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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
* Jüustrirtes Sonntagsblatt. Redaktion und Expedition: Markt 81? Fernsprecher Nri 55.
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Uricheint täglich außer an Werktagen nach Kenn- ertb Feiertagen. — Ou«rt-l-Ab»nnem«US-Pr»ir bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 SH. 25 Pfg. («xll. Bestellgeld). InserationSgebühr für di« gespaltene Zeil« »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di« Stile 85 Pfg.
Marburg,
Sonntag, 24 Februar 1895.
Anzeigen nimmt entgegen di« Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein n. Vogler in Frankfurt a. M„ Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moss« sn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
XXX. Jahrg
Wochen-Rückblicke.
* Marburg, 23. Febr. 1895.
Einer der giößte» Feldherr» der Neuzeit Erzherzog Albrecht ist i« verga»ge«er Woche ge- ßorbe». Uxftr Kaiser hat bei dieser Gelegenheit eine» Armeebefehl auSgegebe», der für das innige Verhältnis der betdex Hauptmächte des mittel europäische« Friedexibundes ei» glänzendes Zeugnis ablegt. Daß dies nicht nur in Deutsch Oesterreich auch in Ungarn empfunden wird, beweist folgende Auslassung deS „Pester Lloyd*:
„Der Armeebefehl 6t. Majestät deS Deutschen Kaisers bezüglich des Ablebens des Erzherzogs Albrecht ist ein neues wertvolles Dokument nicht um der innigen Freundschaft zwischen de» Souveräne» nnd des Gefühls der Zusammengehörigkeit der beiden Heere, souderx auch deS SolidaritätsbewvßtseinS der Völker Teutschlauds uud Oesterreich-UvgarnS, die längst au» ganzem Herze» das Bündnis der Monarchen ratifiziert habe». Der Anlaß, welcher die Kundgebung deS Kaisers Wilhelm hervorgerufe» hat, ist ein trauriger, ober die öffentliche Meinung unserer Monarchie wird für den Verlust deS erlauchten Feld marschallS doch Trost aus der erneute» Ueberzeugung schöpfen, daß die gewaltige Friedeusmacht, welche Deutschland und Oesterreich-Ungar» zusammen bilde», unerschütterlich fest begrü»det ist."
* * *
Unsere parlamentarische» Verhältnisse sind in einer langsame» aber merkliche» Wandlung begriffe». Der Nationalliberalismus beginnt auf de» Er»st der Zeit zu achte» u»d nähert sich in manchen Beziehungen den von de» Konservative» vertretenen Anschauungen. Selbst im Punkte wirt schastlicher Reforneu verläßt ii» Nationalliberaler »ach de» andere» den bisher eingenommene» Stond- pnnkt u»sruchtbarer Negierung. Natürlich macht der größte Teil der »ationalliberale» Presse dies nicht «it uud wird erst folgen, wenn die Wandlung fich auch für blöde Auge» ersichtlich vollzogen hat. Tie „Linke* des Reichstages, bestehend aus de» Sozial demokrate» und de« beide» Bolksparteie», schließt sich sichtlich immer mehr zusammen uud sondert sich dementsprechend mehr vo» de» anderen Parteien ab. Eie bildete das Gros der Minderheit bei dem Währungsantrag und widersetzte fich allein der Aenderung der Geschäftsordnung nach dem Anträge Roere». Das Zentrum schiebt fich demeutsprecheud wenigstens zur Zeit etwa» «ehr »ach rechts. Wie es toi Ganzen, wie es im Einzelnen schließlich fich stelle»
-im« -Masst.
A»l»nt«l-Aonuw von Christian Benkard.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung)
„Vorwärts1*
Der Dauführer und seine Mannschaft blickten al« Cyfsenhardt unvermutet diesen Ruf aurstieß, auf und dachten offenbar, der Msumgu sei nicht recht bei Sinnen.
Der Wind schlief ja nachgerade ganz ein, an Rudern war bei einem so schweren Fahrzeuge nicht zu denken; wie sollte man also voruärts kommen? Höchsten« durch einen gesunden „Zauber'.
