Die Bismarckfrage im preußischen Abgeordnetenhaus.
I» 8bgeordnet«baafe getagte am Sonnabend vor stark besetzte« Hause der Antrag der Sbgeord- «eten der konservativ«, fteikouservativeu ixb national* liberalen Partei zur Verhandlung, den Präsidenten zu beauftragen, dem Fürsten Bismarck zu seine« bevorstehenden Geburtkfeste die Glückwünsche bei HauseS barzubriugex. Zunächst gab 8bg. F:hr v. Heeremauu bie Erklärung ab, baß fich bal Zen tru« außer Staube sehe, an bei Ehruxg des Fürsten Bismarck Teil zu nehmen, wegen bei schroffen Be hanbluug der katholischen Stiche durch den Fürsten, uud weil feix Vorgehen teilweise nicht mit dem Recht in Einklang zu bringen gewesen sei. Unter lebhaftem Beifall führte im Gegensatz dazu 86g. Graf Lim. burg*Stiru» (tonf.) auS, ei sei jetzt nicht ander Zett, die trennenden Punkte zu betonen, vielmehr «äffe dessen gedacht werden, war alle einige: der Dankbarkeit gegen den Fürsten Birurarck, der dar Jahrhunderte lange Sehnende« deutschen Volker erfüllt und die Machtstellung Deutschland» begründet habe. Abg. Dr. Virchow (frs, Bolkrp) gtebt darauf, oft durch stürmischer Gelächter der rechten Seite der Hauses unterbrochen, i« Namen seiner Fraktion die Erklärung ab, er wolle in eine DiSkusfion über den Fürsten virmarck nicht eingreifen. @ei«e Fraktion könne aber nicht an der Feier für eben Mann teil* nehmen, dessen Wirtschaftspolitik fir Jahrzehntelang bekämpft habe. Die Entfernung de» Fürsten Bismarck von den höchsten Staatsämtern sei eine vorbediugnxg für die Gesundung de» Volk«geister gewesen. Seine Fraktion stimme daher gegen den Antrag. Ebenso erklärt fich der Abg. Motty i« Namen der polnischen Fraktion gegen den Antrag und der Abg. Rickert (frs. 8er.) unter lebhaftem Bravo für Annahme de» Anträge», der darauf wit großer Mehrheit angenommen wird. Prästdent von Söller erklärt, er »erbe den ehrenvollen Auftrag a« Moutag ausführeu.
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Der Antrag Kanitz und der Staatsrat.
* Marburg, 25. März 1895.
Die gegnerische Presse triumphiert über die Sb lehuung de» Antrags Kanitz durch den StaatSrat. Jede» Wort der Begründung — so wird von einer Seite betont — wirke wie ein Keulexschlag. Al» weißer Rabe erscheint in diese« Coxcert die hiefige „HessischeLandeSzeitung", die zwar auch die That- sache der Ablehnung mit veftiedigung konstatiert und bei dieser Gelegenheit ihren rein sozialdemokratischen Vorschlag eine« völligen Getreidemonopol» befär- . »ortet, bie jedoch auch wenigstens bie öde, petrefakteu* haft wirkexbe Manchesterei in ber Begründung der Ablehnung erkennt und zur Sprache bringt. Die Korrespondenz be» Bunbe» der Landwirte sieht fich diese Begründung etwa» näher an; au» Mangel au Rau« können wir die betreffenden Ausführungen erst in nächster Nummer bringen. Für heute nur noch ein paar in diesem Falle maßgebende Preß, stimmen über die Frage: „Was nun?* Unsere Ansicht über diese Frage haben wir am Sonnabend klar und präzi» formuliert. In gleichem Sinne wie wir äußert fich auch die „Krenzzei taug'. Dieselbe schreibt:
„Der Staatsrat hat in seiner gestrigen Sitzung den „Antrag Kanitz" entschieden abgelehnt, und Se. Mas. der Kaiser hat in der Schlußansprache unzweideutig erklärt, daß hiernach Seine Regierung diesen Antrag aus dem Äretfe ihrer Erwägungen auSschetden werde. An Vorschlägen I« einschneidenden Reformen, die der Landwirtschaft billigere Produktion, billigeren Umsatz, Schutz vor Börsenschwindel vor der Entvölkerung des flachen Landes und vor Geldverteuerung bringen sollen, hat eS der Staatsrat nicht fehlen lassen; zur Währungsreform nimmt er eine platonischfreundliche Stellung ein. Alle diese Vorschläge werden ohne Zweifel auf die Dauer unserer Landwirtschaft zu großem Vortell gereichen, ohne irgend berechtigte Jntereffen anderer Erwerbskreise zu schädigen. Wer aber, wie wir, die Ueber- zeugung gewonnen hat, daß ohne ein sofort wirkendes Mittel zur Hebung der Grtreidepreise ein großer Teil unserer Landwirte sich nicht über den nächsten Winter wird halten können, den muß der Beschluß des StaatSrateS mit großer Sorge erfüllen. Was nützt einem mit Unterbilanz arbeitenden Landwirte der billig« Sredtt, was die Melioration und alle die anderen Hoffnungen, die fich an die Vorschläge de« StaatSrateS knüpfen lasten? Die konservative Fraktion deS Reichstage» hat nunmehr dir Pflicht, um so entschiedener auf die Verhandlung dr» „Antrags Sanitz" im Plennm zu dringen, damft dir in drm Bericht« über die letzte EtaatSratSfitzung summarisch angegebenen, so ost in der Preffe schon widerlegten Gründ« gegen den Antrag vor dem Lande auf ihren wahren Wert zurückgeführt werden."
