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Marburg, Mittwoch, 24 April 1895.
Wöchentliche Beilagen: Kwisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. .......- - Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Nrqrigrn nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«,
!»wie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler iu vo- _ , Frankfurt a. M„ Taffel, Magdeburg und Men; Rudolf XXL. 5>aüra Mofse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. 8. "O *1 »
Daube u. Co. iu Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
Erscheint täglich außer au Lerktageu nach Sam», und m n- Saiertagen. — Q»artal.«b»nne»entr.Prei« bei der ttti*-
JK ”e) ditto» 8 Mk., bei allen Postämter» S Rk. «z Wg. («xkl.
Bestellgeld). Juserati»u«gebühr für die gespaltene Zeile ________________________»öer deren Rau« 10 Pfg,, Reklinuen ffit die Zeile 85 yfg.
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Erstes Blatt.
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Die Exped. der „Oberh. Ztg
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erbeten, g «ach
i. April ähv-ret [258
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»geführte! her stehlt . Moebm aterialte»
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für die Monate Mai und Juni auf die
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nebst beten Gratisbeilagen
„Kreis blatt" für die Kreise Marburg uni Kirchhain, „Illustriertes SonntagS- blatt" und „Verloosungsliste der preußischen Klassenlotterie"
werben von allen Postanstalten, Land» briefträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial- Expeditioner
[2490*
in Kirchhain, Neustadt und Wetter ent
gebmrdo sonst erhalten werden. [2455
gegengenommen. Neuzugehende Abonnenten erhalten die „Oberhessische Zeitung" bis zum 1. Mai unentgeltlich.
Wir machen darauf aufmerksam, daß von der am 1. April anläßlich des Geburtstages des Fürsten Bismarck erschienenen Fest- nummer noch ein kleiner Borrath vorhanden und daß neuhinzutretende Abonnenten, i find i, so lange dieser reicht, je ein Exemplar um-
Die Maifeier,
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Msornehr, als vo« be« Sozialdemokraten gleichzeitig kt „Achtstundentag" als da« uächste zu ertrotzende ndlnng, 3«! hingestellt wurde.
-------• Test dieser erste» Maifeier find nun fünf Jahre Urstricheu, »ud »och immer wird der 1. Mai von da Sozialdemokraten dazu benutzt, den Haß zu schüre» und dort, wo der Friede einziehe» kö»«tr, «1’8 Neue Unruhe zu stifte» und Zwietracht zu säen.
> tzi Als die Sozialdemokratkn vor fü»f Jahre» , teschlossm, de» ersten Mai zum Weltfeiertage ausz».
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ioKatifä bc glaubte man allgemei», daß damit eine von erbitterte» Kämpfen eingelettet werde, emfnw.hr «la HA» 8«. Än.lArk.__.___
Allein die hohe Bedeutung, die mau der Feier beilegte, ist zusammengeschrumpft, die „große" Idee, daß einmal im Jahre auf Befehl der sozialdemokratische» Führer „alle Räder still stehen" sollen, „wenn de» Arbeiter» starker Arm eS will", hat sich Dank dem energischen Widerstande, de« die bürgerliche Gesell- schäft und die Behörde» ihr e»tgege»setzteu, »icht verwirklicht. Die Maifeier deS letzte» JahreS hat lediglich dadurch eine« ernsteren Charakter erhalte», daß sie den Ausgangspunkt des Berliner Bierboykorts bildete.
