschuldungS- znstande» und der Arbeiter Verhältnisse zu veranlaffen. Sodann ergriff Graf Kanitz das Wort zur Ver- theidigung seiner Anträge»: ES sei ein Jrrthum, »em man glaube, der Antrag sei ein agrarischer und verfolge lediglich agrarische Zwecke bezw. Sonder inter ffen. Der Antrag habe vielmehr eine allgemeine wirthschaftliche Tendenz. 3m Verlauf der letzte« Jahre haben sich die Einnahme» der Laudwirthschaft W 500 Millionen jährlich vermindert. Diese Summe entgehe der nationalen Wirthschaft, den» um diesen Betrag gebe die Landwirthschafl jährlich «Niger an die industrielle Produktion ab. Der Schutz, den die Landwirthschafl gegenwärtig genieße, reiche nicht hin, ihren Rntn zu verhindern. Ei» wirklich ausgiebiger und zureichender Schutz sei nur mit der Herstellung günstigerer Produktion!». Beding- rnzen, befferer und sicherer Preise zu erzielen. Redner stellt Berechnuugen an über die nach seiner Ansicht «nrulänglichcn Getteidepreise. Dieselbe» feiern jetzt so weit gesunken, daß sie die Produktionskosten nicht decken. Wenn auch gegenwärtig an der Börse eine Steigerung der Getteidepreise statt finde und dadurch die Aussichten des Antrages nicht verbessert weiden, so sei doch sicher, daß diese Steigerung nicht lange auftecht zu erhalten sei. Der Landwtrth müfle die Zinsen des Grund- und Bodenverthe» den Produkttons Wen zuschlagen. Redner polemisirt gegen die Aus­führungen, welche Graf Galen in der vorigen Sitzung über de» Riederga»g der Landwirthschast gemacht. Luch ihm sei eiue Herabminderung der Schulde» sehr sympathisch; aber dies sei nur möglich durch Stet gerung der Erträge. Nicht durch Spelnlaticn sei der Grundbesitz überschuldet worde», sondern durch das Bestrebe», den Besitz der Familie zu erhalten. 3n der Rhei»provi»z und i» Westfale» sei die Stimmu»g eine ganz andere, al« mau nach der Schilderung des Grafe» Galen a»uehme» müßte. Sie sei dem Anträge durchaus günstig. Die vesorgntß des «bg. Bebel, daß eine Preissteigerung die übermäßige Ausdehnung dr» Ackerbaues und demgemäß eine Ueberprodoktion

nach sich ziehen müßte, rheile er nicht. Auch die Be fürchtung sei unbegründet, daß die Verwirklichung seine» Antrages zu einer ungeheuerliche» Ausgestaltung der Latifundienbefitzer führe» würde. Gerade das Gegentheil werde eintrete»; je beffer und stetiger die Äetreidepreise, desto sicherer werde sich auch die Existenz de» kleine» Landwirth» gestalte» u»d damit der Lati- fuadienbildnng eine Schranke gezogen werden. Sehr befriedigt habe ihn das Zugeständnitz des Sbg. Bebel, daß der Ertrag durchaus nickt die ihm unterstellte sozialistische Tendenz habe. Thatsächlich liege bet Antrag durchaus im Interesse der Erhaltung der bestehenden Ordnung; er sei antt - sozialdemokratisch und ein Mittel gegen den Umsturz. Nach dem von ihm vertretenen Projekte werde e» möglich sein, in Fällen einer Theuerung de» Getreide» eine Ver­billigung de» Brodr» eintreten zu laffe». Allerdings könne men nicht für ganz Deutschland eine» gleichen Getreide preis fixiren. Die Pt eiSabstufung werde sich vielmehr nach wie vor vo» selbst vollziehe», aber ein Sinken unter die durchschusttliche» Prodnkiionskosten werde verhindert werden. Auch in Baden sympathystre die Mehrzahl der Laubwirthe mit seinem Anträge. Im dentsche» LandwirthschaftSrathe sei derselbe mit 36 gegen 32 Stimmen zur Annahme gelangt. E» habe ihn außerordentlich gefreut, daß der Abgeordnete Steininger, ohne Zweffel im Einverstäaduiß mit sehr viele» bayerische» Landwirthen, sich mit dem Grund­gedanke» des Antrages einverstanden erklärt habe. Die ga»ze ländliche Bevölkerung «erde e» schwer verstehen, wen« der Reichstag in der gegenwärtige» Session sich nickt bemühen »ürde, der Landwirthschast gründlich zu helfen. Der vom Abg. Meyer erhobene Vor Wurf, daß die Antragsteller in da» Rad der Weltgeschichte et»greifen, sei hinfällig. Redner er- klärt sich gegen den Antrag Meyer-Bebel ans Ver­anstaltung einer Enquete. Men könne nicht Wetter einige Jahre auf die Resultate dieser Enquete warten, um so weniger, als dieselbe Neues zur Sache nicht zu Tage fördern würde.