An- bie „Deutsche Lagerzeitung' »enbet fich lebhaft gegen bie Stellungnahme be» Staatsrats zu« Antrag Kanitz. U. a. schreibt diese» Blatt, nachdem e» versichert, daß fich unserer Bauern jetzt wirklich dumpfe Verzweiflung bewältigen würde:
„Den Vorteil von dem Beschluffe des Staatsrats hat natürlich nur die Sozialdemokratie, der es nun ein Leichtes ist, wieder zahlreich« Unzusttedrne an fich zu fesseln. Selbstverständlich kann uns der Beschluß des Staatsrats in unserer Ueberzeugung von der Notwendigkett der Durchführung des Antrages Kanitz um so weniger erschüttern, al» «6 dem Staatsrate nicht gelungen ist, einen andern Weg zu zeigen, auf dem das ja anch vou ihm erstrebte Ziel erreicht werden konnte. Wr werden vielmehr unsere Anstrengungen, dieses Ziel endlich doch zu erreichen, verdoppeln."
Koloniale-,
Die deutsche Togo-Expedition unter Führung be« Dr. Gruner hat einen ersten Erfolg daoongitragen, da sie, wie die „Deutsche Koloniaheitung' mitteilt, mit dem Sultan Ldiani m Lande Karga und mit dem Sultan von Gambaga Verträge abgeschlossen hat. Man wird fich erinnern, daß in der sogenannten neutralen Zone um Salaga der Engländer Ferguffon Verträge für England abgeschloffen hatte, und daß hier noch eine hoffentlich freundschaftliche Auseinandersetzung zwischen der englischen und deutschen Regierung eintreten würde. Gruner ist nun über diese Zone hinaus nach Norden gezogen, um da« bisher ganz unerforschte Surmatanb zu erreichen. Wenn auch Gruner auf dem Marsche fich dm Routen seiner Vorgänger, wie o Francis und Kling, anschließen konnte, so bezeichnet doch die Vertragsschließung in tiefen Gegenden, welche mehr oder weniger schon >em islamitischen Einfluffe unterworfen find, ein Novum und läßt uns hoffen, daß e« der Expedition gelingen wird, auch in Wagadogha Erfolge zu erreichen, damit wir den englisch-französischen Prätenfionen auf Alleinherrschaft im Bozen der Niger später ernsthaft entgegentreten können.
Marburgs Eiseubahuftagen im preußischen Abgeordnetenhause.
* Marburg, 25. März 1895.
