schlimmste orientalische Mißwirtschaft, die am Eade im finanziellem unb 'moralischem Bankerott ihren Abschluß fand.
* * *
Der Aufstand auf der Insel Euba der seine Hauptherde iu den Provinz« Puerto Prtuzipe und Matanzas hat, wird für weit bedenlicher gehalten, als er die spanische Regierung zug-bru will. Erstaunlich ist er, daß die spanische Regierung, der die Kährung auf Luba nicht unbekannt geblieben fein kann, nicht rechtzeitig genügende Streitkräfte nach der Jusel gesandt hat. Die einzige Erk'ärnng da für findet man iu dem Umstande, daß die Regierung in ihrer fiuanziellen Bedrängnis und im Hinblick auf die Vorbereitungen zur neu« Anleihe die Kapitalisten- weit nicht beunruhigen wollte. Darauf führt mau auch die Bemühung« zurück, de» Aufstand möglichst harmlos erscheine» zu laffe».
Die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Eschwege-Schmalkalden.
* Marburg, 2, Märrz 1895.
Rach den bisherig« Feststellungen erhielt bei der RrichStagSersatzwahl im Wahlkreise Eschwege-Schmal- kald« der Sozialdemokrat Huh» die «eist« Sttmmen, »ämltch 5371. Ihm zunächst folgt der sogen. Antisemit JSkraut «ti 3656 Stimm«. Der Kandidat der freisinnigen BolkSpartet Prof. St eng el> Marburg brachte es auf 3396 Stimm«, während der Kandidat der Ordnungs- Parteien Dr. Peters nur 3019 Stimmen auf sich vereinigte.
Unser verdienter Kolonialpolstiker Dr. Karl PrterS, der Begründer der deutschostafrikanischen Kolonie, ei» Ma»u von hervorrag«d« Fähigkeiten, bedeutenden Kenntnissen und tadellosem, vo«rhme« Charakter ist also durchgefall«, und nur riue auffallend kleine Minderheit hat ihm ihre Stimm« gegeben, während die beide» Sozialrevolutio»är« zusammen nahezu 9000 Stimm« erhielten. Die radikalen Parteien jubeln über diesen Erfolg und wittern Morgen- lnft. Für uns ergiebt stch daran« um das refig- nierte Zugeständnis, daß die Zahl der Radaubrüder zm Zett wieder einmal fruchtbar ist und fich mehrt. Da» wird stch auch schon wieder geb«!
Da keiner der Kandidaten die absolute Sttmrneu- mehrheit auf fich vereinigt hat, wird eine Stichwahl zwischen Hnhn uudJSkravt notw«dig sei». Wtt wüßte» nicht anzugeben, welcher von beide» daS kleinere Nebel ist. Die Frei- stnutg« werd« natürlich in ihrer überwieg«g« Mehrzahl Huhn wähle». Da hierdurch die Wahl des sozialdemokratischeu ReichStagSabgeorduete» Nr. 47 vollauf gesichert ist, hat e» weiter keine» praktische» Wert, zu erwäg«, welche Stellung die Wähler des Herrn Dr. Peters am besten einnehm« würden. Mr jed« loyal«, nattonalgefinnt« and konfer- vattv« Man» dürste es sehr schwer werd«, dem etm« wie dem anderen der beide» Sttchwahlka»didat« seine Sttmme z» gebe». Für jede» aber, der — ga»z abgesehen von seiner poltttschen Stellungnahme — auf die gesellschaftliche Repräseu- tabtlttät de» Manne», d« er tu den Reichstag schickt, Wert legt, scheint uns der eine ebenso
Glücklicher Weise sollte er nicht dazu kommen.
Line Woche später verbreitete fich die ftohe Kunde, daß es einem von München abgesandten Kriminalisten gelungen, einen vor Jahr und Tag au« dem Zuchthause entsprungenen Sträfling in dem Augmblicke abzufaffen, wie er als alter Mann verkleidet ein gestohlenes Pferd nächtlicher Weile auf tbtenin dem Strom haltenden Kahn verladen wollte.
Dieser Bericht erregte selbstverständlich da» Jntereffe de« Landrichter» in Tittmoning und mtt der nächsten Post war er in Paffau Wie erstaunte er aber, al» er in dem Verhafteten den „Buckel- fepperl* erkannte, der jedoch nicht der gebrechliche Alte, sondern ein junger kräftiger Bursche «ar, der e«al» ehemaliger Schauspieler vortrefflich verstanden, durch eine geschickte Verkleidung und Veränderung seiner Gestalt die Leute über seine Person zu täuschen.