Und sie machten einen Zauber um den anderen, rauchten, pfiffen und lockten, aber e« blieb windstill Ru" wurden neue Mittel versucht und zuletzt trieben sie'« so arg, daß der Weiße ihnen die besten Worte gab, doch endlich zu schweigen.
Da rückte der Dausübrer dicht an Eyffenhardt heran und raunte ihm zu:
„Ist Dir viel daran gelegen, daß wir schnell nach Dar-es-Salaam kommen, Bona?"
»Alle«; aber wozu die Frage?'
„Ich weiß noch ein Mittel, da« sicher hilft.'
„Nun?'
„Das Kind muß sterben,' antwortete der aber, gläubrsche Mensch mit einem unheimlichen Seitenblick. „Dein Diener sagt, e« sei ausgesetzt worden, damit der Torszauberer e« nicht töte; jetzt bringt'» Euck Unglück. — Dort schwimmt ein Hai; wirf'« ihm hin, bann bekomm m wir guten Wind!'
Der Monn meinte e« zweisello« sehr gut und wunderte fich höchlich, daß der Europäer nicht aus den guten Rat hörte, sondern da« Kind auf sein «nie setzte und e« selbst im Schlafe festhielt.
wird, hängt aber wohl weniger vo» feixet Auffassuig der schwebende« Frage» der Reichs Politik, als vo» AuSfichte« ab. welche fich ihm auf kirchexpolitischem Gebiete eröffne». Wie die Dixge heut; liege», lax» wohl schon ein geringe« Maß von Evtgegevkomwen geg « die Wünsche deS Zentrums, welche» diesem gestattet, fich vor den Wähler« mit einem Erfolge zu brüste«, entscheide» d in die Wagschale fallr». Wenn der Weg der do ut des-fßolitit beschritte« werde» sollte, wird man daher gut thu», mit dem nicht allzugroßen Maße der ohne schwere Schädigung unserr» Staats möz lichen Konzessionen an Rom sehr haushälterisch um zugehen. Die Verhandlung Aber de» Währung« antrag selbst bot naturgemäß wenig Neues. Die Leidenschaftlichkeit, mit welcher die Gegner denselben bekämpften, entsprang vornehmlich wohl dem Gefühle, in einer schwachen Minderheit zu sei». Neue Gesichtspunkte konnten von keiner Seite beige bracht werden uud find auch thatsächlich nicht bei gebracht worden. Auch Graf Herbert Birmarck hat in einer längeren und sehr beifällig aufgenommexen Rede solche xicht produziert. Ebensowenig ist, mit Ausnahme des Hinweises auf die Vorschläge der Herren Schraut und Dr. Arendt, eine positive Grundlage für de» nach der Erklärung des Herr» Reich», kauzlers zu gewärtigenden internationalen MeinnngS- austauch gewonnen worden. Wenn daher, wie an- zur eh men, WahrnngSkonser erzen demnächst angeregt werde», so erscheint es doch mindestens zweifelhaft ob und evert. nach welcher Richtung hi« alsbald positive Ergebnisse erzielt werde». Die i« ihrer Mehrzahl vo» einem beneidenswerte» Optimismus beseelte« orthodoxe» Bimetalltste» sehe» natürlich schon ihre Pläne i» naher Zeit durchgeführt. Un befangene Beurteiler aber sagen fich, daß es besten Falls ein sehr weiter Weg ist, der zum Ziele führt, und daß es demzufolge verkehrt wäre, alles anf diese eine Karte zu setzen.
* * *
Die am 18. d. MtS. in Berlin abgehaltene Hauptversammlung des „Bundes der Landwirte", auf der es natürlich etwas lebhafter hergegangen ist als im Parlament, wird von der liberalen Presse aus eben diesem Grunde zur Zielscheibe der ans dem vorigen Jahre hinlänglich bekannten Angriffe gemacht und alles aufgeboten, um den Ton der Verhandlungen mit der Mahnung in Gegensatz zu bringen, die der Kaiser an die Vertreter des Bundes gerichtet hat. Wer sich die im „Feenpalast" gehaltenen Reden aber näher ansieht, wird sicher der „Kreuzztg." recht geben, wenn sie bemerkt, daß „diese Anschuldigungen, soweit sie die „Agrarier" zu „Demagogen" stempeln möchten,
Noch mehr aber erstaunte er, daß trotz alledem später ganz plötzlich eine frische Brise aufsprang, welche die Dau pfeilschnell durch die Fluten trieb. Eyffenhardt jedoch athmete erleichtert auf; ein Menschenleben war wenigsten« gerettet.