Der Abgeordnete für den Krei» Biedexkopf, Herr v. Tepper-Laski, schloß fich bex Ausführung«! ber hi voriger Nummer mitgeteiUei Rebe be» Heirx v. Trott zu Solz wie folgt an:
„Meine Herren, ich beabfichtige ebenfalls, dem Beispiele verschiebexer ber Heirx Vorredner folgend, weniger über da» zu sprechen, wa» in ber Vorlage steht al» über dasjenige, wa» leider nicht baiin steht; uib zwar muß ich zunächst be« Herr» Minister ber öffentlichen Arbeite« ganz allgemein mein aufrichtige» Bebauern au»sprechen, baß bie Provinz Hessen Nassau auch in ber Vorlage, bie un» heute beschäftigt, wiederum nicht berückfichtigt worden ist. 6» ist da» bereits da» fünfte Jahr, daß diese Provinz ix bex be» Hohen Hause gemachten Sekunbärbahnvorlage» völlig leer ausgeht. Eine solche, «ilbe gesagt, «nfteunbliche Behandlung eine» ganzen Lanberteil» würbe boch nur bann gerechtfertigt erscheinen, wenn tiefer LanbeSteil ix früheren Jahren mit Eisenbahnen ganz besonder» reich bedacht werbe« wäre. Da» aber, «eine Herren, ist keineswegs ber Fall. I» Gegenteil, einzelne Teile tiefer Provinz, insbesondere das sogenannte Hinterland be» Regierungsbezirk« Wieibaben, welche» ich in diesem Hohe« Hause zu vertrete» die Ehre habe, gehört i» dieser Beziehung wohl zu den am aller stiefmütterlichsten behandelte» Teile» ber Monarchie. Den» während i« ganzen preußischen Staat auf 100 000 Einwohner 8,44 km Eisenbahn entfallen, kommen im Hinterlanbkreise auf dieselbe Einwohnerzahl nur 4,04 km. Ebenso komme« auf 100 qkm i« ganzen Staat 7,23 km Eisenbahn, wogegen i« Hinterlanbkreise nur 2,47 km, also nur etwa ein Drittteil be» Durchschnitt».
Meine Herren, biefe Zurücksetzung eine» Landesteile» ist »« so empfi üblicher und bedauerlicher, al», wie auch ber Königliche« Staatsregierung bekannt ist, grabe ix tiefem Landes teile schon feit einer Reihe von Sabre« verschiedene Bahnprojette, bie durchaus nützlich und keineswegs nxrextabel find, von der Bevölkerung erstrebt »erben, und ber AxSbon einzelner berfelbex auch vox ber Staatsregierung in früheren Jahren bereits in mehr ober weniger sichere Ausficht gestellt worben ist. Ich verzichte barauf, alle biefe Projekte hier zu berühren, — und ich will »ich darauf beschränken, dem Herr» Minister ber öffentliche» Arbeite» nur zwei dieser Li»ie» heute »och»alS ganz befoxbei» warm an» Herz zu legen. Die eine Linie ist dieselbe, welche dmch eine eigentümliche Gestaltung ber Rednerliste soeben »ein Herr Vorredner, der Herr Vertreter für Marburg, bereit» befürwortet hat Au» be» Umstande, baß zwei Vertreter nicht nur betriebener »reife, sondern verschiedener Regiernng»bezirke und zu« Teil au- ganz heterogener Jntereffen die gleiche Linie hier im Hanse vertreten, möge ber Herr Minister in ber lieber- zengnng gestärkt werben unb von ber Notwendigkeit be» Ausbaues dieser Linie und dem anßerorbextlich großen Jntereffe, wel-e» dieselbe für beide Regierung» bezirke hat. Die Bedeutung, wel-e bie Linie für den Krei» unb bie Universität Marburg hat, hat »ein Herr vorrebner bereit» eingehend erörtert. Ich will von ihm Gesagte» ni-t wiederholen unb mich darauf beschränken, kur, noch diejenigen Gestcht»pu,Üe nub biejenige Bedeutung hervorzuheben, welche die Linie für de» Regierungsbezirk Wiesbaden, insbesondere für de« vo« ihr durchschnittene« Htttterla«d»kreiS hat.
Für diese« Kreis sowie für de« Ärei» Dillenburg und die Westerwaldkreise ist die Wetterführung dieser Linie eine Lebensfrage. Der Kreisteil, wel-e» fie durchsch»eibet, ist dicht bevölkert; zahlreiche Eise»* erz*, Kupfererz* uud Kalklager harre» dort des «ufschluffe». (8i»e Reihe »0» Grube» ix den Se »arfnxgex vox Ballersbach, Offenbach und Eisexroth habex im Laufe ber Jahre ihren Betrieb eixstellex «Affen, »eil bie geförderten Srze bie texten Frachten auf ben »etie« Landwegen nicht zu tragen vennochte». Die bort seßhafte Atbettetbevölkernng ist infolge dessen genötigt gewesen, in entferntere Gegenden, insbesondere ix de« •rnbexgebiet von Oberscheld kümmerlichen
Arbeitsverdienst zu suchen. Würde die Bahnlinie gebaut, so würden die Gruben wieder in Betrieb gesetzt werden, nnd die Atbettetbevölkernng wieder an Ott und Stelle lohnend: Beschäftignng finden. Für den Durchgangsverkehr von Treysa, Cassel und Marburg nach Httborn, dem Westerwald und «ach Köln hat die Linie den großen Vorteil, daß der weite Umweg über Gießen vermied:n wttd. Wttd dann später die Fortsetzung der Linie von Herborn dmch den Westerwald nach Westerburg gebaut — ebenfalls ein Projekt, welche» schon seit Iahten schwebt —, so würde diese Linie noch eine eminente strategische Bedeutung erhalte».