3» diesem Jahre indessen wird lluge»schei»ltch von der Sozialdemokratie dahin gewstkt, daß am 1. Ma gefeiert werde» mflffe. So haben bekanntlich beispielsweise dir Berliner Brauereiarbeiter vor einigen Tage» in einer öffentliche» Versammlung feierlich beschloffen, den 1. Mai durch „absolute Arbritsruhe" zu feier», weil die Brauereien durch den vorjährige» Bierboykott derartig geschwächt wären, daß fie sicht ei« zweites Mal de« Kampf gegen die sozialdemokratische« Macht Haber auftiehme» könnte». @8 scheint übrigens, al» wollte» die Sozialdemokraten mit ihrer „absolute» Arbeitsruhe" diesmal eine Demonstration gegen die Umsturzvorlage ins Werk fetze«, während fie fich doch sage» sollte», daß gerade ei»e solche Demo», stratio» als ein sehr starkes Beweismittel zu Gunsten der Vorlage auch bei solche» bürgerlichen Elemente» wttke» müsse, die im Allgemeine» »icht geneigt find, dem Staate »e»e Waffe» gegen de» sozialdemo kratische» Uebermuth i» die Hand zu geben.
Man fieht jedenfalls, daß der Gedanke eines allgemeine» Feiertage», der die Arbeiterschaft ver- bi»den soll, »och lebendig ist. Wenn auch die große Demonstration, wie fie ursprünglich geplant war, allmählich zu einer Art von harmlosem Protest »m- geforwt ist, so hebt die gemeinsame Feier des 1. Mai doch das Sta«deSbewußtsei» der Arbeiter, fie verleiht ihne» das Machtgefühl der Geschlossenheit und verstärkt die fiegesbewußte Hoffnung auf den Tag der Abrechnung. In dieser Bedeutung des Maifeiertages möge» die ßaatSerhaltende» Elemente ei»e ernste Mahnung erblicke», auch ihrerseits eS uicht an der nöthigen Einigkeit fehlen zu lassen.
Deutsches Reich.
* Her«*, 22. April. (Tagesbericht.) Unser iaiser, welcher fich deS besten Wohlseins erfteut, >at heute Abend die Wattburg, wo er bekanntlich am Sonnabend eingetroffe» war und Tags darauf >e« Gottesdienst iu der Burgkapelle beigewohut hatte, wieder verlasse» u»d fich über Eisenach «ach Wasmrge«
zur Auerhahnbalze begeben. Von dort geben» bei Monarch morgen nach Sttehlen zu reisen, um ben König Albert von Sachsen zu beffe« Gebuttstage zu beglückwünschen unb bet Festparade der Dresdener Garnison beizuwohnen. — Der Groß Herzog and die Großherzogin von Oldenburg haben gestern eine Reise nach der Schweiz und Italien augetteten. — Der zum Botschafter in St. Petersburg ernannte bishettge Kaiser!, deutsche Botschafter in Konstanttnope Fürst Radoli» ist gestern Nachmittag aus Kon stantiuopel hier eingettoffen. Fürst Radolin wird fich in kürzester Frist auf seine» Poste» in St. Petersburg begeben, anschesteend mit Rückficht auf die schwebeude» Verhandlungen über die ostastatische« Fragen. — Zur Unterstützung des Majors Leutwein begiebt fich am 30. April Major Müller vom 46. Inf..Regt, in Posen nach Deutsch-Südwest, aftika. — Der Kommandeur der 3. Inf. Brigade Generalmajor v. Knesebeck iu Hanuover beab sichtigt seinen Abschied z» nehmen. — Die Kron- prinzessi« von Schwede» und Norwegen ist von Amalfi, wo fie längere Zeit geweilt, am 18. b. M. n«ch Rom zurückgekehrt. Da bas Be- finbeu ber erlauchten Frau ei« relattv günstige» ist, gedenkt fie mit eintteteuder wärmerer Jahreszeit wieder nach dem Norde« zurückzukehce».