Lrünvig Hinterhuber, oder wie er in Verbrecher, kreisen geheißen, der „Pferde - Teufelrmaler* war «egen wiederholten schweren Diebstahl» zu sechs Jahrm Zuchtshau» verurteilt und durch ein Ver- sehen de» Wärters au« der Strafanstalt Kaifsheim entwichen. Wieder auf freiem Fuße, verfiel er auf die Jsee, Pferde zu stehlen und fich dabei feiner wirklich staunenswerten Kunst in der Herstellung von guten haltbaren Farben zu bedienen So wie er verstand e» keiner, eine schwarze Katze binnen weniger Minuten in eine weiße zu verwandeln, weiße Hunde erglänzen nach kurzem im besten Schwarz und eingedenk dieser Erfolge verlegte fich der Teufelsmaler auf die große Tiermalerei d. h. er bemalte nach seiner glücklichen Flucht speziell nur Pferde, machte aus Schimmeln tadellose Rappen und umgekehrt, und die Braunen verwandelte er in Falben und diese in Schecken.
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entbehrlich«. Die Besorgnisse, die hier u»d da aus-
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Mönche«, 1. März. Die Städte Rege»rMim
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Borfitze«deu Herr» v. Hopfen.
(Fortsetzung folgt )
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Gang der gestrige» Verhaudl»»ge» geb« Hoffnung, daß die Beratu»g« auch i« zu eine« befriedigende» Ergebnis gelange»
vortrag über die zu begutacht«de Sache als Haupt, abteilunz vorzuberetten habe» würde, ft «er aal
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bürg und Ulm hab« befchloff«, de« Fürst, Bismarck das Ehreabürgerrecht zu verleih«.
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gliedern des StaotSratS ernannt waren. Fürst Bismarck ist also auch heute »och Bizepräsiden des Staatsrat».
»»annehmbar wie der andere zu sei». Nach uuserer «»ficht wäre « daher bas beste, w«n die Wähler de» Herr» Dr. Peter» am Stichvahltage zu Hause bleib« und e» d« Radaubrüder« über- Uff«, fich t» den Raub zu teile».
kom«isfiou»prästb«t v. Wittenburg, AmtSrat vi Ztm«ermaun-Beacke»dorf.
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Ausgemustert mit einer seiner kleinen Figur kaum zuzumutenden Körperkrast und einer Behendigkeit die selbst seine im Dienst ergrauten Verfolger in grenzenlose» Erstaunen versetzte, ward e» ihm ein Leichte», fich bald in einen robusten Hausknecht, bald in einen biederen Bauer, ober in einen schürz- felldehangenen Handwerker zu verwandeln, und unter diesen Masken stahl er blitzesschnell die Pferde, auf deren Rücken er dann schnell auf Kreuz- und Quer- wegen nach Hause trabte. Dortselbst oder wohl auch schon in einem sicheren Verstecke unterwegs machte er durch Bemalung, Stutzen de» Schweifes und künstlich hervorgebrachte Lichmung eine« Fuße« da« Tier innerhalb kurzer Zeit für den Eigentümer völlig unkennbar.
Kam hin und wieder derselbe ober die Polizei durch das Publikum auf die Fährte des „Hausknechte»* ober be» „Bauern* gebracht, in ben Stall der Buckelsepperls, fo schlug dieser, ergrimmt über die Frechheit de» Diebe», die Hände über ben Kopf zusammen und stimmte der Behauptung der Suchen- den vollständig bei, daß soeben ein verdächtiger Mensch bei ihm gewesen, der ihm einen Schimmel, oder einen Rappen zum Kaufe angeboten. Da er aber kein Vertrauen zu dem Käufer gehabt, hätte er ihn wieder fortgeschickt. Und bann wie» er bereit willigst auf die Spur de» flüchtigen Diebe», welche die Polizei nach genügender Einfichtnahme de» Stalle» auch sofort verfolgte.
Der Buckelsepperl aber trieb ruhig fein vier- beiniger Kunstwerk am Hause de» Eigentümers ober der Polizei vorüber zum Vertrauensmann, mit roel- chem er den schönen Gewinnst teilte, den seine rentable Malerei eintrug.
