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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Verantwortlicher Redakteur: Harry Fiukiug tu Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher 9h; 55.

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Sck andthaien mb Verbrecheu fähig, den» eie Brief« diebfiahl zeugt von ungemein niedriger Gesinnung.

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Die wit Waffm hin« und her eilenden Diener «achten große Bugen, al» ihr Herr die Miße Bibi in sein sonst so streng abgeschloffener Hau» sührte und Befehl erteilte, die ganze Einrichtung de« Gartenpavillon« herüber zu schaffen.

Da die Araber seither die Echamba verschont hatten, war e» den Leuten unverständlich, daß nun plötzlich Verteidiguns»maßregrln gekosten wurden, und ihre Angst stieg von Stunde zu Stunde. Man umßte, wie die Rebellen in dem benachbarten Pugu gehaust hatten und fürchtete, dieselben würden e< hier demnächst ebenso treiben, denn an einen ernst» hast« Widerstand »ar doch kaum zu denken.

In der großen Halle, die der Baron wit Grace Milchst betrat, sah e« noch ganz friedlich au», nur

fühlen könne. Sie hätte aufspringen und die Fenster öffnen mögen, so sehr fehlte t» an Licht und Lust; die schweren Teppiche an den Wänden und auf dem Fußboden, die vielen über flüsstgen Möbel, der starke Parfumgeruch, die» alle» bedrückte fie unsagbar. Und diese halbverschleierte schöne Frau dort Grace kannte ja allerdings noch nicht, aber er kam ihr zu unnatürlich vor, daß die» die Gattin eine» deutschen Edelmanne» fein sollte.

Al» der Baron von einem Diener abgerufen, gegangen war, gab fich Grace redliche Mühe, einen Gedankenaustausch mit der Frau de« Hauses in die Wege zu leiten, aber der Versuch scheiterte an der Indolenz der Baronin, die augenscheinlich lieber ihren Kopf ausruhte, al« daß ste ihn zusarnmennahm. Oder war die Fürstentochter zu stolz, fich zu der bürgerlichen Kaufmann,tochter herabzulaffen? Wohl kaum, denn mit einer alten Negerin, die Kaffee und Scherbett brachte, lächette fie doch sehr vertraut.

Widerlich süß warm die gebotenen Getränke, wie verdünnter Syrup schmeckten sie etwa. Daß die Baronin eine Cirarette dazu rauchte, mochte ben Zweck haben, den starken Kaffeegeruch zu bekämpfen, jedmfall» bot fie ihrem Gegenüber eine Gelezmheit. nun auch die untere Partie ihre» Gefichte» zu sehen Da« Kinn war tadello« geformt und auch der Mund schön geschnittm, wäre nur nicht ein gewisser Zug um dm Mund herum aufgesallm. Al« Grace ben» selben gewahrte, kam fie aus ben Gedanken, eine feine Frau fei da« gewiß nicht.

Der Wunsch, die Einrichtung de« ihr ^geteilten Zimmer» selbst zu leiten, bildete einen guten Grund, fich von der Baronin zu beurlauben. Die letztere rühtte weder Hand noch Fuß, de« Gaste dienlich z» sein; fie blieb, ruhig »etter rauchend, liegen.