XXI.
Bei seiner Ankunst in Dar.e«.Salaam sah fich Eyffenhardt insofern enttäuscht, al« er dort nur wenige seiner alten Bekannten wiederfand. Der frübere Stationschef Leue, der den Platz so rnann- haft Qi gen Buschiri verteidigt hatte, war inzw schen von einem Offizier der Schutztruppe abgelösi a orden und nach Tonga versetzt, da« deutsche Misfion«. Ehepaar wohnte mit Anna Dorn, der Verlobten Waldhuber«, wieder auf der Landspitze draußen, wo sie sich auf der Trümmerstätte ihre« alten Heims neu angefiedelt halten, und auch die hierher ge- flüchteten Benediktiner waren nach Pugu zurückge- kehrt, um dort da« unterbrochene Mission-wert fortzusitzen.
Nur Doktor Äcrtegarn kam Eyffenhardt auf dem Wege von der Landungsstelle zum Stationshause entgegen, doch auch über diese Begegung konnte fick der Ankommende nicht freuen, denn der einst so übermütige Kollege war ein kranker, vom Fieber rollständig gebrochener Mann geworden. Er selbst sah j, tzi ein, daß er, wie viele seiner Landsleute in Deutsch-Lstasnka, dem Klima zu wenig Rechnung getragen, nicht vorsichtig genug gelebt hatte, und er erwartete sehnsüchtig eine Gelegenheit zur Heimreise nach Deutschland, die allein ihn vor einem früh- zeitigen Tode erretten konnte.
Eine wahre Freude erlebte Eyffenhardt jedoch, al« der von einem Pürschgang zurückkehrende Wald-
gänzlich aus der Luft gegriffen sind, während allerdings nicht geleugnet werden kann noch soll, daß ein stark ausgeprägt antisemitischer Zug für das Ganze überaus bezeichnend ist. Und da eben steckt es, — das ist gemeint, wenn sich die Judenpresse über die „Zügellosigkeit" des Agrariertunis beschwert, ihm womöglich gleich denselben Staatsanwalt auf die Hacken setzen möchte, über dessen Eindringen in den Reichstag sie soeben noch in „sittlicher Entrüstung" strahlte."
Was den Vorwurf betrifft, den Se. Majestät der Kaiser bezüglich einer zuweitgehenden Agitation des Bundes der Landwirte aussprach, so sind wir sicherlich die letzten, die diesen Vorwurf als unbegründet zurückweisen würden. Nur müssen wir die wesentlich einschränkende Bemerkung dazu machen, daß ein sol.i er Vorwurf nicht die gesamte Agitation des Bundes, die ebenso zielbewußt als maßvoll ist, trifft, sondern lediglich Ausschreitungen Einzelner. Und auch solche sind zwar nicht, wenn sie sich wie in einem uns erinnerlichen Falle gegen die Person unseres Allerhöchsten Herrn richten, zu entschuldigen, wohl aber zu erklären. Wenn ein Bauer, der sich sonst nicht viel um Schreibwerk bekümmert, einmal die Feder in die Hand nimmt, nut seinen schweren Sorgen Ausdruck zu geben und seinem Zorn über die Verhältnisse, die seine Not herbeigeführt haben, Luft zu machen, so darf sich Niemand wundern, wenn ein solcher Mann gelegentlich einmal sackgrob wird. Recht verständig ist in dieser Beziehung folgende Aeußemng der „Konservativen Korrespondenz:
