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Marburg,

Freitag, 5 April 1895.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

MrfSl «b*e»ebtti«tr Jllustrirtes Sonntagsblatt. Sprech^mdm der Redattion: ^10^11^ Uh? Vmmtttag»^^

Anzeigea nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Amwucm-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in ,

Frankfutt a. M., Laffel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXX. ftftüTQ. Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u. Co. in Frankfutt a. M., Berlin Hanno»«, Patts.

»Aon 2 M., bei «Sen VeWuaern 3 M. 35 Bfg. (exkl. BMÄgeld). Jnseratirnsg-Lühr Mr die gessalteue Zeil *e«i deren Stornu 10 Pfg., S*S<«en für di, Zttlr Äi Pf,

Sozialdemokraten als Arbeitgeber.

** Daß die Sozialdemokratie als Arbeitgeber das von ihr theoretisch mit allem Aufgebot sittlicher Ent rüfiunggebraudmarkte* Syllem der .kapitalistische« Ausbeutung* mit einer Rücksichtslosigkeit und Härte zur Anweudung bringt, welche das vou ihr so .ver­nichtend* gekennzeichnete Verfahren der bürgerliche» Arbeitgeber weit hinter sich läßt, ist zwar schon des Oeftereu an konkrete» Beispiele« »achgewiese« worden, doch kau» eS nicht schade», wen» gelegentlich immer wieder die Sozialdemokraten auf de» flagranten Wider» spruch festgenagelt werden, dessen sich ihre Praxis im Vergleich mit ihrer Theorie schuldig macht. Ei» be­solde:» lehrreicher Beitrug uu» liegt heute auS Frank reich vor, wo sich die sozialdemokratisch geleitete u»d sozialdemokratisch betriebene Genossenschaftsdäckerei vo» Limoges seit einige» Tagen im Ausstande besindet, der durch die brutale Maßregelung eines Arbeiters vou Seite» der sozialdemokratischen Geschäftsleitung pro doziert worden ist. Der Betreffende hatte sich bei Ausführung einer Nebenarbeit vou eiuem audereu helfe» lasse», für welches Vergehe« gege» die Be triebsordnung er »»vorzüglich auS der Arbeit gejagt wurde. Die Kamerade», denen diese Strafe außer allem Verhält»is zu der begangenen Zuwiderhandlung schien, prorestirte», und da das nichts half, legte» 12 Arbeiter vou 15, wohlgemerkt, lauter waschechte, ziel- bewußte Genossen, die Arbeit nieder. Ohne sich auch »ur im Mindesten auf Verhandlungen mit de» Strei lenden einzulaffe», stellte die Betriebsleitung sogleich zwölf andere Arbeiter Streikbrecher würde man sie im sozialdemokratische» Parteijargo« »e»»e» müsse» ei», vo» de»e« aber alsbald drei sich auf die Seite der Streike»de» schlugen. Diese Handlungsweise der sozialdemokratische» Genossenschaftsbäckerei hat unter de« zielbe wußte» Elemente« vo« Limoges u«d weit darüber hinaus flammende Entrüstung Hervorgerufe«. Bis jetzt find die sozia demokratische« Abeiter1yra»»en «och unbehelligt geblieben, aber die Streikende» wolle» de« Berwaltungsmitgliederu ihre .Vergewaltigung der sozialdemokratische« Grundsätze* nicht ungestraft hingehe« lasse», obwohl vo« de» sozialdemokratische» Deputierte» aller aufgeboteu wird, um de» Skandal iotzumacheu. Für de» Keiner der Sozialdemokratie hat der Hergang kaum etwas Befremdende». Er patzt zu geuau in das System raffinirter Heuchelei, da» vo» den Führer» geschaffen worde», um fich auf Koste» der Gesamtheit ein Wrhllebeu zurecht zu mache». Wer nicht mit sklavischer Unterwürfigkeit vor de» Parteigröße» im Staube kriecht, derfliegt hinaus*, wie Herr Bebel fich so geschmackvoll auSdrückt. Und daS will sich anmaße», de» bürgerliche» Arbeitgebern Lorschrifte» zu mache«, wie sie ihre Arbeiter zu be handeln habe»!