ES entspinnt sich zunächst eine Geschäftsordnung»' debatte darüber, ob die Diskussion in dem weitge­steckte» Rahmen geführt werde» solle, der ihr durch die Aussühru»ge» de» Antragstellers gesteckt-worde» sei.

Der Vorsitzende wünscht eine Beschränkung der Debatte auf die vorliegenden Resolutionen und Anträge. Abg. Dr. Lieber (Centr.) widerspricht diesem Vorschläge. Man dürst sich nicht der Gefahr aus setzen, auch nur den Schein zu erwecken, al» habe man die Redner in ihrer Ar­gumentation beschränken wollen. Abg, Bebel pflichtet dieser Anschauung bei. Abg. H u g (Centrnm) ist von dem Bestreben der Antiagsteller, der Laudwirthschaft Hilst zu bringen, sympathisch berührt, Doch habe die Resolution des Grafen Schwerin nur theoretischen Werth. Der Reichs-

Parü Valois.

bte Erzählung in 8 Bänden von F. Marton Crawford.

(Rachdruck verboten,)

(Fortsetzung,)

2. Kapitel.

An jenem Abende ging ich Paul aufzusuchen und fand ihn stumm und einsam in der Ecke eine» Salon» in einem Gesandtschaft-Hotel. Es fand dort großer Empfang nebst einem Ball statt, und simmtliche Diplomaten waren versammelt, um jenen Theil der eingeborenen Gesellschaft Pera« zu sehen, welcher zu solchen Gelegenhetten Einladungen erhält.

Mein lieber Freund', sagte ich, .ich glaube Ihnen gratuliren zu können"

.Wozu?" stagte er erstaunt

.Lassen Sie »ns hier fortgehen", antwortete ich. »Ich habe einen Brief von John Carvel, welchen Sie lesen müssen."

Wir durchwanderten die Säle, bi« wir in ein kleine« Boudoir gelangten, in welchem sich nur zwei Paare befanden, die auf da« Eifrigste mit sich selbst beschäftigt waren.

.Lesen Sie Lba»", sagte ich. Paul« Gesicht ivderte mehrere Role den Au«druck, während er dm Brief langsam la«. Al« er denselben beendigt, behielt er ihn in der Hand und schwieg.

.Wie denken Sie darüber?" fragte ich Paul

.Meine Mutter war niemals irrsinnig. Oder, »enn sie e« war, ist die» die seltsamste Genesung, »on der ich je gehört- So kommt sie also mit den Anderen hierher! Und Onkel John hält mich für einen prächtigen, treuherzigen Burschen", fügte er mit

einem Lachen hinzu, da» sat kastisch fein sollte, welches jedoch den nicht zu unterdrückenden Klang von Glück in sich barg.

.Ich gratulire Ihnen", sagte ich. .Ich glaube, die Sache ist so gut wie geordnet Sie habm nur noch wenige Wochen auf da» Wiedersehen zu warten. Uebrigen» hoffe ich, Sie nehmen Carvel'« Offenheit mir gegenüber nicht übel?"

Paul lächelte. .Ich glaube, Sie find der beste Freund, den ich in der Welt besitze, und Sie find auch sein Freund. Sie werden mir stet« eher Gute» erweisen, al» Böse« thuu."

