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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

sodlin i licet U> Str. Jllustrirtes Sonntagsblatt. Äebtttion und Expedition: Markt 81? Fernsprecher Nr. 56*

M 77.

Srlchriut täglich *>6« a» Werktagen uoch «,rm- xnb Feiertagen. Onartal-Adinnnsentr-Preir bei der Lxpe- ditieu 8 ML, bei all« PostLmtern 2 ML 88 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Juseretionggebühr für die gespelteu« Zeil« »der deren Raa« 10 Pfg., ÄißsMtn für die Zeil« 85 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 31. März 1895.

Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition dieses Blattes, sowie bk Annoncen-Bureaux von Haasrnstein ». Vogler in Frankfurt a. M., Tassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Paris.

XXX. Jahrg.

Zweites Blatt.

Bitte lesen Sie!

Wir erlauben uns hiermit die Mitteilung, daß wir mit unserer, am 1. April er. auszu­gebenden Nummer, eine im Format der Gartenlaube erscheinende 8 Seiten umfassende mit 15 künstlerisch ausgeführten Illustrationen geschmückte Festschrift zur Feier des 80. Ge­burtstages unseres. Altreichskanzlers, beifügen werden. Damit nun diese Familienfestschrift als ein dauerndes Gedenkblatt rechtzeitig in den Besitz unserer verehrten Leser gelangt, richten wir die freundliche Bitte an dieselben, die Bestellungen bei der Post auf das nächste Quartal baldigst gefl. machen zu wollen. Wir können nur dann den rechtzeitigen Empfang verbürgen.

Expedition derGßerfL Zeitung

Vermischtes.

Wie eia Kaiserdeakmal geschafft* wird" erläutert dieModerae Kuast* (Verlag box Richard Boag, Berlin, ä Heft 60 Pfg ) la einer dem soeben erschieaeaea Heft 14 betgegebeae« ftuaft Beilage. Meister R Begas ist mit seir-ea Gehilfe» iw Atelier mit der Ausführung seixes reifste« Werkes, deS für den Schloßplatz bestimmten Monuments, be­schäftigt. Ter Jrealkunst im eigentliche» Sinne des Wortes, der Skulptur, ist auch das EisgangSbild der prächtig auSgestattere» Nswwer, eine Reproduktion derFüdthjof - Statue* von S. Hübner gewidmet. Ei» besonderer Perdiesrst «wirbt sich dieModerae Kuast* durch die Vorführung deutscher Städtebtlrer. Diesekmal ist eS d'e ölte Hi-sastadt Lübeck, die von 8. Westphalen in charakteristischen Illustrationen, von Ludwig EwerS is b geisterte« Worten geschildert wstd. Dem Jagdfreunde und vor All.m dem eifrige» Sammler vaidmauastcher Trophäen bietet die vorliegeade Nummer derModerne» Kunst* ii-ea wertvollen Beitrag mit

den Prachteremplaren von Geweihen, die auf der sensationellea GeveihauSstellnng im ehemaligea Reichs. tagShausein Berlin mit Preise« ausgezeichnet worden find.

ZumEhreatag deS FürstenBiSmarck. lleberall im deutschen Baterlonde wird der achtzigste Geburtstag des Fürsten Bismarck feierlich begangen und Jung und Alt find einig tu dem Bestreben, de« gewaltige» Reichsgründer an diesem Tage be­sonders h.rzliche Huldigungen darzubriuge». Auch die großen illustrierten Zeitschriften gehen auf das Leben des Alt-ReichSkanzlerS in Bild und Wort e'n und wüldigen die unsterbliche« Verdienste des ei«< zige» Mannes. Allen voran unter de« Zeitfchriste« stehtZur Guten Stunde* (verliu W., Deutsches VerlagshauS Vong und Co., Preis des MerzehniagShefteS 40 Pf.), die eine prachtvolle eigene Bismarck-Nummer briugt. Man kann dieser eiuzigart ge Bismarck Heft nur mit Entzücken zur Hand rehmen Der Umschlag trägt ein vo:züglich:S Bildnis des Gefeierte», das stch im Hefte selbst in noch schönerer, doppelseitiger Ausführung wiederholt. 3» bunter Reihenfolge spiegelt dann der Bilderschmuck dar ganze Lebe» des großen Kanzlers wieder. Vas 16 Heft dieser Zeitschrift ist dem Nordost feekanal gewirmtt.