BL SB = . S..........-'S

Paul Patoff.

tot Erzählung in 2 Bänden von F. Marion Crawford.

(Nachdruck verboten.) (8»ttsetz»»gi)

Sie beseufzte die Schäden der Zivilisation, doch Niemand schenkte ihr Gehör, denn Hermione und ich bemühen uns, dem LreblingshundeFang* ein neues silberne» Halsband umzulegen, dessen Patent- schloß nicht schließen wollte. Der große Hund saß gedulvig zwischen un» Beiden und gähnte nur dann mb wann, denn die Operation war ihm entschieden höchst langwellig.

Hermione ist die lieblichste und schönste aller Blumen. Ihre lebhafte Frische verleiht ihrer Schönheit, welche nicht überwältigender Art, ja nicht einmal classisch, sondern nur zart ist, einen ganz eigentümlichen Reiz. Ihr weiche», braune» Haar umschließt in zierlichen Löckchen den schmalen Kopf; ihre freundlichen tiefen blauen Augen blicken kebevoll auf Alle», was da lebt: ihr kleiner Mund lächeü graziös und gern, wenn auch mitunter ein wenig traurig, und ihre fröhliche Stimme hat einen Klang, welcher zum Herzen dringt. Die zarten Finger beschäftigen sich gern. Sie ist von mütleret Grüße und besitzt daher die Grazie größerer Frauen, verbunden mit jener Leichtigkeü der Be. wegung, welche der Gesundhell und Kraft ent» springt.

.Soeben wollte ich sagen, daß unsere Briese bald lammen müssen', äußerte Frau Earvel, al» r»

Deutsches Reich.

* Kertt«, 3. April. (Tagesbericht.) A« seiner Reise nach Kiel war «»fei Kaiser vo» Staatssekretair Vizeadmiral Hollman» begleitet. Se. Majestät wurde bei seiner Ankunft heute früh vom Prinzen Heinrich ans de» Bahnhofe empfangen und begab sich alsbald «ach de» Schlosse. Später ver» tteß der Kaiser das Schloß und fuhr unter de« Salut sämmtlicher Schiffe an Bord der Kaiseryacht Hohenzollern.* Um 10 Uhr fand der Stapellauf des Panzerschiffe» ,T" statt. Die Feierlichkeit «ah« eine« glänzende« Verlauf. Se. Majestät taufte das Schiff auf den Na»euAegir* (f. unter Kiel). Die Rückkehr de» Kaisers nach Berlin wttd erst i« einigen Tagen erfolgen. Der Monarch gedenkt verschiedene Fahrten in See zu u«terueh«en. Die Kaiserin Friedrich ist gestern in Cronberg wieder einge. troffen und hat im Schloß Friedrichshof Wohnung ge«ommex, Die Frau Prinzessin Albrecht ist a« Montag von Braunschweig nach Reinhards- Hause« zu zweiwöchigem Aufenthalt abgereist. Der Reichstags-Abgeordnete Prinz Aren berg vom Ceutru«, der gege« die Bismarckovation im Reichstage stimmte, hat den Vorsitz der Abtetlnng Berlin der deutschen Kolonialgesellschaft nieder­gelegt, weil seine Abstimmung mißbilligt und von vielen Mitgliedern der Austritt angedroht wurde. Bei dem österreichisch ungarische« Botschafter und der Fran v. S zögyen yi fand heute eine größere Tafel statt, zu der unter Andere« geladen wäre« die Bot- schrfter vou Italien und der Türkei, der sächsische Gesandte und die Gräfin Hohenthal und Bergen, Graf und Gräfin Hochberg, der General v. Hahnke mit Gemahlin, der Oberstallmeister Graf v. Wedel und Gemahlin, die Gesandte« von Portugal, Dänemark und Rumänien und der Militär - Gouverneur bei Kaiserlichen Prinzen, Oberst v. Deines, früher Militär-Bevollmächtigter in Wien. Der Reichstags abgeordnete v. Holleufer. Mitglied der kouser vaiioe« Fraktion und Schriftführer de» Reichstags, hat die Beförderung zum Hilfsarbeiter im Ministerium des Innere« erhalten. Er hat bisher das Laidraths- amt in Loewenberg verwaltet. Seine Stellung in der Fraktion war einflußreich. In Folge der Be förderung würde sein Mandat erlöschen Als Nachfolger des Grafen Mouts als preußischer Gesandter in Oldenburg wird ix Berliner diplomatischen Kresse» der BotschastSrath v. Schön in Paris genannt. Eine Entscheidung dürfte indessen noch nicht gettoff.n sei». Der Gouvernenr von Kamerun, von Zimmerer, hat fich von seinem Unwohlsein erholt und ist dieser Tage wieder nach Süddeutschland abgereist. Der ReichSkommiffar Major Dr. von Wißmann ist in Lugano ebgetroffen. Der bulgarische Ministerpräsident ist zu «ehr-