Meine Heneu, die Bahnstrecke Weidenhausen- Herborn al» Kleinbahn auSzubane», fie in ben Rahmen einer Kleinbahn zu drängen, ist nicht angängig, einmal wegen ihrer oben geschilderten Bedentung für den Durchgangsverkehr uud der strategischen Interessen, sodann aber auch »eil dieselbe den Rittelpunkt n»b das Rückgrat bildet füc eine ganze Reihe bereit» geplanter Kleinbahnen i» den benachbarten Kreisen.
Die Linie wäre vorauSstchtlich vo« Staate bereit« ««»gebaut worden, wenn nicht im Jahre 1890/91 die damals ausgestellten Kostenanschläge im vergleiche zu der damals ausgerechneten Rentabilität ein zu ungünstiges Lerhäl uiS ergeb:« hätten. Dieses Verhältnis hat fich aber »zwischen zu Gunsten einer erheblich größeren Rentabilität wesentlich verändert. Die Linie war damal» nur veranschlagt nnd die RextabttttStSberechnung ausgestellt al» Stichbahn von Herford bi» Weidenhausen.
Heute, wo die Linie Weidenhansen—Marburg bereits fertiggestellt ist, würde bei der Fortsetzung bi» Herborn die ganze Strecke sofort de« Dmch gangsvertthr nntzbm gemacht werden können. Daß dadurch die Rentabllität st- wesentli- erhöhen würde, wird keine» weiteren Nachweise» bedürfen.
An- eine wesentliche Kostenersparnis würde st-, nach »eine» an Ort und Stelle gesammelte» Erfahrungen, bewirk« lasse», wen» die ursprünglich projektierte Linie et»aS verändert würde. Wenn man beispielsweise statt über Elsenroth über Wil» badj baute, so würden fich Tuxnelbohrungen wahrscheinlich gänzlich vermeiden lassen, und dadurch schon eine ganz erhebliche Kostenersparnis eintreten. Jch halte überhaupt den Grundsatz der Königliche» Staats- regieruxg, hauptsächlich »ach dem Gesichtspunkt der Rentabilität z« baue», für eine» verfehlte«. (Sehr richtig!) Meine» Erachten» liegt eS i« der Billigkeit und müßte die Staatsrcgierung darauf sehe», alle Grg«de» der preußische» Monmchie, alle Teile bei Bevölkerung möglichst gleichmäßig mit de» Masche» de» StaatSeise»bahu»etze» zu überziehe» u»d nicht die industriereiche», wohlhabende» und dadurch vo» Sott unb ber Natur ohnehin schon reicher bebauten Gegend« zu bevorzugen gegenüber be» »ixber wohl habende» und schwächer bevölkerte». Da» würde ei» doppelte» Unrecht gegen die letzteren feix. (Sehr richtig!) Ich möchte xach alledem ax bex Henn Minister ber öffentlichen Arbeiten bie Bitte richt«, womöglich noch in diesem Jahre eine Revision der Vorarbeiten für diese Linie, welche int Jahre 1890/91 boigexontnt« find, anzuordnen und womöglich schon im nächst« Jahre diese Linie in die Seknndärbahn* Vorlage für diese» Hau» auszunehmen.