Gegen einen ehemaligen Millionär, Restaurateur Paul Breitkopf, zuletzt wohn- baft in Berlin, erläßt der Altonaer Staatsanwalt eine« Steckbrief wegen Betrugs im Rückfalle. Bor sechs Jahren besaß er noch ei« Vermögen von mehreren Millionen, deffeu größte« Teil er auf Renn Plätzen und in Monaco verloren hat. Mittellos kam er dau« wieder nach Berlin zurück, wo er nicht mehr die gesuchte Unterstützung für weitere vauspekulatioaen fand und ein kümmerliches Dasein fristete. I« Dezember v. I. verließ er Berlin und begab fich »ach Hamburg - Aliona, wo er ehedem Eigeuiümer von acht Häusern gewesen. Dort hat er jene Be­trügereien verübt, um derentwillen er jetzt steckbrieflich befolgt wird.

Einen ergötzliche» amtlichen Bericht über Künstler auf Reisen hat kürzlich der BahnhofSvorstaud von Jedlsee in Oesterreich au die Oberbehördr gerichtet. Es handelt fich um drei Künstler, welche de» Zug wegen Unfähigkeit der Nach zahluug für eine befahrene Strecke verlafleu mußten: . 3«s Bureau geführt, gaben fie an, Künstler

zu sei«, ließen auf unsere ungläubigen Mienin hi« ihre Gewandung fallen und präsentierten fich im Tricot, wobei der eine de» Staiiousstempel erfaßte, ihn verschlang und denselben dem andere» aus dem Bauche als Papiermefler hervorzog, während der dritte zusammenzerollt ei» Stachelschwein imitierte.

Ihr Nationale: Karl Sieger, Kautschukmann, Franz Röster, Eisenfresier, Josef Schulz, Schlangenmensch. Eine Nachzahlung war nicht erzielbar, vielmehr er­kannte ich die Notzlofigkest weiterer Maßregeln, und befürchtend, daß fie noch mehr Jnventarstvcke ver­schlingen könnte», habe ich ei»e Kollekte veranstaltet und die Künstler mit Zug 15 nach Stockerau expediert.*

Kaum glaublich. Bei einer Jagd i» Königswalde (Schlesien) fand unter seltsame« Um­stände« ein Unfall statt, der de« Tod etae» Treibers zur Folge hatte. Dieser trag, wie dieSchles. Ztg.* erzählt, et»e« bereits erlegten Hasen ans dem Rücke«. Ein knrzstchtiger aber sonst guter Schütze schoß auf den Hasen, ohne dessen Träger gesehen zu haben, und traf den letzteren so unglücklich, daß dieser sofort ins Krankenhaus geschafft werde» mußte, i« dem er starb. Der Verunglückte, ei» Kutscher, Na menS Friemelt, war verheiratet und Familienvater.

EinSchüler Makcagnis.* Eine nette Anekdote über Mascagui wird neuerdings erzählt. 61h Orgeldreher stand eines Tages unter dem Feaster deS Kowponiste», sei»Intermezzo* aus der Cavalleria* in einem solch' rasende» Tempo spiele»d, daß Mascagni er auf die Dauer nicht a»höre» konnte. Er stürzte die Treppe hinab, ergriff die Knrbel der Orgel, begann im richtigen Tempo dar Intermezzo zu spielen und machte dabei dem Orgel­dreher begreiflich, daß die Melodie so wiederzugebeu sei. Der Orgelman« war Anfangs erstaunt und aufgebracht über die Art und Weise, wie Mascagui ihn behandelt hatte, allmälig erheiterte fich aber sei» Gesicht und er sagte schließlich dem Künstler Dank für seine ihm gegebene Jnstiuktiou. Am nächsten Morgen kam der Orgelspieler in schönem saubere» Anzuge vor de» Meister» Hau»; er hatte auf seiner Orgel ei« weit sichtbares große» Plakat mit der AufschriftSchüler de» berühmten Mascagui.*

