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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Verantwortlicher IRebdtatr: Harry Fiuki«, tu Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 81. Fernsprecher Nr. 55.
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welcher besagt, al» die wesentliche Ursache der Notlage der Landwirtschaft sei der dauernde Niedergang der Setreidepretse zu bezeichnen. Eine Hebung der Preise sei zu erreiche« 1. durch Versagung der Meistbegünstigung an die anßerenropäische Konkurrenz, sowie durch den Zusammenschluß der europäischen Kulturländer zu einer Zollunion, 2. durch die interuationale Regelusg der WährungSveihältniffe, S. bi» zur Herbeiführung de» Erfolge» und zur Abhilfe de» dringenden Not stände» durch Maßnahme» zur direkten Hebung der Setretdepreife auf Grund- läge de» Antrag» Kanitz. Schließlich wurde auf Antrag Gering» beschloffen, die NeichSregierung zu ersuche», bei etter i»ter»aiio»ale» WährungS konferenz ihre» Etr stütz für die baldige Einführung der internationale» Doppelwährung geltend zu mache». Wir ertn»er» daran, daß der Herr Landwirtschaft«. Minister in einer der vorige» Sitzungen versprochen hat, die Negiernnge» würde» die Beschlüsse eingehend prüfe» «nd sowtü «»glich befolge».
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Prof-ssor der Philosophie Paulsen in Berlin sattelt sein Streitroß, getreu der Traditio» deS deutscher Professorin«?, an der praktischen Wahrheit möglichst dicht vorbei die eigene Grübelet zn kultiviere», un> ihm folgen diejenige» Theologieprofefforru, welche fich dara» gewöhnt haben, durch ihre Kritik die Grund lagen deS christlichen Glaubers zu beseitigen.
Wa» ist denn geschehen, daß alle diese guten Bürger in Unruhe gerate» und mit den Anarchisten und Sozialdemokraten gegen die Umsturzvorlage prote stiere»? Sind de»» die Anarchisten und Sozial dcmokrateu plötzlich weniger gefährlich geworden? Tiefer Umstand ist vollständig aus den Angen ert schwnudeu, man steht hauptsächlich auf die Behänd lu» g der Vorlage in der Kommissto», welche Behaudlnng allerdings eine derartige ist, daß fie eher auf eiue Verhinderung als auf eine Verabschiedung der Bor läge hinzuarbeiteu scheint. 68 wird immer aufs neue versucht, alle mögliche» Wünsche der Parteien i» die strafgesetzliche» Bestimmungen hluettzvpcck?» und dadurch die Umsturzvorlage bloSzustelle» und fie dem Nachbar unannehmbar zu machen. Ter Zentrums- abgeorduete Rirtele« hat beantragt, mit Geldbuße oder Gefängnis den zu bestrafe», welcher „öff ntl'ch oder vor mehreren oder dmch Druckschrift oder Bild das Dasein Gottes oder die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, oder den religiöse» oder strUtche« Charakter der Ehe oder der Familie ouareift oder leugnet." DaS ist allerdings et» Eingriff i» die GewiflenS freihett und die Neligion des Einzelne». 3» dieser Weise macht man aus der Bekämpfung der Sozial demokratie einen Kampf unter den Gegner» derselben.
Um übrigen» unsere Meinung von der Umsturz Vorlage bei dieser Gelegenhettnochma! S kurz zu präzistere», so halten vir fie keineswegs für eia geistreiches Machwerk, gebe» auch zu, daß fie Beßimmunge» enthält, deren Fassung eS ermöglicht, daß durch dieselbe» Metxungsäußerunge» gerroffeu werden könne«, die mit dem Umsturz nichts zu thun habe». Ma» finde für diese Bestimmungen eine andere Fassung, die solche Wirkungen verhütet. Wir haben ja doch die »Blüte der Nation" im Reichrtage, warum sollle eS denn diesen Lolkrboten so schwer werde», eine solche Aenderung vorzuuehme»! 3w übrige» betrachte» wir die Vorlage — mit oder oh»e Aenderung — oh eiue» Notbehelf, der «»genomme» werde» muß, solange nicht» befleres geboten wird. Früher bekämpfte man >aL Ausvahmegesetz und verlangte schärfere Be stimmuuge» gegen revolationäre und demagogische Umklebe im gemeinen Recht. Jetzt werde» solche geböte» and ebenfalls bekämpft. Will «a» den» tberhaupt die wilde Agiiation und Wühlerei der
Paul Patoff.