Dann, »eine Hene», bi» ich genöttgt, »och ei»e zweite Linie be» Herr» Minister warm a»»Herz zu legen, ba» ist die Fortführung der Eisenbahnlinie Erndtebrück—Raumland durch da» Thal der Eder »ach Frank«berg. Such hier liege» fett Jahr« berechtigte n»d begründtte Bitte» und Ansprüche der Gemeinde» vor. Die verhSlt»iffe dieser Bahnlinie find dem Hen» Minister der öffentlich« Arbeiten ja an» eigener Anschauung ganz genau bekannt. Wenn ich recht berichtet bie, so hat et früher selbst einem Komitee zur Förderung dieser Eisenbahn angehört. Ich habe da» Sexttone* zu ihm, daß er da» Kind, da» er in früher« Jahren an seinem Busen gepflegt hat, heute nicht »erlengnen wttd. Auch hier handell e» fich n» die Förderung einer lebhaften, unter d« schwierigsten Sbsatzverhältnifsen leidend« Industrie, bestehend in Braunstein* und Supfererzlage«, zahlreich« Hammerwerk«, »ehret» Papierfabrik«, einet bedeutenden Spinnerei, sowie um d« Auftchluß großer fiskalischer Forst«. Ein wie großes Interesse der hauptbeteiligte Kreis Bied«kopf an dieser Bahn hat, geht auch daran» hervor, daß die SreiSvertreinng schon vor Iaht« beschlossen hat, außer ber nn«t* geltlich« -ergäbe be» Grnnb unb Bob«» auch ein« Betrag von 50000 Mk. i fonds perdu für biefe« Bahnban zuzuschieß«. 818 bie Linie von Sarnau nach Frankenbag im Jahre 1886 biefe» hohe Han» beschäftigte, da hat schon d« damalige Äeferent — e» wm ber Sbgeorbnete Dr. Liebet — in seinem Inttag ans Bewilligung tiefer Lintt die dringende Notwendigkeit der Königlich« StaatSiegierung gegenüber betont, e» möge dieselbe möglichst bald eine An- schlußstichbahn von Fra»k«bag in da» obere Eda- thal, zum Aufschluß desselben, bau«. Diese Mahnung ist leidet bisher ein frommer Wunsch gewesen; ich hoffe txbeff« zuverfichtlich, daß der Har Minister auch für diese Linie die Senehmigmig zu d« Vorarbeit« möglichst bald erteil« und den Ausbau derselben eb«faH» bald in sichere AnSstcht nehme« wttd. (Bravo I rechts.)
Deutsches Reich.
Berlin, 24. März. Nach der gestrige« FrühstückS- tafel unternahmen beide Majestäten eine gemeinsame Ausfahrt. Um 7 Uhr Abends begab sich Se. Majestät, be-
glettet vou Seinen Allerhöchsten Gästen, «ach dem Königs Opernh,«se und wohnte der Aufführung des „Rienzi" zum Schluffe bei. Ihre Majestät war etwa» später er- schienen. Heute Vormittag besuchten beide Majestäten de, Gottesdienst in der Garaisoukirchn
Im Befinden der Prinzen Joachim ist nach einer ausgezeichnet vollbrachten Nacht bei regemNah nngg, bedürfaiS ein erf eulicher Fortschritt in der Kräftigung und dem subjektiven Wohlbefinden eingetreten.
Auf Grund einer zwischen den Frakttouen getroffenen Vereinbarung soll der Antrag Kanitz am SS März und an den folgenden Tagen im Reichstage zur Ver. Handlung tommem
Bei Herrn von Bennigsen ist ein Telegramm des Abg. Dr. Bürklin aus Montreux eingegangen, worin derselbe erklärt, daß er das Amt des zweiten Bizepräfi. deuten des Reichstags niederlegt
Darmstadt, 24 März. Bei der heute Nachmittag dmch den Oberhofprediger Bender vollzogenen Taufe er- hiell die Prinz effin den Rufaamen Elisabeth nach ber Hauptpathin, ber Großfürstin Sergius von Rußland.
Detmold, 24. März Graf Ernst zu Sippe. Biester selb mit Familie und Prinz Friedrich vo, Sachsen-Meiningen mit Gemahlin find in Bud Oeyrhause, etngetroffim
Nawitsch, 23. März D r freikonservative Land. tagSabgco tbnete von Langendorff ist heute an Herzlähmung gestorben.
Ausland.
Budapest, 24. März. Magnatenhans. Da« Gesetz über die Rezeption der Iudex ist in namentlicher Abstimmung mit H8 gegen 112 Stimmen abgelehut worden. Außerdem wurde daS Gesetz über die freie Religionsübung mit Ausnahme d:S abgelehnten Teiles betreff? Konfessionslosigkeit in dritter Lesung angenommen. Die abzel-hnten Bestimmungen will die Regierung demnächst aufs neue ben Mag aienhaus vorlegen.
Madrid, 23. März. Die Königin-Regentin übertrug Canova» die Kabinetsbildung, Derselbe wird beute eine Ministerliste vorlegen. — In Folge einer Ver- Versammlung von Offizieren und Journalisten ist jedes zwischen denselben bestehende Mißverständnis ausge- glichen worden.
