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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

«b^pEo«:* Jlluftrirtes Sonntagsblatt. Rcd«ktiou Expedition: stärkt LI? Fernsprecher Nr» 58?

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Erscheint täglich «mßer <n fes»rft»g*o n«ch S»m>- gu» Frrerrggen. Qg«rt«I«S6ennrm«nt8$rtil bei der Stoff bitten L M., bei «Ilm Beftämtern 3 ÄL 85 $fg. («kl BeSellgeld). 3nfir«tienlgt6ü6r für bi« grspgltnr« Zeil« b«t deren Storni 10 $f| ÄtKewn für bi« Z»U« 85 $fg.

Marburg,

Freitag, 15. März 1895.

Anzeigen nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blattes, sowie di« Annoncen-Bureaux von Haasmstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Toffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Paris.

XXX. Jahrg.

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Bescheid des evangelischen Oder­kirchenrats in Sachen der Bonner Professoren.

* Marburg, 14. März 1895

Eine Reihe von Presbyterien aus Rheinland uud West- falen hatte einen Einspruch gegen die liberale xheologie (unter Hinweis auf gewiffe Vorgänge bei einem FrrienkursuS in Bonn) an deu evangelischen Kirchenrat gelangen lasten, der mit dem Verlangen schloß,daß unsere jungen Theologen auf den Hochschulen in der wahren Er- kenntniS der göttlichen Geheimnisse auf Grund der Wortes SotteS in Uebereinstimmung mit den Bekenntuisschriften «terwiesen und befestigt Werdern' Wir find auf die ganze Lngelegenhest seinerzeit nicht riugegangen, well wir glauben, baß derartige Profefforeustrestereieu in die Fachschriften, nicht in die Zeitungen gehören. Wenn wir von deu Herren ttuerseit» verlangen, daß fie fich in die Fragen der prakti­schen Politik, von denen fie nichts verstehen, möglichst wenig «inmischen, so kümmern wir uns andrerseits ebensowenig «n ihre Wiffenschaft, in der w i r Laien find. Auf obige WIngabr ist nun, der .Krenzzeitung* zufolge, unter dem 8. März folgender Bescheid de» evangelischen OberkirchenratS ergangen, der für weitere Kreise von einigem Interesse sein dürste:

.Die Eingabe, welche» dar Presbyterium an «» hat gelapgeu lästere, ist von de» durch Htuzutritt der Gexnalsyiodal Vorpardes erwetterteu Kollegium der evangelische» OberkftcheuratS zu» Gegenstände eingehender Erwägungen gemacht worden. Auf Grund derselben eröffnen wir dem PreStyterium das Nach­stehende. Wir verkenn«» nicht, daß wiffenschastliche Erörterungen über die Hei» Wahrheiten bei Christen- tmnS rrnd die heilige Geschichte, insowrit fie zn dem in der Kirche anerkannten Ausdruck del Glauben! in Gegensatz trete», geeignet find, in den au dem

r, schlichte» Glaube«! gehalt der heiligen Schrift fest her- -i: haltenden Kreise» der evangelischen Christenheit Be - i rwruhigung her vorzurufe», uud wir würdigen die

Kronen

deshalb bet Leiter» und Pfleger« christlicher Gemeinde» entstandene» Bedenke» und Sorge». Insbesondere

beklage» wir, daß «s »icht immer vermiede« worden id Stahl ist, zweifelhafte Ausstellungen gelehrter Forschung

wettere» Kreise« i» einer Form »ahezubringe», welche « Eisen kx Unterschied ausgesprochener Vermutung und «wiesen» Wahrheit auch bet solche» Punkte» »icht erkennbar wacht, wo eS fich um de» Grundbestand i \ des gemeine» Christenglaubens und der der Kirche rcius- I! box ihre« Herr» übergebenen Gnadenmittel handelt.

Dem gegenüber kann es zur Beruhigung diene», daß stlche Aurführvuge» et»zel»er Gelehrte» »»ter-

ille un

iberlahi

frei iw

Käte,

:be» billi »rgt vo« >chret»er, e S.