an die Thür klopfte und die Postlasche hereinge- bracht wurde. Der Hausherr öffnete bett ledernen Beutel und vertheilte dessen Inhalt, von welchem Zeder von uns seinen Antheil erhielt. Kurze Zeit hindurch herrschte tiefe» Schweigen, während wir Alle lasen.

Unser Sohn Macaulay hat Urlaub erhalten*, rief Frau Carvel plötzlich freudevoll.Dar ist herrlich I Er bringt «arte eine Minute, ich kann oen Namen nicht lesen, John, steh hier, heißt da» nicht Paul Patoff?'

John la«.Gewiß, Paul Patoff', sagte er ruhig.Ich sagte Macaulay, er möge ihn mit- dringen.'

O, bd» ist herrlich!' rief Hermione.

Wie interessant!* sagte auch Fräulein Chrysophrasta.Ich vergötterte die Russen! Es umschwebt sie bet frische Dust ber wilden Steppen."

Sie haben die Russen richtig geschildert, Fräu­lein Dabstreak*, bemerkte ich.Der Dust, ber fis umgiebt, ist schon von weitem bemerkbar. Paul Patoff ist jedoch ein ganz guter Mensch. Ich traf im vorigen Jahre in Teheran mit ihm zu­sammen. Er hat eine Manier, seine Diener zu schlagen, welche unter bett Persern bie größte Be­wunderung hervorrust. Der Schah dekorierte ihn, ehe er abreiste.*

So kennen Sie ihn?' fragte John Earvel schnell, welcher nur «eine letzten Wort gehört Halle.

tägigem Aufenthalle von Wien au» in Berlin ein- gettoffe«.

* (ReichrtagSvizepräfidext Schmidt.) Betreffs uxserer gestrige« kurze« Schlüffe über das Verhalte« des erste» Bizepräfidextex des Reichstag», Schmidt Elberfeld, läßt fich dieKreuzzig.' «och weitschweifeuder vernehme». Sie schreibt u. a.: Herr» Schmidt» Verhalle» wird von der Gesammtpresse mit um so größerer Erbitterung getadelt, al» die freisinnigen* Blätter ihm eben dieses Verhaltens wegen eine«Ehrenkranz* zn winde« suche». Wir stehe« de«Verbündeten* de» 23. März ganz unparteiisch gegenüber; in diese« Falle aber geben wir dem Eentru« völlig Recht. Herr R. Schmidt hat, wie dieKöln. VolkSztg.' zutreffend sagt, al» er fich «ach dem Lago Maggiorezurückzog*, derTapferkeit besseren Thess erwählt*; eS gehört rührende Anspruchslosigkeit dazu, um diesen Entschluß somannhaft* zn finden, als der ix Berlin jüngst versammeltefteifinnige Parteitag* gethax. Diesen Leute», die fortwährend vonMänxerstolz vor Königsthronen* reden, ix der Praxis eben unendlich leichtaufgespielt*; mit dem Kleinste» schon find sie zufriede». Wenn Herr R. Schmidt fich im Glanze seine» eigenenWagen»* sonne» wollte, hätte er zum mindesten erkläre» rnüffen, daß er ein Festmahl zn Ehren Bismarck» nicht »Umache» wolle. Da er fich aber hinttr eine» bloße» Vorwand znrückgezoge» hat, kan» ih« dieses Licht nichtleuchten*, so wenig, daß wir uns keineswegs wunder» würde», wen» er bei dem Wiederzusammextritt des Reichstage» einen lautenHeiterkeiiSerfolg' erzielte. Wenn man ein so stumpfe» Philisterthur» hinter fich weiß, wie eS die Stütze be» RichterschenFreisinns" bildet, kann «ex es fich ungestraft erlauben, den Helden der Nation, so gut man e» versteht, zu kränken. Dann muß man aber doch auch de«Muth seiner Meinung* haben und de« Gegner fest ix» Auge blicken können Darin, wie gesagt, hat die CentrnmSpresse recht. Weitere Folgen wird die durch Herrn R. Schmidt hervorgerufene Verstimmung ixdeß schwerlich habe» DieKoalition* ist nicht in der Lage, fichherauSzu arbeiten*, so unerschütterlich find ihreFundamente* nicht gelegt. Wenn auch «it grämlicher Miene, wird mau fich doch verständigen müssen. MitFreund­schaft* hat die Politik ja überhaupt viel weniger zn thu», al» die publizistischen Dilettanten meinen, die z. B. nn» immer wieder von neuem vorhatte», daß wir n»S um die Gunst de» CeutmmS bemühten, wen» wir in diese« oder jenem besondere» Falle, wo es unsere eingexe Ueberzeugung oder Interesse entspricht, mit ihm zusammengehen.