.Da« hoffe ich", sagte ich.

Darauf erörterte ich Paul Gregori««' Plan. Paul kam die Sache sehr fraglich vor.

Von heute Morgen an verfolgt mich ein Ge­danke", sagte er endlich.Vielleicht finden Sie ihn sehr thöricht, dennoch kann ich ihn nicht los werden. Erinnern Sie fich de« Vorganges im Rosenthal? Ich kann nicht umhin, zu glauben, daß der Neger, welcher Marchetto die Uhr überbrachte, derselbe ist, welcher die beiden türkischm Damen begleitete. Der Mann war furchtbar erbittert Wahrscheinlich kannte er un« »on Ansehen, denn wir waren chm und der Dame mit dem dichten Mshmak schon häufig begegnet Sie hatten un« oft aus dem russischen Gesandtschaft-Hotel herauskommen sehen. Da keine Klage gegen Alexander eingelaufen ist, kommt mir fein Verschwinden wie ein Akt der Privatrache vor."

.Da« mag fein", stimmte ich, von dem Ge­danken gefangen genommen, hinzu. .Wenn e» dem Burschen gelungen ist, Ihren Bruder bei Sette zu schaffen, so ist e» sehr natürlich, daß er mit der

tag könne jetoch nur solche Vorschläge berücksichtigen, welche prokttschen Nutzen bringen. Das System des Grafen Kanitz habe, seine Durchfübrbarkeit vorausgesetzt, für die Produktion unleugbare Vortheile vor dem gegenwärtigen Schutzzollsystem; aber letzteres könne gleichfalls so einge­richtet werden, daß es dieselben Vortheile bitten Im Jnterefle der Konsumenten sei der Schutzzoll vorzuziehen, denn da» System Kanitz belastete die Konsumenten wehr, nid zwar nach deS Redners Berechnung um die Summe von 250 Millionen, UeberdieS sei eS noch sehr fraglich, ob der Kanitzsche Normalpreis überhaupt erreicht werden könne, in Anbetracht der ungeheueren Fortschritte, welche die aus­ländische Getreide-Produktion mache. Da« AuSlard werde die Wirkungen de» Kanitzscheu System« zu paralystren wissen. Die Resolution de» Grafen Schwerin halte er für unzeitgemäß.

Abg. Frhr. vo» Manteuffel (deutschkous.) verficht gegenüber bem Vorredner bie Ansicht, daß da« System Kanitz auch für bie Konsumenten vortheil Hasler fei, al» ba8 Schutzzoll ystern. Es hindere nichts, die Schutzzölle jede» Augenblick zu beseitige», diese stände» der Verwirklichung des Anträge» Kanitz durchaus nicht im Wege. Was Abg. Meyer in der lktztkn Sitzung behauptet habe, fei nicht zutreffend. 3m wirthschaftlichen Leben könne eine Preissteigerung, bezw. Ausgleichung mit mechanische» Mitteln niemals durchgeführt werden. Die Preissteigerung de» Pe­troleum», welche in letzter Zeit bi» zur Höhe vo» 150 Prozent hinaufgefchrauvt worden fei, beweise dies Durch Aussühivng des Antrages Kanitz werde der ganze» landwirthschastliche» Bevölkerung, möge sie noch fo arm fei», geholse»; auch be» Tagelöhner», welche Naturallöhne ix Getreide bezi he»; de»» auch für diese könne es nicht gleichgillig fei», ob da» Getreide höher oder niedriger im Preise stehe. Sr begreife nicht, wie irgend ein vernünftiger Mensch etwa» gegen den Antrag Kanitz einwende» könne. Derselbe käme in erster Linie gerade auch be» kleine» Landwirthen zu Statte»; deshalb werde er auch vo» den Sozialdemokraten so heftig bekämpft, die an der Störung der Harmonie zwischen große» und kleine» Grundbesitzern das leb­hafteste Interesse haben. Redner ersucht, die auf Veranstaltung einer Enquete abzielende Resolution Meyer-Bebel abzulehue».