Rajritcln, darunter auch diejenigen, welche die Pflege be Kunst und Wissenschaft betreffe», debattelo» angenommen worben, wird die Wetterberatung auf Sonnabend 11 m. vertagt.
Landwirtschaft -Vereinsdirettor v. Bemberg, Ritter |tieoi gutsbefitzer Beyme, Geh. Kommerzienrat Damm« tifah
gesprochen werde» vor Wetter« küaftige» maßlos« Anforderung«, stad »icht begründet. Alle», wa» da» Meer und die Schiffe anbettifft, regt ja da» Semüt de» Deutsch« lebhaft an. Das «eg wohl der Anlaß zu d« etwas übertriebe»« Gerüchte» gewef« sein. Was «ich betrifft, so gestehe ich, daß, wen» ich «ich ins Studiu« der Marineangelegenheiten vertiefe, bain leicht Träume vor «tt vorüberziehen von große» Flott«, die »»ter deutscher Flagge de» Ozea» durch- schueid«. Diese Träume zerfließe» aber sofort, sobald ich mich de» Reichstag» und der Steuerzahler erinnere, (Große Heiterkeit) Dan» türm« fich Unmöglichkeit« a»f, vor b«« mancher lieb gewordene Wunsch zurückttet« muß. Meine Herren, laffe» Sie fich also nicht durch die Besorgnisse, die ich eb« erwähnt habe, i» der ruhige» Erwägung deffe», wa» nötig ist, bettre». Ich empfehle dtt außerordentlich«
gliedern derjenige» StaatSratSabteilung, welche «ah der Geschäftsordnung für deu Staatsrat den Plenar,
handelt fich ja nicht u« die Schaffung einer großen Flotte, sondern e» handelt sich um die Erhaltung
AuSgab« de» Etat» der Marineverwaltung Ihrer wohlwollenden Beurteilung und hoffe mit Zuversicht, daß Sie denselben Ihre Zustimmung gebe» werde»*. (Bravo!)
Staatssekretär des Reichsmarineamts Hollmau»: Im Etat find die erst« Rat« für vier neue Kreuzer gefordert, vo» welche» zwei als Erfatzbaut« und zwei al» Ergänz uagSbaut« anzusehen find. Zwei dieser Schiffe find dem Reichstage nicht unbekannt, sie find schon im Etat von 1890/91 vorgefordert word«. Der Kreuz w K ist sogar schon einmal bewilligt und dann wieder gestrichen worden. That- sache ist, daß fich unsere Kreuzer flotte in eine« sehr bedenklichen Niedergang befindet, daß »tt bald, wenn nicht Wandel geschaffm wird, in arge Kalamttäteu geraten werd«. I« Jahre 1885 waren wir, wa» die Ausrüstung unserer Kreuzer flotte bettifft, all« «ropäischeu Staaten und auch den Bereinigt« Staat« von Nordamerika über; heute freuen wir uns, daß wtt iu dieser Beziehung noch an der Sette von Argeutini« marschieren. Auch in baulicher Beziehung find wtt sehr zurück. Unsere Kreuzer hab« keine genügende Schnelligkeit, keine g«üg«de AttionS- kraft; sie find zumeist noch auf Segelkraft eingerichtet. Ich bitte Sie dringend, die gestellten Forderungen zu bewillige». (Lebhafter Beifall.)
Staatsminister Frhr. v. MarschaIl: Bei der hier in Rede stehenden Angelegenheit träten auch die Bedürfnisse des auswärtigen Dienstes in den Vordergrund. Für Deutsck)- land sei eine Kreuzerflotte unentbehrlich, zum Schutz wichtiger Handels Interessen, denn Tausende von Fäden verbänden den überseeischen Handel mit unserem Erwerbsleben. Die Aufnahmefähigkeit der europäischen Märkte sei einer Steigerung nicht mehr fähig daher träten für uns die überseeischen Märkte in den Vordergrund. Es wäre demnach ein Widerspruch, über »eberproduktion zu klagen und gleichzeitig die Kosten für den Schutz des überseeischen Handels zu versagen. Die Kreuzerflotte müßte so stark sein, daß von Zeit zu Zett in allen Ländern, mit denen wir Handelsbeziehungen unterhalten, unsere Flagge erscheinen könnte, denn die Deutschen im Auslande hätten ein Recht auf unseren Schutz. Insbesondere mache sich der Mangel von Kriegsschiffen fühlbar, wenn in überseeischen Ländern Revolutionen oder
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Abg. Rickert (freis. Ver.) ist für die Forderung und betont, daß im Falle ihrer Ablehnung viele Arbeiterent- lasiungen auf den Schiffswerften notwendig würden.