* (Bismarcks Dank.) DerReichSaxzeiger* veröffentlicht dex vox uns schox wiedergegebexen Wortlaut be» Telegramm» be» Kaisers an be» Fürsten Bismarck, sowie die Antwott des Fürste»,

Ja, wie ich soeben Fräulein Dabstreak mit- theilte. Er war bei der russischen Gesandt­schaft in Teheran.' John zeigte keine Heber» raschung, sondern verfiel nur wieder in tiefe» Schweigen.

Er und Macaulay find Beide in Pari»*, sagte Frau Carvel,ich glaube, Macaulay hat e» sich in >en Kopf gesetzt, daß wir feinen Cousin kennen lernen sollen.'

Kommt Professor Cutter nicht auch, Mama?* ragte Hermione.Ich hörte, daß Papa neulich so agte.'

Ja, leider!' sagte Ehrysophrafia gedehnt, Professor Cutter kommt mit feinen Wissenschaft ichen Abhandlungen und mathematischen Berech- nungen Jedenfalls wird er wieder den lieben langen Tag hindurch die entsetzliche grüne Brille tragen eine widerwärtige Farbe!'

Ja', stimmte auch John zu,Cutter kommt ebenfalls. Wir werden eine hübsche Gesellschaft hier haben zu Weihnachten!'

7. Kapitel.

Sine« Abends ging ich allein durch den Park nach Hause Der Mond beleuchtete voll den ge- rorenen Rasen und warf tiefe Schatten durch bie Aeste ber Bäume. Es war sehr kalt und ich ging schnell. Der gefrorene Erdboden knarrte unter meinen Füßen und störte bie tiefe Stille. Al« ich mich dem Hause näherte, schreckte «ich plötzlich ein

6ie lautet:Eurer Majestät lege ich meixex aller- uuterthäuigstcx Daxk für Allerhöchst Dero Glückwunsch zu meine« Geburtstag i« tiefster Ehrfurcht au Füße». Bismarck.'