* (Umsturzvorlage.) Der „Reichsanzeiger" schreibt über die Haltung der Regierung zur Umsturzvorlage: „Bo« de» „Berliurr Politischen Nachrichten" u»d dem „Hamb. Corr." werden Andeutungen verbreitet, als ob an maßgebender Stelle ei»e Zurückziehung der Umsturzvorlage aus de» Berathungen de» Reichstages in »»»ficht genommen sei. Es ist dem gegenüber darauf hinzuweise», daß die Einbringung der Vorlage ans einem Beschluß der verbündete« Regierung beruht. Eine Entschließung de» Lundes- raths, durch die jener frühere Beschluß rückgängig gemacht werden würde, steht nicht in Frage. Die verbündeten Regieruugen dürfen a» der Erwartung esthalte», daß es in den wetteren Berathungen des Reichstages gelingen wird, der durch die KommisstonS- berathnngen erheblich umgestaltete» Vorlage eine Form zu verschaffen, welche den von de» verbündeten Regierungen bei der Einbringung verfolgten Abfichten gerecht wird." Au» dieser Erklärung bei „Reichs- anzeigerS," bie allgemein lebhaft begrüßt »erben wttb, geht beutlich hervor, baß bie Regierung mit ber kommisfionSfaffung ber Vorlage ebeusowenig eiuver- taube» ist als mit ber Majotttät beS Volkes u»b einer Vertteter. Ob fich die in ber Erklärung ausgesprochene Erwartung ber Regierung, baß er ben ReichStagSverhanblunge» gelinge» werbe, eine be
fttebfgeebe Form der Vorlage zu finden, erfüllen wird, ist fteilich auch noch abzuwarten. — liebet die Ausfichte» bet Umsturzvorlage schreibt bie Voss. Ztg.: „DieUmsturzvorlage bilbete in ber am Eon», abenb abgehaüenen Sitzung bei preußische» Staats» Ministerium» be» Segeusta»b eingehender Berathunge». ES scheint i» der Abficht zu liege», hierüber Klarhett zu verschaffe», um für bie Regierung bei be» bevor» stkh'nden Debatten ttn Reichstage eine Bahn zu habe». Bi» in die letzte» Tage hinein besta»d allerdings in der Regierung eine statte Sttömung selbst für die Commisston»fassu»g der Vorlage. Die Frucht der Miuisterialsttzung scheint aber die Erklärung deS„Reichl» anzeigerS" zu fein." — Dem Vernehme» nach tritt die Commisfio» de» Reichstage» zur Vorberathuug bei Vorlage am Mittwoch zur Feststellung d-8 vom Abg. v. Buchka fertiggestellte» Berichtes zllwmme». — Der Centtalvorstand be» Evangel. Bunde» hat eine Kundgebung „betreffend die Umsturzvorlage und deren Ausnutzung zu klerikal-ultrarnontauenZwecken" erlassen, die fich gegen die Annahme der Vorlage wendet. Am Schluß heißt eS: „Wir erwarte» a»f das Bestimmteste, daß Sesetzesvorschläge bei bezeichnete» «rt nie bie Billigung beS BnudesratheS fiuben werben. Sie stub nicht bei Weg, auf bem man für ben Stieben in unserem theuren Baterlaube, für bie Wahrung von Religion, Sitte ttnb Ordnung eintritt. Die Reichs- nnb Staatsregierungen würben fich selbst aufs'ben, wenn fie solchen Ansprüchen sich unterwürfen."
* (Parlamentarisches.) Sestern haben in unseren Parlamenten bie Osterferien ihr Ende erreicht. In Reichstag unb Landtag wurden heute die Plenarsitzungen wieder ausgenommen. Im ersteren steht die Zolltarifnovelle zur zweiten Berathung, im letzteren wird in die zweite Lesung des Gesetzes über die Erttchtung einer Generalkommisston für die Provinz Ostpreußen eingetteten.
* (Aus dem BnudeSrath.) Eiue Novelle zum JuoaliditätS- und Sltersverficherungsgefetze, über dessen Unzulänglichkeit fich Fürst Bismarck in den jüngsten Tagen ausgesprochen hat, ist ebenso wie ein Entwurf, betreffend die Revistou der bestehenden Un» fallverficherungrgesetze, in letzter Zeit vom Bundes» rathe auSgearbeitet worden. Während aber der Ent» wmf eine» die UnfalloerstcherungSgesetze «bändernde« Gesetze» schon fertig gestellt ist und dem BundeSrathe zur Beschlußfassung vorliegt, ist die Novelle über bie Invalidität, und Altersversicherung »och »icht so weit gediehe». Im llebrige» dürfte wohl schwerlich überhaupt et»e ber mit ber Srbetterverficherung fich befaffeebe» Novelle» noch in der lanfexoen Tagung dem Reichstage zugehe«.
