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111 Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
sm« Ätriet! 3*5« Ku »ich UuteerfitL».SnchdrA<kerei ta Äerßer». z*4-4- Lenutwortlich« Redakteur: Friedrich Colbatzky in Mardur,.
Äitatttex art eoxtitiea: Äertt 9L Ferasvrechrr Nr. 55 ^UU|invlvV SprechAmden der Redaktion: 10—11 Uhr Vormitta,».
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Arschiint täglich «ß« tu Werktag«» »ach G««. art Ariertazeu. — Q»artal-Ab»u»«««ntr-P;«g S«i der SM» Mito» S Mk., bei allm PaßLutern 2 Ml. Sk Wg. («xkl. S«M|rib). Jusiratteulgebühr für dir gffodtrae Z«il« »d« deren Ran« 10 Pfg., Nell«»«» für sie geil« SS Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 27 April 1895.
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition dieses Blattes, itnri« die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mofi« in Fraickfurt «. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. Di., Berlin Hannover, Paris.
XXX. Jahrg.
25 Jahre Reichspostmeister.
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** Marburg, 26 April 1895.
Unser Reich? postmeister begeht heute ein seltenes Jubiläum. Fünfundzwanzig Jahre sind verflossen, seitdem Dr. Stephan die oberste Leitung unsere» Postwesens übernahm. Ist es schon selten, daß ein Manu so lange Jahre in derartigen Stellungen auS- hant bei den großen Anforderungen, welche ein solches Amt an seine» Träger stellt, so kann Herr t. Stephan mit besonderer Kenugthuung auf bar Puter ihm liegende Bterteljahrhundert als eine Zeit bedeutender Erfolge zurückblicken in der das von jh, geleitete Berkehrrinstitut der reichen, vor 25 Jahren ungeahnten Entwickelung des deutschen Wirth- schaftSlebeus tu hervorragender Weise gerecht geworden ist und seinerseits auch vielfache fruchtbare Anregungen gegeben hat. An Suszeichnnngen und an Glück- Wünschen wird es dem Jubilar am heutigen Tage nicht fehlen, nicht nur von amtlichen Stellen, denn Herr Dr. Stephan hat es verstanden, durch die Art nnb die Fruchtbarkeit feiner Thätigkeit sich einen
populären Namen in weiten Kreisen zu verschaffen, dessen Glanz groß genug ist, um auch die Be- »«gelungen einer verlangsamten Entwickelung und am gewissen Reformmüdigkeit zu überdauern, unter da unser Reichspostwesen seit einigen Jahren leidet. Wr wollen heute nicht die ost vorgetragene Statistik mftollen, au» der die gewaltige» Fortschritte unseres LerkehrslebtnS auf dem Gebiete der Post und Telegraphie hervorgehen nnb die das Wirken Dr. Stephans iüustrirt, auch nicht darauf eingehen, wie er, als Begründer des Weltpostvereins, für den großen Welt» tockehr als bahnbrechender Reformator anfgetreten
Sein Werk ist ei, daß die cteilifirteu Länder der Erde, bis auf wenige AnSnahmen, ein einziges Postgebiet geworden find, eine Leistung nicht nur u gewaltiger wiri hschastlicher, sondern auch von her- rraginder politischer und ethischer Bedeutung. Sie tob heute auch vom Auslande, daS bene deutschen er alpostmeister schon so zahlreiche Auszeichnungen hat zu Theil werden laffen, von Neuem anerkannt kerben.
Stephan ist 1831 geboren nnb 1848 in den Postdienst getreten. Er stammt auS Stolp in Pommer», *6 fein Vater Schneidermeister nnb später auch Stadt- Mordneter gewesen ist. St. war in Köln angestellt »d schon bamals eistiger Verehrer ber Kunst. Er W für ein angesehenes Blatt bie Theaterkritiken geschrieben und de« Postdienst weniger Beachtung ge- schenkt haben, so daß sein Chef ihn zum Eintritt in eine andere Laufbahn gerathen hat. Die Verbindung leit dem Theater veranlaßte Stephans Berlobnng »il der Sängerin Tomala, welche von Köln an das Hoftheater in Hannover kam. Hier in Hannover ist k»n auch, in der Marktkirche durch Pastor Bödeker, Üe glückliche, nach einigen Jahren durch den Tod ßelöste, Ehe geschloffen. 1855 machte Stephan das
Paul Patoff.