Abg. Ha mm ach er (natlib.) und Graf Bernstor f f (Welfe) treten für die Bewilligung der Fordemng ein.
Darauf wird t» namentlicher Abstimmung der Kreuzer „Leipzig" «tt 145 gegen 77 Sti««eu angenommen. 10 Abgeordnete «thalte» stch der Abstimmung. Die drei andere» Kreuzer werde» i» einfacher Abstimmung ebenfalls an- genommen. Schließlich wird nach kurzer Debatte eiu Torpedo-Div'.stonSboot abgelehnt.
werd«. 3« der That wirb es allgemein anerkannt, baß die AuSdehunng unseres überseeisch« Handels eines verstärken Schatze« bedarf. Bei diese« Handel find auch die Nebeugewerbe der Landwtttschaft in erhebliche« Maße beteiligt. Dieser Schutz kann »m durch eine Kriegsflotte geleistet werden. Dazu gehört allerdings, daß das deutsche Volk bereit ist, die nötigen Opfer zu bringen. Ich kann »tt nicht denken, daß das Jntereffe für die Flotte vollständig verschwund« sei» sollte. War doch schon t« Jahre 1848 der Ruf »ach einer deutsche» Flotte da» Losungswort der Pattiote». Damals sammette» wtt mit Begeisterung für die deutsche Flotte und wenn es auch gewiffer«aßen ein kindliches Beginn« war, so zeugte eS doch von dem Verständnis de» deutsch« Volke» für die nationalen Aufgaben. Auch war der Schmerz und die Beschämung groß, al» dann die deutsche Flotte verkauft wurde. Wenn ich die fern liegenden Erinnerung« jetzt wachrufe, so darf ich annehme», daß auch jetzt daS Jntereffe für etae deutsche Flotte nicht ganz verschwund« sein wird. Wollen wir aber eine Flotte, so muß dieselbe so beschaffen fei», daß sie ihrer Aufgabe entsprechen Ian». Bei dm rapide» Fortschritte», welche die »auttsche Technik g«omm« hat, find wir der steten Gefahr ausgesetzt, mit den übrige» Seemächte» nicht gleich« Schritt halt« zu können; ich »eine das nicht in Bezug auf die Zahl der Schiffe, sondern in Bezug auf den Bau und die Ausrüstung derselbe». Wir «äff« Schiffe haben, die Respekt, nicht die Mttleid einflöße». Manche» Schiff »ar noch vor »enigm Jahr« eine imponierende Erscheinung, »ährend dasselbe jetzt auch auf d« Lai« d« Eindruck hervor bringt, daß der erste scharfe Sanouenschuß eS kampfunfähig machen werde. Was vor wenig« Jahr« brauchbar war, ist jetzt verallet und untauglich. E»
Einverständnis mit dem Anträge aus.
Abg. ti. Kardorff (Reichsp.) betont, daß die Bewilligung der Forderung aus nationalen Gründen unerläßlich sei.
3. A
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Deutsches Reich.
Aerlin, 1. März. Heute Vormittag begäbe« sich der Kaiser und die Kaiserin nach bete Panorama in der Herwarthstraße, um baselbst dH Arbeiten für bat Panorama der Schlacht an bet Beresina in Augenschein zu nehmen. Von dort machten der Kaiser und die Kaiserin den gewohnten Spaziergang und kehrten dann in» königliche Schloß zurück. Um 1 Uhr Mittag« nahm der Kaiser die Rapporte der Leib-Regimenter entgegen.
Der Chef be» Militärkabinei» und General, Adjutant be» Sultans, Chakir Pascha, ist h, Begleitung seine» Sohne», be» Major« im General, stabe unb Flügeladjutanten de» Sultan», Jovat Be,, gestern Nachmittag au» Konstantinopel hier eütge. troffen, um dem Kaiser einen Ehrensäbel be» Sultan» zu überbringen. Auf be« Bahnhofe wurde der Gesandte vom Major Grafen Kanitz, welcher zum Ehrendienst kommandirt ist, empfangen und nach dem Palast-Hotel geleitet, w, im höchsten Auftrag Wohnung reserviert war.