[2565
Paul Patoff.
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•m EqLhl-m» in 8 Länden ben F. Marton Crawford.
27.
(Nachdruck verboten.)
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. fuhr ich fort. „Ich sah zufällig an» dem V über dem Balkon befindenden Fenster und sah Are Frau Mutter fallen — danach glaube ich nicht, «8 fie sich hinabstürzte; wäre da» der ffan ge- «sm, so wäre fie sicher nicht am Kitschbaume hingen geblieben. Da» Geländer wat ein sehr Mrige» und fie ist groß. Ich hörte fie zu Pro- Hot Cuttet sagen: „Ich komme"; damtt stand fie «f. Plötzlich wurde fie ganz toth im Gestcht, schwankte, versuchte e», fich zu halten, indem fie «stinktiv nach einem Haftepuntt suchte, und stürzte «vm mit einem lauten Schreckenrrufe über die Rüstung."
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„Da» überrascht mich auf« Höchste", sagte Paul, •ttnb ich bin Ihnen für die Rettung sehr dankbar. Ich weiß nicht, wie ich Jhnm meinen Dank au«. Mechen soll. Wie sonderbar aber ist e«, daß Cutter *it da« nie mitgetheiltl"
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„Er sah, daß wir Beide un« tarnten", be- «rite ich, „da mag er vorausgesetzt haben, daß ich « Ihnen mittheilte."
\ „So war e» kein Selbstmordversuch 6« ist Männlich, wie man in dieser Wett getäuscht werden «m."
.®nige Minuten saß er, scheinbar in tiefe Ge- •Men versunken, schweigend in feinem Stuhle. Ich ®rte ihn nicht, obgleich ich ben. melancholischen Erdrück in seinem Gesicht beobachtete. Ich dachte
da« große Unglück, da« diesen Mann heimgesucht
und bedauerte ihn, vielleicht mehr al« ihm lieb ge- wesen wäre.
«Grigg»', sagte er endlich, „kennen Sie Jemand in Constantinopel, der mir beistehen könnte, der mir beistehen würde?"
„Um Ihren Bruder aufzusinden? Da« ist eine ernste Geschichte. Ja, ich kenne wohl einen solchen Mann; wenn er veranlaßt werden könnte, sich für die Sache zu intetesstren, so dürfte da« von wesent- lichem Nutzen sein."
„Wie ist sein Name?"
»Balsamide« Bep", antwottete ich.
„Ich habe ihn gesehen, kenne ihn jedoch nicht weiter", sagte Paul. „Möchten Sie mir vielleicht einen Bttef an ihn mttgeben?"
„Hören Sie mich an, Patoff", sagte ich. „In diese« Frühjahr habe ich nicht« zu chun, und der Teufel Unruhe beginnt schon wieder mich zu quälen. Ich werde Sie nach Constanttnopel begletten und wir wollen gemeinschaftlich sehen, wa» fich chun äßt. Sie find Russe, da werde« Sie bei seinen Leuten wenig Betttauen finden; Ihre Rattonalität wird Ihnen überall im Wege fein. Auch Balsa- mibe« haßt die Russen, da er im letzten Kriege, vor zehn Jahren, gegen fie kämpfte."
Paul sprang von seinem Stuhle auf „Wollen Sie mich wirklich begleiten?" rief er in bet höchsten Erregung. „Da« wäre in der That zu iebenrwürdtg von Ihnen." Und dankbar drückte er mir die Hand.