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Freiherr v. Manteuffel erklärte mit Recht, e» gehöre eiie glänzende Phantasie dazu, au« der Abschrift von der Richtigkeit sich zu überzeug«, und ht der That hatSexoffe* Echönlank durch diese sonderbare Bemerkung fich in hohem Grade verdächtig gemacht. Er fühlte da« auch, denn er hatte die Stirn, die Konservativen zu beschuldigen, daß sie nähere« darüber wüßten, wie der Brief in seine Redaktion gekommen sei. Demgegeuüber äußerte Herr Frhr. v. Manteuffel: »Wir haben nicht die Gepflogenheit, ui« mit dem Herrn Abgeordneten Schön lank in irgend welche Ber- bintnng zu setzen, am allerwenigsten aber in eine Verbindung, die meiner »nficht nach zu den aller schimpflichsten Verbindungen gehört, die man über­haupt eingehen Iain/ Der sozialdemokratische Partei« führet: Herr Bebel glaubte nun seinem .Genossin" zu Hilfe kommen zu müsse»; er erklärte, wenn der Brief von einem ReichStagkabgeordueteu an die .Leipziger Volkszeitung" abgeschickt fein sollte, so würde die« auch bei feinen .Genossen" eine einstimmige Verurteilung finden. Allein der Brief selbst ist ja nicht abgeschickt wo, den, sondern angeb lich nur eine von dem Briefdiebe selbst vermutlich hergestellte Kopie; die Bebelsche Versicherung ist also ga>z gegenstandslos. Dasselbe ist mit der weil» dramatischen EhrlichkeitSsceeue der Fall, die xuu folgte, als Bebel ben .Genossen" Schönlanker» suchte", fich bahin zu erkläre», d«ß seine Redaktio» keine Ahrung" gehabt habe, woher der Brief ge kommen sei. Echönlank gab diese Erklärungnatür lich" ab, genau so, wie Herr Bebel einen Treueid zu schwören fich bereit erklärte. Glauben aber die Sozioldemokaten damit ihre Nichtbeteilignng an dem Diebstahl im Reichstage, al» den Herr Freiherr von Manteuffel ausdrücklich den vorliegende» Fall brand markte, bewiesen zu habe», so täusche» fie fich. Dazu ist ihre Beteilign»g an zu vielfachen Akten- diebstähle» bekamt. Auch Hai .Genosse" Schönlank fich gehütet, auf den Wunsch de» Henn Freiherr» von Manteuffel, ihm die fragliche Kopie behuf» Ver­folgung de» Diebstahl» zu übergeben, einzugehen. Vermutlich ist diese angebliche Kopie schonver- nichtet". Mag also den Diebstahl begangen haben wer will, daß die Sozialdemokaten daran unbe teiltet feien, daß speziellGenosse" Schönlank keine Ahnung" von bet Herkunft des Briefe», dessen Echtheit er au» der Kopie zu konstatieren in der Lage war, gehabt habe, wird kein ehrlicher Mensch glauben. Dir Augelegenhett ist geeignet, nu» ehren Blick in die herrlichen Zustände thun zn lassen, die uns unter einer Herrschaft der Sozialdemokatie beschieden sei» würden. Wer Privatbriefe stiehlt, ist zu alle»

Wocheu-Rückblicke.

* Marburg, 16. Februar 1895.

Unter der UeberschriftZum Kapitel der Soldaten-Mißhandlungen" hat der .Vorwärts" eine Ordre unseres Kaiser» vom 6. Februar 1890 veröffentlicht, die, wie do» sozial demokratische Blatt großspurig behauptet,den kecken Leugieru der Soldatenmißhandlunge» wohl endgiltig ben Mund stopfen werde". Da» Organ thut so, als ob t» etwas ganz Geheime» an die Oeffert lichkeit gezogen habe, und als zeuge der Inhalt des Schriftstückes für die Richtigkeit der sozialdemokati. fchen Behauptung, daß die deutschen Soldaten schlecht behandelt würden. Das ist ein unverschämter Schwindel. Denn weder ist der Inhalt des EchriststückeS neu, noch bedarf e» irgend welcher Anstrengung der Sozioldemokaten, um Fälle von unwürdiger Behandlung im Heere nach Menschen Möglichkeit zu verhindern. Unser Kaiser hat unter dem 6. Februar 1890 zwei Anweisungen an den Kriegsminister ergehen lasse», die sich inhaltlich decken und ergänzen. Tie erste Ordre enthielt die kaiser­lichen Bemerkungen, zu denen die letzten Nachweisungen über Bestrafungen wegen Mißhandlung Untergebener Anlaß gegeben hatte», und war in erster Linie für die kommandierenden Generale bestimmt. Die zweite schärfte vo« neuem die Grundsätze für die Behänd lung der Soldaten ein und befahl a», daß bei den künftigen Nachweisungen die Vorgesetzten bezeichnet »erden sollte», die i» de» Fällen mangelhafter Le- auffichttgung des Dienste» verantwortlich seien. Diese zweite Ordre ist damal» (18. Februar 1890) sofort veröffentlicht worden. Sie enthält die goldene» Worte:In meiner Armee soll jedem Soldaten eine gesetzliche, gerechte und würdige Behandlung zu teil werden, weil eine solche die wesentlichste Grundlage bildet, um in demselben Dieustfreudigkeit und Hingebung an den Beruf, Liebe und Vertrauen zu den Vorgesetzten zu wecken und zu fördern". Am Schluß war aus­drücklich auf die erste Ordre mit den Bemerkungen über die früheren Nachweisungen Bezog genommen. Dies »ar alle» schon vor fünf Jahren bekannt. Aber »och mehr. Kvrz vor dem 6. Februar 1890 hatte fich der Kaiser die Kadette» der Hauptkadetten« austalt, die demnächst in das Heer ein treten sollten, vorstelleu lassen. Nach der Verlesung der Worte Kaiser Wilhelm» I. über die Offizier »Pflichten ergriff bei Kaiser selbst das Wort zu folgender Mahnung: De» Offizier müsse Einfachheit und Mäßigkeit an»-