---------Glaubens ergriffen zu fein. Die «rühmte Kirche de» Justinian ist in der That an ,mh stlbst schon herrlich und Andacht erweckend; «r nächtige Dcm ist imposanter al» der Sanci Peter» in demselben Berlälini«, wie die Stein- Waffen, welche ihn tragen, unscheinbarer find. Die

Pa«l Patoff.

Wat Erzählung in 9 Bänden von F. Marton Crawford.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Alexander wurde von dem Lärm Stambnl» ibrunn« «ttb der Fährbote geweckt Wmige Minuten rasser i später legre der Dampfer am Ufer von Stambul n, und der Kawaß kam, em den Brüder zu /| weiden, daß der Wagen an der Ufertreppe ihrer harre.

Der Slave ist leicht bi» zum Aeußersten erregt «id fällt eben so leicht in eine träge Ruhe zurück. E» liegt etwa» Poetische» in seinem Teperament, doch find die Extreme sür die wahre Porste zu txcentrrsch. Leicht traurig und leicht fröhlich ge- Kythioi ßunmt zu sein, mag zu den Eigenhesten eine» Porten gehören, aber Blutdurst auf der einen und . vollkommene Apathie auf der anderen Sette, da» ist u-Ue01 8atbari«mu«.

In der ganzen Welt gibt e» keine Ration, Welche der Religion, sowohl der Form al» den Grundsätzen nach mehr anhängt, al« die Dimanen, .daher mag e» wohl kommen, daß ihre öff-ntlichen , direkt fl keremonien den Stempel der Kraft und Auf »eKümo ttchugkett tragen, welcher selten in christlichen

Plll-p A «ndern zu findm ist. Niemand vermag dem t» p Pst Gottesdienste in der Moschee von Hagia Sophia ifg- P- M deizumohnen, ohneaus« Tiefste von der Macht de« Md»«»« Aohamedanischm m. fiüffderühmte Kirche

eiuauder sich vielfach widerspreche», baß fie »ur geteilte Axerkeninug auch ix de» theologisch- wissenschaftliche« Kreisen fiide», uud daß im Streit der Meinungen, der box der Arbeit der Wissenschaft niemals auSgeschloffe« werde» tat n, die evaxgelische Wahrheit, wie fie von der Kirche, dem reformatorische» Bekenntnis gewäß, geglaubt wird, unter de»«»eru der theologischen Wiffevschast keixcSweg» verlasse» uud «»bezeugt dasteht. Anderseits darf »icht »»be­achtet bleibe», daß eS der grundsätzliche» Stellung uuserer evaxgeltschen Kirche, welche anch auf dem Gebiet der Lehre zu immer größerer Klarheit uud Wahrheit hixdurchzudrirge» trachtet, widerspreche« würde, wollte mau seien Forschungen mit äußerliche« Mittel« zu begegnen suche», vielmehr muß daran festgehalten werde», daß Irrtümer, welche bei der wissenschaftliche» Forschung auftauchex, nur durch Bezeuguug der Wahrheit uud durch die Waffe» wissenschaftlicher Er­örterung bekämpft und überwunden werde» können. Auf diese« Wege Hali» der Küche del reine» Evangeliums schon «aiche ernste Krifi! zur Läuterung uud Befestigung christlicher GlaubenSerkeunt»iS geführt. Neben der wiffeufchaftlichen Forschung handelt es fich aber für die Kirche bei de« theologische» Fakultäten um die grundlegende Ausbildung der für das geistliche Amt fich vorbereitende» junge» Männer. Die Küche muß erwarten, daß die theologische» UniverfitätSlehrer fich in ihrem Gewiffe» gedunde» halte», ihre wiffenschaft Hie Lehrtätigkeit unter die Autorstät des Wortes SotteS zu stellen »id auf dal BekeuntuiS ter Kirche, der fie angehöreu und der ihre Arbeit diene» soll, gebührende Rücksicht zu nehme». Deshalb erkenne» es «ach wie vor für »ufere Pflicht, dahiu zu wirken, daß es deu theologischen Fakultäten an fest im evangelische» Glauben stehenden Lehrer» nicht fehle. Wir habe» »icht unterlaffe», dar, waS i» dieser Beziehung für »vtwendig holte», auch a» der Stelle, die über die Besetzung der akadewischen Lehrstühle zu entschetdeu hat, zum Ausdruck zu bringe», und dürfe« hoffe», daß eS unfern Bemühungen an Ent gegexkommen »icht fehlen wird. Tobei zweifeln wir nicht, daß auch die kirchliche» Eüirichruugen zur weiteren AnSbildung der jüngere« Geistliche» für dar Pfarramt erfolgreich daz» mit» rftu werde», die zu künftigen Diener der Küche über U»flcherheÜe« n«b Schwankungen, welche die bloß theoretische Be­schäftigung mit der Theologie hnoorrust, hi» weg und t» eine christlich vertiefte charokrervolle Uederz ng«»g hiuzuleiteu. Zu Gott aber hoffen uud flehe, wir daß eS auch fortan unserer evangelische» Kirche nicht