E« war sehr spät, al« er mein Zimmer verließ Ich ging zu Bett, schlief aber nur wenig, da ich über Me« nachdachte, wa« er mir erzählt hatte, und mtt dem Bewußtsein, daß er mir noch nicht Me« ge- sagt. Ich erriech, wa« ich später erfuhr, daß er
um Hermione's Hand angehalten und daß, infolge Chrpsophrasia's Bemerkung bei Tisch, die ihn nach seinem Bruder gefragt hatte. E» war leicht begreiflich, daß diese Frage eine Belebung seiner ftüheren Energie bezüglich ber Forschungen nach Alexander roieber aufleben ließ
Die Angelegenheit ronrbe ohne viele Schwierig- ketten georbnet Paul erhielt am nächsten Tage eine fingicte Depesche vom Grafen Ananaw, welche ihn aufforberie, so schnell als möglich auf seinen Posten zurückzukehren, unb ich kündigte den Ent- schluß an, ihn zu begleiten. Diese Mittheilung wurde von den verschiedenen Mitgliedern des Hause« in verschiedener Weise ausgenommen. Die arme Hermione erbleichte und schwieg. Chrysophrasia's angenehme Augen nahmen einen Ausdruck katzenähn- kicher Beftiedigung an. Frau Carvel empfand aufrichtige« Bedauern und John öffnete erstaunt die Augen. Professor Cuttet sah fich ftagend um unb Macaulay drückte so enthusiastisch, al« e« seine an» geborene Ruhe zuließ, die Hoffnung au«, daß er ebenfalls bald nach Constanttnopel beordert werden möchte, und fügte hinzu, daß er sofort beginnen werde, die türkische Sprache zu leimen. Dieser unge Mann betrachtete jede» Ereigniß seine« Leben« al» eine Art Lektion.
Paul wollte vor seinem Fortgehen seine Mutter noch einmal besuchen. Professor Cuttet sprach sich edoch dagegen au«, well fein Besuch Madame ■ kttoff über alle Maßen aufrege. Hermione sah au», al» wollte sie etwa» sagen, fände c» aber doch geeigneter, damit zurückzuhalten. Endlich verließen wir an einem trüben Februar - Nachmittage ben alten lieben Ort, und ich muß gestehen, daß ich im letzten Moment meinen plötzlichen Entschluß, nach
dem Orient zu gehen, bereute. Da« währte jedoch nur einige Minuten, dann kehrte die alte Sehnsucht nach Thättgkeit zurück.
Diese« warm bie Umstände, welche mich im vorigen Jahre nach Constautinopel führten.
H. Band.
1. Kapitel.
E» wat keineswegs leicht, Balsamide« Bey für Paul Patoff zu intetesstren, denn er war und ist noch ein Mann voller Vorurthelle, wenn auch von scharfem Verstände. In seinem wohlgeformtm Kopfe wohnt eine nicht zu unterschätzende Intelligenz und die in seinem bleichen Gesicht ausgeprägten Züge drücken Nachdenken und Studium au«, zu« gleich aber auch eine große Vorliebe für ©ar» kasmu« unb einen kaustischen, unglaubliche« Humor.
Er ist au« dem gegenwärtigen Stande "der Civilisation in der Türkei hetvorgegangen. Dm Grundsätzm nach ist er durch und durch Türke, der Erziehung nach durch unb durch Franke. Er wird häufig bei wichtigen Gelegenheiten z« Rache ge» ogm, doch ist feine Verschwiegenheit gegen alle Ingriffe gesell — es gibt keinen Journalisten ober lorrespondmten in Pera, welcher fich rühmen könnte, Balsamide« Bey je die kleinste Mittheilung entlockt tu habe«
An dem erstm Abmde unserer Ankunft in Pera suchte ich ihn auf, berat er ist ein alter Freund von mir. Ich fand ihn allein in seiner Keinen Wohnung in der Grande Rue, bei dem Schein einer deutschen Studttlampe eine, in Gelb gebundene mglische Novelle lesend. Jedmsall« hatte er Dienst im Palaste