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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

*** MarÜ^l^Kr^rechrr^ 56 Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Verantwortlich« Redakteur: Harry Fiukiug in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55.

M 46

Erscheint täglich außer an Werktagen nach kenn- und Feiertagen. Ouartal-WonnementS-PreiS bei btt Expe­dition 2 Mk., bei allm Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (rxkl. Bestellgeld). Jns«atiourg»bühr für di« gespalten« Zeile »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zell« 25 Pfg.

Marburg,

Sonnabend, 23 Februar 1895.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Aunoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogl« in Frankfurt a. M., Lasset, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste fn Frankfurt tu M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., B«lin Hannov«, Pari».

XXX. Jahrg.

Für unsere Flotte.

* Marburg. 22. Febr. 1895.

68 gilbt immer noch Politiker, die meine», eS sei genug, wenn die deutsche Kriegsflotte zum Schutze »nserer heimischen Küste» gegen feindliche Landung«» vld Einfälle ausreiche; was mehr für fie geschehe, sei Luxus. Da» ist eine kurzsichtige Anschauung, bei der die praktischen Aufgabe» der Mm ine t» über« seetscheu Gebieten übersehe» werde». Die letzte Zeit hat wieder ei»e Reihe vo» Beispielen dafür geliefert, »i« notwendig der Ausbau unserer Flotte zur Wahrung dauscher Jutereffe» im Auslande ist.

Zu Begin» des japa«isch chinesische« Krieges war Deutschland in de» ostafiatische» Gewässern nur mit zwei kleinen Schiffe» vertreten. Unter de« fremden Element i» China, dessen Lebe» und Kot schwer be droht war, nimmt das deutsche der Kopfzahl »ach die zweite Stelle eiu. Außer de» drei Schiffe», die sich i» Südamerika befanden, sollten zwei Kreuzer eo« Wilhelmshaven nach Ost aste» fahre«. I» Peru wütet eine Revolutiou; die Gesuche der dortige« Deutschen, zu ihrem Schutze die deutsche Flagge zu zeigen, mußte» Wege» der Entblößung der süd- amerikanische« Stativ« vo« Schiffe« unberücksichtigt bleibkn. Die beide» nach Ostafieu bestimmte« Kreuzer b« Nordseestation,Irene" undKormoran", konnte» »ege« anderer dringender Aufgabe» nicht sofort ans Ziel gelange». DieIrene" mußte de» Umweg über Marokko machen, weil dort ei« Deutscher ermordet »erde« war, und weil gegenüber vo» Staate» wie Marokko nicht» ohne das Zeige» der bewaffneten Macht zu erreiche» ist. Das andere Schiff, der Kormoran", mußte seine Fahrt unterbrechen, um in der Delagoabai dafür sorgen zu helfe», daß die kapländische» Zettelunge» gegen die Delagoabah» und da» Transvaal vereitelt werde».

Bei de» Berhandluuge» tat Reichstage über Be­schwerde» vo» Deutsche» t» Zentralamerika wurde »oh dem Staatssekretär Freiherr» von Marschall hervorgehobe», daß seit reichlich zehn Jahren die deutsche Flagge in Zentralamerika »icht gezeigt worden ist, weil keine Schiffe zur Verfügung standen. In de» halb zivilisierte» Republiken dieser Gegend sind die Zustände sehr unsicher; Putsche, Bürgerkriege, Streifzüge ins Nachbargebiet lösen sinander ab. Ma» kann sich denke», wie schwer bei den Machthabern diplomatisch etwas gegen Ver­letzungen fremder Staatsangehörigen durchzusetze» ist, wenn nicht von Zeit zu Zeit durch das Erscheine» eines Kriegsschiffes den dortige» TageShelde« richtige Begriffe beigebracht werden.

Darm Kiriasft.

Kolonial>Ronum w» «hrtstian Benkard.

(Nachdruck verboten.)

(UrrmVMßä)

Im Begriff als Letzter die Tau zu besteigen, hörte Eyffenhardt seinen Namen rufen. Ein vorüber- gehender Konsultatsbeamter hatte ihn erkannt und fragte:

Haben Sie schon die große Neuigkeit erfahren?"