Abg. Klos« (Centr.) wendet sich gegen die Ansicht, daß man der Landwirthschast auf bem Wege des Genossen­schaftswesen» helfen können Vor zwanzig Jahren wäre dies vielleicht noch möglich gewesen; heute ginge daS nicht mehr, oder doch nur unter der Voraussetzung, daß die Einfuhr erheblich beschräutt werde. Der Antrag Kanitz könne die Landwirthschast nicht retten; man müsse sich darauf beschrän­ken, die noch existenzfähigen Landwirthe zu erhalten. Die SBb fangen des Antrages würden den kleinen Grundbesitzern nicht zu Gute kommen, vielmehr deren Lage nur verschlimmere Redner wünscht von der Regierung eine Erklärung darüber, welche Mittel sie zur Aushilfe für die Landwirthschast in Aussicht genommen Habei Als eines dieser Mittel erscheine

Veräußerung von dessen Kostbarkeiten so lange ge- wartet hat."

.Ich möchte wissen, was au« den anderen Dingen geworden ist", sagte Patoff.Alexander trug sein Moskauer Cigaretten-Etui bei sich, außer­dem eine goldene Kette zur Uhr, dann trug er einen Ring einen schweren, mit einem Saphir und zwei Simanten geschmückten Goldreif. Wenn ihm alle diese Sachen abgenommen sind, so sind sie ebenfalls durch den Bazar und wahrscheinlich durch Marchetto« Hände gewandert."

In diesem Moment zeigte fich Balsamide« Bey'« bleiche« Geficht in der Thür. Er näherte sich uns schnell und zog einen Stuhl heran In wenigen Worten theilte ich ihm mit, wa« wir so­eben gesprochen.

Darin liegt etwa«', antwortete er. .Auch ich glaube, daß ein solcher Schelm sich erst von der Kette, dann vom Cigarettenkästchen, in dritter Reihe von der Uhr und erst zuletzt vom Ringe trennt, dm er wahrscheinlich noch trägt "

Wir müssen erfahren, ob Marchetto auch die Kette und da« Etui für ihn verkaufte", sagte ich

.Urberlaffen Sie Marchetto mit", fiel Gregori»» voller Selbstvertrauen ein. .Morgen werde ich den Tag bei ihm zubringm. Habm Sie seitdem den Reger im Rosenthal wiedergesehen?'

Sehr oft", antwortete Paul zu meinem nicht geringen Erstaunen. .Er geht jeden Donnerstag nach Dem Köij"

.Sie fcheinm ihn beobachtet zu haben", be» merkte Gregoriu» mit bewunderndem Lächeln. Haben Sie Grigg« niemal« darüber etwa» mit» getheilt?"

.Rein", sagte ich noch erstaunter.

ihm die internationale Regelung der Währung »frage; Auch empfehle fich die Abschaffung der Getteide-Spefalatiou, wo­durch die übermäßige Einfuhr verhütet werden könne. Gebe die Regierung keine bestiedigende Antwort, so dürfe mau sich nicht wundern, wenn die Landwirthe sich an den An» trag Kanitz festklammern. Geh. Rath Koehn er­klärt,seine Instruktion gehe dahin, sich auf Erklärungen thatsächlicher Natur zu beschrä nken, jedoch auf Fragen, wie die vom Vor­redner berührten, nicht einzugehew Abg. Schulze- Henne (uatl.) erklärt fich gegen den Auttag Kanitz und die Resolutton des Grafen Schwerin; Die Viehzucht tteibeude» Laudwttthe hätten an der Hebung der Getteidepreise gar kein Jntereffe; iw Gegen theil wünschten fie ein möglichst niedriges Niveau derselben;

Abg. A i ch b i ch l e r (Centr.) tritt für bie Resolution de» Grafe» Schwert» n»b gegen bie beantragte E» quete ei», welche seiner Auficht »ach gar kei»en Nutze» verspreche.