** (Aus Babe».) Der ehemalige badische Centrumsführer Pfarrer Hanrjakob, hat auf eine Awrage über bie Bismarck-Ehrung geantwortet: ,3ch bi» führ Ehrung Bismarck» aus folgenden Grünbeu auch vom katholisch-christliche» Staidpuukt ans: 1. Weil Niemand anders bei Begründer beS Deutsche» Reiches ist. Wer diese Leistung «icht be­greift, texet die Geschichte be» Vaterlandes nid dessen Elend nicht vor 1870. 2. Weil Bismarck be» box mir uxb jede« Katholiken verurtheilten Kulturkampf »icht bloß angefange», sonder» auch beeudet hat. Er ging, als er fich besiegt sah, »ach Canossa:Ueber eine» Sünder, der Buße thut, soll aber i« Himmel mehr Freude sei», al» über 99 Gerechte rc.' Wenn also der Himmel fich freut, dürfe» wir eS auch. 3. Soll bei Christ seinen Feind lieben und ihm fiebzig mal siebe» mal, wie der Heiland sagt, verzeihen also kann er auch einem achtzigjährige» Greise, bet fein Feind war. Glück wünschen 4 Bismarck stürzte über einer Verhandlung mit Windthorst, welche, wie ich sicher weiß, die volle Aussöhnung mit der katholische« Kirche bezweckte. Das C-nttum hat vorn christlichen und politische» Stanbpuntt au» eine» große« Fehler gemacht, baß e» sich nicht unter Protest gegen ben Kulturkampf em einer patriotischen Feier betheiligt hat. Der Papst hat nach bem Kulturkampf ben Bismarck geehrt, also durste eS auch bas Centrum u»b jeder Katholik. Die Znkuuft wirb lehre», baß «an klüger gethan hätte, «itzuthn«. Dies meine Anschauung, bie ich vor jedermann, bet sie wissen will, verttete.' Dieset Brief, bet an einen Studenten bei Medizin anläß- lich einer HulbigungSfahrt nach Friebrichsruh gerichtet war, wirb natürlich vo» bea Kartellorgaue« fleißiger nachgedruckt als vou be« CentrumSblättein

** (Münzfystem) Die württembergifchex Handelskammern, auSgenomme» Rottweil, richtetex eine Kollektiveingabe an das Staatsministerin«: e» möge dahin wirken, daß jeder Versuch, an dem er­probten Münzsyste« zu rüttel», zmückgewiese» werde.

** (Lippe.) I» der Lippesche» Regentschafts­frage ist bemHaun. Kur.' zufolge, insofer» eine wichtige Entscheidung erfolgt, als bet Bundesrath gegen bie vom Prinzen Adolph zu Schaumburg- Lippe erneuerte Vollmacht für de» bisherige« lippe- ichen BundeSrathSbevollmächtigten keine« Widerspruch erhoben hat. Der Bundesrath, bem bie Prüfung bet Legitimation seiner Mitglieder znsteht, hat bamit be« burch bie letztwillige Verfügung beS verstorbenen Fürsten Wolbemar eingesetzten Regente« als legitim an rka»«t. Damit ist ber endgiltigen Entscheidung ber Etbfolgeftage natürlich in keiner Weise borge- Lachen au« den Träumen, das von bem anderen Flügel herzukommen schien. E« klang unangenehm tn dieser Stille, und ich beendete meinen Gang um vai Haus herum, bis ich wieder an die vordere Eingangrthür kam, mich noch immer wundernd, wer Dort gelacht haben konnte. Sicherlich war es nicht« besonder« Auffallendes, daß Jemand grade in dem- i eiben Moment lachte, wo ich vor der ver­schlossenen Thür stand. Der Jnnenraum stand wahrscheinlich mit den Räumen der Dienerschaft in Verbindung oder e« mochte auch Chrysophrasta'» Privelegium sein, hier spazieren zu gehen und unendliche anapästische Verse an den Mond zu machen.

(Fortsetzung folgt.)

Kunst, Wiffeuschaft und Leben.

* >«*, 3. April. (Stradonitz.) Der Kaiser hat bei dem ordentlichen P ofiffoi an der hiesigen Univerfität Geheimen Regierxngs-Rath Dr. Friedrich August Kekule den au»ländischen Adel unter dem von seinen Vorfahren geführten Namen Kekule vox Stradonitz* nebst dem überkommene« Wappen anerkannt und erneuert

* * -Liverpool, 2 April. (Steen,brand f.) William Steensbrand, der im Jahre 1890 zu einem großen Baumwoll-Ring gehörte und dadurch ruinirt wurde, ist heute gestorben. Seine Verluste beliefen fich ans ungefähr eine Million Pfund Sterling.