Kava Uirtasft.

Kolonial«Nom« m »hristian »enterb.

* (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Grace reichte ihm gleichsam glückwünschend die Hand. Es klang etwa« gepreßt al« fie fragte:

.Mich wollen Sie nun dennoch mit der Frau Baronin bekannt machen?"

Freundlich nickend bot er ihr den Arm und führte ste au« dem Pavillon.

Sprechen Sie arabifch?" ftagte er fie auf dem Wege zum Wohnhaufe. Da sie verneinte, sagte er lächelnd:Dann wird die Unterhaltung auf Schmie- ttgkriten stoßen, denn von den europäifchen Sprachen »ersteht meine Frau leider keine einzige, ausgenommen die französische; sprechen kann fie auch diese nicht. Doch es wird schon gehen, hoffe ich; ich habe mir ja cnuh hindurch geholfen."

Marburg,

Sonntag, 17. Februar 1895.

Lrscheim täglich eu6«t tu W«rkt«g«n noch 6mm« nnb Feiertagen. Ouartal-rldonn«m«ntS-Pnir bei der Expe- ditiou 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfrrationSgebühr für die g^valten« Zell, »btt deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di, Stil« 25 Pfg.

Redaktion mtd^ErpedAou: Markt 21. Fernsprecher Rr, 55Jllnsirtttes Somttagöblatt

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zeichne», gegen die Maunschaft srlle der Offizier nicht ' forsch und schneidig sein, sondern mit Einsicht und i Geduld zu Werke gehen, jeden nach seiner LeistungS- i fähixkeit behandel», um in allen die Fähigkeit zur ! höchsten Anspannung der Kräfte zu wecken; hi unterer ! Zeit fei e» die Aufgabe des Offizier«, den mor archi 1 scheu Sin« durch seine ganze Lebeassührnng zu be- ! ki ästigen und sieh nicht ans die Strenge des Dienstes zu verlasse». Der Kaiser hat da»» wiederholt bei geeignete» Gelegenheiten seine ganze Persönlichkeit wie für die Pflicht, so auch für da» Recht der Sol- . baten eingesetzt und dieselben Grundsätze de» angehen­den Offizier en eiugeschörft. Sich aller dieser uotvri- : scheu Thatsachen zu erinnern, ist gut, um die ge- 1 häsfige Tendenz de»Vorwärts" zu erkennen. Daß sich nu» auch in den Dinge», die vor fünf Jahren zu rügen waren, viele» gebeffcrt hat, ist vom Kriegs- miniper im März vorige» Jahre» im Reichstage »achgewieseu worbe». Vereinzelt vorkommende Un­gerechtigkeiten werde» niemals und nftgeui» ganz zu vermeide» fein. Daß aber Fälle von Soldaten- Mißhandlungen immer seltener werde», dazu dient cm letzte» das Vorgehen der Sozialdemo- traten, das vielmehr darauf gerichtet ist, die Dis­ziplin im Heere, die Treue und das Verkauen zwischen Untergebene» und Vorgesetzte» zu locker». Beweis dafür ist wieder der Versuch deSVorwärts", die Ordre vom 6. Februar 1890 al» ein Novum hin- zustellen, da» die schlechte Behandlung der Soldaten erweise, während in Wahrheit daran» nur hervorgeht, mit welchem Nachdruck da» Wort, die Macht und da» Beispiel unseres Kaisers für die gerechte und würdige Behandlung de» Soldaten ein tritt.