„Was Eixzelue gefehlt, was wir wiederholt verurteilt nxb beklagt habe«, hat der Bundesvorstand gut gemacht, das uxd nichts Anderes besage» die Worte Sr. Majestät des Kaisers. Die Zeit ist um, wo die freihätdlerische und osfiziöse Preffe es der mochte, daS Vergehe» Einzelner einem ganzen ehren werte» Stande, einer ganzen durch nnd durch monarchi sche» politische» Partei zur Last zu legen. Der Verlauf der Bundesversammlung hat demgemäß arch gezeigt, daß e» de» deutsche» Landwirte« ernst ist, die tandesväterliche Mahnung des Kaisers, jeder sensationelle» Agitation fich z» enthalte», «ach wie vor zu befolge«. Den« wie unser kaiserlicher Herr heivorgehobex hat, so war es in der Thai: Nur in dem Eifer, sich selbst zu helfen, haben einzelne BuudeSmitglieder zu solchen Agitationen fich verleiten laffen. Nun hat der Kaiser die Fürsorge für die Landwirtschaft selber in die Hand genommen, und bk deutsche» Latdwirte, in deren Namen der Bundesvorstand an Allerhöchster Stelle ihre Wünsche uxd Klagen vorgetrage» hat, kehren mit frohem Danke
Huber ihn begrüßte. Die Zähne mußte er auf, einanderbeißen, so drückte ihm der Hüne die Hand. Die» war doch einmal ein Deutscher, dessen ersenfester, kerniger Gesundheit weder da» Fieber noch die Tropenhitze etwa» anhaben konnten, und seine Braut hielt fich ebenso tapfer, wie er versicherte.
„Schauens, da« war gescheidt, daß Sie wieder zU uns gekommen find!' sagte er glückstrahlend. „Sobald der Malefiz-Krieg vorbei ist, wollen wir heiraten und die Anna hat schon immer gesagt, der, der uns eigentlich zusammen gesührt hat, müßt' auch der Brautführer sein.'
„Die Glücklichen," dachte Eyffenhardt, den die fröhlichen Worte tiefernst stimmen. Er war ja zu einem ganz anderen Zweck hierher gekommen, als wr Teilnahme an einem Hochzeit-feste, und keine Stunde wollte er unnötigerweise rasten, sondern so fort nach der Gegend admarschieren, wo (Brace in Der Gefangenschaft Nasorror schmachtete, ftalonba und Mund: genügten wohl ihm und dem Inder zur Begleitung. Da« Kind sollte ohnehin den Mrsfionaren in Pflege gegeben werden.
Kaum hatte er jedoch seinen Landsleuten seine Absicht klargelegt, da trat man ihm mit dringenden Vorstellungen entgeg-n, und sogar der unerschrockene Waldhuber riet von dem Wagnis ab.
Die Einirände wurden zurückgewiesen, aber Eyffenhardt» „Ich muß!' setzte der neue Station-, ches ein ebenso energische« „Ich leide e» nicht!' entgegen.
Der Offizier fürchtete, Nasorro möchte die Gefangenen zwar fteigeben, dafür aber Eyffenhardt gefangen halten, um eine weitere Summe zu er- pressen. In diesem Falle koste die Befreiung der Geisel viel Geld ober Blut und leicht würde durch
und gehobener Zuversicht in ihre Heimat zurück, wohl wissend, daß es eruster Arbeit, hoher Thatkraft nxb des Zusammenwirkens aller staatserhaltexben Kräfte bedarf, soll der landwirtschaftliche Notstand zum Wohle unseres ganzen Vaterlandes von Grund ans gehoben werben".
Die „Deutsche TageSztg" bemerkt zu der Warnung deS Kaisers vor bei „sensationellen Agitationen": „Den Männer», die hinter dem Pfluge hergehen, und auf dem sonnige» Acker ihre schlichte Arbeit thu», ist der Begriff „Sensation" vollständig fremd. Sie lex «en nur de» Begriff des männliche» Freimut?, der auch an den Stufen des Thrones die Wahrheit sagen mnß, sie werden nicht von der Lust an der Agitation ?u ihren Worte» und Werken im öff'Nilichen Leben gedrängt, sonder« nur durch da» deutsche Gewissen."