Anr Erzählung in 2 Bäudeu Mn F. Rarton »rowford. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Sozialdemokraten und Anarchisten unbehelligt lasten Will die bürgerliche Gesellschaft absolut Selbßmor begehe» oder fich ihre» Feinde» auf Gnade und Ungnade ergeben! UebrigenS gehen die Angriffe gegen die Umsturzvorlage zumeist von Profefforen und Schriftsteller» aus, die doch nur eine» kleine» Prozentsatz der Nation bilden. 3» de« breite« Schichten des BürgettumS verlangt man einen energische» Kampf gege» de» Umsturz. Allerdings ist man in diese» Kreise», soweit unsere Beobachtungen reiche«, reiche», mit u»S der Ansicht, daß das beste und ratsamste ein scharfes Ausnahmegesetz sei» würde. Wird n»S ei» solches geboten, so verzichte» wir mit Vergnügen auf die gegenwärtige recht mangelhafte Umsturzvorlage, die auf der einen Sette zu weit gehen mag, i» der Havptsache aber, der Be kämpfung deß Umsturzes, zweifellos nicht ausreicht. Solange aber «och jene »Taube auf de« Dach" fitzt, wüste» wir uns schon mit dem »Sperling iu der Hand" zufrieden geben.
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Unsere „Volksvertretung".
Die »Straßb. Post" kritifiert mit scharfer 3ro«ie die andanernde Beschlutznnfähigkeit de» Reichstage» und führt zum Beweise für die Un- Haltbarkeit der in Frage kommende» Berhällniste folgende Thatsacheu an: »Al» der Präsident vo» Levetzow fich erhob, um da» Ergebnis der Abstimmung der dritte» Lesung des Antrages betreffend Aufhebung de» Diktaturparagraphen festzustelle», vielleicht 40 Abgeordnete i« Saal, von denen etwa 25 aufgestaude» waren. »Da» ist die Mehr» heit", sagte der Prästde«t. Später soll er da» beka»»1e geflügelte Wort au» der „Emilia Galoüi" zittert haben: „Wer lacht da? 3ch glaube, ich war es selbst!" Und al» am zweiten Tage über die Finanzreform, da» wichtigste Gesetz, so da seit langer Zeit für die innere Orgauisatton de» Dentschen Reiche» zur Vorlage gelangt ist, im Reichstage verhandelt wurde, hatte der erste Redner ganze 28 Zuhörer, vo» welche» e» aber noch ei» Teil vorzog, statt de» AuSfnhruuge» de» Redner» zu folge», fich mit Brieffchreibe» zu beschäftige» oder eine ziemlich laute und, wie e» schien, recht lustige Unterhaltung zu pfleg;». So bietet fich der deutsche Reichstag den Auge» der zahlreiche» Tribünenbesucher dar."
Gege» de» Dilettantismus zieht die „Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespoudeuz" iu folgenden Aursührnngen zu Felde: „Zu tadel» find jene, welche im Lehramt und von der Kanzel und leider auch am grüne» Tisch die andere» zu» Glaube» a» sozialistische Utopie» angelettet habe»; zu tadel» allein ist jenerDilettan» tiSmuS, der, weil er mit einer Zettströmung schwimme« will, vergesse« hat, welche Pflichte« ihm Amt und Lebensstellung auferlege«. Wen« den breitesten Schichten von Profefforen, Geheimräte» und Pastore» fortgesetzt der „berechtigte" Ker» dcr sozialdemokratische« Lehre», einem jeden «ach seinem Geschmack, zurecht gemacht wird, wen» Kapitalismus und Uateruehmer- tu« für „Feinde de» Volke»" erklärt werden dürfe», wen» ma» gege» fie Ausnahmegesetze macht, wen» alle Schädeu am sozialen Körper auf die AuSbeuterei der besitzende» Klasse» zurückgeführt werde» können, und wen» da» alle» Le»te unter der Sutoriiät ihre» Amte» betreibe», in welche» fie Staat »nd Gesell- schaft eingesetzt habe«, daun braucht mau fich freilich nicht zu wunder», daß der „Sozialismus der gebildete» Stä»de" überspannte Hoff»u»ge» erweckt und somtt z» einer Gefahr wird, kau» weniger bede» klick, all die durch sozialrevoluttrnäre Umsturzbetzrebange» hirausbeschworene. . . . Schwere, ernsthafte und ein-
Sein Bruder, obgleich ein Jahr älter, sah am chrere Jahre jünger au«. Er zählie in Wirklich « zwriunddreißrg Jahre, aber sein zarter Teint
Marburg,
Freitag, 8. März 1895.