doppelten Stockwerke del Schiffe« find weniger mit Tetails und Ornamenten beladen, daher mehr aus einen umfaffenden Blick berechnet: die »«ficht von den Gallerten ist nach jeder Richtung hin freie- und gewährt durch die mächtigen grünen Schilder, mit den in Gold geschriebenen Namen von Gott Mohamed und den ersten Khalrfen einen imposanten Anblick.

Paul und Alexander Patcff wurden durch dunkle Straßen nach einem engen Platze gefahren, wo der Wagen vor einer Treppe hielt, welche al«, bald in tiefe Dunkelheit führte Der Kawaß stand an der Thür und schien bemüht, ihnen mit der kleinen Laterne, welche er in der Hmd trug, den rechten Weg zu weisen. Durch einen düsteren Thorweg tretend, gewahrten fie eine Anzahl Tür ft n. vie zum größten Teile in wiße lleberwürfe ge- kleidet waren und weiße Turban! auf dem Kopfe trugen, uud welche fich dicht vor dem schweren, lereinen Vorhang versammelt hatten, welcher den Eingang vom Porticu! trennt. Einer dieser Männer, eine große Gestalt mit mürrischem Ge ficht, ttat vor; er trug einen Schlüsselbund in bet Hand, und nachdem er einige Worte mit dem Kawaffen gewechselt, erschloß er die schwere eifern Thür, und zündete au der Laterne eine Wachs- kerze an.

Al« fie eintraten, warfen beide Brüder einen chnellen Blick über die stirnrunzelnden Männer und Alexander griff unwillkürlich in die Tasche »ach feiner Pistole. Er hatte fie vergaffen, und die« war nicht geeignet, da« Gefühl ferner Sicher­heit zu erböten. Dann lächelte er über fich selb» bei dem Gedanken, welch eine Menge von Franken schon durch jene schwere Thür gegangen sein

au Mäuxeru fehle» »erde, welche, ausgerüstet mit be» Waffe» des Geiste!, festwurzelud im Glaube» a» »»fei» Herr» nab Heiland, ihre Gabe» in de» Dienst der theologischen Wiffenschaft stellen n»b mavnhaft da« Panter deffen hochhalten »nd ver- leidige», welcher verheiße» hat, daß er bei uni bleibe» will bis a» der Welt Ende.

Barkhaus en.

Wir w Schien hier »och aumerkeu, daß feinet gelt die ,Kre«zzeiiurg' den oben aogewiesenen Weg hebet, durch Bezeugung bet Wahrheit die ihr al« solche erscheiueuben wissenschaftlichen Irrtümer zu bekämpfen, uvb baß damals die heb. Professoren, statt ebenfalls ihr Streitroß zu tummeln, über »Denunziation" zeterten und «inenbannigen EntrüsturigSiummel inszenierten. So wenig wir für msere Person den ultraorthodoxen Standpunkt der .Kreuzzeitunz* teilen, so herzlich wenig hat uns aber auch das Benehmen bei betteffenben Professoren und ihres HeerbanreS imponiert, Sie wollen Lehrsreiheft, sie bekämpfen Dogmen, anbere aber, betten ihre Dogmen nicht zusagen, sollen'« Maul halte» 1

Politische Rundschau.

« Marburg, 14. März 1895.