*

Wie grauenerregend niedrig da» morali­sche Niveau der sozialdemokratischen Führer ist, erweist der Umstand, daß fie ihre Aktendiebstähle nun sogar auf Privatbriefe ausdehue». I» Reichstage ist, wie in der MoutagSfitznng Herr Freiherr v. Manteuffel mitteilte, ei» »rief gestohlen worden, den Herr vonPloetz auf nur zehn Minuten in dem Waschraume versehent­lich hatte liegen lasse». Dieser Brief ist nur zwei Tage nach seinem Diebstahl in der Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht worden. Der Redakteur dieses sozialdemokatischen Organ» ist der jüdische Abgeordnete 0 r. Echönlank. Dieser behauptete, der erwähnte Brief fei feiner Redaktion al» Kopie i» einer sehr schönen Hand- schrift zugegangen; er habe fich daran» von der Echtheit deS Briefe» überzeugt und ihn al» bedeut ferne» politisches Aktenstück veröffentlicht. Herr die hübsche Goanesin befand fich darin, und zwar hotte fie e» fich auf dem weichen Fußteppich recht bequem gemacht Als sie die Eintretenven sprechen hörte, schnellte fie empor, griff nach einem zierlichen Federbesen und machte sich an den umherstehenden Blattpflanzen zu thun. Nachdem ste auf diese Weise ihr Hiersein gerechtfertigt hatte, verschwand fie mit einem verschmitzten Lächeln hinter der nächsten Portiere.

Diesen Dhürvorhang schlug auch der Baron für Grace auseinander mit dem Bemerken:Hier werden wir meine Frau wohl finden "

Die Baronin lag in einem großen, Überreich aurgestatteten Zimmer auf einem türkischen Ruhebett, eine schöne, etwa« zur Korpulenz neigende Frau, die selbst hier ihr Erficht nicht ganz enthüllte. Nur die feirgefänittene Nase und die großen dunkeln Augen waren unverhüllt, Mund und Kinn dagegen verdeckte ein dichter weißer Schleier. Um die Eng­länderin zu begrüßen, richtete fie fich in eine haL sitzende Stellung auf und nickte einige Male mit dem schwarzlockigen Kopf.

Nachdem der Baron die beiden Damen in fran­zösischer Sprache bekannt gemacht, rückte er einen Sessel für Grace heran. _

Seiner Frau sagte er offenbar fortgesetzt Schmei­cheleien, da diese immer wieder nickte und sich dabei die Hand streicheln ließ, Grace gegenüber sprach er die Versicherung au«, feinLiebling" fei entzückt, endlich einmal Damenbefuch empfangen zu können. Woher er die» wußte, war etwa« rätselhaft, denn der Liebling hatte noch kein Wott verloren.

Dem jungen Mädchen erschien überhaupt viele« rätselhaft; vor allen Dingen begriff fie nicht, wie man hier in biefem Raum täglich leben, sich wohl

iemetlbar. Es zeigt fich das »icht »ur darin, daß er Bund der Landwirte dort immer mehr Fuß faßt.