Nr. Jllustrirtes Sonntagsblatt
war der eine» Jüngling«, sein volle« braun« Haar zierte den Kopf in glänzenden Locken und seine sanften braunen Augen halten einen jugend. lichen vertrauenden Ausdruck, welcher s> lt'am mit dem harten und strengen Blicke feine« Bruder« kontrastirte. Er war Hemer, schlanker und graziöser; seine Hände und Füße warm zierlich und von tadelloser Form. Trotzdem war sein Wesen mindesten» ebenso selbstbewußt, al« da« seine« Bruder« und etwa« in feint« Blick zeigte den kühnen Geist, welcher häufig in zatt gebauten Männern gesunden wird.
Alexander Patoff war Soldat und hatte Ur. laub bekommm, feinen jüngeren Bruder Paul in Konstantinopel zu besuchen, woselbst der Letztere die Stellung eine« Sekretär« bei der russischen Gesandt- schäft bekleidete. Bei dem ersten Anblick hätte man glauben tonnen, daß Paul der Kaoallerieo fizie, und Al'xander der Diplomat sei; doch da» Schick, sal hatte e« ander« bestimmt, denn der filtere Sohn hatte da« ganze Bermögm feine« Vater« geerbi und war demzufolge im Stande, die An«gaben eine« Reiter« zu br streiten; während Paul, der Jüngere, gezwungen mar, fich an dem ruhigen, bequemen L den eine« saihionablen Diplomaten genügen z» lasten wozu fein mit Sparsamkeit und Klugheit verwattete« Einkommen gerade genügte.
Sie warm Rüste», doch ihre Mutter war eine Engländerin. Ihr Sätet hatte ein Fräulein Dabstreak geheiratet, welche er kurz vor Ausbruch de« Krimkr.ege« in London kennen gelernt batte Lie war eine schöne Frau und besaß ein mäßige» Heirategut. De« alten Patoff Vermögen war jedot ,um Unterhalten der Familie ausreichend gevesen, und so hatten fie zehn Jahre glücklich gelebt, al»
Erscheint täglich e»6et en Werktag« nach Samt- und Feiertagen. — Qnarial-Abvnnemeuts-Prei» bei der 6ipe- bitten L Mk., bei allen Postämtern 2 Rk. LS Pfg. (exkl. Bestellgeld). JuferatttuSgebühr für die geipettme Zeile »der der« Simm 10 Pfg., Nettem« für die Zeile US Pf«.
Politische Rundschau.
• Marburg, 7. März 1895.
3» LaudwirtschaftSrat gestern ei» Antrag Erffa a»geuo»me»,
Die Umsturzvorlage.
* Marburg, 7. März 1896. i Die Erlebnisse der Umsturzvorlage i» der Kom- : »isfiou gebe» ein so traurige» Bild der Schwäche, Zerfahrkuheit und Uifähigkeit, die vorhandene Gefahr I« würdige», daß wir Deutsche de» Spott unserer : fiachbaru vollauf verdiene», fttixe, auch die ver zünftigste Sache ka»u bei solcher Beha»dlu»g ge Wche«. Ma« stelle fich doch den Zweck der Vorlage »or Augen: e» soll im Wege allgemeiner gesetzlich er Kestiwwuvgin ei» Mittel geschaffen »erde», um |tgt« die anarchistischen Umtriebe nnd gegen die sozialdemokratischen auf de» llmstmz der gegenwär Üge« Ortnung in Staat und Kirche gerichtete» Au» schreitungen vorgehe» zu könne«. Unsere Nachbar ßaaten, die vom Standpmkte der prakeischen Politik ohne jede Schwierigkeit ihre Gesetze gegen die anarchistische Bewegung im Handumdrehen ferttgmachten, »erstehe» gar nicht, wa» eigentlich bei den gute» Deutsche« vorgeht.