Der Gefragte antwortete nicht, konnte nicht ant- »orten, weil sein Athem stockte. Redete der Beamte von dem Selbstmord LarsonS, der vielleicht schon bekannt geworden war, dann kehrte Dogali vermut- lich auf der Stelle mit dem Lösegeld um.

Sie glauben wohl, die Neuigkeit sei nicht sehr interessant? Sie ist es aber doch: die Blokade ist aufgehoben."

Inzwischen war da» Segel gesetzt worden und lautlos glitt die Dau über die kaum bewegte Wasser- stäche. Eyffenhardt blickte traurig zurück und er flüsterte:

Zu spät! Wäre diese Nachricht zwölf Stunden früher bekannt geworden, dann hätte Larson, der Verpflichtung zu weiteren Kohlenlieferungen enthoben, sich wohl nicht da« Leben genommen."

In geringer Entfernung von der Insel sprang der Wind um, und die Dau mußte lavieren, für deren ungeduldige Paffagiere eine schier kostlose Notwendigkeit, denn man kam damit nur auf großen Umwegen und ganz langsam dem fernen Ziele näher Hing es so wester, dann dauerte die Fahrt nach Dar-er-Salaam wenigstens vier bis fünf Tage und leicht konnte es auch dott heißenzu spät!" denn nach Kalondas Aussage that Eile dringend not-

Der Alle berichtete mm,' nachdem er ruhiger

Endlich hat sich die Unzulänglichkeit der Zahl unserer Kriegsschiffe erst jüngst noch drastisch in der Nachricht offenbart, daß taS einzige in Samoa tatiouierte trotz der dort drohenden Berwickelrr»ge» eine» geschützten Hafen i« Auckland aufsuche» mußte, weil eS »ach frühere» trüben Erfahrungen zu schwach ür Ort und Zeit der Südseestürme erscheint. Das e»glische Schiff dagegen besitzt genug Maschinenkräfte, um vor Samoa ouSzuhalte». Daß dadurch das politische Susehe» Deutschlands in Samoa nicht ge­türkt wird, ist klar.

Der Umstand also, daß in»stigev Kriegen Deutschlands die Hauptenffcheidung zu Laude falle» wird, kann n»8 über die Schwäche unserer Marine durchaus »icht trösten. Diese entspricht nicht der Stellung einer Nation, der Handelsflotte die zweit­größte der Welt ist und die i» alle» Erdteile», ab­gesehen vo» ihrem eigenen Kolouialbefitz, fortdauernd Interesse» ihrer »»gehörigen zn schützen hat. Hoffent­lich wird diese Ueberzeugnug die im Reichstage bevor­stehende» Martaedekatte» beherrschen, so daß die Uuterlaffn»gSsü»deu früherer Jahre bald gut gemacht werde».

Polttische Rundschau.

* Marburg, 22 Febr. 1896. Ei» schöner Gedanke.

Unter der Ueberschrift:WaS werde» Reichs­tag und Bundesrat zur Ehrung de» Alt­reichskanzler» thu»S" schreibe» die»che»er Neuesten Nachrichten":

Die Ehruug dürfe nichts Gewöhnliches, nicht» BaualischeS sein; fie dürfe weder eiue Glückwunsch deputation, noch kalligraphischer Diplom sei»; die Ehrung, welche der Reichstag n»d der Bundesrat ihre» Schöpfer, ihrem Schildhalter n»d dem ersten Streiter für den deutschen Staat zuteil werden lasse», diese Ehru»g muß aus der Schablone der Friedrichs ruher WallfahrtSkundgeburgeu klar herauStrete»; fie müffe nicht »ur den AltreichSkauzler, souder» vor ollem den Reichstag und de» Bundesrat selbst ehre»; fie » die rolle und große Dankbarkeit dieser nationalen Vertretung ins grellste Licht stellen und den Empfindungen deS deutschen Volker hehren Ausdruck gebe»; fie muß sür alle Zeile» unsere» Nachkomme» sage«, daß die Deutsche» der große» Birmarckzeit den nationale» HeroS richtig erka»»t u»d seine unsterbliche» Verdienste dankbare» Herzens gewürdigt habe». E» könne wohl »ur et» ideales Denkmal sei», aber ei» solches, daS über alle Zeiten hinausreichend einzig dastehe und bleibt in seiner