Auch bei solche» Klei»gru»dbefitzer» de» Rheiel-ude«, welche i» audere» Vereine» znsammevgeschloffe» find, begi»»t die WirtschaftSauschaunug, die wir tu Ia*b« wirtschaftliche» Fragen wit dem Bunde der Lardwirte vertrete», Eingang zu fiudeu. Bisher veihielte» fie ch »och gegen da» Hauptziel etter zeitgemäße» kgrarpolittk, die Hebung der Getreidepreise, »tsprecheud der Stellung ihrer Zentrums sichrer, urückhaltend. Neuerdings aber regt fich bei ihnen >as Verständnis dafür, daß ohne lohnende Getreide« »reife die Landwirtschaft weder im Osten »och im Vesten zu bestehen vermag, und fie erkennen, daß olche zu erreichen der durch den Antrag Kanitz vor« gezeichnete Weg, so lange kein besserer vorgeschlagen vird, der ettzig gangbare ist. Besonders find auch ie Mitglieder de» Rhettische» Bauernbundes zu dieser iinficht gelangt. Am 13. Februar fand in Köln l»e große Versammlung statt, zu der die Einladung vom Rheinischen Bauernbund auSging, und in welcher die landwittschaftliche Notlage und ihre Abhilfe durch die Ver« staatlichung der Getreideeinfuhr zur Beratung stände». Der Zutritt war für jede» rheinischen Bauer» fteigestellt. Au 1600 ßaubeirte folgten mit regstem Inter­esse den mehrstündigen Verhandlungen, die Freiherr Felix v. Los leitete. Der Kernpunkt der Erörleeungen waren der Antrag Kanitz n»d da» Getreidemonopol. Berichterstatter über diese Puntte war Graf Horns« broech, der folgende Resolution empfahl, die mtt überwältigender Mehrheit angenommen wurden: Die Versammlung der rhettischeu Landwirte erklärt: Die rheinische und deutsche Landwittschaft befindet fich tt einem steigenden Nothfiande, der fie notwendig dem Untergänge znsührt, wen» nicht rasch Abhilfe erfolgt. Die Hanptnrsache liegt in ben bei« spiello» niedrigen Getreidepreise», die besonder» in der Rheinprovttz die zu hohen Pro« duktionSkosteu »icht mehr zu decken ver« mögen. So erschettt eine entsprechende Erhöhung der Getreidepreise al» dringende» Bedürfnis und all Ziel rascher Gesetzgebung. In diesem Sinne find Monopol und Antrag Kanitz als wirksame Mittel zu erblicken. Die Bersammlnng spricht die Erwartung an», daß die Reichsregierung ette« dieser Mittel durchführen wird, und zwar auf dem Wege

In der Halle bleit fich wieder die Goanefin auf, die Grace anlächelte, al» wollte ste sagen: Hast Du sie gesehen? Na, ist der Baron ein komischer Kauz!" Da» hübsche kleine Ding erschien jetzt überhaupt nicht mehr so verschlossen, ja fie chwatzte, während fie mit in da» Gastzimmer ging und auch dort noch ohne Aufhören. Wa» ste von den Geflogenheiten ihrer Herrin erzählte, hätte jeder­mann hören dürfen, so harmlos war es; ertappte fie sich einmal bei einer Indiskretion, so schlug fie ich rasch auf ben Mund unb verstummte, um nur noch mit ben lebhaften Augen wetterzureden.

Nachdem ste ihr Zimmer in Ordnung gebracht, ging Grace noch einmal in da« Gartenhaus, wo einige Kleinigkeiten zurückgeblieben waren, die fie holen wollte. Unterwegs ttat ihr, au« den Pflanzungen kommend, der Baron mit der Frage entgegen, wie ihr feine Frau gefalle.Gar nicht", hätte fie der Wahrheit gemäß antworten müssen; die« ging natür« lich nicht an, ja fie zwang fich sogar zu einer recht großen Lüge, da er fie so ängstlich erwartungs­voll, beinahe flehend anschaute. Und wie ihre Aut« wott ihn beglückte! Anderenfalls hätte er ihr sicherlich nicht so lang unb fest die Hand gedrückt.

MU einbrechender Dunkelheit würben auch bie »rbetterhütten geräumt unb deren Insassen im erb« geschoß be« Wohnhauses untergebracht Grace stand dabei dem Baron rüstig zur Sette, selbst bei der Verteilung der Nachtwachen sprach fie mit, während Vie Herrin be« Hause« fich überhaupt nicht mehr sehen ließ. Ihr Gatte entschuldigte fie mit einige» , bedauernden Worten und leistete seinem Gast in der : Halle Gesellschaft, wo fich die «eiben bi« gegen i Mitternacht unterhielten.

(Fortsetzung folgt)

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Anzeigen nimmt entgegen bi« Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Burraux von Haasensteht n. Vogler ht vw Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf ÄÄÄ. viflUTQ Moss« in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube u. Co. ht Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Patt».

I» den bäuerliche» Kreisen der Rhein« trovinz macht fich tt etfteulicher Weise ctt Um'« chwung zu Gunsten be» Anträge» Kanitz