■* GqLhlnn, in 2 Bänden von F. Marten Crawfoid. (Nachdruck verboten.)
.Ich habe einen Gedanken, Griggs!" rief Balsa «tibe», plötzlich seinen Ton ändernd. ,@1 beweist - daß Alexander vielleicht gar nicht die Stufen hinabgegangen ist."
.Das verstehe ich nicht."
.Die Gallerte hat noch einen anderen Ausweg. Buften Sie da»? Am anderen Ende, genau an derselben Stelle, ist tief in einem Bogen verborgen eine zweite Thür. Dott befindet sich ebenfalls eine Senbeltieppe, welche nach der Straße auf der Ackeren Seite der Moschee hinabführt. Fremde »erden von jener Seite nie eingeführt, jedoch ist er «özlich, daß diese Thür offen war. Alexander totoff mag jene Treppe in dem Glauben benutzt haben, daß es diejenige »ar, auf welcher er hinein- Naanaen."
, „Sie sehen, e» ist noch nicht Aller erschöpft", rnf ich, über diese Auskunft entzückt.
.Wenn diese Thür — war immerhin unwahr- Heinlich ist — geöffnet »ar, so kann er allerdings, •wie vom Kutscher gesehen worden zu sein, »e Straße erreicht haben, bamit wissen wir aber »imer noch nicht, was schließlich aus ihm geworden ist."
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höhere VerwaltungSexameu und bestand baffelbe mit AusziiSuuns, ein seltener Fall. Streits im folgenden Jahre fand seine Ernennung zum Geheimen expe div nben Sekretär bei dem General Postamte statt, und 1858, als er ein vorzügliches, umfangreiches Werk: .Die Geschichte der preußischen Post", voll endet hatte, wurde St. Poftraih in Potsdam, wo er sich zum zweiten Male verheirathete. Seine Dienstlaufbahn hat alsdann schnelle Fortschrstte gemacht. 1863 ward er Ober Postrath, 1865 Geheimer Post, rath, 1867 G,h imer Ober-Postrath, 1870, jetzt vor 25 Jahres, General-Postdirektor. Später wurde er noch Mitglied des Herrenhauses 1872, General- Postmeister, Wirklicher Geheimer Rath, also Excellenz 1876. Staatssekretär 1880, Mitglied des preußischen Staatsraths 1884, geabett 1885, Kapital«! des Domstifts Mersebnrg 1890, sowie 1894 Staatsminister.
Zur Handwerkerbewegung.
* Der achte allgemeine Handwerkertag zeigte in nrdj weit imposantere« Maße als seine Vorgänger, daß die Handwerkerbewegung stetige Fortschritte macht. Besonders lebhafte Freude rief die Erklärung hervor, daß nunmehr auch der bisher getrennt marschtrende oberschlefische Junnngsverband mit seinen fünftausend Mitgliedern de« Allgemeinen deutschen Handwerkerbunde beigetreten ist. In steigende« Maße aber machte fich in der Versammlung auch die Unzu friedenheit mit dem Stillstand in der Organisations- frage, die in allerhand Erhebungen nnb Erwägungen immer ttieber sticken bleibt, bemerklich. Viele bittere Worte konnte «an da hören, und die Richtersche „OrdnungS"-Presse wird sich wohl die Gelegenheit, einige Denunziatiönchen anzubringen, nicht entgehen laffen. Die Erregung bei Haubwerksmeister, die doch einmal von „Wohlwollenden" Versprechungen nicht leben können, ist aber sehr begreiflich, und es wäre geradezu ein Scheden für die Gesammiheit, wenn bei den Handwerkern die Muthlofigkeit so weit um fich greifen möchte, daß in ihren Kreisen bange Thatenlostgkeit herrschte. Heutzutage gilt es — das haben bie Haubwerksmeister wohl nun eingesehen — fich zu rühren nnb zu organifireu. Die agitatorische Kleinarbeit in den Kreisen bet Berufs genoffen giebt die Stärke trab bie Macht, durch bie ben Beschlüssen beS Handwerkertages bie uothwendige Beachtung schließlich erzwungen wirb. Mögen also die Handwerker nicht in politischen Mittelstandsbewegungen ihre Kräfte zersplstter», sondern fich unter einander berufs- mäßig orgauifiren, dann wird auch dieHaudwerker- schutzftage nach Wunsch erledigt werden.