Madrid, 24 März. Das nenefpanischeKa, btnet hat sich gestern Nachmittag konstituiert. ES ist in folgender Weise zusammengesetzt: Vorsitz EunovaS del Castillo, Aeußrres Herzog von Tetuan, Justiz Romero, Krieg Azcariaga, Marine Beranger, Finanzen Reverter, Innere« Cosgayon, öffentliche Arbeiten Bosch Kolonien Castellauoiu
Tanger, 23. März. Die Verhältnisse in der Umgebung von Tanger sind sehr ungeordnet, die Wege nach Rabat sind unsicher- Die adoptttte Tochter eines deutschen Kaufmanns in Rabat wurde von einem Stamme der Eingeborenen weggeführti
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Au- Marburg uud Umgegend.
-1. Marburg, 25. März. Im Jahre 1892 veröffentlichte Herr Postsekretär Ruhl hier durch den Hessischen Geschichts-Verein einen Aufsatz Über das Postamt Bebra, von defs en Gründung bie zum Jahre 1886. Bei Ar fertiguna derselben waren vor allem die im hiesigem König!. Staatsarchiv befindlichen älteren Akten de» Postamt» Bebra benutzt worden. In der neuesten Nummer 5 der Archiv» für Post
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und Telegraphie, einer amtlichen Beihefts zum
Amtsblatt des Reichrpastamt», wird dieser Aufsatz
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1859]
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in eingehender und in einer für den Verfasser ehrenvollen Weise besprochen. Er muß denselben freuen, daß auch diese Arbeit dieselbe Anerkennung bei der Postbehörde gefunden hat, wie die übrigen von ihm bereit» früher über speziell hessische Post Verhältnisse veröffentlichten Arbeit«.
-1. Marburg, 25. März. 3« Berti« jnt Pflege jüdischer Ges-i-teu«dLitteratnr hielt gestern Nachmittag box 5 Uhr ab, Herr Rabbiner Dr. Rottel aus Homburg v d. H. einen Borttaz über „Jehnba Halevi", einen derbedeutendst« jüdische« Schriftsteller. Der Bortrag wurde sehr beifällig aufgexommen.
* Marburg, 25. März. DerCircuS Alt« hoff gab geste« zwei Borstellnug«. 3« der Abendvorstellung war der CircuS bis auf dm letzt« Platz gefüllt, und dieser starke Besuch wurde durch ba» 8» botene durch an» gerechtferttgt. Eine Anzahl wohl> dressierter, sicher und exakt arbett«ber FreihMpfertt nötigt« de« Pferdeliebhaber alle Hochachtung ab. Aber auch, wa» auf be« (Bebiete der Reitkunst & leistet wmde, war überan» chic. Wenn wir Schulreiter gestern vermißt«, so wurde dieser Mangel völlig ««»geglichen dmch Frl. Birgt nie Blumen« seid, die sich auf de« Panne« al» Florentin«
Zähn« aufnimmt, sowie diejenig« der anmutig« Sugelläuferin Frl. Slthoff. Für hettere 3xterW wird durch d« excellenten Clown Dogat, defs« waghalsige» Stelzmtttz« und dessen aKerliew dressierter Esel nicht unerwähnt bleiben dürfe«, soB dmch eüt« ziemlich originellen „August" besten» sorgt. Heute Abend findet, wie Herr Direkt- Slthoff mttteilte, »och eine Borstellnng st«^
-I. Marburg, 25. März. Der heutige Früh' li«g»-3ahrmarkt, im Boll»«Hebe der „26- März-Markt' genannt, war sehr gut besucht.
arbeit ä la Louis Fomeanx verrichtete. Neb« bs cqaestrischen wm« noch diverse andere artistische Künst « der würdig vertret«. Die großartigen Leistung« ein- Athleten wmd« bereit» gewürdigt, ebenso diej«igck 1 eines Drahtseilkünstlers, der n. a. auf d:» DraP kxiemd ei» auf letztere» hängende» Tuch »it bs -
und anmutige Trtc» bare back aus führte, durch Hera l Gutfch«idt ol» vorzüglichen Jockey, der alle bk •u •en bekannt« Jockey-Arbeü« einschließlich be» Lprnngck an» ber Mitte bet Manäge auf bie Croupe bd laufend« Bferbe» mit staunenswerter Leichtigkeit - absolvierte, bmch bm gewanbten, vielversprechend« jugendlich« 3ean Baptiste, sowie dmch Hei« See, der auf zwei neb«einanderlaus«d« Pferd« bu’a »tt dem fleht« Fräulein Lee plastisch schöne «thleteo a*tw
Blumenmädchen ebenso elegant wie graziös prüfe» tierte, durch eine andere junge Dame, die sehr kühn