geworden, alle seine und seiner Herrin Erlebniffe. Den Ueberfall schilderte er eing-hend, wie Nasorro bin Raschid den Baron um dessen Fcau willen und Grace geschmäht, und wie die Letztere im Begriff gewesen, Hand an sich selbst zu legen, al» ihr deutscher Gastfreund von dem scheinbar auf einen Zweikampf eingehenden Rebellenführer meuchlings über den Haufen geschossen worden war.

Dann haben fie mir die Hände gebunden, da» Hau» ausgeranbt und angezündet und find mit der Beute abgezogen. Auch der schwerverwundete deutsche Bana und meine arme Bibi wurden mit in den Busch geschleppt, denn die Araber fürchteten sich vor einem Rachezug der Deutschen und zogen darum ruhelo» die Kreuz und die Quer von einem Neger­dorf zum anderen. Und die Bibi ist nicht von der Seite des Schwerverwundeten gewichen, und al» er gewaltsam den Verband abttß, hat sie im ersten Schrecken ihr schöne» gelbes Haar in die offene Wunde gestopft, daß es nachher abgeschnitten werden mußte, weil da« Blut e« zusammenklebte. Sie selbst hat es straff gehalten und ein Araber hat es mit oem Dolch abgefäbelt "

Weiter!" drängte Eyffenhardt.Was geschah weiter?"

Am dritten Abend nach dem Ueberfall kam Nasorro in die Hütte, in der wir übernachten sollten. Seither hatte er die Bibi nur immer von der Seite her angesehen, jetzt der Verwundete schlief und ich stellte mich schlafend jetzt that er sehr freund lich mit ihr und wollte sogar seinen Arm um ihre Hütte legen. Hui! fuhr da die Bibi auf; bevor Nasorro zurücktreten konnte, riß sie ihm eine Pistole au» dem Gürtel, setzte fie ihm auf die Brust, und er wäre sicherlich ein toter Mann gewesen, wenn er

Alt, eine Auszeichnung, wie fie etwa die deS Conueteble i» de» frühesten Zelten ta Frankreich war, ein historischer Beiname ta «odern-volkStüm ltchem Geiste. Und da meine» wir, wen» die Herre» »ur wollte», so ließe fich etwa» mache», da» jedem reichSfteudige» Deutsche» aus der Seele geuomme» würde. Daß jeder eiuzetae Bundesstaat dem Giüuder >eS Deutsche» Reiches daS Ehre«-Jndige»at verleiht, wäre vom BuudeSrat leicht zu bewerkstellige»; aber eS giebt »och etwas, wa» alle gesttzgebeude» Faktor«» iUsamme» leicht beschließe» könnten, nämlich die erste, einzige und vielleicht «te wtederkehrende Verleihung deS TÜelS eines Ehrenbürger» de» Deutschen Reiche»."

Die gute»Münchener Neuesten Nachrichten", so bemerkt hierzu mit beißender Ironie dieRhein.- Westph. Ztg.", träumen wohl. Sie glauben fich noch ta der Zeit zu befinden, wo der Reichstag für solche patriotische Anträge zu habe« war. Jetzt mag man der freisinnig polnisch-ulkamonta» soziatdemo kratische« Mehrheit Vorschläge», de» selige« Windt horst zumGroßen" zu ernenuen. Für eine Ehrung deS Mitbegründers deS Deutsche« Kaiserreiches find die Herr«« Richter, JazdzewSkt, Lieber und Bebel »temals z« habe«.

Unfallversicheru«g i« Deutschland nab in Frankreich.