Deutsches Reich.
* Netti«, 25. April. (Tagesbericht.) Ihre Majestät die Kaiserin hat gestern die erste Ausfahrt nach der letzten Unpäßlichkeit und zwar in offenem Wagen unternommen. Auch heute «achte
.Wäre es möglich, festzustellen, ob jene Thür tzatsächlich unverschlossen war und wer — wenn er der Fall — diesen Ausweg benutzte?" fragte ich.
.Wir wollen sehen", sagte Gregoriu«. .Zunächst werde ich Ihnen den Willen thun und die Bekanntschaft Ihres rusfischen Freundes machen. Von Ansehen kenne ich ihn schon, obgleich ich noch niemals mit ihm sprach. Wenn ich mit ihm die Sache besprochen habe, werde ich Ihnen sagen, war ich darüber denke. Jetzt laffen Sie un« diniren gehen."
Ich fühlte, daß ich die erste große Schwierigkeit übrrwunben hatte, indem es mir gelungen war, Balsamide» für mein Vorhaben zu interesfirm.
An diesem Abend kam Gregorius nicht wieder auf biefen Gegenstand zurück, sondern amüfitte fich bamit, mir über England allerhand Fragen vorzulegen. Wir tarnen dabei auf europäische Politik und die Stunden bis Mitternacht vergingen auf das Angenehmste.
Am nächsten Tage besuchte ich Paul und theilte ihm das Resultat meines ersten Schritte» mit. Er war mir sehr dankbar.
„Es wäre hart, wenn mein Leben dadurch ruinirt sein sollte", sagte er ermüdet. .Jede, wenn auch noch so kleine Aussicht auf neue Entdeckungen ist dankbar aufzunehmen. Mir ist, als ruhe ein
Ihre Majestät am Vormittage eine Spazierfahrt Da Ihre Majestät nunmehr völlig genesen ist, wird bie lieber fickelung der Kaiserl. Familie nach be« Neuen Palai» demnächst, und zwar voraussichtlich am Dienstag erfolgen. — Prinzessin Albrecht war gestern «it ihrem jüngsten Sohne zum Besuche in Bonn eingetroffen nnb wurde vom Prinzen Joachim »'brecht, ber bort studirt, vorn Lahnhofe abgeholt. NachmsttagS fand eine Rundfahrt durch bie Stadt statt und Abends erfolgte wieder bie Abreise nach Brannschweig. — Die Königin von England H mit der Prinzessin Beatrice nnb der Prinzessin Victoria zu Schleswig Holstein gestern um l1/* Uhr Nachmittags mittelst ExttazngeS in Darmstabt ein- getn ff es. Am Bahnhof fand kleiner Empfang statt, bei welchem ber Großherzog, bie Großherzogin, die Vrinzrsstn Heinrich von Preußen, Prinz Wilhelm, die Prinzessin Battenberg, ber Prinz von Holstein nnb außerdem bie Hofstaaten anwesend waren. Nach Begrüßung ber Familienmitglieder in dem Salonwagen wurde bie Königin von zwei Dienern zu bem offenen vierspännigen Wagen geführt, ber, mit zwei Spitzenreitern voran», durch bie reichgeschmückte Rheinstraße nach bem Palais auf bem Louisenplatz, bem Absteigequartier ber Königin, fuhr. — Der russische Botschafter Graf Osten-Sacken wirb sich, ehe er nach Berlin kommt, von München noch nach Darmstadt begeben, um dem Großherzoge sein Abberufungsschreiben zu übeneichen. Seine Ankunft in Berlin wird in den ersten Tagen des Mai erfolgen, doch ist ein bestimmter Termin noch nicht festgesetzt. — Der General ber Infanterie, General- Adjutant nnb Chef be» Militärkabinet» v. Hahnke hat fich mit mehrwöchentliche« Urlaub nach Karlsbad begeben. — Ceremonienmeister v. Kotze hat jetzt bas Krankenhaus wieber verlsffen. Wie es heißt, hebt bas Urtheil in ben Motiven zur Freisprechung ausdrücklich bie Schuldlosigkeit von Kotzes hervor Man erwartet beShalb eine Satisfaktion für den gekränkten Mann. — In Stuttgart ist der fett 1872 beglaubigte bayerische Gesandte GrafTaufkirchen heute Nacht gestorben. Die Leiche wftd zur Beerdigung nach München überführt