Zum Todestage Kaiser Wilhelm!, desseu wir bertitS Erwähnung lhate», hat die Deutsche Tageszeitung eixen längeren Artikel gebracht, dem wir die folgenden sehr zuüeffenden Ausführungen entnehmen: »Unser alter Kaiser gehörte nicht zu den soxenaxntrn .impulsive»* Nature», die von einer Stimmung zur andern überspringe», die fich von äußer» »»d inner» Eindrücke« leite» lasse», die dem Geschrei der Menge »achgebeu, bei bene» man nie­mals sicher ist, ob eine Anschauung bleiben oder binnen Kurzem der gegenteiligen wrichen wüd. Er forschte still und wog sorgsam ab; eS war kein Mau» bei Stimmung, sondern der Uebnzrugmg. WaS er aber al! wahr erkannt hatte und was ihm nötig »ab nützlich schien, dabei blieb er mit der ganze« Festigkeit eine! starken Willen!, davon ließ er fich durch nichts abbringen. Er hat den Kor stift mit der Volksvertretung nicht gescheut, um das durch zusetze», waS für Preußen! Zukunft notwendig war; er hat die Nachrede der Brotverteuernng nicht ge scheut, al! e! galt, die heimische Laxdwktfchast durch Zölle zu schützen. Wie oft hat man versucht, de» Ire »en Diener, den efferuen Kanzler, von ihm zu trenne»! Aber er setzte solchen «ersuchen ernst und entschieden sein .Niemals!" entgegen. Der alte Kaiser Wilhelm war ein Herrscher von SotteS Gnaden, nicht nur tii dem landläufige» Si»»e, so»-

mochten, um die Wendeltreppe zu erreichen. War Paul betraf, so hatte er schon im vorigen Jahre diesem Gottesdienste beigewohnt und war er daher an die düsteren Blicke der Muselmänner, wenn in Franke ihre Moschee besucht, gewöhnt, kr trat also ein, und der Kawaß, welche der letzte der Drei war, schloß hinter sich die Thür. Während mehrerer Minuten Riegen fie die rauhen Steinstnfen empor, nur beleuchtet von dem trüben Licht der Laterne und der Wachskerze. Dann durch einen schmalen flogen in die Gallerte eintretend, tönte ein merk- würdiget Geräusch an ihr Ohr, und Alexander stanb einen Augenblick still.

Tief unten in dem «eiten Raume intonierte der Iwan eine Stelle au« dem Koran mit einer Stimme, welche kaum einem Menschen anzuhören schien; in der Tyat, solche Töne find »irgend ander« in der Wett zu hören. Der Priester führte alle die dem alten arabischen Gesänge eigenen Modulationen mit einer Leichtigkeit au«, um welche ihn ein Opernsänger hätte beneiden können. Dann trat einen Moment lang tiefe« Schweigen ein, welche» plötzlich von fchwerem Getöse unterbrochen wurde, da« nur mit einem rhythmisch klingenden Donner verglichen werden kann drei Mal neigend und drei Mal wieder fallend, in gleichen Intervallen; wiederum ein kurzes, aber tiefe« Schweige», und von Neuem erklang des Priester« Stimme mit schmetterndem Trompetenklange, wider hallend und nachzitternd durch die weiten Gallerten und fich brechend an den hundert Säulen de» ge- wattigen Tewpelba»-».

Die beiden Brüder schritten zu der gemeißelten Steinbalustrade bet oberen Gallerte vor und blickten auf da» Schauspiel zu ihren Füßen nieder.

der» auch iu btm tiefste« unb edelste». Die beste Gabe, die einem Herrscher zu teil werde« lau», ist die Stetigkeit, die Festiglett, die Uxerschütterlichkett, wie fie ihm eigen war. Daher trug auch sei« RegieruxgSzeit trotz aller Kämpfe, trotz der Jrruxgeu, die ja allem Mexschltche» a»haste», dal Gepräge der Ruhe «xd Sicherheit/

Bismarck uud der Reichstag.