In Frankreich ist tat Jahre 1868 ein Gesetz zu stände gekommen, durch daS staatlich garantierte und vo» der Depofitknkaffe verwaltete Sterbe- und U« fallverstcherungSkaffe» geschaffen worden find. Es ist von hohem Interesse, das Wirke« der Unfall- versichcruig ta Frankreich mit dem der gleichartige« deutschen Institution zu vergleichen. Bei u»S find im Jahre 1894 also nach neunjährigem Bestehen der Kaffe, an Entschädigungen rund 44 Millionen Mark gezahlt vorde«, in Frankreich betrug die Aus gäbe der U»fallkaffe im Jahre 1893, also nach fast sünfuudzwauzigjähriger Wttksamkeit, nicht »ehr als rund 156300 Franks (125000 Mk) Ju Deutsch land wurde« 1894 Entjchädigunge« au 231918 B-rletzte bezahlt nab unter Hinzurechnung bet Witwen Getöteter, bei Kinder und Verwandten wurde« zu­sammen 332800 Person-« der Wohlthal der Un- fallverficheruug teilhaftig; tu Frankreich käme» 1893 auf im ganzen 34880 et« gegangene (freiwillige) Versicherungen 67 Unfälle, von denen 51 zu dauer», der Arbeitsunfähigkeit und 16 zum Tode führten. Gegen Unfälle, die nur zeitweise ArbeitSu»fähigkeit zur Folge habe», versichert nämlich die französische Kaffe überhaupt nicht. Allerdings giebt e» auch ta

nicht geschworen hätte, ihr niemals wieder zu nahen. Such meine Fesseln mußle er durchschneiden. Er war auch die höchste Zeit dazu; sieh nur einmal, Bana I"

Da Eyffenhardt beim Anblick der zerschundenen Handgelenke, die ihm Kalonda entgegenhielt, nur stumm nickte, fuhr der Erzähler fort:

Von nun ab erging mir'» besser, aber die Bibi wurde schlechter wie eine Sklavin gehatten; fie mußte mit mir den Verwundeten schleppen, hungern und dursten, ja ich glaube, Nasorro hätte fie am liebsten umgebracht. Da erhielt er Kundschaft, daß die deutschen Truppen von Mpwapwa zurückkehrten und fürchtete, die möchten ihm die Beute abjagen, denn er versprach auf einmal, uns d. h die Bibi, gegen ein Lösegeld freigeben zu wollen. Sie wollte darauf­hin an ihren Vater schreiben, aber es war kein Stückchen Papier aufzutreiben und so lief ich denn ohne einen Brief, wa» ich laufen konnte nach Dar- «»-Salaam und wa« weiter geschah, weißt Du ja, Bana."

Ja, aber wie ist'» mit dem Baron? Ist seine Wunde gefährlich und wird für ihn kein Lösegelb verlangt?"

Der Alle wiegte ttaurig den Kopf.

Dem haben die Araber ja nicht« gelassen, die Frau, sein Hau« mit dem, war darin war, die Schamba all«» haben fie geraubt und zerstört. Und für sein arme» sieche« Leben giebt ihnen Nie- mand etwa» außer der Bibi."

Bei den letzten drei Worten war der Zuhörer leise zusammengezuckt, feine Augen ruhten forschend auf Kalonda« Gesicht. Aber dott fanden sie nicht die Antwort auf die sich ihm aufdrängende Frage: Ist ihr fein Leben am Ende so lieb wie da« eigene?'

Frankreich »och private Unfallverfichernngskassen, allein diese verlangen ziemlich thiuie Beiträge. Eine so umfassende und so segensreich wirkende Einrichtung, wiefie i« Deutschland besteht uab gegen bie Stimme» der Sozialdemokratie zu stände gekommen ist, besitzt demnach die franzöfische Arbeiterschaft »icht.

Bismarcks Geburtstag in Japan.