* (Kanzlerwechsel.) Vielfach schwüren jetzt Gerüchte herum, daß ein Wechsel des Reichskanzlers bevorstehend wäre. An Stelle des Fürsten Hohenlohe solle der frühere preußische Ministerpräfident Graf Eulenburg treten. Bon informirter Sette wird jedoch gemeldet, eS sei anzunehmen, daß Fürst Hohenlohe nach seiner ganzen Vergangenheit an seinen Rücktritt nnr denken könnte, wenn die klerikale Umsturzvorlage ihm aufgezwnngen werden sollte. (Sin solcher Zwang wäre nur durch einen bei CentrumS- aibeit zustimmenden BundeSiathrbeschluß möglich, ein solche! ist aber vollständig ausgeschlossen.
♦ (Umsturzvorlage.) Wie bei Magistrat von Berlin, wollte auch bet von Stettin eine Petition gegen bie Umsturzvorlage einreichen. Die Sache
Fluch auf mir. Ehe wir da» Geheimniß nicht gelüftet haben, werde ich nie wieder frei athmen können."
Dann schlug er plötzlich vor, auszugehen. Es war ein schöner Februartag, obgleich der Schnee das Pflaster der „Grande Rue" von Pera bedeckte. Jedermann trug Pelz und Ueberschuhe, ohne welche er unmöglich ist, im Winter in Konstantinopel aur- zugehen.
Paul und ich schlmdertm die Straße entlang, an dem Galata-Thurme vorbei und hinunter nach Galata selbst.
„Wollen »ir hinüber?" fragte Paul, al» wir an die Brücke gelangten.
.Lassen Sie un» nach dem Bosporus gehen", sagte ich. .Dott wird jedenfalls bald ein Tiampfer abfahren.'
Er willigte gern ein. Es war ungefähr 11 Uhr Morgen« — nach der türkischen Zett — und der Tag war herrlich. Die Sonne stand hoch und beleuchtete Alles in der Hellen, klaren, lallen Lust, so daß die Kuppeln und Mnaretr der Stadt weiß »ie Schnee aussahen mit bläulichen Schatten, während die vergoldeten Vorsprünge und Spitzen im natürlichen Glanze funketten. Dar große Fährboot schwamm langsam in dm Hafm hinein, während wir auf dem oberen Deck standen und die Scene vor un» beobachteten. Für zwei Männer, welche mtt Konstantinopel in jeder Hinsicht so be
nahm jedoch denselben Verlauf, denn der Stettiner Magiürat wurde vom Oberprästdenien angewiesen, bie Petition zurückzuziehen.
* (Der BunbeSrath) des beutschm Reiche» hielt heute eine Sitzung ab, in welcher ber Gesetzentwurf, der bie Ansprüche an ben Jnvalidenfond» auf Grunb be» Kaiserlichen Erlasse» vom 22. März regelt, eine« Ausschuß überwiesen würbe.
* (Kanalfeier.) Der Reichstag erhielt in corpore eine Einladung zur Betheiliguvg au ben Feierlichkeiten zur Eröffnung beS NordostseekanalS. — Die Kosten für bie Feier »erben fich höher belaufen, al» ursprünglich in Aussicht genommen war. Der bafär bestimmte NachtragSetat in Höhe von Mk. 1,750,000 wirb bem Reichstage baldigst zugehen.