Die bösen Fremdwörter. Ein Freund de»Allgem. Deutschen Sprachvereins* erzählt in dem letzten Hefte der Zeitschrift folgende lehrreiche Geschichte, die fich vor einigenDezennien* in einer größeren deutschen Stadt abspielte:Herr H., In­haber eine» BasbiergeschäfteS und städtischerDe­putierter* für ein: höhere Schule, streitet mit einem Lehrer dieser Schule über irgend eine Einrichtung und sagt schließlich:Das ist schon seit rniudestens drei Dezenxien immer so gewesen.* Der Lehrer erwidert:Sie find ja aber doch noch keine dreißig Jahre hier am Orte.*Was denn? wie so dreißig Jahre?*,3a, Sie sagte« doch: drei Dezennien.* Da nimmt Herr H. eine» sehr überlegeurn Ton an und sagt geringschätzig:Ja wen« Sie die Dezennien zu zehn Jahre« rechaen*

Ein Berliner Junge. Mutter (Schutz- mannSfran):Nu hab' ich ne halbe Stunde nach Dir gesucht, Maxe! Woran liegt da» eigentlich, Bengel, daß man Dich nie find't, wen» man Dich braucht!* Maxe:Ja, Mutter, ich weeß »ich bet muß ick woll vo» Baier« jeerbi habe».*

nut 6eute tu der «tun Weh al« sicher und unsohldlleh wirkendes, angenehmes ttnl billiges Hau«- und Heilmittel M Störungen in den Unterleibs« Organen, trägem Stuhlgang und daran« entstehenden Beschwr» den, wie: Leber und Hämorr­hoidalleiden, Kopf- sehmersen, Schwindel,

Athemnoth, Herzklopfen, Beklemmung, Appetitlosig­keit, Blähungen, Auf-

Stossen, Blutandrang nach Kopf und Brust und al« mtIM Blutreinigungsmittel *.

allgemein anerkannt.

Erprobt und empfohlen von einigen tausend praeä. Aersten und Professoren der Medleln wrrdru dir See» theker Richard Brandt'schcn Schweizerpilleu ölen Lhnltches Mitteln vorgexogen und alle Interessenten sollten fich von Apo­theker Rich. Brandt'» Nachfolger in Schaffhausen dl« Broschlre mtt den Gutachten der Professoren, Aerjte, Chemiker re. komm« loffoL Man schütze stch beim Ankäufe vor Fälschungen und ver­lang, stet» Apotheker Richard Brandt'« Schwelsrpillen. 8» bekomme« In fast allen Apotheken ä Schachtel Mk. 1., welch« et» (Stlquette wie obensteheude Abbildung «tu Weiße» Dtoq tu röche» Felde tragen müsse».

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SWf Extra-Beilagel Der Gesammt-Auflag« vorliegender Nummer ist eine Extra-BeUage bcigefügt, welche von der Voqüglichkett der weltberühmte« C. Lück'schen Hausmittel handelL In sehr vielen Krankheitsfällen sind diese unübertroffenen Hausmittel mit bestem Erfolg angewendet worden und können dieselben daher jedem Kranken zum Gebrauch auf das Wärmste empfohlen werden. Prospekt mit Gebrauchsanweisung und vielen Attesten bei jeder Flasche. Tentral-Versand durch C. Lück in Solberg. Niederlage in Marburg einzig und allein in den Apotheken.

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Mei» neuer Etzatseafahrweri sowie mei»e neue Kegelbahk bringe ich hiermtt einem geehrter Publikum zur gefl. Beuutzuug b Erinnerung.

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in den letzten 25 Jahren mtt gutem Erfolg gebraucht haben, verdankt diese- streng reelle Hausmittel seine große Verbreitung und allgemeine Beliebtheit. Wer den «nker-Pam- Expeller schon bei Eicht, RhemuatiS- mus ^Gliederreißen), Rückeuschmerzra, Sexenschuß, Kaps» und Zahnschmmea, üftweh usw. als schmerzstillende Ein­reibung angewendet hat, wird stets eine Flasche davon vorritig halten, um ihn auch bei Erkjiltt»«ge» sofort als ableileudes, varbeugeudes Mittel anwenden zu können e Der Preis1 dieses altbewährten Haus­mittels ist ein sehr billiger, nämlich 50 Pf. und 1 Mk. die Flasche. - Zu haben in den Apotheken.

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