Daß die Sozialdemokraten fich mit Hand und Foß gegen die Vorlage wehren, kann ihnen niemand Iwrbeetee, aber was ist da» für eine Bnndesgevoss-n- schaft, die ihnen auf einmal zuwächst? Da erhebt sich ein Geschrei, al» solle die Preßfreiheit, das freie Lenken, die freie Wiffenschast und ver weiß was, txch die Vorlage beseitigt werden. Die Journalisten md Schriftsteller kommen mtt ihre» Petitione» zur »ahrung ihrer beruflichen 3»terkffcu o» den Reichstag; der Romanschriftsteller Wilhelm 3e»sen, dem irgend etwa» in be« Kopf gefahren ist, „reißt die Glocken" «b phantasiert drauf lo«: »Etwa» Unglaubliches bereit-t fich vor im deutsche» Land. ES scheint nur ei« fratzenhaft verzerrender Spuktravm sein zu tonnen, nb doch ist e» Wirklichkeit. Wir tiänmen richt toll, Nir sehe» und hören wachend die Verblendung handel». Nit grinsenden Zähnm lachend, betreibt fie ei» Würfelspiel um die Zukunft unsere» Volke». Diesem ein Leichenhemd zu wirke», arbeitet fie am Webstuhl... Die Freiheit be» Worte» soll erstickt, die Freiheit der Wiffenschast soll geliebelt werden."
Ein Herr v. Mangoldt in Dresden bildet eine Sturmkolonne gegen die Umsturzvorlage an» allen, die mit den Sozialdemokraten liebängeln, Egidianer«, vodenreformern,Evangelisch-Soziale»»sw., und selbst ei» Heerbann vo» Frauen wird im Bereiche der „Ethischen Kultur" auf die B-tte gebracht; fie wetten, daß durch die Annahme de» Gesetze» Ehe und Familie »icht geschützt, sonder» geschädigt werde», well e» die stritik vo« Mißständen verhindere. 3a selbst der
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t in» wo fie den Blick der Einwohner von
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Vnjukdere entschwindet; denn von diesem Teile be« Votporu« ist ihr Untergang nicht zu sehen Sie M>kt oberhalb Therapia ftühzettig hinter die waldigen tzügel, und wenn sie fich dort verborgen, beginn: der Abend erftischend zu werden, die Menschenmenge auf dem Quai wächst mit jeder Minute, und bk Herren von der Gesandtschaft, sowie die Bewohner er Ville» und der Häuser eilen, ihre Pferde zu desteigen oder fich in ihre kaik» zu begeben.
erst schüchtern und ungelenk, stark, ohne gefällige Manieren, und liebte e« nicht, wenn er beachtet wurde. Sowohl Vater al« Mutter liebten ben älteren der beiden Heranwachsenden Söhne and verwöhnten ihn, während der jüngere, welcher sttt« an •eine Bücher gefesselt war, nur kühl behandelt wurde «nd wenig Lob für feine emsigen Arbeiten erhielt. Hätte Paul einen weniger energischen Charakter befeffen, fo hätte er feinen Bruder Haffen müffen; so aber empfand er einen geheimen Widerwillen und hatte den festen Entschluß, ihn zu überholen. Deshalb arbeitete er von seiner Knabenzeit an und namentlich nach seine« Vater« Tode mit einer Entschlossenheit, welche Erfolg versprach.