*
Die Gegner der Umsturzvorlage versuche« krampfhaft eine Protestbewegung gegen dieselbe in Gang zu bringen, bislang allerdings mit geringe« Erfolg. Außer den Revolutionären selbst kämpfen gegen die Vorlage einige weltentrückte Träumer und Poeten wie z B. Herr Wilhelm Jensen, ferner Leute, die von blindem HumanitätSdusel erfüllt find und vielleicht erst unter der Guillottne ihre Dummhett erkennen werben, und endlich in der Hauptsache die Horde derjenigen Zeitungsschreiber, die fich die Preß- slkchheit, da» Recht, alle» Hohe und Heilige zu besudel», nicht beschränken lassen wollen. Letztere suchen leichtgläubigen Leuten den Bären aufzu- binde«, «an plane eine finstere Tyrannei, und auch Herr Wilhelm Jensen wird wohl zu seinem poetisch - schöne« Weckruf, der fich wie ei« Kapitel au» seine« Roman „NiivLua" liest, von irgend einem listigen Preßjuden aufgehetzt worden fein. Zu den hier diskutierten Frage« nimmt der „Schwöb. Merkur", wie folgt, in recht iutereffante« Auslassungen Stellung: ..... Zu leugnen ist freilich nicht, daß, wenn auf der Bast« der Umsturzvorlage überhaupt ei« Gesetz zu Stande kommt, Viele, welche mit Wort oder Schrift an die Oefftntltchkeit treten, Zunge oder Fr der sorgfältiger als bisher werden hüten muffe«. Aber daß rednerische und literarische Zügellosigkeiten uxd Frechhette», welche man heute passieren läßt, zu den unentbehrlichen Erfordernissen einer berechtigten Kritik gehöre», wird man doch nicht behaupten wollen. Und jedenfalls kann keinem ernsten Manne der Zwang zu einer strengeren Selbstzucht in Bezug anf die öffentliche« Aenßeru«gen al» «in zu theurer Preis erscheine«, wenn dadurch eine wirksamere Abwehr der unser ganze» Kulturleben bedrohenden fozialrevolu-
einen solchen Zwischenfall der Krieg auf« neue entfacht. Den Inter und die beiden Neger wolle er ziehen lassen, ven Deutschen jedoch unter keiner Bedingung •
Eyffenhardt mußte fich fügen. Wie Han ihm dies ankam, davon zeugte der Blick, den er den Ab- marschierenden nachsandte, und da» fast unbezähmbare Verlangen, denselben dennoch zu folgen. Aber K mußte e« Niederkämpfen, denn der Stationrchef ließ ihn nur auf da» ehrenwortliche Versprechen hin, in Dar-es-Salaam zu bleiben, unbewacht.
So schwer war e« Eyffenhardt noch nie geworden, sein Ehrenwort zu hallen, erst nachdem er die unliebsame Beschränkung feines Willen» al» eine Strafe zu betrachten fich bemühte, bescheidete er sich. Denn eine ©träfe verdiente er für seine eigenmächtige Handlungsweise, die er fich feiner Gesellschaft gegenüber hatte zu Schulden kommm lassen, indem er ohne vorherige Abmeldung von Sansibar abgereift war, ja er konnte fich nicht verhehlen, daß er damit selbst feine Stellung gefährdet hatte. Und wenn er sie verlor, wo« konnte er als ein existenzloser Mann dann für Grace thun?
Nach reiflicher Ueberlegung beschloß er, fich eine andere, unabhängige Existenz zu gründen, er bat daher seine Gesellschaft um seine Entlassung au» ihren Diensten, und al» diese ihm gewährt wurde, verließ er da» Stationshaus und mietete zuvörderst ein leerstehendes arabische» Hau», wo er fich notdürftig einrichtete. In der Stadt selbst hatte man ja keinen Ueberfall mehr zu fürchten, wie da« Ver- trauen der Eingeborenen bewies, die fich bereit» wieder anzustedeln begannen; Ackerland und Pflanzungen waren zu Spottpreisen feil, sodaß eine umsichtig betriebene Plantagenwirtschast aller Vorau»-