Dal .Leipz. Tagebl.* kleidet feixe» U»Wille» über die ablehxexde Haltvxg der Reich!tagS»ehrhett gege» die Zum»tu»g ehret Ehrung de! Fürsten Bismarck in zornige nxd bittere Worte. Wir müßten de» Franzosen den stützet gemachten Borwmf der Uxdaxkbarkeit abbitte». .Denn die Franzosen haben wenigstens in der letzte» Zett gezeigt, daß fie ihre große» Mäx»er z» ehre» wiffk»; ans die zweifellos großmttge» Huldigungen aber, die das deutsche Boll dem Fürsten Bismarck zu »weise« fich «schickt, wird die Mchtbeteiliguxg des Reichstags ixlbefoxdere in den Augen bei Auslandes einen so gewaltige» Schatten w»fe», daß der Glanz verblaßt. Den» de« SnSlande »scheint der Reichstag als die Sa« körpernng del deutschen Volkes, was er ja auch sei» soll. Wir Deutsche steilich wiffe« eS schon lange, daß dieser Körper «ehr als krüppelhast ist; ab» er sollte eS vermeiden, die deckende Hülle Wegzuschleuder» und fich fremde» Auge« in sein» nackten Häßlichkett zu zeigen*.

Der Antrag Sanitz uud das «urlaud.

Die »öffnete» Sitzungen des StaatSrateS dürften, sobald Mttteilnngen über sie in die Oeffextlichkett dringen, berufen sei», die Preß»örter»»g in erst« Linie für die nächste Zett zn beschäftige». Eine Reihe von Llättn» hat bereits de» Begin» der Be» raturge» dvrch entsprechende Artikel markiert. So stellt die .Schlesische Zeitung* unter der Ueb»- schrift: .Die Beratungen des Staatsrates in internationaler Beleuchtung', ei« Be­trachtung a», die in diesen Sätzen gipfelt:

.Sollte e» im Deutschen Reiche gelinge», durch staatliche Maßnahmen ohne Bnletzung der geltende» Handelsverträge für das agrarische Problem ehre befriedigende Lösung zu finde», insbesondere die Ge- ireidepreise auf ehre» Stand zu bringe», wie ih« die Landwtttschaft zu ihrem Gedeihen benöttgt, oh« die Bol»nxähruug zu vtttennn, so kann «an h» Auslände bei unbefangen» Prüfung dieser Beginne» unmöglich mißbillige». Wird der Laxdwirt-chast in Deutschland durch staatlicher Eingreifen wttksa« ge»

Die Menge ber Anwesenben wogte hin unb her wie die Welle, welche da« Ufer bespült. Denn dar Hauptschiff ber christlichen Kirche ist nicht so gebaut, vaß, mit bem Gesicht ihm zugewenbet, ber Streng­gläubige noch Mekka steht, und die Muselmännn haben ihren .mihrab* ihren shrine etwa« zur Rechten bei früheren Altars in birekter Richtung ber heiligen Stadt. Selbst die langen Streifen von Matte, welche auf dem Fußboden ausgebreitet find, liegen in dieser Richtung, unb wenn bie Moschee gefüllt ist, unb die ganze au« Tausenden bestehende Menge wie Regimenter aufgestellt ist, bat sie da« Angesicht nach bem Mihrab gewendet. Diese Stellung man möchte fie Querstellung nennen macht einen unharmonischen, aber in feiner Eigentümlichkeit fesselnden Eindruck.

Dort stehen fie, die langen Reihen der Gläubigen, wie sie seit Jahrhunderten in ber letzten Woche de« Ramazan gestanden haben. Wenn bie Trompetentöne jebe« recitierten Verse» unter den weiten Bogen verhallen, erhebt 3e?er seine Hände über den Kops unb fällt auf bie Knie, bück: fich tief und erhebt fich wieder, diesen Akt ber Huldigung mit militärischer Pünktlichkeit drei Mal mieser* holend. Bei jedem Niederwerfen, da« vollkommen gleichzeitig von ber zahllosen Menge aurgeführt wird, ist die Luft wie mit fernem Donner­grollen erfüllt, durch welches kein anbnes Ge­räusch hör bar ist, al« welche« bie Bewegung »er zehntausend menschlichen Körper In ihrem gleichzeitigen Nieder beugen unb Niederknieeu verur- lacht.

(Fortsetzung folgt)