Da» B» finden de» fommanbirenben Admirals Frhrn. v. b. Goltz ist auch heute ben Umstände, nach befriebigenb. Der Kranke hat in der letzte« Nacht etwa« geschlafen unb fühlte sich heute Morgen ganz wohl- Die Aerzte erwarten den Eintritt der Krisi« morgen Abend.
Zur Erläuterung der Mitteilung des „Staats. Anzeigers", daß der Kaiser durch Allerhöchste Ordre vom 25. b. SW. die Einberufung der Engere» Versammlung de» Staatsrats auf Dienst«, den 12. März verfügt hat, bernertt die „Nordd. Allg. Zig.*, daß diese Engere Versammlung tratet dem Vorsitz des Präsidenten de» Staatsrat» ihn Beratungen abhält und fich wie folgt zusommensetzt: au» sämtlichen Mitgliede« des Staat-Ministeriums, dem Staatssekretär de» Staatsrat», sämtlich« Mit
Das preußische Abgeordnetenhaus setzte gestern die zweite Lesung de» KultuSetatS fort und beschäftigte sich zunächst noch mtt dem höheren Mädcheuschulweseni Abg, Kropatscheck (Ions.) tadelt die Art der Agttattou, die für die Reform desselben getrieben worden sei. Die Regierung habe ja die zehn- klassigen Schule» besiehe» laffe», die stch nunmehr mtt den neunklasfigen im Wettbewerbe bewähren könnte». Der Redner mißbilligt eS, daß die Lehrer dieser Anstalte» den Ghmuasiallehrern gleichgestellt sein wollten. Der Kultusminister giebt zu bedenke», daß die Schule nicht bloß für zukünftige HauSfiaueu, sondern auch für Mädchen, die ehelos bleibe», zu sorgen habe. Der Minister verwahrt fich gegen die Auffaffang, al» habe er den Lehrer» dieser Anstalten versprocheo, sie de» Ghmvafiallehrern gleich- zustellen. Abg. Friedberg (natlib) bedauert, daß den Höherru Mädchenschulen erlaubt sei, erhöhtes Schulgeld zu «ordern, ohne daß sie gleichzeitig die Verpflichtung hätten, den Normaletat einzuführeu. Redner tadeü den Geschichtsunterricht auf diese» Schulen als zu ober- f l ä ch l i ch.
Bei der Eröttemng über das Elementarschulwes e u teilt der Kultusminister mtt, daß in Verbindung mit dem Finanzministerium und dem Ministerdrw de» Innern Erörterungen darüber eingeleltet find, inwiefern die Grundsätze, nach welch« die Leistungsfähigkeit und UnterflützungSbedürstigkett der Gemeinden in Hinsicht der Schllllasten. zu beurtellen find, infolge der durch die Steuerreform veränderten Verhältniffe neu zu formilieren feien. Damtt fei dem entsprechenden Antrag! v. Buch (kous.) Folge gegeben. Die Revision jener Grundsätze könne aber noch nicht vorgeuomme» werden, zumal die Gemeindesteuerreform noch nicht abgeschlossen sei. Einstwellen habe er — namentlich in Rücksicht auf die durch die landwirtschaftliche Notlage beeinflußte» Landgemeinden — ungeordnet, daß die bisherige» Staatsbeihülfe» noch fottgczahlt würdem Abz. v, Datlwitz (kons.) hofft, dar die Klagen der Landgemeinden über zu Hohe Schullasten berücksichtigt und bei einer Reform nicht schemrtisL verfahren werden Ein Antrag des Ahgi Strombeck (Ztr.), für die Brmeffunz der DienstalterSzulagen auch die Dienstzeit an staatlich genehmigten kirchlich n Privatschulen anzurechnen, wird abgelehnt, nachdem vom RegieruugStische an» dargelezt worden, daß mit solchem Zugeständnis vom allgemeinen Prinzip abgewichen werden würde. Nachdem noch eine Reihe von
wurde au» dem Sehei«« Zivilkabinett des Kaiser buaal dtt Mitteilung gemacht, daß der Kaiser mit St frttdigmrg ersehe, daß seitens der alten Korpsstudent^' 1
Herwig, Landschaftrrat Gras Inn unb zu Knyp Narb Haufen, Graf Holstein-Vaterneverstoiff, Graf Kanitz hm Podangen, Landrat v. Kardorff, Sanbeiölonomie «wat Rat v Kauffmann, Graf Kleist-Schmenzin, Lande» ,r bireftor ber Rheinprovinz Klein, Graf Rioilet# Reichrbank - Präsident Koch, Vicemarschall be »L-, althessischen Ritterschaft von der MalSburze.ria Wirkliche Geheime Rat von Maltzahn - Gült Graf Mirbach, Kaufmann Ponfick-Frankfur *
feinn^01^ nur uuter ber ®ebin8un8 für ble äsettitüigung, {tJör ff »i-marck, Staatsminister Dr. Delbrüch wenn die Kosten seinem Anträge gemäß durch eine Anleihe Graf Zedlitz Trützschler, v. Heyden Cadow find, wd gedeckt werden. i jetzt anerkannt ist, Mitglieder des Staatsrat» ge.