Bo» feinem Vertreter ta Yokohama htt eta Berliner Geschäftshaus eta Schreiben erhalten, das nach demv. B,-C." Mitteilungen enthält, wie ma» n dem fernen Jnselreich« bereit» feit Monate» damit beschäftigt ist. die Feier für den achtzigste» Geburts­tag des Fürste« Bismarck vorzubereiten. DaS Be­merke» Swerte hierbei ist, daß nicht nur unsere in jenem ostastatischeu Kaiserreiche lebende» Lands­leute die» thn», sondern daß an diesen Vorbereitungen auch die einheimische Bevölkerung mit Eifer fich be­teiligt. Ende deS vorigen Jahres find von Japaner», die in Deutschland ihre Bildung genossen habe», an alle Landsleute, die den gleichen Bildungsgang durch« gemacht hatte», Ru»dschreiben erlasse» worden, in denen fie zu einer gemeinsame» Veranstaltung eta- geladen wurden. Die nämliche Einladung ist an die Mitglieder deS Vereins sür deutsche Wissenschaft und Schule in Tokio ergangen. Endlich ist eta Aufruf an die Sübirenben der Universität zu Tokio erlassen worden, «8 möchten fich an der Feier alle diejenige» beteilige«, die der deutschen Abteilung ter juristische« Fakultät angehören oder deutsche Literatur studiite». In der Ha- ptstadt nnd ta Yokohama werden die offiziellen Feierlichkeiten stattfinden, die in private« Rahmen fich i« ganze» Lande überall dott wieder­holen dürsten, wo Deutsche und dentschsprechende Japaner fich zusammenfiiden.

Parlamentarisches.

* Marburg, 22. Februar 1895.

Der Bunde8rat

hat in seiner heutigen Plenarsitzung die Vorlagen, betr. die Abänderung des Statuts für das archäologische Institut dem VI. und VII., den Entwurf eines Gesetzes betr. die Kaiserlichen SLutztruppen für Südwestafrika und Kamerun dem I., II. und VII. und die Vorlage betr. die Erweiterung des Bezirks der Norddeutschen Knappschafts - Pensionskasie in Halle a. S. dem IV. und VI. Ausschüsse überwiesen. Ferner wurde den Ausschußanträgen über die Abänderung des Etats der Salzsteuerverwaltungskosten für das Herzogtum Anhalt, sowie über den Entwurf von Abänderung; Vor­schriften zur Schiffsvermessungsordnung die Zustimmung erteilt und endlich der Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen wegen Aufhebung des Gesetzes über die Er­nennung und die Besoldung der Beigeordneten vom 4. Juli 1887 angenommen.

Der Baron war ja wieder frei, ein schöner Mann und Träger eines stolzen Namens, dazu da» gemein­sam« Unglück, bie hmgevend« Pflege, der stündliche innige Verkehrund ich könnte nichts ihun, al« ihnen meinen Glückwunsch darbringen," sagte fich Eyffenhardt seufzend.Mich flieht da» Glück, denn alle Schuld rächt fich auf Erden."

Der mühsam sich aufkreuzenden Dau kam, vom Festlande nach Sansibar steuernd, ein Segelfahrzeug entgegen, dessen Bemannung schon von Weitem schrie und wintte, al» sei etwas ganz Besonderes vorge­fallen. Nicht umsonst, wie fich bald herausstellte, oenn sobald er in Rufweite war, verkündete der fremde Bootführer, Buschiri habe, au» dem Innern des Lande» zurückkehrend, noch einmal versucht, Bagamojo zu überfallen, sei aber gestern bei Dunda geschlagen worden; mit der Araberherrschaft habe e» jetzt wohl für immer ein Ende Ueber's Meer rollender Kanonendonner bestätigte die Nachricht, in Bagamojo drüben wurde Viktoria geschossen.

Diesmal aber hörte Eyffenhardt kein höhnische» Bagamojo bum, bum!", ein Beweis, daß die Neger jetzt ander» von den Deutschen dachten. Aber auch das Frohlocken der Daumannschast war ihm eine Pein, beim eine neue furchtbare Angst hatte ihn plötzlich befallen.

Buschiri, dem zu Beginn de» Ausstande» ein ge- wiffer Zug von Ritterlichkeit nicht abzusprechen ge­wesen, hatte nach seiner großen Niederlage dem wehrlosen Warnick in Mpwapwa mit eigener Hand fie Kehle durchschnitten; wa» stand, da die Er­bitterung der Araber mtt diesem neuen Sieg der Deutschen naturgemäß wnchs, den Gefangenen be« »eitern« wilderen Nasorro bevor!

(Fortsetzung folgt.)