* (Reichstagswahl.) Im Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar ist also der anttsemttische Kandidat (Dr. Vielhaben Hamburg) im ersten Wahlgange bei ziemlich geringer Wahlbetheiligung (8573 Stimmen gegen rund 13000 im Jahre 1893) ge» wählt worben, da er von vornherein bie Uvterstützuug auch bei Konservativen unb bei Mitglieder beS Bundes ber Landwirthe gefunden hatte. Sehr wenig Stimmen hat, wie in Eisenach, ber nationalliberale Kandidat (Souchay Marburg) erhalten; er ist zwar ein angesehener unb tüchtiger Laudwirth, aber baS ablehnende Votum, welches er imLaubwirthschaftsrathe gegenüber bem Anträge Kanitz abgegeben hat, hat ihm in bem überwiegenb ländlichen Wahlkreise augenscheinlich ben Boben entzogen. Die Sozialbemokraten haben gegen bie Hauptwahl 1893 700 Stimmen verloren, trotzdem aber immer noch viel zu viel aufgebracht. Freisinnige und Rechtspartei haben durch die Zählkandidate« lediglich ihren gänzlichen Mangel an Bedeutung offen gelegt.
* (ZurLippeschen Regentschaftsfrage.) Der „Reichsanzeiger" schreibt, daß bie Angabe, „Kaiser Wilhk« II. habe s. Z seine Einwilligung zur Vermählung seiner Schwester mit dem Prinzen Adolph von Schaumburg-Lippe nur unter bet ausdrücklichen Bedingung gegeben, daß Prinz Atolph dem jetzt verstorbenen Fürsten zur Lippe snccedire, und Letzterer habe infolge deffen bereits 1890 den Prinzen i« Falle seines Ableben» zum Regenten ernannt", völlig erfunden ist. — AuS Detmold wird zur Erbfolgefrage ferner berichtet: Die Chefs bei beiden eibherrlichen Linien, die beide auf bie Thronfolge Anspruch erheben, haben fich geeinigt. Der »Rhein. Wests. Ztg." zufolge ist be« Lippescheie Sanbtage neuerdings ein Schreiben des Grafen Ferdinand zur Lippe - Biesterfeld - Weißenfeld, Chef der zweiten erbherrlichm Linie, zugegangen, worin bie Erklärung abgegeben wird, daß Graf Ferdinand, n« bie i« Lande entstandenen Wirren nicht zu vermehren, sondern vielmehr die schwiettge Stellung de» Grafen Ernst zur Lippe - Westerfeld zu erleichtern, zur Zeit keinerlei Echrttte zu ttgend welcher Beeinträchtigung der SuceesfionSansprüche bei letzterem
kamtt waren wie wir Beide, schien es fast lächerlich, an Bord eines Dampfer» zu gehen, nur um nach bet Mündung be» Schwarzen Meeres und wieder zurück zu fahren.
Paul schien fich der ftischen Lust zu erfreuen und richtete bezüglich der Paläste und Villen zu beiden Seiten mehrere Fragen an mich. Während wir im Hafen von Arni Kos hielten, beobachteten wir den Sttom von Passagieren und es dünkte mich, als schreckte Paul leicht zusammen, während er eine» großen kräftigen Negers mit glatten Gesicht ansichtig wurde, der zu ihm aufsah, al» er den Dampfer verließ. Ich mochte mich geirrt haben, e» war jedoch das einzige Ereigniß, welches fich an diesem Tage abspiette. Wir erreichten den oberen Theil der Bosporus und bei yeni Mabelle Angesichts de» Schwarzen Meeres beschrieb das Fährboot einen großen Kreis und wandte dann wieder nach der Richtung nach Stambul um.
„Ich fühle mich wohler", sagte Paul, al» wir die GÄatabrücke erreichten, und un« ben Weg durch bie Menge nach dem Ufer bahnten. „Wir wollen bald wieder spazieren gehen."
„Aus jeden Fall', antwortete ich.
Von jener Zeit an machten wir mehrere Wochen hindurch die verschiedensten Ausflüge in Stambul und auf bem Bosporus, unb ber fortwährende Genuß ber ftischen Lust that Paul wohl.
(Fortsetzung folgt)