Da« Resultat war, daß obgleich Paul nie eine Unansehnlichkeit der Erscheinung zu überwinden vermochte, weil er einen zu großen, knochigen Körperbau besaß, er sich trotzdem eine Gefälligkeit otr Manieren und eine Leichtigkeit der Konversation aneignete, welche aus jene Leute ihren Eindruck nicht verfehlte, die ihn besser kannten alrAl-xmder, messen »»eiche Stimme und graziösen Belegungen mit dem reiferen Alter eine Art von Geziertheit angenommen hatten. Al« fie an dem Quai von Bujukdere nebeneinander standen, konnte man leicht erraten, daß mit dem Laufe der Jahre Al xander ein mürrischer, öltet Einsiedler, Paul indeß etil ulänzender Stern unt» ein an Erfolgen gekrönter, alter Mann werden würde.
Sie st mden und Hüften aus da« Wasser und »eobachteten die Kaik«, welche von einem Ufer zum anderen über da» breite Wasser schossen.
»H'st D» Dir'« überlegt?" fragte Paul, ohne seinen Bruder anzusehen.
(Fortsetzung folgt)
er pivtz ich starb und seiner Frau eine lebenslange, ans-hnli ve Rente, den Havptanteil seiner Besitzungen je-och seinem ältesten Knaben, Alexanber Paoiowisch Patoff, hinterließ.
Zu bet Zeit, wo die Geschichte beginnt, hiett -fr ru Pate ff fich ihrer Gesundheit wegen in der Schweiz auf. Sie war keine kräftige Natur und wagte daher augenblicklich nicht eine Reife nach Konstantinopel zu unternehmen. Andererseits sagte ihr da« Äiima be« nördlichen Rußland» weniger tm Sommer al» im Winter zu, «nb zu ihrem größten Bedauern hatte ihr Sohn Alexander, ben ne mehr liebte al» Paul, da er ihr mehr glich Darauf bestanden, seinen Urlaub zu einem Besuche bei seinem Bruder zu benutzen.
Frau Patoff »ar über Alexander'» Entschlossenheit überrascht gewesen. Ihre beiden Söhne waren nicht gleich geartet. Sie waren zu verschiedenen (Sanieren verschieden erzogen worden, wo« wohl zu »em geringen Grave ihrer gegenseitigen Sympathie »eitragen mochte, in Wirklichkeit hatte da» Uebel edoch einen tieferen Grund. Frau Patoff war sich entweder nie ftlbft darüber klar geworden, daß fi Al. xander bevorzugte, und daß Paul darunter chwer gelitten, ober sie hatte ben Ersteren zu innig geliebt, nm sich Mühe zu geben, dessen B- oorzugung zu entdecken. Al. xander war ein Herr- icher graziöser Knabe gewesen, der alle Reize be iaß, welchen man bei Kinsern nickt gut zu widerstehen vermag. Paul dagegen war häßlich, kalt und mrvckh iltend gewesen, hatte selten ein wärmere« Empfinden g zeigt und war zu stolz gewesen, um na» zu erbitten, wa» ihm nicht freiwillig gegeben wurde. Al.xrnder hatte eine schnelle Auffassung«, gäbe und klaren Verstand; Paul bagegen war zu-
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in vw rv t
Frankfurt a. M„ Cassel, Magdeburg nnd Wien; Rudolf ÄÄÄ. ^tUDTfl
Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a. M„ Berlin Hannover, Pari».
Zwei junge Männer traten au« den Thoren de» russischen GesandtschastsgebLude» und standen, tochdem fie den Ettaßendamm überschritten, an der Ecke der steinernen Hafenmauer still. E» waren irüder, doch war ihre Aehnlichleit nur eine verschwindende. Der Eine sah wie ein Engländer «x> vt«, groß und schön, mit fest blickenden, blauen (83 »»gen, einer Adlernase, einem dichtem gelben Schnurrbart, welcher den Mund verdeckte, und arch- ?kr Gesichtsfarbe. Er war äußerst elegant ge- 35 l - ?sidet, und obgleich man vielleicht eine Ungelenkig- r «t in feinen Bewegungen entdecken tonnte, fo —— bitte er doch eine Haltung, welche man nur burd> g We große «enntni» der Welt, von natürlichem I Welbstgesühl und Unabhängigkeit de« Sharakter« ti I Ptoinnt