Abg, Herbert (Szd.): Der Antrag Kanitz mit seiner Tendenz, die Getteidepreise zu steigern und möglichst hoch zu hatten, könne unmöglich im Jntereffe der kleinen Land­wirthe und der Konsumenten liegen. Die Normt: ung des Preise» auf 160 Mark komme einer Erhöhung de» Ge- tteidezoll» um mindesten» 80 Mk. gleich. Bei hohen Preisen pflegen die Großgrnndbefitzer ihre Arbeiter nicht mit Natural­löhnen, sondern mit dem durchschnittlichen Geldlohn abzu­finden ; nur bei niedrigen Getteidepreisen komme die Natural- löhnung zum Nachtheile der Arbeiter in Anwendung; Die Masse de» fonfumirenben arbeitenden Volke» müsse fich gegen jeden Versuch, die Getteidepreise zu steigern, wehren, da eine Erhöhung de» Arbeitseinkommen» als Ausgleich nicht zu erwarten sei Abg; Graf v. Galen (Ctr.): Der Fehler, den die Antragsteller begehen, liege darin, daß fie die Grund­sätze der Industrie auf die Laudwirthschaft anwenden wollen, was nicht angängig fet

Wege» Beginns her Plenarsitzung wird hierauf die Fortsetzung bei Berathuug auf Mittwoch 11 Uhr vertagt.

Deutsches Reich.

* Aerttv,30.April. (Tagesbericht.) Unser Kaiser wird i» Schlitz bi» Mittwoch -beul» ver­weilen und dann die Rückreise »ach dem Neue» Palais bei Potsdam antreten, wohin bereits bie Kaiserin mit ihren Kindern heute übergrfiedelt ist. 3m Neue» Palais wird die Saifetfamilie bis zum Winter restdiren. Zum Ritgliede des preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ist der Rittergutsbesitzer, Kammerherr vo« ESbeck-Plate» auf Rüge» berufe». Al« Hilfs arbetteri» da» Unterricht». Ministerium ist der Direktor be» Gymnasium» i» Pose», Meinertz, berufen. Der.Reichsanz." macht die Ernennung des Major» L la suite der Armee Dr. Hermann vo» Wissmann zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika amtlich bekannt. Dem Eintreffen be» bisherigen deutschen Botschafter» ix Washington, Frhr». v. Saurma-

.Was hätte es nützen können? Ich beobachtete den Mann nur, well ich dachte, er könne vielleicht mit der Angelegenheit in Verbindung stehen; e« er­schien mir jedoch so absurd, bi« da« Auffinden der Uhr die Sache wahrscheinlicher machte. Deshalb sprach ich bisher nicht davon."

.Nun, es freut mich, daß Sie wenigstens jetzt davon sprachen", sagte Gregorius. .Wahr­scheinlich ist er der Schlüssel zu dem ganzen Ge- heimniß."

(Fortsetzung folgt.)

Kunst, Wiffenschast und Leben.

* * Maunhel«, 30; April; (Zonrnalistentag;) Der Großherzog von Baden hat da» Protettorat über de» Heidelberger deutschen Journalisteutag übernommen und einen Besuch in Aussicht gestellt;

* Bo«« (Professor Dr; Wilhelm Ende- manu,) einer der angesehensten und beliebtesten RechtS- lehrer der hiefigen Hochschule, beging am 24. April die Stier seine» 70; Geburtstages. Er ist der Sohu de» ObergerichtSpräfidenten Dr. En bemann zu Marburg.

* * Würzburg, 29; April; (Universität;) Pro- effor Lothar Seuffert, eine Autorität auf dem Gebiete de» Eivilprozeßrecht», hat einen Ruf nach München erhalt« und angenommen;

* * Karlsruhe, 30. April; (Kunstakademie.) Der bekannte hiesige Gen re maler Prof. LlauS Meyer hat einen Ruf au die Düfleldorfer Kunstakademie er hatten xnb angenommen;

* * Benebig, 30. April. (Kunstausstellung;) 1 Stute vormittag wurde die hiesige Internationale Kunst- Ausstellung durch den König und die Königin feierlich er­öffnet. Dem Akte wohnten die Minister Boccelli und Moeeuui, die Spitze» der Behörden und die geladenen Per- önlichkeiten bei; Da» KönigSpaar wurde von der Volks­menge lebhaft begrüßt;