- Aändnis M d?m Anträge aus '' *** '"".blieben, da sie schon vor ihrer Eruennnng p
-ernanom» mir ocm ANirage aus........kM«. »»«.MA».». ... cm-.
Kriege ausbrächen. Die Wahrung der Machtstellung und des Ansehens unseres Vaterlandes im Auslande erfordere somit gebieterisch die Vermehrung unserer Flotte.
Abg. Gras Mirbach (kons.) erklärt, daß die Mehrheit seiner Partei die verlangten Mittel gewähren wolle, doch sei sie nicht in der Lage, sich schon jetzt für die entscheidende dritte Lesung zu binden. Der diffentierende Tell lvolle fich der Abstimmung enthalten, aber nicht aus PrinMellem sondern aus wirtschaftlichen Bedenken. . -mindestens je zwei Mitgliedern derjenigen Staat» die Folierungen fü/ÄSRi aÄanLolittsK! "°ch der GeschäftSordnai,
Gründen notwendig, früher habe man nur von ihrer Rot- - bet Vorbereitung der Sache zu« PleuarvorttOj Wendigkeit zur Verteidigung unserer Küsten gesprochen. Auch «iS Nebenabieiluxg thiilzu» eh«« haben WÜrd«, uni von konservativer Seite sei anerkannt worden, daß man i schließlich an» zwei ober mehrer« anbei« Mitglieder, SirÄTÄÄÄJ, SÄ i“• ®“- M. ta-ek»
weil seit 1884 von der Marine,erwaltung verschiedene tat angehörenden königlichen Prinzen berechtigt, jeder andere Forderungen zum Schutze unserer Küsten gestellt Engeren Bersammlnng be» StaatSrat» al» Mitglied« worden wären. _ ...... . i beizutret«. Um endlich noch anf eine zur Zeit tt
für den Fürsten Bismarck zu seine« bew stehenden 80. GebnttStage eine besondere Ehru« ^ng<
Graf Dönhoff. Friedrichstein, Landrat Dziembowssi Geh. Kommerzienrat Frentzel, Klosterkammerpräsiben lebet
Der „Reichranzeiger* schreibt: Auf allerhöchste« Befehl sind noch nachfolgende Herren zur Teil- nähme an den Beratungen ber engeren Versammlung be« Staatrrate« am 12 Mäq e inge lab en: Provinziallandtag«. Direktor Albrecht, die j«
Parlamentarisches.
Reichstag.
BCi Berlin, 2. März 188!L
Die Debatte über den Marineetat wurde gestern fottgesetzt. Nach Eröffnung der Sitzung gab der Reichskanzler Fürst Hohenlohe folgende 6.« kiärupg ab:
„Meine Herren, dtt Beratungen Ihrer Kornrntsfian
am Main, Kommerzienrat Ritzhaupt - KönigsbergNt di Generalkonsul Russe! - Berlin, Gutsbesitzer Seidel wt d Ehelch«, Konsul Stengel Staßfnrt, Ministerialdttekt» |-,et Sterneberg, Wichmann - Nahmgeist, Ansiedelung^
des Altreichskanzler.
Aerkin, 1. März, De« Vorsitzenden de SesamtanSschnfseS des Allgemeinen Ber bau bei vdten alter Korpsstudenten Dr. Hans v. Hopfe te «
durch Errichtung feines Standbildes ix be ifentii Nähe ber Rubelsburg beabsichtigt wttd. Mbgbn Kaiser freue fich über dieses Unternehm«; zu seine jx. Förderung übersende das Geheime Zivilkabinett i» I; ’ Auftrage deS Kaisers 1000 Mar! ax bet ’ ttl